| IFO | Manchmal frage ich mich, warum ich mir über diverse Dinge überhaupt Gedanken mache. Nicht das ich zu faul wäre dafür, nein, viel mehr komme ich immer wieder zu dem Entschluss, dass ich sowieso zu wenig weiß, um zu einem endgültigen Schlusspunkt zu kommen. Ein paar Leute bescheinigen mir zwar, dass ich durchaus einen guten Allgemeinbildungstand habe, ich selbst bin aber eher weniger dieser Meinung. Wenn ich z.B. sehe was hier manche Leute am Board alles wissen, dann werde ich ehrlich gesagt öfters ziemlich neidisch. Meine Frage daher ist (da ich zur Vergesslichkeit neige), wie ihr mit dem Wissen umgeht, was uns täglich aus den Medien, aus Büchern, aus dem Internet usw. erreicht. Wie speichert ihr wichtiges und wie filtert ihr unwichtiges raus? Ich hoffe man versteht heraus, was ich meine, meine schriftliche Rhetorik ist auch nicht gerade die beste. Mit 17 hat man schon Probleme... *g* |
| melpomene | also was die vergesslichkeit angeht... DAS kenn ich... (hilft dir jetzt wahrscheinlich nix aba was solls...) wie meinst du das, nicht zu einem endpunkt zu kommen? findest du auf ganz allgemeine fragen nicht die passende antwort oder stellst du dir fragen auf die es keine ultimative antwort gibt? wie zb. der sinn des lebens oder was weiß ich... und warum denkst du zu wenig zu wissen? nur weil andere scheinbar klüger sind? muss ja auch nicht heißen, wenn sich jemand "geschwollen" ausdrückt ist er gleich schlauer... und zu der frage mit dem wissen aufnehmen u. behalten: bei mir ist es oft/manchmal/wie auch immer so, dass gerade die unwichtigen sachen hängen bleiben... eine methode sich was zu behalten (von der mein vater so begeistert ist... :rolleyes: ) wäre sich die dinge als bilder zu merken... so telefonnummern zu jeder zahl ein bild... bei mir funktioniert das leider nicht so wirklich... hm... also wie man jetzt am besten unwichtiges von wichtigem trennt kann ich dir wohl auch nicht wirklich sagen... hab da meistens etwas andere vorstellung von wichtigkeit... politisches oder so ist mir zb. irgendwie zu... komplex... ich versteh da die zusammenhänge net... bin wahrscheinlich ein beispiel dafür das nicht alle hier die weisheit mit dem löffel gefressen haben... zu deiner beruhigung... ;) hoffe ich war jetzt nicht wieder allzu wirr... lieben gruß mel. |
| Menedemos | Ich denke, das wichtigste ist, nie aufzuhören, sich Fragen zu stellen. Und auch die eigenen Überzeugungen in Frage zu stellen. Wer auf festes, endgültiges Wissen aus ist, wird es am wenigsten erreichen. Und nur wer sich immerzu Fragen stellt, vermag auch sinnvoll Wissen abzuspeichern, glaube ich. Irgendwo müssen die Informationen andocken, einen Hafen finden, Informationen, die einen nicht wirklich interessieren, speichert das Gehirn nicht ab - und zwar völlig zu Recht. Denn was sollte man damit auch anfangen? Im übrigen kann Wissen auch ein Fluch sein. Ein Nimbus der Unheimlichkeit umgibt den Weisen stets. Angestrengte Unruhe erfüllt den Wissenden immer, weil er sich seines Wissens des Nichtwissens oder Wenigwissens ständig bewußt ist. Und er ist unberechenbar für andere Menschen, weil seine Meinungsumschwünge jäh kommen. Und, um Platon zu zitieren, ist der weise Mensch, der Philosoph, ein Kind und Freund des Todes: [quote] Denn der Leib macht uns tausenderlei zu schaffen wegen der notwendigen Nahrung, dann auch, wenn uns Krankheiten zustoßen, verhindern uns diese auf der Suche nach Wahrheit, und auch mit Gelüsten und Begierden, Furcht und mancherlei Schattenbildern und vielen Kindereien erfüllt er uns; so daß recht in Wahrheit, wir um seinetwillen nicht einmal dazukommen, auch nur irgend etwas richtig zu erkennen. Denn auch Kriege und Unruhen erregt uns nichts anderes als der Leib und seine Begierden. Denn über den Besitz von Gut und Geld entstehen alle Kriege, und diese müssen wir haben des Leibes wegen, weil wir seiner Pflege dienstbar sind, und daher fehlt es uns an Muße, der Wahrheit nachzutrachten. [...] Wenn wir je etwas rein erkennen wollen, müssen wir uns vom Leibe losmachen und mit der Seele die Dinge selbst schauen. Und offenbar dann erst werden wir haben, was wir begehren und dessen Liebhaber wir zu sein behaupten, die Weisheit, wenn wir tot sein werden, solange wir leben aber nicht. Denn wenn es nicht möglich ist, mit dem Leibe etwas rein zu erkennen: so können wir nur eines von beidem, entweder niemals zum Wissen zu gelangen oder nach dem Tode. Denn allsbald wird die Seele für sich allein sein, vorher aber nicht. Und solange wir leben, werden wir nur dann dem Erkennen am nächsten sein, wenn wir, soviel wie möglich, mit dem Leibe nichts zu schaffen noch gemein haben und wir uns von ihm rein halten, bis der Gott selbst uns befreit.[/quote] (Phaidon) |
| Nicon | Vorweg: Ich will dich nicht angreifen! Du schreibst, dass du keine Lösung deiner selbst gestellten Fragen bekommst, weil dir das nötige Wissen fehlt. Ich denke auch über viele Fragen Ewigkeiten nach und komme zu keinem Entschluss, doch dies sind meist philosophische Fragen. Einfachstes Beispiel bzw. die Frage, die sich jeder Mensch schon einmal gestellt hat: Welchen Sinn hat das Leben? Ich denke diese Antwort wirst du erst erfahren, wenn dein Leben zu Ende ist oder auch gar nicht, wer weiß schon, was mit einem nach dem Tod passiert. Aber das ist ein anderes Thema, welches ich hier nicht zur Diskussion freigeben möchte. Zurück zu dir: Ich bin der Meinung, dass es unmöglich ist Fragen auf Grund fehlenden Wissens nciht beantworten zu können. Denn erstens verfügt jeder über ein Gehirn, welches er auch benutzen kann/sollte und jedem Menschen fehlt wissen - selbst wenn er in bestimmten Fachbereichen alles weiß, so kann er nicht alles wissen. Hier endet anscheinend dein Versuch die Fragen zu lösen. Doch man kann sich doch überall informieren. Sei es das Internet oder die Bibliothek der Stadt! Ich bezeichne mein Allgemeinwissen als gut ausgebildet. Das hängt damit zusammen, dass mein sehr belesender Vater nicht den Fehler macht und mir sein Wissen vorenthält. Zugleich informiere ich mich natürlich auch. Tägliche Nachrichten gehören dazu, wie meine - damalige- kranke Zeit, als ich tatsächlich das Lexikon las. Nun gut, bin nicht weit gekommen, doch dadurch, dass es so absurd war, merke ich mir erstaunlich viel. Zur Vergesslichkeit: Ich bin in meinen bisherigen - weisen *g* - 17 Lebensjahren zu der Überzeugung gekommen, dass das Merken gewisser Sachen abhänig vom Interesse ist. Bestes Beispiel: DIE SCHULE. Selbst wenn man versucht bei einem langweiligen Thema aufmerksam zu folgen ist das Meiste trotzdem schnell vergessen. Doch beschäftigt man sich selbst mit bestimmten Thematiken merkt man sich weit mehr. Mein peinliches Beispiel dafür: Mein damaliges Riesen-Interesse für Fußball (das Interesse ist noch vorhanden, aber stark abgeschwächt), so wusste ich nach 5 Jahren (mit 14) immernoch, wer 1993 sonst was gewonnen hat und wer die Tore geschossen hat. Nun zur letzten Frage: Wie speichere ich Wissen? Ich gehe mal von Wissen aus, welches ich für uninteressant befinde, aber trotzdem wichtig ist: Schulstoff zum Beispiel! Da habe ich auch kein Patentrezept, dafür brauch man bloß einen Blick auf mein Zeugnis werfen! *verlegen* Vielleicht wäre es hilfreich tiefer zu graben und nach interessanten Punkten zu suchen. Das hat manchmal bei mir auch geholfen! @mel: Mit der Bildmerkerein kann ich auch nichts anfangen ;) Wow, was ein Einstiegspost. Na ja, ich habe halt nichts zu tun *g* |
| justme23 | Du sagst/schreibst das es dir schwer fällt Informationen zu filtern? Ich glaube das ist vollkommen normal, im Endeffekt geht es nicht darum sie zu filtern sondern irgendwas zu behalten, und dann aus den Zusammenhängen herausfolgern, so mach ich das immer.Am Anfang kommt dabei ne Menge Mist raus, aber je länger du das probierst desto mehr merkst du das es tatsächlich klappt.Man hört oft(vorallem in der Schule)dass man wissen filtern muss, am Ende konzentriert man sich nur aufs Filtern und Zusammenhänge, die einem hätten helfen können, gehen verloren.Übrigens darf man fragen ob du viel liest?das trainiert die Auffassungsgabe ziemlich(grrr, hör mich schon an wie nen Lehrer)Ich hab jedenfalls das gefühl das es klappt. Übrigens ist es ziemlich Witzlos sich ständig mit anderen zu vergleichen, gerade in Foren, wie Nicon bereits anmerkte, man behält vorallem Dinge die einen Interressieren, und das ist glaube ich bei den Themen hier sehr spezifisch, die einen haben Know-how weil es sie interessiert und sie sich mit den Themen auseinader-gesetzt haben und die anderen müssen auf ihre Allgemein-bildung zurückgreifen.Du kannst wohl Gift darauf nehmen das du denen in anderen bereichen überlegen bist. Zu guter letzt: Ich würd mich durch das"wissen" anderer nie einschüchtern lassen...wenn du die Posts hier mal überdenkst, merkst du das bei einigen eher Halbwissen als alles andere dahintersteckt(mich impliziert) |
| EinerVonVielen | Eigentlich wurde schon vieles gesagt, dem ich nichts hinzufügen möchte. Ausser: Die Erkenntnis ist Weisheit Das Wissen ansich ist brauchbarer "Müll" Was ich damit sagen möchte, ist, dass Wissen ohne Erkenntnis nicht ganz sinnlos ist. Manche Abläufe lassen sich auch durch Erlernen des Vorganges bewältigen, ohne dass man den Prozess versteht. (ein Beispiel: Wieviele Schüler saßen schon im Mathematikunterricht, ohne jegliche Erkenntnis am Thema und haben doch ihr Abitur geschafft, weil sie die Lösungswege auswendig gelernt haben?) grüsse EVV |
| Mahsheed | Ich weiß nicht genau, ob ich dich EVV, richtig verstanden habe, daher könnte es sein, dass sich unsere Gedanken etwas ähneln ... IFO, ich denke, dass du vieles bei oder von anderen liest, was du (noch) nicht kennst, vielleicht ganz einfach, weil es dich (bisher) (noch) nicht interessiert hat oder weil du mit 17 Jahren noch genug Zeit haben wirst, immer mehr dazuzulernen. Damit meine ich nicht nur Allgemeinbildung, die sicherlich auch. Ich glaube, dass man, je älter man wird, durch gewachsene Erfahrungen besser Unwissen wegretuschieren/verstecken kann, so dass sich vieles oft sehr klug anhört ... Da also, wo eine geschickte Formulierung eine Lücke verbergen kann. Außerdem handelt man vielleicht verstärkter "locker aus dem Ärmel" oder "aus dem Gespür" heraus. Es wird wieder andere Leute geben, die von dir lesen und beeindruckt die Kinnlade fallen lassen ... Mein Rat an dich ist, dich mit den Sachen zu beschäftigen, die DICH interessieren, die dir Spaß machen, sie zu vertiefen. Von jedem beliebigen Punkt aus kann man sich, seine Welt stückweise Radius über Radius ein wenig erobern, also auch von Sachen aus, denen du dich gern widmest. Die Informationen sind zu groß, zu unübersichtlich, um sie gänzlich fassen oder überschauen zu können. Ich glaube nicht, dass es möglich ist, alles zu erfassen. Und auch nicht, dass es Spaß macht und deiner Werdung gut tut, uninteressanten Dingen, zwanghaft hinterherzuhecheln mit der Befürchtung, etwas verpasst zu haben. Anhand deines Ausgangspunktes, also deiner eigenen Interessen könntest du beginnen, DEINE Welt zu ordnen. Weißt du, wie ich das meine? Meines Erachtens ist niemand dumm. Es gibt nur die Ängstlicheren, die sich von der Flut an Informationen überfallen und beeindruckt fühlen, so dass sie in eine Art Starre verfallen, die sie hindert, Struktur in das Chaos zu bringen, und selbstbewusst ihren Weg zu gehen, bis sie sich daraus befreit haben. Ich denke, dass nicht zählt, wieviel kg oder Tonnen Allgemeinwissen (was auch immer) man auf die Waage bekommt. In meinen Augen zählt, bestmöglich, bestglücklich, möglichst zufrieden sein Leben leben zu können, seine eigenen Interessen nicht völlig hintenan und sich damit unglücklich gemacht zu haben. Das ist großer Reichtum, weil das Wissen dann reichen kann, um Glück zu empfinden. Was anderes sollte denn ein höheres Gut darstellen, das es zu erstreben gäbe, als dass man glücklich ist? Um mit sich selbst zufriedener zu werden, gehört bestimmt auch das Erlernen der realistischen Einschätzung seiner eigenen Potenziale ... und das Abfinden damit, dass man nicht alles erlernen, verstehen kann und wird. |
| IFO | Danke nochmals an alle, die sich bereit erklärt haben, um in dieses Topic zu schreiben. ;) Ich werde mir eure Ratschläge zu Herzen nehmen und hoffen, dass sich das "Problem" von alleine lösen wird. Jedenfalls wollte ich nochmal anmerken, dass das fehlende Interesse nicht das Problem ist, ich interessiere mich für viele Dinge, wie z.B. für Politik, Philosophie usw. Das ich nicht alles wissen kann, ist mir durchaus bewusst, aber nichtsdestotrotz schadet eine gewisse Bildung in diversen Aspekten ja nie. |
| Mahsheed | Sicher nicht ... Vielleicht braucht es etwas Geduld ... So schnell kann man nicht alles aufnehmen ... |
| IFO | Ich habe mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt, von "allein" löst es sich sicher nicht, eher meinte ich, dass es sich mit der Zeit lösen wird, also ganz der Formel: je älter desto mehr Wissen. Naja, ich bin heute etwas durch den Wind, also sorry für diesen debilen Ausrutscher. |
| lingdark | bei mir hat sich das in letzter zeit folgendermaßen ergeben: ich kann mir fachwissen und dinge die zum auswendiglernen nicht mehr merken und vergesse auch gespräche und dinge die ich gesagt habe ganz schnell (nein das liegt nicht an übermäßigem drogenkonsum;) ) und dafür gedanken die ich gedacht habe oder die ich gelesen habe bleiben unausweichlich in meinem kopf und wachsen arbeiten oder tun da sonst was. das is einfach durch eine völlig selektive wahrnehmung meinerseits bestimmt, da ich dingen die ich nachschlagen kann oder die aus einer bedeutungslosen momentanen situation enstehen einfach keinen sinn zusprechen kann und meinen gedanken dafür schon irgendwo irgendwie..irgendwann:) und das war schon früher so bei mir, z.b. ein regelwerk zu einem fantasy spiel hab ich gelesen und konnte es, aber der bio stoff..naja:) du kanns dich aber auch nich zwingen irgendwas wichtig zufinden, du kanns nur langsam daran arbeiten dich selber zu programmieren...womit man jetzt über den freien willen diskutieren könnte :dicht: aba naja übrigens j'ai 17 ans aussi :) |