| Daimon | Mir geistert schon geraume Zeit einiges durch den Kopf. Es fing ganz harmlos an; ich schmunzelte über einen Text der wirklich schwer zu lesen war, weil der Verfasser/die Verfasserin eben diesen Text mit Fehlern gespickt hatte. Ich habe mir nichts weiter dabei gedacht ... eine Zeit lang. Jetzt sehe ich es fast überall und das macht mir wirklich Angst. Aus 'Illusion' wird 'Elosion' 'ihr seid' wird 'ihr seit' 'standard' wird 'standart' 'sieh es' wird 'seh es' 'interesse' wird 'intresse' etc. Und das sind nur die harmlosen Beispiele. Sicherlich macht jeder mal Fehler, das ist normal. Aber wenn sich das in Texten so verschärft, das man nicht mehr versteht, was betreffender Person sagen will, kann ich nur den Kopf schütteln. Eines Tages hätte ich mich vor Verzweiflung vor ein Auto schmeissen können - ich lernte jemanden kennen der Absichtlich alles falsch schrieb: Als Auflehnung gegen die Schule, die Eltern und die Gesellschaft. Ich wiederhole hier nicht die Diskussion, die daraus entsprang. Aber es folgte ein Wortwechsel mit Thesen und Beispielen meinerseits und absoluter Ignoranz auf der anderen Seite (immer die gleichen Ausreden wiederholend). Steigere ich mich da in etwas hinein ? Kennt ihr das auch? Was sagt ihr dazu? Ich würde gerne von euch etwas dazu lesen und hoffe das Thema wird nicht ignoriert. :) P.S.: Für Rechtschreibung übernehme ich keine Gewähr. Aber ich lasse gerne mit mir darüber reden :) |
| Desdemona | also ich weiss nicht man schreibt alles falsch um sich aufzulehnen?? na ich meine eher, das man diesen menschen für dumm halten wird und ansonsten glaub ich eher an eine verdummung der gesellschaft es ist eine zeit wo die menschen an alles andere denken, wie vergnügen und freizeit, als ihren geist zu beleben und zu erweitern |
| decay73 | mit der verdummung der gesellschaft muss ich dir recht geben. meiner meinung nach macht vor allem das fernsehen zu viel kaputt. ich habe gerade urlaub und mir einen fernseher ausgeliehen. ich bin entsetzt, was da geboten wird. und wenn es mein fernseher wäre, hätte ich ihn schon aus dem fenster geschmissen...*g* es gibt zwar auch gute und interessante kanäle (phönix, arte, etc.), aber die werden kaum wahrgenommen. da ist doch dieses board eine wirklich löbliche ausnahmeerscheinung! ~decay~ |
| autumnnight | vielleicht hat diese fehlschreibung ja etwas mit den verschiedenen dialekten zu tun.. eine freundin von mir, die in franken (= nürnberg) wohnt, schreibt auch immer "ihr seit", da die dort das halt einfach so aussprechen und daher denkt sie wohl, man schreibt es auch so.. ich finde das nicht gut.. ich suche nur für dich nach einer möglichen erklärung.. aufstossen tun mir diese offensichtlichen rechtschreibfehler auch immer und sofort.. hier im büro schreibt jemand immer "Orgenal" auf die Rechnungen, wenn sie damit ausdrücken will, dass es sich bei dieser rechnung um das ORIGINAL handelt.. mir graust es auch jedes mal.. ich schiebe das auf unbildung.. unwissenheit.. was auch immer.. aber das ist bestimmt keine absicht.. ich hatte früher den tick, dass ich in dem icq-ding immer "fideo" statt "video" schrieb.. und "tellifon" statt "telefon".. warum? ich fand einfach, dass das lustig aussah.. aber da ich inzwischen bemerkt habe, wie zum schreien ärgerlich solche rechtschreibfehler sind, lass ich das.. gruss durch die republik, autumnnight |
| F-Dik | wir schreiben einfach unsere Schrift weiter. Sie ist nicht falsch, sie wird vieleicht bald als eine Edle Schrift anerkannt. Im Vergleich zum Mittelalter hat sich die Schrift schon verdammt verändert. Und kaum einer beherscht diese Schrift noch. Also sollten wir einfach die unsere Schrift beibehalten. Heute sind die gegebenen Beispiele noch falsch. Aber wenn immer mehr Menschen sie benutzen, dann gelten sie als richtig. Z.B. "einzigste" es gibt keine Steigerung von Einzige. Aber jeder sagt es schon. Man erkennt die Gelehrten daran, dass sie es nicht sagen. Und ich denke, die Gesellschaft kann von mir aus schreiben was sie will. Ich schreibe das was ich gelernt habe und bleibe dabei. |
| Sheileena | Also die Rechtschreibung an sich ist ja so eine Sache. Besonders die Neue. Da prügelt man sich irgendwelche schweren Fremdworte ein, bis man selbst deutsche Worte verfremdet und nun wird alles eingedeutscht... Aus diesem Grund verstehe ich auch, dass manche Probleme mit der Rechtschreibung haben. Mir graust es dafür vor Grammatik (Zusammen oder getrennt, dass oder das und natürlich die Sache mit den Kommas.). Aber aus Protest alles falsch zu schreiben... Logisch an die Sache rangegangen bringt diese Auflehnung rein gar nichts. Von intelligenteren Lebewesen wird man so als Idiot abgestempelt. Für weniger begabte wird man zum unfreiwilligen Vorbild für falsche Rechtschreibung, denen das nicht einmal bewusst ist. Und dem eigentlichen Zweck, der Auflehnung, kommt man zwar nach, erreicht aber nichts. @ autumn: Sicher haben Dialekte einen gewissen Einfluss auf die individuelle Rechtschreibung. Wir Sachsen, zum Beispiel, vergessen öfter mal den Buchstaben "T" am Ende des Wörtchens "nich(t)". Aber wenn man sich zusammenreißt, reduziert man diese Fehler auf ein Minimum. Wie kommt denn das, wenn man in einer Bewerbung alles falsch schreibt? Und im Privaten absichtlich Fehler zu machen, hilft nur, sich die falsche Schreibweise anzugewöhnen. In diesem Sinne... auf bald, Sheileena. |
| autumnnight | @ sheileena ja.. das mit den dialekten ist wahrlich nicht einfach.. ich denke da nur an meine arbeitskolleginnen und -kollegen in bayern zurück: wir wollten nur mal EINEN tag lang dialektfreies deutschs sprechen.. schriftsprache.. tagesschaudeutsch.. wie immer man das bezeichnen will.. und was meinst du? haben sie es geschaft? *mööööp* falsch!! anita hielt es keine stunde aus und fiel wieder in ihren dialekt zurück, wobei sie nicht mal dieses "typische" bayerisch sprach.. ich hab mich köstlich amüsiert.. obwohl es eigentlich eher traurig ist.. dialekte sind ja schön und gut und sollten auch erhalten bleiben.. aber trotzdem ist es für mich ein muss, die deuschte rechtschreibung mehr oder weniger gut zu beherrschen und auch ein dialektfreies deutsch sprechen zu können.. als ausländerin hab ich hier das problem nicht, da ich ohnehin nicht in meinem dialekt sprechen kann.. (ich glaube nicht, dass meine karlsruhe-bekannten mich vollkommen verstehen würden, wenn ich mit meinem zürichdeutsch loslegen würde.. *zwinker*) und ich wollte für das falsche schreiben aufgrund des dialektes keine entschuldigung suchen sondern lediglich eine erklärung.. liebe grüsse durch die republik, autumnnight |
| Daimon | Das 'Orgenal'-Beispiel von autumnnight trifft es genau. Ich kann über das fehlende 't' bei 'nich' ganz gut hinwegsehen, das meinte ich nicht mit 'falsch schreiben', das t lassen nicht nur die Sachsen weg *g* :) Ansonsten, ja ich werde versuchen mein 'Hochdeutsch' so beizubehalten - schriftlich wie mündlich. Vieles ist beängstigend, es wird quasi über Nacht zum Standard: Siehe Apostroph-S !!! Die Existenz verdankt das Apostroph-S dem Auslassungszeichen [B]'[/B] Allerdings wird es heute in nahezu allen Worten falsch geschrieben CDs wird zu CD's, Martins Buchladen wird zu Martin's Buchladen, etc. die Beispiele sind erschlagend genug ... vor allem wenn auf Chipstüten Chip's steht ... Und im Gegensatz dazu wird 'wirds' statt 'wird's' von 'wird es' geschrieben. Ja, die Sprache lebt, aber wenn sie sich durch DUMMHEIT verändert bin ich nicht dazu bereit sie zu akzeptieren. Weshalb ich auch nicht die neue Rechtschreibregelung annehme ;) |
| Clytie | Mich gruselt´s in letzter Zeit immer öfter, wenn ich fernsehe oder Radio höre (z.B. im Auto, weil mein Cassettenteil nicht funktioniert *grml*) - Moderatoren und sogar Nachrichtensprecher können keine Fälle mehr. Dass man den Konjunktiv langsam vergisst und vile Leute die entsprechenden Formen nicht mehr kennen, mag ja noch angehen (finde ihn selbst oft unpraktisch). Aber ich höre oft "Viel Spaß mit Antenne das Radio" (*gnarl* *ächz* - da rollen sich einem echt die Zehennnägeln hoch, wie bei dem Sender überhaupt), oder man gedenkt den (statt der) Toten irgendwo. Vor allem bei den Privatsendern ist das zu beobachten - passen sich wahrscheinlich dem Sprachnieveau eines Großteils ihrer Klientel an... Clytie. P.S. Lustig find ich dagegen, beim Schlachter zu gucken, wie dort das Wort "Koteletts" geschrieben wird. Und es gibt viele Varianten "Margeriten" zu schreiben... ;) |
| Menedemos | Also ich würde dem Wegfall des Konjunktivs und der Deklinationen nicht hinterhertrauern. Sicher, als Purist der deutschen Sprache wird einen das stören, aber wenn man es von der praktischen Seite aus betrachtet, sind beide Grammatikerscheinungen überflüssig geworden. Der Trend geht weg von synthetisierenden hin zu analytischen Sprachen. Und mit der Verwendung der Präpositionen brauchen wir eigentlich die archaischen Fälle nicht mehr. Das Englische und die romanischen Sprachen haben diese Entwicklung längst hinter sich. Das Deutsche hinkt dieser Tendenz nur etwas hinterher. @ autumnnight Also da muß ich als Franke aber widersprechen. Erstens gibt es auch in unserem Stamm einige wenige Medizinmänner, die die korrekte Rechtschreibung beherrschen... ;) Und zweitens sagen wir nicht "seit" statt "seid". Vielmehr sagen wir immer "d" und unterscheiden nicht zwischen "d" und "t". Übereifrige glauben dann halt oft, sie müßten in der Schriftsprache möglichst oft "t" verwenden. In der Grundschule lernen wir übrigens: "Es gibt ein WEICHES und ein HARTES 'DE'!" Ich denke, die Bezeichnungen "weiches de - hartes te" gibt es wirklich nur für die Franken, oder kennt das sonst noch wer??? :rolleyes: |
| Crysania | Womit wir mal wieder beim Fenster V und Vogel F wären, nicht wahr Menedemos? Ja, ich kann sehr sehr gut nachvollziehen was du meinst, Daimon - und auch mir geht es oft so. Mich packt das kalte Grauen wenn ich (hin und wieder sogar auf Gothicboards) lese: "Und ich legte mich hin war war tod. der Tot wartete auf mich" etc. da denk ich mir - hey gerade ihr solltet doch wissen wie man Tod und tot schreibt aber nunja. Ansich ist das Schreiben nicht wirklich der Punkt der mir die aufgerollten Fussnägel beschert sondern die Sprachkultur mancher Leute - hier meine ich nicht Dialekte. Denn Verschreiber kommen vor, Buxstabelverwexler auch oder hin und wieder im Spass ist das ja kein Problem. (Ich gebe zu dass ich nach 6 Wochen Sommerferien hin und wieder auch ein Wort ((an das ich mich Gott sei Dank nicht mehr erinnere)) falsch geschrieben hab - aber hierfür haben wir ja eine wissenschaftliche Erklärung ;)). Wenn ich des Abends oder Nachmittags auf den Bus warte, meist in der Stadt und es setzte sich Leute meiner Altersklasse neben mich und beginnen mit "Geh ma Kino ? Geh ma MCD ? Kennst Anna ? Die wa da mit der Johann in die Park - ja krass. Konkret hä ?" - da steh ich kurz vor einem Agressionsanfall. Ich kann es nicht leiden wenn man ohne Artikel spricht. Leute die Deutsch nicht als Muttersprache haben kreide ich das nicht an - wie auch, dort stört es mich nicht - aber diese jungen Menschen waren mit mir teils in der Grundschule und beherrschen die Sprache sehr wohl. Gewollte Dummheit ? Scheinbar. Das hat leider nichts mehr mit Provokation der Gesellschaft zu tun, auch wenn es mich provoziert, aber eher die Tatsache dass es sie noch nicht mal stört dass sie verdummen! Ohje...:( Cry |
| Hoffnung | Ja, die Sprache lebt, aber wenn sie sich durch DUMMHEIT verändert bin ich nicht dazu bereit sie zu akzeptieren. Weshalb ich auch nicht die neue Rechtschreibregelung annehme Daimon wiedersprichst du dir da nicht im eigenen Satz??? Fast keiner von uns kann wirklich noch die alten Sprachen, oder irre ich mich. Sind wir deshalb verdummt? Was ist mit den Legastenikern? Alle dumm? Ich finde es nicht gerade intelligent, Dummheit mit dem Mangel an Rechtschreibung festzulegen. Die deutsche Sprache ändert sich am laufenden Band, vor ein paar Jahren war es noch der Amislang heute ist es Stefan und Erkan. Und was den bayerischen Dialekt angeht. Hier wird er nunmal tagtäglich gesprochen, in der Stadt etwas weniger, aber kannst du plötzlich in Bayrisch reden, wenn es verlangt wird? In Gedichten und in offiziellen Schriften, wie zum Beispiel Bewerbungen, sind solche Rechtschreibfehler natürlich ärgerlich. Da stimme ich zu, aber ich habe auch gelernt das manche nunmal , sei es zwecks Legastenik oder weil es nunmal Ausländer sind, deshalb nicht als dumm gelten können. Also seid nicht böse aber nennt Rechtschreibfehler sowie Dialekte nicht in einem Satz mit Dummheit, denn das wäre wirklich dumm.... |
| autumnnight | nochmals kurz zu den dialekten: ich verbrachte meine kindheit und schulzeit in zürich.. die unterrichtssprache war deutsch.. wir sagten "hochdeutsch" dazu.. aber mundart/dialekt war nur in kunst, sport und dem fach "singen" erlaubt.. ansonsten: deutsch deutsch deutsch.. und als ich mich mit einem bekannten in bayern darüber unterhalten habe, meinte er, sie hätten in der schule nur dialekt geredet.. nicht, dass ihr mich falsch versteht: ich finde dialekt gut, schön und wichtig.. aber man sollte darüber nicht vergessen, dass es auch noch "hochdeutsch" gibt.. gruss durch den morgen, autumnnight |
| aaraen | Kenntnis der eigenen Sprache ist ganz klar ein Indiz für ein Mindestmaß an Bildung. Dabei sei über kleine "Einmalfehler" hinweggesehen, die vorkommen können. Ein Text, angefüllt mit innovativem "Neuschreib" zeugt allerdings für mich zum einen von Oberflächlichkeit (Zu faul zum Probelesen, was?) bzw. alternativ von Bildungsmangel. Man kann natürlich aus der Not eine Tugend machen und seine Legasthenie zum Ausdruck seiner Persönlichkeit erheben. Aber unter uns gesagt, ist das doch für die Persönlichkeit ein arges Armutszeugnis mit einem klaren Defizit betont zu werden. Dialekte sind gut und schön, da wo sie hingehören, haben aber in der Kommunikation mit Nichteinheimischen nichts zu suchen und in amtlicher, beruflicher Kommunikation gleich gar nichts. Ich werte es als Unhöflichkeit, wenn sich mein Gegenüber nicht mal die Mühe macht einen verständlichen, korrekten und vernünftig interpunktierten Text zu verfassen. Und wenn "wann kommst du ich mache essen um 8" in einer SMS noch akzeptabel ist (obwohl ich es auch hier zweimal lesen muß) ist es in einer Mail oder gar einem Brief echt daneben. Ein "Bewerber" der mir neulich schrieb: "las uns doch mal wier reden und was trinken was gehen oder essen" ist jedenfalls ausgemustert. |
| Seraphia | @Daimon oh ja, ich verstehe sehr gut, was du meinst....ich finde es auch fast schon erschreckend, wie einige Leute (und zwar solche, die schon über einen gewissen Bildungsgrad verfügen...) es fertigbringen, ständig Wörter falsch zu schreiben - und wohlgemerkt sind das dann meist sehr "alltägliche" Begriffe, ich beziehe mich jetzt nichtmal auf Fremdwörter :rolleyes: Sogenannte Flüchtigkeitsfehler unterlaufen schließlich fast jedem - aber wenn es sich dermaßen häuft, dass schon jedes dritte Wort, z.B. eines Briefes, falschgeschrieben ist *kopfschüttel* Aus "vielleicht" wird oftmals "veleicht" oder, was sehr oft vorzukommen scheint: seltsamerweise wird [i]eigentlich[/i] zu "eigendlich" Nun, man staunt doch immer wieder - ich halte diese allgemeine Entwicklung dahin, dass Rechtschreibung gerade bei jüngeren Leuten immer mehr missachtet wird, für ein doch sehr beunruhigendes Zeichen..... ~Sera |
| jyrki | Was mich besonders an dieser Sache stört, ist die Tatsache, dass die angeblich Coolen, die die deutsche Sprache so [i]versauen[/i], diejenigen, die der deutschen Sprache mächtig sind, angreifen. Man seie ja uncool und voll unkrass drauf, nur weil man es könne und auch einsetze. Ja, soll ich mich denn etwa dafür entschuldigen, dass ich in der Schule nicht nur geschlafen habe...? |
| Thalion | ähmm... ich hab jetzt nicht alles antworten gelesen... war doch schon eine menge zu lesen. jedoch denke ich, dass du dich vielleicht ein wenig rein steigerst. ich selbst muss nämlich zugeben, die ein oder anderen rechtschreibfehler zu machen. war in deutsch an der schule auch nicht immer gut. was auf alle sprachen zutrifft. ich würd mich nicht als dumm bezeichnen und ich protestiere damit auch nicht gegen die gesellschaft oder sonst etwas... es passiert einfach. vielleicht aus mangel an konzentration oder man hat sich an eine falsche schreibweise gewöhnt, sodass man es fortan immer falsch schreibt. vielleicht hat man es nie besser gewusst. zusätzlich gibt es doch noch das phenomän der legastemiker (wie auch immer das geschrieben wird, ich mein jedenfalls, dass es so hies). ihnen ist es einfach nicht möglich korrekt zu schreiben. sie können sich die rechtschreibung einfach nicht merken. sicher ist es nicht so schön, einen text zu lesen, der von fehlern gespickt ist, aber man sollte es akzeptieren und nicht vorschnell urteilen. schließlich weiss man nicht, warum die fehler entstanden sind. mein fazit... ruhe bewahren. man muss sich nicht wegen solch kleinigkeiten aufregen. |
| Black Spike | Als Student der Germanistik muss ich dem Verfasser zustimmen...und habe mich bereits in einem anderen Board mit den dortigen Mitgliedern in dieser Hinsicht angelegt. Dort wimmelt es von Jugendlichen, die sich diesen seltsamen Schreibweisen verschrieben haben. Mir graust es einfach davor. In der Fabrik, wo ich momentan einem Nebenjob nachgehe, wird der Plural von "Lager" einfach zu "verwaltete Läger"....höchst interessant. Bei einem Ausländeranteil von ca. 90% kümmert das dort jedoch sowieso niemanden. Dummerweise färben diese schlecht Deutsch sprechenden Eltern wiederum auf ihre Kinder ab (kenne das Phänomen von Nachhilfe-Schülern) - und das ist keinesfalls nur auf Ausländer bezogen, sondern findet sich m.E. mindestens in einem gleichen Ausmaße bei den Muttersprachlern wieder. Ich wünschte mir schon ein korrektes Deutsch von allen Mitbürgern (wobei die "neue" Rechtschreibung mich da weniger tangiert - viele namhafte Schriftsteller usw. verweigern sich dieser ja auch) - Kommunikation ist nun einmal beim Menschen eine überaus wichtige Sache, und erfolgreiche Kommunikation kann nur garantiert werden, wenn sich die Kommunizierenden des gleichen oder Sprachcodes bedienen, oder? |
| Black Spike | Und noch was: Rettet den Konjunktiv! Mal angenommen, du stündest vor meiner Wohnungstüre und läutetest, denn ich lüde dich ein, dann sähest du wahrscheinlich ziemlich blöde aus, wenn ich dir nicht die Tür öffnete. Angenommen, ich öffnete die Tür wirklich nicht, dann gingest du wahrscheinlich wieder, denn du dächtest, ich verkohlte dich, und du frügest dich, warum ich das nur täte, denn das fändest du bestimmt nicht gut. Also könnten wir eher annehmen, ich öffnete dir und bäte dich, einzutreten - diese Aufforderung verstündest du falsch und trätest mir die Tür aus den Angeln. Wenn das geschähe, schriee ich dich sicherlich an, was das ganze denn solle. du schildertest mir dann den Sachverhalt und nenntest mich als Idioten, was ich wiederum als persönliche Beleidigung empfände. In dieser Situation wüchse ich über mich hinaus, griffe zum Messer und stäche mit selbigem auf dich ein. Dann lägest du am Boden, schrieest um Hilfe und spieest dabei Blut und Lunge aus dir heraus. Ich trüge dich dann in die Küche und legte dich vor den Herd, in dem Holz brennte und auf welchem bereits ein Kessel stünde, in dem Wasser sötte. Ich übergösse dich dann mit selbigem Wasser und du stürbest einen qualvollen Tod. Wenn ich das wirklich so täte, ließe ich dich noch ein paar Stunden so liegen, auf das deine Seele in die Hölle entschwände. Dann brächte ich dich in die Speisekammer, bräche dir alle Knochen, zöge das Fleisch ab, wüsche und würzte es und briete es kurz an. Danach fettete ich eine Backform, indem ich sie mit Margarine bestriche, gäbe das angebratene Fleisch in die Form und schöbe es in den Backofen. Wenn dann der Bratenduft das Haus durchzöge und meine Nachbarin käme und mich früge, was ich denn da büke oder briete, dann lüde ich sie einfach zum Essen ein, sodaß sie es probieren könne. Sie säße dann an meinem Tisch und genösse den Braten. Sie tränke einen Rotwein dazu, den ich vorher mit Schlafmittel versetzte, bevor ich ihn ihr eingösse. Und wenn sie dann so säße und fräße, pardon: äße und tränke, fiele sie wohl nach ein paar Minuten vom Stuhl. Ich dächte dann sicher, daß es das Beste wäre, wenn ich sie auch umbrächte. Vielleicht dächte ich aber auch, daß sie mir leid täte, wenn ich sähe, wie sie am Boden läge. Ich riefe dann eher den Notarzt, der sie ins Krankenhaus brächte. Dort entleerten sie ihr den Magen und fänden das Schlafmittel, oder, was noch schlimmer wäre, sie fänden dich!! Dann flöhe ich vor der Polizei, doch wahrscheinlich erschössen mich die Polizeibeamten dann auf meiner Flucht und dann stürbe ich ja auch, da hätte ich ja auch keinen Nutzen von, und wenn du jetzt gleich klingeln wirst, werde ich die Tür öffnen und dich bitten einzutreten... (mfg an den Verfasser, Herrn J.Klüsekamp) :) |
| Sheileena | :D @ Black Spike: Ein schöner Text. Doch heutigen Schülern ist der Konjunktiv entweder vollkommen egal, zu anstrengend oder sie wissen nicht einmal was das ist. Jyrki hat, wie ich finde ganz Recht. Schlimm finde ich besonders, diese Modeausdrücke. Nennt mich spießig, aber krass ist doch kein Wort, das ist eine Krankheit. Und diese ganzen Anglizismen... Klar manche Wörter kann man einfach nicht eindeutschen, aber zu viele Fremdwörter finde ich grauslig. Es gibt eine Werbung für einen Hula-Hop-Reifen (schöne kurze Wortverbindung, mit der jeder was anzufangen weiß). Darin wird eben dieses Teil als "Super wave-hoop (?) mit der Mega-Wasserwelle" angepriesen... Ich erspare mir jeglichen weiteren Kommentar... :confused: |
| Crysania | [QUOTE][i]Original geschrieben von Sheileena [/i] [B]:D @ Black Spike: Ein schöner Text. Doch heutigen Schülern ist der Konjunktiv entweder vollkommen egal, zu anstrengend oder sie wissen nicht einmal was das ist [/B][/QUOTE] Hmm. Du solltest nicht verallgemeiner liebe Sheileena. Zumindest solltest du nicht die Schüler in einen Topf werfen. Vor ein zwei Jahren hätte ich wohl noch gesagt "Das Sprachniveau auf den Hauptschulen ist grauenerregend" - aber leider gibt es auch an meinem Gym. speziell in meiner Klasse einige deren Sprache mich fast schon zum Brechreiz nötigt. Ich persönlich mag den Konjunktiv ! Und die Geschichte ist klasse ! :) Was ich häufig mache ist, alles klein zu schreiben. In Anlehnung an das Englische - die guten Leute schreiben auch so ziemlich alles klein und ich finds klasse. Es kommt aber wie gesagt auf den Text an, und auf meine Laune, aber ich denke dass ist ein Phänomen des I-Nets u.ä. In der Schule hab ich hin und wieder den Tick " [b]´[/b] " aúf alle meine ú únd ý zú setzten bzw. wie µ puls und ich hier das gelegentlich tun die '[b]i[/b]' durch y zu ersetzen. Dass sind jedoch nur Spielerein - Anglizismen. Hmm.. auch hier denke ich sollte man differenzieren. Megawaterfun pistole - der coole fun für die ganze family - Naaaaaja... dass muss wirklich nicht sein. Auch find ichs interessant mit meiner Oma durch die Stadt zu laufen beim WSV und sie meint "Wieso steht in den Schaufenstern eigentlich alles auf Englisch ? Ich verstehe ja garnix - " Hmm... (Hier möchte ich noch anfügen dass ich die englische Sprache genial finde und sie auch sehr gerne verwende, aber man kann es eben auch übertreiben "Great Sale @ Galeria Kaufhof" - Oma meint "Hieß das nicht mal WinterSchlussVerkauf ?") es grüßt Crý |
| jyrki | [QUOTE][i]Original geschrieben von Sheileena [/i] [B]:D @ Black Spike: Ein schöner Text. Doch heutigen Schülern ist der Konjunktiv entweder vollkommen egal, zu anstrengend oder sie wissen nicht einmal was das ist. Jyrki hat, wie ich finde ganz Recht. Schlimm finde ich besonders, diese Modeausdrücke. Nennt mich spießig, aber krass ist doch kein Wort, das ist eine Krankheit. Und diese ganzen Anglizismen... Klar manche Wörter kann man einfach nicht eindeutschen, aber zu viele Fremdwörter finde ich grauslig. Es gibt eine Werbung für einen Hula-Hop-Reifen (schöne kurze Wortverbindung, mit der jeder was anzufangen weiß). Darin wird eben dieses Teil als "Super wave-hoop (?) mit der Mega-Wasserwelle" angepriesen... Ich erspare mir jeglichen weiteren Kommentar... :confused: [/B][/QUOTE] Wenn es in ordentlicher Schriftsprache ist..... :D ;). |
| Sirius | Richtig peinlich fand ich in ähnlichem Zusammenhang die Berichterstattung über die Flutkatastrophe, da wurde aus Torgau schon mal "Thorgau" und einige Reporter vor Ort in Herzberg/Elster wußten manchmal nicht so richtig, wo sie nun eigentlich stehen, mal war es Bad Harzburg, dann hieß der Ort plötzlich Harzbach oder Herzburg - dämlicher gehts ja wohl kaum noch. Auch die eine Reporterin in Lutherstadt Wittenberg berichtete ständig aus Wittenberge - peinlich peinlich. |
| Hoffnung | Mir graust es einfach davor. In der Fabrik, wo ich momentan einem Nebenjob nachgehe Blackspike heisst das nicht In der Fabrik,(in)der ich momentan einem Nebenjob nachgehe?? soviel zum korrekten Deutsch.... Ansonsten jedem das seine... wenn mich etwas aufregt , warum sollte ich es ann weiterlesen. Allerdings schließe ich da offizielle schreiben davon aus. Was legasteniker betrifft, sie sehen und denken anders, und sind mit sicherheit nicht dumm. Wer weiß schon das Albert Einstein, John F. Kennedy, Walt Disney, Leonardo da Vinci,Legastheniker waren? Und Ausländer haben nunmal nachteile.. was die Modesprache betrifft, sie war immer da und kommt auch immer wieder. Sie ändert sich nur im Laufe der Zeit, sonst würden wir noch mit Hugga herumlaufen , oder irre ich mich? Die neue Deutschschreibung ist auch für mich hart , es zieht mir Gänsehaut über den Rücken wenn ich manchmal sehe was geschrieben wird, aber es wird nunmal die neue Sprache, also was dagegen schimpfen? Oder wollt ihr so sein wie besagter am Anfang erwähnter alles Falschschreiber??? dat olle Hoffnung mal wieder im wiederholmodus... |
| Thalion | *gggggggggggggggggggggggggg* mehr ist nicht mehr zu sagen... |
| Black Spike | @Hoffnung: Ich würde da von etwas anderem ausgehen....und das nicht als "falsch" verdammen. Ist beides doch gebräuchlich, oder? Wobei deine Variante sicher die korrektere sein mag. Den genauen Unterschied kann ich jetzt auch nicht herausarbeiten, Umgangssprache/korrektes Hochdeutsch wahrscheinlich.... dialektale Einfärbung.....Regionalismen eben.... oder so. Willst du mir deshalb ein inkorrektes Deutsch vorwerfen? Dann darf ich dich auf die etlichen Groß/Kleinschreibungs-Fehler in deinem Post sowie den Tippfehler bei "dann" hinweisen, den "das/dass" Aussetzer usw. Es ging hier im Post doch nicht um solche "Kleinigkeiten" sondern die etwas extremeren Varianten des Muttersprachenmordes - sofern es sich um eine solche handelt :D |
| Hoffnung | Ich wollte nur auf einen Fehler hinweisen, denn du als korrekter Deutschschreiber nunmal gemacht hast... Nur mal als Hinweis das sowas auch dir passieren kann, also verdamm nicht andere die es in der Hinsicht noch schwerer haben, und nunmal nicht gerade deine Ausbildung genießen... Und ich weiß das meine groß und Kleinschreibung , geschweige mein Komata nicht stimmen, ist manchmal auch Absicht*schmunzel* Ja es geht um Leute die ihr Deutsch nicht zu der Zufriedenheit mancher , richtig schreiben, weil sie entweder nicht wollen, oder nicht können, wobei die nicht Könner schon ziemlich verflucht wurden wie mir scheint. Allerdings im gleichen Atemzug mit den Nichtwollern, wurde meist geschrieben das die neue Rechtschreibung die nunmal gültig ist , nicht angenommen wird. Trotzdem schimpft man auf die die die Rechtschreibung gar nicht annehmen wollen *amüsiert* ein Paradoxon wie immer... Es stimmt es kann ab und an nervig sein, aber deshalb alle über einen Kamm scheren? Wie war das , werfe der den ersten Stein der ohne Schuld ist Und die Modesprache im allgemeinen, die es nunmal schon immer gab, da wir sonst ja noch auf der alten Steinzeitsprache wären. Wenn man es mal grob sieht. Es kann vieleicht nerven, aber wenn man zurücksieht, was ist schon hängen geblieben??? Wer weiß noch woher das Wort fummeln usw... kommt? Ergo Modesprachen vieleicht nervig, aber schon immer vorhanden gewesen. Die Welt verändert sich laufend, und die Menschen vermischen sich immer mehr, so das irgendwann wahrscheinlich eine allgemein gültige Sprache entwickeln wird, ein kauderwelsch, denn wer kann schon sagen das er absolut einwandfreies Deutsch schreibt oder spricht??? |
| Nebelgeist | Ich hoffe, Ihr vergesst nicht dem König der Rechtschreibfehler in diesen Thread ein Zeichen zu setzen: ToLLeranz Mittlerweile auf jeder zweiten schwarzen Seite vertreten...schrecklich...und schlimmer als ein Compivirus...;) Liebe Grüsse Nebel |
| Sirius | Dazu möchte ich noch anmerken, das die Leute, die dieses super-saubere Hochdeutsch sprechen, also völlig Dialektfrei, immer irgendwie abgehoben und arrgogant wirken. Das müssen sie keinesfalls wirklich sein, aber es wirkt eben auf viele Leute so :( Ich finde, ein Dialekt gehört in die Sprache hinein, denn schließlich repräsentieren wir damit unsere Zugehörigkeit zu unserer Heimatstadt bzw. zu der Gegend in der wir aufgewachsen sind. Und mir persönlich sind meine Rächtschreippfehler völlig egal - nach den neuen Regeln darf ich doch sowieso schreiben, wie ich will :D |
| Thalion | ich kann hoffnung im ganzen zustimmen... ich habe schon zuvor in einer antwort versucht darauf hin zu weisen, dass das ganze nicht so verurteilt werden sollte. und das nicht mal mit dem wissen, warum die fehler gemacht werden. wenn ihr jedoch immer noch der meinung seid, euch das nicht antun zu können. sollte man vielleicht einen 'Korrektes Schreiben' thread einrichten. da kann dann gewütet werden, ohne das andere gleich den kopf abgeschlagen bekommen. ^__^ nimmt das ganze einfach nicht so ernst. |
| Black Spike | Wir HABEN bereits eine allgemein gültige Sprache. Diese nimmt sicherlich aus vielen Gruppierungen Wortschöpfungen auf und ist immer in Veränderung begriffen. Wobei natürlich dann auch jede Generation wieder ein kleines bisschen anders spricht und viele Worte (leider) langsam aussterben... kennt jemand noch das Verb "turren" :D Worauf willst du denn zurückblicken, Hoffnung? Wenn du wissen willst, wo die vielen Worte herkommen, schau in ein entsprechendes Wörterbuch. Klar, dass sich ältere Generationen immer über die Sprache der Jugend aufgeregt haben, aber ich denke, das ist heute noch ein wenig anders. Es geht doch gar nicht mehr um eine Veränderung der Sprache oder eine Bereicherung (!) durch neue Worte, sondern eine Verarmung, die eher Vielfalt nimmt. |
| Hoffnung | Hmm glaubst du das sagten die Leute früher nicht auch ?? Im letzten Jahrhundert ging alles ziemlich schnell Schlag auf Schlag..aber wahrscheinlich auch nur weil wir die vorherigen Jahrhunderte nicht so intensiv festgehalten haben, oder konnten. Heute prasselt von jeder Ecke irgendwas neues auf uns ein, was auch die Sprache ändert, die Sprache passt sich meist der Umgebung an, und die verändert sich nunmal für denjenigen der in der Zeit lebt immens schnell. Wieviele Ausländer waren anno 1890 in Deutschland und wieviele sind es heute? Was war schon in der Zeit im Kino zu sehen usw... In Hundert Jahren sieht man das sicher anders, und die meisten Modeausdrücke sind ausgestorben. Oder hört noch irgendjemand an jeder Ecke Yeah Baby oder Jo Mann. Sicher bleiben einige hängen, aber die meisten werden durch andere erneuert, oder wie war das mit Olli oder wie hieß der fliegende Kerl mit der zerlegten Deutschen Sprache?? Redet noch einer in der Art?? Für ein Jahr war das sicher lustig, aber es geht vorbei... Lass die Leute die diese Sprache jetzt reden, 30 werden und sie denken nicht mehr daran, ausser an die gute alte Zeit als man sowas noch machen konnte. |
| Black Spike | Da bist du ja sehr optimistisch - und von diesen "yo alter was geht" Leuten gibt es noch mehr als genug :) Und wenn es ihnen niemand beibringt und sie nicht selbst die Bereitschaft aufbringen - wie sollen dann Menschen eine andere Sprache erlernen? Es gibt wohl viele, die immer auf einem Niveau bleiben und auch immer ihr "tollerant" schreiben. Falls es dich interessiert, beschäftige dich mal mit der deutschen Sprachgeschichte...da gibt es ungeheuer viel Material und natürlich endlose Änderungen. Und nicht erst seit dem letzten Jahrhundert oder so. Schau dir mal mittelhochdeutsche oder gar althochdeutsche Texte an...die kann man so direkt kaum verstehen. Und selbst wenn sie einem bekannt vorkommen, darf man nicht "muot" mit Mut und "guot" mit Gut übersetzen, weil sich auch die komplette Denkweise der Menschen geändert hat. Es ist wirklich spannend, wenn man dann herausfindet, wo manche Worte überhaupt herkommen. |
| Hoffnung | Sag ich doch, die Sprache ändert sich, aber glaubst du wirklich das kommt von den Gelehrten? es ist die Sprache der Strasse die sich vermischt, und ja ich bin Optimistin... muot heisst Mut oder Gesinnung wenn ich mich nicht irre, aber Guot müsste eigentlich mit gut oder besser in einklang sein*am Kopf kratz* glaub ich jetzt wenigstens, müsste ich nochmal nachsehen. Irgendwo hab ich noch Walter von der Vogelweide und einige Balladenbücher.... Bin ich richtig??? |
| Black Spike | Nein, ich sag ja nicht, dass es von den Gelehrten kommt....es kommt aus allen Schichten der Bevölkerung. Und wenn man versucht, der Sprache etwas aufzuzwingen, ist das wahrscheinlich auch zum Scheitern verurteilt (hoffe, es ergeht der neuen RSR ebenso). Damit liegst du gar nicht mal so falsch, "muot" ist diese höfische Gesinnung - kann man auch gewinnen, indem man um eine Frau wirbt (natürlich nach den Regeln des Minnesangs :). muotist vielfach übersetzbar, "guot" ist sowohl sozial im Sinne von Besitz oder eben auch "gut" ähnlich wie heute, wenn jemand ein guter Mensch ist. Für genaueres müsste ich auch meine Unterlagen bemühen, aber bin zu faul. Walther von der Vogelweide?? Das ist ja wunderbar...diese Sangsprüche und seine Minnelyrik sind was ganz besonderes. Habe gerade ein Seminar über seine Werke im letzten Semester belegt. "Ahi, wie kristenliche der babest lachet...." :p |
| Hoffnung | ahî wie kristenlîche nû der bâbest lachet swenne er sînen walhen seit ich hânz alsô gemachet daz er dâ seit des solt er niemer hân gedâht er giht ich hân zwên allamân under eine krône brâht daz siz rîche sulen stœren unde wasten ie dar under mülin in ir kasten ich hâns an mînen stoc gement ir guot ist allez mîn ir tiuschez silber vert in mînen welschen schrîn ir pfaffen, ezzet hüener und trinket wîn unde lânt die tiutschen leien magern unde vasten wars das??? Und würde sagen wir haben uns ausgeredet oder???? |
| Black Spike | Ja, das ist einer der Sangsprüche Walthers, mit welchem er gegen den Papst polemisiert. Herrlich, wie er den Papst darstellt. Weisst du denn auch, worum es darin genau geht *s* Versuchst du, immer das letzte Wort zu haben? Eine Angewohnheit, die ich schon als Kind hatte...schlechte Karten hier, die Dame *g* Indes ist diese Diskussion ja nur uns beiden überlassen, insofern könnte ich noch einmal ein Auge zudrücken. so sprich denn in deiner tiuschen zunge, frouwe Hoffnung :D |
| Hoffnung | Uah jetzt gehts los.... Ok kann sein das ich ein oder zwei Worte falsch nenne*schulternzuck* Und nenn mich nicht eine Lügnerin oder Täuscherin *knurr* Hei, wie christlich jetzt der Papst lacht, wenn er zu seinen Italienern sagt: "Ich habe das Ding so gedreht!" Was er da sagt, sollte er nicht einmal gedacht haben. Er sagt nämlich Ich habe zwei Deutsche unter eine Krone gebracht, damit sie das Reich verwirren und verwüsten; währenddessen (mülin) ihnen ihre Truhen. Ich habe sie an meinen Opferstock getrieben, ihr ganzes Geld gehört mir. Ihr deutsches Silber hüpft in meine italienische Truhe. Ihr Geistlichen, eßt Hühner und trinkt Wein und laßt die Deutschen fasten!" Bei Mülin komm ich nicht weiter, so gut bin ich dann doch nicht... Bei der Begründung für das Lied musste ich nachsehen*zugeb* in Geschichte bin ich nicht so gut*g* Die Strophe wendet sich, vehement gegen die Anordnung von Papst Innozenz III. (Ostern 1213), Opferstöcke zum Einsammeln von Kreuzzugsgeldern aufstellen zu lassen. Die kaiserliche Partei betrachtete dies als Übergriff der geistlichen Gewalt. Walther geht noch weiter, denn er denunziert die Absicht des Papstes als Betrug, wobei er diesen in höchst wirkungsvoller Weise auftreten und sich durch seine eigene Rede sozusagen selbst als ausländischen Betrüger entlarven läßt: Der italienische Papst, also ein Fremder, wolle die anständigen Deutschen ausplündern. Und ja ich habe gerne das letzte Wort da ich nunmal weiblich bin*g* Weitere Sachen die das Thema nunmal verfehlen beantworte ich gerne per PN... Hoffnung |
| Black Spike | Brave Hoffnung *tätschel* dann bin ich jetzt eben lieb und schweigsam :D |