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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Zwischenmenschliche Beziehungen
MagicPowerEs ist schon merkwürdig, jede Beziehung an sich.
Beziehungen zu Freunden, Bekannten, Verwandten, Liebe oder gar Arbeistkollegen. Zwischenmenschliche Beziehungen sind mir beim näheren Betrachten nach wie vor ein großes Rätsel.

Manche Menschen hat man sehr gerne. Manche auf anhieb, manche erst nach einer gewissen Zeit, der Phase des Kennenlernens.
Für manche Menschen, die man gern hat, steckt man eigene Wünsche zurück, man opfert gewisse Dinge, investiert Zeit und Gefühle für gewisse Dinge und klammert sich an Vertrauen und Einverständnis fest.
Andere hingegen meidet man oder ist womöglich aggressiv und beleidigend gegenüber diesen.
Wenn man sich jedoch, egal ob an positven oder negativen Aspekten festklammert, bemerken wir Menschen oftmals nicht die Veränderung.
Wir sehen nicht mehr, wenn sich jemand verändert,
Wir sehen nicht mehr, dass sich Umstände ändern, Charakterzüge verändern. Wir bemerken es erst bei einem Streit oder einer großen Diskussion. Prinzipien werden klar und man erkennt "hoppla, so mag ich das aber nicht! Das ist ganz anders, als ich jemals gedacht hätte!"

Laut Statistik hat der Mensch erst durchschnittlich bis zum 28. Lebensjahr eine eigene Persönlichkeit entwickelt.
Man weiß, welchen Stil man mag, welche Musikrichtung man mag, Gewohnheiten, Macken, Vorlieben, politische Meinung, Meinung generell, Interessen, Ansichten und Richtungen.

Heißt das dann auch, dass man erst so ab dem 30. Lebensjahr etwa Freundschaften und Beziehungen aufbauen kann, die dann auch für ewig halten?

Ich weiß nur, dass sich Menschen verändern und man es nicht bemerkt, wenn man sich an etwas festklammert. So geraten gewisse Zeiten die man mal zusammen hatte in Vergessenheit und es wird nie wieder so sein wie es einmal war, die Dinge haben sich ja auch verändert. Die Umgebung, das Umfeld. Jeder Tag der vergeht bringt im Prinzip eine neue Veränderung. Meistens unbewusst. Aber wie das Sprichwort schon sagt "Kleinvieh macht auch Mist" stellt man diese Veränderungen fest. Und plötzlich ist der Mensch, der einem sehr sehr wichtig ist oder war, einem plötzlich völlig fremd.

Durch solche Dinge sieht man die Menschen dann mit völlig anderen Augen, mit klaren Augen und man weiß irgendwann, dass man so nicht weitermachen möchte und auch wenn man versucht jemanden zu ändern oder sich selbst zu ändern hat es irgendwann doch keinen Sinn mehr sich zu verstellen.
Man trennt sich. Wege trennen sich.
Die Zeit vergeht erst recht langsam, weil jemand fehlt oder weil etwas fehlt und dann wenn man sich erst an diesen Zustand gewöhnt hat, dann vergeht die Zeit wieder schneller, wie im Flug.

Man trifft sich oftmals später wieder, nach ein paar Monaten oder gar Jahren und man erkennt, dass sich noch mehr verändert hat. Man selbst und die andere Person. Man findet wieder neue Gemeinsamkeiten. Oder man findet wieder Gegensätze die nicht zusammen passen. So oder so. Aber so wie es früher einmal war wird es wohl nie wieder sein.

Es heißt, Veränderung sei gut. Neuer Schwung ins Leben bringen. Aber nicht immer. Manche Veränderung hinterlasse Schäden oder seelische Narben - wie ich sie nenne. Trotzdem sind es Erfahrungen die wir sammeln um uns weiter zu entwickeln um eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Ob das jemals ein Ende hat?
"Das ganze Leben ist eine Schule" man lernt nie aus
und doch wünscht man sich, dass gewisse Freunde die man jetzt hat, gewisse Verhältnisse und oder Beziehung für ewig halten und ewig bleiben aber wir wissen irgendwie wenn wir ganz ehrlich zueinander sind, dass sich auch in Zukunft alles ändert.

Manchmal gehen diese Wünsche in Erfüllung.
Trotz Änderung bleiben Beziehungen bestehen,
in erster Linie wohl die Familiären-Beziehungen, Liebe, Freundschaft, Arbeitskollegen etc.. Man sollte nur die Augen offen behalten, damit man Veränderungen erkennt um seelischen Narben vorzubeugen. Auch wenn sich manche Menschen sehr stark verändern können, gewisse Kerne bleiben immer vorhanden und daran halte ich fest
schlafundtodMeiner meinung nach gibt es die beziehungen die sich in der kindheit und während der schulzeit ergaben und die, die sich später fanden. Das sind m.e. die zwei hauptkategorien. Diejenigen aus der frühen lebenszeit sind diejenigen,
die das ganze leben bestand haben, da ihr ursprung für beide eine gewisse nostalgische rückschau beinhaltet. Man mag sich lange jahre nicht sehen, und doch kommt man, sobald dieses der fall ist sehr schnell wieder auf den gemein- samen nenner zurück.
Die 2te kategorie ergibt sich meist zufällig, quasi als bekanntschaft. Ich nenne dies bewusse bekanntschaft, da sie niemals die tiefe erlangt, die der ersteren kategorie inne ist. Es sind verknüpftheiten die sich, genauso zufällig wieder lösen, wie sie sich ergaben.

Nähme ich an, ich könnte im krisenfall auf eine(n) bekannte(n) zurückgreifen, so wäre dies mit sicherheit einer aus der ersten gruppe.
Natürlich ist das eis auch dort sehr dünn, aber der versuch wäre sicher sinn- voller.
Auch die familie meiner frau (also mein angeheiratete vewandtschaft) gäbe mir keinen halt wenn's drauf an käme. Davon bin ich überzeugt.

Es ist wohl traurig, aber so denke ich, ist die realität.
swanheart"Heißt das dann auch, dass man erst so ab dem 30. Lebensjahr etwa Freundschaften und Beziehungen aufbauen kann, die dann auch für ewig halten?"

Ewig ist verdammt lang. Menschen verändern sich, das ist nunmal (leider) so. Und auch, wenn man mit 30 in der Lage ist Freundschaften zu entwickeln, die "ewig halten", so heißt das doch nicht, dass all die vergangenen Freundschaften, Beziehungen keinen Wert oder keinen Sinn haben/ hatten.
Man lebt schließlich in der Gegenwart und sollte sich vielleicht nicht zu arg den Kopf darüber zerbrechen, was morgen oder übermorgen... passieren wird.
Natürlich sind auch schon viele Freundschaften von mir zu geliebten Menschen kaputtgegangen, haben sich verändert, aber die (manchmal recht kurze) Zeit, die diese Freundschaften und Beziehungen anhielten, will ich doch keinesfalls missen und ich denke gern an diese Zeiten zurück. Aber dabei sollte man immer ein Auge auf die Gegenwart gerichtet haben.
nimoe[QUOTE]"Heißt das dann auch, dass man erst so ab dem 30. Lebensjahr etwa Freundschaften und Beziehungen aufbauen kann, die dann auch für ewig halten?"[/QUOTE]

Ich glaube nicht, dass man so lange warten muss, natürlich verändern wir uns alle... und das Leben selektiert gerade durch diese Veränderungen die "Freunde" von den Freunden.
Viele Freundschaften oder Kontakte die ich einst mal hatte sind zusammengebrochen. Manche versuche ich dennoch nicht aus den Augen zu verlieren... bei manchen hat es sich gezeigt, dass es doch besser war getrennte Wege zu gehen.
Wieder bin ich dabei einen sehr guten Freund zu verlieren... und irgendwie tut es weh, denn ich weiß, das was wir mal hatten wird bald Vergangenheit sein..
Es gibt wirklich wenig, dass für Ewig hält... leider... und deshalb denke ich, man sollte sich wirklich auf die Gegenwart konzentrieren.. man sollte leben... Freunde kommen und gehen und dennoch bleibt so manche schöne Erinnerung.
American PsychoJa Freunde kommen und gehen und trotzdem kann man kann das ganze hier nicht verallgemeinern.
Nur weil in irgendner Statistik steht, dass man erst mit 28. seine Personalisation abgeschlossen hat, heißt das noch lange nicht, dass man auch erst ab da richtige Freundschaften schließen kann.
Klar, jeder Mensch verändert sich und so zerbrechen dann auch die meisten Kindheitsfreundschaften, weil sich nicht immer beide in die selbe Richtung entwickeln, aber es gibt auch andere Fälle, wo sich welche schon von Kindheit an kennen und sich auch noch mit 80 gut verstehen.
sunfugitiveDass der Mensch erst mit durchschnittlich 28 eine eigene Persönlichkeit entwickelt haben soll, leuchtet mir nicht ein.
Was soll das heißen?
Dass sich die Persönlichkeit ab diesem Zeitpunkt nicht mehr
verändert?
Dass ein Mensch vorher keine richtige Persönlichkeit besitzt?
Ein Mensch wird doch ein Leben lang von den Erfahrungen, die er
macht, geprägt.
Also verändert er sich auch fortwährend.
Dehalb kann ich das Festmachen der Persönlichkeitsreife an einem
bestimmten Zeitpunkt nicht verstehen.
rainravenFreunde kann man das ganze Leben lang finden, verlieren und behalten. Das kommt immer auf die einzelnen Persönlichkeiten und die Ernsthaftigkeit oder Tiefe der Beziehung zueinander an.

Jeder Mensch ändert sich, oft ein Leben lang. Das betrifft also auch die Freunde, nicht nur einen selbst. Aber warum sollte es ein Grund sein, jemand anderen zu verlieren? Es kann auch ein Neubeginn oder eine Vertiefung der Beziehung bedeuten. Und andersrum ist nicht jeder Verlust automatisch negativ.

Ich habe einige gute, langanhaltende Freundschaften, einige schon seit der Schule, einge seit dem Studium und einige erst seit ein paar Jahren. Auf keinen davon möchte ich verzichten müssen, und bei etwa einer Handvoll bin ich mir sicher, sie würden auch für mich durchs Feuer gehen.
Einige haben, um nur ein Beispiel zu nennen, auch meinen Wandel vom Metaller zum Tekkie und dann zur schwarzen Szene miterlebt, anderen ging es genau andersrum, die sind vom Punk zum Spießer geworden, trotzdem ändert das nichts an unserer Freundschaft zueinander. Es gab auch mal Krach, manche sah ich jahrelang nicht, aber vergessen haben wir einander nicht. Die Menschen, die ich gern habe und sie mich, sind ja immer noch da.

Eigentlich bin ich der Typ Mensch, der alle Leute, die er mag, in seiner Nähe und Freundschaft behalten möchte. Ich bemühe mich auch um sie. Es liegt also nicht an mir, wenn Freundschaften zerbrechen oder auseinandergehen. Doch viele Leute sehen es nicht ganz so eng wie ich und es ist zwar schade um sie, wenn der Kontakt abreißt, aber ich muß lernen, damit umzugehen, und vielleicht war es dann die Gefühle für sie einfach nicht wert, weil sie nicht in demselben Maß erwidert wurde. Doch da kann ich auch nichts machen außer es zu akzeptieren.
Tiermensch[QUOTE][i]Original geschrieben von sunfugitive [/i]
[B]Ein Mensch wird doch ein Leben lang von den Erfahrungen, die er macht, geprägt. Also verändert er sich auch fortwährend.
Dehalb kann ich das Festmachen der Persönlichkeitsreife an einem
bestimmten Zeitpunkt nicht verstehen. [/B][/QUOTE]

Gut, so kann ich mir das ausholen ersparen, sunfugitive. Mit wenigen Sätzen auf den Punkt kommend.

Ich würde lediglich hinzufügen, dass sich gewisse Grundeigenschaften, die in einem seit der irgendwann abgeschlossenen Frühprägephase vorhanden sind und die auch mit das ausmachen, wie wir uns dem nähern, was um uns ist schwerlich ändern lassen, da in uns eingebrannt, uns aber nicht behindern im lernen, so wir dies zulassen.

Um auf MagicPower einzugehen, ich kannte Menschen, die es wert gewesen waren geliebt und als Freund behandelt zu werden, die 10 Jahre jünger als ich gewesen sind, mich mit ihrer Klarheit erstaunten und solche, die 20 Jahre mehr Lebenserfahrung besaßen und in meinem Augen infantiler Natur gewesen sind und sich in Dogmen verrannten, die sie und andere allzu gerne als "erwachsen sein" bezeichnen.

Alter ist kein Maßstab für die Wertigkeit eines Menschen, besitzt keine Gültigkeit, um Gewißheit über eine Seelenverwandschaft zu erlangen. Das Ende der Veränderung, das Bittere und das Schöne des Auseinandergehens und wieder Zusammenkommens nach der Veränderung, aber auch des endgültigen Abschlusses wäre in meinen Augen das Ende der Suche und gleichbedeutend mit persönlicher Kapitulation vor dem Leben.

Um Deine wichtigste Frage in Deinem Posting zu beantworten, ob es jemals ein Ende haben wird, MagicPower ... ich hoffe nicht. Es wird ein Ende haben, wenn wir aufgeben und nicht akzeptieren, dass eigenes und anderes Leid und auch die Freude derer, die wir liebten, verloren und wieder begegnen Teil unserer Existenz ist. Weswegen ich nicht mit Dir übereinstimmen kann, dass Beziehungen bestehen bleiben. Denn auch Enden gehören zu den Veränderungen, selbst die Schmerzlichsten und auch ein Loslassen zu den positiven Dingen.

Manches kann man nicht wieder erhalten, wird nie mehr wie früher, doch man kann es in Ehren behalten, in Würde, egal durch welche Veränderung man ging.
schattenlichterMir ist es schon sehr häufig passiert, dass beziehungen entstanden und wieder auseinander gegangen sind, aber das lag meistens an mir, weil ich mich in meinen ansichten oft verändert habe und auch bei vielen leuten gemerkt habe, dass wir rein von der mentalität überhaupt nicht mehr zusammen passen. (damit meine ich jetzt übrigens nicht, welcher szene man angehört)
inzwischen bin ich an dem punkt, wo ich zwar viele lockere bekanntschaften schließe, aber eher selten eindeutig auf enge freundschaft tendiere. es bringt einfach nichts, wenn ich nach nem halben jahr merke oh, das klappt vielleicht doch nicht so...
entsprechend hatte ich auch noch nie eine feste beziehung.
MagicPowerich möchte eigentlich nicht auf einzelne schicksale und begebenheiten eingehen.

es heißt nur, dass man ab dem 28. lebensalter (durchschnittlich) des ende seiner persönlichkeitsentwicklung erreicht hat.

man weiß, welche musikrichtung man mag.
man weiß, was einem schmeckt und was nicht.
man weiß, welchen lebenstil man will.
man weiß, welche berufliche richtung.

natürlich gibt es stets außnahmen
und natürlich entwickelt sich der mensch stets durch erfahrungen weiter, aber ein gewisser grund-kern der eigenen persönlichkeit und meinung bildet sich in diesem altersstadium.


kurz gesagt: Das Individuum ist geboren.




aber es scheint zu stimmen, dass es auf die personen selber ankommt, ob eine "beziehung" (jeglicher art) bestehen kann und wenn für wie lange...

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