| Duvessa | Mir hilft beim (ab)zeichnen und malen immer der Grundsatz "Zeichne das was du siehst und nicht das was du weißt" oder auch "Ganz einfach das wiedergeben was man vor sich hat"..Das erleichtert mir das zeichnen/malen sehr ! Gibt es noch mehr dieser Grundsätze ? Habt ihr eure eigenen ? Für mich haben diese Grundsätze auch psychologisch großen Wert, weil sie mich sehr zum zeichnen motivieren und mir sagen dass nichts zu "schwer" ist um es aufs Papier zu bringen... Glaubt ihr daran ?;) D. |
| gekitsu | hmm... nur und ausschliesslich auf die augen verlasse ich mich ungern. ich weiss nichtmehr, wer einmal einen seiner schueler angeraunzt hat, aber er hatte nicht ganz unrecht, wenn er sagte: "who do you believe? me or your two lying eyes?" ;) im gegenzug finde ich viel wissen sehr praktisch - je mehr wissen ueber die funktionsweise von beispielsweise licht vorhanden ist, umso mehr kann ich sichtbare phaenomene nicht nur sehen, sondern auch erkennen. ebenso in der anatomie: einfach nur die knubbel in der haut abzeichnen ist nicht unbedingt der weg zur soliden figurzeichnung - da gibts kaum sowas wie "zuviel wissen". aber ansonsten sind recht nuetzliche dinge, wenn man nicht nur nach den formen sieht, sondern auch nach den formen, die diese von aussen begrenzen (negative flaechen). oder, ganz pragmatisch, wennman ein anstaendiges, vielseitiges zeichenwerkzeug in der hand hat, das nicht nur linien einer dicke und gestalt ziehen kann, sondern ein weites spektrum von schaerfen, staerken und toenen zustande bringen kann. gutes zeichnen ist anspruchsvoll genug, da braucht man nicht noch ein werkzeug, das gegen einen kaempft. ansonsten gibts noch einige nicht-psychologische werkzeuge, die in manchen situationen recht nuetzlich sein koennen. ein senkblei zum beispiel. :) |
| Creobotra | im zeichnen geht es doch genau darum, um betrug am auge. "ceci n´est pas un pipe" oder so von magritte sei da erwähnt. (mein französisch ist schon unter ner staubschicht) wen ni ch was abzeichne, halt ich mich natürlich an das was ich sehe, aber bau ebenso auf das was ich weiss. gerade bei realistischen zeichnungen, um perspektive und volumen herauszuarbeiten. den oft muss man für eine gute zeichnungen etwas anders darstellen, als es in der real ist, wenn man eben nur eine 2dimensianale zeichnung hat. mit den augen siehts du ja schliesslich 3dimensional, das lässt sich so nicht übertragen. |
| blue_darkness | "ceci n'est pas une pipe" hat ja aber ein ganz anderes thema; dabei geht es darum das die abgebildete pfeife keine pfeife ist sondern nur eine abbildung und nicht um ihre zeichenart und intensität der betrachtung bei der herstellung. es ist ja auch ein unterschied wie man zeichnen möchte, ob man nun genau das ding vor einem zeichnet oder ob man es auf seine weise interpretiert. dabei ist das genaue hinsehen weniger ein zeichentrick als die erkenntnis der renaissance. |
| gekitsu | sicher ist fuer eine naturalistische darstellung eine naehere orientierung am tatsaechlichen dingens noetig. ein sklavisches "nur-abzeichnen" ist allerdings der sicherste weg, eine schlechte zeichnung abzuliefern, da hat creo auf jeden fall recht, da es sich ja gewissermassen um eine uebersetzung aus dreidimensionalem, bewegten sinneseindruck zu zweidimensionaler, starrer darstellung handelt. das wird genauso holprig, wie wenn man deutsch wort-fuer-wort ins englische uebersetzt. und wie gestern ein prof von mir in einer vorlesung sagte, als er gnadenlos am abschweifen war: die fertigkeit ist nicht der ursprung, sondern die bedingung fuer den kuenstler. auch beim abstrakt darstellen ist mengenweise wissen noetig, ansonsten verlaesst man sich in sachen qualitaet nur auf zufallsergebnisse. |
| Kappabani | Hat jetzt nichts mit dem Thema zu tun aber mich würde mal intressieren ob dein Name eine Abwandlung von Duessa aus der Fearie Queen ist. |