| FallenSisko | Wie stark ist man für seine Familie in der jetzigen Zeit verantwortlich? Inwieweit ist ein Vater für seinen erwachsenen Sohn verantwortlich, der Drogen nimmt und seinen ganzes Leben vergeudet? Wie stark ist eine Tochter für ihren Vater verantwortlich, der sein ganzes Leben versäuft und irgendwann einmal im Heim landet? Wie stark dürfen familäre Bande in das eigene Leben eingreifen? Verwandte sucht man sich ja nicht aus. Man wird hineingeboren. Manche unter uns sind erst schwarz geworden weil sie schlechte Erfahrungen mit ihren Eltern gemacht haben. Manche brechen ihren Kontakt ganz zu ihren Eltern und Verwandten ab. Ist das gerecht? Wo die Eltern doch 18 Jahre einen durchgefüttert und erzogen haben. Viele die ein kleines Kind haben wissen was das für eine Arbeit ist. Ist es dann gerecht im Erwachsenalter sich davon zu machen? Meine Frage: Wie weit geht die familäre Verantwortung? |
| gin'iro | Wie weit? Das ist eine gute Frage! Meiner Meinung nach muss das jeder mit seiner persönlichen Vorstellung von Zwischenmenschlichkeit ausmachen. Ich kann nicht pauschalisieren, ob ich mich im gleichen Masse um meine Verwandten und meine Eltern etc kümmern würde, wie ein anderer es tut. Die persönliche Geschichte, wie auch eigene Erfahrungen (aber auch Zwänge!) sind hier die unschätzbaren Ratgeber, die letztendlich den Ausschlag geben. |
| Desdemona | wie weit is gut ich fühle mich verantwortlich für meine mutter da sie schwer krank ist und mein vater habe ich eine zeitlang gehasst aber das legte sich mit der zeit man wird eben nicht umsonst älter verantwortung für meine schwester in so weit das ich sie unterstütze und der rest meiner sogenannten familie kann mir gestohlen bleiben aber jeder muss das für sich wissen man kann da keine pauschale treffen kommt drauf an wie man bereit ist zu helfen und von sich selbst zu geben ohne sich dabei selbst zu zerstören oder auf der strecke bleibt |
| Black Phantom | Grundsätzlich bin ich dazu bereit zu helfen so gut ich kann, aber nicht meiner Familie. Sie haben mich kaputt gemacht und dafür helf ich ihnen nicht auch noch. Meine "biologische" familie ist für mich gestorben, aber meine Freunde sind meine Familie und denen helf ich so gut es geht |
| FallenSisko | Wie weit.... jeder muß es für sich selbst wissen... hmmm Wenn wir die Sache mal ganz abstrakt sehen und nach gängigen ethisch moralischen Werten urteilen. Wie weit wäre dann wie weit? Das Problem mit den Verwandten zieht sich ja durch das [B]ganze Leben[/B]. Es hindert einen am glücklich werden. Oder? Wäre dann eine moralisch ethische Grenze überschritten, bei der man sagt "nun reicht es... bleibt mir doch gestohlen"?! |
| Black Phantom | Das Wort Familie ist mit soviel Verantwortung belastet... Für mich bedeutet das wort Familie nicht. Ich hab meinen Verwandten gegenüber nicht mehr Verantwortung als meinen Freunden. Seine Familie kann man sich nicht mal aussuchen. Die Verantwortung wäre aufgezwungen nd deshalb (für mich falsch) Soll ich mich gegenüber jemandem der mich jahrelang verprügelt hat zu mehr Verantwortung verpflichtet fühlen als zu jemandem der mir Hilft nur weil er mein Vater ist? So wie es in den Wald herein schallt, so schallt es zurück. Und da ists mir egal ob Familie oder nicht |
| Desdemona | wenn jemand der sich eltern schimpft so ist dann ist es billig und recht sie zu verbannen ich mein es verdient nur der beachtung der nicht ein anderes leben zerstört |
| kjeltring | interessante frage ... auch wenn ich es früher nicht glauben wollte und gehofft habe, dass sich viele meiner probleme ohne familie lösen werden, es gibt schon sowas wie eine familiäre verantwortung. besonders bewusst wurde mir das, als ich selber mutter wurde. irgendwie sehe ich dadurch meine eltern in einem anderen licht. wer glaubt, sich durch rückzug schützen zu können belügt sich. ich habe das mit meinem vater so gehandhabt und bereue heute sehr, vieles vor seinem tod nicht angesprochen zu haben (später bereuen ist natürlich viel einfach, als seinen mutzusammenzunehmen und zu reden - hätte ich mich eh nie getraut). eltern sein ist sicher nicht einfach, aber man sollte seinen eltern nicht alles durchgehen lassen. auch das ist für mich verantwortung, nicht nur für seine eltern, die auf einen anruf hoffen oder sich einen besuch wünschen. auch verantwortung für einen selber, für die eigenen gefühle und enttäuschungen, die man erlebt hat und die man verarbeiten muss, um leben zu können klingt vielleicht etwas wirr, ich weiß nicht, wie ich es sonst ausdrücken soll |
| sto | [QUOTE][i]Original geschrieben von Black Phantom [/i] [B] So wie es in den Wald herein schallt, so schallt es zurück. [/B][/QUOTE] das trifft es meiner meinung nach ziemlich gut !!! ich fuer meinen teil werde wohl recht viel verantwortung uebernehmen, da mir meine familie, insbesondere meine eltern, ein sehr schoenes leben ermoeglichten und immernoch ermoeglichen... man beruecksichtigt wohl fuer sich selbst, was man mit seiner familie erlebt hat und wird dementsprechend im "alter" handeln ... denn ich wuerde es auch nicht einsehen, wenn meine kindheit durch meine familie zerstoert wurde dann auch ncoh mein leben zersteoren zu lassen, nur weil die gesellschaft sagt, das ich verantowrtung uebernehmen muesste ! mit gruessen... |
| seelenmord | Salut, ich möchte gern auf die einzelnen Fragen eingehen um den Bezug herzustellen ... [quote]Inwieweit ist ein Vater für seinen erwachsenen Sohn verantwortlich, der Drogen nimmt und seinen ganzes Leben vergeudet?[/quote] Ist Drogen nehmen = gleich Leben vergeuden? Unabhängig davon denke ich, daß Eltern so lange die Kinder die Pubertät nicht hinter sich "gebracht" haben schon eine große Verantwortung für die spätere Entwicklung des Kindes tragen. Denn sie leben den Kindern ein mögliches "Leben" vor ... was sie davon in ihr "Leben" mit übernehmen ist sicherlich ein längerer Prozess, der mit der Pubertät - und damit auch dem intensiven Ausbilden des eigenen Charakters, der eigenen Individualität - beginnt ... Wenn ein erwachsenes Kind dann nichts finden konnte woran er sich festhalten kann (und sei es das Gegenteil des elternlichen Lebens) und daraufhin vlei in der Gesellschaft "untergeht" - sie sind die Wurzeln sicherlich in der Vergangenheit zu suchen ... [quote]Wie stark ist eine Tochter für ihren Vater verantwortlich, der sein ganzes Leben versäuft und irgendwann einmal im Heim landet?[/quote] Tja geht man mal davon aus, das der Vater mal einen Halt hatte - so müßte man jetzt überlegen wo dieser Halt verloren gegangen ist und ich denke, daß wenn ein Teil der Familie keinen Halt mehr in ihr findet das Verhältnis innerhalb dieser eh angespannt/gebrochen ist ... Und daran haben sicherlich alle ein bissl Schuld!? [quote]Wie stark dürfen familäre Bande in das eigene Leben eingreifen?[/quote] "Eingreifen" iss sicherlich der falsche Ansatz ... Aufzeigen von Möglichkeiten, Geben von Wärme, Zuneigung und Verständnis sind m.E. die richtigen Ansatzpunkte ... Nächtliche Grüße, sm |
| belly.white | wenn es dann darum geht, dass ein familienmitglied der hilfe der anderen bedarf (meinetwegen krankheit), ist es schon wünschenswert, dass sich der jenige auf seine familie verlassen kann ! in einigen fällen ist es leider "nur" die familie, die einem kompromislos hilft (jablabla, in solchen zeigt sich auch, was eine gute freundschaft ist und was nicht) so, und jetzt werde ich mal persönlicher und versuch nicht allgemein zu sprechen... ich finde es ziemlich schwer mit älteren leuten umzugehen - ok, bzw. mit einer person - ich fühle mich irgendwo verpflichtet zu helfen - weiss nicht, WIE ich helfen kann , weiss, dass ich blöderweise unter dingen leide, die diese person (weisgott NICHT böswillig) "so mitsich bringt" vlei ist es einfach nur das problem jeden tag krankkeit, sterblichkeit und schwäche so krass vor augen zu haben (oder mir das zumindest einbilde ?) äh, ja soweit ..... |