| lordofthedark81 | Hallo zusammen, diese Frage stelle ich mir schon länger, heute ist sie mir wieder in den Sinn gekommen, und da dachte ich stelle diese hier rein. Was würdet Ihr machen wenn es einen Tag geben würde, an denen Ihr gesetztlich, richterlich (wie auch immer, ich denke Ihr wisst was ich meine) nicht belangt werden könntet? Wie würde die Welt, am Tag danach ausschauen, wäre es überhaupt noch möglich, nach einen Chaos zu leben? Mfg Lordofthedark81 |
| blackcherry | ich finde anarchie wird hier total runtergemacht. jeder denkt an anarchie und chaos in verbindung, was vielleicht bei der jetzigen gesellschaft auch der fall waere, aber wuerden wir uns alle nur das nehmen was wir zum leben brauchen dann wuerde auch die anarchie funktionieren (so wie jedes andere politische system auch).... es gibt naemlich auch soweit ich weiss, selbst in der anarchie die regel, dass man die grenzen eines anderen nich ueberschreiten darf..... aber so 100% habe ich mich nicht damit auseinander gesetzt, weil ich einfach den glauben an die politischen systeme verloren habe..... aber falls du dich genauer damit auseinander setzen willst dann kannst du unter [URL=http://www.anarchie.de]www.anarchie.de [/URL] mal nachschlagen..... :) gruesse alex |
| WinterWolf | Die perfekt funktionierende Anarchie gibt es nicht und wird es nicht geben. Das Problem sehe ich bei dem Thema, dass die Leute, die nach diesem "System" streben in der Regel keine Vorstellung davon haben, wie man sie den Leuten klar machen kann. Da sind manchmal moralische Predigten besser ;) Just for my two cents... |
| lordofthedark81 | Hallo, ich habe mir eigentlich vorgestellt, dass hier, wer will, erzählt was er so an diesen Tag alles machen würde, was sonst unmöglich ware. Also ich habe Anarchie nicht herunter gemacht, ist es denn nicht normal dass es Chaos gibt, wenn du von heute auf morgen machen kannst was du willst? Ich wollte es in meine ersten treat nicht deutlich sagen, jetzt mach ich es doch mal, aber denkt Ihr das es an diesen Tag auch Tote geben könnte, wenn alle Gesetze ausser Kraft gesetzt sind? Mfg Lordofthedark81 |
| GrauerWolf | Also , ich würde, wenn auch vorsichtig, mal mit dem Auto durch die Fußgängerzone fahren und dann über die Landebahn vom Flughafen - ist ja unwahrscheinlich, daß an diesem Tag Flieger unterwegs sind.;) |
| lordofthedark81 | dass sieht dann schon wenn dein Auto platt ist:D |
| Haevion | Die Frage ist doch eher: Wer käme am schnellsten an die Waffen, und wer würde am Tag danach die Scherben wegkehren? |
| lordofthedark81 | @ Haevion also ich denke du hast verstanden worauf ich hinauswill, dieser Tag, würde ein blutiger Tag werden. Brutal, aber Menschen können in Extremsitation extrem reagieren, und ich möchte keinen in so einer Sitation begegnen. Mfg Lordofthedark81 |
| Sylvia | Was mich im Zuge diese Frae interessieren würde.... Wer würde wohl an diesem Tag, hätte er eine Waffe, einen anderen Menschen töten? Vielleicht.. weil er wissen will wie das ist... und es schließlich nie wieder unbelangbar tun könnte... |
| lordofthedark81 | also ich denke dass die Hemmschwelle deutlich, sinken würde. Derjenige würde ja nicht belang werden. Was bleibt und dagegenwirkt ist natürlich das Gewissen, das schließlich jeder hat. |
| scorched | allgemein kann ich mich nur Heavion anschließen... Wenn das wer vorhat, sagt mir lange genug vorher Bescheid, daß ich meinen Kram in einen Bunker bringen kann. Ich bin nun mal Materialist, und ich assoziiere Anarchie mit Chaos. Dieses schöne Ideal "Jeder nach seinen Kräften" liedet m. E. unter dem inherenten Fehler, daß es Leute gibt, die nur "nach besten Kräften" ein bestehendes System ausnutzen können. Ansonsten herrscht wohl am ehesten das Faustrecht. @WinterWolf: Meinst Du denn, die Leute hören moralischen Predigten eher zu als Idealen? Vielleicht sogar ja - mir fällt da so ein mittelalterlicher Priester ein (nehmen wir doch mal Herr Tetzel, Ablaßhändler seines Zeichens), der den Leuten reihenweise Höllenstrafen herunterleiert. Kann erfolgreich sein, aber vielleicht nicht mehr heute. So "richtige" Moralpredigten wie von Jürgen Fliege hören sich die Leute vielleicht an, aber ich schätze mal, daß die Zahl derer, [I]die sich auch wirklich danach richtet,[/I] eher gering ist. Zu gering, um effektiv zu sein im Hinblick auf eine bessere Welt. Und danke für die 2 Cent:D |
| sanguis | *den kopf ganz oft und ganz dolle auf die tischplatte knallt* wieso befasst sich keiner der hier postet erst mal wirklich mit der 'sagen umworbenen materie' anarchie.... wie wärs mal den thread hier zu lesen... [url]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=20589[/url] was hat es denn mit anarchie zu tun wenn man einen tag lang so leben kann wie man es gerne würde ( sich aber offensichtlich in der jetzigen zeit nicht traut weil man sich durch die gesellschaftlichen normen und gesetze zu sehr in seiner individualität und entfaltung eingeschränkt fühlt) anarchie ist doch nciht gleich blutbad!! wenn jemand an dem tag wo er nicht bestraft werden kann jemanden umbringt 'weil er mal sehen will wie das so ist' gehört dieser mensch in psychatrische behandlung... verdammt mord ist mord und das auch in einer anarchistischen gesellschaft.... edit: hoffe der link klappt nun |
| Haevion | Und wer soll den Mord in einer anarchistischen Gesellschaft verhindern? :) |
| Chimonas | Keine Macht fuer niemand! (Ich will an dem Tag ja auch nur die Steuerung fuer die A-Waffen) Gruss Chimonas |
| lordofthedark81 | ich glaub da wirst du nicht schnell genug sein, da gibt es noch weitere Verrückte die die haben wollen. Aber mal erlich ist nur auf ein paar roten Knöpfen zu drücken nicht etwas langweilig:rolleyes: Mfg Lordofthedark81 |
| Chimonas | Tja, aber sie genau an dem Tag zu zerstoeren nicht! Gruss Chimonas |
| Chimonas | Ich meine, man koennte diesen Tag ja auch nutzen, um alle zu ENTWAFFNEN! Keine Macht fuer niemand! (Graue Theorie, leider) Gruss Chimonas |
| Haevion | [QUOTE][i]Original geschrieben von Chimonas [/i] [B]Ich meine, man koennte diesen Tag ja auch nutzen, um alle zu ENTWAFFNEN! Keine Macht fuer niemand! (Graue Theorie, leider) Gruss Chimonas [/B][/QUOTE] Stimmt. Und nur einer behält die Waffen... Aber nein, dass war ja wieder eine andere Staatsform. |
| Chimonas | Nein, mir geht es um einen ruhigen Schlaf. Wenn niemand nach diesem Tag mehr im Besitz von solchen Waffen waehre, wirklich NIEMAND, waere der sehr viel ruhiger. Allerdings, haette es danach statt eines Atomkrieges, eine Menge kleinerer Kriege, vielleicht auch in Europa. Was meint Ihr? An dem Tag eine Entwaffnung durchfuehren sinnvoll / nicht sinnvoll? Gruss Chimonas |
| Loneworld | Entwaffnung am Tag der Anarchie ist nicht sinnvoll, denn der Mensch neigt von Natur aus dazu Dinge zu schaffen, mit denen er seine Meinung wenn nötig mit Gewalt wiederherstellt. Selbst wenn mann alle Waffen vernichten würde und alle Pläne zu Waffen verbrennen würde und alle Menschen, die jemals eine Waffe benutzt oder gebaut haben vernichten würde(was wohl die gesamte Menschheit wäre, denn wär hatte noch nie ein Messer in der Hand?), würde die Entwicklung der Waffen von vorne beginnen. Ich denke an einem solchen tag würd ich nicht ohne Waffe mein Haus verlassen, damit ich mich zu wehr setzen kann, oder den Leuten helfen kann, die dazu nicht in der Lage sind! |
| GrauerWolf | Mammomann, Ihr laßt ja am Tag X mächtig das Blut fließen. Könntet Ihr Euch nicht damit zufriedengeben, mal ohne Fahrkarte von Hamburg nach München in der ersten Klasse zu fahren? |
| Chimonas | @ Loneworld Ja, mir scheint es bei Anarchie auch so zu sein, dass sie nur eine aufschiebende Wirkung hat. Keine Loesung an sich ist. Nur, wuerde man mit dem heutigen Wissen, wieder wollen, dass es eine Neuherstellung solcher Waffen gaebe? (Wuerde dass ueberhaupt diejenigen interessieren, die gerne welche haetten?) @ Zorn Gottes Nö, das waehr mir zuwenig. Ausserdem, waehr wuerde den Zug dann fahren? Gruss Chimonas |
| WinterWolf | @ scorched: [quote]@WinterWolf: Meinst Du denn, die Leute hören moralischen Predigten eher zu als Idealen? Vielleicht sogar ja - mir fällt da so ein mittelalterlicher Priester ein (nehmen wir doch mal Herr Tetzel, Ablaßhändler seines Zeichens), der den Leuten reihenweise Höllenstrafen herunterleiert. Kann erfolgreich sein, aber vielleicht nicht mehr heute. So "richtige" Moralpredigten wie von Jürgen Fliege hören sich die Leute vielleicht an, aber ich schätze mal, daß die Zahl derer, die sich auch wirklich danach richtet, eher gering ist. Zu gering, um effektiv zu sein im Hinblick auf eine bessere Welt. Und danke für die 2 Cent[/quote] Oh, man glaubt gar nicht, wieviele Leute einem zuhören ;) Es kommt allerdings darauf an, in welcher Gesellschaft man sich aufhält, aber je nach dem bekommt man schon eine gewisse Aufmerksamkeit ;) Eh, egal :D Das mit dem effektiven "Sich-danach-richten" ist das Problem jeder positiven Moral *hmpf* Also, was ich am Tag X machen würde war wohl die Frage? Eigentlich nicht viel andere Dinge, vielleicht ein paar Dinge ausprobieren, die mit 17 noch nicht gestattet sind :D Ehrlich, ich weiß eigentlich nicht, was sich an einem Tag ändern sollte ;) |
| Randy81 | wenn ein tag lang "anarchie" wäre...würde ich das gleiche machen wie jeden tag...... oder seid ihr so voller krimineller energie, dass wenn ihr nich dafür bestraft würdet, gleich raus auf die strasse gehen würdet um frauen zu vergewaltigen? gruss randy |
| Chimonas | Nach den jetzigen Antworten, wuerde ich sagen: Diesen Tag wuerde ich versuchen zu geniessen, es duerfte der letzte der Menscheit sein. Gruss Chimonas |
| prof.ah | Ich würd emein Haus verbarrikadieren, und mit ner Flinte losziehen Geschäfte etc plündern ;) |
| blackcherry | Ok, nehmen wir jetzt mal an, es hersche einen Tag lang Anarchie und nehmen wir mal an, Anarchie währe gleich Chaos, aber auch machen was man will und auf dem Grundbesitz des anderen rumtrampeln, also auch wenn das alles sehr unrealistisch ist, versetze ich mich einfach mal in eine Traumwelt, in der dies geschieht und dann nehm ich einen Schlagstock únd schlag Georg Bush und alle Diktatoren dieser Welt zusammen..... Aber eigentlich befriedigt mich dieser Gedanke nicht und deswegen würde ich, wenn es einen Tag lang Anarchiechaos geben würde mich am Kopf kratzen und mich fragen, wie tief alle doch gesunken sind.... und einen Kuchen backen oder so..... :rolleyes: |
| Vanja | Lach...... Glaubt ihr, wenns meinetwegen morgens im Radio oder Fernsehen hieße: "Hey Leute, wir machen heute mal nen Tag Anarchie!" Wieviel Prozent der deutschen Bevölkerung würden sich erst mal ne viertelstunde am Kopf kratzen und fragen "Was isn das?"..... Bis das dann mal geklärt wäre, das dauert dann schon mal den Vormittag, dann nehm ich an, noch ein bis zwei Stunde über Mittag, bis man sich wirklich vergewissert hat, dass man auch wirklich tun und lassen kann, was man will, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen...... Und bis man dann mal zur Tat schreitet und sich ordentlich bewaffnet hat, grins......das dauert, da ist der halbe Tag eh schon gelaufen.... Ja, ich weiß, dass das ne rein theoretische Frage ist.... Aber ich denke doch, jeder der noch ein Fünkchen Gewissen hat, würde davor abschrecken, gleich jemanden zu töten..... Ich persönlich würde mich in ein Kaufhaus schleichen, alles probieren, wonach mir ist und wenns mir dann nicht schon wieder entrissen würde, gegebenenfalls auch auf Vorrat mit nach Hause nehmen.....damit könne ich mich zumindest den ganzen Tag beschäftigen...natürlich, wenn mich bis dahin noch niemand gelüncht hat...... |
| Wardog20k | Also ich würd mich morgens erstmal umdrehen, dann aufstehen, zu nem Bonzen gehen ihm Geld abnehmen, mir ein stück land nehmen, zu nem Bauern gehen etwas Nahrung und Saatgut ihm abkaufen und dann je nach jahreszeit anfangen mirn Haus zu bauen, Nahrung anzubauen oder was auch immer und darauf hoffen das der Tag nicht endet :q |
| Nightclaw | Ich wüde auch nicht ohne Waffe und Körperpanzer auf die straße gehen denn wie groß ist die Chance das die der erste den du versehentlich anrempelst dir ne Kugel zwischen die Rippen jagt nur weil du nicht seinen Idealen entsprichst. Ich meine da die Gesetze ausser Kraft sind gibt es bestimmt nicht wenige Leute die ihre Konflikte gnadenlos mit der Waffe lösen würden. Und zu der Sache mit dem erste Klassen fahren würde ich sagen das sich das der Schaffner nicht bieten lassen wird. Er kann auf keine Verbote und Gesetzte mehr pochen also versucht er anderwertig seine Interessen "durchzusetzen" Es wird an diesem Tag jede Menge plünderungen geben weil man für sowas nicht mehr bestraft wird und die Menschen nunmal so sind das sie die Sachen der anderen eher begehren als sich an jenem zu erfreuen was sie haben. Wobei ich von Gesellschaft reden möchte und da nochnichtmal von allen. Aber es gibt solche Leute. Und die werden dann zur Gefahr. Dann haben wir aber vielleicht das "Glück" das sich eine Gesellschaft daraus formt wie sie heute ist nur das diese weit verbreitete "Jeder ist sich selbst der Nächste" mentalität mit Waffen ausgetragen wird. Was wie ich finde nicht sein muss. Es werden sich Gruppen bilden und die stärkste Gruppe wird dominieren. Die höheren Leute. Werden sich nicht mehr aus ihren Häusern trauen und niedergemacht werden von den Leuten die sie schickaniert haben. So meine Gedanken zwar wirr aber meine "Wenn die Menschheit irgendwann das Universum erforscht und auf eine technologisch Unterentwickelte Rasse stößt so wird sie diese Rasse gnadenlos versklaven. Und ich wünsche niemandem von der Bestie namens Mensch versklavt zu werden" |
| Amirades | [quote]Was würdet Ihr machen wenn es einen Tag geben würde, an denen Ihr gesetztlich, richterlich (wie auch immer, ich denke Ihr wisst was ich meine) nicht belangt werden könntet? [/quote] Amoklaufen. |
| GrauerWolf | @Aber Amirades, hoffentlich nur in der Schokoladenfabrik.... |
| Randy81 | ihr habt nen schaden :q :q :q |
| Amirades | :D Wolf, ich glaube ich weiß was du ansprichst (schau in deine mailbox)... Aber es gibt noch einige Leute mehr die ich im Sinn hätte :) |
| SadAngel666 | interessant wäre es ssicher, aber es wäre auch das pure Chaos. ich denke nicht das es gut wäre..... das pure Chaos hat ja auch Vorteile (mein zimmer is auch Chaos :-D) aber die ganze welt, ne du lass mal!!!1 |
| MissDeath666 | Ein Tag das machen zu können, was mir so im Sinn kommt, wäre net schlecht. Aber das für immer??? NEEEEEE Anarchie für ein Tag wäre mal wirklich gut, aber auch nur für ein Tag, und ich denke an einem Tag kann man gnenug Anarchie anrichten...... |
| BlackDawn | Entschuldigt mal, aber ich bin wirklich enttäuscht diesen Thread zu lesen. Da ich selbst mich nicht wirklich als Gothic bezeichnen würde, mich sowieso nicht gerne in irgendwelche Szenen stecke, komme ich in recht vielen Kreisen rum und ein großer Teil meiner Freunde sind Punks, oder auf jeden Fall haben sie ne Menge Ansichten, die viele Punks auch haben. Ich übrigens auch ;) So also zur Anarchie: Anarchie ist nicht Chaos (!), sondern Ordnung. Ordnung ohne Herrschaft! Das ist ein grundlegender Unterschied zum Chaos! Anarchie herrscht auch nicht. Anarchie heißt einfach, das wir keine Gesetze brauchen, weil wir wissen dass es moralisch falsch ist jemanden zu belügen, zu betrügen oder umzubringen. Ich sage jetzt nicht, dass dies ein realistischer Traum ist, aber es ist mein schönster Traum. Anarchie heißt, dass wir keinen Staat brauchen, weil wir selbstständig sind und selbst entscheiden können. Soviel einmal dazu. Man sollte die Frage dann besser umstellen in: Was würdet ihr machen, wenn ihr machen könntet was ihr wolltet ohne gerichtlich verfolgt zu werden. Denn Anarchie setzt voraus, das du nichts moralisch falsches tust. |
| Soego | Ich denke ich würde diesen Tag so verbringen, wie jeden anderen... und irgendwie allein. |
| Apex | *Spendet mal nen kleinen Applaus für BlackDawns herrvoragende Erklärung...* |
| DarkGoblin | [QUOTE][i]Original geschrieben von BlackDawn [/i] Anarchie heißt einfach, das wir keine Gesetze brauchen, weil wir wissen dass es moralisch falsch ist jemanden zu belügen, zu betrügen oder umzubringen. Ich sage jetzt nicht, dass dies ein realistischer Traum ist, aber es ist mein schönster Traum. Anarchie heißt, dass wir keinen Staat brauchen, weil wir selbstständig sind und selbst entscheiden können. Soviel einmal dazu. Man sollte die Frage dann besser umstellen in: Was würdet ihr machen, wenn ihr machen könntet was ihr wolltet ohne gerichtlich verfolgt zu werden. Denn Anarchie setzt voraus, das du nichts moralisch falsches tust.[/QUOTE] Hmm... schön wäre es ja. Wenn alle Menschen auf dieser Welt keine moralisch "falschen" Absichten hätten, könnte Anarchie tatsächlich Ordnung sein. (Alle sind gleichwertig, helfen sich gegeneinander usw.) Anarchie setzt nicht voraus, dass die Menschen sich gegenseitig unterstützen, sondern könnte nur dann existieren. Doch es ist ja leider nicht so. Es gibt immer welche, die einen Feind haben (und sei es aus ganz banalen Gründen), und schon wäre der erste Mord geschehen. Aus Rache auf diesen folgt dann der nächste usw. Gibt es nichts was dies in Schach hält (also den Staat), wäre es durchaus möglich dass sich dann die Menschheit selbst vernichtet. Vielleicht nicht an einem Tag aber im Laufe der Zeit schon. Ausgenommen der Typ der im Pentagon am Roten Knopf sitzt wird in diese Fehde verwickelt... Da es Menschen gibt die mehr Macht besitzen als andere (z.B. weil sie viele Waffen besitzen), wären sie in der Lage andere zu erpressen bzw. zu kontrollieren, auch wenn Anarchie wäre. Im Grunde genommen hat sich damit automatisch eine Art Staatsform gebildet da sich einige anderen unterordnen und keine Gleichwertigkeit existiert. Imho ist totale Anarchie also gar nicht möglich. Back to topic: Ich würde mich bei diesen grausamen Vorstellungen was mit der Welt passieren würde verkriechen, vielleicht auf eine einsame Insel wo mich keiner findet. Die Chance dass es gelingt stehen schlecht. Umbringen wäre auch eine Variante um dem zu entfliehen. Oder Amoklaufen. Aber nur aus Angst dass es jemand vor mir tut und ich zum Opfer werde. |
| Chimonas | @ DarkGoblin Eine Insel waehr da wohl auch keine Loesung, denn wahrscheinlich, wuerden einige diesen Tag nutzen, um sich mit Waffen zu versorgen, mit denen sie nach diesem Tag in einer weit maechtigeren Position waehren als vorher. Dabei koennte unter denen auch ein Krieg ausbrechen, um die besten und schlagkraeftigsten Waffen der Erde. Koennte auch sein, das diese dann auch mal "so zum Spass" ausprobiert werden. Ein kleiner ABC-Angriff mit der Erde als Test-Feld. Ob da wohl noch etwas uebrig bleibt? Gruss Chimonas |
| dreed | Ich denke, dass dieses szenario, ein Spiegel der menschlichen Triebhaftigkeit werden würde .... warum? --> überall wo gesetzlosigkeit herrscht entsteht in aller kürze Chaos: Leute brennen häuser nieder, werfen Autos um usw... und welcher Sinn steckt dahinter ? > ganz einfach: viele Leute können nicht ohne diese Matrix leben, weil sie solcher Verantwortung nicht gewachsen sind und lieber in vorgefertigten, portionierten Gesellschaftsschemen leben. Darum finde ich sind gewisse Grundstrukturen (Gesetzte), die allgemein anerkannt sind von höchster Wichtigkeit. |
| BlackDawn | Wiegesagt, ich sage nicht dass es funktionieren würde. Aber es geht ja darum, dass der Gedanke der Anarchie ein Gedanke der totalen selbstverwaltenden Ordnung ist. Der Gedanke der Anarchie ist ja nicht Chaos. |
| invisiblesoul | Meiner Meinung nach ist - wie einige von euch schon gesagt haben - Anarchie ein absolut unrealistischer Traum, der nie verwirklicht werden kann. desshalb hat es auch keinen sinn dafür zu kämpfen. Marilyn Manson hat in einem Interview gesagt, dass Anarchie funktionieren würde, wenn alle menschen wie kinder wären, weil sie die einzigen sind die ehrlich und aufrichtig sein können. Ich denke der Egoismus und die Selbstsucht wird immer überwiegend sein und so gut wie jeder wird weiterhin seinen persönlichen vorteil nützen. ich bin wirklich froh, dass wir gesetze haben. |
| Wardog20k | Wer glaubt das Kinder nicht selbstsüchtig und egoistisch sein können, hat keine. (oder andere Kinder die ich noch nicht kennengelernt hab) |
| Chimonas | @ Wardog20k Da stimme ich zu 100% zu! Gruss Chimonas |
| invisiblesoul | ja ok, stimmt auch wieder... dann sagen wir, es müsste eine noch nicht vorhandene spezies entdeckt und aufgezogen werden, bei der der teil der im hirn für die selbstverliebheit zuständig ist außer funktion gesetzt werden würde.. klingt doch gar nicht mal so schlecht.. bietet sich jemand als versuchskaninchen an? |
| BlackDawn | ich sags jetzt zum 3. mal, aber ich persönlich glaube auch nicht dass es funktionieren würde, dieses tatsache macht mich traurig, aber es ist so. es geht aber *wiederhol* um den gedanken der anarchie, der hier (in der fragestellung) offensichtlich missbraucht wurde, denn es der gedanke anarchie ist nicht chaos, sondern ordnung. ich hoffe das reicht jetzt mal... ;) :D ja, man bräuchte perfekte wesen dazu, anarchie ist der traum von dem ausgeführten perfektionismus, ich meine harmonie, frieden, ohne jegliche ordnungskräfte oder regeln ... *pfeif* |
| Sphereus | ich fände anarchie cool, weil dann könnte ich endlich mal ein unbeschwertes leben führen. wenn ich dann nämlich nicht areiten fahre, was solls, kann mir ja eh keiner was. ich für meinen teil würde einfach mal alles das machen, was ich sonst nicht machne könnte. z.b. in uhbanschächten rumlaufen, auf dem flugrollfeld piknicken, sex im schwimmbad haben..(o.k...ist was unhygenisch, wenn das jeder macht), aber trotzdem. ich weiss nicht, ich seh das sowieso heut zu tage alles als ein hin und her. der staat verbietet alles, das volks sucht sich seine freiheiten...ein ewiges ringen. im prinzip ist es doch sooo einfach. ein ja ist ein ja, ein nein ist ein nein. punkt. und wenn jeder einfach nur ehrlich ist, gibt es auch keine probleme. es ist nur diese eine kleine sache, ehrlichkeit. darauf baut alles auf. treue, verstand, verständnis, liebe, glauben....wenn ich zu jemdandem ehrlich bin, kann man über alles reden und konflikte mit worten regeln. vielleicht wäre die anarchie ja auch eine lösung zur selbstbefreiung *G*. aber es müssten halt alle die gleichen ansichten haben. nur...leider gibt es immer noch schwarze schafe, und das wird wohl auch immer so bleiben, und diese minderheit (oder mehrheit), lässt diese utopie erst garnicht wirklichkeit werden *schade*. |
| raison d'être | Zugegeben, ich habe mir jetzt lediglich die erste Seite dieses Threads durchgelesen - es macht mich unnötig depressiv und deshalb lass' ich die anderen gleich geschlossen. Die Frage an sich ist schon dermaßen paradox, dass ich eigentlich gar nicht antworten wollte. Wie wäre es denn, wenn einen Tag lang Kommunismus herrschen würde? Oder Sozialismus? Was wäre, würden wir einen Tag lang, zum NS-Faschismus zurückkehren? Anarchie und gleich dahinter "herrschen", ist ein Paradoxon, ein Widerspruch. Anarchie ist ein Zustand, welcher existiert, oder nicht existiert. Diese Frage ehrlich und richtig beantworten, hätte ich gekonnt, hättest du widerum geschrieben: "Was wäre, würde einen Tag lang Chaos herrschen?" [u]Merke: Anarchie != Chaos[/u] Der Anarchismus, mit all seinen Unterformen, ist eine durchdachte Gesellschaftsform. Soetwas entsteht nicht mal eben über Nacht und existiert dann einen Tag lang. Das ist dermaßen unrealistisch, dass es die Frage nicht sachlich beantwortbar macht. Für eine gewaltfreie und von jeglicher Herrschaftsstruktur befreite Gesellschaft, bedarf es den richtigen Menschen. [i]"Der Ausgangspunkt des Anarchismus ist der Einzelmensch, das konkrete Individuum."[/i] Da müssen einige Dinge geklärt sein, damit es letztlich nicht doch zum Chaos kommt. Mit Chaos meine ich in diesem Zusammenhang, den Ausbruch von gewalttätigen Außeinandersetzungen - Chaos (nix Gewalt!) an sich ist etwas positives - > [i]"Instabilität und Unregelmäßigkeit sind die wesentlichen Merkmale der Lebensphänomene, sie werden verfälscht, sobald man sie mit Gewalt in den starren Rahmen quantitativer Beziehungen presst." "Das schöpferische Chaos ist das beste Erkenntnisklima für freie Menschen."[/i] Sollte jedwige Autorität von heute auf morgen abklingen, wäre auch meiner Ansicht nach, ein negativ ausfallender Außnahmezustand garantiert. Natürlich muss mensch auf sowas vorbereitet sein und deshalb halte ich eine Revolution auf schnellem Wege, für unmöglich. Geduld aber, dass sagte einst ein schlauer Mensch, ist die Tugend der Revolutionäre... An die Möglichkeit, an die Machbarkeit des klassischen Anarchismus, glaube ich, als Anarchist (Mensch). Das ist mein Glaube, den nimmt mir keiner. Nun aber zu deiner, wie gesagt leider undurchdachten Frage. Einen Wegfall der staatlichen Gesetze, würden zu viele Menschen fehlinterpretieren. Es gibt auch ohne das tolle, unfehlbare, heilige Gesetzbuch Regeln - bzw. eine Regel und die heisst Freiheit. :) [i]Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muß, was er nicht will. (Jean-Jacques Rousseau, schw.-frz. Philosoph 1712-1778)[/i] Meine Freiheit endet da, wo die eines anderen beginnt. Das würden in einem so kurzem Zeitraum wohl die wenigstens verstehen und so ist, in deinem Szenario, davon auszugehen, dass sich dieser Tag vor allem durch Plünderungen gestalten würde. Logisch, die Leute stürmen in die Kaufhäuser und schnappen sich, was sie tragen können - besser noch ein bisschen mehr. Hinzu käme sicherlich ein großes Maß an mutwilligen Zerstörungen und Außeinandersetzungen zwischen Menschen - welche warscheinlich schon bei den Plünderungen beginnen würden: "Hey, A*schloch, der letzte SONY-Fernseher gehört mir - ich war zuerst da!" ;) Vermutlich würde auch der ein oder andere auf die verheißungsvolle Idee kommen, seinem (Ex-)Boss mal einen kleinen Besuch abzustatten und sich via Schrotflinte für das gestrichene Weihnachtsgeld zu bedanken. ;) Alles in allem, keine schöne Sache. |
| black`white | Wenn Anarchie genauso Funktionieren würde, wie sie einst geplant war, hätte ich auch nichts gegen dieses Staats-"system". Aber um auf die Frage zurück zu kommen, was wir denn an einem Tag der Anarchie machen würden: Also ich würde sicher wie jeder andere Mensch versuchen von diesem Tag zu profitieren. Von daher lauf ich also zuerst in irgend ein Kaufhaus rein und werd dann sicherlich von dem ersten Idioten mit einer Pistole abgeknallt, weil der meint dass dies [B]sein[/B] Kaufhaus ist ... Deshalb rate ich jedem, falls dieser Tag irgendwann einmal kommen sollte: [B]Geht auf keinen Fall allein auf Beutezug ![/B] ;) |
| Chimonas | @ BlackDawn Der perfekte Mensch, was muss er Deiner Meinung nach haben / nicht haben, um fuer die Anarchie perfekt genug zu sein? @ raison d'être Was Du schriebst klingt nach "Selbst-Verwaltung" jedes Einzelnen unter Achtung der Mitmenschen. Duerften Menschen in so einer Welt ueberhaupt so etwas wie "Persoenlichkeit" besitzen, um dies umzusetzen? Denn Menschen haben unterschiedliche Ziele und vor allem unterschiedliche Ansichten WIE diese zu erreichen seien. Der Einzelne widerspricht der Masse, die Masse wiederum dem Einzelnen. Bedeutet, dass der Einzelne von der Gesellschaft beschraenkt wird in seinem Handeln (und Denken), die Gesellschaft im ganzen aber auch von der Freiheit des Einzelnen abhaengt. Sind die Freiheiten des Einzelnen zu beschraengt, sage ich diesem "Gesellschafts-Entwurf" kein allzu langes Leben vorraus, da wenn sich die aeusseren Bedingungen aenderten, keine Alternativen vorhanden waeren, um dies abfangen zu koennen. Aber wozu gibt es Regeln und Gesetze? Nun weil die Menschen eben NICHT gleich sind und was der Eine (nennen wir ihn einmal Taeter) als Vorteil fuer sich ansieht, sieht der Andere (in diesem Fall dann das Opfer) wohl als Nachteil an. Wenn jetzt das Opfer den Taeter (welcher durch Gesetze geschuetzt ist) achten muss, haben wir schon eine funktionierende Gesellschaft. Gesellschaft basiert (leider auch) auf der Tatsache, das es "Ausnutzer" und "Ausgenutzte" gibt. Waeren alle Menschen gleich, gaebe es also auch keine "Ausnutzer" oder "Ausgenutzten", dadurch braeuchte man die Anarchie (wie Du sie beschreibst) gar nicht einzufueren, sie waere dann (mit hoher Warscheinlichkeit), bereits vorhanden. Dazu muessten sich allerdings auch alle Menschen als gleichwertig ansehen, das ginge aber auch nur dann, wenn sie es auch tatsaechlich waeren. Und da liegt fuer mich der Haken an der Sache. Menschen sind verschieden. Wollte man Anarchie, muesste man das Individuum der "Regierungsform" Anarchie opfern, fuer die es ja gerade die passendste Lebens-Form waere. Anarchie, ist fuer mich deshalb sehr wohl moeglich, (in meinem Zimmer zum Beispiel*g*) aber auch nur dem Individuum selbst vorbehalten, in der Weise, dass die Belange anderer dadurch nicht gestoert werden, aber fuer eine ganze Gesellschaft, halte ich es schlicht fuer unmoeglich, da es dann (von oben) aufgezwungen waere, was dem Gedanken an sich schon wieder widerspraeche. Gruss Chimonas |
| Vinter | Hallo, Chimonas schrieb: > Gesellschaft basiert (leider auch) auf der Tatsache, das es "Ausnutzer" und "Ausgenutzte" gibt. Das ist eben die Crux - sobald dieses System einmal existiert, wird es sich immer weiter fortsetzten, die Menschen sind nunmal diese allgegenwaertige Autoritaet gewohnt. Und wie man auch an den Reaktionen in diesem Thread sieht (die mMn zutiefst deprimierend sind), kann sich der momentane Mensch ein Leben ohne Kontrolle nicht vorstellen. Und dieses Bewusstsein aendert sich eben leider nicht von heute auf morgen, Anarchie koennte man also folglich nicht "einfuehren", sie muesste entstehen. Und das wuerde sie sie (um einmal Marx zu zitieren, auch wenn der mWn nie direkt von Anarchie spricht), sobald das System sich ueberlebte - irgendwann _wird_ es einfach zu krasse Gegensaetze zwischen diesen Unterdrueckern und Unterdrueckten geben als dass diese noch auszuhalten waeren. Nur ist leider die Frage, wie der dann folgende Umsturz sich letztendlich zeigen wuerde - es koennten schlieszlich viele Staatsformen entstehen, nur wenige davon wuerde ich haben wollen. Und um wenigstens einmal den Grundstein fuer die Anarchie zu legen, muesste irgend ein Schritt in Richtung Freiheit getan werden, vielleicht wirklich ueber die Diktatur des Proletariats, wie Marx es wollte. Denn haben die Menschen endlich einmal begriffen, das dieser Weg des "Haben, Haben, Haben" einfach falsch ist, waeren wir schon auf dem Weg, die nachfolgenden Generationen wuerden sich mehr und mehr an den Freiheitsgedanken gewoehnen, und wenn sie es dann endlich verstanden haetten, dann koennte vielleicht eine Anarchie entstehen - wenn nicht, wuerde die Menschheit wohl auf einen neuen Testlauf geschickt werden, immer und immer wieder. > Dazu muessten sich allerdings auch alle Menschen als gleichwertig ansehen, das ginge aber auch nur dann, > wenn sie es auch tatsaechlich waeren. Und da liegt fuer mich der Haken an der Sache. Menschen sind verschieden. Tja, damit hast du sozusagen exemplarisch gezeigt, was mMn ein Fehler der Kritik an der Theorie des Anarchismus ist (bzw. ich verstehe es so, korrigiere mich, wenn ich falsch liege). Du setzt hier "gleich" und "gleichwertig" auf eine Stufe, behauptetst sozusagen, Menschen mit verschiedenen Ansichten waeren verschieden viel wert. Warum? Warum kann jemand, der anderst denkt, handelt, lebt wie ich nicht genauso viel wert sein wie ich? Das anzuerkennen ist eine der groszen Huerden, die wohl auf diesem Weg zu ueberwinden waeren. Die Menschen muessen lernen, zu akzeptieren, was andere denken, ohne diese Voraussetzung kann eine freie Gesellschaftsform natuerlich nicht existieren. Auch das ist einer der Gruende, warum ich von einem Weg spreche, so eine totale Aenderung funktioniert leider nicht von heute auf morgen. > aber fuer eine ganze Gesellschaft, halte ich es schlicht fuer unmoeglich, da es dann (von oben) > aufgezwungen waere, was dem Gedanken an sich schon wieder widerspraeche. Das waere keine keine Anarchie, das waere eine Demokratur. Echte Anarchie kann nur von unten heraus, aus einer totalen Aenderung des Bewusstseins kommen. Und um damit endlich einmal zum Punkt zu kommen: ich glaube nicht daran, dass sich eine solche Aenderung jemals herbeifueheren lassen wird. Anarchie ist ein schoener Traum, den ich gerne traeume, aber sie wird zumindest mit dem Menschen, wie wir ihn heute kennen, (und eine so totale Aenderung ist mein Gehirn nicht in der Lage sich auszumalen) wohl auf ewig ein Traum bleiben. Gruesze, Vinter |
| Chimonas | @ vinter [QUOTE][i]Original geschrieben von Vinter [/i] Anarchie koennte man also folglich nicht "einfuehren", sie muesste entstehen.[/QUOTE] Genau so sehe ich das auch, sie muesste entstehen, fuer mich waehre allerdings jeder Einzelne Mensch der Anfangspunkt dafuer. [QUOTE][i]Original geschrieben von Vinter [/i] Tja, damit hast du sozusagen exemplarisch gezeigt, was mMn ein Fehler der Kritik an der Theorie des Anarchismus ist [/QUOTE] Fuer mich ist es eine Tatsache, dass Menschen verschieden sind, daher sehen sie sich gegenseitig auch nicht als gleichwertig an, sind sie ja auch nicht. Jeder Mensch ist verschieden, mit seinen ganz persoenlichen Staerken und Schwaechen. Nur sehen Menschen, welche eine Schwaeche am Anderen entdecken, wo sie bei sich eine Staerke vermuten, gerne den Anderen deshalb als weniger wert an (ohne dabei zu bedenken, dass sie vielleicht gerade da, wo der Andere eine Staerke hat, eine Schwaeche aufweisen koennten). [QUOTE][i]Original geschrieben von Vinter [/i] Die Menschen muessen lernen, zu akzeptieren, was andere denken, ohne diese Voraussetzung kann eine freie Gesellschaftsform natuerlich nicht existieren.[/QUOTE] Ganz genau, so sehe ich das auch! Und ich bin auch nicht der Ansicht, dass Anarchie als Gesellschaftsform moeglich ist. Gruss Chimonas |
| Vinter | Hallo, Chimonas schrieb: > Fuer mich ist es eine Tatsache, dass Menschen verschieden sind, [...] Da stimme ich dir voll und ganz zu. > Nur sehen Menschen, [...] gerne den Anderen deshalb als weniger wert an Da hatte ich dich dann wohl falsch verstanden. Eben das war mein Kritikpunkt am "Otto Normalbuerger", und einer der Gruende, warum ich momentan Anarchie als nicht machbar ansehe. >> Dazu muessten sich [...] alle [...] als gleichwertig ansehen, das >> ginge [...] dann, wenn sie es auch tatsaechlich waeren. Ich hatte letzteres so verstanden, dass es deine eigene Meinung sei (oder auch nur ein Formulierungsfehler), nicht ein Statement, das sozusagen aus der Allgemeinheit stammen koennte. Also, Fazit: unsere Meinung unterscheidet sich eigentich kaum, ich hatte dich nur falsch verstanden. Sorry dafuer. Gruesze, Vinter |
| Chimonas | @ Vinter Du musst Dich nicht deswegen entschuldigen. Nachfragen ist allemal besser, als es bei einem "Irrtum" zu belassen! Gruss Chimonas |
| PollyPocket | Wenn hier von Anarchie geredet wird, stelle ich mir die Frage, ob ihr schonmal was darüber gelesen habt, um überhaupt Ahnung davon zu haben. Ich empfehle da "Der Anarchismus" von Peter Kropotkin... Wenn von einen auf den anderen Tag CHAOS herrschen würde, würde es wohl zugehen wie auf den Chaostagen '95... |
| Weltenwanderer | Es wurde häufig genug gesagt aber ich mache gerne Schlußstriche unter Diskussionen.... Eindeutig ist die Anarchie eine Lebenseinstellung oder ein Wunsch ehr, der nicht in ein System enden kann, da es in der Anarchie kein System gibt. Denn einen Tag zum Anarchietag zu erklähren währe eine Handlung einer Institution und die Anarchie verbietet dies. Anarchie ist deswegen nicht umsetzbar und bleibt ein Wunsch und eine Illusion aber es ist wichtig das Menschen einen Traum haben, auch wenn sie wissen, das dieser niemals umgesetzt werden wird, so haben sie doch das beruhigende Gefühl diesen Traum nie in der Realität zerplatzen zu lassen |
| lordofthedark81 | Hi, wollte mein Thema mal wieder aus versenkung holen wer noch etwas dazu sagen will, kann dies gerne tun Mfg Lordofthedark81 |
| raison d'être | [QUOTE][i]Original geschrieben von PollyPocket [/i] [B]Wenn hier von Anarchie geredet wird, stelle ich mir die Frage, ob ihr schonmal was darüber gelesen habt, um überhaupt Ahnung davon zu haben. Ich empfehle da "Der Anarchismus" von Peter Kropotkin... [/B][/QUOTE] Erwarte das nicht von Leuten, die am Ende noch die "Junge Freiheit" lesen. Lass und froh sein, dass wir es besser wissen. :) PS: Wenn schon, dann nicht gleich mit Kropotkin anfangen. Das dürfte die meisten ohnehin überfordern. Horst Stowassers Werke, sind als Einstieg ideal. Möchte aber erwähnen, dass ich wirklich froh bin, sogar hier mal etwas zu lesen, wie Deinen Beitrag. [QUOTE]Anarchie ist deswegen nicht umsetzbar und bleibt ein Wunsch und eine Illusion aber es ist wichtig das Menschen einen Traum haben, auch wenn sie wissen, das dieser niemals umgesetzt werden wird, so haben sie doch das beruhigende Gefühl diesen Traum nie in der Realität zerplatzen zu lassen[/QUOTE] Ja, du hast vollkommen Recht. Anarchie ist nicht umsetzbar, genau deshalb, hat sie in der Ukraine, in Teilen Spaniens und an anderern Orten in der Geschichte auch funktioniert. :p In beiden genannten Fällen, wurde sie nur deshalb beendet, weil sie mit Waffengewalt niedergeschlagen wurde. Du kannst Dir Dein Gefasel also wirklich sparen, sollte es Deine Absicht sein, Menschen ihrer Überzeugung zu entreißen. Dies vermagst Du sowieso nicht. Mit recht freundlichen Grüßen. |
| Weltenwanderer | Du hast mich missverstanden, gerade weil Anarchie nicht umsetzbar ist ist die Überzeugung an diese Lebensform so stark und kann auch wenn sie nie erreicht wird viel bewegen (ich will jetzt nicht dieses blöde Berge beispiel nehmen). Trotzdem ist es eine Illusion, aber das ist es doch gerade was diesen Gedanken so stark macht, es ist nichts was an der Wand aus Realität und Unvollkommenheit der Menschen zerschellen kann. |
| Moordisha | ich würde mich glaub ich genauso verhalten wie immer an diesem tag! Was gibt es zum beispiel vom gesetz her... das verboten wird man es aber trotzdem macht?! Also an die Regeln die ich brechen will die breche ich!!! |
| TheTurningPoint | [b]Ein Tag Anarchie - Pfingsten 2000 in Leipzig:[/b] "Das Verhalten der Gäste auf dem Agra-Gelände an jenem letzten Treffen-Sonntag, als Fans und Künstler zusammenkamen, um hektisch, aber vollendet friedvoll ihr eigenes Festival zu organisieren, wird allen, die dabei waren, unvergesslich bleiben. Einigkeit herrscht darüber, dass über 15.000 enttäuschte Fans ohne jede Security oder irgendeine Form von Organisation in allen anderen Szenen ein hochexplosives Gemisch ergeben hätten, dessen Aggressionspotenzial sich in irgendeiner Weise oder Richtung entladen hätte. Die Gothics auf dem Agra-Gelände rückten einfach dichter zusammen." (Peter Matzke im Vorwort zu "GOTHIC II") |
| destroyed-love | [QUOTE]es gibt naemlich auch soweit ich weiss, selbst in der anarchie die regel, dass man die grenzen eines anderen nich ueberschreiten darf..... [/QUOTE] in der anarchie gibt es ausser der eigenen moral nur ein gesetz, dass allgemeingültig ist: das gesetz des stärkeren. denn wer sollte auch für etwas anderes sorgen, ohne sich einer hierachischen machtstruktur zu bedienen? da hatte ich mal ein interessantes gespräch mit einem punk: punk: anarchie ist cool! ich: warum? punk: man kann tun was man will, man ist frei! ich: was ist, wenn jemand kommt, der deutlich stärker wie du ist und dich ausraubt? punk: ich würde meine freunde hohlen und ihn zusammenschlagen! ich: und dann hohlt er seine freunde und alles endet im chaos? punk: hm, naja man müsste irgendwie ne gruppe von leuten haben, die aufpassen, dass nichts passiert! ich: und die könnte man dann polizei nennen? |
| Vinter | Moin, das ist eben das, was oben schon zur Sprache kam: das Modell Anarchie geht vom "guten", vom zwar eigennuetzigen, aber nicht expansiven Menschen aus. D.h. es wird "erwartet", dass jeder fuer sich sorgt (oder fuer Gegenleistungen fuer andere... tausende Modelle), aber dabei niemand anderen zu Schaden kommen laesst. Es ist zwar moeglich, einen Menschen so zu "formen" (also nicht ueber Gehirnwaesche o.ae., sondern ueber die langfristige Veraenderung seiner Umwelt), dass er exakt so denkt, das liesze sich auch auf ganze Zivilisationen ausdehnen. Allerdings geht das nicht von heute auf morgen, das muss "wachsen", der Mensch muss sich seiner Grenzen (naemlich an jenen des anderen) selbst klar werden. Dann wuerde naemlich der Raeuber nicht auf die Idee kommen, jemanden auszurauben, weil's doch eh nur Aerger gibt, und eine Schutztruppe waere auch nicht noetig. Nur ist eben das Problem, dass dieses Gebaeude viel zu fragil ist, als dass es lange stehen koennte, zumindest aus unserer heutigen Sicht. Denn ein schwarzes Schaf, und die Allgemeinheit steht in kompletter Verwirrung da - nach dem Motto "darf der das?". Wer weisz, irgendwann, vielleicht einmal... aber das ist sicher nichts, was man jetzt und schnell erzwingen sollte - wie boese das ins Auge gehen kann, haben wir im Leninismus/Stalinismus schmerzlich erfahren duerfen. Grusz, Vinter |
| Xavyre Wryn | hihu, ein tag anarchie? das wäre sicherlich in der tat genauso wie es einige leute beschreiben. es gäbe mord und totschlag, plünderungen ect. (man sahs am irak) aber man sollte anarchie nicht mit anarchie verwechseln. man sollte sich überlegen das es anders ist wenn die anarchie dauerhaft bestehen würde. es würde genausoviele morde geben (und meiner meinung nach viel weniger überfälle und der gleichen [dazu später ;))] ) als heute, weil mord auf neid basiert. Neid auf geld, freundin, mehr freunde, aussehen usw. der neid auf geld würde wegfallen, weil (so fine ich) eine anarchie ohne geld auskommt. aber nun kommt das warum, das warum mit der frage was ist anders wenn die anarchie über einen sehr langen zeitraum geht? Ich versuch es mal zu veranschaulichen: warum gibt dir heute der bäcker brot? Er verdient geld daran. warum sollte er dir brot geben wenn er nichts daran verdient? (kein geld in meiner anarchie ;)) er könnte doch das brot und sein zeugs alleine essen und wäre glücklich?! nur zum backen braucht man mehl zucker milch usw. heute kauft er es, wenns kein geld mehr gibt ist er vom müller, bauern abhängig. wenn sie ihm nix geben kann er nix machen und er verhungert. der müller kann kein mehl machen ohne korn -> abhänigkeit vom bauern... zudem muss auch der müller was essen also braucht er den bäcker. der bauer, könnte man sagen, ist in dieser reihe der unabhängige (kann seine nahrung selber anbauen und beschaffen) und alle sind von ihm anhängig. aber auch ein bauer braucht kleidung und andere dinge die er nur von anderen leuten bekommen kann und genau diese leute brauchen essen (zB Brot). . . dies ist nur eine sehr kleine kette aber sie lässt sich beliebig erweitern. also wieso gibt der bäcker dem schneider brot? weil wenn er es nicht tut sagt der schneider der bäcker ist ein egoist. ich gebe niemanden mehr was der den bäcker beliefert und so wird der bäcker aus der gesellschaft ausgeschlossen (jedenfalls von dem der kleider vom schneider braucht) und bekommt kein mehl, zucker usw mehr und kann sich so auch nichtmehr selbst ernähren. das führt uns zurück. bei einem langem zeitraum einer anarchie wird ein mörder & plünderer ausgeschlossen weil keiner mehr etwas mit ihm zu tun haben will und das hat schwere folgen also muss er sich an die regeln halten. bei nur einem tag kann man sich am nächsten tag alles wieder mit geld erkaufen (selbst wenn der bäcker ihn verabscheut wird er ihm das brot nicht verweigern) und alles ist in ordnung. ----------------------------- vllt ist der eine oder andere über die regeln gestoplert die jeder einhalten sollte. ja genau da ist der unterschied zwischen anarchie und chaos. regeln wie der berühmte satz: "Tue nur das von dem du wollen kanst das es zum Gesetz wird" in verbindung mit: alles ist erlaubt was anderen nicht schadet. (sonst sagt vllt einer ich töte jemanden weil ich das als gesetz haben will un gerne amok laufe ;) ) zudem muss ich mal nochwas anmerken: die dinge (zB anarchie = chaos) die ihr geschrieben habt weisen auf das problem des kilschees und vorurteile hin. (es ist genauso als würde jemand goths zwangsweise als suizidgefährdet bezeichnen) - ich schrieb das nur um zuverdeutlichen das jeder vorurteile hat und sie unter umständen nicht bemerkt, nicht um euch zu kritisieren ;) P.S.: das ist mein erster Post deswegen sag ich mal hallo :) |
| destroyed-love | @vinter hört sich gut, was du schreibst. eine anarchie, die vom guten menschen ausgeht. aber gibt es überhaupt so viele gute menschen? wenn jeder an sich selbst denkt, wolltet ihr, das man euch so behandelt, wie ihr in der vergangenheit eure mitmenschen behandelt habt? lass und doch eine demokratie gründen, die vom guten menschen ausgeht! das wäre doch schonmal ein anfang! denn es gibt zwei möglichkeiten den staat zu sehen: 1. gesetzte hindern dich an deiner entfaltung. 2. gesetzte ermöglichen deine entfaltung, weil sie andere daran hindern, dich in deiner entfaltung einzuschränken. ich bin letzterer meinung. |
| Scheol | Ich würde mir das Auto meiner Eltern nehmen, mit allen die ich liebgewonnen habe auf einen Hügel setzen, ein Pcknick machen und zusehen wie die Weltuntergeht. Und ich sprach: So sei es die Apokalypse, gebt mir einen Fensterplatz! Hier wurde angesprochen das Anarchie eine Ordnung ohne Gesetze ist. Jeder weiß was gut und böse ist, was sich gehört. Nicht realisierbar und vollkommen unüberlegt! Wir bräuchten am Anfang eine Diktatur die jeden Menschen darauf einstimmt was gut und böse ist. Gehirnwäsche in unheimlicher Größe wäre von nöten. Denn was für den einen moralisch vertretbar ist, kann für den Anderen wieder ein Unding sein. Allgemeinfrage: Wer will entscheiden was richtig und was falsch ist? Du? Dann hast du eben eingestanden das du unfähig bist die Vielfältigkeit des menschlichen Geistes zu respektieren. bb Scheol |
| Vinter | Moin, >@vinter hört sich gut, was du schreibst. eine anarchie, die vom guten menschen ausgeht. > aber gibt es überhaupt so viele gute menschen? Das ist ja das, was ich gesagt habe - der Mensch _ist_ eben momentan nicht "gut", weil seine Umwelt ihn nicht dazu anhaelt, "gut" zu sein. > wenn jeder an sich selbst denkt, > wolltet ihr, das man euch so behandelt, wie ihr in der vergangenheit eure mitmenschen > behandelt habt? Das will ich auch jetzt, aber in der Erweiterung: ja. Wie Xavyre sehr schoen ausgefuehrt hat, waere das eben eine Kette von Abhaengigkeiten, zumindest in einigen Modellen der Anarchie. Man sollte nicht vergessen, dass sich das nicht auf ein einziges reduzieren laesst, im Gegenteil, die Meinungen zu Wirtschaftssystem etc. differieren genauso wie im Moment auch. > lass und doch eine demokratie gründen, die vom guten menschen ausgeht! das wäre > doch schonmal ein anfang! IMHO waere eine perfekte Demokratie in der Praxis fast eine Anarchie, da sie keine Gesetze brauchte, abgesehen von jenen, die dem gesunden Menschenverstand abzuleiten sind. Und der Unterschied Obrigkeit <-> keine Herrscher sollte nur marginal zu spueren sein, da in der Demokratie genauso die Mehrheit "regieren" wuerde wie in der Anarchie. > denn es gibt zwei möglichkeiten den staat zu sehen: > 1. gesetzte hindern dich an deiner entfaltung. > 2. gesetzte ermöglichen deine entfaltung, weil sie andere daran hindern, dich in deiner entfaltung einzuschränken. _Unlogische_ Gesetze und Regeln hindern mich in meiner Entfaltung. Und logische Gesetze sind unnoetig - in einer perfekten Welt. Aber wie gesagt, ich glaube selbst nicht daran, eins dieser Modelle verwirklicht zu sehen. Grusz, Vinter |
| Vinter | Grusz, wen sprichst du denn genau an? Der Gedankengang passt in etwa zu meinem vorletzten Post, von daher antworte ich mal. > Hier wurde angesprochen das Anarchie eine Ordnung ohne Gesetze ist. > Jeder weiß was gut und böse ist, was sich gehört. > Nicht realisierbar und vollkommen unüberlegt! > Wir bräuchten am Anfang eine Diktatur die jeden Menschen darauf einstimmt was gut > und böse ist. [...] > Wer will entscheiden was richtig und was falsch ist? Stop, du hast mich falsch verstanden. Das waere keine Anarchie, das widerspricht dem, was ich sagte auch vollkommen. Denn wo du vom "Gleichformen der Ansichten" redest, meinte ich das "Gleichwerden des Respekts fuer andere", ein himmelweiter Unterschied. Denn erstens impliziert "werden", dass sich etwas selbstaendig, Schritt fuer Schritt veraendert. Zweitens reicht mMn nach die Gleichheit in einem einzigen Punkt, naemlich dem Respekt fuer die Grenzen des anderen, aus, um eine herrschaftslose Gemeinschaft zu bilden. Drittens schrieb ich nicht davon, dass das so "geschaffen" werden musse, um die Anarchie einzufuehren, sondern vielmehr kann IMHO die Anarchie entstehen, sobald diese Voraussetzung gegeben ist. Der Unterschied ist eben, dass du von einem aktiven, schlagartigen Wechsel ausgehst, zumindest einige der Befuerworter hier vom passiven, schrittchenweisen Modell als (utopisches?) Ende eines Prozesses. Wie Weltenwanderer in seinem "Schlussstrich" sagte, Anarchie ist eine Einstellung, kein Ziel. Grusz, Vinter |
| destroyed-love | [QUOTE][i]Original geschrieben von Vinter [/i] Wie Xavyre sehr schoen ausgefuehrt hat, waere das eben eine Kette von Abhaengigkeiten, zumindest in einigen Modellen der Anarchie. [/QUOTE] ist es nicht so, dass die leute anarchie wollen, weil sie unabhängig von jeder fremdbestimmung sein wollen. bei einer ,,kette von abhängigkeite'' wären sie wieder gezwungen, sich konform zu verhalten, damit sie nicht bestrafft werden. mit dem unterschied, dass sie von der masse verurteilt werden würden (die keine ausbildung haben) und nicht von richtern, die mehrere jahre studieren mussten, um über andere menschen richten zu dürfen. da kann sich jeder selbst überlegen, welches urteil gerechter wäre. |
| Scheol | @Vinter Das ist eine schöne Utopie, ohne Zweifel. Dennoch mit einem Denkfehler. Setze 5 neugeborene auf eine Insel, wenn sie erwachsen sind oder schon im Kindesalter beobachte ihr verhalten. Der Mensch ist von Natur aus egoistisch eingestellt, und das wirkt sich auf sein Umfeld aus. Um wirklich diesen Respekt vor anderen zu gewinnen müsste es dem Menschen beigebracht werden, das versucht man schon seit mehreren hundert Jahren und es klappt nicht. Also müsste man es ihnen eintrichtern, sozusagen doch eine Gehirnwäsche. Oder man müßte alle Menschen die für eine Anarchie ungeeignet sind umbringen, und schon hättten wir wieder die Diktatur bloß ohne Diktat. Wo ist da die gewollte Freiheit? Anarchie wäre in der Realität wunderschön, aber es gibt ein Problem bei der Umsetzung was den Traum zum Scheitern bringen wird: Ihr wollt es mit Menschen machen. bb Scheol PS: Ich weiß das ihr selber nicht glaubt das es, zumindest heute, funktionieren würde. Es geht ja allgemein um Anarchie, nicht um eure Ansichten. |
| Xavyre Wryn | [QUOTE][i]Original geschrieben von destroyed-love [/i] [B]ist es nicht so, dass die leute anarchie wollen, weil sie unabhängig von jeder fremdbestimmung sein wollen. bei einer ,,kette von abhängigkeite'' wären sie wieder gezwungen, sich konform zu verhalten, damit sie nicht bestrafft werden. [/B][/QUOTE] Nun in der tat wollen viele eine anarchie, weil sie sie in ihr absolute freiheit und unabhängigkeit sehen. Doch alles was man heute nicht tun darf ist verboten, weil es eben anderen schadet. Der begriff der freiheit sollte wohl eher anders verstanden werden. (bzw ich sehe ihn anders) der größte feind der menschheit ist der egoismus, dicht gefolgt von der bürokratie. wenn ich um ein haus zu bauen ein halbes jahr rumrennen muss ehe ich die genehmigungen alle habe, finde ich dies leicht übertrieben. was spricht dagegen wenn ich auch mein grundstück etwas baue? wieso muss ich da andere fragen? und das mit der abhängigkeit... niemand ist superman und deswegen braucht man immer hilfe. egal ob es beim brotbacken ist oder beim beheben eines rohrbruchs. das wird sich wohl nicht ändern. wer unabhängig sein will sollte es mal in sibirien oder anderen abgelegenen, 'naturbelassenen' gegenden suchen in dem er sein leben ganz alleine meistern muss. und zu dem problem das es sicher nicht alles leuten gefällt in einer so 'unsicheren' gegend zu wohnen in der anarchie herrscht, sowas verstehe ich. es gibt viele gründe dafür und aus diesem grund bin ich auch nicht für eine weltweite anarchie oder ähnliches. weil immer wenn etwas weltweit ist ist es zwang.es reicht wenn ein paar staaten 'umstruckturiert' werden sodass jeder dem es nicht gefällt aus und andere einwandern können. das sowas probleme aufweist ist mir durchaus klar. keiner geht gerne in ein anderes land und verlässt sein trautes heim. ich bin mir auch der vielen anderweitigen probleme die geld und besitzlosigkeit aufwerfen durchaus bewusst. das größte problem ist dabei die umweltverschmutzung. da sich keiner um preise wie öl und benzin kümmern muss, keiner gerodetes neupflanzen muss ist die natur bald im eimer. außerdem wird von jedem anarchisten (den ich kenne) armee und polizei abgelehnt. ein leichtes also für nachbarländer einzumaschieren, wenn die zustände in diesem land nicht so schrecklich sind das jeder bewohner für den erhalt des anachriebezirkes bis zum bitteren ende kämpft. zudem ist alles viel zu theoretisch, wenn ich über anarchie nachdenke komme ich am ende meiner gedanken zu dem schluss das es so am besten sei. denke ich einen tag später über die lösung nach fällt mir auf wie undurchführbar es ist. keine mir bekannte theorie über die anarchie ist fehlerfrei oder wirklich durchführbar... aber man bedenke das demokratie 'Volksherrschaft' heißt (also genau das was ich mir unter anarchie vorstelle!). die deutsche demokratie ist genauso wie viele andere auch sehr abgewandelt. man wählt aller 4 jahre die partei die dann fast machen kann was sie will. abgesehen davon das es eine opposition gibt die es nicht so gerne sieht wenn sie nix vom kuchen abbekommt. bei welchem gesetz, beschluss usw gibt es einen volksentscheid? in der schweiz (so habe ich gehört kA obs stimmt ;)) solls wohl viele solche entscheide geben... aber immer weniger leute gehen hin. ich denke die meisten sind es einfach leid, zu kaputt jedes wochenende zum wahllokal zu gehen. (wenn man die wahlzettel per post verteilen liese und diesen dann zB in 'gesicherten' briefkästen im laufe der woche beim weg zum einkauf wieder loswerden kann würden sicher viele wieder politisch aktiver werden.). nun werden viele denken: wenn er es so toll findet wieso zieht er dann nicht hin. klare antwort: nach dem abschluss der schule werde ich sicher auswandern ;P . aber fakt ist das auch die demokratie schwächen hat die sie aber überwinden konnte, wieso sollte das der anarchie anders gehen? naja egal... es nix ist perfekt aber man sollte versuchen das beste zu finden |
| Vinter | Hi, > Das ist eine schöne Utopie, ohne Zweifel. > Dennoch mit einem Denkfehler. Das ist kein Denkfehler, das ist eben die Glaubenssache, an der die Staatsformen sich scheiden... Anarchie (so wie ich sie verstehe) geht eben davon aus, dass dem nicht so ist, dass im Menschen ein recht vollstaendig verformbarer Geist enthalten ist und er somit auch vollstaendig "gut" werden kann. Wie gesagt, es haengt alles von der Umwelt ab. Die Crux ist, dass Menschenversuche laut der Mehrheit der Menschen ethisch nicht vertretbar sind und dieses Raetsel somit nie vollstaendig geloest werden wird, weil jede Generation die anderen nur subjektiv betrachten kann. > Um wirklich diesen Respekt vor anderen zu gewinnen müsste es dem Menschen > beigebracht werden, das versucht man schon seit mehreren hundert Jahren und es > klappt nicht. Vielleicht geht man es falsch an? Vielleicht steuert man in eine komplett falsche Richtung, vielleicht geht das auf andere Weise ganz leicht? Es waere doch recht interessant, in die Grundprogrammierung eines Menschen wie in meine Sourcen einsehen zu koennen, aber das geht leider nicht... Das ist eben des Pudels Kern, hier gibt es nichts zu wissen oder zu beweisen, hier gilt es zu schlussfolgern und zu glauben. Ich glaube an den formbaren Geist, und viele andere "Befuerworter" der Anarchie wohl auch, im Gegensatz zu den "Gegnern". Ein Stegereif-Beispiel fuer den Grund meiner Ansicht ist z.B. [URL=http://home.wanadoo.nl/ipce/library_two/files/prescott_de.htm]diese Studie[/URL] (entgegengesetzt: Zuwendung zu Kindern <-> Negative Erscheinungen in der Gesellschaft). Nein ich will nicht das Thema umlenken, das dient nur zur Illustration :) > PS: Ich weiß das ihr selber nicht glaubt das es, zumindest heute, funktionieren > würde. Es geht ja allgemein um Anarchie, nicht um eure Ansichten. Ah, gut, dann hatte ich dich falsch verstanden. Nur laesst sich die Anarchie allgemein schlecht diskutieren, entweder man muss sich auf eine Masse von Texten stuerzen und dort alles belegen oder man muss ein Luftschloss auf einem Phantasieberg errichten, so wie ich... Grusz, Vinter |
| Scheol | @Vinter nun, ich glaube das der Mensch zu Formen ist, aber dennoch bricht sein Urcharakter manchmal aus. Ein Mensch kann noch so gut und freundlich sein, irgendwann macht er was falsches, in einer Gesellschaft die nicht lernt, damit umzugehen kann das fatale Folgen haben. Damit diese Vorstellung von Anarchie überhaupt funktioniert bräuchten wir einen Gesellschafts- und Wertewandel. Das passiert irgendwann, egal ob positiv oder negativ, aber sowas braucht vieeel Zeit. Sicher wäre es mir auch lieber wenn Menschen ohne Gesetze miteinander klar kommen würden, aber das ist immer noch Utopie....denn es sind Menschen. Hast gemerkt das ich nicht die beste Meinung über die Spezies habe :) Naja, ich halte nicht viel vom Menschen, würde auch lieber 'ne andere Meinung haben, aber so wie er momentan sich gibt ist er nicht nur für den Planeten untragbar, sondern auch für sich selbst. Schade....aber ich gebe die Hoffnung trotzdem nicht auf, wieviele kenne ich, die genau das Anklagen und im Herzen gut sind. Das ist aber auch schon der einzige Lichtblick in dieser "Mies"re. bb Scheol |
| Vinter | Hi, deinem letztem Post kann ich nun endlich ausnahmslos zustimmen. Denn wie du sagst, es bleibt nur die Hoffnung, dass es eines Tages einmal besser sein wird, in ferner Zukunft... Nur zu schade, dass ich das auf keinen Fall mehr erleben werde. Aber schon die wenigen einzelnen, herzensguten Menschen, die du erwaehnst, sind fuer mich Anlass genug, die Hoffnung aufrecht zu erhalten. Wie sagt Kaschte von Samsas Traum nochmal so 'schoen'? Die Hoffnung stirbt zuletzt - am Anfang stirbt der Glaube. Ich hoffe, dass ich mir den Glauben noch eine Weile aufrecht erhalten kann, so unverbraucht wie ich im Moment noch bin... Grusz, Vinter |
| Koryu | Ich wäre absolut dagegen! Wenn es sowas mal gibt, dann bitte nicht, solange ich lebe!! Die Menschen brauchen eine gewisse Ordnung, denn sonst würden sie über die Stränge schlagen, das ist meine Meinung. Wäre es nicht verboten zu stehlen und zu morden und was weiß ich nicht noch alles, gäbe es hier überall nur tote und das absolute Chaos... Man könnte sich selbst nirgends mehr sicher fühlen. Auch wenn viele die Bullen verfluchen und für dumme arrogante Schweine halten, ich denke, sie sind nur dazu da, auf uns aufzupassen, damit uns nichts passiert, auch wenn sie manchmal wirklich sehr arrogant sind. Schaut Euch mal die Chaostage an... oder wenn Erdbeben wo passieren... Überall nur Schlägereien und Plünderungen und alles wird zerstört! Nein Danke!! |
| Jin | Die Erde würde binnen stunden verkommen, menschen verlieren ihre gefühle, blut beherscht die welt, Tod begleitet sie, Ende der Menschen. "Die alten Völker werden sich wieder erheben " |
| red_tear | kleiner text über anarchie... Was ist Anarchie? Alle reden davon, doch niemand weiss wirklich was es ist. Was ist eigentlich Anarchie? Antwort: Eine Gesellschaft ohne Staat. Logische Schlussfolgerung von ca. 90% der Bevölkerung: Chaos, Zerstörung, wilde Banden von Terroristen, gegenseitige Bekämpfung, Morde, .... Das dies jedoch nicht so ist, soll hier aufgezeigt werden. Es wird sicher einige positiv überraschen, und vielleicht auch die Meinung von ein paar Leuten ändern, die sich bis jetzt als Anarchisten bezeichnet haben. Aufsatz, eines jugendlichen Anarchisten: Anarchie als Ordnungsbegriff! Wenn ich den Begriff Anarchie nur schon erwähne, denken die meisten Leute an das totale Chaos. Ich möchte Ihnen in diesem Aufsatz aufzeigen, dass die Anarchie mit dem Durcheinander nichts zu tun hat. Im Gegenteil: Sie ist die höchste Form der Organisation. Schon in den allgemein gültigen Lexiken und dem offiziellen Sprachnachschlagewerk "Duden" wird der Begriff Anarchie nur mit "Gesetzlosigkeit" übersetzt. Dies ist jedoch nur bedingt richtig: Zwar wollen die Anarchisten den Staat und somit auch alle Gesetze abschaffen, dies bedeutet jedoch noch lange nicht, dass es keine Regeln mehr gibt. Diese werden jedoch als mündliche Vereinbarungen gehalten. Doch von Anfang an. Was ist Anarchie überhaupt? Die ersten Gedanken an eine staatenlose Zukunft, wurden bereits am Ende des 17. Jahrhundert vom englischen Philosophen Godwin getätigt, der auf der Suche nach dem perfekten "Staat" war. Genaugenommen, war dies zwischen 1789 und 1800 zur Zeit der Französischen Revolution. Der Begriff Anarchie selber, entstand jedoch erst vor rund 150 Jahren. Die Erfinder? Das Volk. Oder Besser gesagt das revolutionär gesinnte Volk des Proletariats. Einer der Hauptunterschiede zwischen Kommunismus und Anarchie ist, dass es bei der Anarchie keinen klaren Erfinder gibt (wie Karl Marx beim Kommunismus), sondern dass sich die Anarchie immer wieder mit neuen Erfahrungen aus Revolutionen anreicherte, uns sich so weiterentwickelte. Der wichtigste Unterschied zwischen diesen beiden Formen (Kommunismus und Anarchie), ist jedoch ein anderer: Während die Kommunisten den Staat nach der Revolution ersetzen wollen, wollen ihn die Anarchisten abschaffen. Sie wollen auf eine Regierung, auf die Polizei, auf die Bürokratie etc. verzichten, und den ganzen Staatsapparat dem Volk überlassen. Dies soll dann Räte bilden, welchen sämtliche Personen angehören, die vom entsprechenden Thema betroffen sind. Also zum Beispiel einen Konsumentenrat, einen Quartierrat und so weiter. In diesen Räten ist jeder gleichberechtigt. Um Überregionale Probleme, wie zum Beispiel das Postwesen oder den öffentlichen Verkehr, zu lösen, finden Versammlungen statt, an welchen Vertreter aus allen betroffenen (regionalen) Räten teilnehmen. Diese Vertreter werden von mal zu mal neu gewählt, und haben gegenüber den Volksvertreter in einer Demokratie den Vorteil, dass erstens jedes Ratmitglied den Vertreter kennt, und zweitens die Vertreter sich klar an die Vorschriften und Interessen des Rats zu halten haben. Die Abschaffung des Staats und die Anschaffung von Räten ist der wichtigste Punkt der Anarchie. Alles weitere sind noch Folgen dieses Schrittes. So auch die Abschaffung der Grenzen, die Abschaffung des Geldes und die Abschaffung der jetzigen Familienformen wie die Ehe (Zitat Godwin: "Die Ehe ist ein Gesetz und das schlechteste überhaupt"). Laut Meinung der meisten Anarchisten, sollten die Menschen in grossen Wohngemeinschaften leben, und die Wahlverwandtschaft sollte eingeführt werden. Ein weitaus interessanterer Schritt als die Abschaffung der Ehe, ist jedoch die Abschaffung des Geldes. Sie werden nun denken: "Was? Und dann sollen wir wieder mit Ziegen und Kühen tauschen, wie in der Uhrzeit?" "Nein natürlich nicht", ist darauf meine Antwort. Nehmen wir mal an, sie könnten in eine Bäckerei gehen, eine Brot "kaufen", und ohne zu bezahlen wieder gehen. Anderseits, kann jedoch der Sohn des Bäckers gratis zu Ihnen in die Schule kommen. Und der Bäcker kann beim Bauern seine Milch gratis beziehen. So kann man auf das Geld, ohne die Einführung des Tauschhandels, verzichten. Nun werden Sie wieder sagen: "Was? Und was ist wenn jemand nicht mehr arbeiten geht? Muss dann die Gemeinschaft weiter für ihn aufkommen?" Darauf antworten Ihnen die Anarchisten, dass eine Kommune (Gemeinschaft) nicht dazu verpflichtet ist, jemanden aufzunehmen. So kann ein nicht mehr arbeitendes Mitglied auch wieder ausgeschlossen werden. Doch es wird auch nicht mehr ein so grosses Verlangen bestehen, nicht zu arbeiten. Seien wir mal ehrlich. Die meisten Menschen gehen nicht gerne zur Arbeit. Dies gilt vor allem für Fabrikarbeiter. Das liegt wohl in erster Linie daran, dass ihre Tätigkeit eintönig und langweilig ist. Sie können nichts von Anfang bis ende produzieren, sondern machen immer nur die eine Bewegung am Fliessband. Tag ein, Tag aus. Gehen wir jetzt davon aus, dass man diese Arbeit wesentlich attraktiver und interessanter gestalten könnte (mit Hilfe modernster Technik ist das möglich). Müssten dann nicht auch diese Arbeiter ihren Beruf wieder lieber ausüben? Und bestände dann nicht einen viel kleinerer Drang, zu Hause zu bleiben? Und wenn mal jemand eine Tag nicht arbeiten geht, ist ja das auch nicht weiter tragisch. Eingangs dieses Aufsatzes, habe ich erwähnt, die Anarchie sei die höchste Form der Ordnung. Dies trifft zu, weil sie die natürlichste Form der Ordnung ist, da jegliche Form der Autorität und der Unterdrückung abgeschafft ist. Wenn Sie dass auch nicht glauben, so hoffe ich jedoch, Ihnen wenigstens aufgezeigt zu haben, dass Anarchie nicht das Chaos bedeutet. Das sei Wunschdenken, sagen Sie? Dann wissen Sie wohl nicht, dass Spanien 3 Jahre und die Ukraine 4 Jahre als Anarchie funktionierte. Wieso nur so kurz? Sowohl die Spanische, wie auch die Ukrainische Anarchie, sind unter dem Kugelhagel fremder Völker zu Grunde gegangen. Ich möchte diesen Aufsatz mit ein paar Sprüchen beenden. Der erste ist für diejenigen, die die Demokratie, als höchstmögliche Form der Freiheit ansehen: Ich bin nicht frei. Ich kann nur wählen, welche Diebe mich bestehlen, welche Mörder mir befehlen! Seid realistisch, fordert das Unmögliche (Ernesto "CHE" Guevara) |
| Sadujan | Als Begründer des Anarchismus gilt Michael Bakunin, der unter Anderem in etwa gesagt hat, dass ein Staat immer ungerecht ist und da mag er noch so rot sein... Allerdings gabs auch vor ihm schon anarchistische Ansätze. Als Schwachsinn kann man "marxistischen Anarchismus" und "National-Anarchismus" abtun, weil beides auf archischen Systemen fußt und somit der Anarchismus-Definition nicht entspricht. Ein wichtiger anarchistischer Kopf unserer Zeit wäre, rein exemplarisch, Tobi Blubb ([url]www.panokratie.de[/url]). Letztendlich ist Chaos die Kehrseite der Anarchie, wie unser derzeitiges, auf Neid aufbauendes System (Plutokratie) die Kehrseite einer gutartigen Demokratie ist. |
| raison d'être | [QUOTE][i]Original geschrieben von Sadujan [/i] [B]Als Begründer des Anarchismus gilt Michael Bakunin, der unter Anderem in etwa gesagt hat, dass ein Staat immer ungerecht ist und da mag er noch so rot sein... Allerdings gabs auch vor ihm schon anarchistische Ansätze.[/b][/quote] Natürlich gab es die schon vor Bakunin. Seit es den Menschen gibt, gibt es den Wunsch und Drang zur Freiheit und das Unverständnis, von anderen diktiert zu werden. Das der Staat eine Negation der Freiheit des Individuums ist, sagt nicht nur Bakunin, sondern jeder Anarchist. ;) Und letzterer muss nicht unbedingt auf Bakunin zurückgreifen - da Bakunin, im Gegensatz zu Kropotkin z.B. für eine Revolution stand, in der Gewalt angewendet werden müsse. [quote][b] Ein wichtiger anarchistischer Kopf unserer Zeit wäre, rein exemplarisch, Tobi Blubb ([url]www.panokratie.de[/url]). [/b][/quote] Da lach' ich mich tot. [quote][b] Letztendlich ist Chaos die Kehrseite der Anarchie, wie unser derzeitiges, auf Neid aufbauendes System (Plutokratie) die Kehrseite einer gutartigen Demokratie ist. [/B][/QUOTE] Das ist so nicht richtig, da ich denke, dass Du Chaos in diesem Zusammenhang, als etwas negatives definierst. Chaos an sich, ist aber nichts negatives, sondern etwas natürliches. Ich rede hier jetzt allerdings nicht, von Mord und Totschlag. Dies hat nichts mit dem philosophischen Anarchismus zu tun. [i]"Das schöpferische Chaos ist das beste Erkenntnisklima für freie Menschen."[/i] [i]"Instabilität und Unregelmäßigkeit sind die wesentlichen Merkmale der Lebensphänomene, sie werden verfälscht, sobald man sie mit Gewalt in den starren Rahmen quantitativer Beziehungen presst."[/i] Die Natur ist chaotisch. |
| Chimonas | Die Natur chaotisch? Wieso gibt es dann Symmetrien (bei Tieren, Kristallen usw.)? Die Natur ist regelmaessig unregelmaessig. Ich will damit sagen, dass es beides gibt. Ordnung im Chaos und Chaos in der Ordnung. Gruss Chimonas |
| Baztard | Also wenn hier für einen Tag Anarchie wäre, dann würde ich fast allen meinen Arbeitskollegen die Fresse einschlagen und diverse Geschäfte ausräumen. Das wäre so alles in allem alles. Evil |
| Sadujan | [QUOTE][i]Original geschrieben von raison d'être [/i] Natürlich gab es die schon vor Bakunin. Seit es den Menschen gibt, gibt es den Wunsch und Drang zur Freiheit und das Unverständnis, von anderen diktiert zu werden. Das der Staat eine Negation der Freiheit des Individuums ist, sagt nicht nur Bakunin, sondern jeder Anarchist. ;) Und letzterer muss nicht unbedingt auf Bakunin zurückgreifen - da Bakunin, im Gegensatz zu Kropotkin z.B. für eine Revolution stand, in der Gewalt angewendet werden müsse.[/quote] Hab ja auch nichts Gegenteiliges gesagt... der Gedanke war wohl schon immer da. Ich sehe in Bakunin aber [i]die[/i] schriftlichen Darlegungen zum Anarchismus in seiner totalen Reinform. [quote]Da lach' ich mich tot.[/quote] Also, Panokratie hat imo deutlich höhere Erfolgschancen als eine konventionelle Anarchie... ist zwar immernoch im nano-Bereich, aber ich hab ja auch nie behauptet, ich sähe eine Chance für irgendeine Form der Anarchie. [quote]Das ist so nicht richtig, da ich denke, dass Du Chaos in diesem Zusammenhang, als etwas negatives definierst. Chaos an sich, ist aber nichts negatives, sondern etwas natürliches. Ich rede hier jetzt allerdings nicht, von Mord und Totschlag. Dies hat nichts mit dem philosophischen Anarchismus zu tun. [i]"Das schöpferische Chaos ist das beste Erkenntnisklima für freie Menschen."[/i] [i]"Instabilität und Unregelmäßigkeit sind die wesentlichen Merkmale der Lebensphänomene, sie werden verfälscht, sobald man sie mit Gewalt in den starren Rahmen quantitativer Beziehungen presst."[/i] Die Natur ist chaotisch.[/QUOTE] Mit "Chaos" meinte ich sowas wie Baztard schilderte - das ist KEINE echte Anarchie, sondern ein einfaches archisches System. "Anarchie ist Ordnung ohne Herrschaft", jenes 'Chaos' wäre "Herrschaft ohne Ordnung", bzw. eben "Chaos ohne Freiheit". Natürlich ist Chaos nicht unbedingt "schlecht"... aber wenn es [i]gar keine[/i] Regeln gibt, also [i]völliges[/i] Chaos herrscht, dann ganz bestimmt. Auch in der Anarchie gibt es ja Regeln: Moral und Menschlichkeit. In einer Anarchie es immer ein gewisses Maß an Ordnung, da jeder nach seiner Menschlichkeit handelt und sich somit ganz automatisch Ordnung ergibt. Chaos hingegen ist etwas Eigenes, ein wundervolles Werkzeug, wie ich meine... Chaos ist ja Unberechenbarkeit, kann also sowohl konstruktiv als auch destruktiv sein. Auch gibt es keinen Platz für Begriffe wie Freund und Feind... Chaos schlägt Alles aus den geordneten Bahnen. Und darum ist es eigentlich die einzige Waffe gegen eine fehlgeleitete Ordnung. Aber als "Ordnung" wäre Chaos nicht geeignet - eine auf Menschlichkeit aufbauende Anarchie wäre da schon viel schöner... |