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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: ungelöste integrationsprobleme
patra'ungelöste integrationsprobleme in holland' ist der ungefähre titel einer radiosendung die ich gerade nebenbei höre.

aufgrund der jüngsten ereignisse (mord an vangogh, brennende moscheen) in den niederlande spricht man von einem 'ungelösten integrationsproblem': plötzlich scheint alles wie eine seifenblase zu zerplatzen, von wegen friedliches multikulti-miteinander und so. und plötzlich ist alles in frage zu stellen.

mir kommt es so vor, als ob in in den niederlanden einfach nur ganz gesund auf eine sache reagiert wurde: die einen morden einen von den anderen und die anderen wehren sich. und nun wird daraus wieder so ein gesellschaftsdramatisches thema gemacht, und schlaue köpfe sprechen gar von der unmöglichkeit einer multikulturellen gesellschaft.

wie seht ihr das? was haltet ihr von den ereignissen in holland?







ps: die sendung heißt 'redezeit auf ndr-info' und ist mit zuhörerbeteiligung (wer also anrufen mag: geht bis 22 uhr ;))
Neithanhab zwar keine ahnung, was da vor sich geht aber das klingt von dir ja schon fast wie bürgerkrieg. Ich finde schon, dass das ein dramatisches gesellschaftliches Problem ist.
Cold RainBitte? Die einen morden einen von den anderen und die wehren sich? Sind wir in der Steinzeit? Ich finde das absolut primitiv, was die da abziehen. Wie arm ist das doch, jemanden umzubringen, nur weil man dessen Meinung nicht akzeptiert? Und Gewakt erzeugt Gegengewalt.. so kanns auch nicht sein, wo soll das aufhören? Das macht mich doch sehr sehr nachdenklich...
OceanGypsy[QUOTE][i]Original geschrieben von patra [/i]
[B]
mir kommt es so vor, als ob in in den niederlanden einfach nur ganz gesund auf eine sache reagiert wurde: die einen morden einen von den anderen und die anderen wehren sich.
[/B][/QUOTE]

Ganz gesund reagieren? Kann ja jeder seine eigene Meinung vertreten, aber wenn das für dich gesund reagieren ist, dann will ich dir lieber nicht begegnen...So zu reagieren ist das Primitivste und Unüberlegteste, was man tun kann! Naja, vielleicht habe ich deine Aussage auch falsch interpretiert...
EdwinIch würde die Sache nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Schon allein Ausdrücke wie "die Anderen" machen mir leichte Magenschmerzen, weisen sie doch schon auf Polarisierung und Feindbilder hin.
Nur ein paar Zwischenfälle oder doch der blutige Schatten des viel beschworenen Kulturenkampfes?
Ich weiß es nicht.
Edwin
EdwinTja, mein Heimatort hatte wohl die zweifelhafte Ehre, eine art deutschlandweite Premiere zu veranstalten:
Es wurde ein Brandanschlag auf eine Moschee verübt, das Feuer konnte glücklicherweise früh entdeckt und gelöscht werden.
Man noch nicht sicher, ob die Sache einen rechten Hintergrund hat, aber diese Begründung ist wohl mit Abstand die Naheliegenste.
Das ist schon irgendwie Erschreckend: Am Vortag schreibt man noch über Bandanschläge "weit weg" in den Niederlanden, und dann hat man sowas vor der Haustür.
Die Menschheit verhält sich wohl wie vermutet:confused:
Edwin
BlackDragonZwar würde ich nicht sagen, dass im Fall van Gogh die Diskussionen übertrieben sind, allerdings ist es dennoch idiotisch aufgrund dieses einen Falles die Idee einer multikulturellen Gesellschaft zum Teufel zu jagen, zumal sie ja in den meisten Fällen funktioniert - selektive Wahrnehmung nenne ich das.
Tiberon[QUOTE][i]Original geschrieben von BlackDragon [/i]
[B]... multikulturellen Gesellschaft zum Teufel zu jagen, zumal sie ja in den meisten Fällen funktioniert ...[/B][/QUOTE]
Wo zum Beispiel?
Was genau soll Multikulturell eigentlich darstellen?
Und wieso sollte ich sowas überhaupt wollen?
blackstripesehe ich ähnlich tiberon. und da haben wir auch schon das problem. ich bezweifel dass sich eine lösung finden lässt. zu viele unterschiede lassen sich nicht auf einen gemeinsamen nenner bringen! was nicht geht, geht einfach nicht. in gewissem rahmen ja, aber ganz bestimmt nicht in richtung "alle sind gleich-kultur". zumindest nicht in absehbarer zeit.

ein schönes beispiel ist der ausländeranteil hier bei uns im ort (klar kann man das nicht verallgemeinern, sollte aber auch nicht unter den tisch fallen!) eine moschee nach der anderen wird aus dem boden gestampft, das drogengeschäft blüht wie noch nie, man muss ja regelrecht angst haben nachts mit seinen rangern durch die gegend zu streifen, aber das ist ne andere geschichte.

alles ist reine fasade. und da setzt sogar bei mir, absolut tollerantem menschen, das verständnis für manche ein, die sich das nicht länger bieten lassen wollen. es gibt leider eben viel zu viele schwarze schafe, und das unter allen!


so long, blackstripe
torch777multikulti find ich toll !!!
ich seh auch keine größeren Probleme im Zusammenleben mehrerer Kulturen...
was mich nur wieder zur weissglut treibt is die " Tatsache", dass die achsodummen Menschen wohl immer ein "Feindbild" brauchen...
eines, das die Leute wieder näher zusammenrücken lässt, eines das ein "wir Gefühl" erzeugt...
im endeffekt das was der kleine cowboy schon vor Jahren angefangen hatte
"islamische Welt" da...und..."wir" hier
naja die guten sind natürlich "wir" :rolleyes:
erreicht hat er letztendlich ein Weltumspannendes "Missverständniss" die Spinner beider Fraktionen schlagen sich die Köpfe ein, weil sie sich angegriffen bzw. bedroht fühlen
[SIZE=1]achja...von den angestrebeten Bodenschätzen mal ganz abgesehn[/SIZE]
alles Käse und so gewollt!!! ich seh darin kein kulturelles Problem sondern ein gewollt herbeigeführtes alles Beherrschende...
is ja auch viel einfacher irgendwas durchsetzen zu wollen wenn damit gegen den " gemeinsamen Feind" vorgegangen werden kann und man dadurch automatische den Grossteil der Bevölkerung hinter sich hat


gruessle
torch
Fichu[QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i]
[B]Das Ziel der globalen Politik ist es Staaten und Völkergruppen zu zerschlagen, indem bewußt Kulturen durch eine Einwanderungsflut vermischt werden.[/B][/QUOTE]
Also, nur daß ich es richtig verstanden habe: Unsere Regierung hält die ganzen Kriege, Hungersnöte, allgemein unangenehmen Lebensumstände in Weitwegistan deshalb am Laufen, damit die Leute dort motiviert werden, hierher zu kommen, und unsere Kultur zerschlagen? Damit wir dann am Ende ein ebenso barbarisches Ödland werden wie z. B. Kanada (das meines Wissens einzige Land, das Multikulturalismus als Staatsziel festgeschrieben hat)?

Damit mußt du an die Öffentlichkeit gehen! Sowas dürfen wir uns echt nicht länger bieten lassen!
HiIchBinsBrrr hört mal auf mit dem monokausalen Gesülze, und macht Euch mal net so viele Gedanken über Holland und nen Bezug zu Deutschland, das lässt sich überhaupt net übertragen.

So schlecht is der Zustand bzw. der Fortschritt in der Integration in Deutschland net, das hat immer zwei Seiten - die, die integriert werden sollen und die, die sich integrieren lassen wollen (oder auch net), eigene Kultur- und Sportvereine gründen und zu ner Art Ghettoisierung im Kulturleben tendieren. Muss man sich halt Gedanken machen, wie man zu solchen Gruppen im Gesamten Zugang findet.

Thema Auswanderung aus ausgebeuteten Ländern: Hat kaum nen Bezug zu Deutschland. Die Leute, die aus Staaten der dritten Welt auswandern, wandern in Länder aus, zu denen ein Bezug besteht, aus Kamerun und Senegal z.B. sehr stark nach Frankreich, und net nach Deutschland, nur weil sie von deutschen Firmen "ausgebeutet werden" ;) Die Tendenz in Deutschland wird eher dahin gehen, dass Verwandte von türkischstämmigen Immigranten der 60er nach Deutschland kommen, weil sie merken, dass es ihre Angehörigen zu was gebracht haben. Fremdenangst und Vorbehalte, gesellschaftliche Schranken und Abgrenzungen werden sich in Zukunft weniger auf Nationalitäten als auf die islamische Religion beziehen. Da steckt ne gewisse Parallele zu Holland drin.

Aber: In Holland gab es Attentate auf nen rechtspopulistischen Politiker und jetzt auf nen Regisseur, der nen Film über ihn gedreht hat. Fortuyn wurde übrigens nicht von nem Muslim erschossen, sondern von nem Holländer. Sowas ist in Deutschland nicht passiert, und ich seh auch nicht die Gefahr, dass das passieren wird. Der neue niederländische Fremdenhass wird in den Medien immer als mehr oder minder unvermeidbare Konsequenz der liberalen Einwanderungspolitik in Holland seit den 70ern dargestellt, da rollen sich mir die Fußnägel. Wenn jemand ein Attentat auf ein rechtsextremes Arschloch verübt, dann nicht, weil er ein Einwanderer ist, sondern weil das Arschloch ein Arschloch ist. Um es mit meinem Intimfeind Martin Walser zu sagen: "An einer Disqualifikation von Attentaten gegen Nazis kann ich mich nicht beteiligen".

Und never übertrag the Zustand of Holland auf Deutschland, hier herrscht ein vollkommen anderer kultureller und integrationspolitischer Zustand. Das ist definitiv keine europäische Frage, so weit ist es noch lange nicht. Es würde auch niemand auf den Gedanken kommen, den französischen Antisemitismus auf Deutschland im 21.Jahrhundert zu übertragen, weil der in Frankreich tatsächlich offen ausgetragen wird.
moreIch sehe das Problem eher in der Art und Weise was wir als tolerant bezeichnen: Wegschauen!
So ists doch, wir akzeptieren wenn Islamistische Männer ihre Frauen einsperren und schlagen, wir akzeptieren, dass junge türkische Männer Frauen in Seitenstrassen auflauern, und angraben, wir akzeptieren, dass sich Gettos bilden, dass es Stadtteile gibt, wo sich Nachts keine Frauen mehr hintrauen! Wir akzeptieren, dass teilweise junge Mädchen von den Vätern daheim eingesperrt werden, damit sie nicht in die Schule gehen können, wir akzeptieren, dass wegen der "Familienehre" in Islamistischen Familien gemordet wird, und und und...
Und wir deklarieren diese oftmals unterlassene Hilfeleistung als Toleranz.
Weil, wir sind ja Deutsche und wir dürfen nicht wagen etwas negatives über Ausländer zu sagen, ohne gleich selbst als Ausländerfeindlich angesehen zu werden. Da haftet und noch zu sehr die Geschichte im Nacken.
Das Problem ist doch das, dass sich viele garnicht integrieren wollen! Frauen dürfen oft nichtmal deutsch lernen! Und genau das hat VanGoh in seinen Filmen beschrieben- und darum musste er sterben! Weil es Verboten ist Kritik an einer anderen Kultur zu üben!
Das merkwürdig ist jedoch, dass Türken in der Türkei ganz anders sind, die Frauen beispielsweise auch oft berufstätig sind und die Töchter studieren, und merkwürdig ist auch, dass es in der Türkei verboten ist ein Kopftuch in Schulen zu tragen...

Deutsche werden in der Fremde deutscher und Türken türkischer (damit sind längst nicht alle gemeint!).
Multikulti ist eine Illusion! Denn auf sowas müssen beide Seiten gleich eingehen! In unseren Augen leben wir in einer Multikulti-Gesellschaft- der grossteil der hier lebenden Islamisten tun das aber nicht! Sie haben ihren Hass auf die westliche Kultur mit hierher gebracht und lassen keinerlei Kritik an ihrer Lebenseinstellung zu.
Das Problem ist nur, dass wir das nicht wahrhaben wollen. Wir möchten gerne Fremdenliebend sein, doch die Realität sieht leider anders aus, und wir sollten den Mut haben und die Courage, dass einzusehen ohne nur immer an die Vergangenheit zu denken.
Toleranz heisst nicht blind sein.
Demon17@HiIchBins,

so so wer im verfassungsmäßigen Rahmen eines demokratischen Landes eine Antimigrationspolitik betreibt ist also ein rechtsextremes Arschloch und hat es isch quasi selbst zuzuschreeiben wenn er erschossen wird. Weißt Du bei manchen reichts intellektuell halt nicht zur Demokratie HiIchBins und mit denen kann niemand in Fireden zusammen leben, das geht nur mit Repression. ...und ich meine jetzt nicht Fortuyn:rolleyes:
HiIchBins@Demon17: Hältst Du Aussagen wie "Ich bin auch für einen Kalten Krieg mit dem Islam. Den Islam sehe ich als eine außerordentliche Bedrohung, als eine feindliche Gesellschaft." und "Ich finde es [den Islam] eine zurückgebliebene Kultur." für eine Migrationspolitik im demokratischen Rahmen? [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Fortuyn]Klick mich, ich bin eine Quelle[/url]. Wer solche Sätze verzapft, ist ein geistiger Brandstifter. Weißt Du, bei manchen reichts intellektuell halt nicht zum Lesen Demon17 und mit denen kann niemand in Frieden zusammen leben.
Fichu@Ronin76:
Wir wissen beide, daß ich dir das nicht ernsthaft unterstellt habe, ja? Ich hab auf deinen Beitrag, der mir polemisch vorkam und mit dem ich nicht einverstanden war, sarkastisch geantwortet. Frieden? :)

@Multikulturalismus:
Ich bin gar kein prinzipieller Verfechter von Multikulti, weil ich gar nicht weiß, was das prinzipiell heißt. "Multikulti" und auf der vermeintlich anderen Seite "Leitkultur" sind wieder solche tollen Begriffe, unter denen alles mögliche läuft, und die (kühne Behauptung meinerseits jetzt) in erster Linie dazu dienen, eine bestimmte Klientel anzusprechen (etwa "Linke" und "Rechte"). Was die CDU/CSU wahrscheinlich mit Leitkultur meint, ist mir ein Horror. Mit einem etwas "französischerem" "Leitkultur"-Begriff (Demokratie, Republik, Gleichheit, Laizismus usw.) kann ich mich ohne große Bedenken anfreunden. Je nachdem, wozu Multikulti der Gegenbegriff sein soll, fällt meine Meinung zu Multikulti aus (etwas überspitzt formuliert: von "absolut notwendig" bis "das ist der Untergang des Abendlands").

Ich würde mir wünschen, daß die Debatte in Deutschland die Qualität hätte, die sie mir in Frankreich zu haben scheint. In dem Fall müßte man vielleicht weniger Angst haben, als Nazi dazustehen, wenn man sagt, daß einem bestimmte Sachen nicht passen, die kontingenterweise eventuell hauptsächlich Einwanderer oder religiöse Minderheiten betreffen.

EDIT: Übrigens sollte man immer das kritisieren, was einen stört, und nicht eine ominöse Kultur. Wenn man was gegen Kopftücher hat, soll man was gegen Kopftücher sagen und nicht gegen Muslime/Araber/Türken/wen auch immer man nicht mag. Wenn man was gegen "junge türkische Männer hat, die Frauen in Seitenstraßen auflauern" (more, und ich greife nur die Formulierung auf, nicht dich an), dann soll man was gegen junge türkische (sofern es relevant sein sollte) Männer sagen, die Frauen in Seitenstraßen auflauern, und nicht gegen Türken. Sonst siehts nämlich so aus, als müsse man sich zwischen Laisser-faire und Rechtsaußen entscheiden, was einfach Blödsinn ist.

PS @more: Wer "von uns" akzeptiert eigentlich aus Toleranz Ehrenmorde? Mir ist noch niemand begegnet.
Demon17@HiIchBins,

na und? Demokratie heißt nun mal Meinungsfreiheit, alles ist erlaubt solange nicht zu Verbrechen aufgerufen wird. Also legal!
In den USA gibt es Juden, die Neinazis Websites zur Verfügung stellen. Ich finds clever. Außerdem mein lieber HiIchBins als Demokrat ist es doch selbstverständlich notfalls sein Leben zu geben damit alle ihre freie Meinung sagen können. Das gilt dann auch für Leute wie Forteuyn oder wie der sich schreibt. Es geht um das Prinzip der Demokratie, d.h. das man auch dafür eintreten muss das auch solche Leute unbehelligt ihre Meinung sagen dürfen, wer das nicht kapiert, dem helfen auch keine Bücher...
more@Fichu ich wollte nur darauf hinweisen, dass falsche Toleranz, und damit ist das akzeptieren fremder Kulturen mit all ihren Schattenseiten gemeint (was auch Ehrenmorde mit einschließt), dieses Fiasko erst angerichtet hat. Weil in diesem Land solche Dinge einfach ignoriert werden! Zumindest ist wegschauen in diesen Fällen an der Tagesordnung.
Aber ich denke, du hast trotzdem verstanden, was ich damit sagen wollte.
Fichu@more:
Hast schon recht. Ich würd sagen, "sie" werden als Gruppe verdächtigt, deswegen als Gruppe verteidigt, deswegen als Gruppe verachtet, kriegen deswegen als Gruppe die Absolution usw. usw. -- womit man sich den Problemen nicht grad annähert.
moreEs werden genügend Integrationshilfen angebeoten! In jeder Stadt! Da kann man mir nicht erzählen, wir grenzen sie aus. Das Problem liegt oftmals darin, dass sie sich selbst ausgrenzen und mit der westlichen Lebensweise nicht klarkommen wollen!
Wie würdest du dieses Problem denn lösen? Ich kann hier auch nur die Probleme, aus meiner Sicht darstellen, einen Lösungsvorschlag kann ich nicht bringen, denn ich finde, wir tun viel. Aber wir können nicht in die Familien gehen und die Frauen und Töchter herausreissen und in die Schulen schicken und wir können den Männern offensichtlich nicht klar machen, dass Frauen auch ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben. Das Problem liegt nicht nur in der Religion begraben sondern in den Familien. In jeder einzelnen Familie!
HiIchBins@Demon17: Sich auf so engem Raum so häufig zu widersprechen, grenzt an Kunst im öffentlichen Raum ;)

Zuerst hast Du auf die moralische Integrität rechtsextremer Aussagen abgestellt, nun sind wir bei Legalität (wobei Deine Definition von "legal" so putzig wie simpel ist, aber deswegen leider nicht zutreffend). Bitte, ich zweifle nicht dran, dass es "erlaubt" ist, ganze Religionsgruppen zu diffamieren, so lange man das durch die Blume macht... was man damit heraufbeschwören kann, ist leider etwas anderes, und darum gehts mir. Mit Halbwissen a la "Ich hab gehört, dass in den USA Juden Neonazis Webspace zur Verfügung stellen" wird allerdings weder Deine Legalitätsthese zutreffender noch Deine Rückendeckung für extremistische, populistische Äußerungen harmloser. Ich bin eher der Ansicht, dass man dafür eintreten sollte, dass sich solche Leute lächerlich machen, wenn sie solche Meinungen äußern... die Tatsache, dass Extremisten verteidigt werden, hätte ich dann doch ganz gern mal auf Brandenburg/Sachsen übertragen. Findest Du, dass die NPD ihre Heim-ins-Reich-Propaganda genau so frei äußern darf wie Fortuyn seine permanente Islam-Diffamierung?
Fichu@more:
Ich will nicht drüber streiten, wie leicht oder schwer es ist, sich zu integrieren (was immer das genau heißt), weil ich davon auch keine Ahnung habe. Ich bin bloß immer mißtrauisch gegenüber "communautés", und daß jetzt allenthalben über "Kulturen" schwadroniert wird, kommt bei mir gar nicht gut an.

Ich hatte auch ganz bewußt "sie" in Anführungszeichen gesetzt. Ich fände es hilfreicher anzusprechen, daß es die und die Probleme gibt, als sich Gedanken über "ihre" Probleme mit der "Integration in die westliche Kultur" zu machen.

Wenn bestimmte Leute Probleme mit Frauen/Gleichberechtigung haben, dann sollte man -- wie auch immer -- ein (nicht geheucheltes!) Zeichen für Gleichberechtigung setzen, statt einen großen Diskurs über Einwanderung, Islam, den EU-Beitritt der Türkei, den Irakkrieg und wasweißich auszukotzen. Aber ich moralisiere auch bloß wieder vor mich hin.
moreIch dachte ich stelle klar dar, wie ich die Problematik sehe... Ich hatte nicht den Eindruck über Kulturen zu schwadronieren. Und meiner Meinung nach (die sich nicht mit anderen Meinungen zwingendermasen teilen muss) ist das Hauptproblem unserer und dieser Thematik in den Familien und in der Unterdrückung der islamistischen Frauen zu finden.
Das hat überhauptnichts mit Gleichberechtigung in dem Sinne zu tun. Und ich will ja hier nicht die Emanze rauskehren. Es geht darum, das eine Integration von vielen islamistischen Familien strickt verweigert wird!
Die Regierung hat ja den Vorschlag gemacht, Türken dürften nur noch ihre Frauen nach Deutschland überführen, wenn diese zu einem Deutschkurs angemeldet werden und diesen dann auch kontrolliert absolvieren. Wie soll man sich den intigrieren, wenn man nicht mal die Möglichkeit hat, die Sprache in einem anderen Land erlernen zu dürfen!!!!

Einen interessanten Artikel gabs dazu im Spiegel: [url]http://www.spiegel.de/sptv/thema/0,1518,327916,00.html[/url] empfehle ich jeden zu lesen!
Fichu[QUOTE]Ich dachte ich stelle klar dar, wie ich die Problematik sehe... Ich hatte nicht den Eindruck über Kulturen zu schwadronieren.[/QUOTE]
Aaaah... Ich meinte gar nicht dich mit dem Vorwurf, more. Ich führ mich in diesem Thread auf wie ein Elefant im Porzellanladen.

Ich meinte hauptsächlich, daß ich es besser finde, klare Prinzipien zu formulieren und sich für die auch einzusetzen als mit der heißen Nadel ein Konzept für den Umgang mit Islam(isten) oder (wer dann in ein paar Jahren grade das Problem ist, Nazis z. B. gibts ja seit Ussamas Auftritt nicht mehr, wie schön) zu stricken. M. a. W. mich persönlich würde es mehr überzeugen, das Thema unter "Gleichberechtigung: Probleme, die wir damit haben" zu behandeln als unter "Islam: wie gehen wir damit um?", und diese persönliche Haltung hab ich jetzt mal auf den Rest der Welt projiziert in der These, daß sie allgemein erfolgversprechender sei -- was natürlich falsch sein kann. (Das schließt ja nicht aus, sich AUCH über den Islam oder so Gedanken zu machen, bloß Koranexegese und soziologische Studien über den Araber/Türken allein scheinen mir heiße Luft zu sein.)
Tiberon[quote][i]Florian Rötzer bei Telepolis[/i]
[b]Wenn Millionen von Menschen aus einer anderen Kultur und mit einer anderen Religion in eine Gesellschaft kommen, können diese nur aufgenommen werden, wenn auch eine durchaus kritische Kenntnis von deren Kultur verbreitet ist und sie nicht nur im Urlaub als exotisches Ambiente erlebt wird. Das aber ist nicht geschehen. Auch sprachlich sind die aufnehmenden Länder ebenso wie viele muslimische Migranten gescheitert.[/b][/quote]
Sind nun also wir Schuld, wenn sich Türken ihr Neu Istanbul basteln?
Vor Jahren dachte ich auch nur Gutes von 'MultiKulti';
bis ich dann in Gegenden kam, wo es wirklich viele Ausländer gibt.
Denen geht es in den seltensten Fällen um Integration. Dort will man von deutscher Kultur nichts wissen.
Muß ich mir nun also vorwerfen lassen, ich würde mich nicht genug mit anderen Kulturen beschäftigen?
Wo sind wir überhaupt?
Warum sollte es mich interessieren, wie die Tataren ihren Kaffee trinken?
Bin ich Schuld, wenn irgendwelche Ausländer kein deutsch lernen wollen?
moreRespekt muss von beiden Seiten kommen, bisher erlebe ich den Respekt nur einseitig- und zwar von unserer Seite aus!
TiberonEs geht nicht darum, andere Kulturen zu respektieren.
Denn 'dem Deutschen' würde ich diesbezüglich schon die allergrößte Toleranz unterstellen.

Die Frage ist und bleibt: Was soll ich mit Multikulti? Und inwieweit soll ich mich genötigt sehen, irgendwetwas dafür zu tun?
TiberonNunja, ich meinte, daß Respekt durchaus zur Genüge da ist.
Im Grunde sehe ich persönlich in der Ausländerthematik kein wirkliches Problem.
Dennoch muß ich, so ungern ich es sage, dem einen oder anderen Argument div. CDU/CSU-Politiker zustimmen.
Ich erwarte es, daß ein Mensch, der zig Jahre in Deutschland lebt, sich mit mir unterhalten kann, ohne daß man da Hände oder Füße benutzen muß.
Auch daß man in der deutschen eine Art Leitkultur sieht, wundert mich nicht wirklich.

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[i]... die einen mutieren so zu heuchlerischen leisetretern und die anderen zu militanten fremdenhassern, aber kaum einer weiß eigentlich wirklich warum und wieso ...[/i]
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Vielleicht sollte man doch erstmal definieren, was das Ziel ist.
Ich habe nichts dagegen, wenn jemand was auch immer für eine Kultur pflegt.
Soll ich aber (des Respektes wegen?) wissen, was der Ramadan ist (oder wie es geschrieben wird)?
Für mich stellen andere kulturelle Komponenten mitunter durchaus interesante Themen dar, doch wann/warum/wie soll es Teil meines Lebens sein/werden?
moreMal ganz grob gesagt, käme ein Bayer nach Nordfriesland und würde er dort in seinem ärgsten Dialekt daherreden, würde es dem Friesen auch nicht passen, und der Bayer würde schnell zum Bauerntrampel abgestempelt.
Kommt aber ein Türke daher, in seinem Lan, oder noch schlimmer ohne jegliches deutsch, sähe man in seinem Pass, dass er schon 10Jahre hier wohnt, würde man darüber hinwegsehen. Was wir untereinander voneinander verlangen, kann man auch getrost von seinem Gast erwarten!
Nicht nur vom Gastgeber wird entgegenkommen erwartet, meine Toleranz geht weit, aber nicht soweit, dass ich es hinnehme als Kultur, obwohl ich mein bestes gebe fremde Kulturen zu verstehen, vehement kritisiert und teilweise sogar bedroht zu werden.
Und ja, ich wurde auf der Strasse schon als Schlampe beschimpft, weil ich als deutsche kein Kopftuch trage!
moreMeinst du? Ich denke ich erwarte nicht zuviel. Gut, vielleicht sollte ich da umdenken, dazu muss man mir aber neue Denkansätze geben, denn schon seit meiner Kindheit ist mir Anstand und Respekt gegenüber dem Gastgeber eingetrichtert worden...
Tiberon[QUOTE][i]Original geschrieben von patra [/i]
[B]... vor allem seit sich der kapitalismus als scheinbar dem menschen natürliche art zu wirtschaften herausgestellt hat (was nicht heißt, daß dem tatsächlich so ist ;))! was wir heute beobachten können, ist erst der anfang. wir müssen hier in anderen zeiträumen denken. was sind schon 500 jahre?[/B][/QUOTE]Das ist deine ganz persönliche Meinung!
Ich, für meinen Teil, gehe davon aus, daß der Kapitalismus mehr oder weniger am Ende ist und das wir innerhalb der nächsten 150 Jahre ein 4. Reich sehen.
Auf Grund aktueller Entwicklungen einen Zustand in 100 oder gar 500 Jahren zu extrapolieren halte ich dennoch für sehr fragwürdig.
fallenangel666Wer ist in euren Augen eigentlich deutsch? Wer in der "deutschen Kultur" aufgewachsen ist? Oder wer "deutsch" , sprich "arisch"
aussieht? Damit kann man nämlich ziemlich schnell zwischen alle
Stühle geraten, besonders, wenn man einen ausländischen und einen deutschen Elternteil hat. Ein ausländischer Nachname bedeutet heute leider all zu oft Nachteile, besonders wenn man eine neueWohnung oder Arbeitsstelle braucht...
Es ist leider ziemlich schmerzhaft, mit anderen, nicht integrierten
Ausländern in einen Topf geworfen zu werden, oder trotz deutschem Pass, als Ausländer beschimpft zu werden. Wie geht
ihr denn mit Leuten in meiner Situation um?? Vorfälle wie der in
Holland machen mir Angst, Angst vor noch mehr Intoleranz und
Ablehnung, verursacht durch Leute, die nur in schwarz oder weiß
denkenkönnen, die alles und jeden in Schubladen einordnen müssen...
moreerstmal Hallo@ fallenangel666 (man, wie beliebt doch dieser Nick ist....), ich kann dir nachfühlen, wie schwer man es hier hat, wenn man einen ausländischen Elternteil hat, oder schon seit Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft und trotzdem diffamiert wird. Aber grade dann, sollte man es sich nicht von einer Minderheit, die negativ auffällt, gefallen lassen sich in dieses schlechte Licht schieben zu lassen.
Es ist eine fanatische Minderheit, die durch ihre Anschläge Angst und Schrecken verbreiten will und somit die Integration noch schwieriger macht! Vor allem für Menschen, die sich integrieren wollen. Von daher waren die Demonstrationen, von Muslimen in der letzten Woche ein Schritt hin in die richtige Richtung!


@patra: ich denke ich vertrete wohl meine eigene Meinung, von dem, was ich Anstand nenne, jedoch kann man nicht abstreiten, dass die Erziehung der Eltern einen prägt, und grade diese Erziehung ist es doch, was eine Kultur ausmacht! Und wenn ich die islamistische Religion und Kultur akzeptieren soll, dann erwarte ich auch, dass nicht in Berliner/Frankfurter/Hamburger Moschen gegen die deutsche Bevölkerung gehetzt wird. Und für die Tatsache, das dies gang und gebe ist gibts es leider immer mehr Beweise. Die Regierung überlegt sogar die Einreise von Wanderpredigern zu stoppen. Da kann mir niemand sagen, dass sowas nur Einbildung, ect. ist. Ich möchte mal eine christliche Kirche sehen, die in der Türkei Programm gegen Türken macht!

Um nochmal klare Stellung zu beziehen! In meinem Bekanntenkreis, Kollegen, Kommilitonen gab es immer Ausländer in meinem Freundeskreis, ich habe mich für Schüleraustäusche mit z.B. Ungarn stark gemacht, um Jugendlichen andere Kulturen näher zu bringen. Wovor ich mich fürchte ist nicht der Türke nebenan, sondern der, der mich auf der Straße bedroht und der, der unsere Kultur bedroht, weil er sich nicht integrieren will. Und komischer Weise kommt das Problem weder von Italienern, noch von Griechen, noch von Spaniern. Das Problem ist eine Welt und Religionanschauung, die sich offensichtlich nicht mit unserem christlichen Kulturkreis vertragen will und in deren Köpfen noch immer der heilige Krieg eine grosse Rolle spielt.
Tiberon[QUOTE][i]Original geschrieben von fallenangel666 [/i]
[B]Wer ist in euren Augen eigentlich deutsch?[/B][/QUOTE]
Ich bezeichne mich als deutsch, da ich hier meine Wurzeln habe und hier verwurzelt bin.

@patra:
was für große Bewegungen siehst du denn?
Mir fiele so direkt keine Entwicklung ein, die sich aus den Gegebenheiten und Bewegungen der jeweils vorhergegangenen 100-200 Jahre ableiten ließe.
Auch, das aber nur als Anmerkung, ist das was ich glaube zu sehen, nicht unbedingt das was ich gern sehen würde ;)

imo ist sowas wie geistige Evolution (auf gesamtmenschlicher Ebene) nicht existent.
Marcie[QUOTE][i]Original geschrieben von fallenangel666 [/i]
[B]Wer ist in euren Augen eigentlich deutsch?
[/B][/QUOTE]

Im Prinzip erstmal diejenigen, die die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Das sind offiziell Deutsche.
more[QUOTE]Im Prinzip erstmal diejenigen, die die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Das sind offiziell Deutsche.[/QUOTE]

einfach und klar definiert. Es geht hier ja nicht um "true" oder "untrue"... Deutsch-Sein ist ja kein Prifileg. Meine Ex-Chefin war Spanierin, sie hätte nie die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt. In ihren Augen wäre sie dann auch keine Spanierin mehr gewesen...
demelzahallo more,

deine beiträge kann ich voll und ganz unterschreiben, und das, was du wegen dem nichttragen eines kopftuchs erlebt hast, finde ich wirklich krass und erschreckend. da hatte ich ja bis jetzt richtig glück.
atrumAve.

Hier wurde desöfteren die Frage gestellt, was ist Multikulti, für mich persönlich ist dies, das friedliche Zusammenleben von Menschen verschiedener Kulturkreise und verschiedener Religionen. Insofern finde ich, daß Deutschland ein Multikulturelles Land ist, und ich finde, daß es funktioniert, zumindest hier in Siegburg wo ich wohne. Noch bunter geht es gleich um die Ecke in Bonn zu, bedingt durch die Uni und die Botschaften, trifft man dort auf Afrikaner, Asiaten, Türken, Ost- und Westeuropäer, ohne, daß es zu irgenwelchen Ausschreitungen gekommen wäre. Deshalb bin ich der Meinung, daß es in Holland nicht anders ist als in Deutschland, da ändert auch der Mord nichts daran, ein Fanatiker bringt einen provokanten Filmemacher um, schlimme Sache finde ich, wie jeder Mord wohlgemerkt, die Medien machen daraus einen Bürgerkrieg, und der Rest der Muslime wird pouschal zu möglichen Fanatikern erklärt, völliger Schwachsinn. Und jetzt? Jetzt redet kein Schwein mehr im Fersehen darüber.
Hier wurde auch gefragt, will ich Multikulti, brauche ich es, das muß jeder für sich selbst entscheiden, ich interessiere mich für andere Kulturen, tausche mich gerne aus. Durch die Uni hat meine Freundin ein Mädchen aus der Mongolei kennengelernt, deshalb wurden wir zum mongolischen Neujahrsfest eingeladen, fand ich sehr interessant und unterhaltsam. Ansonsten gehe ich zum Türken Brot kaufen, ist dort wesentlich günstiger als beim deutschen Bäcker, etwas weiter ist ein Italiener, da hole ich mir schon mal eine Pizza, im indischen Lebensmittelladen hole ich mir schon mal Nudeln, ich hab auf jeden Fall nichts gegen Multikulti.

Gruß

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