| Rosenstaub | Was mich beschäftigt ist diese Frage: Ist der Mensch im Innersten Gut oder Böse? Ich meine, im Allgemeinen sagt man doch das der Mensch gut ist, weil die meisten einfach nichts machen. Aber nehmen wir mal an es würde nur die totale Anarchie herrschen, es gäbe keine Gesetzte mehr die Mord, Raub, Vergewaltigung usw. verbietet und bestraft? Was währe dann? Könnten die Menschen dann weiterhin friedlich leben? Würden sich alle gegenseitig umbringen? Was sind die innersten Instinkte? Beschützen oder Töten? Töten um zu Beschützen? Weglaufen? Was meint Ihr dazu??? Im Stillen Rosenstaub |
| NoName | Guten Abend. Der Mensch gut oder böse ? hmm, der Mensch ist das einzigste Lebewesen , zumindestens bekannte, das sich gegenseitig ohne einen nützlichen Grund gegenseitig umbringt. Dieses sich gegenseitige killen ist nicht notwendig für das weitere Bestehen des Menschen. Soviel zur Rasse Mensch. Ich denke niemand ist von zuhause aus bösartig. Klar der ein oder andere hat schon durchaus auch böse Gedanken in sich. Wie oft hat man schon mal jemanden verflucht oder zum Teufel gewünscht ? Wie oft wünscht man dem anderen die Pest an den Hals und noch gleich 5 Sachen mehr. In jedem von uns steckt gut und böse. In mir, in Dir , Deinen Freunden, Nachbarn usw. Das Kontrollieren der beiden Parts fällt manchen schwer. Wenn jemand die böse Seite nicht unter Kontrolle hat, dann kommt es zum Ausbruch. Mord, Raub, Körperverletzung oder was es sonst noch auf der Welt gibt. Das ganze Leben, ist praktisch eine Selbstbeherschung. Sich im Zaume halten, das man nicht austickt und die Nerven behält. Seine Wut und auch manchmal seinen Haß nicht den absoluten freien Lauf lässt und sich seine Hemmschwelle bewahrt. Das ist meine Meinung zum Menschen über Gut und Böse. Eine interessante Frage wäre noch, würde der Mensch auch so sein, wenn seine Intelligenz gegen Null wär ? Zu den Instinkten. Jedes Lebewesen hat die in sich. Ich habe mal gesehen vor ein paar Jahren, wie ein kleiner Spatz sich todesmutig auf eine Katze stürtze und die so überrascht war und abhaute. Genau so verteidigt auch der Mensch seine Familiem, beschützt sie vor Gefahren. Wie weit ein jeder da geht, hängt auch wieder von der inneren Hemmschwelle ab. Wer weiss wozu man fähig ist. Das weiss man erst wenn man es tut, wie weit man geht. NoName NoName |
| Rosenstaub | Genau das Frage ich mich: Wie ist der Mensch in seinem Innersten, wenn er von keinen Regel, von keinem Gewissen gebremst wird. Wenn er genau das tut was seine Instinkte sagen. Was du sagts stimmt schon, jeder hegt ab und zu böse Gedanken, aber nur die wenigsten machen sie auch wahr. was bewegt sie sie wahr zu machen? Es heißt dann ja meistens sie währen unzurechnungsfährig, aber sind sie das wirklich? Rosenstaub |
| NoName | Ein Grund, um über die Hemmschwelle zu springen könnte sein aus Liebe zu seinem Freund / in, seinen Kindern. Jeder versteht zum Beispiel eine Mutter deren Tochter brutal vergewaltigt und dann ermordet wurde, wenn sie ausrastet und den Täter selbst tötet. Der Freund der seine Freundin beschützen will und tötet. Das sind die Urinstinkte in uns allen. Wenn die Instinkte mit Ihm durchgehen, wird sein Verstand nicht mehr da sein. Er ist nur noch von dem Gedanken beseelt Rache zu nehmen. Jemanden anderen zu schaden. Und dann wirds gefährlich, wenn der Mensch der nur noch instinktiv handelt , das ganze noch mit Einfallsreichtum vermischt. Was kann da alles passieren ? Der Mensch der instinktiv handelt ist überzeugt davon das er richtig handelt und wird sich kaum von seinem Weg abbringen. Er wird seine Taten machen- NoName |
| White_Fang | Zunächst mal gibt es auch „gestörte“ Tiere. Meine Katze hat gestern eine Maus gefangen, zu tote gequält und anschließend den Kadaver liegen gelassen. Sinnloser Mord (falls ein Mord sinnlos sein kann) ist keine Besonderheit des Menschen. Beschäftige dich, NoName, einmal mit Ameisen, und du wirst sehen, dass sie regelrecht Krieg führen. Und in deinem zweiten Beitrag, handelt es sich nicht nur um reinen Instinkt sondern um Affekt. Wird der Täter, von der Mutter unmittelbar nach, oder während der Tat getötet ist es Affekt. Liegen Tage oder auch Stunden, zwischen der Tat und der Tötung, ist es weder Affekt noch Instinkt, sondern schlichtweg Mord. Der Mensch ist in seinem inneren weder gut noch böse, er steht über solche, Dinge. Fast jeder wird wissen das es eine allgemeingültige, abstrakte Moral, wie gut und böse nicht gibt. Fakt ist das Moral einer kultur- und zeitspezifischen Wandlung unterworfen ist. Deshalb ist es auch sehr einseitig zu fragen ob der Mensch „gut“ oder „böse“ ist. In der Natur allerdings, gibt es bei den geistig höher entwickelten Tieren ein äquivalent zu „gut“ und „böse“, mit dem Unterschied das es „Schmerz“ und „Wohlbehagen“ heißt. „Gut“ ist jenes, was einem Wohlbehagen bereitet, „böse“ ist alles was einem Schmerz bereitet. Und das gilt auch für den einzelnen Menschen, sowie für das menschliche Kollektiv. Als die ersten Menschen auftauchten war so etwas wie ein Zivilisation noch nicht vorhanden, genauso wenig wie Gesetzte. Die Menschheit war den Gesetzen der Natur unterworfen, und physiologische gesehen eine Fehlentwicklung, weder besonders stark, noch schnell, noch robust. Um zu überleben mussten die Menschen ihren Intellekt einsetzen. Aber das allein reichte nicht. Sie mussten sich auch in Gruppen organisieren und sich spezialisieren um zu überleben. Das begann, nicht bei dem Menschen sondern schon bei den Affen, die leben auch in Gruppen. Der Mensch ist also genetisch, von seinem Instinkt und seiner Persönlichkeit, dazu prädestiniert in Gruppen zu leben, dass heißt auch sozial zu leben. Das macht ihn aber noch lange nicht zu einem „guten“ Wesen. Aber trotzdem kann der durchschnittliche, einzelne Mensch nicht in Isolation überleben. Aus dem Grunde wird es so etwas wie eine dauerhafte Anarchie nicht geben. |
| paint it black | [QUOTE][i]Original geschrieben von Rosenstaub [/i] [B]Wenn er genau das tut was seine Instinkte sagen. Rosenstaub [/B][/QUOTE] Gute Frage.... und eine ziemlich schwierige noch dazu also ich gehör eigentlich noch zu denen, die an das Gute im Menschen glauben. (noch ;) ) Aber trotzdem glaube ich nicht, das man Gut und Böse einfach so voneinander trennen kann. Denn überall wo etwas Gutes ist, muß auch als Gegenpart etwas böses sein. Und was dem einen zum Vorteil ist, ist einem anderen zum Nachteil. Wenn der Mensch seinen Instinkten gefolgt wäre, und nicht angefangen hätte Intelligenz und Bewußtsein zu erlangen dann wäre er vielleicht doch noch eins mit der Umwelt - so wie die Tiere - praktisch nur töten um zu überleben. Aber andererseits hat ja die Menschheit nichts anderes getan, als ihren Instinkten zu folgen - und was dabei rausgekommen ist sehen wir ja... :( Irgendwie erinnert mich das an ein Buch: "Traumfänger" von Marlo Morgan. (Kennt das Buch hier eigentlich noch jemand ? irgendwie scheint es auch im Buchsalon zu fehlen... dabei ist es ein so geniales Buch) Darin wird auch das Leben der "wahren Menschen" (Aboriginies)beschrieben - die noch völlig im Einklang mit der Natur leben obwohl sie genau so Intelligenz und Bewußtsein entwickelt. Wenn aber jetzt so urplötzlich die Anarchie ausbrechen würde, dann würde ich dieser Welt vielleicht noch ein paar Monate geben.... bei dem ganzen Hass und der ganzen Gewalt übrall um uns herum...sowas mag ich mir eigentlich gar nicht ausdenken. :( |
| NoName | @paint it black Deine Katze, das Beispiel. Eine Katze ist ein Raubtier . Das sie die Maus gefangen hat war eine Instinkthandlung. Das sie nicht die Maus verspeist hat, ist weil Sie satt war. Würde Deine Katze von Dir nicht versorgt werden, würde Sie die Maus mit Heißhunger verspeissen. Die Katze ist nicht gestört. Gestört wäre Sie wenn Sie nicht den Jagdtrieb hätte. Es gibt nicht nur Ameisen die Krieg führen. Du weisst auch das es Revierkämpfe gibt unter Tieren. Was einzig und allein drauf zielt, das Überleben seiner Spezis zu sichern. Und nichts weiter. Und jetzt schau die Menschheit an. Wenn 2 Völker Krieg führen, ist das dazu da um einem Volk das Leben zu sichern. Nein, es ist meistens da um irgendwelche Sachen mit Gewalt durchzusetzen. Und mit den Revierkämpfen, die gibt es auch bei den Menschen und die sind stellenweise lächerlich. Ich empfehle Dir mal die Sendung " Streit um Drei im ZDF. So nun zum zweiten Beitrag. Ich schrieb im ersten schon " Ich denke niemand ist von zuhause aus bösartig " stimme also mit Dir überein. Vielleicht hast mich nicht verstanden, aber es gibt ein schönes Wort das Beschützerinstinkt heisst. Wie weit der dann geht, das bleibt dahingestellt. Der eine verteidigt nur, der andere prügelt und der dritte tötet. Es hängt alleine von der Hemmschwelle ab, die in uns ist. NoName |
| NoName | @ White Fang oh Mensch, da kann man sehen wie mich das Thema beschäftigt. sorry für die Namensverwechselung @paint, ich meinte nicht Dich, entschuldige bitte NoName |
| paint it black | [QUOTE][i]Original geschrieben von NoName [/i] [B]@paint it black Deine Katze, das Beispiel. .... [/B][/QUOTE] ich hab ne katze ? cool... ;) |
| paint it black | *g* ist schon okay hab mich nur gerade etwas gewundert... obwohl ich ehrlich gesagt gegen so nen kleinen streuner hier nichts einzuwenden hätte :) |
| Rosenstaub | Ich meine Mord ist eine Sache für sich. Seit es die Menschheit gibt, gibt es auch Mord. Eigentlich das alltäglichste was es gibt. Traurig. @White_Fang Eigentlich hast du recht, man kann nicht pauschal in gut und böse unterteilen, aber ich meine halt so von der Grundlage her. So im großen ganzen haben wir uns ja recht vernüftig entwickelt (sieht man mal vom 1. und 2. Weltkrieg, Hitler, der Todesstarfe, der Hexenverbrennung, den Atomraketen und der unaufhaltsamen zerstörung der Natur ab :rolleyes: ). Das wir ein Gruppenverhalten haben ist klar, alleine könnte kein Mensch überleben, wir brauchen Gesellschaft und Nähe (siehe Testreihe eines Arztes, der Neugeborene ohne Liebe, Nähe und Kontakt aufzogen lies - sie starben zu 70 % und der Rest war geistig Behindert...). Aber trotzdem hätte ich so gerne eine kurze und prägnante Antwort auf die Frage: sind wir gut oder böse? Im Stillen Rosenstaub |
| Colonaell | Die Menschheit ist eine Plage die ausgerottet gehört... Ich denke das zeigt meinen Standpunkt, Zum Gruße |
| Rosenstaub | @Colonaell das erinnert mich an Matrix, da wurde auch so etwas in der art gesagt, was ziemlich treffend ist... Rosenstaub |
| YelworC | Als Nächstes sollte man erstmal klären, was Gut und was Böse ist. Und schnell stößt man an die Grenzen der eigenen Wahrnehmung und somit an die Möglichkeit, diese Fragen zu einer befriedigenden Antwort zu führen. |
| PopeCereal | Ich mag das Gegensatzpaar "Gut und Böse" nicht sonderlich. Dahinter steckt eine Form von Moral, die mir wegen ihrer oft irrationalen Begründungsversuche für Werturteile nicht sonderlich schmeckt. Ich plädiere stattdessen für das Gegensatzpaar "Gut und Schlecht". Hier ist es nicht möglich, pauschal zu urteilen, sondern man muß in jedem Einzelfall beurteilen, was gut ist und was schlecht, und begründen können, warum das so ist. Wenn z.B. die Katze Mäuse tötet, die ansonsten Nahrungsmittel auffressen würden, ist das gut. Tötet die Katze dagegen vom Aussterben bedrohte Kleintiere, ist das schlecht. Die Menschheit hat ganz offensichtlich mehr Seiten, die schlecht für das restliche Leben auf diesem Planeten sind, als solche, die gut sind... |
| Rosenstaub | [QUOTE][i]Original geschrieben von PopeCereal [/i] [B]Die Menschheit hat ganz offensichtlich mehr Seiten, die schlecht für das restliche Leben auf diesem Planeten sind, als solche, die gut sind... [/B][/QUOTE] Das mag schon sein, seit wir Menschen zivilisiert sind, sind wir tödlich für unsere Umwelt. Aber macht uns das schlecht? Oder kommen wir nur einfach nicht mit unserer Umwelt klar? Ich rede hier ja nicht von irgendwelchem Verhalten, ich rede von unseren Urinstinkten. Sind solche Amokläufer wirklich gestört oder kommen bei ihenen nur die Instinkte durch und überschreiten die Hemmschwelle????? Rosenstaub |
| Colonaell | Tja, ob der Mensch gut ist, ist für mich etwas, was als Tatsache anzunehmen lächerlich ist, folgende Fakten aus meiner Sichtweise: 1. Was die Menschen "Gutes" sehen, Liebe/Freudnschaft/helfen ist meist Egoismus, und endet zumeist in Tragödien 2. (achtung matrixähnlich): Menschen haben ein Problem einfach glücklich zu sein, wenn sie es sind zerstören sie es wieder, um hinterher sich zu bedauern wie unglücklich sie sind... 3.Menschen sind so ziemlich die unsozialste Spezies die den Planeten besiedelt, keine andere Art schafft es sich so effektiv gegenseitig zu vernichten... 4.Ein echter Zusammenhalt zwischen menschen baut sich meist auf, wenn es ein zentrales Feindbild gibt 5. Das bisschen Schöpfungskraft, was der Mensch hat, setzt er rein für destruktive Zwecke ein.... Das nur am Rande |
| Mahsheed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Colonaell [/i] 1. Was die Menschen "Gutes" sehen, Liebe/Freudnschaft/helfen ist meist Egoismus, und endet zumeist in Tragödien[/QUOTE] Wenn man in Kategorien wie der des Egoismus denkt, handelt es sich nicht zumeist, sondern [I]immer[/I] bei allen Taten darum. Der Mensch funktioniert als Einzelwesen und schlägt sich immer als ein solches durch. Seine emotionalen Kontakte, so betrachtet, führt er demzufolge dann auch nur aus egoistischen Gründen. Abgesehen von dieser Kategorie (alles ist geistiges Konstrukt) kann man an der Emotionalität der Menschen dieser auch positive Seiten abgewinnen. Man muss sie vielleicht nur als das non-plus-ultra dessen betrachten, wozu der Mensch in der Lage ist. Und sich darüber freuen, dass er über das a-soziale Verhalten überhaupt hinaus kommen kann. Messlatte niedriger schrauben. Illusionen begraben, Rosarote Brille absetzen. [QUOTE]2. (achtung matrixähnlich): Menschen haben ein Problem einfach glücklich zu sein, wenn sie es sind zerstören sie es wieder, um hinterher sich zu bedauern wie unglücklich sie sind...[/QUOTE] Oder anders herum betrachtet, man mag die eine oder andere Sicht wechseln wie einen Hut: Menschen geht es gut, wenn sie befürchten [I]können[/I], dass es ihnen schon bald wieder schlechter gehen wird. Denn dann haben sie wieder Grund zur Hoffnung, dass es wieder besser kommen wird. Das schafft Zuversicht. Abwechslung. Und erst das Gespür zur Unterscheidung von Glück und Unglück. Ohne Unglück kann kein Glück geschätzt werden. Die Kontraste würden fehlen. Kontraste sind wichtig. [QUOTE]3.Menschen sind so ziemlich die unsozialste Spezies die den Planeten besiedelt, keine andere Art schafft es sich so effektiv gegenseitig zu vernichten...[/QUOTE] Würde jede andere Rasse mehr von dem haben, was Menschen unter Intelligenz verstehen, würden sie es dem Menschen gleich tun. Denn wir sind alle Menschen. Und sind alle Tiere. Mit grundsätzlich gleicher triebgesteuerter Motivation. Zu diesen Trieben gehört in erster Linie derjenige Trieb, im Zweifelsfall als letzter seiner Art bestehen zu bleiben (Ellenbogenprinzip). Diesem Trieb untergeordnet sind Fress- und Sexualtriebverhalten. Diesem wiederum untergeordet betrachte ich den Machttrieb (Revierverteidigung: aus oben genannten Triebgründen) Es gibt sogar immer wieder Menschen, die ihren Verstand dazu einsetzen, sich dieser Motivation zu entheben. Und denen es wenigstens ansatzweise gelingt. [QUOTE] 4.Ein echter Zusammenhalt zwischen menschen baut sich meist auf, wenn es ein zentrales Feindbild gibt [/QUOTE] Dann auf jeden Fall. Der Mensch braucht sein Feindbild. Auch dann zwischen (heterosexuellen) Mann und Frau, wenn es gilt, Partner zu finden. Ohne diese Motivation gingen sich beide deutlich eher aus dem Weg. Auch dann, zwischen allen Menschen (geschlechtsunspezifisch), wenn die Emotionen plagen. Wenn Einsamkeit Oberhand gewinnt Und bös´ gesprochen Egoismus einsetzt, d.h. ein Werkzeug zum Zeitvertreib gesucht wird. Anders betrachtet: (Messlatte tiefer geschraubt) Es ist erstaunlich, dass so egoistische, selbstbezogene, asoziale Wesen wie die der Sorte Mensch überhaupt soziale Kontakte eingehen können, zuweil sogar gebend. Ohne das Zurückgeben einzuklagen. [QUOTE]5. Das bisschen Schöpfungskraft, was der Mensch hat, setzt er rein für destruktive Zwecke ein....[/QUOTE] Leider wahr. Was soll ich immer widersprechen. Im Prinzip sehe ich´s doch genauso. |
| Menedemos | Die Tore zu Himmel und Hölle liegen dicht nebeneinander und gleichen einander aufs Haar. Nikos Kazantzakis, Die letzte Versuchung. |
| Colonaell | @Masheed: Sicherlich kann man versuchen krampfhaft das Gute im menschen zu suchen, oder Rechtfertigungen, daß die Menschheit nicht sooooooooo böse ist bwie ich behaupte... Abert dann schau doch einmal am Tag Nachrichten, und zähle 1.) Wieviele Hiobsbotschaften es sind, 2.) Wieviele Tote man so vorgesetzt bekommt, 3.) Wieviele blutverschmierte Opfer man sieht... Außerdem bin ich ja selbst ein mensch, und weiß wovon ich rede... Und leere mal deinen Posteingang... |
| Mahsheed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Colonaell [/i] @Masheed: Sicherlich kann man versuchen krampfhaft das Gute im menschen zu suchen[/QUOTE] Ja? Wirkte das so? Ehrlich gesagt, kam ich mir bei meiner Argumentation genau so auch vor. Als böge ich verzweifelt an den Gedankengängen, um mich damit Tatsachen entgegenstellen zu können. Dabei will ich mal von der gut-böse-Kategorie verschwinden. Tatsächlich können wir uns selbst ausdenken, wie und was wir denken. Aus diesem Grunde möchte ich wenigstens versuchen, Dinge so zu betrachten. Immerhin "müssen" wir noch eine Weile hier existieren. Was nutzt es uns da unserem egoistischen Selbsterhaltungstrieb, unsere Bewusstheit auf die grausame Wahrheit zu lenken ... Uns zu massakrieren? Uns geht es schlecht. Wir werden verbittert und einsilbig. Warum also dem Leidlichen fröhnen ... Vielleicht gelingt es uns doch noch, die Aufmerksamkeit auf Angenehmes zu lenken. Tatsächlich kann man sein Leben noch anders nutzen. Die kleine Anzahl schaffender Menschen, die sich von den zahlreich überlegenen destruktiven unterscheidet, hat viele schöne Dinge auf der Welt hinterlassen, denen man sich widmen kann. Oder man schafft selbst. Vielleicht schafft man sich seine wenn auch nur gedanklich konstruierte Insel. Von der man das Grauen isolieren oder verarbeiten kann. Und wiederum der zum gleichen Empfinden verdammten Nachkommenschaft ein wenig tröstlichen Reichtum hinterlassen kann. [QUOTE] Außerdem bin ich ja selbst ein mensch, und weiß wovon ich rede... [/QUOTE] Ja, ja. Ich ja auch. [QUOTE] Und leere mal deinen Posteingang... [/QUOTE] Wurde erfolgreich erledigt. Nächster Schritt folgt. |
| Rosenstaub | Also kann man doch im Groben sagen das der Mensch in gewisser Hinsicht nicht gut oder böse ist, sondern einfach nur dumm. Wir würden uns doch alle gegenseitig Umbringen währe da nicht der Lebenserhaltungstrieb... Rosenstaub |
| YelworC | Rosenstaubli.... Das sind Herleitungen und Verallgemeinerungen, die einen erschaudern lassen. |
| Trinity Goth | Hi, ich glaube nicht an Gut oder Böse. Wir Menschen haben alle unsere hellen und dunkelen Seiten, die man nicht von einander trennen kann. Es gibt nur Menschen, die aus dem Gleichgewicht geraten sind und ihren dunkeln Neigung etwas zu viel Raum lassen und so zum Beispiel zum Mörder werden. Ein Beispiel für einen Menschen der seiner hellen Neigung zu viel Raum gibt ist sicher jemand , der mit der Welt überhaupt nicht zurecht kommt und an ihr zugrunde geht - Idealisten leben meisten in dieser Gefahr. Gruss Trinity |
| Fuechsin | "Von Grund aus Gut, von Grund aus Böse" Thema der Reli und Philo Kurse in der jgst 11.... Muss ich dazu noch irgendwas sagen (ausser vielleicht, das ich die jgst 11 besuche...) mit freundlichen Grüßen, fuechsin |
| YelworC | Hab ich doch... Lesen, lesen, lesen... [b][edit][/b] |
| Mahsheed | Menni, YelworC, du sagst doch eigentlich immer kluge und mich interessierende Dinge. Wäre nun noch schöner, wenn du Stellen aufzeigtest, an denen es aus deiner Sicht hakt. Solche Bemerkung (à la "du dumme Dusselzicke", "du dreidimensionales Düsenfurzloch") zerfetzen bloß leider schnell den ganzen Thread und helfen ja niemanden weiter, Denkfehler zu finden. Hm? |
| PopeCereal | Nun, ich möchte mich hier noch einmal zu Wort melden. Ich denke, der Mensch ist weder gut noch böse, sondern einfach nur Mensch, genau wie die Katze Katze ist oder der Regenwurm Regenwurm. Wir sind Affen mit übergroßen Gehirnen, die uns in die Lage versetzen, höhere Ebenen des Denkens zu erreichen, falls wir uns die Mühe machen, aber unter all dem steckt immer noch der Affe. Manchmal nenne ich den Menschen auch einen "verkleideten Affen", denn es scheint mir, daß der Mensch in unserer Zivilisation sich seiner tierischen Natur schämt, die er deshalb versteckt - siehe Nacktheitstabu (welches zum Glück langsam bröckelt). Wir haben eigentlich sehr ähnliche Triebe wie Schimpansen und Bonobos, unsere nächsten Verwandten, wir haben nur höhere, abstraktere Ebenen des Denkens zur Verfügung, um diesen Trieben zu gehorchen, und wir haben diese Triebe zu großen Teilen in unser Unbewußtes verdrängt, von wo aus sie uns wesentlich besser kontrollieren können. Wenn man sich die Mühe macht, sich dieser Triebe bewußt zu werden, sie nicht zu unterdrücken, sondern sie wahrzunehmen, dann kann man wirklich entscheiden, ob und wann man ihnen gehorchen will und in welcher Art und Weise. Soweit zur Motivation menschlichen Verhaltens durch Triebe. Was nun das daraus resultierende Verhalten angeht, so kann dies gut oder schlecht für das Individuum sein, und ebenso gut oder schlecht für andere Menschen. Hier ist es immer eine Frage des Einzelfalles, das Optimum zu finden. Irgendwer kommt immer zu kurz. Es mag manchmal dazu kommen, daß ein einzelner Mensch besonders viel für andere Menschen tut, oder daß er viele Menschen ins Unglück stürzt - wie etwa Gandhi oder Hitler. Das sind jedoch Einzelfälle, die mit der großen Masse der Menschen nichts zu tun haben. Die meisten Menschen werden sehr unbewußt von ihren Trieben gesteuert und sind daher nur in geringem Maße in der Lage, wirklich voll bewußt zu entscheiden und zu handeln - und von denen, die ein etwas größeres Bewußtsein ihrer selbst erlangen, wird nur ein winziger Bruchteil zum Heiligen oder zum Monster. |
| YelworC | Da ich aber schon so kluge und Dich möglicherweise interessierende Dinge gesagt habe, das scheinbar ignoriert wurde, muß ich mir anders Geäug verschaffen. Wenn's mit der Feder nicht geht, dann eben mit dem Hammer. |
| Mahsheed | Mein Gehör, bzw. Geles hattest du vorher auch schon. Hau mal mit dem Faktenhammer auf den Tisch. Mich würde interessieren, an welcher Stelle du Einwände hast. Bezieht sich die vehemente Kritik auf den letzten Beitrag von Rosenstaub? |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von PopeCereal [/i] [B]Ich denke, der Mensch ist weder gut noch böse, sondern einfach nur Mensch, genau wie die Katze Katze ist oder der Regenwurm Regenwurm. ... Wenn man sich die Mühe macht, sich dieser Triebe bewußt zu werden, sie nicht zu unterdrücken, sondern sie wahrzunehmen, dann kann man wirklich entscheiden, ob und wann man ihnen gehorchen will und in welcher Art und Weise.[/B][/QUOTE] Genau SO sehe ich das auch. [QUOTE][B]Soweit zur Motivation menschlichen Verhaltens durch Triebe. Was nun das daraus resultierende Verhalten angeht, so kann dies gut oder schlecht für das Individuum sein, und ebenso gut oder schlecht für andere Menschen. Hier ist es immer eine Frage des Einzelfalles, das Optimum zu finden. Irgendwer kommt immer zu kurz.[/B][/QUOTE] Das heißt also, niemand ist gut oder böse, sondern jede einzelne seiner Handlungen muß danach beurteilt werden, wie sie sich auf andere Lebewesen auswirkt. Und seine Handlungen wiederum sind immer das Resultat von Handlungen anderer, die auf diesen Menschen Auswirkungen hatten bzw. haben. Niemand wird also als Verbrecher, Terrorist, Neonazi oder irgendsowas geboren. Und jedes Lebewesen ist entsprechend der Wirkungen von Umwelteinflüssen (ob von Menschen-Handlungen hervorgerufen oder nicht) in ständiger Veränderung. Alle Versuche, Menschen ein und für alle Mal in Schubladen zu stecken, schaden zwangsläufig ihrer Entwicklung. [QUOTE][B]Es mag manchmal dazu kommen, daß ein einzelner Mensch besonders viel für andere Menschen tut, oder daß er viele Menschen ins Unglück stürzt - wie etwa Gandhi oder Hitler. Das sind jedoch Einzelfälle, die mit der großen Masse der Menschen nichts zu tun haben.[/B][/QUOTE] Das hängt meiner Meinung nach weniger von den Personen selbst ab, sondern mehr von den gerade aktuellen Randbedingungen. Dazu zählt z.B. die Frage, wieviel Macht einem Einzelnen gegeben ist, Handlungen auszuführen, die sich auf eine große Zahl von Personen auswirken. Wenn jemand Zugang zu mächtigen Waffen hat, hat er mehr Macht zu handeln als er sonst hätte. Wenn jemand Befehlsgewalt über eine Armee oder Polizei hat, hat er mehr Macht als andere. Es gilt also, solche Rahmenbedingungen (Gesetze, Machtverhältnisse) zu schaffen, daß Handlungen, die sich positiv auf die Erhaltung des (menschlichen) Lebens auswirken, möglichst ungehemmt wirken können, und Handlungen, die sich negativ auswirken, möglichst stark in ihrer Wirkung gebremst werden. Leider geht der allgemeine Trend im Moment genau in die andere Richtung. :mad: [QUOTE][B]Die meisten Menschen werden sehr unbewußt von ihren Trieben gesteuert und sind daher nur in geringem Maße in der Lage, wirklich voll bewußt zu entscheiden und zu handeln - und von denen, die ein etwas größeres Bewußtsein ihrer selbst erlangen, wird nur ein winziger Bruchteil zum Heiligen oder zum Monster. [/B][/QUOTE] Die Bewußtheit hängt meiner Meinung nach wenig vom Erbgut ab, sondern vielmehr von äußeren Einflüssen wie Familienklima, Erziehung und Bildung, Moralvorstellungen der Gesellschaft, materielle und kulturelle Lebensbedingungen. Der aktuelle Trend geht dahin, daß die Bedingungen für "Heilige" immer schlechter werden, während sie sich zum Heranwachsen von "Monstern" immer besser eignen. |
| YelworC | Es ist gar nicht klar, was Gut und was Böse ist, aber es wird mit den Begriffen hantiert, als ob es fest definierte Größen wären... Dabei sind das keine Zahlen oder Variablen, die man in eine Formel zur Bestimmung der Weltlage einsetzen kann. [b][edit][/b] |
| Mahsheed | [QUOTE][i]Original geschrieben von YelworC [/i] [B]Es ist gar nicht klar, was Gut und was Böse ist, aber es wird mit den Begriffen hantiert, als ob es fest definierte Größen wären... Dabei sind das keine Zahlen oder Variablen, die man in eine Formel zur Bestimmung der Weltlage einsetzen kann. [b][edit][/b] [/B][/QUOTE] Ich nehme an, weil gut und böse Wortschöpfungen sind, Symbole mit einer nur vereinbarten Bedeutung. Die vereinbarte Bedeutung bezieht sich bedingt auf konkrete Inhalte, ist von Religion, Ethik und damit Kulturkreis und Gesellschaft abhängig. Da all diese Komponenten der Zeit und damit dem Wandel von festgelegten Werten unterliegen, variieren selbstverständlich auch die vereinbarten Bedeutungen von gut und böse. Deshalb stellt sich für mich trotzdem noch die überaus interessante Frage, ob es denn Werte gibt, die fest stehen; feste Werte also. Gibt es also ein dem Menschen eingeborenes Wissen um feste Werte? Oder ist alles eine Frage der kulturellen etc. Verankerung? Und hier sind wir an einer Stelle angekommen, wo sich die Geister scheiden werden. Wo manche behaupten werden, die Wissenschaft könnte diese Frage nicht mehr beantworten; es sei die des Glaubens. Und andere wieder werden immer Gegenbeispiele aus verschiedenen Kulturen suchen, die für sie auch nur die geringste angeborene Übereinstimmung von Werten widerlegt. An dieser Stelle wird es für mich interessant. |
| YelworC | Oh super, meine Meinung zu einer bestimmten Person wurde zensiert... Hier nochmal: Mich kotzt es an, wenn mir jemand seine Meinung aufdrücken will, wie es Rosenstaub getan hat. [[i]Das mag ja sein. Trotzdem kann man sich vernünftig ausdrücken, ohne beleidigend zu werden! Kein weiteres Kommentar. - Administration[/i]] Ich denke, daß alles, was der Mensch geschaffen hat, um sich und seine Umwelt beschreiben zu können, um seine Umwelt greifbar zu machen, nicht dem entspricht, was eigentlich ist. Gut und böse, schön, schlecht, warm, kalt, schwarz, weiß, alles Wörter, denen eine starke Simplifikation zu Grunde liegt. Und so schleicht sich diese auch in solche erbärmlichen Threads ein, in denen mit Schwarz und Weiß jongliert wird, ohne zu wissen: Ja, ist das überhaupt schwarz? Ok, vielleicht braucht der Mensch diese Vereinfachungen, um nicht durchzudrehen, um sich geborgen zu fühlen, um von der Komplexität des Seins abzulenken. Er glaubt zu wissen, morgens geht die Sonne auf und abends geht sie unter. Komplexe Vorgänge verpackt in eine einfache Wortgruppe. Wenn man allerdings, wie hier, versucht, dem Wesen des Menschen auf den Grund zu gehen, kann man nicht von einer stark vereinfachten, verallgemeinerten, momentangesellschaftlichen Größe ausgehen und dann zurück in die philosophische Entstehungsgeschichte des Menschen reisen. Das ist grober Unfug. |
| Falkenmond | @ mahseed so aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass es ehr keine festen Werte gibt, sprich, dass Gut und Böse rein gesellschaftlich definiert sind. Allerdings gibt es glaube ich schon Dinge, die dem Menschen angeboren sind, z.b. den Selbsterhaltungstrieb. Ich weiss jedoch nicht, ob es Sinn macht, diesen einer Unterscheidung in Kategorien wie Gut und Böse zu unterziehen. |
| Mahsheed | [QUOTE][i]Original geschrieben von YelworC [/i] Mich kotzt es an, wenn mir jemand seine Meinung aufdrücken will, wie es Rosenstaub getan hat.[/QUOTE] Komm langsam wieder runter. Was nutzt es, sich ewig in etwas zu verrennen ... Du hast da eine Idee, nichts weiter als eine Idee. Du behaftest den Inhalt R.´s komplexer Gedankenäußerung mit nur einer von dir festgelegten Bedeutung. Der Idee, R. wolle dir auf der Meta-Ebene ihre Meinung aufzwängen. Bei dem Verrennen in diese engstirnige Wut vergisst manch einer wohl das einzig Konstruktive, was zu tun wäre ... Die Diskussion, die Argumentation. Deine Interpretation ihrer Worte scheinst du wiederum für die einzige und unantastbare Wahrheit zu halten. Tust du damit nicht dasselbe, was du den Hintergrundignoranten in deinem Text vorwirfst? [QUOTE] Ich denke, daß alles, was der Mensch geschaffen hat, um sich und seine Umwelt beschreiben zu können, um seine Umwelt greifbar zu machen, nicht dem entspricht, was eigentlich ist. Gut und böse, schön, schlecht, warm, kalt, schwarz, weiß, alles Wörter, denen eine starke Simplifikation zu Grunde liegt. Und so schleicht sich diese auch in solche erbärmlichen Threads ein, in denen mit Schwarz und Weiß jongliert wird, ohne zu wissen: Ja, ist das überhaupt schwarz? [/QUOTE] Dass als Grundlegung eine Beleuchtung der begrifflichen Konstrukte vollzogen werden muss, steht außer Frage, will man sich in gewohnter, üblicher, geordneter Struktur (auch diese entsteht durch konventionelle Vereinbarungen, wie du sagst, aus dem Drang heraus, die Dinge zu ordnen) einer Analyse widmen. Diesen Einwand halte ich für berechtigt. Deshalb hast du das jetzt auch nachgeholt. Eine Kommunikation wird aber immer scheitern, So ist sie nun mal angelegt. Kommunikation beruht nun mal auf Zeichen. Hier in unserem Fall auf Schriftzeichen, auf Wörtern, die allesamt mit Bedeutungen besetzt sind. Diese Bedeutungen geben zum einen niemals Wirklichkeit spiegelgleich wieder. (Schon allein, weil wir die Wirklichkeit nur mit den Möglickeiten unserer Wahrnehmung nur wie durch einen Filter gerade mal erahnen und fehlinterpretieren können.) [I]Begriffsäußerungen sind immer pauschal. [/I] (Weil ich während ich das Wort "Baum" benutze, nicht noch beiliegend erklären kann, wie ich mir diesen Baum genau vorstelle. Ob es sich um ein Nadelholz, um einen großen, kleinen, einheimischen etc. handelt) [I]Meine Dechiffrierung des Begriffes, den ein Gegenüber äußert, wird sich in ebenso pauschaler Weise vollziehen.[/I] [B][I]Den Anspruch auf darstellende Wirklichkeit wird Kommunikation also nie erfüllen können. [/I][/B] Soll Kommunikation diesen Anspruch denn erfüllen? Wenn dem so wäre, wenn diese Forderung also bestünde, bräuchte kein Mensch mehr die Lippen zu einem Wort, die Finger zu einer Schreibbewegung formen. Die Forderung, nur ausgereifte, weise und hochgradig intelligente Meinungen mit 100%igem Wahrheitsgehalt dürften geäußert werden, zöge ein endloses allseitiges Schweigen nach sich. [QUOTE]Ok, vielleicht braucht der Mensch diese Vereinfachungen, um nicht durchzudrehen, um sich geborgen zu fühlen, um von der Komplexität des Seins abzulenken. Er glaubt zu wissen, morgens geht die Sonne auf und abends geht sie unter. Komplexe Vorgänge verpackt in eine einfache Wortgruppe. [/QUOTE] Anders wird es mögicherweise nicht gehen. Um gemeinsam nach Art der Menschen existieren zu können, scheint der Mensch Ordnungen zu brauchen. Sein Hirn kann ohne Vorgeordnetsein vielleicht nicht arbeiten. Und arbeitet auch nur in der Weise, als dass es neue Ordnungen schafft. Und Verknüpfungen zu bekannten Ordnungen sucht. Um zu systematisieren. Sein Chaos an Wahrnehmungswust in konsumierbare Häppchen zu schneiden, die er erst dann in ihrer Größe überblicken kann. Vielleicht stelle ich mir das so vor: Jemand streut eine Tüte Gummibärchen vor mir aus und stellt mir die Aufgabe, die Anzahl der Bären zu zählen. Naja, ohne mir Grüppchen von Bären (vielleicht nach Farbe oder einer best. Anzahl geordnet) zu legen, würde mir das simultane Erfassen solcher Mengen wohl nicht gelingen. [QUOTE] Wenn man allerdings, wie hier, versucht, dem Wesen des Menschen auf den Grund zu gehen, kann man nicht von einer stark vereinfachten, verallgemeinerten, momentangesellschaftlichen Größe ausgehen und dann zurück in die philosophische Entstehungsgeschichte des Menschen reisen. Das ist grober Unfug. [/QUOTE] An der Stelle bist du nun gefordert. Wie geht´s jetzt weiter ... ? |
| Mahsheed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Falkenmond [/i] so aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass es ehr keine festen Werte gibt, sprich, dass Gut und Böse rein gesellschaftlich definiert sind.[/QUOTE] Warum gibt es deiner Meinung nach keine "universelle" Ethik, die dem Menschen eingepflanzt ist? [QUOTE]Allerdings gibt es glaube ich schon an Dinge, die dem Menschen angeboren sind, z.b. den Selbsterhaltungstrieb. [/QUOTE] Könnte denn nicht theoretisch eine angeborene Ethik diesen Trieb zur Selbsterhaltung unterstützen? [QUOTE] Ich weiss jedoch nicht, ob es Sinn macht, diesen einer Unterscheidung in Kategorien wie Gut und Böse zu unterziehen.[/QUOTE] Finde ich völlig schwierig, diese Frage. Vielleicht nicht dieses religiös angehauchte gut - böse - Schema. Eher vielleicht Dinge, die es zu unterlassen jedem bekannt sind. Die in jedem, wenn er sie tut, ein seltsames Gefühl erwachsen lassen, man spricht wohl vom "schlechten Gewissen". Weil wir nichts anderes als anders entwickelte Tiere sind, möchte ich auf ein Beispiel aus dem Tierreich zurück greifen. (Das ich an anderer Stelle schon mal angebracht habe ... So ist das halt mit der Einfallslosigkeit) Ein Schimpanse klaut seinem Kollegen die Banane. Er tut das verdammt heimlich. Weil er scheinbar weiß, dass das seinem Partner gar nicht gefällt. Nachdem er das Bananenteil in den Händen hat, macht er sich äußerst geschwind vom Acker. Sowas haben vielleicht schon mehrere von euch beobachten können. Wie erklärt man das? Könnte das etwas mit dieser "inneren Ethik" zu tun haben? |
| YelworC | Im Prinzip ist es egal, ob man sich fragt: Ist der Mensch gut, oder böse? oder Ist der Mensch groß, oder klein? Es sind alles Wechselbeziehungen, die ohne einander nicht funktionieren können. Tod - Leben, schön - häßlich, gut - böse, süß - sauer, intelligent - dumm, magnetischer nordpol - magnetischer südpol, absolute wahrheit - wahrnehmung. Die Welt funktioniert nur durch diese Gegensätze und deren unendliche Verkettung. In einer unendlichen Kette von Leben und Tod, bzw. von Entstehen und Vergehen stellt sich die Frage, was nun zuerst da war, das Huhn oder das Ei, gar nicht. Oder sagen wir mal so, man erhielte, wenn man sie denn stellen würde, keine zufriedenstellende Antwort. Ebenso verhält es sich mit den Gegensätzen. Wer zuerst da war, läßt sich gar nicht beantworten. |
| Rosenstaub | [QUOTE][i]Original geschrieben von YelworC [/i] [B]Hier nochmal: Mich kotzt es an, wenn mir jemand seine Meinung aufdrücken will, wie es Rosenstaub getan hat. [/B][/QUOTE] Ich habe dir nie meine Meinung aufgedrückt. Warum sollte ich? Mich interessiert das Thema und das was andere darüber denken. Ich weiß selbst nicht wie es ist, weil es eigentlich keiner wissen kann. Man kann sich nur immer und immer wieder in Hypothesen verstricken. Das weiß ich jetzt. Deshalb ziehe ich mich aus diesem Thema zurück. So ist zumindest MEINE Meinung. Und YelworC: Du hast es doch nicht wirklich nötig persönlich zu werden. In Stille Rosenstaub |
| YelworC | Das stimmt, das brauch ich nicht. Tu ich auch nicht. Wie auch? Es ist das Internet. Unpersönlicher geht's kaum. |
| Falkenmond | @ mahseed so, hat etwas gedauert bis ich zum Antworten komme. Warum ich glaube, dass es keine universelle, eingepflanzte Ethik gibt? Weil sich Ethik Vorstellungen in verschiedenen Zeiten und Gesellschaften einfach zu sehr unterscheiden. Könnte denn nicht theoretisch eine angeborene Ethik diesen Trieb zur Selbsterhaltung unterstützen? Wenn ich mir es nochmal genau überlege, weiss ich nocht nicht mal ob ein Trieb zur Selbsterhaltung angeboren, sondern auch erlernt ist. Ich denke da an kleine Kinder, die keine Angst vor "grossen Höhen" haben, auch vor solchen nicht, die lebensgefährlich wären, wenn sie herunterfallen würden. Die Angst davor wird Ihnen erst von den Eltern (oder von anderen Erwachsenen anerzogen). Das Beispiel mit den Affen hakt für mich etwas, da auch Tiere Verhaltensmuster erst erlernen. Besonders Affen. Und auch da kommt es auf die Umgebung an. Affen in Zoos erlernen z.b. ganz andere Verhaltensmuster als in Freiheit lebende Artgenossen. Allerdings denke, ich dass es generell problematisch ist, das Verhalten von Menschen und Tieren zu vergleichen (und nicht nur weil das etwas ist, was rechte Anthropologen und Soziologen gerne machen). Ganz schrecklich finde ich in diesem Zusammenhang Konrad Lorenz mit seinen Graugänsen. *schauder* Du sprichst das schlechte Gewissen an. Ich denke, gerade das Gewissen ist etwas, das von gesellschaftlichen Zwängen genährt wird. Kleine Kinder wollen ja auch immer wieder einfach Sachen aus Supermärkten mitnehmen, also nach unserer Auffassung stehlen. Es wird ihnen dann solange gesagt, dass das nicht gut, ist, bis sie es (naja, zumindest in den meisten Fällen lassen). |
| PopeCereal | Was heißt "Verhaltensweisen von Menschen und Tieren"? Das heißt "Verhaltensweisen von Menschen und _anderen_ Tieren", denn auch der Mensch ist ein Tier. Auch wenn der Mensch eine Reihe von Fähigkeiten besitzt, die er mit keinem anderen Tier teilt, ist er dennoch ein Tier. Es ist auf jeden Fall klar, daß Menschen in stärkerem Maße geprägt werden als die meisten anderen Tiere, daß sie wesentlich weniger festgelegt sind. Gut und Böse sollte man daher als gesellschaftliches Phänomen sehen. Interessant dabei ist, daß es viele Gesellschaften gibt, die einen derartigen strikten Dualismus nicht kennen, und andere, bei denen er wesentlich stärker ausgebildet ist als bei uns. Es ist auch so, daß in unterschiedlichen Gesellschaften unterschiedliche Verhaltensweisen als gut oder böse gelten. Somit ist die ursprüngliche Frage dieses Threads völlig hinfällig, da Gut und Böse nicht Bestandteil der ursprünglichen Natur des Menschen sind. |
| Evil | Na ja wenn mancher Glaube denkt das es gut ist mit einem Flugzeug in ein Gebäude zu stürzen um tausende ahnungsloser Menschen in die Luft zu jagen ist das schon beängstigend. Menschen zu töten ist bestimmt für die Meisten unmenschlich. Der Mensch ist eigentlich grausam und doch irgendwie human. Er ist so ein Zwischending. Am schlimmsten find ich wenn die Tiere unter uns leiden müßen... |
| YelworC | und die Blumen.... |
| Mahsheed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Falkenmond [/i] [B]@ mahseed so, hat etwas gedauert bis ich zum Antworten komme. [QUOTE][B]Warum ich glaube, dass es keine universelle, eingepflanzte Ethik gibt? Weil sich Ethik Vorstellungen in verschiedenen Zeiten und Gesellschaften einfach zu sehr unterscheiden.[/QUOTE][/B] Ich dabei denke besonders an das Beispiel: Mord (an Menschen). "Du sollst nicht töten", heißt es in der Bibel, in den 10 Geboten, der Essenz. Mord gilt derzeit überall auf der Welt (je nachdem von wem verübt) als einer der größten Straftatbestände und obskurerweise als eine der größten Strafen. Auch Atheisten oder Agnostiker werten Mord negativ. (oder positiv - befriedigend. Aber als Teil des strafenden Racheaktes) Woran das liegen mag ... Das lässt sich schlecht oder sogar nicht beweisen und herleiten, (tatsächlich eine Frage wie der nach der Reihenfolge von Henne und Ei) Zwar spielt in Deutschland zum Beispiel die Kirche nicht mehr die große Rolle, die sie vor langer Zeit mal spielte ... Ihre geschaffenen Werte aber sind tief und fest in uns verwurzelt. Wir [I] können [/I] uns aus dieser Verwurzelung gar nicht lösen! (bzw. Fragezeichen!) Ich kann nicht beurteilen, ob wir verwurzelt sind oder nicht. Woher auch ... Wird man doch stets auch Spiegelbild des Spiegels der Menschen, die einem von Anbeginn der Geburt an diesen Spiegel der vorhandenen Ordnung permanent orientierend vor Augen halten. Man hat die Welt nie mit freiem Blick betrachten können. Stets gespiegelt. Ohne Spiegel, Ohne die anderen Menschen, (fürchten manche) könnten wir nicht sein. Hätten wir nicht mal eigenes Bewusstsein. Keine Identität. Ob das stimmt? Und wer kann belegen, dass selbst Kanibalen Mord an ihresgleichen nicht allein als hungerstillenden, sondern auch als strafenden Akt bewertet haben ... [QUOTE] [B] Trieb zur Selbsterhaltung [...] auch erlernt [...] Ich denke da an kleine Kinder, die keine Angst vor "grossen Höhen" haben, auch vor solchen nicht, die lebensgefährlich wären, wenn sie herunterfallen würden. Die Angst davor wird Ihnen erst von den Eltern (oder von anderen Erwachsenen anerzogen). [/QUOTE][/B] Ich denke, dass der Trieb auf jeden Fall [I]da[/I] und auch [I] angeboren[/I] ist. Um auf das Beispiel mit den Kindern zu kommen ... Sie haben diesen Selbsterhaltungsrieb in sich. Doch können sie ihn nur soweit ausleben, wie sie wissen, an welchen Stellen Gefahren auf sie lauern. Wenn sie einen Abhang noch nicht gelernt haben, als lebensbedrohlich einzuschätzen. Kann der Selbsterhaltungstrieb auch nicht einsetzen. Würde er aber ... Das zeigt sich daran, dass sie, sobald sie um die Gefahr wissen, solchen Gefahrenzonen mit ganz anderem Respekt begegnen. ... Sobald beispielsweise ein Kind von einem Hund gebissen wurde ... Wird es den Hund nicht mehr als ausschließlich "gut" bewerten, sondern auch die Kategorie "böse" (grobschematisch) auf ihn anwenden. Was sich wiederum mit der aufgestellten Hypothese decken könnte ... Dass diese Schematisierung gut/böse mit dem Trieb zur Selbsterhaltung verquickt sein könnte. [B][QUOTE]Das Beispiel mit den Affen hakt für mich etwas, da auch Tiere Verhaltensmuster erst erlernen. Besonders Affen. Und auch da kommt es auf die Umgebung an. Affen in Zoos erlernen z.b. ganz andere Verhaltensmuster als in Freiheit lebende Artgenossen. [/B][/QUOTE] Dieses Wissen um die Strafe beruht auf gelernten Erfahrungen, absolut. Wobei ich mich frage, Ob lernen wiederum dem Selbsterhaltungstrieb dient. Ohne dazu zu lernen, Ist der Affe nicht überlebensfähig. Zumal ab dem Zeitpunkt, wenn er aus der Obhut seiner umsorgenden Mutter entlassen wird. Die einfachste Unterteilung ist doch die in "gut"/"böse". Geht doch sinngemäß konform mit "angenehm(e)" und "unangenehm(e) (Konsequenzen haben könnend)" [B][QUOTE]Allerdings denke, ich dass es generell problematisch ist, das Verhalten von Menschen und Tieren zu vergleichen (und nicht nur weil das etwas ist, was rechte Anthropologen und Soziologen gerne machen).[/B][/QUOTE] Das halte ich dagegen für sehr wichtig. Der Mensch ist auch nur ein Tier. Ich denke, ein Vergleich mit weniger spezialisierten Lebewesen ohne ZNS würde an dieser Stelle extrem haken. Aber aus dem Auge verlieren werde ich diesen Umstand gerade bei dieser Diskussion nicht, um "auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben". Freundliche Grüße von Mahsheed |
| Mahsheed | Hier mal im Zusammenhang befindliche Zitate, zu welchem mich eure Gedanken interessieren: [I] "Es ist bedeutungslos, ob die Welt zugrunde geht." "Das wichtigste von allem ist Schönheit!" Für nichts anderes lohnt es sich, sich emotional zu ereifern. Und trotzdem scheinen sich die meisten zu bemühen, das Schöne durch sowas wie Moral zu entstellen. Schön und hässlich lässt sich ein einem sehr kindlichem Sinn gebrauchen, auch, um Worte wie "gut", "böse", "richtig" oder "falsch" zu vermeiden." "Serienmörder treffen eine Entscheidung darüber, ob sie Teil einer Gesellschaft sein wollen oder diese nur als Objekt ihrer Triebe ansehen wollen und entschließen sich planvoll und gewissenhaft für letzteres. Sie stehen jenseits von Gut und Böse und folgen allein ihrer eigenen Moral." "Dinge sind entweder gut oder schlecht, und zwar genau in dem Augenblick, in dem sie geschehen."[/I] |