| Sephira Chockma | Was ist Gewalt? Wo fängt Gewalt an? Ist es erst Gewalt wenn jemand oder etwas zu Schaden kommt? Wenn ich jemanden mit worten verletze, ist das Gewalt? Kann man schwierige Konflikte ohne Gewalt lösen? Wenn tierschützer Sachen beschädigen und sich an etwas festketten, kann man das als Gewalt bezeichnen? Wie definiert man das wort am besten? |
| Glasgärtnerin | [quote]Was ist Gewalt?[/quote] Gewalt ist die Verhinderung der geistigen und körperlichen Selbstentfaltung durch äußeren Einfluss. Ich würde vielleicht drei Arten von Gewalt unterscheiden: - pysichische Gewalt, z.B. durch Leistungsdruck oder Isolation etc. - physische Gewalt, z.B. Schläge, Folter etc. - strukturelle Gewalt, z.B. Unterdrückung durch das Staatssystem, Leben in der Gesellschaft etc. [quote]Kann man schwierige Konflikte ohne Gewalt lösen?[/quote] Ich löse meine Konflikte mit anderen generell ohne Gewalt, ich denke das kann man 'lernen'. [quote]Wenn ich jemanden mit worten verletze, ist das Gewalt?[/quote] Wenn man von obiger Definition ausgeht, würde ich mit ja antworten, da es zu einer Einschränkung der geistigen Selbstentfaltung führen kann. Ein kleiner Versuch meinerseits. ~MfG~ |
| Sephira Chockma | @ Glasgärtnerin Danke für deinen Beitrag. Ich denke du hast recht mit dem was du geschrieben hast. Aber Konflikte ohne gewalt zu lösen ist nicht immer möglich. Erst heute habe ich wieder ein neues Beispiel dafür gefunden: In der bibel gibt es eine stelle in der Jesus im Vorhof des jüdischen Tempels in Jerusalem die Tische umschmeißt und die Händler beschimpft. Das ist meiner Definition nach durchaus gewalt! Aber ich sehe keine Gewaltlose Möglichkeit, diesen Konflikt zu lösen! Die tiere die auf diesem Markt verkauft werden sind "Rein". Und nur diese Tiere dürfen geopfert weredn. Allerdings sind sie auch dementsprechend teuer. das geld bekommen sie sadduzäer (Priester). Man kann die leute schlecht zu einem Wiederstand aufrufen, denn dann käme es zu gewalt..... sie würden dort wüten, sich beschimpfen usw........ Es ist also nur im kleineren, persönlichen Kreis möglich Probleme komplett gewaltfrei zu lösen. Grüße SaCHO |
| AngelsBuffy | Also ich denke man sollte alles ohne Gewalt lösen können, ich finde es ist keine Lösung etwas mit gewalt zu lösen. Okay manchmal lässt es sich nicht umgehen aber wieso lässt es sich nicht umgehen?? Könnt ihr mir das mal erklären, warum muss man etwas mit Gewalt lösen warum geht es nicht anders, ich finde das irgendwie total beschi***en. Nehme wir zum Beispiel mal Krieg, ihr wisst schon Usa/Irak: Warum musste das passieren warum musste es Krieg geben, warum konnte man es nicht anders lösen, ich weis das es nicht ging aber WIESO. Mist wegen deiner Fragen bin ich jetzt ganz aufgewühlt, vielleicht könnt ihr ja noch mal was zu meinen Ansichten sagen. Okay dann mal bye Carpe Noctem Cu AngelsBuffy |
| Glasgärtnerin | [quote]Es ist also nur im kleineren, persönlichen Kreis möglich Probleme komplett gewaltfrei zu lösen.[/quote] Das kommt auf die beteiligten Personen an, würde ich sagen. Und darauf was du als kleineren Kreis bezeichnest. ;) ~MfG~ |
| LaChatte | MÖGLICH ist es wohl immer, Situationen ohne Gewalt zu lösen, und das befürworte ich sehr. Allerdings kommt bei mir der Selbstschutz noch vor der absoluten Gewaltfreiheit. Und wenn mich jemand angreift, benutzte ich auch gewalttätige Mittel, wenn ich keine andere Lösung sehe... |
| Glasgärtnerin | Das mit dem Selbstschutz ist irgendwo verständlich. Ich war noch nie in der Lage, mich gegen wirklich massive körperliche Bedrohungen (Eine Ohrfeige gehört bei mir nicht in die Kategorie) wehren zu müssen, und ich bin auch ziemlich froh darüber. "Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin." (Mt 5,39) Über diese Behauptung lässt sich sicher streiten. ~MfG~ |
| rata negra | Hallo! Gewalt ist schon immer allgegenwärtig. Neben der Einteilung die Glasgärtnerin schon gegeben hat würde ich noch unterscheiden zwischen legitimierter Gewalt und nicht legitimierter Gewalt. Nicht legitimiert sind zum Beispiel sexualsierte Gewalt, Schläge, Demütigung, Angriffskriege usw. Aber legitimiert werden zu Beispiel Angriffskriege oder Inhaftierung. Gerade Gewalt in Kriegen wird immer so bewertet wie es die jeweilige Seite sieht, besonders deutlich wurde das ja im aktuellen Irakkrieg. Aber sind Streiks zum Beispiel nicht auch eine Form von Gewalt? Bei Gewalt spielt oft eine Machtausübung gegenüber anderen eine Rolle. Ohne eine Wertung vornehmen zu wollen, ist der aktuelle Streik im Osten Deutschlands nicht auch Gewalt? Dadurch, dass Arbeitnehmer für ihre Rechte kämpfen werden die andere an anderer Stelle beschnitten. Arbeit ist auch ein Recht und wenn woanders nicht weitergearbeitet werden kann, weil die bestreikten Betriebe nicht die benötigten Produkte liefern, ist das dann nicht auch Gewalt? greetz rata negra |
| Glasgärtnerin | [quote]Aber legitimiert werden zu Beispiel Angriffskriege oder Inhaftierung.[/quote] Angriffskriege sind nicht generell erlaubt, wenn mich nicht alles täuscht. Das Völkerrecht lässt höchstens einen Präventiv-Krieg zu, aber das kann ja den Amerikanern ja egal sein, da sie ja nicht Mitglied im Internationalen Gerichtshof sind und somit nicht belangt werden können. Zur Inhaftierung: Da würde ich auch von Gewalt sprechen, da die Menschen ja meist gegen ihren Willen festgehalten werden und in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind. Aber was ist mit den Menschen, die ebenfalls bei anderen Gewalt angewandt haben, und deshalb inhaftiert wurden? (Vergeltung von Gleichem mit Gleichem? Heikles Thema) ~MfG~ |
| rata negra | Hi Glasgärtnerin! Ich habe erst jetzt gesehen, dass ich bei beiden Unterteilungen "Angriffskrieg" geschrieben habe. War eigentlich nicht so gedacht. ;) Sonst ergibt es ja auch keinen Sinn. Zur Inhaftierung: Generell ist das nach meinem Empfinden Gewalt, schliesslich beraubt man einen Menschen seiner Freiheit und dem Recht sich selbst zu entfalten. Im Fall eines nachgewiesenen Verbrechens ist diese Form von Gewalt aber gerechtfertigt finde ich. Obwohl es Bestrafung ist frage ich mich manchmal, ob es wirklich Sinn macht jemanden wegzusperren. Natürlich ist es verdammt hart von heute auf morgen nicht mehr frei zu sein, aber eigentlich sollte es mehr dazu beitragen diesen Menschen dazu zubringen keine Verbrechen mehr zu begehen (funktioniert leider viel zu selten) und Schutz für die Opfer, weil der Täter nicht mehr frei rumläuft. Bei manchen Verbrechen ist Gefängnis nicht genug, und gerade wenn die Leute wieder rausgelassen werden, oft früher wegen "guter Führung" (sorry, wenn ich die Chance hätte 20 Jahre Knast auf 10 zu verkürzen würde ich mich auch zusammenreissen und dem Therapeuten alles erzählen was er hören will), dann weiss ich nicht, ob das noch im Sinne der Opfer ist. Die Gewalt die den Opfern angetan wird müssen sie ein Leben lang mit sich rumschleppen und manche Vergewaltiger sind nach ein paar Jahren wieder draussen und frei. Aber das führt jetzt wohl vom Thema weg. greetz rata negra |
| Glasgärtnerin | Man kann ja nie genau sagen, ob sich ein Täter wirklich gebessert hat, seine Tat bereut oder kurz nachdem er vorzeitig wieder draußen ist wieder eine Straftat begeht und einer anderen Familie dasselbe Leid nochmals antut. (z.B. Mord, sexueller Missbrauch) Natürlich ist das schwer zu erkennen und man kann nie mit 100%iger Sicherheit sagen, ob jemand noch eine Gefahr für die Bevölkerung darstellt oder nicht. Genug abgeschweift, das würde wohl in einen anderen Thread gehören. ;) ~MfG~ |
| Sephira Chockma | @ AngelsBuffy Ich denke mal du hast hier ja einige Ansichten gehört, oder?? Aber es ist halt so, dass sich der Krieg wohl kaum verhindern ließ. Und wie schon erwähnt wurde ist immer Macht im Spiel. Jeder Mensch hat Macht und ist sich derer bewusst. Und diese Macht üben wir ja Tag täglich aus. Wenn auch unbewusst. Mittlerweile darf man zu Polizisten ja auch ohne weiteres Bulle sagen....das zählt nicht mehr als Beleidigung obwohl es durchaus negativ gemeint ist. Das gibt demjenigen der es sagt wieder Macht. Zum Beschimpfen. Aber andererseits hat die Polizei natürlich auch Macht! Wer legt sich schon gerne mit denen an. Ich wurde letztesn im Bus kontrolliert und hatte ausversehen die falsche buskarte... aber wie gesagt mit Leuten die eindeutig mehr Macht haben legt man sich nicht an. Ich hab natürlich versucht mich herauszureden, schließlich aber die 40 euro gezahlt! Aber das ist ja wohl keine Gewalt?? Ich meine das ist Gesetz. Nur weil etwas gegen den Willen geschieht ist es nicht unbedingt gewalt. Ich denke wenn in Schulen Noten gemacht werden, ist das teilweise gegen den Willen der Schüler. Aber die Lehrer besitzen nun einmal die nötige Macht. Und durch die Grundrechte sind jedem menschen Grenzen geboten und es wird jedem Menschen Macht erteilt mit der er theorethisch Gewalt ausüben könnte..... [QUOTE] "Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin."[/QUOTE] Das ist durchaus ein heikles Thema. Vorallem wiederspricht es sich mit sovielen Sachen die Jesus gesagt hat. Oder wiederspricht es nicht dem was er getan hat, als er im Tempel in Jerusalem gewütet hat?? Kennt ihr das Bild von Rembrandt das Bild "Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel? [url]http://www.uni-leipzig.de/ru/bilder/umwelt.jes/[/url] Ich denke da kommt diese Gewalt gut zum Ausdruck! MFG SaCHO |
| Außenseiter | Hallo zusammen! Also, um noch einmal auf die ersten Fragen zu kommen, was Gewalt ist, wo sie anfängt: Die einfachste Definition von Gewalt ist die folgende, kindliche, naiv erscheinende Aussage : "Gewalt ist alles was weh tut." Man beachte, das körperliche und geistige Gewalt gleichermaßen damit gemeint sind! Einfach, aber trifft die Sache genau, so gut, wie keine andere Definition, oder? |
| Glasgärtnerin | [quote]"Gewalt ist alles was weh tut."[/quote] Beziehst du Gewalt ausschließlich auf Menschen? Sachbeschädigung o.ä. hat ja auch etwas mit Gewalt zu tun. Tut es z.B. einem Tisch weh, wenn du ihn mit Gewalt zerstörst? ~MfG~ |
| Außenseiter | Nein, dem Tisch tut es nicht weh, aber dem Menschen, der diesen Tisch geschaffen hat, wird Unrecht getan, sein Werk wird zerstört- das täte ihm weh, wenn es es mitbekäme! Sachbeschädigung ist Gewalt gegen die Leistung, die Arbeit anderer! Keinen Respekt vor der Leistung, der Arbeit anderer zu haben ist immer auch Gewalt, denke ich! |
| Glasgärtnerin | Wenn du das so auslegst, hast du vermutlich Recht. Ich würds vielleicht nicht so allgemein definieren, aber das bleibt jedem selbst überlassen. Es gibt sicher auch verschiedene Meinungen darüber, was weh tut. ~MfG~ |
| Any Body | [QUOTE][i]Original geschrieben von Sephira Chockma [/i] Was ist Gewalt? Wo fängt Gewalt an? Ist es erst Gewalt wenn jemand oder etwas zu Schaden kommt? Wenn ich jemanden mit worten verletze, ist das Gewalt? Kann man schwierige Konflikte ohne Gewalt lösen? Wenn tierschützer Sachen beschädigen und sich an etwas festketten, kann man das als Gewalt bezeichnen? Wie definiert man das wort am besten?[/QUOTE] Eine mögliche Definition könnte sein: Gewalt ist, wenn es wider der Natur zu einer Aktion kommt, die später zur Reue führt, zu der es ohne Fremdeinwirkung nicht gekommen wäre |
| Sephira Chockma | Also ich find die Definition "Gewalt ist alles was weh tut" ziemlich gut. Sicher, sehr allgemein aber es stimmt irgendwie. Nur wenn ich unbeabsichtigt jemandem weh tue ist das keine Gewalt! Man müsste halt noch dazu sagen dass absichtlich schmerz zugefügt wurde. [QUOTE] Gewalt ist, wenn es wider der Natur zu einer Aktion kommt, die später zur Reue führt, zu der es ohne Fremdeinwirkung nicht gekommen wäre[/QUOTE] Ich glaube nicht dass Zerstörung unbedingt wieder der Natur ist. wenn du es allerdings so siehst und sagtst: Das töten zum eugenben zweck, sprich nahrung oder Gegenwehr z.B ist betsndteil der "Natur", dann würde das ja passen. Aber das mit der Reue passt nicht so ganz, oder?? -mfg- |
| Dionysos | als ich die erste antwort von der glasgärtnerin gelesen habe kamen mir dazu ein paar gedanken: "Gewalt ist die Verhinderung der geistigen und körperlichen Selbstentfaltung durch äußeren Einfluss." irgendwie musste ich bei dieser definition an kant denken "man soll so handeln, dass sein eigenes handeln anderen als vorbild dienen kann" aber damit mein handeln als vorbild dienen kann muss ich doch auch meine selbstentfaltung einschränken, muss also gewalt gegenüber mir selbst anwenden. oder anders ausgedrückt: wenn ich meine, dass es zu meiner selbstentfaltung notwendig ist einen anderen menschen zu töten, dann muss ich entweder gegenüber dem anderen menschen gewalt anweden, oder gegenüber mir, indem ich meine eigene selbstentfaltung einschränke zwar könnte man jetzt argumentieren, dass es nicht natürlich sei, artgenossen zu töten, aber auch im tierreich finden wir kindstötungen, z.B. nach übernahme eines rudels durch einen neuen anführer. auch die moderne verhaltensbiologie sieht das töten von artgenossen als normal an, da jedes individuum bestrebt ist seine eigene fitness (also die weitergabe seiner gene) zu erhöhen. wenn man jetzt wieder die definition "gewalt ist alles, was weh tut" zu grunde legt, dann müsste man somit zu dem schluss kommen, dass gewalt und aggression etwas natürliches ist, was auch mit den erkenntnissen der verhaltensbiologie übereinstimmt ich weiß, der gedanke ist irgendwie absurd, aber er kam mir eben so und ich wollte mal hören, was ihr da so dazu denkt... |
| Glasgärtnerin | [quote]wenn man jetzt wieder die definition "gewalt ist alles, was weh tut" zu grunde legt, dann müsste man somit zu dem schluss kommen, dass gewalt und aggression etwas natürliches ist, was auch mit den erkenntnissen der verhaltensbiologie übereinstimmt[/quote] Verhaltensbiologischer Ansatz: Triebtheorie Triebsteuerung: Nahrungserwerb, Fortpflanzung, Flucht, [B]Aggression[/B](intraspezifisch, interspezifisch) Interspezifische Aggression: gegenüber anderen Arten (Nahrung, Verteidigung) -> Aggression als [B]positives[/B], da arterhaltendes Verhalten gewertet. Kanalisierung der intraspezifischen Aggression (Hemmungsmechanismen, Ritualisierung) Tja, ist gar nicht so einfach, eine einigermaßen passende Definiton zu finden. ~MfG~ |
| Dionysos | arterhaltung ist so nicht unbedingt richtig, da man nach dem heutigen erkenntnisstand davon ausgeht, dass jedes individuum nur umdie erhöhung seiner eigenen fitness bedacht ist, nicht um die erhaltung der art. mit dem begriff der fitness können ja auch alle verhaltensweisen erklärt werden, die eher nach arterhaltung aussehen (z.B. altruistische verhaltensweisen, z.B. beim buschblauhäer oder beim gemeinen vampir) |
| Any Body | [QUOTE][i]Original geschrieben von Sephira Chockma [/i] [B]Also ich find die Definition "Gewalt ist alles was weh tut" ziemlich gut. Sicher, sehr allgemein aber es stimmt irgendwie. Nur wenn ich unbeabsichtigt jemandem weh tue ist das keine Gewalt! Man müsste halt noch dazu sagen dass absichtlich schmerz zugefügt wurde. Ich glaube nicht dass Zerstörung unbedingt wieder der Natur ist. wenn du es allerdings so siehst und sagtst: Das töten zum eugenben zweck, sprich nahrung oder Gegenwehr z.B ist betsndteil der "Natur", dann würde das ja passen. Aber das mit der Reue passt nicht so ganz, oder?? -mfg- [/B][/QUOTE] Nein, so war es nicht gemeint.. also ein erneuter Versuch der Definition meiner Gedanken hierzu: Wenn mutwillig durch Dritte oder einem selbst es zu Aktionen kommt, unter denen ein anderer leiden könnte oder bereut etwas getan, gesagt zu haben, dann fängt für mich hier die Gewalteinwirkung an. [=> Aktionen, die als Folge Reue mit sich bringen, zu denen es nicht gekommen wäre, wenn vorher darüber nachgedacht wurde, welche möglichen Konsequenzen sich für andere daraus ergeben könnten, die nicht aufgetreten wären, wenn man seiner "Natur" (=> Eingebung, Intuition) gefolgt wäre] Zerstörung der Natur ist ein anderer Punkt und zählt auch zu Gewalttaten.. denn man agiert gegen etwas, übt Gewalt aus, sei es das Bäumefällen oder auch die Jagd. Die Natur hat ihre eigenen Gesetze ... Die Definition [quote] "Gewalt ist alles was weh tut" [/quote] trifft es auch meines Erachtens sehr gut, wobei die Abgrenzung fehlt, ab wann etwas weh tut... Gruß Any B. |
| Dionysos | ist die tatsache, dass die abgrenzung fehlt nicht sehr wichtig für diese definition, da gewalt etwas ist, was jeder individuell empfindet und man somit keine klare grenze ziehen kann bei dieser Grenze denke ich sind wir (schon) wieder bei kant: man soll so handeln, dass sein handeln anderen als vorbild dient oder anders gesagt: was du nicht willst das man dir tut, das füg auch keinen andern zu ich denke in dieser definition ist auch die grenze ab wann für einen gewalt anfängt mit inbegriffen |
| Sephira Chockma | @ Any Body Okay, ich hab jetzt verstanden wie es gemeint war. Und da wie du geschrieben hast Gewalt gegen die Natur ein anderer Punkt ist, ist es doch echt schwer EINE Deifinition für Gewalt zu finden! [QUOTE]"Gewalt ist die Verhinderung der geistigen und körperlichen Selbstentfaltung durch äußeren Einfluss." irgendwie musste ich bei dieser definition an kant denken "man soll so handeln, dass sein eigenes handeln anderen als vorbild dienen kann" aber damit mein handeln als vorbild dienen kann muss ich doch auch meine selbstentfaltung einschränken, muss also gewalt gegenüber mir selbst anwenden.[/QUOTE] Die Überlegung ist gut..... und wenn man sich das genau überlegt wenden wir doch ziemlich oft uns selbst gegenüber Gewalt an.... wenn wir uns zwingen etwas zu lernen, zur arbeit/Schule zu gehen oder auch etwas bestimmtes zu Essen oder zu trinken, weil nichts anderes vorhanden ist usw.....aber wenn wir das nicht täten könnten wir in der heutigen Gesellschaft wohl kaum überleben! [QUOTE] auch die moderne verhaltensbiologie sieht das töten von artgenossen als normal an, da jedes individuum bestrebt ist seine eigene fitness (also die weitergabe seiner gene) zu erhöhen.[/QUOTE] Dies gilt allerdings nur für das Tierreich und es ist schon verwunderlich dass es dort wirklich normal ist. Wenn ein Mensch einen anderen aus diesem grund töten würde.............also Gewalt wäre das auf jeden Fall!! |
| Julya | ich dachte auch als erstes an den kategorischen imperariv. ich finde, das sagt schon alles. alles was darüber hinausgeht, ist gewalt. und gewalt muß ja nicht unbedingt reue nach sich ziehen... es gibt ja auch viele gewaltverbrecher, denen das absolut nicht leid tut... aber vielleicht war das auch etwas aus dem zusammenhang gerissen, habe die beiträge teilweise nur überflogen... ~julya~ |
| Any Body | [QUOTE][i]Original geschrieben von Julya [/i] ... und gewalt muß ja nicht unbedingt reue nach sich ziehen... es gibt ja auch viele gewaltverbrecher, denen das absolut nicht leid tut... ~julya~ [/QUOTE] Welche Gefühle in einem Gewaltverbrecher nach der Tat auftreten, vermag ich nicht zu sagen, da es mir nicht möglich ist, sich in die Gefühls- und Gedankenwelt derer zu versetzen. Habe vor einiger Zeit mal ein Theaterstück gesehen, es hieß "Der Irre" - der Darsteller gab unheimlich glaubwürdige Gedankenwelten aus dem Leben eines Gewaltverbrechers preis, der wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, die durchaus auch etwas mit Reue nach der Tat zu tun hatten .. alles ist möglich, manche Vorstellung bleibt halt hinter der Realtität zurück.. angenehme Nachtruhe allerseits Any B. |
| Julya | ja klar. es tut wahrscheinlich vielen leid, aber es gibt ja auch geisteskranke menschen, die keinerlei reue empfinden,und das, was sie ihren opfern antaten, als gerechtfertigt ansehen... wiedemauchsei.... |
| Mimik | [QUOTE][i]Original geschrieben von Julya [/i] [B]ja klar. es tut wahrscheinlich vielen leid, aber es gibt ja auch geisteskranke menschen, die keinerlei reue empfinden,und das, was sie ihren opfern antaten, als gerechtfertigt ansehen... wiedemauchsei.... [/B][/QUOTE] Die besten Beispiele sieht man doch heutzutage was Gewaltverbrechen betrift. Die täter werden auf Freigang gelassen und begehen gleich wieder ein Verbrechen. Und manche werden als geheilt entlassen und sitzen 2 Monate später wieder da wo sie waren weil sie immer noch den Trieb verspüren. Meiner Meinung gehören solche für immer entfernt wie auch immer. |
| RealmenteMorto | Ich hab passend zu diesem Thema gerade heute einen Spruch gefunden über den ich länger nachdenken hab müßen. Was hält ihr davon? "Der Unterschied zwischen dem unschuldigen Vergnügen daran, einen anderen in Verlegenheit zu setzen oder zu necken, und der Beteiligung an einem Lynchmord ist nur quantitativ." (Erich Fromm, Die Anatomie der menschlichen Destruktivität) LG und Shalom RM |
| Sephira Chockma | Bei den Verbrechern gibt es solche denen es leid tut unbd andere denen es nicht Leid tut. Aber wir waren beim Thema Gewalt, oder?? GRüße SaCho |
| smerles | Naja... Zum Thema Gewalt ist hier ja schon recht viel (alles?) gesagt worden... |
| Sephira Chockma | Stimmt schon...... Aber eine genaue Definition ham ma immer noch net! |
| Glasgärtnerin | Wieso brauchst/willst du denn eine genaue (allgemeingültige?) Definition? Das sieht jeder für sicher anders, würde ich vermuten. ~MfG~ |
| Sephira Chockma | Ja aber das war es ja was ich ursprünglich wissen wollte. Und du hast Recht es gibt anscheinend keine umfassende Definition! LG SaCho |
| Nihilx | Das Leben selbst wird aus Gewalt geboren und muß darin bis das gewaltiges Ende existieren. Obwohl es stark innerhalb uns läuft, ist Gewalttätigkeit nicht ausschließend zu Menschheit. Alles, das Sie wahrnehmen, ist Teil irgendeines Kampfs. |
| hagzissa13 | meiner Meinung nach sind alle Religionen Sekten. Mir ist es im Grunde egal, woran die einzelnen Menschen glauben, solange sie anderen gegenüber tolerant sind, Mitglieder nicht unter Druck gesetzt werden, Gläubige zu nichts gezwungen werden und keine "Gehirnwäsche" betrieben wird. Hagzissa - per aspera ad astra - |
| Sephira Chockma | @Hagzissa13 Frage: Was ist dann deiner Meinung nach eine Religion?? Wenn Leute an etwas glauben??Das alles ist Sekte?? Zum Beispiel SHY. Da werden die Leute auch zu nichts gezwungen...aber meiner Meinung nach ist es eine Sekte.... Bei den Moslems gibt es strenge Vorschriften...die Leute werden zwar nicht von der Kirche gezwungen sondern eher von der Gesellschaft. Aber das ist meiner meinung nach keine Sekte -mfg- |
| Mimik | Ich denke Gewalt ist alles was einem anderen zugefügt wird ohne dessen einverständnis. Egal ob physisch, psychisch oder auf andere art und weise. Derjenige dem Gewalt angetan wird muß es aber auch so empfinden ( ausnahme z.b. Sado Maso ist angewandte Gewalt ( in Maßen ) für Lustgewinn ). Anders ist auch z.b. der Ausdruck "Arschloch" für jemanden schon verbale Gewalt. Schlußvolgerung : Der Empfänger muß dieses tun der anderen Person als gewalttätig empfinden. |
| hagzissa13 | @Sephira: Für mich bedeutet das Wort Sekte lediglich eine von großen, sog. "Weltreligionen" verwendete Abwertung kleinerer religiöser Zusammenschlüsse. Nicht viele, aber einige der sog. Sekten halte ich für liberaler als manch eine der sog. "Weltreligionen". Auch Weltreligionen haben mal klein angefangen und das wissen sie selber auch... anders kann ich mir die von ihnen z.T. verbreitete Hysterie gegenüber kleineren Zusammenschlüssen nicht erklären... Aber bitte nicht falsch verstehen: Ich bin mir der Gefährlichkeit der allermeisten Sekten sehr wohl bewußt! Doch wenn ich mir die Praktiken und Geschichte in manch einer Weltreligion betrachte, muß ich feststellen, die stehen sich in kaum was nach ( Kreuzzüge, Jihad, Verbrechen im Vatikan, Vergehen von Priestern an kleinen Kindern, Unterdrückung von Frauen im Namen des Glaubens, Terroranschläge im Namen des Glaubens, Krieg um Territorium .........). Hagzissa - per aspera ad astra - |
| Sephira Chockma | @ Hagzissa Es ist leider eine Tatsache dass auch die Weltreligionen große Fehler im Zeichen ihres Glauben begannen haben und warscheinlich immer tun werden. Sekte heißt ja "splittergruppe" und die meisten religiösen Zusammenschlüsse sind Splittergruppen von den heutigen Weltreligionen. Allerdings gibt es soetwas wie ein verzeichnis ller anerkannten Sekten. Dort sind solche wie "zeugen Jehovas" und andere eingetragen. Deshalb würde ich eine Sekte nicht als libereler, als eine Weltreligion ansehen. In dem Fall bezihe ich die kleinen "Splittergruppen" nicht mit ein. @Mimik ja, es kommt immer darauf an was die andere Person als Gewlt empfindet. Aber ich denke viel Menschen machen sich über so etwas keine Gedanken.....wieso ja auch..... Man kann leicht denken, dass Gewalt ganz einfachj zu erkennen ist...zerstörung und so... aber wenn man darüber nachdenkt merkt man dass es eben doch sehr viele feine Unterschiede gibt. -MFG- SaCho |