| IrishAngel | Mir ist bei Nachforschungen für ein Referat mal ein sehr interessanter zusammenhang aufgefallen : Es wechselten sich(mit unterschiedlichen zeiträumen) liberale/offene und sehr ´´strikte/konservative auffassungen/lebensarten ab,zeiten in denen es recht locker zuging folgten auf strengere phasen. Ich vermute/glaube dass sich das auch heute wiederholen wird ,wenn ich mir so die Entwicklung ansehe , es gilt schliesslich immer: Aktion=Reaktion oder :Zu jeder bewegung findet sich auch eine Gegenbewegung. Die Bewegung der sixties is mitunter ja auch deswegen zusammengebrochen weil auf einmal alles möglich war ,aber auch alles was dem Menschen halt gab wurde aus der Wanne gekippt .Die Bewegung ist auch an ihrer eigenen Antriebslosigkeit gescheitert ,aber die Folgen davon sind noch bis heute spürbar,die Gesellschaft ist offener geworden ,dinge die noch vor 40 Jahren undenkbar waren sind möglich geworden,und ich finde dass die Bewegung der Hippies usw im Grunde auch Sinn gemacht hat ,es hat einige dinge arg verbessert im Menschlichen Zusammenleben . Aber offenheit fördert auch verschlossenheit ,und im nachhinein hat sich doch auch die andere seite durchgesetzt , weil freie liebe ,völlig freies leben einfach nicht machbar sind weil der Mensch sich selbst im weg steht ,und doch auch auf festem Bauen will . Und spätestens seit den Anschlagen des 11.September spüre ich wieder eine ´´Verkonservativierung´´der Gesellschaft , was mitunter auch daran liegt dass sich die offene Gesellschaft ihre Feinde selbst aufgezogen hat und dass den ´´strengeren´´gruppen unsere Auffassungen nicht passen und sie anfangen diese zu Bekämpfen .Eine Welt die enger zusammenwächst heisst auch engere Probleme ,sobald im Libanon Bomben fallen geht auch der Ölpreis mal wieder hoch (und hier macht sich bemerkbar dass wir die Alternativensuche verschlafen/vergeben haben) ,und es wirkt sich auf unser Leben aus ,früher noch hätte ein Arabischer Krieg hier in Europa zwar sorgen ausgelöst ,aber sons wäre hier nichts angekommen. Und es hat sich auch gezeigt das Multikulti in der Form dass Toleranz schon fast mit gleichgültigkeit übersetzt wird deutlich gescheitert ist ,und sich ne Alternative finden muss bevor es wieder deutlichen Rassismus gibt ,zum anderen sorgen beide seiten für Zündstoff ,aber die von vielen Eingewanderten Arabern an den Tag gelegte menthalität löst bei vielen Europäern nicht grade Begeisterungswellen aus(als positive gegenbeispiele können wir alleine nur in diesem Forum z.B Odessa mal nennen ,aber leider ist das nur eine unter den vielen Arabern ,oft scheitert jegliche sache an sprachbarrieren) . Meine Befürchtung ist das in dieser ´´verkonservativierung´´ wieder in einem sog alles zurückgeht was uns wichtig ist ,unter anderem auch die Freiheit der eigenen Lebensart(was aber nicht heisst das man völlig kontrovers leben muss) ,aber die derzeitige situation zeigt auch dass sich wieder die Zeiten ändern ,zwar werden nicht alle wieder konservativer ,es gibt auch ne gegenbewegung die immer exzessiver lebt in vielen dingen ,aber die wird sich irgendwann von selbst zerschlagen. Ich bitte aber um sachliche Debatte ,das is kein Gott und die Welt thread also bleibt bitte einigermassen beim thema und bitte mehr als nur ´´scheiss gesellschaft´´ kommentare Der Angel |
| Heathcliff-WH | Das ist für mich das Polaritätsgesetz, bzw Dialektik: Bewegung - Gegenbewegung. Romantik - Realismus... Das ist eine ständige Dynamik, ich hoffe, dass sie sich letztlich zum Guten (Wassermannzeitalter) wenden wird ohne stehen zu bleiben... Interessanter Thread, sollte weitergeführt werden (auch wenn ich jetzt nicht soviel konstruktives beigetragen hab). |
| Desengano | also cih denke man muss die einzelnen bereiche sorgfältig trennen, bevor man von allgemeiner "verkonservativierung" oder "liberalisierung" spricht. klar, ich stimme dir schon dahingehend zu, dass auf einer bewegung meist ne gegenbewegung folgt. aber bewegungen betreffen meistens nur einen teil der bevölkerung. oft laufen sachen auch nebenher. mit dem trennen der bereiche meinte ich, dass die romantik z.b. eine bewegung einzelner leute war, die gedichte geschrieben haben. damit meinte ich auch, dass wenn man sich heute umschaut sieht, dass die politik des offenen staates, der für alle ein plätzchen hat, zurück geht, aber gleichzeitig jetzt endlich die gleichgeschlechtliche ehe möglich ist! in der geschichte tauchen immer nur die bewegungen auf, die was veränderten oder besonders durch irgendetwas auffielen. aber WAS sie veränderten ist wichtig, denn das war nciht immer die komplette gesellschaft. ich denke auch nciht, dass das ganze 2 schritte vor und 2 schritte zurück bedeutet. auch wenn die französische revolution z.b. damals noch nichts brachte (napoloen bla.. SO genau kenn ich mich dann auch nicht aus.. :p ) lebt der gedanke heute fort und hat im nachhinein doch einiges verändert. angst, dass es wieder so konservativ wie z.b in den 50ern wird, habe ich nicht. zumindest glaube ich nciht, dass es genauso würde. es liegen einfach die 60er und die 70er dazwischen, die einiges veränderten. das kann man nicht einfach vergessen und aus der gesellschaft herauslöschen. die 68er-bewegung war einfach ein extrem, denn veränderungen lassen sich schwer schleichend erreichen. aber es ist klar, dass man danach wieder einen schritt abstand nimmt, und das positive daruas mitnimmt, das negative vllt fallen lässt. klar, mein bauch gehört mir, aber leider muss der mensch sich auch fortpflanzen, wenn er die art erhalten möchte. ich hoffe ich konnte mich einigermaßen verständlcih ausdrücken.. falls nicht, einfach motzen und cih werde nochmal ausführlicher. *gg* |
| IrishAngel | Hallo Desengano Ich hab nicht grade Angst dass es zurück in die 50er fallen könnte ,aber schon deutlich rückwärts gerichtet ,in manchen sachen find ich das ja sogar positiv . Aber nach diesem ´´Mir ist alles egal´´Aufbruch suchen viele wieder Orientierung /Ziele ,und auch Dinge an denen man sich wieder festhalten kann ,und auch in Dingen die in der Hippie Bewegung recht verpöhnt waren ,also in Beziehungen/Freundschaften,Glauben (wie auch immer) und anderem ,zum anderen erlebe ich selbst eine zweigeteilte neuausrichtung ,wir nehmen jetz mal als Beispiel Parties: Während die einen diese dauerfeiern leid sind gibt es aber auch eine Minderheit die immer exzessiver feiert ,sich immer weiter abfüllt und immer mehr versucht,die suche nach dem kick halt. Aber ganz so krass wie noch in den Frühen 50´ern wirds wohl nicht mehr werden ,dafür ist zu viel wasser die Weser runtergeflossen . |
| Heathcliff-WH | Mittlerweile ist die sozio-kulturelle Fluktuation auch so hoch, dass man kaum noch repräsentative Aussagen über Gruppen machen kann, da die meisten (eigentlich alle) Gruppen sehr heterogen beschaffen sind. Also entstehen Bewegung und Gegenbewegung mittlerweile simultan und koexistieren. |
| Demon17 | Das läßt sich gut mit den Begriffen der (sozialen) Evolutionstherie Beschreiben. Variaten-Selektion und Restabilisierung. Wir hatten in den 60ern und 70ern eine Phase der Variation. Neue Lebensformen wurden ausprobiert, die Bereitschaft politische Utopien auszuprobieren war sehr groß. Es war generell eine Phase des Aufbruchs im Überfluss. Die folgenden Jahrzehnte zeigten immer mehr das viele Utopien in der erhofften Form nicht zu realisieren waren, oder zumindest auch Nachteile hatten. Es gab also eine Phase der Selektion, in der viele Ansätze nicht weiter verfolgt wurden, bzw. sich mangels Masse der Anhänger nicht mehr durchsetzen konnten. Die antiautoritäre Erziehung z.B. Aber auch der Versuch durch das Aylrecht weltweit Menschenrechte zu garantieren. Auch denen, die diese selber nicht achten. Ein anderes beispiel ist die 35 Stunden Woche, stellvertretend für den Versuch das Leistungsprinzip ausser Kraft zu setzen. Da diese Gesellschaft hochorganisiert ist und jede Organisation entsprechend ihrer Umweltbedingungen sich in unterschiedlichem Maße und Tempo entwickelt haben wir in besonders in den Selektionsphasen gegenläufige Entwicklungen. Wenn die einen noch in die alte Richtung wollen, rudern die anderen schon zurück. Auch wird das was diese Selektion übersteht weiterentwickelt. Die Wohngemeinschaft nicht verwandter Personen war in den 60ern Revolutionär. Ich erinnere an die K1 (Kommune1) Mit Langhans, Teufel, Obermeier. Diese Lebensform ist in manchen Bereichen ihre Überlegenheit gegenüber tradierten Wohnformen unter Beweis gestellt und existiert in diesen fort. Bsp. Studenten-WG, Alten-WG etc. Auch der für uns wesentliche Teile des gesellschaftlichen Aufbruchs, die Befreiung der Sexualität und das die Subkulturen erfreuen sich nach wie vor größter Viabilität(Überlebens- bzw. Anpassungsfähigkeit). Aber auch der Umweltschutz. Insofern werden wir nicht in den für uns relevanten Aspekten der 60er und 70er nicht in die 50er zurückfallen, sondern im Gegenteil, diese Variationen weiterentwickeln. never surrender demon17 |