German Gothic Board
 
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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Wandel und Werden...
PIPBoy...eines "Goth".

Da ich mich selbst nicht der "gotischen" Szene zurechne (sowohl geistig als auch optisch), dieses Forum aber regelmäßig aufgrund seines (meiner Meinung nach) erfreulich hohen Diskussionsniveaus aufsuche, würde mich mal interessieren, ob ihr (die ihr euch ja dieser "Szene" zurechnet) glaubt, daß es bestimmte Faktoren gibt, die das Werden eines "Normalos" in einen "Goth" unterstützen, beschleunigen oder sogar unerläßlich hierfür sind.

Nun ist es nicht so, daß ich von Gothic etc. gar keine Ahnung hätte. Ich rechne mich selbst der schwermetallischen Szene zu (auch wenn ich keine langen Haare habe ;) ) und habe auf Festivals etc. schon kleinere Gespräche mit "Schwarzen" geführt.
Eine befriedigende Antwort habe ich darauf aber noch nicht bekommen (zumal diese Disku´s meist unter Alkoholeinfluß geführt wurden :rolleyes: ).

Mir ist (u.a. auch hier im Forum) nur aufgefallen, daß viele der schwarzen Szene mit persönlichen Problemen, Krankheiten, "Schneiden" etc. in einem Ausmaß zu kämpfen haben, das ich bei anderen "Szenen" (ich hasse dieses Wort) nicht festgestellt habe (kann natürlich auch sein, daß ich mich täusche, so viele "Schwarze kenne ich nun auch nicht).

Könnte man also behaupten, daß Menschen mit solch übermäßig belastenden Problemen eher in die Gothic-Szene (die sich ja - nicht nur, aber viel - mit Tod, Morbidem, Schmerz etc. beschäftigt) reinrutschen, als "glückliche" Menschen?
Ist dies nur ein Faktor von vielen oder unerläßlich?
Welche Faktoren spielen eurer Meinung nach in diesen Wandel mit hinein?

Meine Behauptung ist, daß es hier einen nicht zu leugnenden Zusammenhang gibt.
Wie seht ihr das? Kann man als wirklich glücklicher Mensch (sprich: fast keine persönlichen Probleme, mit der Welt zufrieden etc.) ein "Schwarzer" werden? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen (mal abgesehen von reinem Interesse an alten Friedhöfen, dem Morbidem etc.)?

(Kann natürlich sein, daß die von mir gestellten Fragen schon tausendmal in irgendwelchen anderen Threats gestellt wurden, aber bevor ich die alle durchforste, nehme ich lieber das Risiko eines Outings in Kauf. :D )


Freue mich auf Antworten und harte Konter!

Metal never dies!!! ;)

PIPBoy
WaTcHmEkann man!

Alles was ist : hier fällt es auf...
Ich gehe da JEDE Wette ein, dass es in einer Hip-Hop-Szene genausoviele Leute mit Problemen gibt.. nur wird es da nciht so beachtet...
hier darf man schwach sein, seine Fehler zeigen. Seine Probleme offen aussprechen ohne Angst haben zu müssen, dass sofort einer kommt und lästert...

das ist in anderen Gruppen anders. Hip-Hop-Jungs/mädels müssen Cool und hart sein. da wird jedes Zeichen von schwäche direkt von nem anderen ausgenutzt um noch stärker zu erscheinen...
Das ist hier weniger bis garnicht...
[auch dank guter Mods die hier einen klasse Job machen]

das ist mal so als erster Eindruck nach dem Lesen deines Textes...
blackriderHallo PIPBoy! Leb doch einfach deine Neigungen aus. Im Endeffekt ist es doch egal, wie Szene heisst, ob die Klamotten schwarz oder bunt sind oder wie auch immer! Wichtig ist doch nur, wie du dich dabei fühlst. Du steckst doch in deiner Haut und kein anderer, also entscheide auch für dich! Ich bin auch kein "Schwarzer", fühle mich hier und in dieser "Szene" wie zuhause und richtig geborgen. DAS bietet mir sonst keiner, mich so zu nehmen, wie ich bin und nicht so, wie ich sein sollte! Also geniesse es!
stoich aknn da blackrider voll und ganz zustimmen !!

ich bin auch neu hier, habe mich nie wirklich als goth gesehen, allein schon weil ich mich genrell ungern irgendwo einordne...
aber ich habe mich hier sofort "wohl" gefuehlt ... interessante gespraeche anchgelesen und auch schon teilweise an solchen teilgenommen !

also ist es doch eigetnlich nciht so wichtig, woran es liegt, sondern einfach nur das es so sit !

und die von dir angesprochenen dinge gibt es sicher auch woanders... da bin ihc mir ziemlich sicher, nur der umgang damit ist anders und dadurch faellt diese seite des lebens meist hinten runter und verschwindet im verborgenen...
RookieIch glaube auch, dass es in anderen Szenen Leute mit Problemen gibt. Aber die schwarze Szene ist schon etwas Besonderes. Viele, junge Leute, die eine Neigung zu depressiven Verhalten haben fühlen sich in der schwarzen Szene am besten aufgehoben. Mir ging es damals jedenfalls so. Und wenn ich depressiv war, wollte ich , dass auch meine Umgebung sich meinen Gefühlen scheinbar anpasste. Auch die Musik spielte natürlich eine große Rolle. Es passte eben alles zusammen.
PIPBoy@sto + blackrider: Danke erstmal für eure moralische Unterstützung!:) Leider scheint ihr meinen Threat etwas mißverstanden zu haben (was absolut kein Problem ist - sowas passiert eben). Ziel meines Threats war nicht, Zuspruch und Akzeptanz dafür zu bekommen, daß ich mich evtl. der "schwarzen Szene" zugehörig fühle oder nicht. Die Phase der Selbstfindung glaube ich (mit 21 Jahren) weitgehend abgeschlossen zu haben.
Mit dem Threat möchte ich lediglich eine allgemeine Diskussion über die von mir im Threat gestellten Fragen anregen, um auf diese evtl. Antworten zu bekommen.
Ich hoffe natürlich, daß ihr euch trotzdem weiter in diesem Threat betätigt. :)

Ich finde mich übrigens (mit starken Neigungen zu Metal-Szene) insgesamt eher "independent". Ich suche mir aus den Dingen, die mir das Leben bietet, das für mich Passende raus - und für die Dinge, die ich mir rausgesucht habe, gibt es noch keine Szene. ;)
Soviel zu mir.

@Milton: Na ja, ich denke, daß eine Szene, die sich sehr viel mit Dingen wie Tod, Sinn(losigkeit) des Lebens, Verfall, Schmerz, Dunkelheit u.ä. beschäftigt, im Großen und Ganzen eher Leute anzieht, die eher eine negative Einstellung zum Leben haben und/oder doch sehr melancholisch veranlagt sind, oft mit einem Hang zu Selbstmitleid und Selbsthaß. Nicht umsonst hat sich die Gothic-Szene Schwarz als Erkennungsmerkmal erkoren.
Solch eine Lebenseinstellung muß irgendwo herrühren. Da fallen einem natürlich als erstes schwere persönliche Probleme, Außenseiterleben etc. ein (wie ich es schon schrieb).

Die Threats dieses Forums und die in ihnen angsprochenen Themen bestätigen in vielem ja auch meine Behauptungen (die in diesem Threat ja u.a. auch auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden sollen).

Hundertprozentig sicher bin ich mir (aufgrund fehlender Kenntnisse bzgl. der Szene) natürlich nicht - aber deshalb habe ich ja auch diesen Threat eröffnet...
JesterHi PIPBoy.

Du hast vielleicht in vielerlei Hinsicht recht wenn du sagst das ein sehr großer teil Menschen sich der ( schon wieder dieses Wort ) Szene zuwenden, die viele Probleme haben. Das ist auch nicht wirklich verwunderlich wenn man bedenkt welche Aura das "Goth sein" doch für Aussenstehende hat. Goths sind im Volksmund doch schwarze Gestalten die sich zurückgezogen mit Sachen wie dem Tod, dem Übenatürlchen und Geheimnissvolem ( dort auch wieder eher in den dunklen Bereichen ) oder dem Seelischem Schmerz befassen. Und genau diese Auffassung ist es die immer mehr Menschen ( vor allem Jugendliche ) dazu bewegen sich in diese Richtung zu flüchten, da sie sich dort dann in einer gewissen Weise geborgen fühlen, da sie wissen das es noch mehr Leute gibt, die die selben oder ähnliche Probleme haben und somit Verständnis dafür haben, welches sie im Alltag wenig oder gar nicht von ihrem Umfelfd spüren oder zu spüren glauben.

Doch sollte man dadurch nicht zu dem Schluss kommen das alle "Goths" oder "Schwarze" diese Problematik haben. Es sind zum Beispiel auch sehr viele dabei, auch wenn das eine Trenderscheinung ist und somit eigentlich relativ wenig mit dem Goth sein zu tun hat, die allein auf der Musikschiene, bezoiehungsweise der Stylingschiene fahren. Besonders letztere sind es die einfach nur nach einer Möglichkeit suchen irgendwie stark auffallen zu können, wozu ( das muss ich zugeben ) die Gothikszene ja geradezu Priviligiert ist. Das Problem dabei ist meiner MEinung nach, dass es gerade diese ( meist sehr jungen Leute ) sin die für die falschen Ansichten über Goths in der Öffentlichkeit sorgen, da sie sich nicht mit dem Lebensgefühl der schwarzen Szene ausseinander setzen aber, um in die Rolle zu passen die sie sich ausgesucht haben reinzupassen, versuchen alle gängigen Klischees zu erfüllen. Das führt wiederum das der nächste der sie Szene ja so toll findet sich an eben jenen orientiert, womit wir dann eine Gruppierung haben die von der Öffentlichkeit als Goths angesehen wird, sich selbst als Goths bezeichnet aber eigentlich gar nichts damit zu tun hat.

Dann gibt es auch noch die Fraktion der (wiederum meist Jugendliche ) die die schwarze Szene als Okkulten Ring missinterpretieren, sich nachts auf in großen Gruppen auf Freidhöfen trifft und sich die ganze Zeit untereinander nur über okkult Themen unterhält. Die sind es dann auch die dafür sorgen, dass die Goths oft von der Gemeinbevölkerung mit Satanisten gleichgestellt wird, was meiner Meinung nach einer der traurigsten irrgläuber ist mit der die Szene ( sorry, aber mir fällt echt kein besseres Wort ein ) sich rumschlagen muss.


Leider wissen nur die wenigsten Menschen ( und auch Goths selber ) was hinter dem Lebensgefühl eines Goths oder schwarzen eigentlich steckt. Es sind ( oder sollten eigentlich sien ) Menschen die sich sehr viel mit Gefühlen, Gedanken und vor allem sich selbst beschäftigen, wodurxh sie sich oft mit vielerlei Kunstformen beschäftigen, da dies die wohl gefühlsträchtigsten Ausdrucksformen sind die der Mensch je geschaffen hat. Es ist richtig das die Szene besonders von der melancholische Seite der Kunst geprägt wurde, das rühr tmit daher in welcher Zeit diese bewegung entstanden ist. Nämlich in einer Zeit in der die Menschen erstmals frei von Zensur ihre Gefühlen in der Kunstform ausdruck verleihen konnten und somit auch sahen das es eine bessere Zeit geben kann, eine Zeit der Individuaität. Sie begannen also zu ihre Welt zu hinterfragen, sich bewusst zu werden was sie bisher gelebt hatten und diese Welt aus der sie kamen ( und in der sie sich ja auch immer noch befanden ) war für sie ein dunkle Kale Welt, und die vertarbeiteten sie in ihrer Kunst. Das hat durch die geschichte dann auch immer wieder Künstler inspiriert, wodurch die Epoche nie starb und in der jetzt unsrigen Zeit manifestiert sich dies halt wieder in der Gothikszene mit ihrer Musik ihren Authoren und teilweise auch in solchen Gemeinschafte wie diesem Board.


Aber um noch einmal auf das eigentliche Thema zurückzukommen, so muss ich dir fast zustimmen, es gibt sehr viele "Problemkinder" in der Szene, was wohl daran liegt, dass es gerade diese sind die die Philosophie dieser Szene am ehesten verstehen und sich gerade deswegen dort geborgen und dsich geholfen fühle, und das schöne an dieser Szene ist, das sie von der Szene auch wirklich die hilfe bekommen die sie brauchen, dzumindest auf der zwischenmenschlichen Ebene, was mir in anderen "Szenen" (z.B. HipHop, Techno) nicht im greingsten auffällt. Was allerdings auch daran liegen dürfte, das die Gothikszene viel mehr ist als eine Interessengemeinschaft die auf einem ähnlichem Musikstil aufbaut.

Aber es gibt auch die genau andere Seite, Menschen denen es eigntlichg wunderbar geht, und die sich nur aus Interesse oder Bewunderung der Kunst, Musik oder dem Lebenstil der Szene zuwenden. Der irrglauben das es den durchweg glücklichen Goth nicht gibt ist zwar weit verbreitet, aber weitab von der Wahrheit.


Ich werde oft als Goth bezeichnet, doch wage ich es selbst nicht mich in diese Schublade zu stecken, ich verehre die Künstler der Szene, ich verehre die Menschen in der Szene die sich noch mit der Geschichte des Gothik auseinandersetzten und ich bewundere auch die Ästhertik die die Szene ausstrahlt, doch bin ich nicht der Meinung das man sich selbst als irgend etwas zugehörig sprchen kann.

Eine Szene findet dich und nicht du die Szene, denn wenn du wirklich ein Teil von etwas sein willst musst du schon seit langem etwas von ihm in dir tragen oder du bist nur ein Mitläufer der zu etwas gehören will, da er sein whres ich und seinen eigenen Stil noch nicht gefunden hat.

Ich hoffe das dir meine Ansichten in irgend einer Weise geholfen haben, und das du dich nicht einfach nur dichtgeschwafelt fühlst.

Grüße, Jester
HarlekinNun,

jeder hat mal Probleme egal ob er es zugibt oder nicht.. jeder ist mindestens einmal am verzweifeln..

Die Goten sind nur eher dabei das "Miesdraufsein" als persöhnlichen Zustand zu akzeptieren und nicht wie bei anderen Bevölkerungszusammenrottunen als Persöhnlichkeitsteil zu negieren oder einfach zu verlegnen.

Werbebotschaft:
"Bringt gute laune mit, Miesmacher können zuhause bleiben , denn heute steigt die Stimmung ins unermessliche.."

(irgendwas mit "Loona" wars)

d.h. "Grübler" und ähnliche Trauerklöße müssen leider draussen bleiben..

Auf der suche nach Lösungen für ein problem kommt man an vielen Dingen Stellen und Menschen vorbei. Irgendwann (so die Möglichkeit vorhanden ) sicher auch an der "Schwarzen Zunft".. und dort wird man eben nicht des Platzes verwiesen wenn man nicht gut drauf ist.. es ist keine "Hirn-aus-Klappe-an-Tanzen!" -Musik. (okay gibts "hier" auch.. *schauder*)

Ich fragte mal auf den herbst-nächten einen älteren Mann der dort gehieratet hatte, warum er "noch" in der Szenen sei.. und er antwortete:

-" hier sind die Menschen genauso aggressiv wie in anderen Bereichen , aber hier entlädt sich die aggressivität und Energie in Kreativität und funtioniert als Triebkraft für Wissen, Bildung Kunst Kultur und Kult.. Die meisten hier sind höhergebildete die miteinander Konkurieren und sich gegenseitig anstacheln, aber kreativ.. Hier wird weniger niedergemacht sondern mehr Übertroffen. Es ist eine Art vergessene Bildungselite, in die man aber nichteintreten kann oder dazugehören.. man ist drin oder nicht.. und das wird niemals irgendjemand Bestimmen , sondern es wird einfach sein oder nicht."


ein netter Beitrag von jemanden der auf jeden fall mehr Lebenserfahrung hat als die meisten hier.. *lächel*


"Goth"-sein ist nicht vom Willen abhängig..

man kann einen Dummen spielen, einen schlauen nicht.. mann kann einen unbeliebten spielen, einen beliebten nicht..

mann kann nur so tun als ob man **** wäre.. aber ob das dasselbe ist ?


ids +ddd*



H.
PIPBoyWow, die letzten beiden Antworten waren echt gut (glaubt bitte nicht, ich wollte "schleimen", aber das mußte raus). Vor allem dem letzten Abschnitt von Jester kann ich nur zustimmen. Auch das Zitat des älteren Mannes von Harlekin finde ich sehr schön (es ist natürlich auch sehr subjektiv - aber eben auch sehr schön)!

Mal sehen, was noch so an Antworten kommt.
Mich würden auch persönliche Beiträge interessieren, warum nun gerade er/sie sich "schwarz" fühlt oder gerade von dieser Szene angezogen wurde/ist.
sto@ pipboy

ich kann leider (?) nicht sagen, das ich mit meinen 21 jahren schon meine "selbstfiindung" abgeschlossen habe .

ber ich gehe fest davon aus, das der umgang mit diesen wesen mir dabei hilft, genau wie der umgang mit anderen genauso dabei geholfen hat !

und was ich noch zu deinen fragen sagen kann ist leider nur auf persoenlicher basis...

es mag auch daran liegen, das ich jemand bin der sich nicht zu jemanden dazugehoerig sagt ....
aber ich habe zwar persoenliche problme, aber ich denke das die sich nicht von problemen unterscheiden, die jeder mensch hat, egal zu welcher gruppierung er sich zaehlt, oder halt auch nciht zaehlt
natuerlich mag es leute geben, die andere gefeuhlsmaessige probleme haben, aber ich glaube nicht das es der einzige grund ist seine zeit mit diesem themen zuverbringen...
denn wenn man sich ueber alnegere zeit mit etwas beschaeftigt, egal was es auch ist, muss echtes interesse dahinter stehen...
denn wenn dies nicht so ist, dann hat man das typische mitlaeufer prinzip ... jetzt finde ich das toll, jetzt informiere ich mich drueber ... jetzt finde ich es nciht mehr toll, also ist es mir egal
und gerade weil das bei den meisten leuten hir nicht so ist gefaellt mir diese gesellschaft hier!

aber wie gesagt, dies sind alles persoenliche eindruecke, da ich selber noch nicht ausrechendes "hintergrundwissen" besitze, auf die ich zureuckgreifen koennte...

ich hoffe ich konnte dir trotzdem vermitteln was ich meine und es auch in deinem interessenbreich lag!
Harlekin*grübel*

irgendwie ....


hier lese ich schon zum wiederholten male "mit meinen "xxx-jahren" habe ich meine Selbstfindung bereits abgeschlossen.."

also ich bin älter als der Vorredner aber ich habe meine "Selbstfindung" hoffentlich noch nicht abgeschlossen.. zumindest finde ich immer wieder Dinge, zum Teil mit Unterstützung eines liebreizenden Geschöpfes, die mich meine Position zu mir und innerhalb des Seins/Szene/Gesellschaft immer wieder neu überdenken lassen..

und auch innerhalb der so viel gehassten/geliebten/verschmähten/bedauerten etc "Szene" gibts tausende von Strömungen die ich mal mehr mal weniger annehme und wieder ablehne..

wer sich selbst findet wird vielleicht eines Morgen aufwachen und sich fragen

-"was nun?"
und du wirst dir antworten
-"wie, was nun?"
-"Na, wohin jetzt?"
-"Warum wohin, du bist doch da..?"

-"Aber ist das alles ?"

.. und wieder gehts von vorne los....


nun wenn du das gefühl hast "heimzukommen" wenn du unter "schwarzen" bist dann bist du wahrscheinlich besser drin als draussen...



ids +ddd*


H.
JesterIch kann Harlekin nur zustimmen.
Denn man sollte darüber nachdenken was man genau mit dem Wort Selbstfindung aussagen will, wenn man es wörtlich nimmt bedeutet es ja dass man eine Art Endstadium seines Seins erreicht hat, sich also nicht mehr ändern wird, und diese Aussage über sich treffen zu können ist ein Alptraum den ich niemals leben will. Denn sich nicht mehr zu ändern heisst nichts mehr zu lernen, nicht mehr auf neues einzugehen und die Menschen um sich herum nicht mehrt auf sich einwirken zu lassen.

Man kann vielleicht seine Grenzen kennenlerne, doch auch diese können irgendwann brechen, denn man Entwickelt sich mit jedem Tag, mit jedem Menschen den man kennenlernt ja mit jedem Eindruck den man mitnimmt weiter, und das ist das was uns zu den einzigartigen Individuen macht die wir sind.
PIPBoyNun, ich merke, daß ich das Wort "Selbstfindung" ein wenig vorschnell gebraucht habe. Leider kann man nicht jedes Wort, welches man in einem längeren Text benutzt, einer genauen Sinnprüfung unterziehen. Das dauert einfach zu lange (und Internet ist teuer). Manchmal nutzt man eben bestimmte Wörter, um Sachverhalte schnell auf den Punkt zu bringen und vergißt dabei den tieferen Sinn des Wortes, weil man es eben mehr intuitiv gebraucht hat.
Im vorliegenden Fall wollte ich einfach nur andeuten, daß es mir bei dem Threat nicht um "Selbstfindung" geht, sondern um die Eröffnung einer Diskussion und die Beantwortung von Fragen (ich hoffe, ihr versteht, was ich meine). Deshalb habe ich die Sache mit der "Selbstfindung" mal so eben "runtergedroschen".

Ich gebe euch natürlich Recht: Abgeschlossene Selbstfindung ist mehr oder weniger Stillstand. Dies zu erreichen, ist kein erstrebenswertes Ziel - kann es nicht sein für Menschen, für die ein stetiger Wandel ein Stück (oder ganz und gar) Lebensqualität bedeutet.
Zu diesen Menschen zähle ich auch mich.

Was ich mit "weitestgehend abgeschlossen" meinte, ist, daß ich glaube (zum jetzigen Zeitpunkt), daß ich die Basis meiner Lebensart gefunden zu haben glaube. Zu dieser Basis zählen die allerengsten Freunde, die Berufswahl, das soziale Umfeld, mit dem ich mich umgebe, sowie einige bevorzugte Freizeitaktivitäten.
Alles was sich um diese Basis herum befindet, ist bei mir im stetigen Wandel. Und so soll es auch sein und bleiben. Mein Beruf erlaubt es mir auch, diesen stetigen Wandel aufrechtzuerhalten (weshalb ich ihn auch u.a. gewählt habe). Die Basis jedoch (also daß, was ich mit "weitestgehend abgeschlossener Selbstfindung" meinte und im o.g. Text vorschnell hinschrieb) sollte sich nicht unbedingt ändern, denn ich liebe sie als einen "Ruhepol", als Kern meines Lebens und meiner Interessen.
Natürlich kann sich auch diese Basis ändern, aber ich selbst würde durch eigenes Tun nicht darauf hinwirken, weil dies nicht in meinem Interesse ist. Das müßte schon durch äußere Einflüsse geschehen.

Ich denke, diese Basis haben fast alle Menschen bzw. sie arbeiten daraufhin, sie sich (neu) zu schaffen. Zum Beispiel sich in eine "Szene" integrieren, von der man glaubt, daß sie am besten zu einem selbst und zu den eigenen Interessen paßt.
Jemand, der sich selbst solch eine Basis verweigert, hätte niemals wirkliche Freunde, wäre nirgendwo zu Hause, überall fremd, nirgendwo geliebt und nirgendwo gehaßt. Ein stetiger Fremder, sich selbst und anderen gegenüber.
Mir kann keiner ernsthaft erzählen, daß irgendwer so ein Leben als Dauerzustand anstrebt (den Eremiten mal außen vor gelassen), denn es widerstrebt dem menschlichen Streben nach Nähe und Gemeinschaft.


So, ich hoffe, daß alles hört sich nicht allzu widersprüchlich an und ihr versteht, was ich klarmachen will.

Man sollte nicht gleich jedes Wort auf die "Goldwaage" legen und zuviel hineininterpretieren (eine Eigenschaft, die auch vielen Literaturkritikern, Deutschlehrern und Forumsmitgliedern ;) zueigen ist). Man kann nicht jedes Wort daß man schreibt, auf alle möglichen Interpretationen hin überprüfen.
Na ja, im vorliegenden Fall hat es trotz allem zu ´ner interessanten Disku geführt (ich hoffe nur, Harlekin reißt mir jetzt nicht den Kopf ab :D )


PIPBoy
NetizenKane[QUOTE][i]Original geschrieben von PIPBoy [/i]
[B]
Mir ist (u.a. auch hier im Forum) nur aufgefallen, daß viele der schwarzen Szene mit persönlichen Problemen, Krankheiten, "Schneiden" etc. in einem Ausmaß zu kämpfen haben, das ich bei anderen "Szenen" (ich hasse dieses Wort) nicht festgestellt habe (kann natürlich auch sein, daß ich mich täusche, so viele "Schwarze kenne ich nun auch nicht).
[/B][/QUOTE]

ich glaube gar nicht, dass sich die szene (gnirks, ich mag das wort auch nicht grad) so von anderen unterscheidet. höchstens vielleicht darin, dass hier offener über persönliche probleme geredet wird als anderswo. und das ist meiner meinung nach durchaus ein weiterer faktor der schwarzen. ein positiver.


[QUOTE]Könnte man also behaupten, daß Menschen mit solch übermäßig belastenden Problemen eher in die Gothic-Szene (die sich ja - nicht nur, aber viel - mit Tod, Morbidem, Schmerz etc. beschäftigt) reinrutschen, als "glückliche" Menschen?[/QUOTE]

das wäre mir neu. vielleicht ist meine beobachtungsgabe etwas abgestumpft, aber ich würde sagen, nein. und unerläßlich ist das schon gleich gar nicht, sonst würd ich auf der stelle loszischen und ein neongelbes t-shirt mit einer orangenen buntfaltenhose kombinieren ... ;)

gruss
kane

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