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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Euthanasie
LostGhostDieses Thema ist eigendlich ein Ableger von „Kann man Töten?“ und wurde durch Fee angeregt.

Zitat:
------------------------------------------------------------------------------------------Original erstellt durch Fee:
Ich möchte hier mal eine andere Situation ansprechen, in der ich töten könnte bzw. würde:
Ich rede von Sterbehilfe. Wenn eine Mensch derart leidet und keine Lebensqualität und auch -willen mehr hat und keine Aussicht auf Linderung besteht, sich aber selbst nicht helfen kann, dann hätte ich kein Problem, denjenigen von seinen Qualen zu erlösen. Leider ist dies in unserem Lande strafbar, das wäre aber auch der einzige Grund, der mich davon abhalten würde.
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Noch einige Ergänzungen dazu von mir. Die Niederländer hatten ein sehr liberalen Euthanasie- Gesetz dessen Anwendung zu Auswüchsen führte, die jetzt eingedämmt werden müssen. Die Beispiele sind natürlich Extremfälle, der Durchschnittsfall ist sicherlich eindeutiger in seiner Begründung!

Bsp. 1:
1994: Tötung auf Wunsch bei einer schwer depressiven Frau, deren beide Söhne sich umgebracht hatten, organisch war die Frau völlig gesund

Bsp. 2:
1999: aktive Tötung eines Patienten mit Alzheimer im Anfangsstadium

Bsp. 3:
1998: Entsprechung des Tötungswunsches eines organisch gesunden 86-jährigen, da ihm Lebenslust, Lebenssinn und Lebensqualität fehlen

gruß

-lg-

PS: Um hier Problemen vorzubeugen, der Begriff Euthanasie ist durch das dritte Reich vorbelastet. Genau heißt es "schöner Tod" und kommt aus dem Griechischen.

[Dieser Beitrag wurde von LostGhost am 23. März 2001 editiert.]
SarcanIch würde nie einem anderen Menschen bewußt Sterbehilfe leisten, aber wer weriß, wie ich mich entscheiden würde, wenn ich solch einer Situation direkt gegenüberstehen würde. Ich weiß nur so viel - Ich will unbedingt immer die volle Kontrolle über mein Leben behalten - ein Leben zu Lasten anderer erachte ich für mich als Unwürdig. So gesehen wäre ich wahrscheinlich froh, wenn man mir Sterbehilfe leisten würde.

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And every prayer we pray at night
has somehow lost it's meaning
Sarcan@Sarcan
Wem willst du dann die Verantwortung aufbürden, deinen Tod verursacht zu haben?

Ich bin prinzipiell dafür, dass jeder Mensch über sein Leben entscheiden kann bzw. über dessen Ende.
Ich denke nicht, dass der Tod etwas ist, was wir fürchten müssten, daher bin ich zum Beispiel zu Selbstmord etc. relativ liberal eingestellt.

Für eine aktive Euthanasiepraxis auf Rechtsgrundlage hingegen bin ich überhaupt nicht. Die Gefahr des Missbrauchs ist einfach zu hoch und viel Bürokram kann man sich andererseits auch nicht leisten - wenn ich auf meinem Krankenbett unerträgliche Schmerzen leide, bin ich wohl nicht in der Stimmung, mich durch einen Berg von Formularen zu wühlen und das Urteil von fünfeinhalb unabhängigen Experten abzuwarten...

Ich denke, jemandem die Verantwortung für mein Leben zu übergeben ist mehr, als ich den meisten zumuten würde.

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And every prayer we pray at night
has somehow lost it's meaning
ScimitharÄhmm, Oops, ich bemerke gerade, dass ich als Sarcan gepostet habe.

Das zweite Sarcan-Posting ist von MIR nicht von ihm...

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www.wod-magus.de


Things to meet, people to do.
Samael@ Scimithar: Hey, da sind wir ja mal einer Meinung *grübel*...

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Nietzsche sagt: "Gott ist tot!"
Gott sagt: "Nietzsche ist tot!"
Dantehi
also finde das man sterbehilfe nicht grundsätzlich ablehnen sollte. wenn man totkrank ist und unerträgliche schmerzen hat dann verstehe ich derartige aktionen sehr gut. jeder mensch sollte selbst über sein leben entscheiden können. ob ich jemanden aktiv sterbehilfe leisten könnte, weiß ich jedoch nicht.
insofern kann man sterbehilfe im begrenzten maße gutheißen...
so long

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Ihr die Ihr hier eintretet,
Lasset alle Hoffnung fahren!!!
Danteachso @ Sarcan: bist du schizophren? [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif[/img]
*ein beunruhigter*
Dante

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Ihr die Ihr hier eintretet,
Lasset alle Hoffnung fahren!!!
Sarcan@Dante

Bin ich nicht, keine Angst (bin ich doch ! bin ich doch ! bin ich doch !). War nur Scimithar unter meinem Account. (*strafender Blick*)

@Scimithar

Zitat:
Wem willst du dann die Verantwortung aufbürden, deinen Tod verursacht zu haben?[/quote]

Wie du selbst sagst trage ich die Entscheidung über mein Leben. Also kann ich jemandem auch 'erlauben', mich zu töten wenn es keinen anderen Weg gibt. So gesehen trifft ihn dann keine Schuld, aber natürlich wird er das anders sehen - Ich hätte also Verständnis, wenn er es ablehnen sollte.------------------
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And every prayer we pray at night
has somehow lost it's meaning

[Dieser Beitrag wurde von Sarcan am 27. März 2001 editiert.]
CrysaniaRabenschwarze Grüße,

ich fand dieses Thema damals schon interessant und dachte mir ich ziehs nochmal rauf.

Ich persönlich könnte Sterbehilfe nicht leisten. Auch wenn ich totkranken Menschen gern helfen würde von ihren Leiden befreit zu werden so könnte ich nie und nimmer mit dem Gedanken leben:
[i]Ich habe einem Menschen geholfen zu Sterben, aber es war ja sein Wunsch[/i]

Nie und nimmer denke ich wäre mir das möglich.

Wenn ich das ganze mal praktisch betrachte. Welche Formen der Sterbehilfe gibt es denn überhaupt ? Ich denke wohl kaum das sich ein Arzt mit einem Messer neben den Patienten stellt und ihm den dann in die Brust bohrt.
Aber angenommen er verabreicht ihm Schlafmittel so dass er nicht mehr aufwacht. Auch diesen Gedanken könnte ich nicht ertragen.

Was denkt ihr ?

Cry
l'ange obscurWenn jemand totkrank ist und leidet, darf man ihm es dann verwehren, wenn er es möchte?
Hat mal jemand einen "Sterbeprozess" gesehen. Das ist am Ende kein Leben mehr. Jedes Haustier, dass leidet erlöst man. Aber den Menschen verweigert man diese Hilfe.
Ich denke, jeder hatd das Recht in Würde zu sterben. Und diese Wochen des Siechtums sind nicht besonders würdevoll. Das HAuptproblem sind auch irgendwie die Angehörigen. Die wenigsten können loslassen. Man kann jemand auch zu Tode behandeln.
Aber entscheiden muss jeder selber. Ich möchte nicht dahinsiechen. Und wenn jemand dass ins einem Leben festgelegt hat, denke ich ist aktive Sterbehilfe in Ordnung. Die Mißbrauchsgefahr ist immer da.
Crysanial'ange obscur, du hast schon recht, das dahin siechen ist kein leben mehr. darüber sind wir uns einig.
aber könntest du aktive sterbehilfe leisten ?
ich mein würdest [b]du[/b] es wirklich fertig bringen jemanden diese spritze zu setzten ?

cry
new model No.15Ich weiß nicht, ob man aktive Sterbehilfe befürworten sollte. Wer hat die Macht zu entscheiden, wann ein Leben noch lebenswert ist, und wann nicht mehr? Der Sterbende selbst. Aber allein dessen Urteil wird ja nicht anerkannt, was in gewisser Weise nicht falsch ist. Doch dafür gibt es die passive Stebehilfe. Kein Körper muss durch Maschinen oder Medikamente am Sterben gehindert werden, wenn der Tod unvermeidbar ist. Doch wenn jemand körperlich so krank ist, dass er das Urbedürfnis eines jeden Menschen zu überleben verloren hat, wäre doch zu überlegen, ob man ihn vor seiner Zeit gehen lassen kann. Was ist es für ein Ende, wenn sämtliche Körperfunktionen außer Kontrolle geraten, der Geist durch Betäubungsmittel gelähmt ist und auch die Angehörigen beim Anblick dieses Elends entsetzt sind. Aber wie gesagt, sind diese Grenzen so fließend und die Gedanken des Kranken meist wirr, dass man solch ein Urteil eigentlich niemandem überlassen kann.

Nachdenkliche Grüße
new model No.15
fluchtraumEine interessante und schwere Thematik, die mich gleich auf ein Paradoxon führte:
Ich persönlich wäre nicht in der Lage, aktive Sterbehilfe zu leisten, das weiß ich. Gerechtfertig auf Wusch des Betreffenden würde ich sie in manchen Fällen sicher halten.
Ich könnte mir auch vorstellen, daß ich in gewissen Situationen um aktive Sterbehilfe bitten würde. (und hoffe daß das nie eintritt *schauder*) In so einer Situation wäre ich also angewissen auf jemanden, der bereit und dazu in der Lage wäre. Aber jemand der dazu bereit ist wäre wahrscheinlich ein Mensch der mir höchst suspekt wäre und dem ich mit viel Mißtrauen begegnen würde, also niemand in dessen Hände ich mich bei einer solche intimen und wichtigen Situaiton begeben wollte. Hm...
l'ange obscurCrysania,
ich habe Menschen dahinsiechen gesehen und ganz plötzlich sterben.Ich denke ich könnte die Spritze geben,wenn ich mir sicher bin, dass es im Sinne des Patienten ist.
Vielleicht sehe ich das alles unter einem anderen Gesichtspunkt als angehender Arzt.
*Nightchild*Sterbehilfe-
ich bin dafür.
Ich war als Zivi im Altenheim auf der Pflegestation[der schwierigen Fälle)tätig.
Viele siechen dahin.
Sind am Ende,müssen abgesaugt werden[Schleimentfernug),bekommen nichts mehr mit,röcheln und verdrehen die Augen.
Sie werden von einer Seite zur anderen gedreht zwecks Wundlagerung und trotzdem bekommen sie starke Wunden.
Viele schreien und krümmen sich vor Schmerzen.
Andere wiederum liegen irgendwo im Koma,ihnen fehlen Beine,Arme,was weiss ich alles,sind total gehirntot,würden schwerstbehindert aufwachen[falls sie das jemals wieder tun)
Was ist schlimmer?
Verantwortung für ihr Leiden zu tragen,oder sie zu erlösen?


Gruss

*Nightchild*
Mrs.FiendFluchtraum,

Du schriebst:
>>Aber jemand der dazu bereit ist wäre wahrscheinlich ein Mensch der mir höchst suspekt wäre und dem ich mit viel Mißtrauen begegnen würde, also niemand in dessen Hände ich mich bei einer solche intimen und wichtigen Situaiton begeben wollte. Hm...<<


stell dir vor, die dir am nahesten stehende Person würde plötzlich von einer unheilbaren Krankheit befallen, hätte entsetzliche Schmerzen auszustehen und befände sich in der psychischen Notlage, sich komplett umsorgen lassen zu müssen, ohne jede Selbstbestimmung und freie Entfaltungsmöglichkeiten zur endlosen Passivität gezwungen zu sein, zur Gänze reduziert auf die körperliche Invalididät und ihre Bedürftigkeit....stell dir vor, ihr hättet diese höchstmögliche Stufe des innigsten Vertrauens unter zwei Menschen erreicht.....könntest du es ertragen, dass der von dir so geliebte Mensch einem solchen Schicksal gegenübertreten muß, es ohne die kleinste Hoffnung zum Ende gehen muß in trostlosem Siechtum...? Und wenn sie dich dann bitten würde, ihr diesen Liebesdienst zu erweisen, aus dieser Hölle zu entkommen, würdest du es nicht tun? Wäre nicht gerade die tief verinnerlichte Liebe der Schlüssel zur Bewältigung dieser ~übermenschlichen~ Aufgabe, würde sie es nicht geradezu verlangen?

Ich glaube, dass ich dazu in der Lage wäre; und ausserdem würde ich es mir wünschen, im Falle einer solchen Entwicklung jemanden zu haben, dem ich diesen Antrag stellen und aufgrund einer besonderen Verbindung auch zumuten könnte.....
Dazu müsste diese Hinfälligkeit allerdings rasant schnell von statten gehen, denn sonst würde ich selbst dem zuvor kommen, denke ich.

Für eventuelle Unzurechnungsfähigkeiten innerhalb eines Krankheitsverlaufs oder einem schweren Unfall könnte man ein Testament verfassen, und das im Vollbewusstsein und fernab jeder Krankheit.
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob man damit auch intensivmedizinische Anwendungen einschränken könnte, dh den Lebenserhalt über die natürliche Lebensbefähigung hinaus...aber das kann vielleicht der angehende Arzt beantworten.

nachdenklich grüsst Mrs.Fiend

fluchtraum...leider erst morgen wieder Zeit ausführlich zu antworten... nur in Kürze:

Wäre ich in einer Situation wie von dir beschrieben - könnte ich es dann tun?
Ich könnte jetzt vielleicht versuchen, eine theoretische Antwort zu geben - aber wie ich in einer derartigen Extremsituation wirklich fühlen, denken, handeln würde, könnte ich das wirklich wissen? Ich glaube nein. Gewiss ist nur, daß mir eine Entscheidung schwer fallen würde. Ich kann nicht abschätzen, wie mein Geist unter einer derartigen Belastung reagieren würde. Der menschliche Geist ist nur begrenzt in der Lage, sich selbst zu verstehen. Zu verstehen, wie man in Grenzfällen der psychischen Belastbarkeit reagieren wird, wenn man eine derartige Situation noch nicht erlebt hat, ist für mich an der Grenze des Möglichen.
nachdenklich, der fluchtraum
LostGhostHallo @ all,

(@ Cry: Danke schön! [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif[/img] )

ich glaube, daß Thema Euthanasie hat einen kleinen, bösen Haken. Wir wollen etwas Schlimmes enden, weil es so unwürdig ist. Nur entlassen wir den Leidenden in eine ungewisse Zukunft! In gewisser Weise treibt man dabei den Teufel mit dem Beelzebub aus, denn niemand ahnt auch nur, was der Tod bedeutet. Wohlgemerkt, AHNT! Der Tod ist ein Ereignis, das jede Vorstellung sprengt, über ihn nachzudenken ist der Versuch, das Undenkbare zu denken. Es darf bezweifelt werden, ob das irgend jemanden gelingt. Was aber, wenn sich im letzten eigenen Augenblick einem offenbart, das jedes Leiden dieser Welt eine Wohltat gegen den Tod bedeutet? Was, wenn alle bisher gestorbenen Befürworter einer Euthanasie, egal in welcher Form oder aus welcher Motivation, in ihrem letzten Augenblick ihr Streben als frevelhaft und falsch erkennen mußten und doch niemanden mehr von dieser Torheit abhalten konnten? Wir glauben in unserem Tiefsten, daß der Tod eben der Bruder des Schlafes ist. Aber kritisch betrachtet bliebt dies nur Wunschdenken. Es kann fast exakt die Wahrheit treffen oder aber so fern wie nur möglich davon entfernt sein. Jeder wird es erfahren, keiner darüber sprechen!

Siechtum! Was heißt das? Ich habe für mich zwei konkurrierende und einander ausschließende Vorstellungen davon. Die erste Variante: Schmerzen und Leiden werden von erkrankten oder verletzten Menschen mehr oder minder klar wahrgenommen. Jede Bewegung, jeder Atemzug sind reine Qualen. Die Seele schreit nach Ruhe und Gnade, kann sich aber nicht mitteilen und ist deshalb dazu verurteilt, weiter zu leiden, bis ein gnädiger Tod dem Leiden ein Ende setzt. Dies dürfe mehr oder weniger der allgemeinen Vorstellung von Siechtum entsprechen, gründet sich aber nur auf unsere externe Beobachtung.

Variante 2: Endlose Schmerzen und körperliche Degeneration führen zu einer Art Reizadaption. Das Bewußtsein entkoppelt sich von der Reizwahrnehmung, um nicht den Schmerzen ausgeliefert zu sein. Der Intellekt taucht in seine eigene, entrückte Welt und ist ohne jede externe Wahrnehmung mit sich selbst vollauf beschäftigt. Dieser Zustand müßte dann fern ab von Langeweile und Todessehnsucht sein. So wie Behinderte oftmals Inselbegabungen entwickeln. könnte dieser Mechanismus doch auch beim Siechenden wirken. Was, wenn ich endlich die Welt auf Grund logisch- mathematischer Erkenntnisse in meiner abgeschlossenen Geisteswelt erklären kann, äußerlich aber das Bild des endlos Leidenden biete und deshalb an meinem Bettrand und vor Gerichten um mein Tod (oder meine Ermordung) gekämpft wird?

Andererseits hat diese angenehme Vision natürlich auch den Beigeschmack des Wunschdenkens! Bliebe die Frage, welches Wunschdenken das Falsche ist, wie man dies ergründet und was man mit seiner Weisheit dann tut.

Welche Entscheidung man auch immer treffen wird, es bliebe wohl immer ein Zweifel, ob sie recht getan war! Welch eine Last!

gruß

-lg-

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Am interessantesten ist die Innenseite der Aussenseiter.
-Jean Genet-
SEIROMEMLostGhost,

aktive Sterbehilfe zu leisten, sofern der Patient selber diesen Wunsch hegt, und durch seine Krankheit so stark leidet und keinen anderen Ausweg mehr sieht, einverstanden.
Ich ziehe den Hut vor den Ärzten und Pflegern, die in der Lage sind, dann den letzten Schritt zu tun. Meine Emotionalität würde es verhindern, diesen letzten Schritt für jemanden einzuleiten.

Weisst Du eigentlich wie viele Selbstmordopfer genau aus diesem Grund es jedes Jahr gibt? Wie viele Menschen, die selbst gesund sind, darüber entscheiden, dass ihr Leben nicht mehr lebenswert erscheint? Entschuldige, etwas OT, nur dieser Threat über das Sterben wollen und zulassen. Ein Mensch entscheidet sich dafür, ohne dass andere dazu gefragt werden, und als Freund, Familienangehöriger wirst Du dann mit den Konsequenzen konfrontiert.
Sorry, alte Gefühle die wieder an die Oberfläche gebracht wurden. Ich verstehe es immer noch nicht - ist aber ein anderes Thema - Verrzeihung.

nachtschwarze Grüsse
SEIROMEM


Zitat:
Original erstellt von LostGhost:
[b]Welche Entscheidung man auch immer treffen wird, es bliebe wohl immer ein Zweifel, ob sie recht getan war! Welch eine Last!
[/b][/quote]

MorriganIch glaube, ich selber koennte keine Sterbehilfe leisten, aber in einigen Faellen wuerde ich sie befuerworten. Wir alle koennen wahrscheinlich nicht annaehernd nachvollziehen, wie es einem Menschen ergeht, der darum bittet sterben zu duerfen, aber allein die nur sehr geringe Ahnung fuehrt mich dazu. Trotzdem koennte ich selber den letzten Schritt nicht ausfuehren, ich koennte wahrscheinlich mit dem emotionalen Druck nicht fertig werden, vor allem nicht bei enem geliebten Menschen - auch wenn dies eine sehr egoistische Sichtweise ist. Vielleicht muss man erst einen Menschen leiden, sterben gesehen haben, um aus vollem Herzen sagen zu koennen:"Ja, ich wuerde es tun!"

------------------
"Die wenigen, die was davon erkannt,
Die toericht gnug ihr Herz nicht wahrten,
Dem Poebel ihr Gefuehl, ihr Schauen offenbarten,
Hat man von je gekreuzigt und verbrannt"

-Johann Wolfgang von Goethe-
AmyDa wir das Thema gerade in Reli durchnehmen dachte ich, ich nehme den Thread nochmal auf, zumal das ganze sehr interessant ist.

Ich habe nichts gegen Euthanasie. Zumindest nicht dann, wenn es wirklich keinen Ausweg aus einer schlimmen Lage wie Krankheit und Schmerz gibt. Das Problem ist dabei halt, wenn man Euthanasie zulässt, würde bald jeder Suiziedgefährdeter darauf pochen, dass sein Leben nicht mehr Lebenswert ist. Was soll man dann sagen? Wie soll so ein Mensch verstehen, dass es doch noch einen Ausweg gibt, für andere, die unheilbar krank sind aber nicht?

Ich persönlich möchte auch niemandem zur Last fallen. Bei dem Gedanken wird mir gnaz mulmig. Das erinnert mich an einen kurzen Nachrichtenbericht, den ich mal gesehen habe: eine Frau, die durch einen Unfall ganzkörpergelähmt war, d.h. sie konnte echt nichts, musste künstlich ernährt werden und so, stellte durch ihren mann einen Antrag, dass ihr aktive Sterbehilfe geleistet werden durfte (in den USA). Der Antrag wurde abgelehnt. Die Verzweiflung dieser Frau muss unermesslich groß gewesen sein.

Auf einem Blatt, dass wir in reli bekommen haben, stehen verschiedene Meinungen.
Unter anderem steht da z.B., dass derjenige, der sich für eine rechtliche erlaubte Tötung auf Verlangen ausspreche, der Kirche vorwerfe, dass sie der weltanschaulichen Minderheit nicht genug toleranz erweise. Das ganze ist doch eine ganze "Wort im Mund rumgedreht" Sache. Schließlich leben wir in einem Staat, in dem Glaubensfreiheit herrscht (das sollte man zumindest meinen) und nicht jeder hat was mit der chrstl. Kirche zu tun. Ich finde diesen Vorwurf unerhört.
Pseudo-Gruftiiiich grabe mal das thema wieder aus.....


mich wundert es sowieso, dass es hier nur so wenige beiträge gibt.



meine meinung dazu:

man sagt doch immer, die menschliche würde ist unantastbar. ich persönliche finde diese moral dahinter, die sehr viel mit egoismus zu tun hat ekelhaft. ist diese winzig kleine gefahr des missbrauchs (der meiner meinung nach gar nicht erst entstehen würde, wenn man alles ordentlich regeln würde) und der pseudomoralische aspekt wichtiger wie der würdevolle tod eines menschen?

ich kenne solche fälle, bei welchen ich das durchaus befürworten würde. bei allen diesen fällen bin ich mir mit meinen kollegen einig: "willst du mal so enden? ich nicht...."

nochmal zu dem thema missbrauch: vielleicht helft ihr mir auf die sprünge aber mir will das nicht in den kopf gehen, was daran so schwer ist das zu regeln. ich würde es folgendermaßen regeln/beurteilen, lasse aber eventuelle feinkorrekturen gerne zu:

1. das alter/hat der mensch noch sein ganzes leben vor sich?

2. aussichtslosigkeit?

3. lebensqualität (nicht nur akut sondern auch eventuell in sicht)?

4. natürlich der eigene wunsch, der an erster stelle stehen sollte, dabei bin ich mir aber nicht so ganz sicher, ob ich nur den sehr lange überlegten und immer noch momentanen wunsch zulassen würde oder auch eventuelle "zettel" aus der vergangenheit, die es ja heute eigentlich auch gibt.....

5. würdest du persönlich ohne aussicht auf besserung so enden wollen?

6. hat man den menschen lange genug zeit gegeben mit seinem zustand eventuell doch noch klarzukommen? (ein bestimmter zeitraum müsste dabei bestimmt werden)

7. die beachtung der zurechnungsfähigkeit ist selbstverständlich

8. sowas sollte ein mensch niemals alleine entscheiden. an erster stelle entscheidet die person an sich, an zweiter stelle dann noch weitere (auf keinen fall nur eine!) personen, meinetwegen leute vom gericht und erst an letzter stelle die angehörigen, wenn überhaupt....(ich tendiere eher zu nein).....


das reicht erstmal denke ich, bin mir gerade nicht sicher ob ich nicht noch etwas vergessen habe.


aber ich finde man sollte durchaus mal darüber diskutieren, ob eine wenigstens ansatzweise regelung an sich eigentlich überhaupt möglich wäre und was beispielsweise an meinen punkten doch nicht so machbar wäre (wie ich es gerne hätte=)).....
ZeratulDurch Euthanasie wurde das Gesundheitswesen stark entlastet werden.
hagzissa13[QUOTE][i]Original geschrieben von Zeratul [/i]
[B]Durch Euthanasie wurde das Gesundheitswesen stark entlastet werden. [/B][/QUOTE]

Sorry, aber solche Pauschalierungen helfen nun wirklich nicht weiter, denn die entscheidene Frage ist ja, WO (wenn überhaupt) die Grenzen gezogen werden sollten?
ZeratulDie Frage ist, wer das entscheiden soll.

Es gibt Menschen die würden behaupten, dass alle Behinderte eliminiert werden sollten, andere die meinen, mann müsste schon mit schlechten Genen wie für Kurzsichtigkeit anfangen...

Das Problem ist - rein objektiv betrachtet, dass alles ja logisch und irgendwo auch gerechtfertigt ist.
Pseudo-Gruftiii@zeratul: du hast dir meinen beitrag nicht durchgelesen stimmts? :rolleyes:
gin'iroMein Standpunkt zu dem Thema hat sich erst gewandelt, als ich Menschen in ihren letzten Wochen bis zum letztem Atemzug begleitet habe.

Für mich steht eines fest: Ich möchte nicht so sterben, wie es viele andere - zwangsweise - tun. Für mich erwarte ich zumindest passive Sterbehilfe, wenn denn fest steht, dass nichts mehr zu machen ist. In bestimmten Situationen wünsche ich - auch für mich - aktive Sterbehilfe.

IMO sollte ein Mensch das selbst entscheiden können.
Katzenschatten[QUOTE][i]Original geschrieben von gin'iro [/i]
[B]IMO sollte ein Mensch das selbst entscheiden können. [/B][/QUOTE]

*zustimm* Für mich bleibt nur die Frage wer mich tötet. Ich fan während eines Pflegelehrgangs es grausam dass ich dazu verpflichtet wäre jemanden vom selbstverantworteten Sterben auf jeden Fall abzuhalten. Ich bin mir nicht sicher ob ich das würde...
Pseudo-Gruftiiieben. mein heim gibt es seit ca. 3 jahren. und es gab bereits drei suizide (die suizidversuche waren noch mehr). diese menschen versuchen es meistens immer wieder bis sie es schaffen. dann lieber doch die spritze bei der sie friedlich einschlafen, als dass sie sich vom balkon stürzen/sich aufhängen/sich eine tüte über den kopf stülpen müssen.....
KatzenschattenMich hat beim Einkaufen mal jemand von irgendeiner pseudopolitischen Vereinigung angesprochen der behauptet hat, in der aktiven Sterbehilfe läge der Anfang eines weiteren Holocausts, nach dem Motto: Wenn erst die Alten getötet werden...
AssassinEs ist für mich weitaus schlimmer, einen Menschen dahinvegitieren zulassen, dessen Dasein nur noch von körperlichen Qualen bestimmt ist. Oder einen Menschen am Leben zu halten, obwohl von vorneherein klar ist, dass er geistig nie wieder der Mensch sein kann der er war, zum Beispiel Hirntote.

Kann man wirklich Nein sagen, wenn ein alter Mensch, nur noch von Schmerzen gezeichnet, ohne Chancen auf Heilung oder Erfüllung einen bittet, seine/ihre Qual zu beenden?

Eine schwierige Entscheidung
mondkind[QUOTE]s ist für mich weitaus schlimmer, einen Menschen dahinvegitieren zulassen, dessen Dasein nur noch von körperlichen Qualen bestimmt ist. Oder einen Menschen am Leben zu halten, obwohl von vorneherein klar ist, dass er geistig nie wieder der Mensch sein kann der er war, zum Beispiel Hirntote.
[/QUOTE]
da bin ich vollkommen einverstanden. Schlimm finde ich auch, wenn Ärzte jemanden immer wieder wiederbeleben, obwohl diese Person im Koma liegt und unheilbar an Krebs erkrankt ist. Vor allem wenn die Wahrscheinlichkeit, dass diese Person jemals wieder aus dem Koma erwacht sehr gering ist.
Pseudo-Gruftiiiich möchte euch mal einen fall aus meinem heim schildern:


bei uns ist eine wachkomapatientin, die bereits seit 7 oder 8 jahren im wachkoma liegt (also schon längst überfällig ist). in ihrem zimmer hängt ein foto. sie....eine wahnsinnig wunderschöne junge frau, schwer zu glauben dass sie das heute ist. vor ihr sitzen ihre drei kleinen kinder auf dem boden. neben ihr.....dieser ekelhafte mann. er ist nicht nur ekelhaft....er ist diese art von mensch, der auf einem ekelhaft unsympathisch wirkt obwohl man ihn noch nicht kennt. dunkle haut, etwas dick, schnauzbart, große brille...könnte ein mann türkischer abstammung sein. sie, eine wunderschöne junge, aber bereits auf dem photo etwas unglücklich dreinschauende frau, neben ihr das genaue gegenteil.
sie hat versucht sich aufzuhängen. er ist ihr ständig fremdgegangen. sie konnte es nicht mehr ertragen. er hat sie gefunden. hat das seil noch in letzter sekunde durchgeschnitten. er hat sie "gerettet"....und sie somit in die scheinbar ewige verdammnis geschickt. um es mal anatomisch zu erklären: er hat den winzigen augenblick erwischt, indem die sauerstoffzufuhr noch nicht so lange unterbrochen war, dass sie dadurch sterben konnte aber auch nicht mehr überleben konnte. ihr körper hat darauf also mit einem wachkoma reagiert. er kommt sie heute noch manchmal besuchen. ihre kinder haben sie nicht einmal besucht, seit sie in diesem zustand ist.

vielleicht wartet sie vergeblich darauf ist deshalb "überfällig" ....



und ihr glaubt gar nicht, wie froh ich bin, dass ich zu dieser frau nur in der nacht rein muss. ja, ich würde sogar sagen ich drücke mich davor.

ich bin auch sehr froh, dass ich tagsüber nicht auf dieser station arbeite. ich weiss nicht, wie ich mich verhalten würde, wenn ich diesen mann begegnen würde...
ConstanzeHab mir letztens Gedanken zu einem ähnlichen Thema gemacht. Wenn ich mich recht erinnere hab ich meine Position zur Sterbehilfe schonmal in einem anderen Thread gepostet, demnach möchte ich nur die andere Frage stellen:

Mein Vater hat mir vor kurzem erzählt, dass in Holland (ich glaube zumindest, dass es dort war, kann aber auch in Deutschland gewesen sein, will mich da nicht festlegen) eine Frau in einem Krankenhaus verbrannt ist. Sie hatte wohl eine Operation am Rücken und wurde zum Aufwachen in einen Raum gelegt, wie das eben üblich ist und festgebunden, damit sie das Rückenmark nicht verletzen kann. Sie war wohl schon wieder wach, nur der Rücken war eben noch beäubt, als eines der Geräte, an das sie angeschlossen war, sich mit einer Stichflamme entzündete und ihr Bett Feuer fing. Als man ihr helfen wollte stellte man fest, dass es keine Möglichkeit gab, die frau zu retten, da das Bett und die Umgebung in Flammen standen, die Frau selbst ans Bett gebunden war und man (ich nehme mal an aufgrund der Wunde am Rücken oder aber aufgrund der Größe des Feuers) das Feuer nicht löschen konnte. Man kam also nicht zu ihr heran und sie verbrannte somit bei vollem Bewusstsein.
die Geschichte klingt wie ein schlechter film, aber mein Vater hat sie vor ein paar Wochen im Radio gehört.
Meine Frage ist jetzt, ist in so einer Situation Sterbehilfe legitim? Es handelt sich nur um wenige Minuten und nicht wie bei den meisten Patienten bei denen sich diese Frage stellt, um Jahre. Bei einem Autounfall hat man teilweise ein ähnliches Problem. Die Insassen sitzen drin, leben noch werden aber unter unerträglichen Qualen sterben und in diesem Wagen verbrennen. Ein Feuerlöscher, falls man überhaupt einen dabei hat, würde wahrscheinlich nicht reichen.
Meine Frage ist eher hypothetisch, da man einen schnellen Tod aus Distanz nur mit einer Schusswaffe erreichen kann und kaum einer mit einer Knarre in der Tasche im Krankenhaus rumrennt oder Auto fährt.
Würde man diese Menschen, die sich in solch ausweglosen Situation befinden, erschiessen, wäre das eine Straftat? Eigentlich müsste man es als Mord zählen, aber andererseits erspart man diesen Menschen doch qualvolle, ihnen endlos erscheinen müssende Minuten.
Im Krankenhaus böte sich bei oben genanntem Fall eventuell noch die Möglichkeit(zumindest wenn der Patient nicht ohne Maschine lebenfähig ist), dass man die Herz-Lungen-Maschine ausschaltet.
Es geht mir nur theoretisch darum, was geshcieht, wenn man einem Menschen den unausweichklich und schmerzhaft bevorstehenden Tod leichter macht indem man ihn gewissermaßen umbringt.
Ist es Mord, Sterbehilfe oder ist es legal?
ThemistoSo wie du die Situation beschreibst zählt es trotzallem als Mord oder zumindest Totschlag. Auch wenn ich da ähnlich verfahren würde.


Themisto
moreIch denke nicht dass das viel an so einer Situation ändern würden, die Frau hat sich sicherlich in einem Schock-Zustand befunden und selbst wenig Qualen (wie wir uns das ausmalen) mitbekommen, der Körper reagiert auf solche, nennen wir es mal Extremsituationen, sehr gut mit Ausschüttung Schmerzhemmender Hormone, bzw. der Schock betäubt alles. Bei so einem schrecklichen Unfall ist auch die Umgebung, bzw. zuhilfe eilende Sanitäter kaum in der Lage Hilfe für den Sterbenden anzubieten, auch ein Schuss, kann daneben gehen, soll heissen, die Person muss daran nicht unweigerlich sterben.
Es gibt viele grausame Dinge auf der Welt, nicht jede lässt sich verhindern oder erleichtern.
SeraquaelEins vorweg: Ich spreche mich eindeutig für die aktive Sterbehilfe aus, beschränke dies aber ausschließlich auf organsich unheilbar Kranke Menschen die im weiteren Verlauf starke physische Leiden zu erwarten haben. Ich habe viele Menschen auf die das zutrifft kennen gelernt und denke daher mir durchaus eine fundierte Meinung bilden zu dürfen.

Erstmal aber zu Zeratul:
@Zeratul: Ich finde deine Aussage bedenklich und gefährlich, da dies einer der Punkte ist, weshalb immer davor gewarnt wird. Es gibt ein EU-Mitgliedsland, nämlich Großbritannien, welches Euthanasie zum Zwecke der Entlastung des Gesundheitssystems betreibt, zumindest inoffizeil und dies nimmt dort Formen an die eigentlich nur staatlich verordneter Massenmord zu nennen sind. Z. Bsp. wird dort jeder Mensch unter 5 und über 65, also genau dann wenn er noch nicht oder nicht mehr arbeitet und Rentenkasse und Gesundheitsdienst 'zur Last' fällt nachdem er 40 oder mehr Jahre gearbeitet hat, von höherwertiger medizinische Versorgung ausgeschlossen. D. h. unter anderm das einem kleinem Kind die Dialyse verweigert wird und es an einer körpereigenen Vergiftung qualvoll zu Grunde geht obwohl es durch die Dialyse, also einer künstlichen Nierenersatzfunktion, durchaus noch für längere Zeit ein gut erträgliches Leben führen könnte und, was noch viel wichtiger ist, Zeit hätte auf eine Nierentransplantation zu warten oder das älteren Meschen eine effektive Schmerztherapie vorenthalten wird und sie einfach mit Morphium totgesprizt werden. Das sind Tatsachen, das passiert dort beinahe täglich und es gibt noch viele andere Beispiele. Ich denke, vielmehr hoffe, eigentlich nicht, dass du oder irgendjemand anderes in diesem Forum dies gutheißt.

Es gibt aber durchaus Situationen in denen ich eine aktive Sterbehilfe für gerechtfertigt halte. Ich habe ein Jahr als Helfer in einer Siedlung im afrikanschem Guinea verbracht, die einzig zu dem Zweck gegründet wurde AIDS-Kranke, die dort häufig von ihrer Familie verstoßen werden, zu betreuen und musste dort mitansehen was das Endstadium der Krankheit einem Menschen antut. Je nach Verlauf und Sekundärinfektionen zerfallen die inneren Organe oder aber es werden die Nerven derart geschädigt das die Patienten ständig unter unerträglichen Schmerzen leiden und es gibt andere noch scheußlichere Todesarten die beinahe ausnahmslos von unmenschlichen Schmerzen begleitet werden, vor allem wenn die medizinische Versorgung so unzulänglich ist wie dort.
Zum Glück haben die Ärzte dort eine vernünftige Einstellung zu aktiver Sterbehilfe und in einigen Fällen in denen sie eingeschritten sind, auch auf meine Bitte hin, wäre es ein unglaubliches Verbrechen gewesen die Menschen auch nur eine Minute länger leiden zu lassen.

Auch hier in Deutschland kümmere ich mich in einem Hospiz um AIDS-Kranke und muss sagen, dass sich das Endstadium nicht sehr von dem unterscheidet was sich in Afrika ereignet, es wird nur durch unsere modernen Medikamente länger hinausgezögert, so dass die Patienten nach der HIV-Infektion und sogar dem eigentlichen AIDS-Ausbruch noch viele gute Jahre haben können. Aber das unvermeidliche Ende unterscheidet sich kaum von dem in Afrika, vielleicht sind die Schmerzen dank Morphinen und moderener Schmerztherapie nicht ganz so stark aber es ist dann trotzdem nur noch ein sinn- und verstandloses Dahinsiechen. Das Wissen, das man in Deutschland wegen den geltenden Gesetzen nicht einschreiten kann, das sie niemand erlösen kann macht mich krank und wütend und ich kann mir einfach nicht vorstellen welchen ethischen, medizinischen oder praktischen Grund es geben kann hier die Hände in den Schoß zu legen. Mann muss diesen Menschen eine letzte Hilfe zuteil werden lassen. Mir und vielen meiner Freunde fällt kein Grund ein den Kranken dies zu verweigern.

Seraquael

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