German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Proband sein für Gesundheit und Wissenschaft
Pseudo-Gruftiiiein freund von mir möchte das unbedingt machen, da er sonst keine anderen möglichkeiten mehr sieht. seine umstände möchte ich hier jetzt nicht ausbreiten, sie sind es auf alle fälle nicht wert und er hat auch andere möglichkeiten. bloß dies hier erscheint ihn wohl als der einfachste weg um an möglichst viel geld ran zu kommen.


er ist leider verdammt stur und würde niemals zugeben dass ich mal recht habe.



deshalb würde ich gerne hören, wie ihr zu der sache steht. habt ihr schon mal erfahrungen damit gemacht oder jemand anders in eurem umkreis? würdet ihr es machen? wieviel kriegt man eigentlich so dafür? er glaubt tatsächlich an sowas wie 1500 euro, also 100 euro pro tag.....das kann doch niemals stimmen oder?



ich finde die idee nur noch furchbar und ich hoffe auch insgeheim auf gute argumente, die ihn vielleicht doch noch überzeugen könnten :(
Cold RainIch würde es nur machen, wenn ich für mich selbst keine Chance mehr sähe, anders mein Leben/meine Gesundheit zu verbessern und ich nicht warten möchte/kann, bis das zu Testende soweit verbessert ist und zugelassen, dass ich auch "normal" drankäme.
Das man sowas aus reiner "Geldgier" macht, trotz der Risiken, wenn man keinen direkten persönlichen Nutzen davon hat, kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Mir wäre das Risiko als Versuchskaninchen zu hoch, hat dein Freund daran schonmal gedacht?
AscaronHier mal ein bißchen Lektüre zu dem Thema:

[url]http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,406077,00.html[/url]

[url]http://www.faz.net/s/Rub8E1390D3396F422B869A49268EE3F15C/Doc~E481B7C1A64EC40609A23681748A217CD~ATpl~Ecommon~Scontent.html[/url]
FayveKlar ist bei sowas ein Risiko dabei, deswegen wird man dafür auch so gut bezahlt, aber das ist total übertrieben zu sagen man sollte sowas nur machen wenn man nichts mehr zu verlieren hat.
Man kann das auch einfach als Möglichkeit sehen sich was dazu zu verdienen. Die meisten Sachen die die da an einem testen waren vorher schon im Tierversuch.
ThemistoDie meisten getesteten Sachen müssen vorher im Tierversuch gewesen sein.
Und dann gibt es ja noch Unterschiede. Ich persönlich würde, wenn überhaupt, eher in ein Uniklinikum oder Uni-Institut gehen um dort diese Tests machen zulassen, als in so ein kommerziales Institut, dass seine Werbung ja gerne mal in Uninähen aushängt.

Vielleicht fragst du deinen Kumpel, ob du ihn begleiten kannst um dir ein genaueres Bild davon machen zu können.

Der 'Gewinn' hängt vom Zeitaufwand des patienten ab. Wenn er nur mal hin muss um eine Tablette zu schlucken und sich durchchecken zu lassen, oder ob er da drei Wochen verbringt und an Apparaten hängt, kann sich sehr intensiv auf den Gewinn ausschlagen. Zudem checken i.d.R. Ärzte und Ärztinnen enen kräftigst durch um Komplikationen, wie man sie im Link fand, zu vermeiden.


Themisto
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von Cold Rain [/i]
[B]Ich würde es nur machen, wenn ich für mich selbst keine Chance mehr sähe, anders mein Leben/meine Gesundheit zu verbessern und ich nicht warten möchte/kann, bis das zu Testende soweit verbessert ist und zugelassen, dass ich auch "normal" drankäme. [/B][/QUOTE]

Ganz so einfach ist das alles meines Wissens nicht. Die Medikamentenstudien werden in verschiedene Phasen eingeteilt. Zunächst gibt es Tierversuche. Daran schließen sich dann erste Versuche am Menschen an (Phase I). Hier werden nur gesunde Menschen ausgewählt, die sich freiwillig melden und es wird im Wesentlichen die Verträglichkeit überprüft. Dafür fängt man mit niedrigen Dosierungen an.
Dies ist natürlich die riskanteste Phase, da man mit Tierversuchen und theoretischen Überlegungen nicht völlig ausschließen kann, daß es zu unbekannten und unerwünschten Reaktionen kommt. Es ist noch nicht lange her, da wurde ein Medikament getestet, von dem auch ich irgendwann profitieren könnte, und trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erkrankten drei Studienteilnehmer an einer lebensbedrohlichen PML (progressive multifokale Leukoencephalopathie).

In der Phase II wird das potentielle Medikament dann an einigen ausgesuchten Patienten getestet, um erste Daten bezgl. Wirkungen und Nebenwirkungen zu bekommen.

Zeigt das Medikament eine gewünschte Wirkung und halten sich die Nebenwirkungen in erträglichem Rahmen, wird das Medikament in der Phase III an vielen Patienten (optimalerweise eine mutizentrische, palcebokontrollierte, randomisierte, doppelblinde Studie mit Dauer zwischen drei und fünf Jahren) getestet z.B. um noch genauere Daten über die Wirkung und über sinnvolle Dosierungen und auch weitere, genauere Daten über Nebenwirkungen zu erhalten.

Klar ist, daß selbst diese jahrelangen Studien nicht ausreichen, um eine völlige Sicherheit zu gewährleisten (siehe 'Lipobay'), denn manchmal zeigt sich eine unerwünschte Nebenwirkung erst Jahre oder Jahrzehnte später.

Also ein Risiko ist bei jeder Studie dabei, wie auch bei jeder Medikamenteneinnahme. Und das Risiko wird einem halt vergütet, egal ob gesunder Probant oder Patient. Freiwillig ist es aber in beiden Fällen, aber ich könnte mir vorstellen, daß die Probanden der Phase I mehr bekommen, als die der Phase III, die froh sein können, das Medikament so früh zu bekommen. Ohne diese Studien gäbe es aber auch kaum Medikamente, deren Wirkung möglichst 'zeitnah' bestätigt worden ist und das Nutzen/Risiko- Verhältnis vertretbar ist.

Also einen dicken Dank an alle Freiwilligen! :)


Nachtrag: Damit es keinen Mißbrauch gibt, gibt es mitlerweile die [URL=www.ek.med.tum.de/media/pdf/helsinki.pdf]ethischen Grundsätze für die medizinische Forschung am Menschen[/URL]
ZeratulHey, decay73:

Wenn die "aktuelle" Studie aus England mit den Tegenro-Antikörper meinst, dann liegst du falsch mit der PML. Das war eine Studie aus dem November 2004.

Die Tegenero-Antikörper führten zu einer immunologischen Hyperstimulation.
decay73Nee, ich meinte die Studien (AFFIRM und SENTINEL), in der das Natalizumab (Antegren®/Tysabri®) zu PML fühte. Da die PML aber nur in Fällen einer Kombinationstherapie mit einem anderen Medikament auftrat, ist es seit kurzem wieder für eine enge Indikation und mit engmaschiger Überwachung zugelassen.
moreKann nur sagen, dass ich eine unter 20 war, die an einer Testreihe teilgenommen haben, als ich drei Jahre alt war, bekommen habe ich viel, kein Geld, aber ein lebenswerteres Leben.
Pseudo-Gruftiii@more: ganz schön knapp gesagt, magst du mal erzählen?:)



habe gestern wieder mit dem freund geredet. und bin wieder mal aus den latschen gekippt. er will es nicht nur einmal machen, er will es so oft machen wie es nur geht. und nicht nur das, er bildet sich ein das hauptsächlich als erste testperson zu machen da man da das meiste geld kriegt (wegen der gefahr wahrscheinlich).

ich bin der meinung, man kann da gar nicht gewinnen. entweder man macht es einmal und fällt damit schön auf die schnauze oder an fällt nicht sofort auf die schnauze, denkt sich dann "ach so einfach ist das? mach ich wieder...." und macht weiter bis wirklich was passiert, weil er an sein glück glaubt. an die spätfolgen wird sogut wie gar nicht gedacht, da sie ja nicht akut sind *grml* .....

dieser mensch lässt allgemein mal gerne viel stuss von sich. und sobald man sich mal für ihn informiert und ihn was anderes vorschlägt sagt er nur "ich schau mal..."...lässt sich aber trotzdem nicht von seiner idee abbringen.

hinzu kommt noch, dass er angeborene herzprobleme hat und er laut seinem arzt grad mal 30 wird, wenn er weiterhin so gewisse chemikalische sachen (benzodiazepine) so leichtsinnig konsumiert.....


entweder ist der mensch ziemlich blöd, oder er ist nur ein wichtigtuer oder er hat ernsthafte selbstzerstörungszwänge. einen anderen grund kann ich mir da nicht vorstellen.


macht mich traurig und sauer zugleich:mad:



wie wird eigentlich getestet ob er für sowas überhaupt geeignet ist? hat er da nicht wenigstens eine chance abgelehnt zu werden, weil er noch recht jung ist (19)?
BeowulfEr hat Herzprobleme und ist wenn ich das richtig verstehe Benzo abhängig?
Die würden ihn wohl kaum für Phase I nehmen. Höchstens für Phase drei, wenn es um Herz-Medikamente oder Suchtprogramme oder ähnliches geht.

Wenn er allerdings Drogen nimmt, glaube ich persönlich, kann man von ihm nicht ernsthaft erwarten, dass er sich um seine Gesundheit Sorgen macht.
Ich persönlich würde dir raten, dich da nicht zusehr reinzuhängen. Denn ich halte es für äußerst unwahrscheinlich, dass du einen Bewusstseinswandel bei ihm hervorrufen kannst.
Pseudo-Gruftiiinaja, er meint er war schon 3 mal abhängig, nimmt jetzt aber nur noch 1 bis 2 mal im monat einige auf einmal und trinkt auch noch dazu.



wie prüfen die das eigentlich, ob er überhaupt geeignet ist? und wieviel gibt es da jetzt tatsächlich für? ist das tatsächlich so viel? ich kann es mir kaum vorstellen....
Amy Miller[QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i]

wie prüfen die das eigentlich, ob er überhaupt geeignet ist? und wieviel gibt es da jetzt tatsächlich für? ist das tatsächlich so viel? ich kann es mir kaum vorstellen.... [/QUOTE]

Guten Morgen.

Das kann man so nicht pauschalisieren, denn die Vorraussetzungen für eine Teilnahme an einer Forschungsstudie stehen in Abhängigkeit zum jeweiligen Forschungsobjekt.

Die Bedingungen stehen jedes Mal dabei, und wer denkt, dass die Mediziner da jeden Freiwilligen nehmen, der irrt ...
Die potentiellen Probanten werden nicht nur vor Studienbeginn gründlich untersucht, sondern auch während der gesamten Laufzeit. Sollte er also tatsächlich Benzoabhängig sein, dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass man das bei der nächsten Blutuntersuchung feststellt, und dann ist er raus.

Dein Bekannter ist volljährig, und wenn er nicht vor hat, an einer Studie teilzunehmen, die für eine spezielle Altersgruppe vorgesehen ist, dann wird er nicht auf Grund seines Alters aussortiert.

Der "Verdienst" (sprich: die Aufwandsentschädigung) ist ebenfalls abhängig von der Studiendauer, dem Aufwand und evtl. Risiken, die mit der Medikamenteneinnahme verbunden sein können.

Dein Freund stellt sich das Ganze viel zu einfach vor ... ich habe zwar noch nie bei einer Medikamentenstudie teilgenommen, war aber auch schon stundenweise Probantin (hauptsächlich kernspintomographische Untersuchungen) und letzten Monat für 3 Tage Forschungsbettprobantin. Die Untersuchungen sind teilweise recht aufwendig und reich bin ich damit auch nicht geworden ;)

lG,
gin'iroEr wird vorab untersucht und komplett durchgecheckt. Sein Bezo-Konsum wird dabei ebenfalles entdeckt, wie der Herzfehler. Damit scheidet er höchstwahrscheinlich aus, da die meisten Leute bestimmte Voraussetzungen mitbringen müsse (Kranken-Zielgruppe) oder eben quietschfidel sein sollten.

Die Benzodiazepine dürften das aber gründlich verhindern.

Ich schätze mal, bei ihm wird nix so heiss gegessen, wie gekocht (angekündigt) wird.
Pseudo-Gruftiii[QUOTE]
Ich schätze mal, bei ihm wird nix so heiss gegessen, wie gekocht (angekündigt) wird. [/QUOTE] ich glaubs auch, aber seine geld....wünsche? kann ich schon in seiner situation verstehen. aber dass er es sich zu einfach vorstellt könnte schon stimmen. der doofe informiert sich noch nicht einmal.

und abhängig kann man eigentlich auch nicht so sagen, er war schon öfters, aber seit nen längeren zeitraum nimmt er eigentlich nur noch 1 bis 2 mal im monat ein paar auf einmal und trinkt auch mal dazu......kp ob das schon abhängigkeit ist.....
gin'iroOb abhängig oder nicht, das ist irrelevant, seine Vorgeschichte allein reicht aus, dass er untauglich als Proband ist. Da bei einer ehemaligen Abhängigkeit mit dem Risiko von Leber- oder Nierenschäden zu rechnen ist, wird er somit zum unkalkulierbaren Problem und das bindet sich kein Pharmaunternehmen ans Bein. Das könnte zu ganz bösen Skandalen führen, wenn irgendwas übersehen wird. Tritt auch nur die kleinste Abweichung/Unregelmäßigkeit zu Tage (und vor solchen Studien wird man tagelang durchgecheckt!), dann kann er es in den Wind werfen.

Auch wenn er sich nicht informiert - er wird es dann schon merken, wenn er im Auswahlprozess ausscheidet. Du brauchst Dir da erst Mal keine Gedanken darüber machen.
morewar erst jetzt wieder online, drum konnte ich nicht antworten.
Ich erzähl es in kurzen Worten, denn die Sache ist nicht einfach für mich, selbst nach all den Jahren.
Ich bin mit Geburtsfehler auf die Welt gekommen, ich kann nicht wachsen, bzw. bin kleinwüchsig.
Mein Körper stellt keinerlei Wachstumshormone her, nur für Haare und Fingernägel normal.
Keiner wusste was man da hätte tun können, bis meine Mutter erfuhr, dass in München an der Poli-Klinik eine Versuchsreihe mit Kleinwüchsigen Kindern gestartet werden solle.
Damals war ich drei Jahre alt, unheimlich dick, aber so gross wie ein 1jähriges.
Nun gut, mein Vater war total dagegen, dass ich Versuchskaninchen spielen sollte, aber meine Mutter hatte (Gott-sei-Dank) das Sorgerecht.
Ich wurde also vermessen, verkabelt, getestet, ect. Wie eine Maus im Labor, ich kann mich verschwommen noch an Einzelheiten erinnern.
Ich wurde bis zum 16´ten Lebensjahr täglich gespritzt. Es war schrecklich, ich sah aus wie Drogenabhängig.
Aber es hat funktioniert. Ich wuchs pro Quartal exakt 5cm!

Die Ärtzte sagten mir damals ohne Spritze eine Körpergrösse von ca. 130cm vorraus, das lässt sich gut durch Röntgenaufnahmen belegen.
Heute bin ich 157cm gross. Ich bin zwar noch immer sehr klein, aber mein Leben ist wenigstens lebenswert. Ich habe keine Spätschäden, ich bin glücklich und dankbar, auch wenn diese Zeit schrecklich war für mich!

Die Methode hat sich durch den Test bewährt und Kleinwüchsige werden heute oft so behandelt. Ausser bei vererblicher Kleinwüchsigkeit, da funktioniert es leider nicht.
Pseudo-Gruftiiiin dem sinne ist es natürlich ne super sache, aber wenns da nur ums geld geht *aaaargh*....

danke gin'iro, find ich sehr beruhigend. auch wenn ich angst habe dass sie ihn auf die sache mit den benzos nicht kommen. keine ahnung, inwiefern man es ihm körperlich nachweisen kann....
gin'iroNachweisbarkeit von Benzodiazepinen:

"Benzodiazepine sind bei geringen konsumierten Mengen bis zu 3 Tagen, bei Langzeitkonsum bis zu 6 Wochen im Urin nachweisbar. Im Blut können Benzodiazepine einige Stunden bis Wochen nachgewiesen werden.

In den Haaren ist jeglicher Drogenkonsum je nach Haarlänge nachweisbar ( 1 cm entspricht 1 Monat )." von:[url]http://www.pille-palle.net/Pille-Palle/benzos.php[/url]

Und: "Risiken des chronischen Missbrauchs:

Leberschäden"

und noch mehr ... die Leberwerte sind hier sicherlich ausschlaggebend.

Auch interessante Seite: [url]http://www.reintra.com/reha-management/publikationen/fach/fach_2005_04.html[/url]

Wenn er auch nur eine geringe Menge aufweist, wird der Haartest gemacht - dann ist es ansich Jacke wie Hose, wann der letzten Konsum stattfand.

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur