| lacrimae_bx | Vor kurzem sah ich eine Dokumentation im Fernsehen darüber, wie Hilfsgelder der EU in verschiedenen Ländern zum Einsatz kommen. Als Beispiel gab es ein Land (der name ist mir entfallen) das sich größtenteils durch den darauf befindlichen See und der Fischerei ernährte. Leider fehlte es an der geeigneten Infrastruktur, um den Fisch effizient fischen und auch verarbeiten zu können. Ansonsten war/ist das land von großer armut und hungersnot betroffen. Die EU: Spendet Hilfsgelder und verwendet diese dazu eine Fischfabrik zu erbauen, die es ermöglicht den durch die Fischer gefangenen Fisch zu verarbeiten und auch zu vertreiben. Der geeignete Speisefisch wurde dazu extra in die dortigen Gewässer ausgesetzt da er zuvor nicht heimisch war in diesem See. Man möchte also meinen dass durch die nun viel effizientere Fischerei die Hungersnot ein wenig bekämpft werden könnte. Alles andere ist der Fall. Der von nun an produzierte Fisch (der wie gesagt nicht heimisch in diesen Gewässern war und dessen kultivierung sich nicht gerade positiv auf die gesamtgesundheit des see's ausgewirkt hat), wird in den Fischfabriken unter strengsten hygienischen Regeln verpackt und fast vollständig als Filets nach Europa exportiert. Ich vermute um einiges billiger als andere Fische in Europa gehandelt werden. Naja der Rest der hungernden bevölkerung dieses fischreichen landes sammelt die von maden befallenen fischüberreste, reinigt sie unter ständigem einfluss von amoniakdämpfen (die sie krank machen) und wenn man glück (und etwas kleingeld) hat, kann man die an der sonne getrockneten fischreste dann kaufen. Nun meine Frage sieht so Hilfe aus? Ich nenne es Ausbeutung. Ausbeutung für den einzigen Zweck dass wir noch billigeren Fisch im Aldi kaufen können. warscheinlich wollte diese dokumentation auch genau dies bewirken, es kommt ja immer drauf an wie man eine sache sieht bzw. sie geschildert bekommt. ich denke aber nicht dass dieser film bewusst antipropaganda verbreiten will weswegen ich dazu geneigt bin zu glauben was ich sah. Glaubt ihr die zuständigen Köpfe in Brüssel denken primär an die belange des Landes, oder daran wo man durch wenig investition viel rausholen kann? ich meine immerhin müsste es doch auf der hand liegen dass ein land zuerst sich selbst ernährt, bevor es lebensmittel exportiert. die nach europäischem verhältnis lächerlichen einnahmen die dieses land durch den fischexport erhalten wird denke ich jedenfalls sind nicht hilfe genug. besonders dann nicht wenn man bedenkt dass man geld nicht essen kann. |
| gin'iro | Sobald's politisch wird landet der Thread im Kaiser .... weil dann ist er nimmer tiefsinnig. |
| Dark Religion | Sei gegrüsst, sei mir nicht böse, aber hast Du wirklich jemals geglaubt das Politiker,Länder oder Unternehmer irgend etwas an dritte Welt Länder spenden aus reiner Herzensgüte? Na dann bist du jetzt aber mal mächtig aufgerüttelt worden.;) |
| lacrimae_bx | [QUOTE]sei mir nicht böse, aber hast Du wirklich jemals geglaubt das Politiker,Länder oder Unternehmer irgend etwas an dritte Welt Länder spenden aus reiner Herzensgüte?[/QUOTE] nicht wirklich. wobei es für mich unverständlich erscheint. mein lieblingswort zur zeit is eh pervers. passt in letzter zeit immer -.- am ende kriegt eh jeder was er verdient. hoffe ich zumindest. |
| 242shockfront24 | Ich sag nur dazu *Alle kaufen es,aber keiner will's gewesehen sein* Leider ist es so :( |
| DarkReaper | Tja, genau aus dem Grund schalten schon meine Ohren ab, wenn ich irgentwo was von ach so hohen Spendensummen, von wem auch immer, höre... Da kann Geld im Überfluss vorhanden sein, wenns net richtig eingesetzt wird, bringts ja nichts, klar. Aber wie kann der "normale Bürger" was ändern? Irgentwie sind wir doch immer recht machlos, auch wenn bei uns ja eigentlich das Volk herschen sollte :rolleyes: Wer weis denn bei irgendeiner Organisation, dass die Spenden wirklich da landen, wo sie hinkommen sollen?? |
| Lelaihah | Also ich muss zugeben das ich jetzt schon reichlich geschockt bin.... ich war eigentlich der Meinung das solche Spendengelder (vorallem die der EU) für sinnvolle Zwecke hergegeben werden ... Ich glaube ich werde nochmal gründlich über meine Gutgläubigkeit nachdenken und mir dazu überlegen wo mein Fisch herkommt *kopfschüttel* |
| deadeye | Hallo zusammen ! Das Spenden aus der EU für eigennützige Zwecke gebraucht werden,war mir kein Geheimniss,viel schlimmer ist doch das alle großen Konzerne z.B. Nestle, die Bevölkerung in den armen Ländern ausbeutet oder die Farmerindustrie,welche auf solche Länder angewiesen ist,wegen dem vorkommen bestimmter Heilpflanzen etc. . Die Menschen werden ausgebeutet während Konzerne und "zivilisierte" Länder ihr Geld daran verdienen, da sieht man einfach wie unausgeglichen jetzt noch die Lebenssituation auf der Erde ist und ich denke,dass es trotz allem,auch Organisation gibt,die keinen Eigennützigen Hintergedanken habe,doch diese sind wohl im allgemeinen viel zu klein um wirklich etwas zu bewirken. Mfg deadeye |
| neutraler Engel | Ja es gibt schon gemeinnützige und unterstützende Organisationen wie 'Max Havelar' u.ä. Also dass Firmen ausbeuterisch sind überrascht mich ja noch weniger, als wenn es schon ganze Staatenbunde sind..wobei wenn ich an die U.S.A. und Japan denke. Irgendwie bin ich aber trotzdem überrascht, weil ich irgendwie immer noch geglaubt habe, dass wenigstens Europa da noch nen tick besser ist als die...bin wohl auch zu naiv.. ..aber vieleicht macht es die Schweiz ja besser:p ... |
| Ronin76 | Wo Dunkelheit, da ist auch Licht. Wo arm, da ist auch reich. Alles ist relativ, und finanzieller Reichtum von Wenigen ensteht IMMER aus dem Nachteil Anderer, die daraufhin finanziell arm werden. Die Güter auf dem Planeten Erde sind nun einmal nur in einer bestimmten Anzahl vorhanden, und es liegt nur an der Aufteilung derer, ob wir jemanden als arm oder reich definieren. Man kann es auch mit einer Waage vergleichen, die aus dem Gleichgewicht geraten ist. Ich spende übrigens grundsätzlich NIE an sogenannte "gemeinnützige" Organisationen, weil ich genau weiß, daß dieses Geld nicht dem vorgeschobenen Grund dient und in einer kapitalistischen Welt schon gleich 2x nicht. Wenn du sozial sein willst, gib lieber dem Obdachlosen um die Ecke etwas zu Essen oder frische Kleider, dann weißt du wenigstens was mit deiner Spende geschieht und du hast evtl wirklich jemandem geholfen. Es gibt auch Studien und Theorien die besagen, daß mit internationalen Spenden, Drittweltländer abhängig gehalten werden. ZB gibt es dann in einem afrikanischen Supermarkt französisches Milchpulver zu kaufen, das 3-5x so billig ist, wie die selbstproduzierte Kuh- oder Ziegenmilch, mit deren Kauf man die nationale Wirtschaft stärken und aufbauen könnte. |
| Any Body | Zu der Dokumentation kann ich nicht viel sagen, da ich diese nicht gesehen habe. Jedoch möchte ich anmerken, dass die EU insbesondere auf die Einführung der [url=http://de.wikipedia.org/wiki/ROHS]ROHS[/url] & [url=http://de.wikipedia.org/wiki/WEEE]WEEE[/url] Richtlinien sinnvolle Regelungen zum Schutz der Verbraucher erlassen hat. Hierbei werden die Hersteller aufgefordert, die Kosten der Müllentsorgung zu übernehmen und auf die Verwendung von schädlichen Stoffe und Substanzen bei der Produktion neuer Produkte zu verzichten. Grüße Any B. |
| Ronin76 | @Any Body Auf den ersten Blick klingt das für den Verbraucher gut, jedoch bei näherer Betrachtung ist es doch so, daß die ganzen Entsorgungskosten mit in die Verkaufspreise einkalkuliert werden, also zahlt der Endverbraucher die Entsorgung, nicht der Hersteller ! Tja so wird man von den Politikern verarscht. |
| Any Body | Ronin76, momentan sind diese Preise noch nicht in die Preiskalkulation mit eingeflossen, sondern die Hersteller sind verpflichtet, diese EU-Regelungen zum 1.07.2006 umzusetzen. Tun sie dieses nicht, dürfen Sie keine neuen Produkte in den Handel bringen. Die Entsorgungskosten sind von den Herstellern im Vorwege zu zahlen, sie finanzieren dementsprechend vor. Ich schätze aber, mit der Mehrwertsteuererhöhung wird eine Preissteigerung sich ergeben. Herzliche Grüße Any B. |
| archon | das mit der hilfe ist immer so eine sache - ich sah auch einen bericht, wo gezeigt wurde, wo die kleidung der altkleidersammlung landet. ich hab selbst früher mitgeholfen zu sammeln, aber was nach dem abtransport passiert wusste ich auch nicht wirklich. im bericht hiess es dann, dass die kleidung sortiert wird... ich glaub 70 % wird aussortiert und zu lumpen verarbeitet... der rest wird nach zustand sortiert und dann z. b. nach afrika transportiert. da dachte ich eigentlich immer, dass es da hinkommt, wo leute nix zum anziehen haben usw. - falsch gedacht... anhand eines handtuches sah man dass das teil später in afrika auf dem markt verkauft wurde... zu umgerechnet glaub ich 1,50 euro, von einem händler, der halt die ware bei dem importeur aus deutschland kauft. teils wird die ware noch durch einnähen von applikationen verschönert, weil sich eine hose mit streifen an der seite da drüben auch besser verkauft als eine ohne ;) ...sagte der marktverkäufer. von "armen, hilfsbedürftigen" eigentlich keine spur. der einzige der verdient ist die organisation, die die waren sammelt... die nehmen bissl geld für sich ein, pro tonne stoff den sie abliefern... dann der der die waren drüben an die markthändler verkauft und die wiederum nehmen von den leuten drüben ein, die sich für 1,50 das teil leisten können. das hat mich auch etwas "erschüttert" - dachte ich doch, dass die ware denen zu gut kommt, die ohne oder mit zerissener kleidung am leib rumlaufen... ist nicht so. ;) es wurde sogar von einem art "importkampf" gesprochen, weil von den verschiedenen staaten mittlerweile jeder für sich importiert... und deutsche ware gilt trotz "fifth-hand" wegen der qualität immer noch als leckerbissen... gegenüber chinaprodukten... sagten die ! :D |