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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Angst vor Dummheit
NihasaAngst vor Dummheit, ja, die habe ich. Es ist nicht gleichzusetzen mit Angst vorm Versagen, es ist einfach nur Angst dumm zu sein. Dummheit ist etwas, was man nicht ändern kann. Das macht mir Angst.
Ich zweifle ständig an mir.
Wenn ich wieder einmal merke, was ich nicht weiß, dann bin ich fast am Verzweifeln. Es kommt jemand vor mir auf ein Ergebnis, nach dessen Antwort ich schon Ewigkeiten suche, und wieder denke ich,- oh man bist du dumm. Ich diskutiere mit jemanden und erkenne, dass meine Ansicht Fehler hat. Und schon wieder komme ich mir dumm vor, das ich nicht von selbst darauf gekommen bin. Klar freue ich mich dann, wieder etwas mehr zu wissen, doch es gibt so viele Situationen am Tag, die einem erneut Anlas geben, sich für dumm zuhalten.

Dieser Gedanke und das Wissen wie wenig ich eigentlich weiß, machen Wahnsinnig. Es ist einfach nur deprimierend. Geht das nur mir so?
cursedliebe nihasa,

ehrlich gesagt ging es mir früher genauso wie dir und auch jetzt ist es oft so, dass ich das gefühl habe, zu dumm zu sein, hinterherzuhängen oder einfach zu wenig zu wissen. die anderen halte ich für besser und fähiger und mich selber stelle ich oft in den schatten. nach und nach bessert es sich aber! ich strebe einfach nicht mehr danach alles zu wissen, denn man KANN nie alles wissen. eigentlich muss man gar nicht viel wissen auf dieser welt. was wissen denn die anderen? die welt ist doch nur eine art spielplatz, auf dem wir für eine gewisse zeit gast sind. weißt du alles über den spielplatz wo du als kind gespielt hast? war es nicht trotzdem schön zu spielen und zu lachen? du brauchst kein wissen um zu lachen und um glücklich zu sein. du klingst leider sehr unglücklich :(
aber ich kann dir eins sagen: selbst wenn du alles wissen der welt hättest, würdest du nicht glücklicher sein als zuvor. selbst wenn du alles über das glück weißt ist es ein unterschied, ob du es spürst oder nur aus büchern kennst. alles ist vollkommen, du also auch! das streben nach wissen ist doch eine art wettbewerb ohne ende, dem auch andere unterliegen. was ist denn mit den anderen, denen du dich unterlegen fühlst? in manchen situationen ist es vielleicht genau andersrum, nur merkst du es eben nicht. die frage ist auch: was willst du wissen? was möchtest du wissen und auch: was nützt dir das wissen? wissen ist sicherlich macht -> willst du macht? wissen macht auch angst -> hast du gerne angst? wissen ist nicht gleichzusetzen mit erfahrung -> wisse also nur, was du erfahren hast!
ich gerade auf deine hp und habe mir die erste strophe des gedichtes durchgelesen
"Sieh dich ruhig um
in meiner kleinen Welt.
Sie ist nicht perfekt,
aber hat, was für mich zählt.
Sie liebt die Ruhe,
das unwichtige im Leben.
Sie hat aufgehört
nach Vollkommenheit zustreben."
--
wenn diese welt alles hat was für dich zählt, als die ruhe, die unwichtigen kleinigkeiten im leben, das aufgeben, nach vollkommenheit zu streben (rate mal warum man gar nicht danach streben brauch...), warum stellst du dir dann solche schweren und leidvollen fragen?
du hast sie dir selber schon beantwortet auf dieser seite :)
und das lässt mich erkennen, dass du keineswegs dumm oder dümmer bist als andere. du bist einfach du und das ist schön so!
NihasaZum nachdenken gebracht mit den eigenen Worten... oje

danke. :-)

hm... du hast schon irgendwo recht.

Für mich ist Intelligenz sehr wichtig. Ich will damit nichts erreichen, aber es macht mich dennoch fertig. Ich will Wissen. Ich will einfach alles wissen. Wozu? hm... Ich würde dadurch sicher nicht glücklicher.

"Was wissen denn die anderen?"
Das ist es eben. Einige wissen nichts. Sie sind dumm und sind das noch dazu gerne oder merken es nicht einmal. Zusehen, wie sie in ihrer Dummheit in der Welt herumlaufen und nichts davon mitbekommen, macht mir angst.

Vollkommenheit im Wissen ist unmöglich. Ich strebe im Endeffekt dennoch wirklich danach. hm... *grübel*
curseddu stellst also eine ordinalskala des wissens auf. dich stört die dummheit anderer leute, weil sie nicht sehen, was auf der welt passiert und in ihrer dummheit verharren?
also nach diesen worten dürfte es dich dann auch nicht wundern, wenn andere dich für dumm halten, denn du tust es ja auch...
du bewertest die anderen (zum glück wissen die es nicht), siehst dich selber als opfer, weil du nicht intelligent genug bist.
es ist halt die glückseligkeit der dummheit, dass sie naiv ihr leben bestreiten kann. glaube aber nicht, dass "dümmere" menschen nicht auch probleme haben und sich unglücklich fühlen. jeder hat sein leid. bei dir ist es halt irgendwie der wunsch danach, doch diese vollkommenheit anzustreben.
was würdest du damit tun, wenn du sie erreicht hättest? die gesamte menschheit erleuchten und zeigen, was wirklich auf der welt passiert?
auf der welt passiert aber nur, was auf der welt passiert...
alles was sie sehen würden sind deine gedanken und das ist telepathie.
hmm. also ich möchte dir nicht zu nahe treten und dich nicht kritisieren, ohne mich selber meinen kritikpunkten zu stellen...
ich selber denke auch oft, wie dumm doch andere sind und wie naiv und glücklich sie doch in ihrer dummheit sind!
aber glaub mir: das ist egal! es nicht wichtig, ob die anderen dumm sind oder nicht. lasse sie ihren weg gehen. glaubst du sie haben es leichter? jeder vorteil zieht einen nachteil mit sich. sieh das ganze bitte nicht zu einseitig! ich mache das leider auch allzu oft.
nagut. hoffe du fühlst dich jetzt nicht gekränkt durch mich.
ich werde mich hinlegen und schlafen.
gute nacht skorpion :)
cursednoch ein kleiner nachtrag :)
--
je höher du im wissen steigst, umso kälter wird es für dich werden! sei dir also sicher, dass du das auch möchtest.
vielleicht sehnst du dich nach wärme und kompensierst den mangel durch den wunsch nach noch mehr wissen. wissen wird dich aber nie wärmen!
dein gedicht hat mich gewärmt, vor allem weil es mir gezeigt hat, dass man die meisten antworten schon in sich trägt, sich aber oft nicht eingesteht sie sich selber auszusprechen (oft aus angst vor kognitiver dissonanz :) )
NihasaTeilweise stimm ich dir wieder zu.
Einiges kam aber wohl bei mir etwas falsch rüber.
Ich muß das ganze nochmal durchdenken und versuch dann morgen Abend zum schreiben zukommen.

Liebe Grüße,
Nihasa Naamah
ClytieHallo Nihasa,

woran merkst du, dass andere dumm durchs Leben laufen? Ich kenn das zwar auch, aber vielleicht versehen wir ja etwas unterschiedliches darunter. "Dumm und glücklich", denk ich auch oft, wenn ich andere sehe und merke, dass deren Leben vermeintlich einfacher und schöner ist als meins.

Ich glaub aber nicht, dass dem so ist. Solche Leute haben genauso viele Probleme wie die, die du vielleicht als intelligent einstufen würdest - sie spielen sich nur in anderen Sphären ab. Für sie sind Dinge wichtig oder schön oder schlimm, über die andere nur den Kopf schütteln können - es ist schwierig, da zu vergleichen.

Intelligenz beweist man meiner Meinung nach nicht unbedingt mit viel Wissen. Man kann sich zwar mehr merken und Informationen in kürzerer Zeit aufnehmen, wenn man intelligent ist, doch macht das nicht alles aus. Leute, die in Quizshows auftreten z.B. beweisen für mich auch nie wirklichIntelligenz - sie beweisen höchstens, dass sie viel punktuell auswendig gelerntes Wissen in ihrem Hirn aufbewahren können; das ist zum größten Teil eine Fleißangelegenheit.

Ich hatte mal eine Mitschülerin, die in Fächern, in denen es um Formeln und Rechnen ging, sehr viel wusste. Sie hat zum Abi sogar einen Preis in Chemie gekriegt. Jenseits dieser Fächer war sie jedoch unsagbar dumm - eine Fachidiotin, die sich bis heute passiv verhält und Dinge auswendig lernt, anstatt sich mit ihr auseinanderzusetzen.
An der Uni kannte ich einen Kommilitonen, der ein sagenhaftes Gedächtnis hatte. Der wusste alles - konnte ein Buch überfliegen und den Inhalt komplett wiedergeben. Der hielt Referate, bei dem einem die Ohren schlackerten, weil sie derart ausführlich und arbeitsintensiv waren, dass man sich fragte, wann der Mann denn mal aß oder schlief oder sowas.
Wenn man sich mit ihm außerhalb der Uni unterhielt, stellte er sich als grottenlangweilig heraus. In ihm drin war nämlich nur das, was er sich angelesen hatte - nichts davon war zu einemTeil seiner selbst geworden, sondern alles wie in eine Dose abgefüllt. Er hatte auch keine eigene Meinung zu den Dingen, von denen er sprach (bzw. die er wiedergab) - dazu hätte er sie durchdenken müssen, und dafür war in ihm gar kein Platz mehr. Und vom Umgang mit anderen hatte er erst recht keine Ahnung - Menschen kann man halt nicht mal eben zuklappen und ins Regal stellen, wenn sie langweilig werden.

Das Gefühl, wenig zu wissen und evtl."dümmer" zu sein als andere, kenn ich auch - meine Allgemeinbildung ist z.B. im Bereich Geographie schauerlich, da weiß ich ganz viele alltägliche Dinge nicht. Auch im sozialen Umgang mit anderen Menschen fühl ich mich oft "dumm" und wie ein Elefant im Porzellanladen, weil ich viele Regeln, nach denen bestimmte Dinge ablaufen, nie gelernt habe - sie waren nie wichtig, daher weiß ich sie nicht.

Auf anderen Gebieten, die für mich große Bedeutung haben, weiß ich dagegen eine ganze Menge; ich glaube, sowas hat so ziemlich jeder. Weil man nicht alles wissen kann (auch wenn man dasgerne möchte), muss man sich halt rauspicken, was für einen selbst passt, und das muss sich nicht immer mit dem decken, was andere für wichtig erachten - ich glaube, du richtest dich da ein bisschen zu sehr nach den anderen. Das ist verständlich, denn manchmal wird man komisch angeguckt, wenn man eine Wissenslücke zugibt. Aber die haben andere auch - sie zeigen sie einem nur nicht.

Insofern such dir ruhig raus, was dich wirklich interessiert und scher dich wenig darum, was andere für wichtig halten - wenn alle das gleiche wüssten, wär´s doch langweilig, oder...? Wissenslücken bzw. andere -schwerpunkte können auch interessant machen.

Clytie.
dstarHallo

ähm...vielleicht etwas unpassend, bzw. dumm...

...ein dummer mensch, würde niemals behaupten, das er dumm sei...

mmh...sehr verwirrt, über die eigenen gedanken...

einen lieben gruß

dstar
Senecawie sagt der Volksmund:

Aus Dummheit kann man lernen...!

Genau darum geht es, um's lernen.
Mir hat heute ein Dr. Ing geschildert, wie er damals als als frisch diplomierter Ing. "dumm vor einem Problem stand, das er mit seinem Wissen nicht lösen konnte.
Dieser Situation hat er uns schon mal vorweg ausgesetzt, inden er uns am Anfang das Semesters mit einem Projekt konfrontierte, das anfangs leicht zu realisieren schien.
Heute haben dann die ersten (Ich auch) zugegeben, das wir nicht die nötigen Kenntnisse besitzen, um dieses Projekt wie geplant zu erfüllen.

Dieses "Vorführen" unserer Dummheit, bringt uns erst dazu uns mit Themen zu beschäftigen, die sich ohne die "Überforderung"nicht ergäben hätten...!
TheTurningPointHallo Nihasa,
Angst vor der Dummheit habe ich eigentlich nicht, höchstens vor ihren Folgen. Du solltest Dummheit nicht mit Unwissenheit verwechseln. Unwissenheit kann man ändern, wenn man die Gelegenheit bekommt, neues Wissen und neue Erfahrungen zu sammeln. Dummheit ist aber meiner Meinung nach, wenn man sich weigert, neues Wissen und neue Erfahrungen zu sammeln, obwohl man die Möglichkeit dazu hätte. Dummheit hat etwas mit Ignoranz zu tun. Man sollte vor allem keine Angst vor dem haben, was man nicht kennt ("weiß"). Man sollte Respekt haben - aber keine Angst. Angst lähmt, Angst ist die Mutter der Dummheit. Angst verhindert, neue Menschen kennenzulernen, neue Denkweisen kennenzulernen. Angst voreinander treibt die Menschen in die Isolation, in die Einsamkeit.
Ich habe immer noch ein ganz klein wenig Hoffnung, daß man die Dummheit irgendwie bekämpfen und zurückdrängen kann. Aber ob man es noch schafft, bevor sich die Menschheit ausgerottet
hat - als Folge der Dummheit?
SenecaDummheit im eigentlichen Sinne ist nicht mit Ignoranz gleichzusetzten, sondern bezeichnet für gewöhnlich einfaches "Nichtwissen".
Die Ursanchen können unterschiedlicher Natur sein.
Auch weltoffnheit und ein IQ con 132 schützen nicht vor Dummheit.
Ohne Munition, nämlich Bildung, nutzt das alles nichts, ist lediglich Potential, nicht Potenz.
cursedeigentlich könnte man es als intelligent bezeichnen, wenn man mit den gegebenen lebensumständen und mit sich selbst in reinem steht und daraus das beste macht...
die leute vor 2000 jahren wussten sicher noch nicht, wie man eine dose mit nem elektrischen dosenöffner aufbekommt, weil es weder dosen noch öffner gab :D
das problem ist: es gibt unendlich viel, was wir nicht wissen, weil wir es einfach nicht brauchen, bzw. uns nicht betrifft.
sind wir nicht auch alle dumm, weil wir noch nicht mit warp-antrieb durch wurmlöcher fliegen oder schon andere sonnensysteme besiedeln? es ist einfach nur eine frage nach dem notwendigen. wenn wir tun was notwendig ist und dabei unsere mitmenschen nicht verletzen, dass sind wir vielleicht nicht dumm. im nachhinein kann sich auch die größte intelligenz als dumm entpuppen...
angenommen wir sind so intelligent, dass wir uns alle mit wasserstoffbomben in die luft jagen. die erfindung der bombe war ja durchaus intelligent und hat eine hohe geistige leistung und auch potenz benötigt. die frage ist nur: ist das alles auch nützlich und gut für uns? *g*
Hirogendumm darf man sein, man muss sich nur zu helfen wissen ;-)


mfG


H.

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