| Krishna | wahnsinn. da hört man nach 20j seines lebens das erste mal etwas "vom"(naja, eher "über den") eigenen vater - und dann sowas.... möchte keine ratschläge hierauf haben, was ich tun soll, sondern eher leute ansprechen, die ähnliche erfahrungen gemacht haben - danke. hier die erklärung (dieses kleine briefchen erreichte mich GENAU so, wie er hier steht von meiner mutter - v.a. der letzte absatz ist ziemlich verletzend): << Hallo Lisa, das ist ja ätzend. Wollte dich dringend mal sprechen. Also: erstens ist gestern deine Vollmacht angekommen, sieht gut aus. Ich denke, das wird die Bank akzeptieren. Dann hatte ich gestern einen anruf, über den ich gern am Telefon mit dir gesprochen hätte, aber mit dem Handy ist ja im Moment wohl Essig... Dein Vater hat unter anderem eine ältere Schwester, deine Tante also. Die hat hier angerufen. Es war ein schwieriges Telefongespräch, aber sie war sehr, sehr nett. Ich habe ja deinen Vater damals eher als negativ in Erinnerung gehabt, jemanden, dem ich keine Tochter präsentieren wollte, weil er sehr aggressiv wirkte. Es scheint so zu sein, dass er durch ein Erlebnis in frühen Jahren eine Psychose erlitten hat. Das ist eine Krankheit, bei der er unter Medikamenten steht, dann aber wohl auch relativ gut durchs Leben kommt. Als ich ihn damals kennenlernte, hat er wohl die Medikamente nicht genommen, daher meinte seine Schwester, wäre es kein Wunder, dass ich keinen Kontakt mehr zu ihm aufnehmen wollte. Es ist alles eine sehr schwierige Familiengeschichte, mehr weiß ich nicht. Sie hat auf jeden Fall gesagt, dass sie oft darüber nachgedacht hat, dass sie irgendwo noch eine Nichte hat, die sie vielleicht nie sehen würde. Jedenfalls soll ich dir alles Gute für dein Studium wünschen, und sie und ihr Mann würden sich freuen, wenn du dich vielleicht irgendwann einmal bei ihnen melden würdest. Sie würde dir dann auch die Sache mit deinem Vater besser erklären können. denke darüber nach, ich habe ihre Adresse aufgeschrieben, falls du sie haben willst, sag Bescheid. So, nun das Relevante für den Moment: Dein Vater war mit den Formularen wohl überfordert, jedenfalls hat er sie seiner Schwester gegeben, und sie erledigt das jetzt. Sie hat versprochen, dass du die Unterlagen in den nächsten Tagen bekommst, sie versucht es bis Dienstag abzuschicken, inklusive Einkommenssteuererklärung etc. Du siehst, alles wendet sich zum Guten !!! Du wirst dein BAFöG schon bekommen, nur Geduld. Solltest du dich bei deiner Tante melden wollen, möchte ich dich bitten, nicht zu viele Gruselgeschichten zu erzählen, sondern bei der Wahrheit zu bleiben, wir wissen beide, dass du zur Dramatik neigst, siehe Peter, der mich übrigens ehrlich besorgt angerufen hatte, mitten in der Nacht. Weiß der Geier, was du ihm erzählt hast. Geht mich ja auch nix an, aber trotzdem. Wie auch immer, ich bin sicher, du schaffst das alles, wenn irgendwas ist, melde dich bei uns, wir werden dir bei allem helfen!!! Liebe Grüße, Claudia >> |
| Themisto | Das ist nach einer Ewigkeit harter Tobak. Da lebt man all die Jahre mit einer festen Vorstellung und da wird da so dran gerüttelt und man muss seine Einstellung, die man all die Jahre hatte vielleicht ändern weil es dafür keine Anhaltspunkte mehr gibt. Einer Freundin ging es nicht unähnlich. Sie lebte mit der festen Vorstellung, dass ihr Vater ein Monster war das versucht hat sie umzubringen, bis er ihr irgendwann erzählte, dass er manisch-depressiv war und zu dem Zeitpunkt einen psychotischen Schub hatte. Das es sie traumatisierte kam nicht ins Gespräch. Halt erst Jahre später. Was gedenkst du zu tun? Themisto |
| Krishna | im moment hab ich keinen blassen schimmer, was ich tun soll. wohl einer der gründe, wieso ich die situation hier erstmal zur diskussion stelle. ich frage mich, ob es überhaupt so sehr vonnöten ist, kontakt aufzunehmen, da ich mit meinem stiefvater bestens zurechtkomme und ein "weiterer"(/biologischer) vater quasi überflüssig wäre. die frage ist natürlich auch, ob dieser es überhaupt verkraftet, mich zu sehenn, wenn er nichtmal in der lage ist, selbstständig ein formular für seine tochter auszufüllen. besagte tante wird von mir eine herzliche dankeskarte bekommen für ihre ganzen mühen, aber darüber hinaus bin ich noch nicht so weit, meinem väterlichen stammbaum eine chance zu geben. wobei die neugierde mich irgendwann(nicht allzu spät) auch dazu treiben wird, ihn(+fam) kennenzulernen. |
| more | Mein Vater ist auch "Nervenkrank" sagen wir es so. Ich denke er würde sich freuen, wenn du ihm einen Brief schreibst, du musst ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, ich denke, er meldet sich dann auch selbst. Das selbe würde ich dir mit deiner Tante raten, aber ich würde das nicht hinter dem Rücken deines leiblichen Vaters tun, weil ihn das sicher in eine Kriese stürzen würde. Aber du musst auch bedenken, dass das für dich sicher auch eine seelische Belastung sein wird, also überlege dir das gut, ob du das möchtest. Für mich war es damals ein schwerer Schlag, fast ein traumatisches Erlebniss, als ich mit 16 Jahren mit einem Mann konfrontiert wurde, der angeblich mein richtiger Vater sein solle, und dieser ständig Nervenzusammenbrüche hatte und bei nervlicher Belastung bewustlos wurde. Aber es hat sich gelohnt, mittlerweile haben wir ein sehr schönes Verhältniss aufgebaut, und ich akzeptiere ihn als richtigen (und einzigen) Vater! |
| Jester | [SIZE=1]Aufgrund der Forenstruktur verschoben - Jester / Moderaion Nebelpfade[/SIZE] |
| obscuritas lux | Hm... ja, schwierige Geschichte... ich hab da jetzt selbst auch keine Erfahrungen mit... aber ich denke, dass es wichtig ist wenn man seine leiblichen Eltern auch kennenlernt... wenns zu schwierig ist muss man ja nicht in ständigem Kontakt bleiben, aber man sollte sie schon einmal treffen um zu sehen wie es ist... Liebe Grüße |
| Ophellia | Ja man sollte sich immer selbst ein persönliches Bild von seinen leiblichen Eltern machen,denn geredtet wird immer und irgendwann kann es zu spät sein.Nun meinen Vater kenne ich nicht nur durch kurzes sehen vor Gericht und einige schöne Kindheits erlebnisse.Psychose ist eine Krankheit,sie macht Menschen einsam,weil diese unberechenbar sind mein Bruder hat seit einigen Jahren eine und habe mich damit auseinandergesetzt.Es ist hart nur wichtig das er seine Medikamente nimmt.Ich komme damit klar da ich von klein auf an mit meiner Oma,die an Verfolgungswahn leidet,umgehen mußte. |
| une copine | Es klingt jetzt seltsam, aber es wäre nicht besser wenn du deinen Vater kennen würdest... Mein Vater hat sich mit meiner Mutter dauernd gestritten gehabt und ich "durfte" das alles ansehen, das Seltsame ist, dass er nach der Scheidung zu einem anständigen Menschen wurde... Das soll mal einer verstehen... Aber mittlerweile ist es mir egal. ;) Aber was sollst du angeblich dramatisieren? Edit: Zum 1. Satz: Natürlich sollte man seine Eltern kennen, aber vllt. hättest du - als kleines Kind - einen schlechten Eindruck von ihm bekommen und würdest jetzt, als Studentin, ihn immer noch haben. |
| Krishna | danke für eure beiträge! hab den aw-brief von ihm zwar (immer noch!) nich gelesen, aber shocnmal ne provisorische dankeskarte vorbereitet, die er dann kriegt - und arbeite shocn an so'm kl. fotoalbum. vllt sollte ich ihm einfach ne chance geben. dank an euch - und meine freunde. war ganz gut, mir das erst durch den kopf gehn zu lassen. ;) |
| Krishna | achso, sorry - ps: zum überdramatisieren: schildere ereignisse meist gern sehr lebhaft. (einf nur statt einem "tag war scheiße" - "fuck, jetz würd ich mir am liebsten ne kugel durchn kopf jagen".... :D ;) nich mein problem, wenn sie sowas nich pickt.....:mad: |