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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: suizidanten-erinnerung
schlafundtodWorin ich für mich immer wieder ein problem sehe, ist der umgang mit der erinnerung an menschen die sich umbrachten. Vergessen ? Annehmen ? Verzeihen ? Ich bin mir da gänzlich unschlüssig. Vielleicht könnt ihr mir impulse liefern- vielen dank dafür.
Azaannehmen und verzeihen wäre wohl meine bevorzugte Variante. Man neigt doch dazu, nach dem Ableben der Person überwiegend die positiven Aspekte Wahrzunehmen.
gin'iroWas hätte es in Deinen Gefühlen einen Unterschied gemacht, wenn diese Menschen sich nicht getötet hätten?

Damit erfährst Du, wie Du Dich fühlst und mit diesen Gefühlen kann man sich auseinandersetzen.

Bei mir sind es, wie bei vielen Menschen die üblichen Fragen:

An mich gestelllte Fragen:
Warum habe ich es nicht rechtzeitig gemerkt?
Warum habe ich es nicht verhindert?
Warum habe ich nicht mehr geholfen?

Und noch ein paar mehr, also eben Vorwürfe und mir die Verantwortung für das Geschehene aufhalsen.


Fragen an den Suizidanten:
Warum hast Du es getan?
Wie konntest Du mir/uns das antun?
Weshalb hast Du keine Hilfe gesucht/angenommen?

Und auch hier noch ein paar mehr, die meisten verbunden mit Wut auf den Selbstmörder und ebenso unterschwelligen Vorwürfen.


Wie auch immer - man kann nichts mehr daran ändern. Ich kann nichts mehr daran ändern und muss es so, wie es ist, akzeptieren. Zuerst kommt bei mir das Verzeihen - mir verzeihen, dem Selbstmörder verzeihen. Danach die Trauerarbeit.
instantonich glaub man sollte seinem groll schon luft machen, und ihn zulassen. in einem ersten schritt. man muss damit irgendwie zurecht kommen. und suizid(eines möglicherweise geliebten menschen) ist eine derart tiefgreifende sache, die man so leicht nicht aufarbeiten kann. die wut und verzweiflungsgefühle kann man nicht einfach verdrängen.

dennoch muss man(man tut das eh automatisch) sich hartnäckig damit konfrontieren,WARUM er das getan hat.

die frage die im raum steht ist auch die des verzeihens... ich glaub zu einem großen teil ist die frage auch an sich selbst gerichtet. es ist auf jeden fall ein langer prozess wie man damit zurecht kommt. ...
MagnusCaudar(BwEinfach seine Entscheidung respektieren
instantones ist glaub ich, aber nicht so eine entscheidung wie man sie aus dem alltag kennt, die man respektieren kann oder nicht. das ist etwas, wo ziemlich viel dahinter steht.
MagnusCaudar(BwJa , das stimmt ...

Vor allem stehen Gründe dahinter , obliegt es dir vielleicht die Gültigkeit jener Gründe bewerten ? ... Wohl kaum ...
schlafundtodFür mich am deprimierendsten ist es, zu wissen, dass hinter dem suizid ein simpler lebensüberdruss stand. aus tiefer überzeugung.

Da ist man als nebenstehender absolut hilflos und die einzige variante wäre, den in die psychiatrie einweisen zu lassen. Aber wer kann das schon wollen ? Wahrscheinlich werde ich bis zu meinem letzten tag ratlos bleiben.
Tsafried[QUOTE][i]Original geschrieben von schlafundtod [/i]
[B]hiniter dem suizid ein simpler lebensüberdruss stand aus tiefer überzeugung[...]
Da ist man als nebenstehender absolut hilflos und die einzige variante wäre, den in die psychiatrie einweisen zu lassen. [/B][/QUOTE]


ohne hier jetzt einen zweiten psychiatriethread draus machen zu wollen, aber jemandem der wirklich einfach nicht mehr will, dem kann keine psychiatrie der welt helfen. der wird sich umbringen, sobald er draußen ist. das wird dir jeder arzt bestätigen, wer wirklich sterben will und nicht nur grad mal so weils ihm schlecht ging, der wird das tun. man kann durch eine einweisung den suizid nur aufschieben, nicht verhindern (das gilt natürlich für diejenigen, die noch "frei" entscheiden können und deren sterbenswunsch nicht ein ausdruck schwerer gesiteskrankheit ist. ich denke zwar, das jeder der nicht mehr leben will irgendwo nicht ganz pschisch gesund ist, aber einem noch entscheidungsfähigen kann man die entscheidung nicht abnehmen, der wird schluss machen, so oder so)

ich habe damit zwar keine erfahrungen, nur mein großonkel hat sich umgebracht, den kannt ich allerdings kaum und das war vor jahren. aber ich glaube, man muss die entscheidung einfach akzeptieren. grade wenn es ein suizid war. wenn der freitod hingegen in schweren depressionen oder psychotischen zuständen oder ähnlichem geschieht... naja, schuld hat man natürlich nicht, aber ich denke es ist dann schwerer zu akzeptieren, da man weiß, man hätte demjenigen wohl noch helfen können. auf einen solchen darf man dann aber auch nicht wütend sein, denn der konnte aufgrund seiner krankheit gar nicht mehr wissen, ob das was er tut richtig oder falsch ist.
da gilt auch kein "er hätte doch was sagen können" argument nicht mehr. Denn genau das unterscheidet ihn vom "Gesunden" Selbstmörder. Er hätte eben nichts sagen können. (wobei es auch hier ausnahmen gibt)
instanton<> man ist so in dieser dynamik drinnen, dass die entscheidung die man fällt nicht absolut rational ist. man ist durch seine emotionale lage so verblendet jeglichen sinn im weiteren leben sehen zu können.

es ist wirklich traurig, dass man in so einem fall so schwer helfen kann. es reicht nicht nur gutes zureden. der betroffene ersehnt eine perspektive, die ihm glaubwürdig erscheinen muss. aber bis diese kommt, muss er ausharren ... ein außenstehender kann in so einem schwerwiegendem fall nicht einfach "nur" trösten. was dazu kommt sind auch die depressionen, die sehr hartnäckig sind und einen nicht loslassen.

deswegen, denk ich , ist oft sehr schwer nachvollziehbar, "warum er es getan hat". es lässt sich logisch nciht nachvollziehen, denn der Grund kann manchmal sehr leicht eigtl aus der welt geschafft werden, die situation aber scheint in dem moment so abgründig, dass nur ein ausweg offen zu bleiben scheint...
AlienSexFiend...vergessen im Sinne von verdrängen halte ich für den falschen Weg, weil es einen dann doch irgendwann wieder einholt und zwar meistens auch noch dann, wenn man am wenigsten damit rechnet...

...ansonsten lass doch alle Gefühle zu...Wut (und irgendwann das Verzeihen) , Enttäuschung, Trauer...das eine schließt das andere doch nicht aus...ich würde sogar behaupten, dass das in so einem Fall sogar zusammen gehört...
MontroseEin paar der Vorredner wollten wahrscheinlich darauf hinaus, daß es alleine die Entscheidung des Suizidanten war und man als Zurückgebliebener nichts tun konnte. Dieser Meinung schließe ich mich an.

Ich kenne zwei Leute, deren Bekannte/r sich umbrachten. Sie blieben beide ratlos zurück. Die gingen nicht mal auf den Friedhof, weil für sie diese Tat so unverständlich war, daß (so vermute ich) ein Band gerissen war.

Denn der Selbstmörder hat ja scheinbar nicht nur zum Leben, sondern auch zu den Zurückgebliebenen "Nein" gesagt. Vielleicht ist gerade dies der Knackpunkt: ob man die guten Seiten des Suizidanten von dieser ganz und gar lebensverneinenden Seite trennen kann. Ob der andere diese gute Seite hatte und ob man sie zulassen kann. Oder ob mit dieser Tat alles andere eben auch infrage gestellt wird.

Ich habe keine Ahnung, wie ich damit umgehen würde. Aber das Problem leuchtet mir ein.

[QUOTE]weil es einen dann doch irgendwann wieder einholt [/QUOTE]
Achja *seufz* das sind wieder mal die Theorien nach Freud und anderen Psychoanalytikern.

Die gibt's auch noch in einer anderen Variante: Wenn jemand Nahes stirbt und man zuvor im Streit voneinander gegangen ist, dann kann man das nicht bewältigen und wird psychisch krank. Diese Theorie kannte sogar schon meine Großmutter und wahrscheinlich auch die Urgroßeltern und viele Generationen davor .... weil das ein moralisches Druckmittel war, die jüngere Generation in Androhung der seelischen Hölle gefügig zu machen.
Die Theorie ist falsch und richtig zugleich. Falsch ist sie deshalb, weil das erstens nicht zwingend passieren muß, zweitens die Vertretung eigener Interessen durch den Tod ja nicht aufgehoben wird (ich kann ja schlecht sagen: ich trete mit niemandem mehr in Konflikt, weil der morgen sterben könnte), und drittens gerade dafür die Kirchen zahlreiche Rituale haben, daß man Abschied nehmen kann.

Richtig ist die Theorie, weil Psychofuzzis und Moralisten den Leuten dieses "Einholen" erst einreden.
Es gilt nicht als political correct, daß der Tod eines anderen auch befreiend sein kann, neue Perspektiven und Möglichkeiten schafft, vor allem wenn der Verstorbene sehr dominant war.
AlienSexFiend[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]Achja *seufz* das sind wieder mal die Theorien nach Freud und anderen Psychoanalytikern.
[/B][/QUOTE]

...falsch, das sind eigene Erfahrung, persönliche und bei mir nahestehenden Personen hab ich genau das gleiche festgestellt...

...was Freud & Co. sagten ging und geht mir auch immer noch so ziemlich an meinem Allerwertesten vorbei und ich hab mich dementsprechend nie mit diesen Herrschaften weiter beschäftigt (und hab das auch in Zukunft nicht vor)...;)

...also nix Pychoanalytiker sondern eindeutig eigene Erfahrungen...

...aber ich korrigiere meinen Satz dahin, indem ich sage:

[b]Es [i]kann[/i] einen irgendwann wieder einholen, wenn man einen Selbstmord verdrängt statt zu "verarbeiten"[/b]...
gin'iroBitte keine psychologische Diskussion draus machen!
MagicPowerman sollte sich schon gedanken darüber machen,
aber bestimmt keine vorwürfe und beschuldigungen daraus drehen.

es ist für viele vielleicht unverständlich,
aber man muss es sich mal auf der zunge zergehen lassen,
wie verzweifelt ein mensch sein muss, um sich das leben zu nehmen.

egal ob man es hätte früher bemerken oder gar verhindern können, in einer solchen situatione, wenn jemand sich das leben nimmt, kann kein "gutes zureden" mehr helfen. da kann nur der suizidant sich selbst helfen, aber wenn er erstmal den gedanken gefasst hat sich umbringen zu wollen, dann wird er das auch tun.

ich für meinen teil hoffe, dass die diejenigen, die sich aus kummer oder problemen umgebracht haben in der hoffnung im tod besseres zu finden, das für sich auch getan haben. das es ihnen jetzt besser geht, als wenn sie ihre qualen weiter durchlebt hätten.
WindIch finde auch, man sollte diese Entscheidung desjenigen Menschen akzeptieren, und bestimmt nicht verurteilen.
Natürlich darf oder sollte man nach dem Warum fragen und vielleicht auch darüber nachdenken, was man selbst hätte anders machen können. Aber auch nur in einem bestimmten Maße, Vorwürfe gegenüber sich selbst wären übertrieben und sinnlos..
MagicPowerja.
man sollte darüber nachdenken,
denn sowas darf nicht alltag werden, wenn sich jemand das leben nimmt.
WindNur was sollte man tun, wenn jemand offensichtlich mit dem Gedanken spielt sich umzubringen? Versuchen ihn aufzuhalten? Ihm versuchen eine schönere Welt vorzuspielen? (das kann es doch auch nicht sein..)
Und wenn man einfach akzeptiert, dass diese Person sich umbringen könnte, würde man selbst es sich doch ein bisschen zu einfach machen ...
naja vielleicht ist meine Frage gerade auch etwas off-topic.
LG
wind
Tsafriedich glaube das wichtigste wäre mir, festzustellen, ob sich diese person in verzweiflung und unter schmerzen umbringt oder nicht. Wäre die Wahrscheinlichkeit dafür groß... hm, ich würd sie nicht einweisen lassen oder die polizei rufen schätze ich (denn was ich wirklich machen würde kann ich natürlich nciht sagen), aber ich würde versuchen, dass so zu verhindern. Wenn man sein Leben nicht mehr erträgt, dann sollte man wenigstens halbwegs zufrieden gehen und sein ende auch mitbekommen...
nightwolf.eyesWenn Jemand mit dem Gedanken spielt sich umzubringen sollte man so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen und herausfinden wieso er sich umbringen möchte. Einfach nur für ihn da sein damit er/sie merkt das du ihm nicht egal bist...

Mhm... Versuchen sich in die Person hineinzuversetzen wäre wohl einer der Möglichkeiten das zu verarbeiten.
Sanna I.S.P.hm, ich habe mich schon oft gefragt, wie es wohl wäre, wenn sich wirklich nahstehende mensche meinerseits die kugel geben würden - bisher waren es nur bekannte, schulfreunde etc..

ich habe mich immer gefragt warum, aber niemals darum getrauert, dass sie es taten. vllt. ungerechtfertigt habe ich die tat verurteilt, mich darüber lustig gemacht und verspottet. ich erlaube mir das, weil ich nicht glaube - wie anscheinend so viele hier - dass es allein der entscheidung des suizidtäters obliegt, dies auszuführen. zu oft geschieht ein selbstmord aus einer emotionalen lage heraus, und emotionen können sich ändern - der selbstmörder nimmt nicht nur sich sein leben, sondern auch sich aus dem leben der anderen heraus. ich finde es unverantwortlich, anderen (unwillentlich) schuldgefühle und leid aufzuladen, nur um sich selbst leid zu ersparen - ehrlich gesagt kotzt mich das sogar ziemlich an.
Tsafried@ sanna
das klingt für mich irgendwie nach "du darfst dich nicht umbringen, weil die die dich lieben dann deinetwegen schmerzen haben"
nur leider ist dies argument der größte schwachsinn der verzapft wird, mein leben ist mein leben, ich lebe für mich, nicht dafür, andere vor schmerzen zu bewahren. Lieben heißt auch loslassen können, alles andere ist abhängigkeit. Wer würde als schlecht ansehen, einen süchtigen von seinen drogen zu befreien? (mir ist das herzlich egal, ich glaube auch nicht das ich die pflicht dazu hätte, hilfe bringt erst etwas, wenn der andere bereit ist sich helfen zu lassen, was anderes wäre nur zwang)
ich möchte ein menschenleben natürlich nicht mit einer droge vergleichen...
und: viele selbstmörder sehen ihren tod als einzigen ausweg. da ist kein platz mehr für "was werden die anderen fühlen".
Und das du dich darüber lustig machst kotzt mich ehrlich gesagt an. Jemanden für Taten zu verspotten, die großteils aus Verzweiflung geschehen finde ich abartig. Sieh das bitte nicht als Beleidigung, aber das ist nun mal meine Meinung.
Das bedeutet für mich, das niemand das Recht hat, mir den Freitod zu verbieten. Umgekehrt habe ich nicht das Recht dazu, ihn jemandem zu verwehren. Ich kann Hilfe anbieten, muss ich sogar, aber ich darf diese nicht nicht aufzwingen. Auch wenn so ziemlich jeder Arzt da anderer Meinung wäre:rolleyes:
Sanna I.S.P.@Tsafried:
ich sehe das nicht als beleidigung. es ist eben deine meinung, und eine sehr berechtigte obendrein. ich denke mir oft, dass die trauer der menschen um andere menschen sehr häufig damit zu erklären ist, dass ihnen ein stück bewußtsein gegeben wird, das sie eigentlich nicht haben wollen. insofern kann ich dir nur zustimmen. aber da die realität doch so aussieht, dass nur wenige wirklich in frieden und stiller trauer, ohne großen schmerz loslassen können, finde ich, dass selbstmörder oft doch noch besser mal an andere denken sollten (bedenke nur, wie viele menschen den verlust durch selbstmord von engen verwandten oder freunden nicht verkraften und selbst störungen davontragen); vielleicht, ja vielleicht würde es ihnen auch noch ein paar monate oder jahre mehr bescheren, die sie glückliche und miserable momente erleben können - und wozu wären wir denn sonst hier, als um zu erleben? (okok, ich hör schon auf mit dem pathetischen gefasel ...)

zum thema lustig machen ... ja ich weiß, dass meine einstellung weder pietätvoll, noch nett oder in ordnung ist - sie ist einfach falsch, ich sehs zumindest so. aber naja, ich hab nicht vor, daran was zu ändern. es ist meine art, und ich brauche den anspruch nach perfektion im mitleid und gebet für die verschiedenen für mich nicht.
WindIch muss sagen, ich sehe es genauso wie Tsafried.
Man lebt für sich selbst, und nicht um andere vor etwas zu bewahren. Der Selbstmörder hat (so schwer dies zu akzeptieren sein mag) das Recht alles mit seinem >eigenen< Leben anzufangen , also auch dieses zu beenden.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Sanna I.S.P. [/i]
[B]
zum thema lustig machen ... ja ich weiß, dass meine einstellung weder pietätvoll, noch nett oder in ordnung ist - sie ist einfach falsch, ich sehs zumindest so. aber naja, ich hab nicht vor, daran was zu ändern. [/B][/QUOTE] Also entweder verstehe ich deinen Satz nicht, oder Du hast tatsächlich geschrieben, dass dir bewusst ist, dass deine Einstellung falsch und nicht in Ordnung ist, Du diese jedoch trotzdem weiter behälst, vertrittst und danach handelst?! :rolleyes: . Vielleicht solltest Du dir dann mal Gedanken darüber machen und zu einer Meinung/Einstellung kommen, die Du auch mit deinem Gewissen vereinbaren kannst. Das ist doch sonst wirklich (entschuldige) kompletter Schwachsinn.
Tsafried[QUOTE][i]Original geschrieben von Sanna I.S.P. [/i]
nur wenige wirklich in frieden und stiller trauer, ohne großen schmerz loslassen können, finde ich, dass selbstmörder oft doch noch besser mal an andere denken sollten (bedenke nur, wie viele menschen den verlust durch selbstmord von engen verwandten oder freunden nicht verkraften und selbst störungen davontragen)[/QUOTE]
ja, sollten sie vielleicht. das dumme ist nur, das die meisten genau dass denke ich nicht mehr können. Oder es schon viel zu lange getan haben, und jetzt mal an sich denken. denn welchen sinn hat das eigene leben noch, wenn man merkt, dass man nur noch für andere lebt, dafür, dass sie keinen Schmerz empfinden müssen?

[QUOTE]zum thema lustig machen ... ja ich weiß, dass meine einstellung weder pietätvoll, noch nett oder in ordnung ist - sie ist einfach falsch, ich sehs zumindest so. aber naja, ich hab nicht vor, daran was zu ändern. es ist meine art, und ich brauche den anspruch nach perfektion im mitleid und gebet für die verschiedenen für mich nicht.[/QUOTE]
gut, du brauchst es nicht, kann ich akzeptieren. ich habe auch ansichten, von denen ich weiß, dass sie so zwar nicht völlig falsch, aber auch auf keinen Fall immer richtig sind.

LG,
Tsa
Sanna I.S.P.@Wind:
[QUOTE][I]Original geschrieben von Wind[/I]
Vielleicht solltest Du dir dann mal Gedanken darüber machen und zu einer Meinung/Einstellung kommen, die Du auch mit deinem Gewissen vereinbaren kannst. Das ist doch sonst wirklich (entschuldige) kompletter Schwachsinn.[/QUOTE]

vielleicht solltest du dich nicht so sperren. wer sagt, dass ich ein gut ausgebildetes gewissen überhaupt besitze. nur weil ich über das wissen verfüge, das mein handeln falsch ist, heißt das nicht, dass ich mich in eine unüberbrückbare dissonanz in meinem selbstbild oder meiner persönlichkeit stürze, oder dass ich mich schlecht fühlen würde, und versuchen möchte, daran was zu ändern. ich bitte dich, über sowas lächerliches kann man getrost hinwegsehen.
und mit schwachsinn hat das rein gar nichts zu tun.

@Tsafried:
[QUOTE][I]Original geschrieben von Tsafried[/I]
ja, sollten sie vielleicht. das dumme ist nur, das die meisten genau dass denke ich nicht mehr können. Oder es schon viel zu lange getan haben, und jetzt mal an sich denken. denn welchen sinn hat das eigene leben noch, wenn man merkt, dass man nur noch für andere lebt, dafür, dass sie keinen Schmerz empfinden müssen?[/QUOTE]
ja, aber ich habe auch nicht gesagt, dass ich irgendjemanden im weg stehen würde, wenn er das wirklich vorhat.
für mich ist es nur einfach so, dass die person mit all ihren beziehungen, die sie aufgebaut hat, mir ihren eindrücken, die sie hinterlassen hat nicht mehr mit reinem eigenbestimmungsrecht so eine entscheidung treffen sollte. sie reißt sich einfach aus einem gefüge, an dem nicht nur sie selbst mitgewirkt hat - sie zerbricht auch die bänder, die andere mitgepflegt und gehegt haben, die andere menschen mühsam errichtet haben. und das ist für mich nicht in ordnung.
Wind[QUOTE][i]Original geschrieben von Sanna I.S.P. [/i]
[B]@Wind:


vielleicht solltest du dich nicht so sperren. wer sagt, dass ich ein gut ausgebildetes gewissen überhaupt besitze. nur weil ich über das wissen verfüge, das mein handeln falsch ist, heißt das nicht, dass ich mich in eine unüberbrückbare dissonanz in meinem selbstbild oder meiner persönlichkeit stürze, oder dass ich mich schlecht fühlen würde, und versuchen möchte, daran was zu ändern. ich bitte dich, über sowas lächerliches kann man getrost hinwegsehen.
und mit schwachsinn hat das rein gar nichts zu tun.
[/B][/QUOTE] Es steht für mich eben in einem gewissen Widerspruch, dass du einerseits eine Meinung/Einstellung klar vertrittst und trotzdem sagen kannst, dass du weißt dass diese Einstellung/Meinung was-auch-immer falsch, nicht pietätvoll, nicht nett und nicht in Ordnung ist.
Aber gut, wenn das für dich ohne Probleme vereinbar ist, dann soll es wohl so sein. :rolleyes:
Sanna I.S.P.gut, dann wäre das ja geklärt. :)
Tsafried[QUOTE][i]Original geschrieben von Sanna I.S.P. [/i]
[B]für mich ist es nur einfach so, dass die person mit all ihren beziehungen, die sie aufgebaut hat, mir ihren eindrücken, die sie hinterlassen hat nicht mehr mit reinem eigenbestimmungsrecht so eine entscheidung treffen sollte. sie reißt sich einfach aus einem gefüge, an dem nicht nur sie selbst mitgewirkt hat - sie zerbricht auch die bänder, die andere mitgepflegt und gehegt haben, die andere menschen mühsam errichtet haben. und das ist für mich nicht in ordnung. [/B][/QUOTE]

ja, das tut sie sicherlich. ob es in ordnung ist, das ist wohl ne grundsatzfrage, ja oder nein, was dazwischen ist nicht, und ich sage ja, ist es. es tut zwar weh, aber sorry, das gehört dazu, damit müssen die anderen leben.
Du sagst nein, kein problem, deine meinung. du schreibst ja dass du trotzdem niemandem im weg stehen würdest, der das ernsthaft vorhat.
Würdest in diesem Fall denn einen Arzt bzw. die Polizei rufen, damit die betreffende Person in die Psychiatrie eingewiesen wird? Oder wäre das ein im Weg stehen?
ich für meinen teil sage, ich würde es nicht tun, wobei hier immer noch für mich wichtig ist, macht es die person weil sie momentan verzweifelt ist und keinen andren ausweg sieht oder weil sie sich ernsthaft und nach gründlichem Nachdenken dafür entschieden hat? es heißt zwar oft, suizidversuche seien meist affektive handlungen, aber ich tue mich schwer damit, mich da hineinzuversetzen. In ein bewusstes Leben-Beenden, nach Abwägung zwischen Pro und Contra, ich glaube in der Fachsprache nennt man das einen Bilanzselbstmord, kann ich mich hingegen sehr gut einfühlen.
Bei einer solchen "Gefahr" würde ich keine Polizei einschalten. ist allerdings tatsächlich die gefahr des kurzschlussselbstmordes gegeben, weiß ich nicht, was ich tun würde. Vielleicht versuchen, so oft wie möglich da zu sein, vielleicht eine Einweisung einleiten. Wobei ich das keinem wünsche, und in der jetzigen situation, wo so etwas nicht der fall ist, sage ich dass ich lieber bei der Selbsttöung helfen würde, als die Person in die geschlossene Psychiatrie zu bringen. Wie ich tatsächlich handeln würde, kann ich nur vermuten. Sollte der Fall einmal eintreten, ich hoffe es nicht, so bete ich doch, dass ich eine Entscheidung treffe, die meinen eigentlichen Prinzipien nicht zuwiderläuft.

LG
Tsafried
Sanna I.S.P.@Tsafried:
schön, dass wir an einem punkt sind, an dem man sich nicht mehr anfeinden muss ;) .
also ... in meiner konkreten situation muss ich sagen, dass ich einem menschen schon einmal den freitod "vermiest" habe; es war eine mehr als nur leicht emotionale überreaktion auf eine mehr oder weniger bedeutende sache, und ich verhinderte das, weil ich wußte, dass es menschen gibt, denen der suizid des betreffenden sehr sehr leid tun würde - ich hab dann niemanden gerufen, sondern mich darauf verlassen, dass ich das mit reden und einwirken erreichen kann, und ich war mir sehr sicher, dass das klappt, und es hat es dann auch.
im moment ist es so, dass ich vielleicht tatsächlich ein latentes suizidrisiko einer person unterdrücke, abschwäche oder so. aber nicht aktiv sondern sehr passiv.
allerdings ist es so, dass ich den ersten geschilderten fall schon fast bereut habe, dies verhindert zu haben, aber egal.

und nein, ich würde keine polizei oder ärzte rufen, denke ich. psychatrische kliniken können menschen krank machen, die vorher eigentlich nur eine "kleine" depression hatten, aufgrund misserfolg, unglück etc. und im grunde weder depressiv sind, noch suiziganwandlungen haben. in viel zu vielen psychatrien sind die ärzte und das personal grob, physisch wie psychisch (ob das nun an der abstumpfung liegt, oder am stress weiß ich nicht), und machen wenig anderes als ein paar pillen zu verschreiben. ich stehe diesen institutionen mittlerweile nicht so freundlich gegenüber, auch wenn ich ihre nützlichkeit und ihren wert schätze.

aber im grunde ist es wohl leicht zu sagen, ich tue jenes oder dieses - nur wenn die situation dann eintritt kann man wohl genau sagen, was man tun wird.
Tsafried[QUOTE][i]Original geschrieben von Sanna I.S.P. [/i]
also ... in meiner konkreten situation muss ich sagen, dass ich einem menschen schon einmal den freitod "vermiest" habe; es war eine mehr als nur leicht emotionale überreaktion auf eine mehr oder weniger bedeutende sache, und ich verhinderte das, weil ich wußte, dass es menschen gibt, denen der suizid des betreffenden sehr sehr leid tun würde - ich hab dann niemanden gerufen, sondern mich darauf verlassen, dass ich das mit reden und einwirken erreichen kann, und ich war mir sehr sicher, dass das klappt, und es hat es dann auch.
im moment ist es so, dass ich vielleicht tatsächlich ein latentes suizidrisiko einer person unterdrücke, abschwäche oder so. aber nicht aktiv sondern sehr passiv.[/QUOTE]
jemandem so zu zeigen das er einem etwas wert ist und ihn auf diese Art davon abzuhalten, ist die absolut richtige Entscheidung. Er oder sie hätte ja die Entscheidung letztlich selbst gehabt und das ist mMn wichtig.


[QUOTE]und nein, ich würde keine polizei oder ärzte rufen, denke ich. psychatrische kliniken können menschen krank machen, die vorher eigentlich nur eine "kleine" depression hatten, aufgrund misserfolg, unglück etc. und im grunde weder depressiv sind, noch suiziganwandlungen haben. in viel zu vielen psychatrien sind die ärzte und das personal grob, physisch wie psychisch (ob das nun an der abstumpfung liegt, oder am stress weiß ich nicht), und machen wenig anderes als ein paar pillen zu verschreiben. ich stehe diesen institutionen mittlerweile nicht so freundlich gegenüber, auch wenn ich ihre nützlichkeit und ihren wert schätze.[/QUOTE]


:D
find ich gut, denn so wichtig Psychatrien für Menschen sind, die in ihre Psychosen andere verletzen, so sehr verabscheue ich sie als Zwangsmaßnahme für Lebensmüde. Freiwillig, ja, sofort, das kann ich nur befürworten, aber jemanden zu seinem "Glück" zwingen, finde ich abartig. Die Freiheit eines Menschen endet da, wo sie die eines anderen einschränkt. Ist dies der Fall, so hat die staatliche Gewalt das Recht un die Pflicht, auch seine Freiheit einzuschränken. (meine Meinung)
Und genau das trifft auf Selbstmörder nicht zu. Sich vor einen Zug zu werfen oder von einem Haus vor die Füße von einem Dutzend Menschen zu springen empfinde ich zwar als ungerecht, aber alleine Schluss zu machen, so lange dabei keine zu große Schweinerei entsteht (auch nur aus Gründen der Ästethik) ist keine Verletzung der Freiheit anderer.

Liebe Grüße
Sanna I.S.P.und wieder bleibt die frage nach sinn, rechtfertigung, ethik und moral ....
trinHi at all

tja das ist dann wohl der perfecte tread für mich. ich kenn nicht nur (besser gesagt kannte) jemanden der sich umgebracht hat, ich musste es sogar mit ansehen. das war als sich eine aus unseren dorf vor den zug geschmissen hat.

was man da tun soll weis ich selber nicht, reden und dann vergessen. wobei das darüber reden anfangs nicht einfach ist und das vergessen klappt bis heute nicht. es ist eine schwere situation die so gut wie keiner bewältigen wird auch wenn er es vorgiebt

grüße trin

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