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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Emotionale Erpressung
LadyHallo Zusammen,

es gibt viele Formen wie sich die emotionale Erpressung äußert

"Ich bin so gut zu Dir, aber Du weißt das gar nicht zu schätzen"

"Wenn Du mich lieben würdest, würdest Du es tun"

"Wenn Du mich verlässt, bist Du Schuld,wenn ich mir etwas antue"

Solche und noch viele andere Sätze,drücken emotionale Erpressungen aus. Habt ihr Erfahrung damit? Wie geht ihr mit Menschen um die Euch "emotional" so nah sind, dass ihr auf dieser Ebene erpressbar seit.
Ist es eine Abhängigkeit zu einer Person,die einen erpressbar macht?

Ich kenn einige Beziehungen in denen einer der Partner immer ein schlechtes Gewissen hat, in irgendeiner Form, da er sich unzulänglich fühlt. Glaubt, dass er nicht gut genug ist und der Partner dies ausnutzt indem er diese Person an sich bindet, weil er durch die heftigen Emotionen/Verlustangs/Hörigkeit ect immer wieder eine emotionale Erpressung begeht.

Ich denke, man merkt, dass man zu sehr abhängig ist, und auch emotional erpressbar ist, wenn man selbst immer denkt "Wenn ich das und das nicht tue,dann glaubt er/sie ich liebe ihn/sie nicht.

Puh...nun aber genug.

Also,kennt ihr diese Art der emotionalen Erpressung? Habt sie erlebt?

Lady

*Die nur aus Interesse fragt und im Augenblick zumindest nicht emotional erpresst wird*
kin of darknessDass kenn ich nur zu gut!
Und endlich bringt es mal jemand auf den Tisch!
Ich bin selbst häufig das Opfer, und auch wenn ich es mir vornehme, ich lassen mich oft genug auf den Sch*** ein.

Aber wie soll man dagegen auch so einfach vorgehen, gerade wenn man emotional in dieser Situation auf der schlechteren Position steht?
Bloodyangel-eveIch kenn das auch. Ich war auch sehr oft das Opfer.
Bei mir hat es sich dann so ausgewirkt, dass ich die Menschen gar nicht mehr so nah an mich ranlasse, damit sie mich emotional erpressen können.
Es gibt nur noch 4 Menschen in meinem Leben, die so etwas schaffen könnten, das wären meine Eltern, meine beste Freundin und mein Freund.
Am Anfang dieser Erpressungen habe ich mich immer irgendwo verkrochen und mich gefragt, was ich falsch gemacht habe, weil sie mich jetzt so behandeln. Aber nach einer Weile habe ich dann meistens zurückgeschlagen. Ich hab das gleiche gegen sie angewendet, um ihnen zu zeigen, was solche Worte in einem Menschen anrichten können...
for my eternityHallo!

Ich hab ne Freundin, die ritzt. Bei der war es dann so weit: 'Wenn du was gegen mich sagst, schlitz ich mir die Pulzadern auf.'
Sie hat das zwar nie gesagt, aber immer, wenn sie es getan hat und ich sie fragte 'Warum?' erzählte sie mir von einem Ereignis der letzten Zeit... Ich hab ihr das einfach eiskalt ins Gesicht geknallt und ihr gesagt, dass ich mir vorkomme wie eine Marionette mit der sie spielt, nicht mehr wie eine Freundin. Seit dem dem hat sie darüber nachgedacht und sich geändert. Sie hat das unterbewusst getan und sich gar keinen Kopf über die Folgen für den anderen gemacht. Jetzt verstehen wir uns zum Glück wieder normal...

Lg for my eternity
SchlafenderMondIch glaube in dieser Weise erpressbar zu sein, setzt nicht mal eine Abhängigkeit von der erpressenden Person voraus, eher das Umgekehrte ist der Fall. Die Emotionale Erpressung findet dann statt, wenn der Erpresser nicht eigenständig für sich sein kann und so das zu erzwingen versucht, wovor er Angst hat, es nicht zu erhalten oder es zu verlieren.
Die"Anfälligkeit" erpressbar zu sein beruht wahrscheinlich auf einer innewohnenden Feinfühligkeit, einer ausgeprägten Neigung zur Schönheit und Harmonie. Diese Feinfühligkeit (und die eigene Erfahrung von Leid, das man niemandem wünschen würde) bewirkt wohl das Mitgefühl für andere Lebewesen.
Dieses Mitgefühl wird dann aufs mieseste ausgentzt, es wird so viel Mitleid, so viel von diesem Feingefühl in Anspruch genommen, bis einfach nicht mehr viel übrig bleibt und dann heisst es irgendwann, dass da kein Leuchten und Funkeln in den Augen mehr sei, dass man sich verändert hätte, nichts mehr so wie früher sei.
Jeder Mensch sollte im zwischenmenschlichen Bereich die andere Person achten, darauf acht geben, wann und wieviel man diese in Ansrpuch nimmt und erkennen können, wann man sich selber zurücknehmen sollte damit die fragilen Eigenschaften der anderen Person wie z.B. Sensibilität und Feinfühligkeit bewahrt bleiben.
Natürlich erfordert dies mindestens ein wenig Aufmerksamkeit und die übernahme der eigenen Verantwortung, was den Erpressern wohl schon zu viel Mühe ist.

Der Mensch sollte erkennen können, dass z.B. sein Gegenüber schnell unter Schuldgefühlen und Gewissensbissen leidet, sich für das Leid des anderen verantwortlich fühlt usw.
Anstatt, dass man sich dadurch seelische Genugtung holt und so das Ungleichgewicht noch vergrössert, sollte man kurz innehalten und sich auf die Selbstverantwortung berufen, was dazu führen würde, dass man die andere Person von ihren Schuldgefühlen erlöst... aber das ist wohl zu viel verlangt.

Auf der anderen Seite habe ich mittlerweile erkennen können, dass man auch selbst verantwortlich dafür ist, eine Grenze zu ziehen, dann, wenn man durch solche Erpressung sein eigen Wohl als zu stark gefährdet sieht, was aber sehr schwierig ist, da man das Gefühl hat, dass dann im eigenen Inneren eine Unterdrückung oder Abtötung der in Anspruch genommenen Emotionen stattfindet. Man hat vieleicht das Gefühl, man würde einen Teil von sich selbst verlieren, würde man einfach klar und konsequent eine Grenze ziehen, das stimmt aber nicht, man zerbröckelt und zuermürbt eher, wenn man zu lange damit wartet.
SchlafenderMond[QUOTE][i]Original geschrieben von Nemain [/i]
[B]Nähmlich dann wenn man nach einem Streit auf die andere Person zugeht und versucht zu (er)klären. Ignoriert mich der andere, und mir bedeutet dieser jenige sehr viel, krieche ich irgendwann zu Kreuze, nur damit derjenige wieder mit mir redet. [/B][/QUOTE]

Genau, eigentlich ungaublich dumm. Falls eine Person nicht mehr weiterreden kann, dann soll sie es einfach sagen, dass sie erschöpft sei und im Moment kein fruchtbares Gespräch führen könne und es auf ein andermal verlegen wolle.
Entweder fehlt diesen Personen effektiv die Fähigkeit wahrzunehmen, dass sie damit Menschen belasten oder sie sind wirklich so abwegig und geniessen, auf eine für mich nicht nachvollziehbare Weise, diese Machtstellung.
kin of darkness@SchlafenderMond
Klingt irgendwo logisch.
Und ich kann davon sehr viel bei mir selbst feststellen. Ich fühle mich seit langem emmotional tot. Aber dagegen konnte noch niemand was machen. Kein Gespräch, keine Liebe, nichts...

Jetzt fällt es mir leichter, eine Grenze zu ziehen. Aber das kam wohl zu spät. Seit dem letzten Schock... Ich denke diese Sache kann man auch als emmotionale Erpressung sehen:
Ich wurde bei der letzten Trennung im Prinzip als Vergewaltiger beschimpft. Ich wollte nur den Grund wissen. Naja, es war, wie so oft, ein anderer. Sie hat es zwar später zurückgenommen, aber der Zweifel nagt immer noch etwas an mir. Ich habe mich daraufhin stark zurückgezogen und eine Mauer gegen die Außenwelt aufgebaut. Wenn keiner weiß, wie man mich verletzt, kann man mich nicht verletzen.
SchlafenderMond@kin of darkness
Das kenn ich eben auch irgendwie und ich weiss, dass ich einfach nie mehr wieder jemanden mir zu nahe kommen lassen möchte.
Nicht aus Angst verlassen zu werden sondern aus Angst noch mehr emotional in Anspruch genommen, noch um das kleine bisschen Feingefühl, das ich in mir trage, beraubt zu werden.
Nach, vieleicht nicht ganz so heftigen Vorwürfen, aber dennoch sehr zerreisenden Vorfällen ist da wie ein Teil von mir einfach ausgeflogen und nun suche ich beinahe schon verzweifelt nach der Wiederbelebung meiner Gefühlswelt, wie sie früher einmal war.
Ich will wieder in den Sternenhimmel sehen und mich von diesem Anblick so ergreiffen lassen können wie früher, mich bei dem Anblick wieder so klein fühlen und vor Staunen niedersinken.
Ich will wieder, dass mich so ein gemütliches Gefühl durchströmt, wenn ich zuhause sitze und es draussen stürmt und regnet.
Ich will einfach, dass sich mein Geist wieder so abendsommerlich frisch fühlt, irgendwie eingebettet in alles.

Ich habe da noch eine kleine, nicht sehr beduetende Geschichte, aus dem Berufsumfeld.
So eine eklige Machtposition stellt sich auch automatisch in einer Situation ein, bei der man in irgendeinem Sachverhalt Recht behält.
z.B. hatten meine Vorgesetzte, eine weitere Person und ich ein Meeting mit dem Vertreter einer anderen Firma um 10:00
abgemacht was auch per e-Mail bestätigt wurde.
Die Person ist aber nicht erschienen, worauf ich telefonisch nachfragte. Die verspätete Person hatte diesen Termin bei sich fälschlicherweise auf 10:30 notiert.
Für uns wäre die Verspätung effektiv kein Problem gewesen, da jeder noch kurz an seinen Arbeitsplatz hätte gehen und weiterarbeiten können. Und genauso schilderte ich es der verspäteten Person, dass die Verspätung überhaupt kein Problem sei und nutze so eigentlich meine Machtposition (Ich war ja im Recht und hätte mich über den anderen erheben und ihm noch mehr Schuldgefühle einreden können) dazu aus, dieser Person entgegenzukommen.
Den Hörer aufgelegt, bekam aber dann ich eine Welle Vorwürfe zu spüren, wie ich nur so reagieren könne, das doch wir die geschädigten seien usw. dabei haben wir kein bisschen, aber wirklich kein bisschen Schaden genommen.
SchlafenderMondIndem man eben eine Grenze zieht.
Man will sich ja nicht erpressen lassen, aber Gefühl, Schuldgefühl, ein ganzes mitfühlendes emotionales Chaos wendet sich der Person zu, die ja anscheinend wegen mir leidet.

Ich denke, man muss absolut davon überzeugt sein, dass man eben nicht für das Leid des anderen verantwortlich ist und dass ich (je nach Nähe zu diesem Menschen) ab einem gewissen Punkt das Leid des Anderen nicht mehr zu meinem Problem machen darf,
Genau diesen Punkt zu finden und dann an der Stelle die Grenze ziehen, wäre evtl. ein Lösungsansatz. So richtig gelungen ist es mir aber bis jetzt auch noch nicht.
Pseudo-Gruftiiimal was anderes:

ich habe angefangen zu arbeiten. um einen ausbildungsplatz zu kriegen. kollegen habens gespannt und es ging immer so, dass ich echt bei manchen tun musste was sie verlangt haben. nie aufmucken und immer schön kuschen, denn dies und das macht sich nicht gut und ich will doch mal meine ausbildung hier machen oder? ne zeit lang haben sie es sogar geschafft. irgendwann habe ich gemerkt, dass ich die stelle so oder so nicht bekomme, weil solche deppen vom dienst wie ich schwer zu finden sind. also hab ichs aufgegeben und mich auch etwas gelockert. ein einziges mal bin ich nicht eingesprungen als jemand krank war und mir wurde vorgeworfen, dass ich ein kollegenschwein bin und dass ich mir so keine freunde mach und wie sich die andere arme da allein abrakern musste und so weiter (klar, chef hält sich raffiniert raus und wir tragens schon untereinander SO aus). leider habe ich schon einmal wegen einer ähnlichen ungerechtigkeit dermaßen einen wutanfall bekommen, dass das ganze in einem heulkrampf geendet ist. seitdem wissen/wussten sie ganz genau wo sie hinzielen müssen. aber ich bin auch immer verdammt blöd, weil mir meine arbeit, bzw. meine alten leute echt am herzen liegen. manche wissen halt, wie sie es psychisch dermaßen raffiniert hinkriegen, dass ich es im ersten moment nicht spanne und dann natürlich gekränkt bin, weil ich meine arbeit immer so gut es geht machen will. mittlerweile entscheide ich aber für mich wie ich was richtig mach und wie nicht. ich höre nicht mehr auf so etwas. und sollte es trotzdem mal beschwerden geben kann es mir scheiss egal sein, weil ich ja nichts mehr von meinem chef verlange. und etwas schwerwiegendes, weswegen man eine kündigung kriegen könnte findet man bei mir nicht. es sind halt winzige sachen, die einen halt beim chef nicht gerade gut aussehen lassen. aber das ist mir auch egal. ich gehe ihm aus dem weg, ich muss nie mit ihm reden, ich mache meine arbeit nach dem besten gewissen und alle anderen können mich mittlerweile echt am arsch lecken :q richtig so, oder?
ValnarWisst ihr eigentlich wie unfair ihr seit? Es mag zwar stimmen, dass es einige Personen gibt die das gezielt einsetzen um seinen/ihren Willen durchzusetzen, aber bei vielen kommt es einfach aus dem Affekt heraus, dass man sich nicht mehr anders zu helfen weiß und / oder man auch in der Tat solche Gedanken hat.

Mir geht es ähnlich. Wenn ich sage dass ich keine Lust mehr auf dieses Leben habe, wird mir das immer gleich als Erpressung entgegnet. Doch macht man sich es damit nicht zu einfach? Was ist wenn betreffende Person wirklich so abhängig ist und sich für jemanden umbringt. War früher genauso ignorant wie ihr, bis ich vor 7 Jahren meine damalige beste Freundin verloren habe. Sie hatte sich umgebracht. Im Abschiedsbrief schrieb sie, dass sie sich von niemnden verstanden fühle und sie so nicht mehr weiterleben könne. Seitdem nehme ich es verdammt ernst, wenn sich jemand umbringen will.

Auch schäme ich mich dafür, dass ich gelegentlich solche Wörter ausspreche. Doch passiert das bei mir nie mit Absicht, sondern automatisch - als ob jemand anders in mir diese Worte sagt. Und ich denke das es so auch vielen anderen Menschen geht.

Also kommt mal von Eurem Ego-Trip runter und versucht auch mal die andere Seite zu verstehen. Ihr stellt euch als ach so arme Opfer dar, doch jede Medaille hat zwei Seiten. Ihr seit bestimmt nicht ganz unschuldig daran, wenn eine Person keine anderen Ausweg mehr erkennt. Und wenn ihr dann noch ein schlechtes Gewissen habt, ja dann ist doch alles klar. Fangt am besten mal an vor Eurer eigenen Haustür zu kehren, eh ihr euch als Opfer seht. Denn erfahrungsgemäß ist es nunmal so: wenn sich eine Person, die zu so etwas neigt, pudelwohl fühlt, dann greift er nicht im unterbewussten zu solchen Mitteln!
Any Body[quote]
"Ich bin so gut zu Dir, aber Du weißt das gar nicht zu schätzen"

"Wenn Du mich lieben würdest, würdest Du es tun"

"Wenn Du mich verlässt, bist Du Schuld,wenn ich mir etwas antue"
[/quote]

mir rauben derartige Sätze die Luft zum Atmen. Denke ich an meine Kindheit zurück, so habe ich diese Sätze insbesondere als Vorwurf von den Erwachsenen gehört.

Später dann und zuletzt vor zwei Jahren bei dem Versuch Nähe mit einer anderen Person auszutauschen, er und seine langjährige Freundin hatten sich getrennt und ich denke, er ist nicht der Typ Mensch, der lange allein sein kann.

.. dass der dritte Satz mir gegenüber offen ausgesprochen wurde, habe ich bislang nicht erlebt. Wenn dann war es meist eine Annahme meinerseits.
Darüber hinaus gab es diese Art von Sätzen vor einigen Jahren hier auf Nachtwelten mehrfach zu lesen.

Alle drei Sätze lassen bei mir das Gefühl des Unbehagens aufkommen. Ich hüte mich davor, derartige Situationen entstehen zu lassen, lieber lebe ich allein als dass ich eine Zwei- oder Mehrsamkeit mit dieser Art von "emotionaler Gefangenschaft" erleben möchte.

Sollten mir derartige Worte heutzutage begegnen, ziehe ich es vor, mich von den Personen abzuwenden, die derartige Aussagen treffen. Generell ist bei mir die Einstellung vorhanden, dass ich nur für mein eigenes Leben verantwortlich sein kann und nicht für das eines/einer anderen. Es ist zwar möglich, einem anderen das Leben angenehmer zu gestalten, jedoch nicht um jeden Preis.

Würden mir Menschen begegnen, zu denen ich mich emotional hingezogen fühle, die mir derartiges entgegnen, würde ich zwar einige Zeit brauchen, mich wieder zu lösen, aber im Laufe der Zeit wäre es schon möglich.... (leider)
SchlafenderMond[QUOTE][i]Original geschrieben von Valnar [/i]
[B]einfach aus dem Affekt heraus, dass man sich nicht mehr anders zu helfen weiß und / oder man auch in der Tat solche Gedanken hat.[/B][/QUOTE]

Aber man kann sich durchaus seiner Affekte bewusst werden und darüberstehen. Sich von Affekten kontrollieren zu lassen, trägt gar nichts zu irgend einer Lösung bei, weder für den einen noch den anderen.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Valnar [/i]
[B]Mir geht es ähnlich. Wenn ich sage dass ich keine Lust mehr auf dieses Leben habe, wird mir das immer gleich als Erpressung entgegnet. Doch macht man sich es damit nicht zu einfach? [/B][/QUOTE]
Wie soll sich der andere deiner Meinung nach dann verhalten?
Natürlich fühlt sich jemand dann auf einmal verpflichtet dich irgendwie am Leben zu halten, wofür er aber doch nicht auf dieser Welt ist. Darf man die Verantwortung für sein Leben einfach jemand anderem übergeben, indem man mit dem erwähnten Satz unterbewusst die Nachricht übergibt: "Ich kann nicht mehr, übernimm du"?

[QUOTE][i]Original geschrieben von Valnar [/i]
[B]Denn erfahrungsgemäß ist es nunmal so: wenn sich eine Person, die zu so etwas neigt, pudelwohl fühlt, dann greift er nicht im unterbewussten zu solchen Mitteln! [/B][/QUOTE]

Darf es denn wirklich so weit gehen? Dass wenn man sich nicht pudelwohl fühlt in den Angriff übergeht um sich die pudelwohle Welt auf Kosten des anderen zu erkämpfen? Müsste man sich nicht eher genau dann zurücknehmen und die Sackgasse erkennen, umkeheren und die Suche von Neuem beginnen?
Kann man sich überhaupt auf einem eroberten Schlachtfeld, zurücklehnen und die endlich eingekehrte Stille geniessen, ich könnte das nicht.

[SIZE=1]Was ich noch anfügen möchte, meine Worte und Gedanken sind gegen niemanden persönlich gerichtet. Mich interessiert dieses spezielle zwischenmenschliche Problem ansich.[/SIZE]
AzuriteEntschuldige mal, wenn ich jemanden verlassen will, wird das schon seine Gründe haben... und wer dann woran Schuld hat ist mir egal.. ich finde es zwar bemitleidenswert wenn jemand keinen anderen Zweck im Leben findet als eine andere Person, aber deshalb diesem Mitleid und der Erpressung (die vielleicht auch nicht mal absichtlich manipulativ gewollt ist, aber dennoch eine Erpressung bleibt!!! Entweder du tust das - oder...) deshalb nachzugeben kann ja wohl nicht gesund sein.

Wieviel jemand von sich einem anderen preisgibt ist seine Sache, und niemand hat ein Recht, zu versuchen, mehr aus dem anderen rauszureißen als er will... Wenn es nicht freiwillig ist, ist es eh nichts wert...

Azurite
Azurite[QUOTE][i]Original geschrieben von Valnar [/i]
[B]
Mir geht es ähnlich. Wenn ich sage dass ich keine Lust mehr auf dieses Leben habe, wird mir das immer gleich als Erpressung entgegnet. Doch macht man sich es damit nicht zu einfach? Was ist wenn betreffende Person wirklich so abhängig ist und sich für jemanden umbringt. War früher genauso ignorant wie ihr, bis ich vor 7 Jahren meine damalige beste Freundin verloren habe. Sie hatte sich umgebracht. Im Abschiedsbrief schrieb sie, dass sie sich von niemnden verstanden fühle und sie so nicht mehr weiterleben könne. Seitdem nehme ich es verdammt ernst, wenn sich jemand umbringen will. [/B]
[/QUOTE]

Wenn du das nur so sagst, empfinde ich das nicht als Erpressung. Wenn du aber eine Bedingung daran knüpfst, sehr wohl, und darum geht es hier doch. Was jeder für sich alleine machen will ist wieder ein anderes Thema... aber wenn sich allein dadurch einer erpresst fühlt dass ihm deine Sichtweise so nicht passt ist es wirklich sein Problem.

[QUOTE] [B]
Auch schäme ich mich dafür, dass ich gelegentlich solche Wörter ausspreche. Doch passiert das bei mir nie mit Absicht, sondern automatisch - als ob jemand anders in mir diese Worte sagt. Und ich denke das es so auch vielen anderen Menschen geht. [/B]
[/QUOTE]

Trotzdem wird da eine zweite Person unter Zugzwang gestellt... Absicht ist zweitrangig, das Ergebnis zählt. Absicht entschuldigt höchstens im Nachhinein einiges, wenn das Thema geklärt wurde.

[QUOTE] [B]
Also kommt mal von Eurem Ego-Trip runter und versucht auch mal die andere Seite zu verstehen. Ihr stellt euch als ach so arme Opfer dar, doch jede Medaille hat zwei Seiten. Ihr seit bestimmt nicht ganz unschuldig daran, wenn eine Person keine anderen Ausweg mehr erkennt. Und wenn ihr dann noch ein schlechtes Gewissen habt, ja dann ist doch alles klar. Fangt am besten mal an vor Eurer eigenen Haustür zu kehren, eh ihr euch als Opfer seht. Denn erfahrungsgemäß ist es nunmal so: wenn sich eine Person, die zu so etwas neigt, pudelwohl fühlt, dann greift er nicht im unterbewussten zu solchen Mitteln! [/B][/QUOTE]

Ein Beispiel: Ich hatte mal einen guten Freund, der sich einbildete, sich in mich verlieben zu müssen, und das, obwohl ich immer peinlichst genau darauf geachtet habe, keine falsche Hoffnung aufkommen zu lassen, jeden Funken in dieser Richtung sogar schon fast grausam zunichte gemacht habe... aber alles mit dem Ziel, demjenigen klarzumachen, was Sache ist, was ich nun mal nicht ändern kann und was nicht meine Schuld ist... denn um seine Gefühle habe ich nicht gebeten! Es ist insofern meine Schuld, dass ich so nett war und geglaubt habe, ich sollte jetzt nicht deswegen auf Distanz gehen und die ganze Freundschaft gleich aufs Spiel setzen... das entspricht normalerweise meiner Einstellung, da ich Freunde viel zu wichtig finde um sie wegen solchen Hormonstörungen zu verlieren...

Auf jeden Fall meinte er, dann auch mit derlei Sprüchen ankommen zu müssen, und während meine pure Anwesenheit bzw Existenz möglicherweise schon als Beweis meiner Schuld an dieser Situation gilt, ist und bleibt es doch nur das alleine, und nichts anderes, was ich dafür konnte.
Ich bin nun mal allergisch auf die ewigen Erwartungen von den Leuten... die alle behaupten, zu lieben, und doch nur wollen, wollen, wollen... jetzt nicht nur von mir sondern allgemein, das widert mich einfach an.

Und siehe da... Besagter ehemaliger Freund ist noch immer am Leben und heult halt nun einer anderen hinterher...

Azurite
kin of darkness@Valnar

Erpressung setzt ja auch den Vorsatz vorraus.
Es geht ja gezielt darum, Jemanden zu etwas zu zwingen. Und dass auf der emmotionalen Schiene. Wenn jemand sagt, er bringt sich um, dann droht er mit Selbstmord. Wenn es aber heißt, er bringt sich um, wenn du nicht... Dann setzt er dich damit unter Druck.
Ist ein riesen Unterschied.

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