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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Geschlechtergerechte Sprache?
LaChatteLiebe Mit- und Ohne-Glieder!!

Die Emann - bzw Efrauzipation der GeschlechterInnen macht es leider unvermeidlich, dass wir uns und unsinnen manchmal in ziemlich umständlichen Formulierungen ausdrücken.

Da wars doch früher viel einfacher, als Mann noch das Recht hatte, eine Versammlung von katholischen Nonnen ohne weiteres mit "sehr geehrte Herren!" anzusprechen, ohne Firlefanz...

Mal im Ernst: findet ihr eine geschlechtergerechte Sprache wichtig, unabdingbar, blöd, überflüssig? Wie redet und schreibt ihr selber? Auf was achtet ihr?

Schliesslich gilt ja auch noch: Auch wer keine Entscheidung trifft, hat eine Entscheidung getroffen.

Bin gespannt auf die Antworten!
CyberpaganDazu nur das hier:

Wer in der heutigen Zeit lebt, hat's schwer. Wer Heide ist, hat's schwer. Wer sich mit Computern einläßt, hat's schwer. Wer in einem Verein ist, sowieso - aber alles zusammen ist ein bißchen viel. Außerdem ist es oft schwer, ernst zu bleiben. Dennoch will ich es hier einmal versuchen, obwohl die Geschichte, die ich erzählen will, einer gewissen Komik nicht entbehrt.
Sie beginnt wie üblich mit den Worten es war einmal ...

Es war einmal ein Recht schaffender Beamter, der wohnte mit seiner Hexe und den zwei Kindern in einem weitläufigen Haus am Rande der christlichen Zivilisation. Da er nach Jahren des Eigenbrödler-Seins von demselben genug hatte, entschloß er sich, dem sich abzeichnenden Gründungsgebaren eines heidnischen Vereines keinerlei Widerstände entgegenzusetzen. Nach gründlicher Prüfung der Satzung, des Grundgesetzes, seines Diensteides und der allgemeinen Gesetze fand er sich dann auch im Clan wieder.
So hatte er - nennen wir ihn Ciaran - also eigentlich einen sicheren Hafen erreicht und hätte ruhig und in Frieden leben können, wäre - ja, wäre da nicht in Gestalt seiner Frau ein überaus a(ttra)ktives Vorstandsmitglied gewesen. Und das in seiner Wohnung! Erschwerend kam hinzu, daß sein geliebter DOSe-Computer nunmehr für allerlei erbauliche Schreiben genutzt wurde, so daß ihm kaum Zeit für die produktive Arbeit mit dem Flugsimulator oder Tank Blaster blieb. Aber auch das verwand er nach einigem Zähneknirschen und wandte sich anderen Ereignissen zu.

Eines Tages aber, als er gedankenverloren und eine komplizierte Melodie im Kopf wälzend in den umherliegenden Schriftstücken des Clans blätterte, die zahlreich und immer zahlreicher auf den Haushalt herniedergingen, blieb sein Blick wie gebannt an einem Wort hängen: Heidinnen. Der Weiblichkeit immer schon zugeneigt, vertiefte er sich in das Schreiben. Nach einigem Hin- und Herüberlegen stand für ihn fest: hier ist Handlungsbedarf!
Allein, man soll nichts übers Knie brechen. So wandte er sich an seine Göttingattin.
"Ach, Liebes, " sprach er, "sag mir doch: findest Du es denn anstößig, einfach als Heide angeredet zu werden?"
Die beste Ehefrau von allen ( in der Rangfolge der Freundinnen hatte er sich noch nicht entschieden ) sah in verwundert an.
"Welche Rede, oh Mann, ist deinen Lippen entflohen? Ich selbsten verfasse diese Briefe, in denen der Heide vorkommt. Da sollte ich mich daran stoßen? Nie und nimmer!"
Damit wandte sie sich wieder dem Honig zu, der darauf wartete, in die Flasche zu kommen, um irgendwann als Met verwandelt im Bauch eines betrunkenen Goden zu landen. Voller Zweifel nutzte Ciaran die Gunst der Stunde, setzte sich zum unbenutzten Telefon und fragte Bekannte und Freunde zu der Sache.

So vergingen einige Tage, und danach stand Ciarans Entschluß fest: es muß gehandelt werden. Immer schon hatte er nach dem Motto gelebt: Was Du heute kannst entkorken, das verschiebe nicht auf Morken! So setzte er erst sich hin und dann seinen Plan in die Tat um. Begünstigt durch eine im Nebenzimmer stattfindende Diskussion über Oberweiten und wie man sie vorspiegelt - es war gerade der Bauchtanz-Coven zu Gast - setzte er sich an den verwaisten Computer und begann.
Seit Jahren schon hatte er auf eine Gelegenheit gewartet, seine Kenntnisse der DV-Maschinen einmal sinnbringend an die Frau zu bringen. Es ging ja auch wirklich zu weit, daß Menschen weiblichen Geschlechts als Heiden angeredet wurden! Ein sanfter Eingriff in das Lexikalische Modul, gekoppelt mit einer Umdefinition einer Subklasse, brachte schließlich den gewünschten Erfolg.
Während drüben die Frauen redeten, die Mondin durch die Fenster schien und die Tee immer neu gekocht werden mußte, besah Ciaran sich ihr Werk: Alles, was als Textin in die Computerin eingetippt wurde, wurde durch die lexikalische Analysatorin geprüft und in der gegebenen Falle in die weibliche Pedantin umgewandelt. Hinfort mit all der chauvinistischen Gerede! Sogar die Präpositionen erfaßte die Programmin. Besonders stolz war Ciaran auf ihre Unterroutine, die zu jeder maskulinen Wörtin die weibliche Förmin fand. Zufrieden lehnte sie sich zurück und ließ die Finger über die Keyboard (unverändert, da agermanische Fremdvokablin) gleiten. Wie von selbst formten sich die Buchstaben zu Ab- und -Sätzen.
Liebe Mitgliederinnen,
(hier erging sich Ciaran in Überlegungen, ob es nicht eine bessere Wörtin gebe - allein, ihr fiel nichts ein)
nachdem die Lugnasad-Feste näherrückt und die Metin meine Zimmerin mit einer feinen Düftin durchwölkt, ist es an der Zeit, (keine Programmfehlerin - die Dativ von die Zeit heißt nunmal der Zeit), daß frau sich auf die Sinnin der Feste einstellt. Meine Horoskopin sagte mir, ich brauche nur meiner Gedankin freie Läufin zu lassen, um hinter die Geheimnissin der Leben zu kommen.
Die Vorhang zu der Nebenzimmer ging auf, und ihre Gattinin erschien.
"Ach, Männin," fragte sie, "laß doch die Computerin und setzt sich zu uns an die Tischin. Spiel' uns auf der Harfin doch eine Stückin von Ni Charolan vor!"
"Neinin, " sagte Ciaranin, "ich muß meine Programmin noch auf Diskettin hämmern - sonst gibt es noch Datenverlustin, wenn die Stromin ausfällt."
"Du hast wirklich eine Sicherheitsfimmelin", seufzte die Gattinin und ging zurück zu ihren Freundinnen (ha, neuronale Netzinnen sind feinin - Femininin erkannt!) Wieder klang die Geräuschin türkischer Musik und klirrender Tellerinnen auf.
So rege ich an, daß ihr die hinten abgedruckte Textin durchlest und eure eigene Ritualin macht - mit der Gehörnten und der Göttinin, mit der Windin, der Erdin, der Wasserin und der Luft. Setzt euch einfach in die Pentagrammin und laßt die Energiin durch eure Körperin strömen. Zu unserer Treffin können wir dann unsere Ritualin austauschen.
Ciaran grübelte. Wieso reagierte die Computerin auf Göttin mit Göttinin? Etwa Perfektinbildung durch Reduplikationin? Oder eine Bugin in einer Untermodulin? Ihre Gedankinnen fingen die Rasin an. Jetzt bloß keine rekursive Unterprogrammin ...
Da wir uns an der Innin treffen wollen, schlage ich vor, daß die Vorständin eine Plätzin in Reichweitin der Gewässerin aussucht, auf der wir unsere Zeltinnin aufschlagen können. Die Kostinbeiträgin beträgt nach der ersten Überschlägin 20 DMin.
Stop, die Ganze in die Zwischenspeicherin, und an die Cursorinpositionin eingefügt.
Da wir uns an der Inninin treffen wollen, schlage ich vor, daß die Vorständinin eine Plätzinin inin Reichweitinin der Gewässerininin aussucht, auf der wir unsere Zeltinninin aufschlagen können.
Scheißin! Die Pointerin zeigt in die Nirwanin! Pointerinnen sind wie Asatruinnen: immerzu müssen sie initialisiert werdinnen! Also noch malin.
Da wir uns an der Inninininininininininininininininininini...

RESETin!
Hauptspeicherin wird geprüft - Handshaking in Ordnung ...
CRTLin - ALTin- DELin !!!!
...
siep siep - gurgel gurgel - heul heul -
...
BIOS o.k. Hauptspeicher wird geprüft ...
Nur gut, dachte Ciaran, daß ich einen Sicherheitskop von dem Datei gezogen habe - zurück auf den Platterich und der Sach ist geritzt.
So kam es, daß auch heute noch in allen Schreiben des Clans nur die Heiden und nie die Heidis angesprochen werden.
Ciarans Vorliebe für Menschen weiblichen Geschlechtes tat die Geschichte übrigens keinen Abbruch. Er pfiff hinfort auf Artikel und beschäftigte sich direkt mit den Personen.
So warten die Heidinnen immer noch auf die geniale Programmiererin, die sowohl alle Fallstricke der Grammatik als auch das Pendant zu Mitglied kennt und umsetzen kann - in C, natürlich, denn Pascal ist männlich ...
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann wird es langsam Zeit.

-geschrieben vor ein paar Jahren von einem guten Freund von mir, [URL=http://www.ruadh.de]Fionn Ruadh[/URL]-
isidorAchtung, nicht ganz ernst nehmen, aber irgendwie ist doch was dran!:

Gründet sich die urmännliche Kommunikation nicht letztlich auf Grunzlauten?
Ich mein, in einer Männerrunde reicht es doch, wenn man ein neues Bier haben will, etwas in der art wie "Ung-Hniärgl-Öh!"
von sich zu geben und wild mit den Fingern zu fuchteln.

Dann hätten wir die Freuden höherer Kommunikation ja den Frauen zu verdanken!?


Aber mal ernsthaft:
Ich denke, die ganze Sache sollte man nicht zu wichtig nehmen.
Ein wenig Respekt vorm andern Geschlecht, ein wenig Taktgefühl und schon gehts doch.
Ansonsten halte ich mich an die goldene regel, die seit den Römern gilt: Im Zweifel gilt das Maskulinum stellvertretend für beide Geschlechter.
Oder fragt ihr: "Ist hier Jemand oder Jemandin?"
Náessëja, dem Stimme ich auch zu. Im endeffekt ist es doch egal auf welchem Nenner man sich Verbal trifft.
Wie man miteinander Redet ist doch auch immer abhängig mit wem man spricht. Es heisst nicht umsonst, "auf ihn bin ich nicht so gut zu sprechen", dann lässt man es eben und sucht sich jemand anderes mit dem man sich austauschen kann.

Im Grossen und Ganzen ist es doch nur wichtig das man genug Respeckt hat und sich nicht gegenseitig beleidigt.
InvertedDreamsprache ist immer eine kompromislösung - wie soll den eine gerechte sprache aussehen?!

ein blödes beispiel, aus dem munde eines politikers:
"liebe mitglieder und mitgliederinnen..."

plural ist wohl schon feminin (oder vielleicht eher asexuell?), warum noch mal ne weibliche endung ran hängen?
ausserdem, DAS mitglied, die mitgliederin?! wo bleibt da die männliche variante? etwa der mitglied(er)?

sprache sollte man nicht gewaltsam verändern wollen, notwendiges passiert von allein...
DemonOfLoveunsere Deutschlehrerin setzt sich (zumindest im unterricht) ziemlich für diese "geschlechtergerechte" sprache ein...
statt: man nehme... zB frau nehme...
und ich hasse es... ich meine emanzipation schön und gut, aber das geht schon ein wenig zuweit... sprache sollte sich selbst ergeben... es wird sich schon von allein geben... ansonsten macht man nur alles wieder unnötig kompliziert...
NiennaAlso ich finde ja bei der Sprache hört die Emanzipation auf. Was soll das? Die Männer unterdrücken, soll man denn kein "man" mehr benutzen? Muss der Mann dann auch "frau" dazu sagen?
Das Größte war es ja , als ich im Radio hörte, dass so ein paar Feministinnen vor haben die Bibel "Frugerecht" umzuschreiben.
Also nö....
HerrDerSchattenICh halte geschlechterspezifische sprache für den größten humbug den ich je gesehen habe.... gemacht von leuten die zuviel zeit hatten bzw haben.
Ich finde die emanzipation sinnvoll, aber diese Sprachvergewaltigung zerstört einfach nur die einfacheit der sprache...ein text mit man/frau; mitglieder/mitgliederinnen etc ist einfach unleserlich, und jeder MenschÄ(und auch die dümmste emanze) weiß was "schüler" bedeutet, da brauchts keine extra erwähnung.

p-s die grausamste sprachvergewaltigung hat wohl ein freund gehört "computsie", statt "computer"
Black SpikeIch kann keinen großen Unterschied feststellen in der Alltagssprache weiblicher und männlicher Jugendlicher....die übermäßige aufgezwungene Feminisierung der Sprache finde ich unökonomisch und glaube auch nicht, dass es sich deswegen durchsetzt.

Genau wie diese Reform, die damals alle Lehnwörter verbannen wollte (und aus Nase "Gesichtserker" machen wollte usw.)
Cyberpunk"Reicht mir mal bitte jemand die Salzstreuer[B]in[/B]"? :D

Natürlich ist das alles recht unsinnig, aber unsinnig ist so vieles, was ihm Rahmen der political correctness geschieht.
Besonders wenn "man" durch "frau" ersetzt wird. Da "man" kein flexierbares Wort ist, kann es folglich auch kein Genus haben. Es durch "frau" zu ersetzen ist also unsinnig, und sprachlich falsch.

Ebenso muss immer zwischen dem grammatikalischen und dem natürlichen Geschlecht unterschieden werden.
Oben wurde schon einmal das Beispiel "Mitglied" genannt. Mitglied ist vom grammatikalischen Geschlecht neutrum, und somit ist Mitgliederinnen schlichtweg falsch.

Maskulinisierungen wie im Lateinischen gibt es in der deutschen Sprache nicht, was schlichtweg daran liegt, dass das grammatikalische Geschlecht im Zweifelsfall immer dem Natürlichen übergeordnet wird. Das gilt für alle durchdeklinierbaren Wortgruppen.

Die deutsche Sprache ist also per se schon sehr emanzipiert. ;)
LaChatteIhr entäuscht mich! Geschlechtergerechte Sprache muss meiner Meinung nach weder kompliziert, noch umständlich, noch sonst was sein... Und wichtig ist sie!

Als offizieller Protest werde ich mich von nun an bemühen, grundsätzlich den weiblichen Formen den Vorzug zu geben, denn: Im Wort "Schülerin" ist der "Schüler" rein buchstabenmässig schon enthalten, umgekehrt aber nicht.

Und natürlich gehts bei den Wörtern um die Menschen! Was würde Schröder wohl sagen, wenn man ihn mit "Herr Bundeskanzlerin" anreden würde? Sagt nicht, es sei lächerlich, das umgekehrte passiert jeden Tag... und ist meiner Meinung nach genauso viel oder wenig lächerlich!
aaraenWenn mich jemand fragt, sage ich, ich bin "Wirtschaftsinformatiker". Ich sage nicht "Wirtschaftsinformatikerin", weil das für mich das selbe ist und man ja sieht, daß ich eine Frau bin ;-)
Wenn meine Kollegin sich aber lieber als "Managerin" bezeichnet, das spreche ich von ihr auch als " Managerin". Das ist einfach höflich und mir bricht da kein Zacken aus der Krone.
Im Normalfall verwende ich das "-in" oder "-innen" nur das, wenn es für den Kontext wesentlich ist zu betonen, es handle sich um Frauen. Normalerweise haben meine Freunde einen Hund. Wenn es jemand genau wissen will, es ist eine Hündin und die Katze meiner Vermieter ist ein Kater. Trotzdem bleibts ne Katze.
Die Franzosen sind da gar nicht pingelig. Die dritte Person im Plural (Sie) ist immer männlich (ils) solange auch nur ein Mann dabei ist. Die weiblich Form (elles) benutzt man nur für eine reine Frauengruppe. Dabei ist das reine Ansichtssache ob sich hier eine unzulässige Diskriminierung verbirgt.
Man könnte behaupten, die Frauen werden so ignoriert, daß sie erst dann durch das "elles" bedacht werden, wenn es gar nicht mehr anders geht. Andererseits könnte man es auch so sehen. Frauen sind so wichtig, daß es für sie eine eigene Bezeichnung gibt, die es für Männer nicht gibt, da das "ils" schließlich ebenso für gemischte Gruppen steht und nicht ausschließlich für Männer.
LaChatteNun, es hat einmal einer an meiner Tür geläutet (nur mit dem Nachnamen angeschrieben) und hat gefragt, "ist Herr Sowieso zuhause?" Da fühlte ich mich gar nicht angesprochen, ehrlich gesagt, und meinte nein. Und auf sein Nachfragen antwortete ich, es sei noch kein geeigneter Heiratskandidat vorhanden, seine Chancen, Herrn Sowieso hier anzutreffen, stünden also eher schlecht. Ich hatte den Eindruck, es sei ihm peinlich gewesen.

Und wenn ich als "Student" oder "Sekretär" angesprochen werde, passt das für mich gefühlsmässig auch nicht. Dann lieber "die Studierenden", oder korrekt die "Sekretärin". Warum wird da eigentlich das hier Amt standardmässig in der weiblichen Form bezeichnet? Das war übrigens auch nicht immer so...

Es würde auch keinem Mann einfallen zu sagen, "ich bin Krankenschwester", auch wenn die grosse Mehrheit dieses Berufsstandes Frauen sind, und das Wort eigentlich nur das Amt bezeichnet. Wenns umgekehrt funktioniert, nehmens die Herren eben auch sehr genau. Und das macht mich schon etwas misstrauisch...
LaChattenein, die Kraft ist ja schon sowieso weiblich... ich hoffe nun nur, dass kein Mann findet er müsste eigentlich Bürofachkrafter heissen:p

Andererseits soll ja das Weibliche nicht betont werden, sondern nur beide Geschlechter gleichmässig angesprochen werden...

Es gab ja mal so eine Kunstsprache, die funktionierte ungefähr so:

Das Student : neutrale Form
Der Studenter: Männliche Form
Die Studentin: Weibliche Form

Das widerspricht ja sehr unseren Sprachgewohnheiten, ist aber als Experiment durchaus interessant, finde ich... (keine Angst, ich sag auch nicht "der Studenter" oder "der Putzfrauer";) )
aaraenDie Amme ist immer weiblich.
Die Schwester auch.
Die Kraft ist auch weiblich, aber irgendwie auch keine Person, gelle?

Es geht in solchen Bezeichnungen nicht um den Menschen selbst, sondern um die Rolle, die er vertritt.
Eine Aushilfe ist immer eine Aushilfe und nie ein Aushilfer!
Ein Azubi ist immer ein Azubi und bitte keinesfalls eine Azubine. DAS ist nämlich peinlich!
Niemand redet seine Freundin mit Schätzin an! DER Schatz!
LaChatteIch glaub, man könnte den Thread in eine Stilblütenlese umfunktionieren...:D Hast ja recht, übertreiben ist auch nicht die Lösung. Und die Siebziger Jahre sind schliesslich schon eine Weile lang vorbei...

Andererseits ist manchmal der kleine Unterschied schon noch wichtig: Wenn ich einem meiner Kunden zum Beispiel sage "Andrea Müller ist Maurer" würde da mancher Bauklötze staunen, wenn auf einmal eine Frau auf der Baustelle steht.... da muss schon irgendwie präzisiert werden. Gilt ebenfalls, wenn ich sage "Andrea Müller ist Sekretärin", und dann ists ein Mann;). Die Unterscheidung ist auch gar nicht immer leicht. Ist Kanagasingam Sriransini ein Mann oder ein Frau?? Oder was meinst du bei Ecer Yilmaz? (Beispiele aus der Praxis *kopf zerbrech*)

Und wenn man von den korrupten Politikern und den faulen Beamten redet: KLAR SIND DAS MÄNNER, FRAUEN SIND JA SOOOOOO VIIIIEEEL BESSER!!;) Das Schöne an der Sprache ist ja, dass man immer das darunter verstehen kann, was man gerade will... Dazu noch eine weise Bemerkung, von wem weiss ich nicht mehr: "Die Gleichberechtigung ist erst dann verwirklicht, wenn auch mittelmässige Frauen in höchste Positionen kommen." Und das ist noch nicht ganz der Fall, auch wenn es in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gegeben hat.

Und du hast schon recht, das krampfhafte Bemühen, alle Formen zu berücksichtigen, bringt manchmal schon Sprachmonster hervor. Und im Zweifelsfall bin ich für den guten Stil...

Liebe Grüsse
Ein Häschen!:D
LaChatte[QUOTE][i]Original geschrieben von OrcaDesign [/i]
[B]
Gruß,
Orca - "alter Rammler"[/B][/QUOTE]

DAFÜR wirst du aber garantiert von allen Schwanz-ab-Emanzen heftigst geächtet werden, mein Lieber... pass auf!

Gruss, LC
LaChatteIch kann mit diesen Extremen auch nichts anfangen... Was wäre die Welt schon ohne Männer? Und ohne Frauen?

Ist "Häschen" eine Verweiblichung des Hasen/Häsin? Was ist dann das "Bübchen"? Oder das "Männchen"?

Ich finde, du hast recht: eine forcierte Trennerei verfestigt nur das Bild von getrennten und völlig verschiedenen Geschlechtern. Ich finde es aber doch sinnvoll, einfach ein kleines Auge darauf zu haben, wie man formuliert. Denn Sprache schafft Bewusstsein.

Es ist doch auch lustig, dass bei vielen Haustieren die weibliche Form die ganze Gattung bezeichnet: Kuh, Katze, Huhn, Maus...

Grüsse
S'Kätzchen
isidorVon wegen Geschlechtergerechte Sprache:
Eine Lösung gibt es immer noch, für die, die es wirklich fair wollen!

Sprecht schwedisch!!
Dort gibt es weder Maskulinum noch Femininum, sondern nur das Neutrum und das Utrum, ein Mischgechlecht, das für Frauen und Männer gleichermaßen benutzt wird. So kennen die Schweden als unbestimmte Artikel nur "ett" (=eins) und "en" (für einer/eine) Das Utrum läßt sich allerdings nicht ins Deutsche übertragen...
isidorTja,
vi ska införa svenska språken som officiellt språk!

Ok, man muß den klang der sprache mögen, ich tus.
Es klingt aber nunmal als hätte man heißen Brei im Mund...

Öhm, wie wärs mit "filosofi"?
Oder "fosfor"? hehe
Deutsch ist eh viel komplizierter, als es sein müßte! Da ist dieses Geschlechterproblem gar nicht das einzige...

God natt!

Isidor
LaChatteMuss ich jetzt schwedisch lernen:D ???

Noch an Orca, wegen den Berufsbezeichnungen: Sobald etwas Persönliches hineinkommt, muss man schon differenzieren, zum Beispiel:

Herr Müller hatte einen Unfall. Während der Genesungszeit verliebte er sich in seinen Chirurgen.

Wenn du nicht willst, dass Herr Müller schwul ist, solltest du schon sagen ".. verliebte er sich in die Chirurgin"

Und wegen dem Französisch: das männliche Geschlechtsteil wird lustigerweise auch mit weiblichen Wörtern bezeichnet: la bite, la zézette.... Und auch alle Autos: la Renault, la Opel, la Rolls Royce. Was heisst, dass du nicht zu oft auf Französischlehrer hören sollst... Ich musste mir sagen lassen, dass eben alles, das Spass macht, mit dem weiblichen Artikel daherkommt...;)

Warum sprechen wir nicht alle Englisch? da gibts diese Probleme auch nicht... Das ist wohl auch ein Grund, warum der "Weltschmerz" ein typisch deutsches Wort ist.:p
isidorOh, im englischen gibt es diese Probleme sehr wohl!
Ich erinnere mich an meinen Englischgrundkurs, Wir haben damals ein unglaublich schlechtes Buch (meine Meinung) gelesen.
Aber in ihm wurde das Probleme geschlechtergerechte Sprache aufgegriffen.
Es wurde z.B. über den Begriff "policemen" für Polizist geredet.
Als Alternative wurde über die Verwendung des Neologismus
"policeperson" diskutiert, um den weiblichen Polizisten gerecht zu werden. (Solche Diskussionen zogen sich durch die ganze Lektüre).
Für mich war das ein Beilspiel, wie es nicht laufen sollte...

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