| out of mists | Jeder, der lange darüber nachdenkt, kommt irgendwann zu dem Schluss, das es kein besser oder schlechter gibt, aber wenn man sich die Menschen anschaut, mit ihnen redet und beschäftigt, entdeckt man immer wieder das Phänomen, dass sie sich für „etwas Besseres“ halten und diese Einstellung mehr oder weniger eindeutig zur Schau stellen... ....Ich kann diese Menschen nicht leiden.... Es ist schlichtweg eine Wahrheitsverzerrung in meinen Augen! Ich frage mich woher es kommt... Erziehung? Gesellschaft? Wirkliche Selbstüberschätzung? Vielleicht von allem dreien etwas... Warum kann man nicht wenigstens im Privatleben sich so zeigen, wie man ist...? In Beruf/Schule habe ich es schon lange einsehen müssen, dass man sich nur gut verkaufen können muss, um „nach vorne“ zu kommen, egal, ob man es verdient oder nicht (wer traut sich zu, das einzuschätzen...?!) Bin ich schlechter, weil ich anders denke/aussehe/handle? Die Antwort ist prinzipiell nein! Aber solche Fragen und Antworten, die man sich selbst gibt, führen zu Minderwertigkeitsgefühlen und Schuldkomplexen... Bin ich besser, weil ich eine tiefere Teilnahme an verschiedenen Themen/Menschen/Ideen/Ereignissen auslebe/entwickelt habe? Oder einfach nur Informationen anders verarbeite/wahrnehme, als Menschen in meiner Umgebung? Meine eigene Antwort ist auch hier nein. Ich sehe keinen Sinn darin, mich „größer“ darzustellen, als ich bin. Und ich bin nicht "größer" als andere! Spreche wohl nur andere Menschen an, die mir ähnlicher sind als wiederum andere.... Gibt es nicht diese Unterscheidung nur aufgrund der unterschiedlichen Individuen... Unterschiedlicher Meinungen...? Weiter entwickelt? In welchem Vergleich? Auf welcher Grundlage...? Solch eine Unterscheidung funktioniert auch nur im Bezug auf irgendetwas, oder nicht...? Nichts existiert schließlich losgelöst... Und wer mag den Einfluss eines Menschen einschätzen, wenn er ihm gerade in dieser Situation gegenüber steht? Ist es dabei nicht wesentlich effektiver, aufrichtig zu sein und sich nicht „vor zu spielen“ (im Bezug auf klare, tiefe Verbindungen, die sich entwickeln könnten)...? Kann man wahrhaft aufrichtig sein, wenn man sich aufführt, als wäre man „besser“ als andere...??? |
| Klarion | Ich bin schon der Meinung, das es bessere und schlechtere Menschen gibt. Was sich allerdings nicht auf Dinge wie Stand, Einkommen, Erfolg, ect. gründet, sondern viel mehr auf die Tatsache, das man eingesehen hat, das man eben NICHT besser (oder schlechter) ist wie Andere. Das mag vielleicht ein Widerspruch in sich sein, wenn man allerdings genauer darüber Nachdenkt... |
| Seneca | Eine reine Standpunktfrage. die Diskussion ist somit Selbstzweck, kann aber noch ein erfrischender Glaubenskrieg werden, wenn [i]Monti[/i] auftaucht...! Welchem Paradigma folgst [b]Du[/b], [i]out of mist[/i]...? Fühlst Du dich dank Deines Beitrages hier auf Nachtwelten nun besser...? *g* |
| decay73 | thomas hobbes sagte mal: [i][b]"die natur hat die menschen in ihren körperlichern und geistigen fähigkeiten so gleich geschaffen, dass doch - obwohl man beobachtet, dass bei dem einen zuweilen offenkundig mehr körperkräfte als bei einem anderen vorliegen oder ein rascherer geist als bei einem anderen -, rechnet man alles zusammen, der unterschied zwischen mensch und mensch keineswegs so beachtlich ist, dass der hierauf einen anpruch auf vorzüge für sich ableiten kann, auf welche der andere nicht ebenso gut wie er anspruch erheben könnte. was körperkraft angeht, so hat der schwächste genug kraft, den stärksten zu töten, sei es durch geheime machenschaft oder durch verbündung mit anderen..."[/i][/b] somit denke ich, dass die beschränkung auf 'besser' und 'schlechter' kaum zu gebrauchen ist. zumindest müsste man zunächst fragen, "besser [i]wofür[/i]"? in bestimmten, engen grenzen mag es ein besser oder schlechter geben. der eine kann besser klavier spielen, der andere besser fussball. bezogen auf den menschen generell oder auf das gesamte leben spielt das aber keine rolle. und kodo sawaki sagte mal ganz treffend: [i][b]"du kannst nicht einmal einen furz mit deinem nächsten austauschen. jeder einzelne von uns muss sein eigenes Leben leben. dabei brauchen wir uns keine Gedanken darüber zu machen, wer von uns der fähigste ist."[/i][/b] ;) |
| out of mists | irgendwann hatte ich nach einigen, zum Teil selbstvershuldeten Tiefschlägen, die Idee von Objektivität und absoluter Aufrichtigkeit. Ich habe eingesehen, dass ich pernsönlich mein Glück nur dann finden kann, wenn ich ich selbst bin und die Wahrheit sage. nicht zuletzt auch aufgrund der Erfahrung, dass sofortige Ehrlichkeit eine Menge Enttäuschungen von vornheiren verhindert, das sowohl auf meiner eigenen Seite alsauch auf der des anderen, der verschiedene Erwartungen hat... Somit versuche ich, meinen eigenen Weg zu gehen, meinen eigenen Verstand zu benutzen und mir aus den Informationen, die ich bekomme, das für mich logischste aufzunehmen und auch weiter zu führen. Die Frage selbst entstand im Zusammenhang mit einer Enttäuschung, einer neuerlichen Wut über so viel Übertriebenes, Verfälschtes... ja, das Schreiben tut oft gut, vor allem wenn man davon ausgeht, dass es wenigstens ein paar Menschen mit bestimmten Einstellungen lesen und eventuell darauf reagieren... *lächel* ...so kam heute der Gedanke, dass auch das für einen selbst Übertriebene eine notwendige Verfälschung ist, wenn das einfache nicht mehr ausreicht, weil zu viel Übertriebenes da war oder ist... |
| nönix | [QUOTE]Ich sehe keinen Sinn darin, mich „größer“ darzustellen, als ich bin.[/QUOTE] Das ist interessant. Ich muss nur gerade darüber nachdenken, dass man aber zumindest in jedem Falle gezwungen ist, sich überhaupt "darzustellen". Wo auch immer man sich bewegt- in dem Moment, in dem man sich in Gesellschaft eines anderen Menschen begibt, nimmt man eine Position ein und stellt sich dar. Ist nur die Frage, warum "größer". Vor allem, wenn man selbst nicht entscheiden und wissen kann, wie "groß" man nun ist. Und was "groß" überhaupt ist. Vielleicht entsteht das Übertriebene, von dem Du sprichst, ja durch eine fehlende Selbstwahrnehmung. Oder eine falsche Wahrnehmung der Anderen als Maßstab. Warum scheint es einen kollektiven Maßstab zu geben, wenn doch jede Wahrnehmung subjektiv ist? Woher kommt das "groß"? In jedem Falle bleibt trotz allem ein Maßstab, den sich jeder schafft, aber warum...? [QUOTE]dabei brauchen wir uns keine Gedanken darüber zu machen, wer von uns der fähigste ist." [/QUOTE] Genau! *aber ratlos* Was würde denn passieren, wenn wir den Maßstab nicht hätten? Das ist doch sicher wieder irgendein System, was wir für unsere arme Psyche brauchen... |
| Trauerwesen | Prinzipiell kann man nicht besser sein als andere oder schlechter. In manchen Dingen wird es sogar immer jemand besseres geben, aber dies muss man wirklich auf eine Sache begrenzen. Wie in der Schule: Der eine ist besser in mathe, der andere in deutsch. Der eine kann besser den Dreisatz, der andere aber Geometrie eher. Aber da diese Dinge mehr oder weniger wertefrei sind, es sei denn, man bezieht sich eben auf allgemeine schulische Leistungen (Beispiel Bewerbungen) oder sonst etwas, kann man nicht sagen, der eine sei beser, wei er besser in mathe ist. Oder so. Nunja, für manche Dinge wird man eben kategorisiert, weil man dort eben manche Dinge bevorzugt, was teils aber logisch ist. Wenn ich schlecht in deutsch war, wird man mich kaum als Lektorin einstellen, um mal ein ganz einfaches Beispiel zu nennen. Also schwer zu sagen. Und was das grösser zeigen angeht, wüprde ich nicht unbedingt sagen, dass man sich extrem verstellt, ist evtl auch möglich, dass man seine in der Situation geforderten Stärken extrem hervorhebt, damit sie bloss keiner übersieht. Dennoch ist niemand besser. Objektiv gesehen nicht, subjektiv schon, sonst müsste ich manche Personen auf diesem Planeten nicht verabscheuen. Dazu fällt mir noch ein: Try walking in my shoes....you'll stumble in my footsteps.... Hm, bin ich nun komplett am Thema vorbei? |
| Seneca | Das System ist uralt, es basiert auf der sozialen Organisation der meisten sozial lebenden Säuger. Das dieses System heute so absrtakt wirkt, liegt eher darin begründet dass sich der Mensch im Laufe der Letzen 100 Jahre von seiner früheren Organisationsform gelöst hat (vom Herden- zum Rudeltier über Paarbindung zum Einzelgänger) Tief in uns drin steckt aber noch immer das Verlangen, zum Alphatier aufzusteigen. Früher wurde dieses Verlangen von den Alphatieren innerhalb der Herde, bzw. das Rudels halbwegs eingedämmt. Das Bestreben von Artgenossen, miteinander in Kontakt zu treten und soziale Verhaltensweisen aufeinandenr zu richten, ist aber definitiv ein Indiz für die soziale Attraktion der Individuen untereinander. In individalisierten Verbänden in denen sich die einzelnen Mitglieder klar Identifizieren können, und sich im Laufe der Zeit eine gewisse Rangordnugn gebildet hat, ist dieses Phänomen der "Rangordnungskämpfe" eher weniger vorzufinden, wohl aber in anonymen verbänden, dabei speziell in offenen Anonymen Verbändern (a.k.a Großstadt) Da der offene anonyme Verband in der westlichen Welt zwar heute die Regel ist, diese Organsisationsform aber nicht der Natur des Mensch entpricht, kommt es zur sogenannten "Profilneurose". D. h: Die Individuuen stehen in ständiger Konkurrenz um die Position als Alphatier, ohne diese tatsächlich erreichen zu können, da dies einen individualisierten Verband mit einer beständigen Rangordnung vorrausetzen würde. Der "moderne" Mensch substituiert dies duch das Horten von Statussymbolen wie Autos, Häusern, Geld und zuletzt, weil daraus folgend, Weibchen. Wem das nicht gelingt, der versucht es damit, denau diese Verhalten schlechtzureden...! |
| Untrue | [QUOTE][i]Original geschrieben von out of mists [/i] [B]In Beruf/Schule habe ich es schon lange einsehen müssen, dass man sich nur gut verkaufen können muss, um „nach vorne“ zu kommen, egal, ob man es verdient oder nicht (wer traut sich zu, das einzuschätzen...?!) Ich sehe keinen Sinn darin, mich „größer“ darzustellen, als ich bin. Und ich bin nicht "größer" als andere! [/B][/QUOTE] Problem ist die ALLGEMEINE meinung... ich bin Arbeitslos, weiss wovon ich spreche... Stell ich bei einem Betrieb vor: NIcht als Goth, nur als langhaariger "Normalo"... wenn du so denkst wie du es beschrieben hast, (was auch auf mich zutrifft) bist du ein kleines ding mit dem man machen kann was man will... Aber stellst du dich als "Führungsqualität" dar. sagst du bist was besseres, sind die chancen gleich höher einen Job zu bekommen... Mag sein dass es daran liegt das ich immer noch keinen "anständigen" Job habe weil ich mir selbst treu bleibe und mich net "überbewerte"... auch net bei vorstellungsgesprächen... Aber es ist wohl wahr... "Menschlichkeit die zählt nichts mehr, damit kannst du nur verlieren, doch dieses Wörtchen umzusetzen kann uns nicht passieren..." wie WIZO schon bemerkte... :´( |
| Ewig | Alles ist relativ und somit weder falsch noch richtig. Es gibt stets ein besser oder schlechter nur ständig wechselnd. Wer hier schlecht ist, ist woanders besser. Das will nur vielen nicht in den Kopf. Genau so wie sie das Schlechte verdammen, ohne das sie aber das Gute niemals wahrnehmen könnten. Wer sich als besser bezeichent sollte stets bedenken das er das nur sein kann solange die anderen schlechter sind. Wer sich intellektuell schimpft kann das nur solange die anderen dümmer sind. Wäre alles gleich gäbs das Spielchen nicht. Alles hängt immer vom Gegenteil ab. Gut und Schlecht bedingen sich selbst. Die Anderen sind also genau so wichtig oder unwichtig wie man selbst. Mal anders ausgedrückt um mal heftig gegen die gewöhnliche einseitige negative Sicht zu wirken: Im Prinzip ist es das Schlechte was für unser Glück verantwortlich ist. Ehrlichkeit und wahre Freunde kann man doch nur geniesen solange es all die andern "Übeltäter" gibt. :-) |
| Schwarze Traene | Wenn es kein besser gäbe, dann wären alle Menschen im Enteffekt gleich. Sie könnten alles gleich gut und man könnte über bestimmte Sachen nicht richtig reden, weil der andere es genau so gut kann. Die Menschen wären glaube ich auch ziehmlich depri, wenn sie nicht mal sagen können: "Ich bin in das besser als du!". Das ist halt das Konkurrenzdenken und ohne das wäre es doch auch langweilig, oder? ;) |
| TheTurningPoint | @ Schwarze Traene : Ich denke, das größere Problem ist, dass die meisten Menschen nicht lernen, anzuerkennen "Du bist in dieser Hinsicht besser als ich". Das hindert sie auch daran, die Hilfe von Anderen anzunehmen, die in dieser Hinsicht besser sind als sie. Und so frickeln Alle vor sich hin und zwingen sich, anstatt jeweils die Leute etwas tun zu lassen, die das am besten und am liebsten tun. |
| Any Body | TTP, Deiner Aussage kann ich nicht voll zustimmen, Du "verurteilst" Menschen, die keine Hilfe annehmen (können/wollen), weil Du denkst, dass sie von sich mehr halten als von anderen? Bist Du Dir dessen so sicher? Nächtliche Grüße Any B. |
| fateless | im grunde sollte man ja meinen alle menschen sind gleich, daher kein besser oder schlechter. ABER warum eigentlich? warum kein asymmetrisches denkmodell? warum sind viele gegen eine haltung wie z.b.: Ich stehe über allen anderen. Im grunde ist das doch die natur, letztentlich recht bekommt dann der, der sich durch setzen kann. |
| TheTurningPoint | @ Any Body: Wenn ich überhaupt etwas "verurteile", dann nicht Menschen, sondern das althergebrachte Bildungs- und Erziehungs-System. Das Obengenannte ist Essenz von Erfahrungen, die ich in letzter Zeit (beruflich und privat) sehr oft gemacht habe: Wenn ich weiß, dass jemand irgendwo besser ist als ich und bitte den um Hilfe, dann ist der meist sehr erfreut über die Wertschätzung und hilft mir bereitwillig, und ich komme schneller an mein Ziel. Das ist eine schöne Erfahrung für beide Seiten. Die negative Seite sieht man z.B. bei der Praxis der "1-Euro-Jobs": Statt die Menschen nach Möglichkeit entsprechend ihrem Wissen und Können - und ihrer Lust - einzusetzen, werden sie gezwungen, Arbeiten zu verrichten, in denen sie keine Erfahrung haben und zu denen sie keine Lust haben, und die Resultate sind dementsprechend. |
| Black Crow- 87 | was heist besser oder schlechter... für meinen Geschmack sind diese Worte viel zu allgemein gewählt... man kann in bestimmten Bereichen höhere Fähigkeiten besitzen. Einer kann zum Beispiel besser mit Menschen umgehen, der andere kann vielleicht gut Autos reparieren... Jeder Mensch ist individuell und das ist auch gut so, es wäre einfach grausam, wenn alle gleich wären... Angenommen, man würde alle möglichen Fähigkeiten verschiedener Menschen in einen Topf werfen und den Durchschnitt daraus bilden... was ist mit dem jenigen der den höheren Durchschnitt hat? Er ist der begabtere Mensch, zweifelsohne... aber ist er deswegen auch der bessere? Die Worte "besser" und "schlechter" sind immer lediglich Ansichtssache, jeder definiert diese Worte anders, je nachdem, welche Eigenschaften er an Menschen besonders schätzt, beurteilt er Menschen als gut oder schlecht... Im Endeffekt kommt es nicht darauf an was und wer man ist, sondern ob man mit sich selbst zufrieden ist, anderen kann man es ohnehin nie rechtmachen |