| Diodatis | Einen Augenblick Ruhe. Die Hände voll Wasser vom Wasserhahn benetzend ins Gesicht. Ein naßträufelnder Blick in den Spiegel über dem Becken, die verschmierte Schminke, die längeren Haare tropfperlend über den Schultern ausgewringt und die Augen gerichtet auf einen selbst. Stille in der lautstarken Zeit. Jeder Wassertropfen ein Balsam auf der streßbetuchten Haut. Stille und der Blick in sich hinein, die Ohren lauschend auf die innere Stimme gerichtet, ob stark, ob schwach, doch sie ist da; flüsternd, leise, diese Gefühle, diese blassen Wasserzeichen inmitten des besonderen, alltäglichen Moments. Manchmal braucht man solche Augenblicke der Besinnung zur Stärkung, zum Seelenfinden, zum Eigenstreicheln der Seele. Tankstellen unserer gegen uns gerichteten Alltagszeiten. Welche habt Ihr? Diodatis |
| Raven | Wenn morgens der Wecker klingelt, dann werde ich aus meinen Träumen gerissen und in die Realität zurückgeholt. Das schmerzt oft sehr, aber wenn ich dann daliege, ist das Bett selbst warm, alles andere aber eisig kalt. In diesen Momenten enscheide ich oft, doch noch liegen zu bleiben, denn der in diesen Augenblicken zu findende Friede ist sehr wohltuend für die Seele. Nur sehr langsam und widerwillig gelingt es mir dann, aufzustehen... Raven |
| decay73 | wenn der alltagsstress mal wieder droht überhand zu nehmen, ich nachts völlig rastlos bin und nicht schlafen kann, gehe ich raus auf meinen balkon. und dort schliesse ich meine augen und öffne alle anderen sinne, atme einmal tief ein... ...und dann versuche ich, den kühlen, erfrischenden wind zu [I]spüren[/I] ... nicht einfach nur die tatsache, dass der wind da ist, sondern die [I]wirkung[/I] , die der wind auf meiner haut hat... ~decay~ |
| Feuervogel | Wenn ich einen ganzen Abend Sport gemacht habe, und wieder zu Hause bin. Dort werden erstmal die verschwitzten Klamotten aufgehängt, und dann setze ich mich mit bleischweren Gliedern ins Bett und wickle mich in Decken ein. Zu diesen Zeiten ist der Geist völlig frei von allem Unwichtigen und man kann befreit durchatmen. Feuervogel |
| herbstliebe | für mich ist derzeit morgens viel stress angesagt. mein kind zur schule gebracht stehe ich an der roten ampel, die einfach nicht grün werden will. der glockenschlag im kirchturm - viertel vor acht - erinnert mich an die zeit.... die zeit, die ich jetzt lebe bis die ampel grün wird. eine minute meines lebens, von der ich mir grad wünschte, sie sei schon vorbei, damit ich zur arbeit fahren kann. eine minute, die ich jetzt voller hektik abwarten oder aber auch einfach entspannen kann. ich schaue in den himmel. wolkenbänder, nachtgrau bis sonnengelb. jetzt ist die zeit, in der ich die sonnenaufgänge wieder richtig miterleben darf. der himmel hinter den wolken schon hellblau, verspricht einen sonnigen tag. so wird mich der glockenschlag auch morgen wieder erinnern, einfach mal über die ampel hinweg, in den himmel zu schauen. ich wünsche euch allen einen schönen tag herbstliebe |
| FallenSisko | Straßenbahnfahren ;) Klingt doof aber ist so. 20 minuten sich hinsetzen, aus dem Fenster schauen und die Menschen in der Straßenbahn ignorieren. Und beim aus dem Fenster schauen, sehe ich jeden Morgen die selben Gebäude. Aber jeden Tag etwas anderes. Immer ändert sich etwas oder man entdeckt neues. Besonders der Wechsel der Jahreszeiten wird einem bewußt. Und genau in diesem Augenblick. Jeden Morgen. Werde ich mir der Vergänglichkeit meines Lebens bewußt. Und genau das hilft mir den Tag einigermaßen sinnvoll?! zu nutzen. |
| belly.white | (heißt es nicht "gewrungen"? - na egal) * manchmal einfach augenschließen + wegträumen *oder ins gemütliche kino mti "psychofilmen" dem eigenen innenleben auf den grund gehen (passiert dann von ganz allein) s bahn oder bus nimmt sich glaub ich nicht viel - der effekt ist der selbe ;) |
| cedric | Auf dem Dach des Hauses in dem ich wohne. Barfuss an den Rand gehen, den rauhen Asphalt des Dachbelages spuehrend, den Klang der Schritte eher vermutend als tatsaechlich hoerend. Dann dieser Blick zwischen mir und dem - langsam in dem roten Sonnenuntergang versinkenden - leichten Treiben Dresdens. Nichts, als fuenfzig Meter tiefe. Die Augen schliessen, dabei die Arme ausbreiten. Der kalte Wind der sanft meine Haut umspielt bringt den verblassten Eindruck des fallens mit sich. Und dabei die Aussicht der Berge und der entfernten Daecher der Hauser und der wenigen Kirchen die fast in griffweite sind auf meinen Geschlossenen Augenliedern wiederspiegeln. Einzelne Traenen die zwischen meinen geschlossenen Augenliedern glitzern. Und der innige Wunsch, ja Drang mich fallen zu lassen, den Versprechen des Windes nachzugeben. Und das zoegernde, triumphierende Laecheln wenn ich mich wieder mit offenen Augen abwende, da ich weiss dass ich staerker bin als das wilde Verlangen in mir. Und dass ich diesen suechtigmachenden Augenblick fuer die naechsten Tage wie einen Schatz in mir gefangen halte. |
| Lanfaer | Wenn die Zeit es zulassen würde, dann würd ich mich mal wieder auf den Weg zum Kreuzgarten machen... Ein kleines Stückchen Wald im Nirgendwo! Ansonsten einfach raus in den Regen, Musik in den Ohren und durch die Straßen laufen... |
| Menedemos | Ich gehe zum Beispiel Pilze sammeln. Dabei mag ich sie gar nicht (mehr) so besonders, aber meine Gedanken finden so zur Ruhe, wenn ich durch den stillen Wald stapfe. (und jetzt muß ich auch gleich fort, sonst komme ich noch in die Nacht hinein...) |
| E|odia | Hinlegen... die Augen schließen... Kopfhörer auf... und nichts anderes mehr als die Musik wahrnehmen. Oder rein in den Wagen und ohne Ziel drauf losfahren... |
| bradóg | alle zeit vergessend durch den wald spazieren ... den duft der bäume, des mooses, des waldbodens riechen ... dem wind lauschen, der sanft durch die wipfel der bäume streicht ... nur so krieg ich abstand vom hektischen, überfüllten alltag und kann für ein paar stunden abschalten und zu mir selbst zurückfinden. |
| Diodatis | Das Außenleben komplett außer Acht lassend - Was fühlt Ihr dabei in Euch? Diodatis |
| FallenSisko | Auch wenn ich wie oben beschrieben die Außenwelt beobachte. Dann ist es trotzdem gleichzeitig vielmehr ein "hineinhören" in mich selbst. Was fühle ich dabei? Das Leid und die Freude aus der Vergangenheit, und die Vision der Zukunft, in einem Gedanken oder Moment vereint. |
| l'ange obscur | Galopp im Gewitter - im Sturm über die Wiesen "fliegen". Mit meinen beiden Hoppes durch die Nacht. l'ange |
| bradóg | wie fühl ich mich dabei?! die erste zeit geht mir schon noch einiges im kopf herum, aber bin ich ne weile unterwegs, dann kehrt ruhe in mir ein und ich fühl mich eins mit der natur. ich befinde mich dann in einer anderen welt, in meiner welt. während meiner stundenlangen spaziergänge wird mir auch jedesmal so richtig klar, was für mich das wesentliche im leben und wie unwichtig vieles ist. außerdem graut es mich immer tierisch vor der tatsache, wieder in die zivilisation zurück zu müssen. |
| Elysee | wenn ich daheim abends noch etwas nacharbeite, an meinem schreibtisch sitze und mein eigenes spiegelbild im fenster sehe, weil es draussen zu dunkel ist, dann schweifen meine gedanken ab. ich lösche das licht um durch das fenster schauen zu können, in die dunkelheit, und um mein bild im fenster auszulöschen. oft bewältige ich so mein chaos im kopf. ich mache mir pläne mit einzelnen schritten mit denen ich dann das erreiche, was ich mir vorgenommen habe. danach fühle ich mich innerlich geordnet und es ist platz für wirklich wichtiges. es stärkt mich, weil ich dann das gefühl habe, dass ich alles schaffen kann. gruss elysée |
| Lysmea | Ich sitze vor meinem Piano, Kopfhörer über die Ohren gestülpt, während meine Finger über die Tasten wandern, immer neu, immer anders dieselbe Melodie entstehen lassen. Dann schaue ich von den Zinnen meiner Burg auf das tiefe, dunkelgrüne Land hinab oder lasse meinen Blick über den weiten blauen Ozean schweifen aus einem kleinen Fischerboot oder träume mich irgendwo anders hin, wo ich gerade sein möchte, wo ich einfach ich bin, niemand sonst, keine Ansprüche, keine Zwänge... doch verzeiht, ich drifte schon wieder davon Ich denke, es ist sehr wichtig für die Seele, das Alltägliche abstellen und für ein paar Augenblicke einfach vergessen zu können! |
| belly.white | was man dabei fühlen kann ? idealerweise das "wesentliche" man taucht auf gewisse weise ab, kann später dafür aber umso klarer denken |
| hagzissa13 | Ohropax in die Ohren, Telefon raus, Handy aus, gemütlich wohinpacken und die Seele baumeln lassen. Wenn ich das Leben außerhalb vollkommen außer Acht lasse, dann empfinde ich inneren Frieden. Es ist eine passive Barriere nach außen, hinter deren dicken Mauern ich frei bin, so paradox das klingen mag. Aber hier hat niemand Einfluß auf mich, in welcher Art auch immer... Ich genieße diese Zeiten Hagzissa - per aspera ad astra - |
| Weasel-IX | wenn ich mich in mein zimmer setze... vor den pc... lautsprecher aufdrehe, und versuche mit geschlossenen augen jede einzelne gitarrensaite und jeden klavierton des liedes rauszuhören... dann fühle ich mich wohl... dann kann ich über sachen nachdenken, die sonst gar nicht ans bewusstsein kommen... und ich fühle die liebe zum leben in mir... >Weasel-IX |
| toteTräume | [I]..eigentlich immer wenn ich den Walkman dabei hab´. Gerade so laut aufdrehen dass man die Umgebung mit all den nervtötenden Geräuschen, wie vorbeirasende Autos, Straßenbahnen usw. nicht mehr wahrnimmt. Je nach Stimmung mal was härteres oder was ruhiges im Ohr. Das macht frei *g*[/I] |
| xxxzinixxx | eine von vielen "tankstellen": auto fahren! im auto sitze ich in einer glaskugel, höre verträumte musik von cd und sehe die menschen und die landschaften um mich herum wie in einem 3 d-stumm-film. in solchen momenten werde ich mir "selbst bewußt". kein geräusch von außen dringt zu mir. fahre ich über land, denke ich an "mutter erde", wie sie so von ihren zecken kultiviert wird... ich denke daran, welche rolle ich dabei spiele... was ich gegen manche dinge tun könnte... frustrierend... fahre ich durch die städte, denke ich über die menschen nach, die ich sehe. die mit zeit, und die ohne. ich frage mich, warum manche zeit haben, und wie es damit bei mir aussieht... ich frage mich, wie ich wäre, wenn ich mir nicht immer einfach zeit nehmen würde. manchmal habe auch ich keine zeit und muß mich beeilen. es ist schrecklich... man wird geradezu aggressiv, wenn dann nicht alles klappt, wie es sollte und man es sich vorgestellt hat. ich würde den menschen gerne alle zeit der welt schenken, wenn es ginge... was ich dann in mir fühle? trauer. hoffnungslosigkeit. jedesmal wieder. einfach nur, weil die menschen zwar augen haben, aber so viele von ihnen nicht sehen können. es ist eine aufbauende trauer, eine aufbauende hoffnungslosigkeit, trotz allem, weil es sich anfühlt, als könnte ich mehr sehen, als die zeitlosen. das ist vermutlich gar nicht so, aber zusätzlich durch die glasscheibe eines autos von ihnen getrennt, eben nicht nur durch das aussehen, wird dieses gefühl so dermaßen verstärkt, daß ich mich manchmal richtig abgehoben fühle... sobald ich aus dem auto steige, schäme ich mich dann für meine egozentrik... aber ich kann es einfach nicht abstellen... will es gar nicht! weil es sich so gut anfühlt... ich gegen den rest der welt! herrje, wie blöd ich manchmal bin... sagt nichts, ich weiß es ja selbst... naja, aber in der natur kann ich ansonsten auch "tanken", da fühlt es sich stets an, als würde ich alles zum letzten mal sehen können. wie ein abschied. aber ich bin froh, mich noch verabschieden zu können. und ich freue mich, wenn das, was beim letzten besuch da war, immer noch da ist, wenn ich wiederkomme. sehr aufbauend! manchmal regt sich dann tatsächlich ein funken hoffnung in mir... aber nur kurz... musik hören... auch eine tankstelle... dann fühle ich aber einfach nur, was mir die musik erzählt. ich fühle, wie sie auf mich einwirkt. ich frage mich, warum manche menschen aggressive musik gerne hören... und wie es auf sie wirkt... |
| K´tharsia | Um meinen Kopf frei zu bekommen und mich zu erholen lese ich eigentlich viel! Am liebsten draußen z.B. im Wald! Das lässt sich wunderbar mit Spaziergängen vereinbaren. Da wo es mir gefällt setz ich mich hin und schlag das Buch auf. :) Dazu noch MP3 Player und ich bin glücklich. In der Nähe haben wir auch einen kleinen See, an dem ich mich gern aufhalte (außer in der Sommerzeit, wenn dort Badebetrieb ist)... Und dann hab ich noch ne recht seltsame Angewohnheit... ich betrachte gerne Rosinen ^^ ja, diese kleinen verschrumpelten Dinger! *g* Schaut mal genau hin - die sind wunderschön! Ich mag sie nicht unbedingt essen, aber sie trösten mich irgendwie. Es ist auch so, dass ich mich innerlich beruhige, falls ich grad Stress hab oder so. Ich fühle einfach nur die Struktur der verdorrten Beere und denke, das war mal ne pralle Weintraube... also auch Vergänglichkeit. Musik spielt bei mir auch ne sehr große Rolle, teilweise auch "aggressiv"... warum höre ich das? Na, zum abreagieren. Zum "Kopf freiblasen", zum Stress abbauen. Es ist besser, als vor Wut irgendwas kaputt zu machen ;) Ich fühl mich dabei gut, die Frustration verschwindet, weil die Texte oft auch Probleme ansprechen und... naja, ich denk dann drüber nach und komme zu dem Schluss - versuchs nochmal! Resigniere nicht, die habens auch geschafft bzw. nicht nur du hast Frust! |
| Demon17 | Im Inferno eines Klangewitters mich vergessen, wenn Menschen zu Schatten werden und ich inmitten der Menge das Bewußtsein verliere und nur noch dem Hass in der Musik und der Stimme des Sängers lausche, der das tragische Ende seiner Opfer besingt. Befreit von jeglicher Moral und anderen Zwängen und Rücksichten erhebt sich der Geist und kehrt gereinigt von Schmutz und Staub des Alltags in den ausgepumpten Körper zurück....um endlich befreit von Gedanken an andere Ruhe zu finden. |
| SchwarzeKatze | Wenn es mir schlecht geht,oder der Tag nicht wie gewünscht verläuft,höre ich Musik.Plötzlich wird alles still,die Musik in meinem Kopf,die Gedanken schweben umher.Ich kehre mich nach innen und sehe plötzlich den ganzen Schmerz den ich bereits erlebt habe.Bin ich erstmal in meiner Seele eingeschlossen,brauche ich mehrere Stunden um wieder hinaus zu können und die Welt wieder betrachten zu können.Diese Tankstelle der Gefühle,der Selbstbesinnung ist das,was mich manchmal am Leben hält.Ohne Musik würde ich sterben.Meine Seele würde sterben (wenn sie es nicht scho getan hat)! |
| Novembermond. | Das geht bei mir nicht auf "Rezept"- es kommt einfach. Oder auch nicht. Zum Beispiel, wenn ich im Frühling mit dem Auto durch den Wald fahre. Die Blätter sind noch ganz hellgrün, fast zerbrechlich, die Sonne scheint hindurch. Dann muß ich manchmal einfach stehen bleiben, schauen, tief durchatmen. Was dabei in mir vorgeht? Ich weiß es nicht. Keine Gedanken. Staunen vielleicht? Bewunderung? Das Bewußtwerden dieser großartigen Natur und das Gefühl, jetzt im Moment ein Teil von ihr zu sein. Nur ich. Niemand sonst. So lange, bis der Moment, der Zauber plötzlich wieder vergeht. Zurück bleibt... ein kleines Stück Glück und ein weiteres Bild in meiner Sammlung im Kopf, von dem ich zehren kann. N. |