German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Zwänge durch sich selbst
Sanna I.S.P.wieder einmal etwas, wozu ich gerne die meinung von vielen hören möchte.

ich denke, jeder kennt das, die zwänge, denen man sich selbst unterwirft - keine bande durch gesellschaft und co., kein druck von aussen oder ein "wie ich gesehen werden soll", möchte ich hier ansprechen - sondern die versprechungen und eide an sich selbst, aus freien stücken eingegangen und vor allem auch ernsthaft gemeint.

vielleicht gibt es einige, die mit diesem thema überhaupt nichts anfangen können, und sich im geschriebenen nicht im geringsten wiederfinden, so sei es denn, ich werde trotzdem schreiben.

nun, ich deutete schon an, was ich sagen möchte - man kennt diese vorsätze, die sich aus gutem sinn heraus entwickeln, und sich um das verhalten, eigenschaften, aktion und reaktion, attitüden und vieles andere mehr drehen;
es sind gute vorsätze sozusagen, bisweilen nicht mehr, aber dann einmal geht man weiter, man verspricht sich, dies und das zu tun, so und so zu handeln, eben nach einem vorbild, einem gedankenkonstrukt, oder was auch immer. man bemüht sich, diese versprechungen an sich selbst einzuhalten;
schließlich macht man einen weiteren schritt (der wahrscheinlich für viele nicht ganz nachzuvollziehen ist) - man leistet einen eid/schwur, ganz in der art und weise, wie die vorangeganenen vorsätze oder versprechen.

schön und gut, kann man so meinen, aber es geht noch weiter ...

der vorsatz, der zu anfang des ganzen stand hatte natürlich einen hintergrund, der genauso natürlich irgendeinen nutzen bereithielt - und wenn es nur der war, sich selbst eher in eine gewünschte richtung zu bewegen.
doch die zeit vergeht, und mit ihr kommt wandel und veränderung - dinge vergehen, und anderes zeichnet sich frisch und neuartig in unergründeter weise ab, aber die eide und versprechungen bleiben bestehen;
und endlich muss eine spannung zwischen diesen und den sich ändernden rahmenbedingungen geben, die sehr groß werden kann, aufgrund der verhärteten strukturen, die das vergangene handeln hinterließ.
es kommt dazu, wozu es unweigerlich kommen muss - die versprechungen stehen für etwas, was vorbei ist, vielleicht sogar nicht mehr relevant - im unangenehmsten fall stehen sie sogar im weg, ein klotz am bein sozusagen; doch die bande, die sich gebildet haben, sind stark, und aus versprechungen und eiden wurden zwänge, aus harmlosen vorsätzen entstanden ketten.
das einst "anerzogene" handeln entwickelt sich zur zwangshandlung, wird automatisch ausgeführt und hindert an einer weiterbewegung im sinne eines natürlichen wandels.
es kommt zu einer verzerrung, vielleicht einem leichten (auf die persönlichkeit bezogenen) anachronismus - die fähigkeit, sich neuerlich und immer wieder neu zu entwickeln wird unterdrückt und blockiert, die spannungen zeichnen sich in mehrfacher weise ab, werden zur qual und unerträglich.

ist es legitim, sich aus versprechungen an sich selbst gerichtet, herauszuwinden? meinem sinn für recht und ehre sowie ehrlichkeit nach, ist es das nicht.
es wäre schlichtweg betrug, so sehe ich das - oder ist es eine tiefer gehende bestimmung, sich selbst ans glück zu führen, moral beiseite zu drängen?
ist es recht, für ein vermeintliches glück, eidbrüchig zu werden?

jaja, ich weiß ... "was will der kerl eigentlich ...", aber für mich ist das tatsächlich eine ernsthafte fragestellung und problematik - vermutlich bin ich, was begrifflichkeiten wie ehre angeht, nicht ganz zeitgemäß ...

ich hoffe enfach, dass sich irgendein kluger kopf die mühe gemacht hat (und durchgehalten hat) bis hierher zu lesen, und dann auch noch eine interessante antwort odre gegenfrage, kritik usw. schreiben kann.
Geeserstmal vorneweg: sag mir einen zusammenhang, indem die "ehre" nicht als mittel zum zweck oder etwas schlechtem benutzt wird. solange mir nicht einfällt was an ehre so toll sein soll, ist ehre etwas negatives.

ich finde solche bände müssen immer den gegebenheiten entsprechen. wenn sich meine lage innerhalb von jahren verändert, ist das nichts ungewöhnliches. da ist es doch nur verständlich, dass man sich die selbst gesetzten schranken erweitert&verändert, oder?

sicher gibt es schranken die besser nicht gebrochen werden, aber bei mir halten grundsätze für gewöhnlich nur durch, wenn sie wirklich überall passen. eine konkrete situation fällt mir gerade nicht ein.
Black-HoleIch Grüße dich,

glaube das einiges davon was du schriebst auf mich zutrifft. Stelle mir einen Plan auf, was ich zu machen habe..., versuch ich doch jeden Tag zu üben, und wenn ich mal nicht kann, ob aus zeit gründen oder ich kein Bock hab, dann kotzt mich das noch um so mehr an...es ist so ähnlich wie ein Plan an den ich mich halten will oder auch muss...so hab ich mich in Abhängigkeit begeben...habe die Ordnung gesucht und das Chaos gefunden, stell ich mir regeln auf die doch nicht halten kann...ist wohl zu viel

vale
Sanna I.S.P.@Gees:
ehre gehört zu meinem selbstbild seit ... seit fast immer schon. vielleicht ist es nur eine sinnlose anforderung an mich; ein ethos, der mir gewisse handlungen verbietet, andere begünstigt. ehre erschafft für mich persönliche stärke und kraft, und stützt diese auch sehr.
meine ehre gebietet es mir, dinge zu tun, von denen ich sonst wahrscheinlich aus faulheit und oder schwäche abstand nehmen würde.

als mittel zum zweck verstehe ich ehre nicht, ich versuche, meine ehre zu erhalten, zu ihrem selbstwillen, aber ich schrieb ja schon im eingangspost, dass meine gedanken und überlegungen einigen fremd anmuten werden.

dass es wichtig wäre, diese bande abzuändern, niederzureißen, sie den gegebenheiten entsprechend zu verändern ist richtig, und mir bewußt, aber darin liegt meine problematik. ich erkenne den widerspruch, den sie zu meinem heutigen ich, und der umwelt darstellen, aber sie sind zu fest verwurzelt.

ich sagte auch schon, bei mir hält es sich als zwang - es ist ein "ich muss", kein ich sollte, weil ich es schon vorher so handhabte, oder weil es jetzt günstig wäre. in meinen augen wäre dies einfach nur opportunismus, den ich vermeiden möchte - auch eine sache, die meine ehre betrifft.


@Black-Hole:

hm, das kenne ich wenig. die dinge die ich mir gesetzt habe, halte ich auch. mein wort gilt ... auch nach jahren.

aber wenn du regeln, die du aufgestellt hast wirklich befolgen möchtest (stellen sie denn eine positive veränderung dar?), halte dich daran. wenn die entscheidung, sie zu befolgen im wahn getroffen wurde, schlage sie in den wind, denn vermutlich wird es dir eher schaden als nützen.
Black-HoleSind wohl der Sinn meines Seins...ohne die Regeln, wie ich zu sein habe, ohne den Plan was ich zu tun habe, wäre mein Leben leer, Sinnlos...hört sich bestimmt bescheuert an, aber so glaubte ich! Aber warum Tolerant sein, warum nett zu den Menschen sein, warum wenn sie es doch auch nicht sind. Warum andere Achten, die einen selbst nicht Achten, ist es denn nicht willkürlich was ich glaube, warum an Regeln halten die von irgendwelchen Menschen als Richtig gesehen werden, so viele verschiedene Glaubensformen, Meinungen, Ansichten, doch keine die richtige ist, was soll ich glauben wenn nirgends die Wahrheit geschrieben steht.
Sanna I.S.P.ich weiß nicht, was man glauben soll, ich weiß nicht was ich glauben soll - ich kann nur versuchen, an meinem glauben festzuhalten, auch wenn es mir scheint, dass ich mich tag für tag weiter davon entferne.

[QUOTE]Aber warum Tolerant sein, warum nett zu den Menschen sein, warum wenn sie es doch auch nicht sind. Warum andere Achten, die einen selbst nicht Achten[/QUOTE]

vielleicht weil du es nicht für sie tust, sondern einfach, weil du es so möchtest.

[QUOTE]so viele verschiedene Glaubensformen, Meinungen, Ansichten, doch keine die richtige ist, was soll ich glauben wenn nirgends die Wahrheit geschrieben steht.[/QUOTE]

vielleicht steht nirgends "die wahrheit", aber ich denke, dass in jeder wenigstens ein stückchen davon enthalten ist ... vielleicht liegt die wahrheit in allem und jedem. vielleicht begegnet man ihr jeden tag, ohne sie zu erkennen. wer weiß das schon.
neptuniasanna, ich denke, ich weiß, was du meinst.

manchmal stellt man sich selber ideale vor die nase, eigenschaften, begebenheiten, erfolgsmomente, die man erreichen möchte, und um diese zu erreichen legt man sich gewisse "eide" auf ... in etwa so wie diese unsäglichen silvester-vorsätze, die aber gottseidank ihre gültigkeit spätestens ein jahr später verlieren ...

ich glaube, wenn man seine ziele (nennen wir es einfacherhalber so) von zeit zu zeit überdenkt, sollte man die möglichkeit nutzen, sie auch an die neuen begebenheiten anzupassen. das heißt, da wir uns ja in einem "lebens-fluss" befinden, ist es einfach nötig, manchmal das ziel ein wenig zurecht zu rücken, damit es nicht unsinnig wird.

somit zum thema "ehre".
halte ich mich fatalistisch an ein ziel und gehe wenn nötig über leichen, nur damit ich ehrenvoll behaupten kann, ich habe mein vor urzeiten gesetztes ziel erreicht ... ist das nicht dumm? wäre es nicht viel ehrenvoller sagen zu können, ich hab mein ziel über ein paar umwege aber ohne nennenswerte verluste erreicht?

und ist es nicht eigentlich wirkliche stärke, sich oder sein ziel zu ändern, wenn man damit schaden vermeiden kann?

ich weiß nicht, dieses "ich gebe mein wort und halte mich dran auch wenn ich über leichen gehen muß" hat etwas sehr fanatisches ... und grade in unseren zeiten sieht man doch, wie wenig sinn es macht ...

break the rules ...
Sanna I.S.P.ja, neptunia ... umwege machen ...
tatsache ist, dass ich es nicht bewerkstelligen kann, diese "umwege" einzuschlagen, den kurs zu ändern, zu korrigieren.

meine ehre hindert mich daran, dieses alte einfach über bord zu werfen, sie mahnt mich, mein wort zu halten ... wenn ich das nicht hätte, wäre alles, wirklich alles erlogen, eine einzige täuschung.

insofern, fanatismus ... ja vielleicht ist es schon fanatisch, das liegt durchaus im bereich des möglichen - man drifftet schnell in die extremen lagen ab, auch wenn man versucht, den mittelweg zu halten (zumindes mir geht es so).

aber "über leichen" gehe ich nicht - und wenn schon, dann allerhöchstens über meine, teilweise.

weder sehe ich es so, dass ein zweck die mittel heiligt, noch, dass meine ziele absolute priorität haben - oft genug muss ich zurückstecken, aber sie bleiben da, sie sind beständig.

fanatismus ... heute spricht jeder schlecht davon, und ich will ihn nicht schönreden, aber ich kann dieser haltung sehr viel abgewinnen, auch dem zerstörerischem, dem übel;

fanatismus füllt aus, wo leere ist, zumindest für eine weile, er macht blind, für dinge, die man nicht sehen möchte, lässt unliebsame stimmen verstummen, die man nur selbst hören kann.

fanatismus ist die ultimative ersatz emotion - ich möchte seinen geschmack niemals vergessen.
neptuniaach sanna, ich weiß nicht, inwieweit ehre mit selbstzerstörung zu tun hat ... haben sollte ... haben muß ...

ehre ... ich denk, ich weiß was du damit meinst ... dieses dickköpfig-sein ... an etwas glauben, daß über irgendetwas steht ... ich weiß nicht, ich weiß nicht ... ich glaube, dieser glaube an ehre verliert sich allmählich im alter ... alles relativiert sich dann ... in meinen sturm und drang zeiten hab ich auch an ideale geglaubt und versucht mich mit ehre und ruhm zu bekleckern und hab mir wichtige dinge auf die fahne geschrieben ...

... alles verwaschen ... von all den erfahrungen, die danach kamen ... das gute im menschen gibt es nicht. nicht wirklich. viele der zwänge hab ich aufgegeben ...

... nein, nicht alle ... ein paar hab ich mir aufgehoben, sie dienen dazu, mich weiter zu treiben ... allerdings kleine egoistische zwänge ...

aber fanatismus ... nein, das ist keine besonders gute ersatz emotion ... es ist etwas sehr undefiniertes ... moralisch zweifelhaft ... im namen des fanatismus passieren zuviele verquerte dinge ... außerdem macht einen der fanatismus schwach für manipulierer ...

aber sag doch mal konkret, welcher zwang dich ehrenhaft in die blindheit treibt ...
Sanna I.S.P.ich wollte nicht ausdrücken, dass ich es mit selbstzerstörung in verbindung bringe, sondern, dass es mir fern liegt, anderen rücksichtslos zu schaden.

nicht dickköpfig, nicht stur ... eher ein "sein wollen" ein verlangen nach etwas, nach jemandem ...

du sprichst vom idealismus der jugend - ich nicht. ich beziehe mich (hierin) nicht darauf, die welt zu verändern, etwas großes zu bewegen, es ist mir gleichgültig. ich suche nicht ruhm, nicht ehre vor anderen, nicht vor der welt - vor mir, für mich, das ist es, was mich antreibt.
auch schreibe ich mir nichts auf die fahne - was kümmert es mich, was die anderen zu wissen glauben, was sie denken, sie sollen sagen, was sie wollen.

vielleicht sind es diese kleinen egoistischen zwänge, die ich meine, keine ahnung - egoistisch passt schlecht, eher egozentrisch.

ja verquere dinge, überall passieren sie - im namen irgendeiner sache; es stimmt, das vieles schlecht ist, schlimm, tragisch - tod und verderben treten meist gemeinsam damit ans licht, und doch ... ich wiederhole mich, es kümmert mich nicht - ich vertrete genug schlechtes, das andere "böse" nennen, in mir, halte es für mich.

manipulation ... du sprichst gerne davon, hehe.
ja, fanatismus macht anfällig für manipulation - doch wenn man der erste ist, macht er die anderen anfällig.

[QUOTE]aber sag doch mal konkret, welcher zwang dich ehrenhaft in die blindheit treibt ...[/QUOTE]

vielleicht morgen, vielleicht übermorgen, aber bestimmt nicht hier.
Black-Hole[QUOTE][i]Original geschrieben von neptunia [/i]
[B]halte ich mich fatalistisch an ein ziel und gehe wenn nötig über leichen, nur damit ich ehrenvoll behaupten kann, ich habe mein vor urzeiten gesetztes ziel erreicht ... ist das nicht dumm? wäre es nicht viel ehrenvoller sagen zu können, ich hab mein ziel über ein paar umwege aber ohne nennenswerte verluste erreicht?

und ist es nicht eigentlich wirkliche stärke, sich oder sein ziel zu ändern, wenn man damit schaden vermeiden kann?

[/B][/QUOTE]

Ist nicht alles relativ zu betrachten?...warum sollte das dumm sein...wer sagt das...du dir selbst sagst es! Ein „Moralischer Mensch“ wäre deiner Ansicht, ein „unmoralischer“ einer anderen...warum Moral zeigen...weil wir danach erzogen wurden? Wer bestimmt über Gut und Böse, Richtig und Falsch?...das Gesetz, die Menschenrechte, die zehn Gebote?...es gibt kein gut, kein böse...ist alles nur von Menschen erdacht!
neptuniasanna, du verwirrst mich etwas ... ich glaube, ich würde jetzt wirklich gerne wissen, was du konkret meinst ... ich verstehe, wenn du es hier nicht ausplaudern möchtest (dabei hört doch keiner zu ... ;-) ), aber laß es mich wissen ... dann komm ich wieder mit meiner "ich-bin-so-alt-und-weise"-tour und verwirr dich zurück ... in der hoffnung dich für dich selber auf klare gedanken kommen zu lassen ... also bitte den knopf "pn an member" anklicken und plaudern, ja?!

ich möchte doch zu gerne wissen, welcher kleine troll dich da reitet ...


edith sagt:
blackhole, dumm deshalb, weil alles, was zerstört, keinen sinn macht. bei gut und böse stimme ich dir zu, gäbe es diese "göttliche" unterscheidung gäb's nix böses ... und selbst das ist relativ ... dummheit ist ja auch nicht automatisch böse, kann ja auch gut sein, gesegnet seien die mental minderbemittelten, denn für sie ist alles einfacher ... (jaja, auch das ist relativ ...)
Black-HoleHi,

[QUOTE][i]Original geschrieben von neptunia [/i]
[B]...dumm deshalb, weil alles, was zerstört, keinen sinn macht [/B][/QUOTE]
hm, ist wohl wieder nur bedingt so, der Satanist(obwohl man dies nicht verallgemeinern kann, da dieser sehr facettenreich ist) oder der Schwarzmagier, sieht wohl einen anderen Sinn in der Zerstörung...es ist deine Ansicht, das es nicht richtig ist, keinen Sinn macht, aber nicht jeder denkt so.

[Quote][B]gäbe es diese "göttliche" unterscheidung gäb's nix böses ... [/B][/QUOTE]

sorry, aba das hab ich nicht verstanden, meinst du damit, wenn es, um mal ein Beispiel zu nennen, Gott und Teufel gebe, dann nix böses existiere? Das wiederspräche sich doch, dann gebe es auch keinen Teufel, keine göttliche Unterscheidung.

Achso...und was hat der Begriff Fatalistisch mit Zerstörung zu tun...oder beziehst du dich hierauf:„...gehe wenn nötig über leichen...“ ?

Gruß Black-Hole ;)
LolideIch persönlich denke ja, dass auch solche Ansichten relativ sind. Setzt sich denn nicht jeder selbst seine moralische Grenze?
Entscheidet nicht jeder für sich selbt, wo das Gute aufhört und das Böse beginnt?
Manche haben Hemmungen, Lügen zu verbreiten und betrachten es schon als böse ... "sowas macht man einfach nicht"... obwohl das in unserer heutigen Gesellschaft schon als Natürlichkeit angesehen wird, wenn man lügt.

Nehmen wir aber als krassen Kontrast einen Massenmörder oder Wiederholungstäter. Für einen hiesigen Mörder hat es seinen Sinn und Zweck, diese Personen zu töten und er sieht darin nur eine gewisse Gerechtigkeit, anstadt Schuld.
Loup de nuitIrgendwie habe ich mit diesem Thema Schwierigkeiten... wenn die von Dir gesetzten Ziele für Dich und Deine Gesamtsituation überholt sind, warum hältst Du an ihnen fest? (Falsch verstanden?)
Wenn Du an Deinen Werten festhältst, ohne dabei auf deren Aktualität zu achten, so ist mir das vollkommen klar. Wenn man seine eigenen Werte fortwirft, weil sie nicht mehr ganz dem entsprechen, was üblich oder möglich oder kurzfristig sinnvoll ist, dann verrät man sich selbst.
Ziele dagegen sind m. E. variabel, sofern sie nicht mit den Werten einhergehen. Persönliche Ziele (nicht beruflich, o.ä.) wären für mich wertgebunden.
DraconiZIch habe 2 Arten von Regeln die ich mir selber aufzwinge

einmal die Grundregeln die ich quasi mitbekommen habe von meinen Eltern/Gesellschaft.
Wie freundlichsein, niemanden etwas antun etc.
Diese sind für mich ganz wichtig und ich tue eigentlich alles damit ich die auch einhalten kann, soweit meine eigene Meinung damit vereinbar ist. So finde ich auch wenn ich irgendjemand neues treffe kann ich den erstmal leiden, bis er mich vom Gegenteil überzeugt oder auch nicht dann bleibt das bestehen.
Nur kann es auch verdammt schnell geschehen für mich das die zu Staub zerfallen, wenn dann Gefühle ganz hoch schlagen
und dann halt die Regeln die ich ganz alleine für mich aufstelle weil ich einfach sage : ok so wies jetzt ist kanns nicht bleiben also wird was geändert.
Dann bestimmen die Regeln zeitweise mein Leben, aber bei mir nur soweit bis ich mein Ziel erreicht habe, danach bemühe ich mich sie wieder verschwinden zu lassen.
Das bringt natürlich jede menge Probleme manchmal, aber ich finde man braucht einfach etwas zum Orientieren und am besten ist es dann doch wenn man sich selber Regeln macht oder?
Also ist es wichtig für das Leben denke ich.
Ein Orientierungsloses Chaos wünscht sich wohl niemand...

Nun zu der Ehre .......
Ich finde der Grundgedanke ist nicht schlecht ..
Aber irgendwo ist Ehre eine Zwangsregel die jemand für jemanden anderen aufgesetzt hat deswegen finde ich jeder sollte für sich selber seine eigene Ehre aufstellen, was wohl auch jeder macht.

Das heisst die eigenen Zwänge (die eigene Ehre) sind für mich verdammt wichtig im Leben, aber sie sollten immer wieder überdacht und geändert werden.
Die Grundsätze werden wohl gleich bleiben aber man muss sie auf verschiedene Situationen anwenden.
Die Ehre sollte wegweiser und Helfer sein und nicht Herrscher über die Gedanken.
neptuniablackhole: "hm, ist wohl wieder nur bedingt so, der Satanist(obwohl man dies nicht verallgemeinern kann, da dieser sehr facettenreich ist) oder der Schwarzmagier, sieht wohl einen anderen Sinn in der Zerstörung...es ist deine Ansicht, das es nicht richtig ist, keinen Sinn macht, aber nicht jeder denkt so."

ich weiß genug von schwarzer und weißer magie um sagen zu können, daß sie nicht wirklich wichtig sind. und vom sinn will ich garnicht erst sprechen ... das heißt aber nicht, daß ich sie nicht mag, ich hab ein herz für unsinnige und unwichtige dinge ... aber wenn es um das wesentliche geht, dann spielen sie keine rolle. und ich laß mich auf keine diskussion ein bei dingen, die ich weiß - nicht glaube. sorry, nenn es arrogant. ok. ändert aber nichts.

blackhole: "sorry, aba das hab ich nicht verstanden, meinst du damit, wenn es, um mal ein Beispiel zu nennen, Gott und Teufel gebe, dann nix böses existiere? Das wiederspräche sich doch, dann gebe es auch keinen Teufel, keine göttliche Unterscheidung. "

den teufel gibt es nicht. gott gibt es, und der macht keine unterschiede zwischen gut und böse. also gibt es ganz einfach nichts böses. es gibt nur das mögliche.

blackhole: "Achso...und was hat der Begriff Fatalistisch mit Zerstörung zu tun...oder beziehst du dich hierauf:„...gehe wenn nötig über leichen...“ ?"
genau, wenn ich denke, daß ich ein ziel verfolgen MUSS, weil's mir vom schicksal gegeben ist, und dabei über leichen gehe ...

loup: "Wenn Du an Deinen Werten festhältst, ohne dabei auf deren Aktualität zu achten, so ist mir das vollkommen klar. Wenn man seine eigenen Werte fortwirft, weil sie nicht mehr ganz dem entsprechen, was üblich oder möglich oder kurzfristig sinnvoll ist, dann verrät man sich selbst."
ja, sehe ich auch so. werte und zwänge sollte man nicht zusammen mixen ... werte sind allgemeingültiger ... an ihnen festzuhalten ist gut. aber ein selbstbild, das ich für andere gebastelt habe, mit dem ich mich schütze, hat für mich mit echten werten nichts zu tun.

irgendwie alles sehr schwierig ...

und dann noch etwas, wie definiert man lüge?
ist es nur etwas falsch gesagtes, schnell, unbewußt?
oder ist lüge eine wohlgeplante falschaussage?
und ist eine falschaussage, bei der ich nur mir selber schade, genauso eine lüge, wie die, die ich für meine zwecke gegen andere einsetze?
Gamblers StarIch find das schön, daß der Junge oben konstruktiv über sein Leben nachsinnt und sich traut, Ansichten zu verändern.Seine Perspektive zu verändern. Nichts ist einfacher, als sein Leben lang dieselben Thesen,Werte, Atitüden, whatever runterzubeten. Man muß sich bewegen. Nur wer sich bewegt, kommt voran. Wie soll man je erwachsen werden, wie je weise? "Ehre" ist falsch gewählt, sie ist zu eng mit Ruhm verbunden. Es ist sein Gewissen, das er befragt. So wie wir alle uns täglich vor dem Spiegel fragen. "Bin ich stolz auf mich?" Ja, bin ich, wenn ich mich vor niemandem verstecken muß.
Sanna I.S.P.[QUOTE][I]Original geschrieben von neptunia[/I]
werte und zwänge sollte man nicht zusammen mixen ... werte sind allgemeingültiger ... an ihnen festzuhalten ist gut.[/QUOTE]

was wenn werte zu zwängen werden, wenn das, was man eigentlich als erstrebenswürdig galt, plötzlich oder schleichend zum zwang mutiert.
was, wenn man erkennt, dass es werte, die ursprünglich nicht nur zur eitlen selbstgefälligkeit da waren, nun behindern, die entfaltung des eigenen wesens, des eigenen lebens behindern, einen käfig darstellen, aus dem es scheinbar kein entkommen gibt - sie einfach abschaffen, weil sie nun nicht mehr passen? sie in den wind schlagen, weil man diesem druck überdrüßig geworden ist, weil man die schnürung nur all zu eng spürt?
diese art von opportunismus ist für mich unerträglich, ich sehe es als feige an.



[QUOTE]
ist es nur etwas falsch gesagtes, schnell, unbewußt?
oder ist lüge eine wohlgeplante falschaussage?
und ist eine falschaussage, bei der ich nur mir selber schade, genauso eine lüge, wie die, die ich für meine zwecke gegen andere einsetze?[/QUOTE]

im schnell dahergesagten liegen viele fehler, viel verletzendes, viel, das nicht ausgesprochen werden sollte, oder nur in bedachten momenten und worten.
mehr denken, und weniger sprechen würde dieses problem deutlich vermindern.

lüge bleibt lüge, egal gegen wen sie gerichtet ist - man schadet immer jemanden, ob direkt oder indirekt.
aber ich sehe einen unterschied zwischen selbstbetrug und jemand anderes zu belügen, auch wenn ich die beiden arten nicht verschieden gewichten möchte.
Black-HoleHallo neptunia!

[Quote][i]diese Zitate sind alle neptunias Worte[/i]
[B]ich weiß genug von schwarzer und weißer magie um sagen zu können, daß sie nicht wirklich wichtig sind. und vom sinn will ich garnicht erst sprechen...[/B][/Quote]
Wichtig oder unwichtig, darüber lässt sich streiten, bin ich doch deiner Auffassung, ist jedoch ne nette Freizeitgestaltung, wie ich finde, wenn man die Zeit hat, die einem oft fehlt^^

[Quote][B]und ich laß mich auf keine diskussion ein bei dingen, die ich weiß - nicht glaube. sorry, nenn es arrogant. ok. ändert aber nichts. [/B][/Quote]
Aber nur weil du es glaubst zu wissen, weil du es dir sagst... du sagst du weißt genug von Magie, hm...das kann ich nicht beurteilen, aber ich denke, dass es einige Leute sind, die von sich Behaupten, sie verstehen die Magie, wissen wie sie funktioniere...wenn man vom funktionieren überhaupt sprechen kann..., doch oft glauben sie nur das, was irgendwo geschrieben steht, ob es wirklich so ist oder ob es nur ein Konstrukt ist, wird nicht gefragt...vielleicht ist es den Leuten egal, find ich es doch verlogen

[Quote][B]den teufel gibt es nicht. gott gibt es, und der macht keine unterschiede zwischen gut und böse. also gibt es ganz einfach nichts böses. es gibt nur das mögliche[/B][/Quote]
^^da bin mal deiner Meinung...doch diesen „Gott“ zu definieren, was er sein mag, bin ich noch zu keinem wirklichen Entschluss gekommen

[Quote][B]und dann noch etwas, wie definiert man lüge?
ist es nur etwas falsch gesagtes, schnell, unbewußt?
oder ist lüge eine wohlgeplante falschaussage?
und ist eine falschaussage, bei der ich nur mir selber schade, genauso eine lüge, wie die, die ich für meine zwecke gegen andere einsetze? [/B][/Quote]
So denke ich...
Lüge ist für mich, wenn jemand oder man selbst die Wahrheit leugnet bzw. etwas unwahres sagt! Sie kann unbewusst, genau so aber auch, Bewusst ausgesprochen werden...hm und eine Falschaussage, bei der man sich selbst schadet ist wohl auch ne lüge, kann ja als selbstloses Handeln gesehen, aber auch als Dummheit gewertet werden z.B. einen Freund „schützen“, in dem man dessen Schuld auf sich nimmt!

Gruß Black-Hole
ShortTermEffectIch glaube, dass ich ungefähr nachvollziehen kann, was du meinst, aber ich kann natürlich nicht ausschließen, dass ich absolut daneben liege.
Ich persönlich spreche in dem zusammenhang nicht gerne von ehre oder moral, obwohl ich denke, dass das, was du meinst, dem was ich meine ziemlich nahe kommt. Nur klingen die begriffe „ehre“ und „moral“ für mich wie etwas, das von der gesellschaft vorgeschrieben wird. Ich weiß, dass es nicht das ist, was du meinst, aber trotzdem werde ich die begriffe zu vermeiden versuchen.

In deinen texten waren so viele dinge, die ich jetzt zitieren könnte und zu denen ich stellung nehmen möchte, aber ich wüsste nicht, wo ich anfangen soll, deswegen komme ich gleich zu deinen fragen.

[quote] ist es legitim, sich aus versprechungen an sich selbst gerichtet, herauszuwinden? meinem sinn für recht und ehre sowie ehrlichkeit nach, ist es das nicht.
es wäre schlichtweg betrug, so sehe ich das - oder ist es eine tiefer gehende bestimmung, sich selbst ans glück zu führen, moral beiseite zu drängen?
ist es recht, für ein vermeintliches glück, eidbrüchig zu werden? [/quote]

du fragst, ob es legitim ist. Ich kann dir darauf keine antwort geben. Ich weiß es nicht. Alle, was ich weiß ist, dass es mir persönlich sehr selten gelingt, überhaupt gegen diese zwänge zu handeln und dass, wenn ich es tue, ich mich dann schuldig fühle. Es geht sozusagen gegen mein „gewissen“ (obwohl, das nicht der richtige ausdruck ist, denn ich möchte ja dagegen handeln, kann es aber aus einem zwang heraus nicht).
Ich kämpfe mit diesen zwängen schon seit einiger zeit und ich komme nicht dagegen an. Dieses vermeintliche glück, das für andere meistens selbstverständlich ist, kann ich nicht erreichen, ohne mir dabei eidbrüchig vorzukommen...
Ich werde mich vermutlich weiterquälen damit, und vielleicht schaffe ich es irgendwann, aber wenn, dann nur mit sehr viel selbstbetrug.

Ich hoffe, du verstehst in etwa, was ich meine...
Sanna I.S.P.ja, ich denke ich verstehe ungefähr, und fühle mich auch in gewissem maß selbst verstanden :) .

[QUOTE]Ich werde mich vermutlich weiterquälen damit, und vielleicht schaffe ich es irgendwann, aber wenn, dann nur mit sehr viel selbstbetrug.[/QUOTE]

das ist kein guter weg - ich habe diesen selbst schon eingeschlagen, und weiß leider nicht mehr so genau, was dann nun "echt" ist, und was nicht ... die betrügereien enden nie, wenn man es zu weit kommen lässt.
lostinthougthsEine ultimative Antwort habe ich auch nicht.

Mich wundert das Du offensichtlich doch nachgibst, und Dich aus deinen Schwüren herauswinden willst.

Es ist eine Frage von innerer Stärke oder? Und ich wollte Dich beglückwünschen, das Du zu den Wenigen zählst die diese Stärke aufbringen, obwohl sie den Grund dafür nur in sich selbst finden können. Die Meissten tun doch was die Welt ihnen sagt, und gehen den Weg des geringsten Wiederstandes.

Ich glaube es ist gefährlich. Ich zähle auch zu den "weichwürsten" die ihre sturheit für das vermeintliche Glück über Bord geworfen haben. "Glück" würde an dieser stelle nach einer eigenen Abhandlung verlangen, die hier keiner braucht.

Was nach alldem übrig geblieben ist lässt sich schwer in worte fassen. Alles ist getrübt durch das gefühl sich selbst betrogen zu haben. Andere Menschen einzuschätzen und dabei enttäuscht zu werden ist eine sache, aber sich selbst plötzlich fremd zu sein ist schrecklich!
Wem wenn nicht dir selbst kannst Du rückhaltlos vertrauen???
Wäre ich Esotheriker würde ich warscheinlich sowas sagen wie: Man hat seine Mitte verlohren.
Und ich fürchte es führt kein Weg zurück.
Vielleicht bin ich ja auch der einzige mensch der sich deswegen schlecht fühlt, weil nicht das eingetroffen ist, was ich mir davon erhofft hatte.

Was ich noch nicht verstanden habe: Wie kann fanatismus Emotionen ersetzen? Kannst Du da bitte nochmal drauf eingehen?

Vielleicht ist das der Grund warum die Menschen alle meinen mit der Zeit abzustumpfen, wie Kiesel in einem Bach, die mit der Zeit ganz glatt gewaschen werden. Vielleicht ist es das, was das energische der Jugend mit der zeit dahin rafft. Wir werden alle weich. Wann wird man sich dafür verantworten müssen?
und vor wem?
Smashing Pumpkins: "the more you change the less you feel"

aber kann es andererseits richtig sein sich von seinen eigenen Fesseln erwürgen zu lassen? Die sache hat wohl doch etwas sehr selbstzerstöhrerisches... und kontrovers ist es allemal!
Ein guter Beitrag

Ich würde auch jemand anderen nach seiner Meinung fragen.
Sanna I.S.P.[QUOTE]Und ich wollte Dich beglückwünschen, das Du zu den Wenigen zählst die diese Stärke aufbringen, obwohl sie den Grund dafür nur in sich selbst finden können.[/QUOTE]

es gibt in alle richtungen ein extrem - auch das extrem, nur an sich und seinen gedanken festzuhalten ist nicht der richtige weg.

mir geht es nicht um ein anpassen im sinne von gesellschaftlichen normen und regeln, sondern um ein anpassen an mich, an den der ich heute bin, an ein loskommen, ein abändern von altem, ein abstreifen von einengenden fesseln. :)

[QUOTE]... aber sich selbst plötzlich fremd zu sein ist schrecklich![/QUOTE]

auch der von mir beschriebene weg hält dies bereit, genauso erschreckend und ernüchternd wie du es erlebst, denke ich.

[QUOTE]Was ich noch nicht verstanden habe: Wie kann fanatismus Emotionen ersetzen? Kannst Du da bitte nochmal drauf eingehen? [/QUOTE]

wie ist schwierig zu beschreiben.
fanatismus füllt aus, er ist dort, wo freude erheitern sollte, dort, wo hass stärkt, wo liebe neues leben einhaucht.
fanatismus brennt wie ein feuer, verbrennt deine seele und gleichzeitig erfriert er das herz.
gedanken und ideen sind nicht spürbar, doch gefühle sind es ... und fanatismus spürt man auch - man spürt den frost brennen!
lostinthougthsDann bin ich zu fanatismus nicht fähig...
Vielleicht ist es gut Emotionen durch Fanatismus zu ersetzen.

Schade. Irgenwie findet Dein Beitrag auch kein Fazit.

Sag mal siegt nun hier eigendlich der Geist über die Seele oder umgekehrt? Wer von beiden ist für die Vernunft zuständig?
Sanna I.S.P.[QUOTE]Schade. Irgenwie findet Dein Beitrag auch kein Fazit.[/QUOTE]

nein, dazu bin ich vermutlich auch nicht fähig.

[QUOTE]Sag mal siegt nun hier eigendlich der Geist über die Seele oder umgekehrt? Wer von beiden ist für die Vernunft zuständig?[/QUOTE]

in meinen worten wäre es der geist, der für die vernunft "zuständig" ist.

wer obsiegt, hm, wahrscheinlich keiner, jeder ist verlierer.

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur