| Selian | Seit einiger Zeit beschäftigt mich immer wieder der Gedanke an Erwartungen. Erwartungen die man in den verschiedenen Lebensbereichen an andere Personen stellt, genauso wie Erwartungen die andere (möglicherweise) an einen selbst stellen. Das ist ja objektiv betrachtet das gleiche, nur das Ich nimmt hier eine andere Position ein. Ich beschränke mich hier auf zwischenmenschliche Erwartungen, da ich diese für die interessanteren halte. Rechtliche Erwartungen a la „Ich hab bezahlt also erwarte ich ein vernünftiges Essen" oder "Ich hab meine Leistung erbracht, nun erwarte ich auch pünktliche Bezahlung“, lasse ich bewusst außen vor. Ebenso gehe ich hier absichtlich nicht auf Erwartungen an die eigene Person ein. Darüber hat Mahsheed mich im Chat zwar nachdenklich werden lassen aber ich bin zu dem Entschluss gekommen, das dieses ein eigenes Thema wert ist und hier den Rahmen sprengen würde. Was kann/darf man von anderen Menschen erwarten? Inwieweit sollte man versuchen, die Erwartungen der anderen zu erfüllen? Ich stelle manchmal fest das es zu Problemen oder Missverständnissen kommt, die genau betrachtet einfach nur auf unterschiedliche Erwartungshaltungen zurückzuführen sind. Diese resultieren sicherlich aus verschiedenen Sichtweisen, unterschiedlichem Wissen, den eigenen Erfahrungen und einer subjektiven Wahrnehmung, um mal einige Gründe zu nennen, ist bestimmt noch erweiterbar. Wenn man nun bedenkt das die genannten Punkte für sich ja alle schon recht individuell und subjektiv sind, müsste man doch eigentlich daran zweifeln ob jegliche Erwartung überhaupt berechtigt ist. Ich persönlich zweifle ehrlich gesagt stark daran und sehe sie nur in relativ wenigen Fällen als berechtigt an. Ich neige dazu Erwartungen eher niedrig anzusetzen. So ist man auf einer Seite nicht so schnell enttäuscht und auf der anderen Seite schützt es logischerweise davor zu viel zu erwarten, was natürlich auch wieder relativ ist. So bin ich dann zu dem Entschluss gekommen, das man so gut wie nichts erwarten darf. Ein paar Grundlegende Dinge vielleicht, die da wären (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): [list]Ein vernünftiger Umgang miteinander, Verständnis für offensichtliche Situationen, Einhaltung von Vereinbarungen, Ehrlichkeit. [/list] Und auch wenn es wenig erscheint, so ist ja vor allem der letzte Punkt schon eine ganze Menge. Ja, Ehrlichkeit ist das was doch jeder erwarten darf, auch und gerade dann wenn es eine abneigende Ehrlichkeit ist, das ist wohl die größte Erwartung die ich als gerechtfertig ansehe. Aus eigener Erfahrung weiß ich das oft Dinge wie Vertrauen, Offenheit oder sogar Liebe erwartet werden. Das sind für mich aber haltlose Erwartungen, man sollte sich mit dem zufrieden geben was einem der andere zugesteht. Wie könnte man solche Dinge erwarten? Man könnte sie sich wünschen, aber mehr nicht. Im schlechtesten Falle werden Erwartungen durch plumpes aufrechnen geweckt. [I]„Ich erzähl dir mein Leid, danach erzähl mir deins.“ „Ich helfe dir, dafür erwarte ich Hilfe von dir.“ „Ich vertraue dir, also vertraue du mir.“ [/I] Solche Dinge kann man einfach nicht erwarten, egal was man geboten hat. Jeder sollte sich genau überlegen was er einem anderen anvertrauen möchte, wie er mit jemandem umgehen möchte und es genauso tun. Daraufhin aber gleiches zurück zu verlangen kann und wird nicht immer funktionieren. Das ist kein Rechtsgeschäft mit einforderbaren Rechten und Pflichten. Und um das ganz deutlich zu sagen, es geht nicht darum das ich es nicht als selbstverständlich sehen würde jemandem zu helfen der mir auch geholfen hat. Ich stelle nicht in Frage das gegenseitiges Vertrauen etwas wunderbares ist. Es geht einfach darum das der andere dadurch keine Erwartungshaltung aufbauen darf. Das dürfte er allenfalls wenn es eine ausgesprochene Abmachung war, mit der sich beide Einverstanden erklärt haben, eventuell noch aufgrund von schlüssigem Handeln wobei das auch schnell Problematisch werden kann. Das ganze fällt dann allerdings unter Vereinbarung, die ich ja oben angeführt habe. Es ist auch manchmal beliebt, Erwartungen aufgrund von Gewohnheiten aufzubauen. Aus Bequemlichkeit greife ich einfach mal auf die obigen drei Beispiele zurück, gibt sicherlich noch andere. [I] „Du erzählst mir doch sonst immer alles, nun sag mir auch das.“ „He du hast mir sonst immer geholfen, nun hilf mir auch hierbei.“ „Du hast mir doch sonst immer vertraut, also Vertraue weiter.“ [/I] Ein Gewohnheitsrecht auf Erwartungen gibt es nicht, was bisher war kann sich jederzeit ändern. Darüber kann man allenfalls reden, das ist dann eine Frage der Ehrlichkeit. Als ich begann diesen Text zu schreiben war ich geneigt eine klare Unterscheidung im Bekanntschaftsgrad vorzunehmen. Während dem Schreiben bin ich aber zu der Überzeugung gelangt, dass die Erwartungen die man haben darf unabhängig von der Intensität des Kontaktes die gleichen sind, sie sind allerhöchstens stärker, auf einer anderen Ebene. Nun ist auf der anderen Seite noch die Frage offen, inwieweit man versuchen sollte die Erwartungen des anderen zu erfüllen. Konsequenterweise verweise ich da auf die oben genannten, für mich grundlegenden Dinge. Das sind die Erwartungen die ich anderen zugestehe und die ich versuche zu erfüllen (Ich brauch wohl nicht zu erwähnen das mir das nicht immer gelingt). Andere Erwartungen, die man bemerkt oder mitgeteilt bekommt, sollte jeder nur insoweit erfüllen, wie er es für in Ordnung hält. Das heißt, man sollte eine Erwartung nicht zum Selbstzweck erfüllen, sondern nur soweit wie man sich wohl dabei fühlt. Das klingt vielleicht egoistisch, aber dem könnte man entgegenhalten das ja erstmal die Erwartung des anderen egoistisch ist. Alles in allem denke ich das der Umgang miteinander sehr viel einfacher wäre, wenn die Erwartungen nicht so hoch wären. Hier kann man noch unterscheiden zwischen offenen Erwartungen und stillen Erwartungen. Mit offen meine ich, Erwartungen die ausgesprochen werden und somit jedem beteiligten bekannt sind, auf die er eingehen kann. Das geht dann aber schon in Richtung dessen was ich als Abmachung sehe, da man direkt positiv oder negativ darauf reagieren kann. Die wirklich schwierigen Erwartungen sind wohl die stillen, die jemand an einen anderen stellt, ohne das dieser davon eine Ahnung hat. Diese werden spätestens dann offensichtlich, wenn die Erwartung nicht erfüllt wurde und man ein entsprechend negatives Feedback bekommt. Auf einmal ist das gegenüber beleidigt, traurig oder verletzt und man weiß eigentlich gar nicht so recht wieso. Manchmal wurde da einfach eine stille Erwartung nicht erfüllt. Aber wie kann man das jemandem vorwerfen, der entweder von der Erwartung nichts wußte, oder diese zwar erkannte aber gar nicht erfüllen wollte mit dem Wissen, das er nie etwas derartiges in Aussicht gestellt hat?! Im großen und ganzen würde ich sagen das Erwartungen in den meisten Fällen nur Enttäuschungen hervorrufen, allerhöchstens Zufriedenheit bei Erfüllung. Ein solch glückseliges Gefühl das man erfährt wenn man nichts erwartet, aber trotzdem positiven Dingen (oder Menschen) begegnet wird man mit steigender Erwartungshaltung entsprechend schwächer erleben. -------------- Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, das ich hier nur meine Meinung und Erfahrung in der Sache darlege. Wenn ich schreibe das man diese oder jene Erwartungen haben darf oder nicht, so meine ich das natürlich nicht unumstößlich sondern nur auf meine Vorstellung bezogen. Das nur um mögliche Diskussionen darüber zu vermeiden. So, nun erwarte ich von euch...natürlich nichts...wie könnte ich ...;) |
| Mahsheed | Hallo Seli, jetzt weiß ich eventuell schon ein wenig besser, was du meintest, als du gestern dieses Thema ansprachst ... Mir fällt dazu ein, dass ich mich über Erwartungen mit einer Freundin vor kurzem unterhalten habe ... Wir waren auf einer Feier ... Einer Feier, in welcher ein hohes Maß an nicht genannten eher zu vermutenden (stillen) Erwartungen bestand. Es war nicht angenehm, denn diese Erwartungen waren - so schien es uns in unserer Lage als Studenten und auch so - nicht so, wie in ihrem Ausmaß vermutet, zu erfüllen. Meine Freundin vertritt die Auffassung, dass sie von nun an nur noch mitmachen wird, was mit ihren Vorstellungen konform, was nicht gegen ihren Willen geschieht ... Das heißt, sie wird so eine Feier nicht mehr besuchen. Sie akzeptiert diese Erwartungen aber nimmt sich heraus, sich aus der Feier auszuschließen, weil dieses Erwartungsfeld nicht zu dem passt, was ihr Leben ausmacht. Ich bin zwiegespalten, denn noch sind all diese Erwartungen nur unausgesprochen gewesen ... Gewissheit besteht nicht, denn selbst, wenn die Kamera das Geburtstagskind beim Auspacken der Geschenke, deren Überreicher genannt wird, filmt und selbst, wenn eine Liste geführt wird, auf welcher Name und Geschenk erscheinen, ist noch immer nicht ausgesprochen, was sich keiner zu trauen fragt. ob gefilmt wird, um hinterher auszuwerten, wer welche Ausgaben für sein Geschenk machte, und um den Druck auf die Besucher zu erhöhen, die dieses Zeremoniell bereits schonmal erlebt haben. ~*~ Konflikte aus divergenten Erwartungen ergeben sich meiner Überlegung nach in diesen Fällen: Fehlende Kommunikation ... Wenig Kenntnis der Auffassung des Gegenübers ... Und die fehlende Einsicht darin, dass die eigenen Vorstellungen über gut und schlecht nicht notwendigerweise die des anderen sein müssen. Bei einem richtigen Austausch, bei einem ausreichenden Verhältnis von Zuhören und Mitteilen könnten die Erwartungen, egal welcher Gespächspartner (unabhängig von Kultur etc.) doch gar nicht mehr so unterschiedlich sein ... Leben und leben lassen ... und nicht nur das, auch das Verständnis für die Lebensweise des anderen könnten daraus hervor gehen. Angst um oder mangelnde Energieressourcen... Keiner sagt oder alle sagen dir schon von deiner Kindheit an, was gut und falsch in diesem Leben ist ... Oder noch schlimmer, viele reden etwas anderes ... Und eigentlich wäre es richtig, sich offen zu halten, niemals zu einer Festlegung zu gelangen. Nur, das halten wohl die meisten menschlichen Nerven nicht so aus ... Menschen suchen nach einem psychischen Halt, den sie in festen Werten sehen. Deshalb bauen sie sich - der ganz wichtigen Orientierung wegen - ein Gut-Böse-Schema auf ... mit ganz eigenen Idealen ... abhängig von Erziehung, Vorbildern, Kultur, Glaubensvorstellung, Erfahrungen. (Ich wiederhole mich, stelle ich fest) Dieses Schema bedingt wohl bei vielen gewisse Grenzen des noch Guten, deren Überschreitung sie nicht mehr akzeptieren können. Sie halten an ihrer Vorstellung, Einstellung - damit verbunden an ihren Erwartungen fest, weil sie ihre Orientierung nicht aufgeben wollen ... Eine Aufgabe der Orientierung bewirkt in ihren wohl Ängste; sie bangen um die gleichzeitig mit schwindende Aufgabe ihres Selbstkonzeptes, das sich von dieser aufgebauten Orientierung abhängig gemacht hat. Das Selbstkonzept ist wohl eine Art psychische Institution, die uns überhaupt an unser Ich glauben lassen kann. Vielleicht ist dieses überhaupt erst das, was eine Vorstellung von unserem Ich ausmacht. Man definiert sich sogar darüber. Eine Aufgabe oder ein Modifizierung, aufgebauter Erwartungen stellt vielleicht dieses Selbstkonzept auf die Probe ... Oder kostet zumindest Energien. Vielleicht sind Menschen, die besonders strenge Erwartungen haben, ängstlich, fragen sich, ob ihre Energieressourcen genügen, veränderte Erwartungen und Einsichten mit ihrem Selbst noch vereinbaren zu können. Es kostet u. U. weniger Energie, sich von anderen Menschen abzugrenzen, anstatt Gemeinsamkeiten auszuarbeiten und daraufhin die Erwartungen zu modifizieren bzw. herabzuschrauben. ~*~ Um nun noch mal auf die Gedanken meiner Freundin zurück zu kommen ... Ich hoffe, dass es keine Konflikte geben wird ... Zwischen meiner Freundin und der mit ihrer befreundeten Festveranstalterin, zu deren Feste meine Freundin nicht mehr gehen möchte. In Anbetracht dessen, dass man sich für seine Freunde das Beste und deren Wohlergehen wünscht, könnte man ihre Entscheidung doch akzeptieren. Beide könnten weiterhin ihre unterschiedlichen Erwartungen ausleben, ohne einander damit ins Gehege zu kommen ... und die eigenen Erwartungen dem anderen aufzudrücken, ignorierend, ob es dem Anderen dabei schlecht geht. Ich denke auch, dass sich in vielen Fällen Leute gar nicht bewusst darüber sind, dass sie mit ihren Erwartungsstellungen etwas tun, was sie vielleicht selbst gar nicht schätzen ... Man begeht, wie du sagst, häufig ein "Aufrechnen" ... Je enger eine Beziehung ist, werden dieses Erwartungen immer "ungerechter", immer subjektiver vielleicht sogar egoistischer erscheinend ... Als Beispiel sei eine Liebesbeziehung genannt. Ich frage mich, ob es möglich ist, eine Beziehung ohne weitergehende Erwartungen an den anderen zu stellen ... Das wäre dann eine offene Beziehung ... sicherlich das Gerechteste und natürlichste was es gibt ... Dennoch für viele, sicherlich die meisten, gar nicht auszudenken, da die Vorstellungen doch sehr an Konventionen gebunden und nicht davon so einfach zu lösen sind. Handeln wird mit Denken verbunden, und Denken, so unterstellt man einfach, könne nicht immer veräußert werden, sondern drückt sich in Handeln aus - eindeutlig interpretierbar. Angst vor Lügen - Handeln spricht deutlicher als Worte ... Angst vor Verlusten ... All das verkompliziert zwischenmenschliche Beziehungen. Aber ist wohl menschlich und - sogar mit gutem Willen - nicht immer zu vermeiden ... Zumal diese Erwartungen an andere doch sehr mit dem Selbstbild zu tun haben. Komplexe, beispielsweise, lassen sich schwer mit der Ratio ausmerzen, und so fällt dem geneigten Komplexbehafteten gar nicht auf, wenn er anhand dieser Erwartungen nichts weiter tut, als seine eigenen Komplexe zu füttern ... Erwartungen aufzustellen, bedeutet doch auch die Möglichkeit, sich enttäuschen lassen zu können ... Enttäuschungen passen dann in das sich quasie selbst erfüllende Bild der immer wieder entstehenden Enttäuschungen. Enttäuschungen im Grunde darüber, wie man sich selbst erlebt und die dann in zwanghafter, gar nicht bewusst überschaubarer Weise auf die Mitmenschen projiziert werden ... Sobald Emotionen im Spiel sind, werden Erwartungen höher geschraubt. Scheinbar machen Menschen, die diese Erwartungen erfüllen, einen persönlich bedeutsameren Wert aus. Oder anders gesagt: Je mehr/besser jemand die Erwartungen ein Gegenüber an das eigene Ich-Ideal erfüllt, desto größer ist dessen Wertschätgzung und desto größer erlauben sich viele, Emotionen an diese Person zu hängen. Das ist aber gewiss kein Regelfall; unter all den vielen Menschen gibt es sicher auch welche, ohne hohe Anforderungen. |
| Hirogen | was mir spontan dazu einfällt...mich wunderst ja selbst, dass mir momentan überhaupt was dazu einfällt.... ein weisser mann hat mal gesagt: "man kann von anderen nicht mehr erwarten, als andere von einem selbst erwarten können." (zitat hirohito ende) ~~~~ vielleicht was ganz banales, was evtl nur sehr entfernt mit selis threadintention zu tun hat, aber was ich mich schon öfters mal fragte...nein besser frug und weswegen ich schon hunderttausendmillionenmilliardentrillionenbillonen (grob geschätzt und abgerundet) von nächten nicht schlafen konnte: [B] moment noch, das soll aber jetzt bloß keine boarddynamikdisse werden![/B] *welche erwartungen stellt ein nw-moderator, an den "perfekten" powergothicbilderbuchmember speziell bezüglich des verhaltens an board?* mfG Hirohito |
| Blender | Hi, Selian! Nun. Von anderen Leuten darf man erwarten, dass sie einen so nehmen, wie man ist - mit all seinen Eigenheiten und Makeln. Sie sollten nicht versuchen, einen zu verändern und ihn auf diese Weise ihrem eigenen Ideal anzupassen. Toleranz und Akzeptanz sind in diesem Zusammenhang die beiden tragenden Stichwörter, die von jedem Menschen mit Fug und Recht eingefordert werden dürfen. Man sollte die Erwartungen seiner Mitmenschen insofern erfüllen suchen, dass man sich nicht verbiegen und seine Individualität aufgeben muss. Wenn man nämlich all jene Dinge, die einen ausmachen und für den Charakter prägend sind, aufgibt, nur um es anderen recht zu machen, hat man schon verloren. So wird man wohl nie akzeptiert oder ernst genommen werden. Man sollte zwar danach streben, sich - so gut wie möglich - in die Gesellschaft einzugliedern und beispielsweise nicht unnötig für Ärger sorgen, sich dabei allerdings immer vor Augen halten, dass man selbst etwas Besonderes, ein Unikat ist, um ja nicht zu einem stupiden "Normwesen" ohne eigene Meinung und Ideale zu verkommen. |
| Selian | [QUOTE][i]Original geschrieben von Mahsheed [/i] [B]Hallo Seli, Konflikte aus divergenten Erwartungen ergeben sich meiner Überlegung nach in diesen Fällen: Fehlende Kommunikation ... Wenig Kenntnis der Auffassung des Gegenübers ... Und die fehlende Einsicht darin, dass die eigenen Vorstellungen über gut und schlecht nicht notwendigerweise die des anderen sein müssen. Bei einem richtigen Austausch, bei einem ausreichenden Verhältnis von Zuhören und Mitteilen könnten die Erwartungen, egal welcher Gespächspartner (unabhängig von Kultur etc.) doch gar nicht mehr so unterschiedlich sein ... Leben und leben lassen ... und nicht nur das, auch das Verständnis für die Lebensweise des anderen könnten daraus hervor gehen.[/QUOTE][/B] Kommunikation ist hier wohl der Schlüssel. Denn selbst wenn die Erwartungen nach wie vor auseinander gehen, so sind sie nun immerhin jedem bekannt, man kann entsprechend mit ihnen umgehen. Man könnte dem Gegenüber immerhin erklären warum man diese oder jene Erwartung nicht erfüllen kann oder will. [QUOTE][B]Angst um oder mangelnde Energieressourcen... Keiner sagt oder alle sagen dir schon von deiner Kindheit an, was gut und falsch in diesem Leben ist ... Oder noch schlimmer, viele reden etwas anderes ... Und eigentlich wäre es richtig, sich offen zu halten, niemals zu einer Festlegung zu gelangen. Nur, das halten wohl die meisten menschlichen Nerven nicht so aus ... Menschen suchen nach einem psychischen Halt, den sie in festen Werten sehen. Deshalb bauen sie sich - der ganz wichtigen Orientierung wegen - ein Gut-Böse-Schema auf ... mit ganz eigenen Idealen ... abhängig von Erziehung, Vorbildern, Kultur, Glaubensvorstellung, Erfahrungen. (Ich wiederhole mich, stelle ich fest) [/B][/QUOTE] Na das macht ja nichts, wird ja durch eine Wiederholung nicht falsch was man als richtig empfindet. Was einem (zumindest mir) wirklich zu schaffen machen kann wenn man versucht sich für alles offen zu halten ist, auch dem was man als schlecht ansieht seinen Platz zu lassen sofern es niemandem weiter schadet. Das ist offenbar schon eine recht schwierige Erwartung die man an sich selber stellen kann. [quote][b] Dieses Schema bedingt wohl bei vielen gewisse Grenzen des noch Guten, deren Überschreitung sie nicht mehr akzeptieren können. Sie halten an ihrer Vorstellung, Einstellung - damit verbunden an ihren Erwartungen fest, weil sie ihre Orientierung nicht aufgeben wollen ... Eine Aufgabe der Orientierung bewirkt in ihren wohl Ängste; sie bangen um die gleichzeitig mit schwindende Aufgabe ihres Selbstkonzeptes, das sich von dieser aufgebauten Orientierung abhängig gemacht hat. Das Selbstkonzept ist wohl eine Art psychische Institution, die uns überhaupt an unser Ich glauben lassen kann. Vielleicht ist dieses überhaupt erst das, was eine Vorstellung von unserem Ich ausmacht. Man definiert sich sogar darüber.[/QUOTE][/B] Und genau das möchte ich immer wieder in Frage stellen, so oft es geht. Diese Orientierung, man muß sie ja nicht direkt abschaffen. Aber man könnte sie überdenken, mit jedem wichtigen neuen Eindruck und jeder weiteren Erfahrung selber überprüfen. [quote][b] Eine Aufgabe oder ein Modifizierung, aufgebauter Erwartungen stellt vielleicht dieses Selbstkonzept auf die Probe ... Oder kostet zumindest Energien. Vielleicht sind Menschen, die besonders strenge Erwartungen haben, ängstlich, fragen sich, ob ihre Energieressourcen genügen, veränderte Erwartungen und Einsichten mit ihrem Selbst noch vereinbaren zu können. Es kostet u. U. weniger Energie, sich von anderen Menschen abzugrenzen, anstatt Gemeinsamkeiten auszuarbeiten und daraufhin die Erwartungen zu modifizieren bzw. herabzuschrauben.[/b][/QUOTE] Energieressourcen, das ist interessant, ich frage mich ob Erwartungen überhaupt zu etwas gut sind, oder ob sie es nicht sind, die einseitig Energien verbrauchen ohne Gegenleistung. Ich könnte mir vorstellen das man durch die Verminderung von Erwartungen indirekt Energien freisetzt. Spätestens dann wenn man den Ärger und den Kummer über eine nicht erfüllte Erwartung gespart hat. [QUOTE][B] Um nun noch mal auf die Gedanken meiner Freundin zurück zu kommen ... Ich hoffe, dass es keine Konflikte geben wird ... Zwischen meiner Freundin und der mit ihrer befreundeten Festveranstalterin, zu deren Feste meine Freundin nicht mehr gehen möchte. In Anbetracht dessen, dass man sich für seine Freunde das Beste und deren Wohlergehen wünscht, könnte man ihre Entscheidung doch akzeptieren. Beide könnten weiterhin ihre unterschiedlichen Erwartungen ausleben, ohne einander damit ins Gehege zu kommen ... und die eigenen Erwartungen dem anderen aufzudrücken, ignorierend, ob es dem Anderen dabei schlecht geht. [/B][/QUOTE] Ich glaube da wird die Freundschaft auf eine harte Probe gestellt, denn sicherlich erwartet die Gastgeberin das ihre Freundin zum nächsten Fest kommt. Wenn solche Proben überstanden werden ist das Ergebnis größer denn je. [QUOTE][b] Ich denke auch, dass sich in vielen Fällen Leute gar nicht bewusst darüber sind, dass sie mit ihren Erwartungsstellungen etwas tun, was sie vielleicht selbst gar nicht schätzen ... Man begeht, wie du sagst, häufig ein "Aufrechnen" ... Je enger eine Beziehung ist, werden dieses Erwartungen immer "ungerechter", immer subjektiver vielleicht sogar egoistischer erscheinend ... Als Beispiel sei eine Liebesbeziehung genannt. Ich frage mich, ob es möglich ist, eine Beziehung ohne weitergehende Erwartungen an den anderen zu stellen ... Das wäre dann eine offene Beziehung ... sicherlich das Gerechteste und natürlichste was es gibt ... Dennoch für viele, sicherlich die meisten, gar nicht auszudenken, da die Vorstellungen doch sehr an Konventionen gebunden und nicht davon so einfach zu lösen sind. Handeln wird mit Denken verbunden, und Denken, so unterstellt man einfach, könne nicht immer veräußert werden, sondern drückt sich in Handeln aus - eindeutlig interpretierbar. Angst vor Lügen - Handeln spricht deutlicher als Worte ... Angst vor Verlusten ... All das verkompliziert zwischenmenschliche Beziehungen. Aber ist wohl menschlich und - sogar mit gutem Willen - nicht immer zu vermeiden ... Zumal diese Erwartungen an andere doch sehr mit dem Selbstbild zu tun haben. [/B][/QUOTE] Aber würde denn nicht auch hier alleine das erwarten von Ehrlichkeit schon ausreichen? Wäre das nicht schon schwierig genug einzuhalten, obwohl es in einer Beziehung doch einfacher denn je sein sollte? [QUOTE][B] Komplexe, beispielsweise, lassen sich schwer mit der Ratio ausmerzen, und so fällt dem geneigten Komplexbehafteten gar nicht auf, wenn er anhand dieser Erwartungen nichts weiter tut, als seine eigenen Komplexe zu füttern ... Erwartungen aufzustellen, bedeutet doch auch die Möglichkeit, sich enttäuschen lassen zu können ... Enttäuschungen passen dann in das sich quasie selbst erfüllende Bild der immer wieder entstehenden Enttäuschungen. Enttäuschungen im Grunde darüber, wie man sich selbst erlebt und die dann in zwanghafter, gar nicht bewusst überschaubarer Weise auf die Mitmenschen projiziert werden ... Sobald Emotionen im Spiel sind, werden Erwartungen höher geschraubt. Scheinbar machen Menschen, die diese Erwartungen erfüllen, einen persönlich bedeutsameren Wert aus. Oder anders gesagt: Je mehr/besser jemand die Erwartungen ein Gegenüber an das eigene Ich-Ideal erfüllt, desto größer ist dessen Wertschätgzung und desto größer erlauben sich viele, Emotionen an diese Person zu hängen. Das ist aber gewiss kein Regelfall; unter all den vielen Menschen gibt es sicher auch welche, ohne hohe Anforderungen. [/B][/QUOTE] Aber wo sind sie? *Lach*, nein du hast ja recht, es gibt sicherlich auch solche. Auch wenn ich glaube das es nicht sehr viele sein werden. Dabei wäre es doch nur ein weiteres Stückchen Freiheit für alle. |
| Selian | [QUOTE][i]Original geschrieben von Hirogen [/i] [B]was mir spontan dazu einfällt...mich wunderst ja selbst, dass mir momentan überhaupt was dazu einfällt.... ein weisser mann hat mal gesagt: "man kann von anderen nicht mehr erwarten, als andere von einem selbst erwarten können." (zitat hirohito ende) [/B][/QUOTE] darauf könnte ein anderer weisser Mann erwiedern: Hirohito, das würde aber nicht ausschließen das man an andere sehr hohe Erwartungen stellen kann, sofern man ihnen diese auch zugesteht. Was dann auf das gegenseitige Aufrechnen hinauslaufen könnte. [QUOTE][B] vielleicht was ganz banales, was evtl nur sehr entfernt mit selis threadintention zu tun hat, aber was ich mich schon öfters mal fragte...nein besser frug und weswegen ich schon hunderttausendmillionenmilliardentrillionenbillonen (grob geschätzt und abgerundet) von nächten nicht schlafen konnte: [B] moment noch, das soll aber jetzt bloß keine boarddynamikdisse werden![/B] *welche erwartungen stellt ein nw-moderator, an den "perfekten" powergothicbilderbuchmember speziell bezüglich des verhaltens an board?* mfG Hirohito [/B][/QUOTE] Man könnte die Frage erweitern und fragen, welche Erwartungen stellen die Member untereinander, welche Erwartung hat jemand wenn er einen Thread schreibt oder auf einen antwortet, in Bezug auf Feedback. Die Frage erweiter ich natürlich jetzt nicht, da es hier ja nicht wirklich um eine Boarddynamischeboarddynamikdiskussion gehen soll. ;) Es zeigt ganz deutlich das es überall geradezu von Erwartungen wimmelt und das Board ist da ja noch ein recht überschaubares Gemeinschaftssystem. Schaut euch mal im Kollegen- oder Bekanntenkreis um. :rolleyes: |
| Calraun | Erst mal möchte ich Selian meine Anerkennung bekunden - eine wirklich interessante Diskussionsrunde und eine ausgefeilte Theorie hast du hier zu bieten! Gute das du gleich am Anfang das Themengebiet eingeschränkt hast, das ganze könnte man uferlos ausbreiten! Ich möchte fast sagen, das du mich mit deinem Thema angestossen und zum Nachdenken gebracht hast. Erwartungshaltungen - insbesondere meine eigenen - in Beziehungen beschäftigen mich schon seit geraumer Zeit. Grundsätzlich hatte ich lange Zeit die (zugegebenermassen) einfache Theorie was ich von Anderen erwartete, war ich auch bereit zu erfüllen. Dieses Denken führte häufig dazu, das meine Erwartungen entteuscht wurden, was eigentlich auch logisch ist, denn nimand kann es sich herausnehmen einfach zu erwarten ;) dass der Partner die gleichen Erwartungen hat als man selbst. [quote] So bin ich dann zu dem Entschluss gekommen, das man so gut wie nichts erwarten darf. Ein paar Grundlegende Dinge vielleicht, die da wären (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Ein vernünftiger Umgang miteinander, Verständnis für offensichtliche Situationen, Einhaltung von Vereinbarungen, Ehrlichkeit. [/quote] Da kann ich dir nur uneigeschraenkt zustimmen ... Wobei ich hier besonders den letzten Punkt hervorheben will. Die Menschheit könnte gar nicht so existieren, wenn nicht ein Mindestmass an Vertrauen und Ehrlichkeit vorhanden wäre. Ich erwarte einfach, das man mir ein gewisses Mass an Ehrlichkeit entgegenbringt, anders wuerde ja auch jegliche Kommunikation sinnlos werden. Deswegen scheint es mir auch nicht anmassend, uebertrieben egoistisch oder unpassend, Ehrlichkeit zu erwarten. Meiner bescheidenen Meinung nach ist dies gerade in Beziehungen wichtig und sollte selbstverstaendlich sein, auch wenn mir natuerlich bewusst ist, das dies nur ein Idealzustand ist. Unehrlichkeit, besonders negative, wie du auch schon bemerkt hast, ist fuer mich der Hauptausloeser fuer unsichtbare erwartungshaltungen in Beziehungen. Negative Ehrlichkeit tut manchmal weh (z.B. "Tut mir leid, aber ich kann dir das [noch] nicht anvertrauen") wirkt sich aber viel positiver auf eine Beziehung aus, als gutgemeinte Luegen oder verschwiegene Wahrheit ( meiner Meinung nach auch eine Art zu Luegen ). Um bei dem Beispiel zu bleiben - hier scheint die Kommunikation erstmal negativ zu sein: hier wird jemand erst einmal verletzt sein. - Die Langzeitwirkung aber sieht ganz anders aus: Man wird den Anderen verstehen, wenn man die eine oder andere Sache nicht sofort haarklein erfaehrt, man spielt sich selbst nicht als grossen Seelenklempner fuer den Anderen auf, man gibt dem Anderen den Raum, den er braucht, um sich ganz von alleine auf dich zu zu bewegen. Unter Umstaenden bemerkt man, das man selbst noch nicht soweit ist, sich zu oeffnen usw. Wogegen eine Luege oder auch nur bloses Verschweigen gigantische Erwartungsberge heraufbeschwoeren koennen. Es ist absolout todlich, wenn sich nicht erfuellbare Erwartungen nicht sofort aufloesen koennen - weil man nicht darueber spricht. Sie werden unweigerlich ins Unermessliche wachsen. Und mit jedem Tag wirde es schwieriger, fuer ihren Besitzer sich von ihnen zu loesen. - Vielleicht weil es sie in seinen Plan mit eingebaut hat. Ich habe Menschen gesehen, die vielleicht 70 % ihres ganzen Lebens aus Erwartungen geformt hatten. Da gab es einen, der sich den ganzen Tag den Kopf darueber zerbrochen hat, ob jetzt der oder diejenige so reagiert, wie er es vorhergesagt hat. Er hat regelrecht darauf gewartet und spekuliert das seine Einschaetzung in erfuellung gingen oder scheiterten. Aus beiden Faellen hat es sich seine Bestaetigung geholt, aus positivem wie negativem Feedback - so viel zu der Frage mit dem Ich und wie man sich darueber definieren kann. Doch zurueck zu meinen Erfahrungen im Beziehungsbereich. Es ist wohl sehr unwarscheinlich, das man jemandem begegnet, der genau die gleichen Erwartungen an seinen Partner hat wie man selbst. Ausnamen solls geben - ich weiss ;) Das wirft das Problem auf: Wessen Erwartungshorizont ist der Richtige? Es gibt keinen Richtigeren. Ich geh jetzt mal davon aus, (hab auch keine Lust, darueber zu streiten) das es unsinnig ist, etwas zu erwarten ohne bereit dazu zu sein, dasselbe zu leisten (*merkt gerade das das mit der Formulierung haarscharf an Geschaeftsvereinbarungen verbeizieht*) Soll der eine jetzt die Erwartungen des Anderen erfuellen, ob wohl er mit einigen gar nicht einverstanden ist und diese gar nicht in seinem Erwartungspool mit drin hat? Eher unfair, damit wuerde man zu einer Tat gezwungen die man eigentlich nicht will. Damit bleibt nur noch so viel uebrig: Beide koennen von dem Anderen das erwarten, was beide [B]gemeinsam[/B] erwarten. Hier ist Kommunikation unumgänglich. Wie sonst soll man die Erwartungen des anderen kennenlernen? Das heist ja nicht, das man nicht an seinen Vorstellungen und Werten, an seiner Erwartungshaltung etwas aendern koennte. Auch hier ist Kommunikation von Noeten. Letztendlich kommt man irgendwie immer zu dem Schluss, das ja niedriger die Erwartungen sind, die Probleme auch kleiner sind, Uebereinstimmung zu finden. Dennoch gehoert es wohl zum Menschsein, Erwartungen zu haben und es kostet unglaublich Kraft, sich von ihnen zu loesen. [quote] Im großen und ganzen würde ich sagen das Erwartungen in den meisten Fällen nur Enttäuschungen hervorrufen, allerhöchstens Zufriedenheit bei Erfüllung. Ein solch glückseliges Gefühl das man erfährt wenn man nichts erwartet, aber trotzdem positiven Dingen (oder Menschen) begegnet wird man mit steigender Erwartungshaltung entsprechend schwächer erleben. [/quote] Hier möchte ich ein wenig relativieren, da es (wenigstens fuer mich) ein sehr schoenes Gefuehl ist, wenn sich eine Erwartung - besonders in einer Beziehung - erfuellt. Ich halte Erwartungen wenn sie nicht zu unangemessen sind, fuer nichts schlimmes. Es kommt auch darauf an, wie man sie sieht - je toleranter du gegenueber ihrer Nichterfuellung gegenueberstehst, desto mehr Schrecken verlieren sie. Man kann sich beispielsweise doch einfach auf eine Sache freuen - wenn sie nicht eintritt - mein Goth ... Dennoch muss ich zugeben, habe ich momentan bestimmt noch zu hohe Erwartungen - stille Erwartungen. Dein Betrag hat mitgeholfen, mir diese ins Bewusstsein zu rufen und mich daran zu machen, sie Stueck fuer Stueck aufzuloesen, bevor sie zur Gefahr fuer mich und meine Beziehung werden. Hier koennte ich ja vielleicht auch mal ne kleine Frage in den Raum stellen, auch wenn sie nicht ganz in Richtung des eigentlichen Themas geht: Geht es nur mir so, oder ist es wirklich so Energieaufwaendig, Erwartungshaltungen abzubaun? Kennt sich damit jemand aus, gibts da Techniken - naja da waeren wir auch shcon wieder bei der Vereinfachung von komplexen zwischenmenschlichen Vorgaengen, denen eine eitere Vereinfachung einfach nur schadet. :q Fuerchte den Zorn des geduldigen Mannes ! <-- Da ist was wahres dran, denn er hat sich solange mit giftigem Zorn anfuellen lassen, in der Erwartungshaltung, es wuerde schon aufhoeren, bis er ueberlaeuft und schreckliche Dinge geschehen laesst. Ich hoffe, mein erster Eintrag war nicht zu kläglich und ich konnte ein wenig dazu beitragen und/oder ein paar Fragen aufwerfen. - Calraun - |
| Mahsheed | [QUOTE][I] Was einem (zumindest mir) wirklich zu schaffen machen kann wenn man versucht sich für alles offen zu halten ist, auch dem was man als schlecht ansieht seinen Platz zu lassen sofern es niemandem weiter schadet. Das ist offenbar schon eine recht schwierige Erwartung die man an sich selber stellen kann.[/QUOTE][/I] Mir stellt sich die Frage, ob Erwartungen denn nicht auch einen nützlichen Zweck erfüllen ... Die Frage, ob Erwartungen beim Gegenüber nicht auch für ihn und sein persönliches Weiterkommen nützliche Entwicklungen provozieren können. Angenommen, es gäbe keine Erwartungen an das Verhalten anderer, würde sich dann nicht noch mehr gehen gelassen werden? Bis hin zum alleinigen Hören auf die eigenen Triebe? Erwartungen können eine konstruierte Ordnung unterstützen; würden sie nicht existieren, würde diese Ordnung wieder ins ich zusammenfallen. Keiner erkennt dieses konstruierte Regelwerk. Am Beispiel antiauthoritärer Erziehung ist deutlich geworden, dass so aufgewachsene Menschen im Erwachsenenalter oft darüber klagen, einen Mangel an Orientierung zu besitzen ... Gut, sie werden ja aus dieser Art der Erziehung auch in ein System von Gesetzen, Regeln und Grenzen entlassen ... Man könnte sich fragen, was denn wäre, wenn sie in "ihrer Welt" blieben ... Mir fällt leider kein Fall ein, wo Menschen ohne jegliche Erwartungen aufgewachsen wären ... Es wäre interessant, ihre Entwicklung zu sehen ... Sobald es Sprache gibt, wird es wohl auch Erwartungen geben ... Ohne Erwartungen wachsen wohl nur Tiere auf, oder? [QUOTE][I]Und genau das möchte ich immer wieder in Frage stellen, so oft es geht. Diese Orientierung, man muß sie ja nicht direkt abschaffen. Aber man könnte sie überdenken, mit jedem wichtigen neuen Eindruck und jeder weiteren Erfahrung selber überprüfen.[/QUOTE][/I] Solange das die Menschen machen, bleiben sie geistig beweglich ... geistig jung ... Sobald man das nicht mehr tut, stagniert das Lernen, und ich denke sogar, das Hirn altert dann, stirbt allmählig ab. Außerdem fällt mir bei diesem Gedankengang wieder auf, dass Angst ein schlechter Berater ist und am Weiterentwickeln hindert. Oft ist Angst der Stacheldrahtzaun, der einen Menschen von der nächst höheren Entwicklungsstufe trennt ... [QUOTE][I]Energieressourcen, das ist interessant, ich frage mich ob Erwartungen überhaupt zu etwas gut sind, oder ob sie es nicht sind, die einseitig Energien verbrauchen ohne Gegenleistung. Ich könnte mir vorstellen das man durch die Verminderung von Erwartungen indirekt Energien freisetzt. Spätestens dann wenn man den Ärger und den Kummer über eine nicht erfüllte Erwartung gespart hat.[/QUOTE][/I] Ich könnte mir vorstellen, dass du damit Recht hast. Nicht jede Strategie, die ein einfacheres Durchdieweltkommen bewirken soll, ist letzten Endes effektiv ... [Beziehung und Erwartungen] [QUOTE][I]Aber würde denn nicht auch hier alleine das erwarten von Ehrlichkeit schon ausreichen? Wäre das nicht schon schwierig genug einzuhalten, obwohl es in einer Beziehung doch einfacher denn je sein sollte? [/I][/QUOTE] Wenn sich die Menschheit in eine andere Richtung entwickelt hätte, wäre das vielleicht möglich gewesen. Komisch ist schon, dass, egal, wo man hinschaut, beispielsweise Erwartungen an Treue gerichtet werden. Es gibt natürlich Ausnahmen, wie in den Harems oder in einigen afrikanischen Stämmen ... (und wer weiß, wo noch) ... Doch betrachtet man diese Einzelfälle genauer, ist es der Mann, der sich rausnimmt, mehrere Frauen zu "halten", während die Frauen, jede einzelne für sich, treu zu bleiben hat. Offenheit/absolute Ehrlichkeit zu erwarten, ist eine der anspruchsvollsten Erwartungen, die ich kenne ... Vielleicht ist ja gerade sie zu hoch gestellt, sodass sich die Menschen nach anderen "Ausrede-Erwartungen" wie Treue umsehen, weil sie diese Offenheit nicht ertragen, nicht verstehen und nicht selbst preisgeben können. Und weil sie von Verlust- oder anderen Ängsten geplagt werden. |
| LaChatte | Ein vernünftiger Umgang miteinander, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Und wo das nicht klappt, muss man ihn halt verlangen. Wenn nötig lautstark und undiplomatisch Verständnis für offensichtliche Situationen, ... ist schon schwieriger, da ich nicht abschätzen kann, was der andere "offensichtlich" sieht... Ich staune immer wieder, wie gross die Wahrnehmungsdifferenz zwischen mir und anderen bei "offensichtlichen" Dingen ist... Einhaltung von Vereinbarungen, Das gehört zum gleichen Kapitel wie "vernünftiger Umgang miteinander" - und wenn jemand seine Vereinbarungen nicht einhält, werde ich mit allen Mitteln vermeiden, je wieder eine Vereinbarung mit diese Person treffen zu müssen. Ehrlichkeit. Wär zu schön, um wahr zu sein... Ehrlichkeit ist für mich eine wichtige Grundlage jeder Beziehung, doch wohl auch etwas vom Schwierigsten für uns Menschen... "Warum sollte ich meinem Partner sagen, dass ich an diesem Fest da einen Typen geküsst habe? Es bedeutet mir nichts, und wenn ich es sagte, kriegt mein Partner bestimmt einen Wutanfall - also sage ich nichts..." Hier gehen die meisten den Weg des geringsten Widerstandes, und gerade in einer Partnerschaft entwickeln sich schnell solche Muster und viele unausgesprochene Erwartungen. Ich stimme euch bei, kanns aber gar nicht so schön sagen...;) Ich versuche in meinem Alltag auf alle Fälle, meine Erwartungen an andere zu verbalisieren und klar zu stellen, da ich nicht davon ausgehe, dass meine Mitmenschen Gedanken lesen können. Und ich gehe davon aus, dass meine Mitmenschen das Gleiche mit mir tun. Die Sache wird dann meist recht schnell klar, wenn ich eine unausgesprochene Erwartung eines anderen nicht erfüllt habe... Und meiner Meinung nach nehmen unausgesprochene Erwartungen viel Energie von Beziehungen, auf beiden Seiten. Als Paradebeispiel: die Frau, die sich jahrelang selbstlos um den Haushalt, die Kinder, den Mann kümmert, und dann heisst es eines Tages "Wo ist eigentlich der Dank dafür, dass ich mich für euch aufgeopfert habe?" Die Frau fühlt sich zuwenig belohnt für ihre Anstrengung, und der Rest der Familie ist sich womöglich gar nicht bewusst, dass die Mutter gerne eine Gegenleistung hätte, da sie nun jahrelang ihre Dienstleistungen gratis anbietet... Am Schluss fühlen sich alle entweder wie schlechte Menschen oder Verlierer. Wenn solche Erwartungen frühzeitig verbalisiert werden, kann wohl viel Schaden vermindert und die vorhandene Energie in interessante Projekte gesteckt werden. |
| Mahsheed | [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]Ein vernünftiger Umgang miteinander, [...] Verständnis für offensichtliche Situationen, ... ist schon schwieriger, da ich nicht abschätzen kann, was der andere "offensichtlich" sieht... Ich staune immer wieder, wie gross die Wahrnehmungsdifferenz zwischen mir und anderen bei "offensichtlichen" Dingen ist...[/B][/QUOTE] Irgendwie erscheint mir deine Aussage der Kernpunkt der Problemoffenbarung zu sein, warum wir alle nicht miteinander erwartungslos zurfrieden sein können ... Denn ab wann diese "Luxuserwartungen" (alle, die über offensichtilche Situationen und den vernünftigen Umgang miteinander hinaus gehen) einsetzen ist, wie du sagst, Definitionssache ... Und jeder definiert anders ... (Bitte nicht wundern, ich muss noch mal resümieren, weil mir diese Aussage einfach gut gefällt ... Ich habe so viel geschrieben und überlegt, aber auf die klarste aller Lösungen bin ich nicht gekommen.) [QUOTE][B]Ich stimme euch bei, kanns aber gar nicht so schön sagen... [/QUOTE][/B] Vortrefflich hast du gesprochen, oh Starborneuse ;-) |
| Selian | @Calraun Danke für deine freundlichen Worte. [QUOTE][i]Original geschrieben von Calraun [/i] [B]Hier möchte ich ein wenig relativieren, da es (wenigstens fuer mich) ein sehr schoenes Gefuehl ist, wenn sich eine Erwartung - besonders in einer Beziehung - erfuellt. Ich halte Erwartungen wenn sie nicht zu unangemessen sind, fuer nichts schlimmes. Es kommt auch darauf an, wie man sie sieht - je toleranter du gegenueber ihrer Nichterfuellung gegenueberstehst, desto mehr Schrecken verlieren sie. Man kann sich beispielsweise doch einfach auf eine Sache freuen - wenn sie nicht eintritt - mein Goth ... [/B][/QUOTE] Du relativierst hier schon richtig. Man sollte schon unterscheiden wie Leute Enttäuschungen aufnehmen. Ist ja nicht so das alle beleidigt oder trotzig reagieren, andere nehmen es hin wie es kommt und lernen einfach daraus. Da ist ja auch nichts schlechtes daran. [QUOTE][B] Hier koennte ich ja vielleicht auch mal ne kleine Frage in den Raum stellen, auch wenn sie nicht ganz in Richtung des eigentlichen Themas geht: Geht es nur mir so, oder ist es wirklich so Energieaufwaendig, Erwartungshaltungen abzubaun? Kennt sich damit jemand aus, gibts da Techniken - naja da waeren wir auch shcon wieder bei der Vereinfachung von komplexen zwischenmenschlichen Vorgaengen, denen eine eitere Vereinfachung einfach nur schadet. :q [/B][/QUOTE] Ich weiß nicht ob es Energieaufwendig ist Erwartungen abzubauen. Es ist auf alle Fälle schwierig. Andersrum, denke ich das alleine schon die Tatsache, das die Erwartung als solche bewußt ist positiven Einfluß hat. Wenn man sie vielleicht auch nicht ablegen kann, so kann man zumindest besser/bewußter mit ihr umgehen. |
| Selian | [QUOTE][i]Original geschrieben von Mahsheed [/i] [B][/I] Mir stellt sich die Frage, ob Erwartungen denn nicht auch einen nützlichen Zweck erfüllen ... Die Frage, ob Erwartungen beim Gegenüber nicht auch für ihn und sein persönliches Weiterkommen nützliche Entwicklungen provozieren können. [/B][/QUOTE] Ist schwierig zu beantworten, die Frage. Du hast bestimmt recht, das Erwartungen auch den anderen positiv weiterbringen können. Alleine hier wieder eine vernünftige Grenze zu ziehen ist das Problem. Denn das kann ja auch ins Gegenteil umschlagen. Nämlich an dem Punkt wo der andere merkt welche Erwartungen da an ihn gestellt werden, er diese aber trotz aller Anstrengungen nicht erfüllen kann. Ich glaube dann wirds hart. Das ist vermutlich nur im speziellen Fall zu entscheiden, in dem man das Gegenüber genau kennt und annähernd einschätzen kann, was dem anderen an Erwartungen zugemutet werden kann. [QUOTE][B] Angenommen, es gäbe keine Erwartungen an das Verhalten anderer, würde sich dann nicht noch mehr gehen gelassen werden? Bis hin zum alleinigen Hören auf die eigenen Triebe? Erwartungen können eine konstruierte Ordnung unterstützen; würden sie nicht existieren, würde diese Ordnung wieder ins ich zusammenfallen. Keiner erkennt dieses konstruierte Regelwerk. [/B][/QUOTE] Ganz ohne Erwartungen geht es sicherlich nicht, da stimme ich dir zu. Auch wenn ich darüber kurz nachgedacht hab als ich das Thema anging, bin ich zu dem Schluß gekommen das man bestimmte Dinge einfach vorraussetzen können muß. [QUOTE][B] Offenheit/absolute Ehrlichkeit zu erwarten, ist eine der anspruchsvollsten Erwartungen, die ich kenne ... Vielleicht ist ja gerade sie zu hoch gestellt, sodass sich die Menschen nach anderen "Ausrede-Erwartungen" wie Treue umsehen, weil sie diese Offenheit nicht ertragen, nicht verstehen und nicht selbst preisgeben können. Und weil sie von Verlust- oder anderen Ängsten geplagt werden. [/B][/QUOTE] Eigentlich ist es nicht wirklich schwer ehrlich zu sein. Finde ich jedenfalls. Es geht ja nicht darum das man deswegen alles erzählen muß. Sondern das man einfach ehrlich sagt was man erzählen will und ebenso ehrlich sagt was man halt nicht will. Das meinte ich mit abneigender Ehrlichkeit. Einfach mal zu sagen, hey Sorry, das kann oder will ich dir nicht sagen. Übrigens finde ich es viel bequemer ehrlich zu sein, denn wer häufig flunkert muß sich viel merken... :D |
| Selian | [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]Ein vernünftiger Umgang miteinander, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Und wo das nicht klappt, muss man ihn halt verlangen. Wenn nötig lautstark und undiplomatisch Verständnis für offensichtliche Situationen, ... ist schon schwieriger, da ich nicht abschätzen kann, was der andere "offensichtlich" sieht... Ich staune immer wieder, wie gross die Wahrnehmungsdifferenz zwischen mir und anderen bei "offensichtlichen" Dingen ist... Einhaltung von Vereinbarungen, Das gehört zum gleichen Kapitel wie "vernünftiger Umgang miteinander" - und wenn jemand seine Vereinbarungen nicht einhält, werde ich mit allen Mitteln vermeiden, je wieder eine Vereinbarung mit diese Person treffen zu müssen. [/B][/QUOTE] LaChette, klar hast du recht, wie man es dreht und wendet, es bleibt doch relativ auch das mit dem vernünftigen Umgang. (Was ist vernünftig?) Aber ganz verscheuchen wollte ich die Erwartungen doch nicht. Wie Mahsi es ja auch schon anführte, wo würde das dann enden? So überlasse ich es (zwangsläufig) jedem sich selber zu überlegen was er für vernünftig oder für offensichtlich hält. Ich denke doch das einige damit etwas anfangen können. natürlich bleibt die Einzelsituation immer relativ und im Auge des Betrachters aber das geht nicht anders, was ja auch gut so ist. |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Scheol [/i] [B]Ich weiß das es falsch ist soviel von sich selbst zu erwarten da man nicht alles einhalten kann und sich damit wieder nur selbst entäuscht.[/B][/QUOTE] Hmm, Scheol, so falsch ist das vielleicht gar nicht. Wie sagte Hermann Hesse noch: [I]"Man muß das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen."[/I] ~decay~ |
| AshtrayGirl | [QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i] [B]Hmm, Scheol, so falsch ist das vielleicht gar nicht. Wie sagte Hermann Hesse noch: [I]"Man muß das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen."[/I] ~decay~ [/B][/QUOTE] hm. aber er sagte nichts von "man muss das unmögliche [von sich] erwarten, um das mögliche zu erreichen"... ;) ich bin da vor kurzem auch mal auf einen schönen spruch in zusammenhang mit erwartungen gestoßen, allerdings weiß ich nicht von wem der ist... "wir sind nicht dazu da, um uns gegenseitig unsere erwartungen zu erfüllen." ich habe viel darüber nachgedacht, im vorfeld schon, weil ich oft unglücklich war u nicht so recht wußte warum. bis ich darauf geschubst wurde, dass es möglicherweise an meinen erwartungen liegt, die andere nicht erfüllen können, wollen. jetzt versuche ich wenig - nur grundlegendes wie ehrlichkeit, kommunikationsbereitschaft, zuHÖREN - zu erwarten - u siehe da, ich bin viel entspannter, gelassener, zufriedener. natürlich klappt es noch nicht immer, rückschläge gibt es immer mal wieder, aber auch damit komme ich schon wesentlich besser zurecht als noch vor einem jahr.... jetzt fehlt mir nur noch dieses prinzip der "offenen erwartungshaltung" in einer beziehung zu leben, u zu erleben... :) |
| Guenhwyvar | puhh erwartungen , ist für mich im moment ein großes thema. wieder einmal stell ich mir die frage ob meine erwartungen in eine beziehung zu hoch sind , oder einfach nur normal und meine bezihung unnormal ist. denke jeder mensch hat andere erwartungen .....was vollkommen richtig ist. kann es gut geht , wenn zwei menschen ganz unterschiedliche erwartungen haben , kann man trozdem einen weg finden??? das auszu gleichen ohne das beide unglücklich sind. mein man kan erwartungen runterschrauben aber geht das auf dauer, kann man damit auf dauer glücklich sein . hmm....der punkt den ich gerade habe , ich bin unglücklich , aber einfach angst das meine erwatrungen zu hoch sind. |
| Dark Goddess | Für mich ist das Thema Erwartungen sehr komplex. Es hängt grundsätzlich mit den Bedürfnissen eines Menschen zusammen. Jeder hat andere Bedürfnisse. Bei den einen ist das Bedürfnis nach Geborgenheit ausgeprägter, beim anderen vielleicht das der Freiheit. Je nach dem gestaltet sich dann auch die Erwartung. Wenn ich ein grosses Grundbedürfnis an Geborgenheit habe, erwarte ich das von meinem Partner. Und ich werde nicht glücklich sein, wenn er mir es nicht geben kann. Vielleicht ist es noch nicht mal seine Schuld, weil sein Bedürfnis an Geborgenheit weitaus geringer ist. Er hat dann vielleicht die Erwartung, seine Freiheiten ausleben zu können. Deswegen gibt es keine zu hohen Erwartungen, da sie aus Bedürfnissen entstehen. Und ein Bedürfnis ist etwas, das man braucht, um glücklich zu sein. Deswegen ist der Schlüssel dazu, meine kleine schwarze Gefährtin, dass sich zwei Menschen mit den gleichen Erwartungen treffen müssen. Erwarten beide das Gleiche und tun beide gleich viel dafür, werden auch die Erwartungen erfüllt werden und sie können letztlich gar nicht zu hoch sein. ************************************************** Was ich nicht gut finde, ist etwas zu erwarten, dass man selber nicht geben will oder kann. Ich kann von einem Partner keine Treue erwarten, während ich selbst sie ihm nicht geben kann. Oder ich kann von einem Freund nicht erwarten, dass er mir immer zuhört, wenn ich ihm nie zuhöre. |