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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Negative Gefühle als Rohstoff von Kreativität?
Schwarze LoheHallo zusammen!

Ich bewege mich seit längerem schon in einem kreativen Tief.
Mag sein: negative Gefühle können einen von innen verzehren, aber dies muss ja nicht der Fall sein. Ich habe einmal gewusst, wie sich negative Gefühle, Ängste, Ekel, Schmerz, etc. als Ausgangsnotwendigkeit für kreatives Tätigsein nutzen lassen, doch ich scheine es vergessen zu haben...

Ich weiß nicht, ob dies ein Selbsthilfeclub für anonyme Kontraproduktive werden soll, aber ich würde mich gerne erinnern können oder Anregungen erhalten, wie sich negative Gefühle für kreative Verarbeitung sublimieren lassen...
RookieFür mich sind negative Gefühle sogar der stärkste Motor um kreativ zu werden. Meistens schaffe ich mir eine bestimmte Atmosphäre, bevor ich etwas erschaffe. Da ich vorrangig zeichne, höre ich zur Einstimmung immer Filmmusik, da diese Musik in mir die stärksten Bilder erzeugt. Dann setze ich mich an den Zeichentisch, zünde eine Kerze an oder umgebe mich mit Dingen, die mit dem Thema der Zeichnung zu tun haben könnten.
Manchmal liege ich auch vorher stundenlang im Dunkeln und lasse nur den Kopf arbeiten.
Weiß nicht, ob dir das weiterhilft, aber dass sind halt meine ganz persönlichen Methoden um Kreativität anzuschieben. Da muss sich wohl jeder selber einen für sich geeigneten Weg suchen.

Was willst du denn umsetzen?
hagzissa13Ich denke, jedes starkes Gefühl, ob positiv oder negativ, kann zu starker Kreativität führen.
BiohazardIch glaube jeder hat seine eigene Art seine Gefühle umzusetzen und z.bsp Kreativ zu sein. Für mich ist es z.bsp Hass oder Liebe. Das sind starke Gefühle die einen kraft geben weiterzumachen, noch über sich hinauszuwachsen auch wenns aussichtslos aussieht.
Was möchtest du den machen ? Ich denke anhand eines direkten Beispiels ist es einfacher zu erklähren
finsteres Wesenich finde, das stärkste gefühl ist trauer. wenn ich etwas zeichnen will, dann setze ich mich einfach nur hin, und lasse meine fantasie spielen, genauso mache ich das auch, wenn ich schreibe, ob ein gedicht oder eine geschichte, aber ich muss mich immer erst konzentrieren und ideen sammeln, bevor ich anfangen kann. wie gesagt, am besten geht das bei mir, wenn ich traurig bin. ^^
ThranduilDiese Überlegung hab ich auch schonmal gemacht. Durch negative Gefühle denk man oft sehr viel nach und bekommt dann Ideen, auf die man sonst nicht kommen würde. Allerdings haben positive Gefühle den gleichen Effekt. Ich hab auch mal gelesen, dass Monotonie die Kreativität fördern soll.
torch777[QUOTE][i]Original geschrieben von Schwarze Lohe [/i]
[B]Ich weiß nicht, ob dies ein Selbsthilfeclub für anonyme Kontraproduktive werden soll[/B][/QUOTE]
nein ;)

gefühlsweltbedingte Unkreativität überwinde ich in dem ich [I]raus[/I] gehe. Sei es in einen Club oder auch nur in die Stadt oder sonst wo hin um mich in erster Linie abzulenken. Dabei holt einen die Gefühlswelt, weil man sie nicht abschalten kann, irgendwann schlagartig wieder ein. Und das ist sind dann die kreativsten Momente, wenn sich die Welt da draussen und die Eigene begegnen. Wenn plötzlich jede [I]Kleinigkeit[/I] Inspirationsfunken versprüht und einem die absurdesten Dinge durch den Kopf schiessen.
Ja, Kreativität ensteht ( glaube ich ) wenn [I]Welten[/I] aufeinander prallen.

oder?

torch
Any Body...

Kreativität entsteht von innen. Manchmal ist ein Funke, wie von Dir beschrieben ausreichend, ohne dass das Beobachtete überhaupt irgendwie außergewöhnlich auffällt und manchmal ergibt es sich einfach aus einem Gespräch.

Bilder im Kopf - sag ich dazu immer nur -

Kreativität lässt sich nicht erzwingen, entweder es ist der rechte Zeitpunkt etwas spontan umzusetzen oder nicht...

Grüße am Morgen
Any B.
fallen.dream[QUOTE][i]Original geschrieben von hagzissa13 [/i]
[B]Ich denke, jedes starkes Gefühl, ob positiv oder negativ, kann zu starker Kreativität führen. [/B][/QUOTE]

Ja, denke ich auch...
Dem Gefühl entsprechend wir dann a8uch das Ergebnis, welches sich in Bilder, Gedichten oder sonst was äußert...

MfG
rainravenBei mir ist es auch so, ich benötige meist intensive negative Gefühle, wie (Liebes-) Kummer, Haß oder Verzweiflung (aber auch Melancholie, was nicht immer ein negatives Gefühl sein muß), um den Drang haben zu können, meine Gedichte schreiben zu müssen. Die Gefühle müssen sich einfach irgendwie Ausdruck verschaffen.

Wenn ich gut drauf bin und vor positiven Gefühlen fast berste, gelingen mir eher gezeichnete Bilder, doch ich kann auch aus negativen Gefühlen Kreativität für Zeichnungen ziehen.

Aber vielleicht ist es wirklich so, man merkt eher, wenn man schlecht drauf ist, und wenn es einem gut geht, fällt es einem gar nicht so auf.
TrauerweseniCH selber bin auch kreativer bei negativen Gefühlen. Ist bei mir so, dass wenn ich mich schlecht fühle und Dinge mich bewegen, diese besser auszudrücken sind von mir. Und wenn es mir gut geht, teile ich dies irgendwie anders der Welt mit, aber niederschreiben kann ich es absolut nicht.

Unterstützt wird meine Kreativität dann noch oft durch passende Musik zu meiner Gefühlslage, dabei bekomme ich oft bilder in den Kopf, die ich nur noch beschreiben muss.
apnoeVielleicht hilft dir Gegenteilsverkehrung oder Alchemismus...

...also was die Gegenteilsverkehrung betrifft, versuch doch mal, deine Negativen Gefuehle zu erforschen... ...moeglicherweise entdeckst du sogar, wie Sie dir nuetzlich sein koennten. Oder du lernst gar deine negativen Gefuehle zu lieben und verkehrst sie damit wieder.

Ich glaube nicht, dass auch nur ein einziges Gefuehl negativ ist... Gefuehle sind wichtig.
LesbiaFür mich ist es so, dass ich vor lauter Glück bei positiven Gefühlen gar nicht an Schreiben denke.
Bei negativen Gefühlen bin ich viel kreativer und spinn mir ganze Romane in meinem Kopf zusammen, nur auf Papier bringen kann ichs dann irgendwie nich...

Irgendwer sollte mal einen Gedankenschreiber erfinden...
tx1641Meine besten Texte und Kompositionen entstammen meist einer negativen Stimmung.
Sachen, die ich aus einem Glücksgefühl heraus schreibe, sind oft nur belangloser Kitsch...
hiverIch lasse meine Gefühle entscheiden, was ich mache. Wenn ich melancholisch bin schreibe ich die kreativsten, aber auch traurigsten Gedichte. Wenn ich vor Melancholie und Selbsthass am liebsten nur noch weinen wollte, setzte ich mich an eine Zeichnung und höre meine Lieblingsmusik dazu. Das befreit mich dann unheimlich. Und schließlich sind alle meine negativen Emotionen in die Zeichnung geflossen, die nun von diesen Gefühlen lebt und eine besondere Ausstrahlung hat.
Höre doch mal in dich selbst und versuche dort eine Antwort zu finden.
GothAngelIst bei mir auch so. Ich finde erst einen Grund irgendetwas niederzuschreiben, wenn ich schlecht drauf bin. Dann will ich das alles loswerden und das mache ich dann meist in Form von Gedichten, ist auf jeden Fall besser als sich zu verletzten, zum Beispiel. Wenn man glücklich ist, hat man doch meist gar keinen Grund irgendwas zu schreiben oder zu zeichnen, da will man nur glücklich sein...
BlackElvenTearNegative Gefühle lassen sich manchmal wunderbar in "künstlerische Aktivitäten mit zufriedenstellendem Ergebnis" umwandeln. Meistens weiß man auch, warum man gerade in einer negativen Stimmung ist...
Positive Gefühle hingegen enden oft im Kitsch. Aber ich glaube, dass manches, was wir als Kitsch empfinden, nur als solcher angesehen wird, weil durch die allgemeine "positive Stimmungsmache" das einfach ein ausgelutschter Themenkreis ist.
Und wenn es einem gut geht, dann hat man auch seltenst das Bedürfnis, diese Stimmung zu beruhigen - zumindest auf mich wirkt die künstlerische Beschäftigung mit meiner Verfassung in der Regel so. Und der Wunsch eine negative Stimmung in Schach zu halten ist meistens größer, als das mit einer positiven zu tun.
MayaneMeistens ist es doch so:

Über ein glückliches Jahr gibt es weniger zu erzählen als über einen unglücklichen Tag.

Zumindest bei mir stimmt das. Vielleicht habe ich deswegen seit Ewigkeiten keine Gedichte mehr geschrieben. Das innere Bedürfnis, jetzt unbedingt meine Gefühle kreativ ausdrücken zu müssen, habe ich wirklich nur, wenns mir schlecht geht.

Es gibt aber noch eine andere Art von Kreativität darüber hinaus. Spätestens, wenn man was längeres als Gedichte oder Kurzgeschichten schreiben will, kann man sich nicht auf ein momentanes Bedürfnis verlassen und muss über mehr schreiben als seine momentane Stimmung, dann muss man sich bewusst in die Stimmung bringen, die die Geschichte gerade braucht. Für diese Art von Kreativität brauche ich zum einen Ruhe und eine relativ ablenkungsfreie Umgebung und zum anderen eine Art Minimalbeschäftigung, also etwas, was gerade genug ist, um meine Langeweile zu vertreiben aber meinen Kopf weitegehnd unbeansprucht lässt, zum Beispiel stricken oder spazieren gehen oder die guten alten Windwos-Spiele (minesweeper und so)
nutterich denke negative gefühle rufen mehr kreativität hervor als positive.

ich denke kreativität ist bei vielen (inclusive mir) ein versuch die negativen gefühle zu minimieren oder in zaum zu halten.

ich zeichne eigentlich nur wens mir gerade nciht so gut geht. ich versuche dann meist die gefühle aufs papier zu bringen und wegzusperren.

ich muss aber dazusagen das ich manchmal versuche die gefühle zu verstärken in dem ich entsprechende musik horche, das zimmer verdunkle und kerzen anzünde.
giventoflyNun ja, ich denke dass es definitiv so ist, dass Individuen unter Schmerz und Trauer kreativer sind. Dennoch kommen mir die besten Ideen für Gedichte eigentlich immer dann, wenn mir ein interessanter Wirklichkeitsausschnitt über den Weg läuft, der es wert ist, in poetischer Form niedergebracht zu werden. Das geht auch wenn ich gut drauf bin.
AzaNaja kommt drauf an, auf welche Art von Kunst man steht....
Sicher können negative Gefühle ein toller "Motor" sein, aber immer nu negativ-Kreativ zu sein halte ich auch nich für soo toll..
Ein gesunder Mittelweg ist, denke ich, am besten.
Thranduil[QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i]
[B]Sicher können negative Gefühle ein toller "Motor" sein, aber immer nu negativ-Kreativ zu sein halte ich auch nich für soo toll.. [/B][/QUOTE]
Hierzu fällt mir Sopor Aeternus ein...
EnviousZu dem Thema kann ich ein gutes Buch empfehlen: "Vincent" von Joey Goebel.
Dem Protagonist dieses Buches wird permanent psychischer Schmerz zugefügt, damit er immer kreative Ideen hat, die sich vermarkten lassen...

Von mir selbst kann ich sagen dass es auch bei mir die negativen Gefühle sind, die mich inspirieren. In glücklichen Momenten bin ich fast nicht in der Lage, etwas zustandezubringen.. Ich streng mich auch mehr an, wenn ich traurig bin, habe ich festgestellt.
DuvessaIch habe die Erfahrung gemacht dass eine scheinbar "unkreative Phase" manchmal gar keine ist !
Gerade in Zeiten in denen man glaubt im Leben sei alles in Ordung, wenn man zufrieden ist oder sogar glücklich dann gibt es logischerweise kein "akutes Problem" das Beschäftigung bedarf...Ich glaube nicht dass dadurch die Kreativität schwindet !Man hat nur unterbewusst keinen Druck der einen dazu bringt seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen..Meist geht das "Glücklichsein" ja auch mit einer Beziehung einher oder viel Beschäftigung mit Freunden ect. Das heißt man hat eine Anlaufstelle bei der man schon viel erzählt und vieles zum Ausdruck bringt..Also alles ganz logisch ;)
Ich hatte eine zeitlang auch das Gefühl "unkreativer" zu werden. Aber nach mehrmaligen Versuchen einfach "draufloszuschreiben/malen/zeichnen ist mir aufgefallen dass es einfach nur der Beschäftigung mit kreativen Dingen bedarf !
Mein Tipp also: Einfach drauflos !Und wenn du glaubst deine Werke sind nicht unbedingt "große Kunst" ist es auch nicht schlimm..einfach weitermachen ;)
Sich Input von außen zu holen kann manchmal auch wunder wirken !Mich persönlich inspirieren meist Bahnfahrten, Autofahrten, Wasser !
D.
Trauerwesen[QUOTE][i]Original geschrieben von Envious [/i]
[B]Zu dem Thema kann ich ein gutes Buch empfehlen: "Vincent" von Joey Goebel.
Dem Protagonist dieses Buches wird permanent psychischer Schmerz zugefügt, damit er immer kreative Ideen hat, die sich vermarkten lassen...
[/B][/QUOTE]

Klingt ziemlich krass. Passt aber irgendwie. Na, dann hoffe ich ja mal, dass mir meine Kreativität irgendwann in der Hinsicht vollkommen ausgeht ;)
Ich gebe dann lieber meine Gedichte auf, als dass der psychische Schmerz anhält.

Ich glaube, dass man dort mehr Antrieb hat, wenn es einem schlecht geht, weil man dadurch auch ein Ventil findet, es zu verarbeiten.
maliciaIch bin in 'schlechten Zeiten' auch kreativen als in Zeiten, in denen es mir gut geht und ich glücklich bin. Daher halte ich, auch wenn es anfangs noch unbewusst war, eine gewisse Einsamkeit aufrecht, die mich sozusagen leiden lässt, damit ich keine kreativen Tiefs habe. Leider gibt es dennoch Tage, wochen und auch Monate in denen ich kein einziges Wort zu Papier bringen kann.

Für mich ist Einsamkeit die größte Quelle für meine Kreativität. Außerdem baue ich von Zeit zu Zeit einen gewissen 'Hass' bzw. eine Abneigung gegen menschliche Geräusche wie Gelächter etc. auf. Dies versetzt mich auch immer wieder in kreative Phasen...

naja...Glück und Zufriedenheit sind auch oft einfach zu perfekt und zu glücklich, als dass man sie gescheit zum Ausdruck bringen kann. Das produkt ist dann einfach zu kitschig...bei mir zumindest und ich verwerfe es dann wieder...
LimniAlso ich werde tatsächlich lieber von der Muse geküsst, statt gebissen, was aber nicht bedeutet, das ich das für meine Kreativität brauche und es bedeutet auch nicht, dass ich Positives in Hübsches und Negatives in Abschreckendes umsetze. Meine Kreativität ist da, begleitet mich fast immer. Wo es aber hapern kann, ist die Umsetzung. Das Aufraffen, das Machen braucht meistens einen gewissen Kick. Als Künstlerin kann man darauf aber nicht warten und meine Erfahrung hat ergeben, dass das viele Gedanken machen eher den Prozess behindert als ihn in Gang zu setzten. So schräg sich das anhört, ich diszipliniere mich, sag hopp Mädchen, los jetzt und es geht. Manchmal etwas zäher, aber die Kunst liebt die Aktion und dann wird es schon...

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