| sto | was gehoert fuer euch eigentlich dazu ein "guter" mensch zusein ? guter ist bewusst in anfuehrungszeichen geschreiben, da wohl jeder etwas anderes als guten menschen definiert ... bzw sich nicht jede meinung darueber deckt... ich persoenlich habe da schon einige gedanken, wuerde euch aber bitten erst etwas dazu zu schreiben, bevor ich mich aeussere... danke mit gruessen |
| sto | [quote]Das ist verdammt schwierig zu beantworten.[/quote] das hast du genau erkannt ... da es mir genauso geht, moechte ich halt gerne andere meinungen dazu hoeren... denn ich habe viel durch antworten gelernt, die ich in diesem board las, egal ob ich mit diesen uebereinstimmte oder nicht haben sie mir immerwieder neue anregungen und ansatzpunkte geliefert... |
| NoXaM | @dedera ich sehe es so wie dedera. gut zu beschreiben ist sehr schwierig, weil wirklich jeder eigentlich was anderes darunter verstehen kann. ich persönlich empfinde es immer als wohltuend, wenn man es im büro oder an der kasse eilig hat und man wird freundlich angelächelt. irgendwie scheint das alles doch besser zu sein. aber ist ein lächeln gut? dies hängt sehr von der situation ab. ich meinerseits versuche die personen weitestgehend so zu behandeln, wie ich gerne behandelt werden würde. doch leider ist dies auch sehr weit hergegriffen, denn nicht jeder findet es 'gut' so behandelt zu werden, wie es für mich in ordnung und auch akzeptiert wird. an sich ist es ein thema, über welches man sicherlich stundenlang diskutieren könnte, aber irgendwo doch nicht weiter kommt. übrigens, gut zu sein ist für mich vor allem ehrlich zu sein. auch wenn es manchmal die andere person zu verletzen scheint, finde ich es immer noch besser, wie jemanden anzulügen. noXam |
| Curzon | Die kurze Antwort: Menschlichkeit Die lange Antwort: [url]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=7896[/url] |
| Tharis | Grüßt Euch. Eine gute Frage: Was ist ein guter Mensch? ;-) Ich möchte mal versuchen, zumindest für mich eine gute Antwort zu finden und diese auch so rüberzubringen, dass sie jemand versteht (Was nicht immer ganz selbstverständlich ist). Meine spontane Antwort auf die Frage war: Jemand, der seinen Prinzipien treu bleibt, in jeder Lebenslage, so lange er nicht anderen damit schadet. Zu diesen Prinzipien zählt für mich mehr oder weniger immer auch der kategorische Imperativ (oder die "goldene Regel" oder wie immer man es nennen will). ... Tja, und da kam ich dann auch schon ins Stocken. Denn: Was ist gut bzw. was sehe ich als Antonym zu "gut"? Kann ein Mensch es sich leisten, "gut" zu sein? Das Wort gut zu erklären läßt sich wahrscheinlich am besten meistern, indem man seinen Gegensatz benennt. Gut-Böse? Ich denke nicht, dass ein Mensch in diesem Sinne gut oder böse sein kann. Das Ding an sich (oder auch das Lebewesen) ist keins von beidem. Der Wille und die Absicht lassen es uns manchmal in diesem Licht erscheinen und trotzdem bleibt es mir noch zu sehr schwarz und weiß. Also Gut-Schlecht? Tut mir leid, wenn ich das jetzt so ausdrücke, aber das klingt mir doch zu sehr nach Joghurt oder anderem Essen, das verschimmelt, wenn es zu lange herumsteht. Vielleicht ist dem sogar so. Ein Mensch, der sich nicht weiterbewegen kann, also zu lange steht, wird vielleicht wirklich irgendwann "schlecht" (Ich meine das jetzt nicht im organischen Sinne), ihm fehlt dann evtl. der Blick für das Wesentliche. Ich wünschte, ich hätte in Philosophie besser aufgepasst, dann könnte ich jetzt ganz gelehrt klingend ein paar Philosophen, deren Ansichten und Ähnliches mit einbringen und diesen entweder zustimmen oder sie widerlegen (Was mir schwerfallen sollte). Hab ich aber nicht. Also fahre ich fort mit meinen wirren Ausführungen. Ich bin jetzt also so weit, als dass ich sagen kann: Für mich ist ein guter Mensch jemand, der Prinzipien hat. Der versucht, ihnen treu zu bleiben und trotzdem nicht den Blick für das Wesentliche verliert, daher auch bereit ist, eben genannte Prinzipien zu überdenken, sollten sie sich als falsch erweisen. Den kategorischen Imperativ lasse ich jetzt außen vor, schließlich mag das jeder mit sich selber ausmachen, welche Prinzipien er für richtig hält. Ich unterstelle dem "guten" Menschen jetzt einmal, dass er intelligent genug ist und nicht "Ich erhebe Mord und Totschlag zum obersten Prinzip" für sich erwählt. Schließlich und endlich könnte er dies aber sogar tun, da er ja, da er ein "guter" Mensch ist, dieses "Prinzip" überdenken würde, und zu dem Schluss käme, dass es weder ihm noch anderen Nutzen bringt. Bleibt für mich immer noch die Frage: Kann ein Ding, ein Tier, ein Mensch gut oder böse sein? Ich für mich beantworte diese Frage immer noch mit: Nein. Jetzt könnte ich also sagen, Stos Frage hätte sich für mich erledigt. So einfach möchte ich es mir dann aber doch nicht machen. Schließlich habe ich ja eben noch behauptet, dass die Absichten, die gehegt werden und die Handlungen durchaus gut oder böse sein könnten. Jetzt habe ich aber noch das Problem: Gut und Böse sind Werte. Sie sind abhängig von der Sozialisation und (Ja, ich sehe das so.) auch in gewissem Maße vom Denkvermögen. Einerseits finde ich es unpassend, eine Definition von noch nicht einmal allgemeingültigen Werten abhängig zu machen, andererseits sollte es ja auch nur meine Definition sein. Das und nichts anderes ist es auch. Ich für mich mag die Worte gut und böse nicht, und gut und schlecht assoziiere ich immer sofort mit Joghurt, wie schon erwähnt, aber ich denke, dass ich mich, mal abgesehen von der Namensgebung, doch im Großen und Ganzen den Werten meiner Gesellschaft anschließen kann. Zumindest in so weit, als dass ich in dieser Gesellschaft Werte entdeckt habe. Kann sich der Mensch Prinzipien leisten? Nein. Nicht in der Welt, wie ich sie kenne, nicht so, wie ich sie erfahren habe. Jedenfalls nicht, ohne (ich drücke das jetzt mal so aus) auf die Schnauze zu fliegen. Was man das ein oder andere Mal ja gerne einsteckt; aber manchmal, und ich denke/hoffe, das wird nicht nur mir so gehen, läßt man Prinzipien sein, was sie sind, und geht den Weg des geringsten oder geringeren Widerstandes. So, wenn es irgendjemand geschafft hat, bis hierher meinen Ausführungen halbwegs zu folgen (Ich hätte die Gedanken vorher ordnen sollen, zugegeben), muss ich ihn leider enttäuschen. Denn die Frage scheint sich letzten Endes nie zu klären. Mal angenommen, es gäbe ihn, den guten Menschen, so halte ich an meiner Definition II fest. Wobei ich zugeben muss, mir dieser selbst nicht ganz sicher zu sein. Auf Grund all der anderen oben so relativ verworren und flüchtig dargelegten Argumente (Ich wage es jetzt mal, sie so zu nennen), denke ich aber nicht, dass ein Mensch gut sein kann (in allen Bereichen des Lebens, dann müßte er perfekt sein), sofern überhaupt Gut und Böse/Schlecht existiert. So, jetzt werfe ich jemand anderem das Wollknäuel zu, mag er es weiter entwirren. ;-) Liebe Grüße von einer selbst durcheinander geratenen Tharis PS: Falls sich jemand besser an seinen Philosophieunterricht erinnern kann oder diese Dinge selbst gelesen hat, dann möge er es mir nicht übelnehmen, dass ich die ein oder andere Idee mit hereingebracht habe. Ich sage nicht, dass diese Gedanken nicht vielleicht schon einmal gedacht wurden, aber es sind halt auch meine. :-) |
| Tharis | Hmm, als ich angefangen hab zu schreiben, standen da noch keine Antworten. Und irgendwie sollte das auch nicht so lang werden. Peinlich. Aber dem Lächeln kann ich voll und ganz zustimmen. Ein freundliches Lächeln an einem Scheißtag kann wie ein Regenguß nach 30° Hitze sein, dann, wenn der Teer schon anfängt, weich zu werden: beruhigend und richtig nett. Hat jemand den Abschlußmonolog aus "Der gute Mensch von Sezuan"? Ihr könntet dann noch imaginäre Zeilen unter meinen Beitrag setzten, die da ungefähr lauten: Wir sitzen da und sehen tief betroffen: Der Vorhang zu, doch alle Fragen offen!" Tharis |
| sto | [quote]aber manchmal, und ich denke/hoffe, das wird nicht nur mir so gehen, läßt man Prinzipien sein, was sie sind, und geht den Weg des geringsten oder geringeren Widerstandes. [/quote] und genau daufer verurteilt mich meine freundin :( mein problem ist, das in meinen augen meine freundin der bessere mensch ist... zumindest im vergleich zu mir aber ... die sache mit gut und boese ist doch viel komplizierter ... wieso muss es die prinzipientreue sein ? solang wie ein "kurswechsel" nichts verwerfliches beinhaltet, oder ausloest ist es doch der logischere weg seinen prinzipien nachzugeben ... denn diese kraft, die man spart kann man fuer andere sachen einsetzen ! ausserdem sehe ich nicht nur gut und boese ... fuer mich gibt es das sozusagen 3 positionen 1. boese 2. nicht boese 3. gut vielleciht gelingt es mir ja das am yoghurt deutlich zu machen *gg* bei 1. ist der yoghurt mit schimmel bedeckt (sozusagen schlecht/boese) bei 2. steht er einen tag vorm verfallsdatum (sozusagen in einer grauzone) bei 3. ist er frisch und geniesbar was ich damit sagen will ... jeder mensch ist irgendwann einmal alles ... mal ist er boese, mal ist er nicht boese und mal ist er gut ... das ist meiner meinung nach unvermeidbar ! die frage ueber das gesammtbild eroertert sich fuer mich daher, wie oft er welchen wesenszug annimmt ! aber eine definition von gut und boese ist dies trotzdem nicht, aber vielleicht liegt genau darin ... hmm das "gute" waer jetzt eine schlechte wortwahl ... sagen wir der vorteil ! denn das entscheidet immernoch jeder fuer sich ... auch wenn es allgemeine richtlinien in unserer gesellschaft dafuer gibt ! |
| Menedemos | Ja, der "gute Mensch von Sezuan". Wie heitß es da so resignativ zu guten Taten: "Wirf ein Stück Fleisch vor die Haustür, und alle Metzgerhunde der Nachbarschaft werden sich in deinem GArten beißen..." Naja. Aber zu der Frage: Vielleicht sollte man gar nicht so sehr sie Frage stellen, ob ein Mensch "gut" oder "schlecht" ist. Jeder Mensch hat ja gute wie schlechte Seiten. Und auch "gute" Menschen sind oft irgenwo egoistisch, weil sie vielleicht deshalb gut sind, weil sie in den Himmel kommen wollen, oder weil sie glauben, dafür geachtet zu werden, oder ihrem Leben einen Sinn geben wollen u.s.w. (trotzdem ist das besser, als nicht "gut" sein zu wollen!) Vielleicht sollte man aber bescheidener fragen. Nicht zu fragen, was ein "guter" Mensch ist, sondern was eine "gute Tat" ist. Und ab und zu etwas Gutes tun - das wäre ein Ziel, das jeder innerhalb seiner Möglichkeiten und seines Charakters verwirklichen kann. Danach sollte man vielleicht streben... Vielleicht wäre der Welt damit mehr geholfen. Wenn man sich dagegen die Aufgabe stellt, ein "guter" Mensch sein zu wollen, verzweifelt mancher vor dieser Aufgabe und läßt sie lieber gleich ganz bleiben. Und damit ist keinem geholfen. Nur so Gedanken... |
| drachentochter | [QUOTE][i]Original geschrieben von NoXaM [/i] [B]@dedera aber ist ein lächeln gut? dies hängt sehr von der situation ab. noXam [/B][/QUOTE] Dem kann ich nur wiedersprechen! Ein ehrlich gemeintes Lächeln ist immer gut. Ein New Yorker Warenhaus ließ einmal den folgenden Text vor Weihnachten als Werbung in einer Zeitung drucken: Es kostet nichts und bringt viel ein. Es bereichert den Empfänger, ohne den Geber ärmer zu machen. Es ist kurz wie ein Blitz, aber die Erinnerung daran ist oft unvergänglich. Keiner ist so reich, dass er darauf verzichten könnte, und keiner so arm, dass er es sich nicht leisten könnte. Es bringt Glück ins Heim, schafft guten Willen im Geschäft und ist das Kennzeichen der Freundschaft. Es bedeutet für den Müden Erholung, für den Mutlosen Ermunterung, für den Traurigen Aufheiterung und ist das beste Mittel gegen ärger. Man kann es weder kaufen noch erbitten, noch leihen oder stehlen, denn es hat erst dann einen Wert, wenn es verschenkt wird. Wenn in den letzten Minuten des weihnachtlichen Einkaufsrummels unser Verkaufspersonal zu erschöpft sein sollte, um Ihnen ein Lächeln zu schenken, dürfen wir Sie dann vielleicht bitten, uns eines von Ihrem dazulassen? Denn niemand braucht so bitternötig ein Lächeln, wie derjenige, der für andere keines mehr übrig hat! |
| sto | also bei dem werbepartner wuerde ich bleiben ;) ~> sehr schoener tex |
| Sugar_Nightrose | Für mich ist ein guter Mensch jemand der sich für alle Lebewesen einsetzt, für denen alle gleich viel Wert sind, jemand der Tolerant ist und keine Vorurteile hat (jeder Mensch hat wohl irgendwo Vorurteile), jemand der einfach Gerecht ist und niemanden beschimpft oder fertig macht. |