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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Relígiöse Erziehung
EdwinMich treibt seit einiger Zeit die Frage um, wie eine atheistische Kindererziehung von statten geht. Besonders interessiert mich natürlich die Meinung von Eltern hier, die tatsächlich in dieser Situation sind. Also:

Wie geht ihr mit Fragen nach dem Tod oder ähnlichem um?
Ist die nichtreligiöse Antwort hierrauf überhaupt ertragbar?
Was macht ihr an Festen wie Weihnachten oder Ostern?
Wie geht ihr allgemein mit der Religion anderer Leute um?
Versucht ihr zu erreichen, dass das Kind trotzdem die Möglichkeit hat, sich für eine Religion zu entscheiden?

Habe hierzu nichts in der Suchmaschine gefunde und hoffe dass es sich um das richtige Forum handelt.

Edwin
xxxzinixxx1.: ich habe meine eigene wahrheit in allen dingen und kann diese auch meinen kindern plausibel erklären, genauso, wie ich die märchen und sagen (religiös oder nicht), die um diese themen ranken, miteinbeziehe. allerdings befinde ich mich da meist in erklärungsnöten, weil sie für mich meist unlogisch und einfach unerklärlich sind.

2.: absolut, weil sie viel schöner ist, viel irdischer, viel greifbarer und viel wahrscheinlicher.

3.: wir genießen die ruhigen tage und erzählen uns vielleicht vom weihnachtsmann und vom osterhasen. oder auch mal von dem der auszog, die welt zu retten und dabei zum märthyrer gemacht wurde, von einer gesellschaft, die mit solchen ansichten einfach nicht klarkam und dessen anhänger scheinbar auch nicht sehr viel verstanden haben. die möglichkeiten und den sinn und zweck solcher speziellen tage haben wir durchaus erkannt.

4.: jeder soll glauben dürfen was er will, wenn er niemand anderen damit schaden zufügt.

5.: das wissen um die religionen zählt wohl zum allgemeinwissen und wird besprochen, wenn es angebracht ist, so wie anderes wissen auch. wenn sich jemand von einigen dieser dinge (wieder: religiös oder nicht) angezogen fühlt, und meint, sich dahingehend schlauer machen zu müssen, so mag er eine geeignete gruppierung suchen und sich noch näher informieren.
lunaeIch bin evangelisch, aber nicht getauft. Ich wurde vollkommen frei von jedwedem Glauben erzogen. Gefunden habe ich soz. von allein zu dem, an was ich jetzt glaube.
So möchte ich das meinem Kind auch vermitteln.

Ich war und bin von jeher jedem Glauben offen, solange man mich damit nicht "belästigt", also anwerben will.

Wir hatten vor Kurzem erst einen Sterbefall in der Familie und ich habe meinem Sohn [4 Jahre alt] erzählt, dass die Uromi jetzt im Himmel ist. Wir haben uns darüber unterhalten, er hat mir Fragen gestellt und ich habe gemerkt, dass es für ihn eine schöne Vorstellung zu sein scheint, dass Uromi jetzt auf uns herabschaut. Und wie schon geschrieben, ich wurde nie getauft und dennoch glaube ich schon immer an Dinge, die wohl eher in den christlichen Glauben fallen. Wie schaut überhaupt eine unreligiöse Erklärung aus, was ein Leben oder Nichtleben nach dem Tod angeht? Wie erklärt ein Atheist dies? Würde mich auch interessieren.

Weihnachten und Ostern, das hat mein Sohn bis jetzt noch nicht so wirklich verstanden, wenn ich ihm davon erzählen wollte. Hat ja aber auch noch Zeit.

Ansonsten erziehe ich mein Kind generell zu einem offenen Menschen, der ohne Vorurteile aufwachsen soll.
xxxzinixxx[QUOTE][i]Original geschrieben von lunae [/i]
[B]Wie schaut überhaupt eine unreligiöse Erklärung aus, was ein Leben oder Nichtleben nach dem Tod angeht? Wie erklärt ein Atheist dies? Würde mich auch interessieren.[/B][/QUOTE]
rein wissenschaftlich, mit einem hauch von mystik und magie, da die allerkleinsten einheiten noch gar nicht erforscht werden konnten
feinstoffliche informationen...
Dark Luzifer[QUOTE]Wie schaut §îberhaupt eine unreligi§èse Erkl§Õrung aus, was ein Leben oder Nichtleben nach dem Tod angeht? Wie erkl§Õrt ein Atheist dies? W§îrde mich auch interessieren.[/QUOTE]

Nun vermutlich aus biologischer Sicht. Ein Mensch oder Tier, das zu als ist, ist allein einfach nicht mehr ¨¹berlebensfähig. Und da es in der Natur nur um das Überleben der Art geht, wird keine Rücksicht auf den Einzelnen genommen.
Aussedem ist es ein Prozess natülicher Auslese um eine "Überbevölkerung" einer Art auszuschließen, was sich negativ auf das gesammte System auswirken würde.
SicariusWen interessiert ob jemand allein überlebensfähig ist wenn es um die Frage "was ist nach dem tod" geht?
Eine mögliche rationale Antwort wäre zum Beispiel "Nichts" oder "Das selbe wie vor der Geburt".
Ansonsten ist Erziehung zu einer Religion genauso falsch wie Erziehung zu einer Partei da ein Kind viel zu beeinflussbar ist.
Montrose[QUOTE]Nun vermutlich aus biologischer Sicht. Ein Mensch oder Tier, das zu als ist, ist allein einfach nicht mehr ¨¹berlebensfähig. Und da es in der Natur nur um das Überleben der Art geht, wird keine Rücksicht auf den Einzelnen genommen.
Aussedem ist es ein Prozess natülicher Auslese um eine "Überbevölkerung" einer Art auszuschließen, was sich negativ auf das gesammte System auswirken würde.[/QUOTE]

Ich stell mir gerade vor, wie Du das einem Fünfjährigen erzählst.... und das Kind schaut Dich mit großen Augen an und denkt: "was ist das denn für ein Spinner". :D

Bekanntlich sagen Kinder und Narren die Wahrheit. ;)

Wenn man sich gerade diese Szene mal vorstellt ....Deine Erklärung an ein Kind ... merkt man, wie unsinnig, schräg, abgedriftet, ja richtig gaga diese "biologische Sicht" ist.


[QUOTE]Eine mögliche rationale Antwort wäre zum Beispiel "Nichts" oder "Das selbe wie vor der Geburt".
Ansonsten ist Erziehung zu einer Religion genauso falsch wie Erziehung zu einer Partei da ein Kind viel zu beeinflussbar ist.[/QUOTE]Alles, was Du einem Kind erklärst, ist Religion oder Partei. Auch Atheismus ist Religion und Partei. Deine "rationale Antwort" ist nur eine Vermutung und kein gesichertes Wissen.

Abgesehen davon, wie man an dem obigen Beispiel mit der Uromi sieht, kommen Kinder besser mit "metaphysischen" Erklärungen als mit dem aufgeklärten Dampfhammer zurecht. Warum den Kindern ihre Hoffnungen rauben? Wäre so etwas nicht grausam?



Was xxxxzinixxx und lunae schreiben, gefällt mir sehr gut. Man merkt, daß da jemand mit Kindern und dem verantwortungsvollen Umgang mit ihnen Erfahrung hat.
Dark Luzifer@ Montrose

[QUOTE]Ich stell mir gerade vor, wie Du das einem Fünfjährigen erzählst.... und das Kind schaut Dich mit großen Augen an und denkt: "was ist das denn für ein Spinner". [/QUOTE]

Meine Erklärung bezieht sich auf die konkrete Frage wie man den Tod als Atheist erklären könnte.

Habe ich irgrndwo gesagt, dass ich dem zustimme, oder sogar, dass man das so einem Kind erkären soll???!!!:eek:
Montrose[QUOTE]Mich treibt seit einiger Zeit die Frage um, wie eine atheistische Kindererziehung von statten geht.[/QUOTE]
lunaeDass nach dem Tod einfach so komplett Schluß ist... eine sehr merkwürdige Vorstellung für mich.
Mir vorzustellen, dass ein geliebter Mensch an einem Ort ist, wo es ihm richtig gut geht, wo er evtl. mit einem "vorangegangen" Familienmitglied wiedervereint ist, erscheint mir als erträglicher. Ich verarbeite meine Trauer so viel besser. Und genauso vermittle ich das meinem Kind auch. Ich will es gar nicht hypertheologisch rüberbringen, schließlich ist mein Kind erst 4. Aber mit ein wenig Phantasie und "Schönmalerei" entsteht eine Vorstellung, die schöner ist, als wäre da einfach nichts mehr nach dem Sterben.


Edit: Um auf die die Grundfrage, was eine atheistische Kindererziehung betrifft, einzugehen...
Ich lebe ansonsten meinen Glauben eher nicht vor meinem Kind aus. Beten z.B. ist für mich etwas privates, was ich eher für mich im "stillen Kämmerlein" mache.
Aber, ich versuche meinem Kind gern Werte, wie Nächstenliebe, Toleranz usw. zu vermitteln...
Ansonsten "trimme" ich mein Kind auf keinen Glauben. Im Moment ist er dazu irgendwie auch noch zu klein. Sollte er später Fragen haben, werde ich versuchen, Antworten zu finden.
EdwinAber fällt es einem Erwachsenen, der an kein Leben nach dem Tod glaubt, nicht unheimlich schwer, einfach so etwas zu erzählen? Und das nur, damit es sich schöner anhört?
Ist das nicht ziemliche Heuchelei?

Nachdenklich, Edwin
lunaeKlar @ Edwin, kann schon sein, dass es Heuchelei ist.
Nur, was ist z.B. für ein vierjähriges Kind besser: Die Vorstellung daran, dass Tote einfach nur weg sind, oder vllt. im Himmel auf uns aufpassen, als Schutzengel quasi... ???
Letzteres ist für mich die weitaus schönere Vorstellung.
xxxzinixxx[QUOTE][i]Original geschrieben von Edwin [/i]
[B]Aber fällt es einem Erwachsenen, der an kein Leben nach dem Tod glaubt, nicht unheimlich schwer, einfach so etwas zu erzählen? [/B][/QUOTE]
nur, weil man nicht an EIN leben nach dem tod denkt, heißt das doch noch nicht, daß man an gar nichts nach dem tod denkt!?
um es mal ganz krass zu sagen (kinder, weghören ;)):
du löst dich in deine einzelteile auf und setzt dich mit vielen anderen wieder neu zusammen! in welcher form auch immer... du verteilst dich. die karten werden neu gemischt... punkt.
ich weiß nicht, was daran so schlimm ist?
das eröffnet ungeahnte möglichkeiten für geschichten!
alle wichtigen informationen, die du in deinem leben gesammelt hast, kommen bei bedarf wieder zum vorschein. man nennt das "evolution"...
treffen zwei teilchen, die schon einmal irgendwie beieinander gewesen sind wieder zusammen, kann es zu einem déjà-vu kommen...
die pflanzen auf deinem grab werden dich aufnehmen. du bist wieder da! die würmer werden dich an die oberfläche bringen, ein vogel dich fressen, überall bist du vorhanden! in dir befinden sich informationen von dinosauriern! weshalb du vielleicht nicht mehr ganz so groß geworden bist...
ja, die geschichte mit dem "vom himmel auf dich runtersehen" ist ja auch ganz nett... aber mir gefällt nunmal die geschichte von dem vogel, der immer wieder vor deinem fenster sitzt, besser...
lunaexxxzinixxx... Der Vorstellungen gibts viele und das ist auch gut so.
Letztens zwitscherte im Garten ein Vogel extrem laut. Da waren mein Sohn und ich uns sicher, dass dies Uromi sein muss. Sie ist stets bei uns, egal ob als Engel, oder Vogel...
xxxzinixxx:)
MondsilbertaufeDie Frage, was nach dem Tod passiert, hat Walt Disney sehr schön in seinem "König der Löwen" herausgearbeitet. Die Muttis unter uns werden es kennen.
Zum Inhalt: Es geschieht, dass der kleine Löwe Simba mitanschauen muss, wie sein Vater stirbt. Und obwohl der böse Onkel den Tod verschuldet hat, glaubt Simba, dass er dafür verantwortlich ist. So läuft er davon und versteckt sich in einem Wald.
Schließlich gibt es die Szene, in der der Vater Simba in einer Wolke erscheint und ihn dazu auffordert, sich zu erinnern.
Der König der Löwen erklärte ihm einst, dass allles zum ewigen Kreis des Lebens gehört: Aus Staub wird Gras, das Gras fressen die Antilopen, die Antilopen werden von den Löwen gefresssen und die Löwen werden wieder zu Staub. Alles befände sich in einem Gleichgewicht und Simbas Aufgabe ist, den Thron des Vaters zu besteigen und dies Gleichgewicht zu überwachen.

Diese Erklärung für den Tod ist biologisch und kindgerecht. Die Himmelserscheinung bedient außerdem die kindliche Vorstellung, dass jemand als Arthur der Engel auf einer flauschigen Wolke sitzt. Ein prima Kompromiss, bei dem die Kinder einiges lernen.
lunaeWobei Arthur, der Engel ein klasse Typ ist.
Was habe ich den geliebt als Kind!!!

:)
LadyroyalshadowNun, ich kam in den Genuß einer "atheistischen" Erziehung in meinem Elternhaus. Meine Mutter wurde mal zwangsgetauft und trat dann als Erwachsene aus der Kirche aus. Mein Vater ist gar nicht getauft und hat auch mit dem Thema Glaube nicht viel am Hut, wobei er sich aber auch eingehend mit der Bibel und anderen Religionen auseinandergesetzt hat. Mir wurden Fragen schon immer relativ klar beantwortet, auch als ich noch recht klein war. Mit 4 Jahren wurde ich aus pragmatischen Gründen getauft, damit ich eine konfessionelle Schule (katholisch) besuchen konnte. Dort kam ich dann in den Genuß von insgesamt 12 Jahren Pflicht-Religionsunterrricht, den ich aber ehrlich gesagt nicht missen möchte. Bibelerziehung oder ähnliches fand nicht statt, da man davon ausging daß solcherlei zu Hause stattfände, stattdessen wurden wir an andere Kulturen und Religionen herangeführt, beschäftigten und mit der wunderschönen sakralen Musik und der Liturgie.
Mit 12 etwa fing ich an mir meinen eigenen Glauben zu bauen und dabei ist etwas herausgekommen was sich am besten als heidnisch bezeichnen läßt. Ich bin sehr glücklich damit und wenn ich mal Kinder habe hoffe ich daß ich das dann bei ihnen genausogut hinbekomme wie meine Eltern das bei mir geschafft haben.
belladonnaAuch ich sollte nach Wunsch meiner Eltern eine Atheistin werden. Da ich in der DDR großgeworden bin und dann auch noch in Berlin, hätte das eigentlich gutgehen müssen. Religiöse Menschen waren dort eher Exoten, obwohl ich bei einem Ausflug in die südlicheren Gefilde meines Heimatlandes feststellen mußte, daß die Menschen dort nach wie vor sehr religiös waren.
Wie gesagt, meine Eltern bestanden darauf, daß es keinen Gott gibt und hätten sich eine moderne aufgeklärte Tochter gewünscht, die von seiner Nichtexistens ebenso überzeugt wäre, aber das hat eben nicht geklappt. Ich glaube an Gott, bin zwar nicht getauft - weil ich trotz meines Glaubens ein paar Berührungsängste mit der Kirche habe - aber das wird sich wohl noch ändern. Jedenfalls vermittle ich meinen Kindern Religion, in dem Maße wie ich sie selbst vertreten kann.
Ich denke, letztenendes entscheidet bei aller Erziehung das Kind selbst irgendwann, mit welcher Religion es sich identifiziern kann oder eben nicht.

Weihnachten und Ostern haben wir übrigens trotzdem gefeiert, aber ich habe erst viel später erfahren, womit das eigentlich zusammenhängt. Meine Eltern haben mir ja doch einiges erklärt, aber immer mit der Betonung auf: "Das gibt es natürlich in Wirklichkeit alles gar nicht, das haben sich die Menschen nur ausgedacht."
Und der Tod war für mich was ganz, ganz furchtbares, weil meine Eltern ja immer sagten, daß dieser das absolute Ende sei.
EdwinMacht man sich als Kind dann eigentlich Gedanken darüber warum man jetzt irgendetwas feiert oder nimmt man an Weihnachten Geschenke und Baum als gegeben hin? Gibt es auch Familien die solche Feste ganz ignorieren?
Montrose[QUOTE]Macht man sich als Kind dann eigentlich Gedanken darüber warum man jetzt irgendetwas feiert oder nimmt man an Weihnachten Geschenke und Baum als gegeben hin? Gibt es auch Familien die solche Feste ganz ignorieren?[/QUOTE]Deine Fragen sind sinnlos.
EdwinWieso?
MontroseWieso nicht? *g*

Ich habe Deine Fragen als rhetorische Scheinfragen verstanden, deren Antwort auf der Hand liegen.

Kleine Kinder denken über vieles nicht nach, weil sie Kinder sind, und über vieles eben doch, weil sie Kinder sind. Und es gibt wohl Familien, die auf "solche Feste" verzichten.

Aber: was willst Du damit sagen?

Das Problem sind ja weniger die Kinder als wir. Kinder fragen noch aus einer ehrlichen Neugierde heraus. Aber Erwachsene sind immer dogmatisch, politisch, mit Absichten vollgestopft. Der Atheismus ist da auch keine Befreeiung, weil er genau aus denselben erwachsenen Denkfehlern resultiert.

Die Familie, die radikal auf Weihnachten verzichtet, die ihre Kinder vegetarisch aufzieht, in Jesus-Latschen rumlaufen läßt und nur ganz bestimmte Kunst (Walddorf) zuläßt.???? Das ist genau dieselbe (End-)Lösung als alles andere, nämlich Menschen zu gängeln und ihnen Flöhe ins Hirn zu pflanzen. Erwachsenes Denken ist totes Denken.

[QUOTE]Aber fällt es einem Erwachsenen, der an kein Leben nach dem Tod glaubt, nicht unheimlich schwer, einfach so etwas zu erzählen? Und das nur, damit es sich schöner anhört?
Ist das nicht ziemliche Heuchelei?[/QUOTE]Das ist zunächst mal ein Problem der Erwachsenen und nicht der Kinder. Irgendetwas ist diesen Erwachsenen doch verlorengegangen, und das können sie jetzt nicht mehr weitergeben.

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