| Maschinenherz | Hallo allerseits! Prä-implantations-diagnostik (PID), Das Untersuchen der Eizellen nach evtl. vorhandenen Erbkrankheiten, welche künstlich befruchtet wurden um nun in den Mutterleib eingeführt zu werden. Genetische Eingriffe in Tier und Pflanze. Ob Supermastschwein oder Genmais, es ist ein Eingriff, der üblicherweise vorgenommen wird um gewünschte Eigenschaften einer oft Speziesfremden Art in das Objekt einzubringen bzw. unerwünschte aus der Erbinformation zu entfernen. Stammzelltherapie, eine unspezialisierte embryonale Zelle wird hergenommen um daraus Organmaterial "nach Wunsch" und Bedarf zu entwickeln. Es eröffnen viele therapeutische Möglichkeiten zur Behandlung unheilbarer Krankeheiten, oder wohl eher genetischer Defekte. Ich denke auf das Klonen muss ich nicht mehr eingehen.... Was macht der Mensch da? Ist es rechtens so massiv in die Schöpfung einzugreifen, nur weil er sich einen Nutzen daraus verspricht? Was sind das für Pfade, die da beschritten werden? Rufen wir womöglich Geister, die wir nie mehr los werden? Bedrohen wir den Fortbestand der Arten? Ist oben gesagtes überhaupt ethisch vertretbar? Was meint ihr dazu?? P.S.: Ich werde erst kommendes Wochenende wieder posten können ------------------ Non foras ire, in Interiore homini habitat veritas! >>Gehe nicht nach außen, die Wahrheit wohnt im inneren des Menschen!<< |
| Sarcan | Grüsse... Nicht uninteressant, dieses Thema... ich denke eine allgemeingültige Antwort wirst du nicht finden können... ich bin generell gegen jede Art von Präimplantationsmaßnahmen, so fern sie dazu dienen, das Natürliche zu einem eigentlich sinnlosen Vorteil hin zu verändern. (Ist der Traum vom Arier eigentlich noch nicht ausgeträumt?) Grade das Kloning von Lebewesen ist in meinen Augen ein Schritt zu weit gegangen, oder zumindestens geht man ihn zu früh. Was ist aber mit einzelnen Organen? In vielen Fällen könnten Menschen gerettet werden, wenn die passenden 'Ersatzteile' zur Verfügung stehen würden. Anderer Fall: Was ist mit Kindern, die bereits mit unheilbaren, körperlichen Erbkrankheiten geboren werden und mit einem völlig regen Bewußtsein in ihre Körper eingesperrt sind? Sollte man ihnen nicht die gleiche Chance geben? Aber ab wann ist es verantwortbar, ab wann geht man zu weit? Ich will mir darüber kein Urteil bilden, bis ich mich nicht näher über die Möglichkeiten/Gefahren habe informieren können, also warte ich erstmal die Antworten der anderen ab... ------------------ --- And every prayer we pray at night has somehow lost it's meaning |
| ir:ma | grüss euch ... diese thematik ist in der tat sehr heikel was einen zufriedenstellenden einklang betrifft ... vor allem, weil diese wissenschaften beide gegensätzlichen extreme in sich vereinen ... zunächst ist das fortschreiten der forschung in diese dimensionen hoffnungsträger für kranke und todgeweihte andererseits eröffnet diese dimension tür und tor für missbrauch der übelsten art ... nicht nur, dass wir extrem in die schöpfung eingreifen ... viel schlimmer ist doch, dass die erkenntnisse als waffe eingesetzt werden ... und dass der mensch sie missbraucht um seine gier zu befriedigen ... ich denke schon, dass immer nur der mensch der wunde punkt in der forschung ist ... seine bestechlichkeit ... seine machtgier ... etc ... die genforschung an sich ... sie ist ... wie wohl jede wissenschaft ... vom grunde her gut ... sie ermöglicht wie schon oben angesprochen ungeheuerliches ... stellen wir uns nur vor, dass ärzte in der lage sind, organe im körper des kranken selbst wieder neu wachsen zu lassen ... wir wären auch in der lage „zivilisationskrankheiten“ wieder in ihre schranken zu verweisen ... und somit die schöpfung wieder etwas mehr auf den ursprünglichen pfad zu bringen ... menschen die wöchentlich zur dialyse müssen hätten hoffnung auf heilung ... menschen mit klarem verstand müssten nicht in einem körper leben, der sie „gefangen hält“ ... in diesem sinne kann ich diese forschung nur befürworten ... und doch habe ich angst davor ... vielmehr vor den menschen die dieses wissen tragen ... weil nicht absehbar ist, wie integer sie sind ... was in ihren köpfen vorgeht ... und vor allem in den köpfen der menschen, die sie bezahlen ... angst vor den menschen an sich ... die atomspaltung hat uns das schon sehr deutlich vor augen geführt ... die frage die bleibt ist aber ... sollten wir deshalb die augen vor den positiven möglichkeiten und ergebnissen verschliessen? ... ir:ma |
| Sarcan | Ein Hauptproblem sehe ich - selbst bei einer regulierten Ausnutzung ausschließlich der positiven Effekte - in einer unumgänglichen Teilung der Menschheit. Wenn es uns gelingt, in den Industrienationen die Menschen so weit zu 'verbessern', daß die Krankheiten mehr oder minder ausgemerzt werden... wir weniger anfällig werden... erschaffen wir damit durch die Nichtbeteiligten Menschen zweiter Klasse? ------------------ --- And every prayer we pray at night has somehow lost it's meaning |
| Blackadder | Hi, eines meiner Hauptprobleme bleibt, neben den ethnischen Gründen, wie bei allen wissenschaftlichen Erkenntnissen, der Mangel an Spiritualität. Insbesondere Genmanipulation erhebt den Menschen (besser:den Wissenschaftler) in einen Gott-Status wie nichts vorher. Wo bleiben da die Grenzen? Das "System Mensch" wird immer weiter zerlegt und offengelegt, es bleibt kein Raum mehr für die Fantasie. Wir werden auf funktionierende DNA-Ketten und hormonelle Abläufe reduziert, nicht mehr als eine bessere Maschine, wenn alles manipulierbar wird sogar DIE perfekte Maschine.Selbst wenn es die Wahrheit sein sollte, kann unser Geist es auf Dauer verkraften keine Nische mehr für die Existenz des "seelischen" zu haben, nur noch Fleisch zu sein? Wir gehen dadurch immer mehr in eine technoide Zukunft in der wir grau und ohne Sinn leben müssen weil die Wissenschaft uns sogar unsere Träume und Hoffnungen nimmt. Meines Erachtens ist Gentechnik ein grosser Schritt in die falsche Richtung, zumindest für mein Seelenleben. BLACKADDER |
| Daimon | Ich werde nicht sagen das ich dagegen bin. Ich sage nicht das ich dafür bin. Ist dies nicht ein weiterer Schritt in der langen Liste der Taten unserer Menschheit? Diskussion führt zu keiner Lösung. Wie weit wird WIRKLICH geforscht? Schon heute? JETZT? Daimon |
| ir:ma | Grüss euch ... eindeutig ... klassengesellschaft ... das ist richtig Sarcan ... die gibt es aber schon heute ... siehe dritte welt ... warscheinlich werden sich aber die klassenunterschiede noch weiter voneinander entfernen ... die frage die wohl im raum stehen bleiben wird ist die, was mehr wiegt ... die positiven oder negativen folgen ... @Blackadder ... in wiefern raubt es Dir Dein seelenleben? ... Deine träume und gedanken kann Dir niemand nehmen ... das wissen um die funktionalität schränkt doch nicht die phantasie ein ... nur wenn Du es zulässt Dich zu beschränken ... das ist für mich allerdings keine frage der fortschreitenden wissenschaft ... vielmehr eine frage der lebenseinstellung des einzelnen ... oder nicht? |
| Galadriel | gut ok es gibt nachteile .... aber grundsätzlich halte ich die forschung auf diesem gebiet für die medizinund auch für die ernährung von vorteil... ich sehe das größte problem in dem gefährlichen halbwissen das die medien verbreiten denn dadurch entsteht eine unsicherheit... außerdem sollte man sich mal klarmachen das der mensch schon seid jahrhunderten indirekte genmanipulation betreibt siehe züchtung von tieren und pflanzen... jetzt hat der mensch die möglichkeit entdeckt direkt einzugreifen und wird sie nutzen was von uns keiner ändern kann gruß Galadriel |
| Sarcan | @Blackadder Nur eine kurze Frage... wir nutzen die Natur, um Leben zu erschaffen, und das verleiht uns göttlichkeit... aber haben die Menschen nicht schon seit über Leben und Tod geurteilt, seid Kain seinen Bruder mit einem Stein erschlagen hat? Ist das Erschaffen von Leben nicht nur ein Schritt in eine andere Richtung? Oder ist er größer als der der Zerstörung? ------------------ --- And every prayer we pray at night has somehow lost it's meaning |
| Blackadder | @ ir:ma Wahrscheinlich ist das mein Problem,ich lasse mich beschränken,so hatte ich es noch nicht gesehen. Genforschung heisst für mich einfach völlige Kontrolle über das Leben in den Händen von den Menschen, die glauben, alles anhand von Tabellen und Zeichenketten und Formeln erklären zu können. Es ist einfach so, dass ich den Zustand "Leben" nicht auf einem Blatt Papier in DNA-Ketten aufgeschlüsselt sehen will,verstehst du? Ich fühle mich dadurch einfach zu sehr...wie ein Labortier, mir fällt kein besseres Wort ein. Es entmenschlicht einfach diese Welt in meinen Augen. Es ist unnatürlich. @Sarcan: Tja, gute Frage. Ich denke es hängt davon ab, wie diese "Fähigkeit" genutzt wird. Haben wir das Recht, Leben zu erschaffen und es als "Ersatzteillager" zuverwenden (was durchaus passieren kann?) Braucht die Natur plötzlich unsere Hilfe um Tomaten wachsen zu lassen? Es scheint mir, das hier eine Grenze überschritten wird, die den Wert des Lebens reduziert, denn wenn der Prozess der Schöpfung erst einmal beliebig produzierbar und kontrollierbar wird, ist das Leben dann nicht eigentlich nur noch ein Gut wie jedes andere? Der Mensch nimmt Leben und reduziert seinen Wert dadurchseit Urzeiten, aber werden die Hemmungen nicht noch weiter absinken wenn wir es selber herstellen? Ausserdem möchte ich nicht unbedingt zu einem Reagenzglas Papa sagen. In meinen Augen überwiegen die negativen Aspekte, denn es liegt in der menschlichen Natur so etwas negativ zu nutzen, und in mir erweckt die Tatsache, das der Mensch der Gott-Werdung immer näher kommt einfach nur Unbehagen und Angst. Es macht die Natur überflüssig. BLACKADDER |
| Daimon | Zitat: |
| Blackadder | @Daimon: Die Natur wird schlicht überflüssig durch die Möglichkeit des Eingreifens in Abkläufe,die niemals der Kontrolle des Menschen unterstehen sollten. Das ist nicht zu weit ausgeholt sondern leider Wahrheit.Es wird schließlich nicht bei der Beseituigung von Krankheiten bleiben. Der Mensch wird dadurch irgendwann fähig, beliebig Lebewesen zu produzieren, das öffnet Massenrodungen und neuen Elfenbeinjagden Tür und Tor, man kann ja immer neue Elefanten machen, oder Panda-Bären oder Robben... Das ich das kaum miterleben werde ist mir klar, aber es ist einfach bewiesen das der Mensch mit einer solchen Verantwortung nicht würde umgehen können. Die Natur würde dadurch irgendwann ersetzt werden bzw. fast bedeutunglos werden, da es irgendwann kaum noch unbeeinflusstes Leben geben wird. Vom Gleichgewicht gar nicht erst zu reden.´Langfristig gesehen ist kaum abzusehen, welche Folgen Manipulationen der Gendaten haben können. BLACKADDER |
| ir:ma | @Blackadder ... grüss Dich ... sicher ist Deine angst begründet ... aber wir sollten die kraft der natur nicht unterschätzen ... und wir sollten den glauben an das gute im menschen nicht verlieren ... irgendwann wird es sich wieder regulieren ... ganz von selbst ... allerdings glaube ich nicht dass die "spezies" mensch es überleben wird ... ir:ma |
| Sarcan | Grüsse Im Verlauf dieser Diskussion drängt sich mir immer wieder die Erinnerung an das Buch 'brave new world' auf... ich denke, jeder hier hat es gelesen, nicht wahr? Ich halte es durchaus für eine logische Perspektive... immerhin liegt es doch nahe... eine weitere Frage stellt sich mir... vielleicht ein lächerlicher Aspekt in den Augen vieler... aber ich denke, ich spreche hier einen Grundtenor an, der schon bei vielen von euch durchgeklungen wird... ihr nennt es unnatürlich... ich weiß, wie man es nennen soll... aber mit der Zeugung eines Kindes verbinde ich einfach mehr als den seelenlosen Akt... immerhin handelt es sich um eine Person, die heranreifen und zu einem Individuum werden soll. Wie kann sie das, wenn wir ihre genetischen Codes dahingehend verändern, daß sie nach unseren und nicht nach den eigenen Vorstellungen aufwachsen muß? Würde es nicht den Reiz aus dem Leben nehmen, wenn wir den Zufallsfaktor namens Natur ausschalten und einfach nur noch den Weg des kleinsten Widerstandes wählen würden? @ir:ma Diese Perspektive wäre nicht die schlimmste... |
| Dante | hi all also als angehender biologe unteranderem mit dem hauptfach genetik muß ich mich doch mal einmischen. (der thread ist mir noch gar nicht aufgefallen, komisch ) hier sind schon viele gute argumente gefallen (von Sarcan, ir:ma und anderen) prinzipiell bin ich für die nutzung solcher techniken. insbesondere der PID.zum einem weil es einen möglichen arbeitsplatz für mich bedeutet. zum anderen weil es für die menschheit viele vorteile bringen kann. das man sich damit auch unsinn anstellen läßt, steht außer frage. aber hier mal ein kleiner denkanstoß. gleich in den 70/80ern haben sich Genetiker aus aller welt in paris zusammengesetzt und ethische konventionen erarbeitet. sie sind sofort an die öffentlichkeit gegangen und haben die diskussion gesucht. das gab es in dieser weise noch nie vorher. wenn ich an die euphorie über die kernspaltung in den 50ern denke wird mir heute noch übel. wie verantwortungslos damals mit solchen sachen umgegangen wurde...unglaublich. und gerade soetwas wir versucht zu verhindern. und das nicht nur von den regierungen, sondern auch von den leuten, die die technologie entwicklen. das hier der grat zwischen gut und böse sehr schmal ist will ich nicht leugnen. besonders machen mir militärische forschungen in den usa angst. man sagt im allgemeinen das die militärische forschung 10-20 jahre voraus ist. vielleicht laufen in deren labors die geklonten, verbesserten menschen schon lange rum. vielleicht geht aber auch nur meine geliebte paranoia wieder mit mir durch und wir wä#ren endlich in der lage den welthunger, aids, krebs etc. zu besiegen. vielleicht ist die menschheit aber auch noch nicht reif für diese technologie? wer weiß. es ist jedoch ein verdammt schwieriges thema. besonders die ethischen/sozialen gesichtspunkte bereiten mir kopfschmerzen. man kann da nicht zwischen schwarz und weiß unterscheiden. das ganze ist eine gottverdammte grauzone, par excellence [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/smile.gif[/img] leider wird von den medien wirklich nur halbwissen und sogar unwahrheiten verbreitet (ist das nicht in allen bereichen so?) und diese "fakten" sorgen dafür das sich menschen in diese diskussionen einmischen, die weit davon entfernt sind auch nur annähernd objektiv zu sein. leider wird es am ende wahrscheinlich auf das altbekannte schema hinauslaufen: Was gemacht werden kann, wird auch gemacht" aber weniger von den wissenschaftler, sondern von macht- und profitgeilen firmen und einzelpersonen. die typischen menschlichen schwächen, die für die übertretung ethischer grundsätze und der menschenwürde, schon immer essentiell waren. in diesem sinne so long ------------------ On high above the mist I came A distant flame before the sun A wander ere the waking dawn Where grey the nordlands waters run In elder Days an years of yore A DISTANT FLAME BEFORE THE SUN |
| Dante | achso noch was anderes @Blackadder: der mensch ist nun mal ein system. und wenn man will, dann kann man nicht nur seinen körper auf hormonelle abläufe reduzieren. man kann auch den vielgelobten menschlichen geist, seine kreativität, individualität etc. auf einfache elektrische ströme in einem netzwerk reduzieren. nix anderes ist es auch. du kannst auch noch tiefer gehen. physikalisch gesehen sind wir noch viel zerlegbarer. sorry aber natur ist nichts anderes. und ehe du auf die wissenschaftler schimpfst (und mich damit eingeschlossen) denk ersteinmal nach: WER hat die atombombe gebaut und abgeworfen? die militärs, nicht die wissenschaftler. otto hahn hat nach einer neuen energiequelle gesucht, nicht nach einer massenvernichtungswaffe. und kein wissenschaftler nimmt DIR deine hoffnungen und träume. das ist die industrie die versucht profit zu machen und die forschung benutzt. wäre es dir lieber, du würdest in einer höhle leben? dort wärst du nämlich jetzt wenn sich der mensch keine gedanken über seine umwelt gemacht hätte und stumpfsinnig (wenn auch vielleicht im einklang mit der natur, das akzeptiere ich als kritik durchaus) vor sich hin vegetiert hätte. desweiteren möchte ich dich sehen, wenn du krebs im endstadium hast, oder dein kind im sterben liegt weil es einen enzymdefekt hat. denn wenn es die möglichkeit gebe, mit hilfe der wissenschaft (nicht nur die gentechnik) dieses leiden zu beenden dann sollst du mir noch einmal ins gesicht sagen, das du es als falschen schritt empfindest. deswegen finde ich es ziemlich anmaßend von dir dem wissenschaftler (ohne den du wahrscheinlich an pocken, pest oder anderen krankheiten schon im kindesalter jämmerlich verreckt wärst) den schwarzen peter in die schuhe zu schieben... "think about it" so long ------------------ On high above the mist I came A distant flame before the sun A wander ere the waking dawn Where grey the nordlands waters run In elder Days an years of yore A DISTANT FLAME BEFORE THE SUN [Dieser Beitrag wurde von Dante am 29. Mai 2001 editiert.] |
| Blackadder | @Dante: Lern lesen!!!! Ich habe nicht über die Wissenschaft an sich geschimpft sondern über eben die Missstände der menschlichen Gesellschaft die du ansprichst. Dass sie nicht prinzipiell böse ist sondern uns tatsächlich vorwärts bringt würde ich nie abstreiten, nur im Gegensatz zu dir erhebe ich sie nicht in den Status "Gott". Krankheiten heilen.....tja,nichts gegen zu sagen,Dante. Nein,ehrlich, ich finde es gut wenn an neuen Methoden gearbeitet wird um Krebs zu heilen oder ähnliches, nur muss ich die Methoden die für diese Forschung eingesetzt werden deshalb toll finden? Bin ich verpflichtet mich dankend auf die Knie zu werfen wenn Embryo-Zellen manipuliert werden um dieses Mittel zu finden? Ich denke, meine ethischen Grenzen kann ich selber festlegen, auch wenn sie nur durch neuronale Funktionen aufrechterhalten werden, ebenso ob ich diese Mittel nutzen würde wenn es sein müsste. Würde es um mein Kind würde ich diese Wege bestimmt nutzen, da gebe ich dir durchaus Recht, bei mir selber...wüsste ich ehrlich gesagt nicht.Ich meide Medikamente generell, besonders die an Tieren erprobt worden. Den Höhlenmensch will ich mal überhört haben....*g* Sollte ich dich also in deinem Berufsethos verletzt haben tut es mir leid, lag mir fern, ich streite den Nutzen der Wissenschaft nicht ab, sehe aber ehrlich gesagt keinen Grund sie als unfehlbares, unumstürzliches Dogma für mein Leben zu nutzen. Wissenschaftler sind auch nur Menschen, also genauso Profitgierig wie viele Industriebosse...und können sich ebenso irren. Nur weil etwas möglich ist (Klonen usw.) muss man es noch lange nicht einsetzen,aber wahrscheinlich bin ich zu emotional für dieses Thema. In diesem Sinne, *Ugh* [img]http://www.nachtwelten.de/ubb/wink.gif[/img] BLACKADDER |
| Daimon | Zitat: |
| Dante | @Blackadder: ich habe mich nicht in meinem berufsethos angegriffen gefühlt (vielleicht doch, aber in einem anderen sinn). aber in deinem letzten post (vor meinem) klang das so an. wenn du das nicht so gemeint hast, wie ich es aufgefaßt habe, dann möchte ich mich für mein (zugegeben) etwas emotionales posting entschuldigen. nur ich führe solche diskussionen andauernd. und häufig genug mit leuten, die absolut KEINE ahnung von der materie haben. (ich will dir das nicht unterstellen, es ist nur so das wenn man nicht in der branche arbeitet, oder soetwas studiert hat, dann weiß man auch nicht wirklich worum es geht) diese personen lesen sachen in der bildzeitung oder auch in "renommierten" blättern. und in beiden wird teilweise gülle gschrieben, daß sich mir die fußnägel kräuseln. und solche argumente hats du dann in einer diskussion gegen dich. genau dasgleiche problem ist es mit tierversuchen in der uni. und wie gesagt, ich muß mir sehr häufig anklagende diskussionen gefallen lassen, die dann teilweise sogar gegen meine person gehen. und davon habe ich einfach die schnauzer GESTRICHEN voll. tut mir leid wenn ich also voll auf dein psot angesprungen bin. aber versuch auch mal meine position zu verstehen... diese ganze diskussion ist ja auch erst aufgetaucht, weil wir wissenschaftler sie in die öffentlichkeit gebracht haben. um einen ethischen konsens zu finden. wenn wir das nicht gemacht hatten (was im übrigen, nach meiner meinung falsch gewesen wäre) und im stillen kämmerlein so wie früher in ruhe geforscht hätten, da gebe es heute vielleicht nicht so ein geschrei (manchmal zumindestens) so siehts aus so long ------------------ On high above the mist I came A distant flame before the sun A wander ere the waking dawn Where grey the nordlands waters run In elder Days an years of yore A DISTANT FLAME BEFORE THE SUN |
| Blackadder | @ Daimon: Es sind einfach die Zukunftsvisionen die man spontan damit in Verbindung bringt. Das der Mensch sich ksum zum Herschen eignet ist mir klar, aber versuchen wird er es trotzdem immer wieder...Und ich ich dachte auch nicht an die NAHE Zukunft, aber man weiß ja nie, wie die Generationen nach uns damit umgehen. @Dante: Ist schon okay, ich habe mich auch nicht wirklich klar ausgedrückt, tut mir leid. WIe gesagt, Forschung halte ich durchaus für sinnvoll, nur bei diesem Thema reagiere ich ein bisschen sehr emotional... Allerdings habe ich heute einen Artikel gelesen, der selbst mir positive Aspekte der Gen-Forschung aufzeigt, auch wenn ich es ungern zugebe: Angeblich ist man zum Beispiel durch Genforschung jetzt in der Lage aus dem Tabak das Nikotin und so rauszufiltern, so daß man jetzt "gesunde" Zigaretten auf den Markt will. Gerade für einen Dauer-Qualm-Aufhörer wie mich bietet sich die Möglichkeit vielleicht endlich von den Glimmstengeln loszukommen. Scheint so, als wenn ich die Sache wirklich etwas zu einseitig betrachte, sollte mich noch etwas kundiger machen bevor ich mich so echauffiere...*g* Und dein Argument betreffs der Krankheitsheilung hat mir auch schwer zu Denken gegeben.... Also, nochmals sorry wenn ich vielleicht etwas zu oberflächlich geklungen habe, ist eigentlich nicht meine Art...Ich werde Gen-Manipulation nie gut finden, aber ich versuche beide Seiten der Medaille zu sehen wie es so schön heißt. BLACKADDER |
| Dante | na dann haben wir ja heute beide was gelernt... nice so long ------------------ On high above the mist I came A distant flame before the sun A wander ere the waking dawn Where grey the nordlands waters run In elder Days an years of yore A DISTANT FLAME BEFORE THE SUN |
| Maschinenherz | Hallo allerseits, endlich komm ich dazu auch mal was zu texten! Ich bin gesund, freue mich meines Lebens (mehr oder weniger) und habe keine Einschränkungen durch etwaige Krankheiten. Was ist wenn ich diese Freiheit verliere? Angenommen ich hätte einen genetischen Defekt (Nervenerkrankung etc.), der sich erst im erwachsenenalter ausprägt und mir ein normales Leben versagt? Jetzt meint ein Arzt zu mir das es ein Verfahren gäbe, um mich zu heilen und zwar wird das betreffende Organ mittels embryonaler Stammzellen herangezüchtet und ich kann wieder ohne Schmerzen, ohne Medikamente, ohne Angst zu sterben leben. Denke ich da noch über ethische Aspekte nach? Ich hoffe für keinen, dass er in so eine Situation kommt, aber ich denke dass 99,9% sich behandeln lassen würden. Im angesicht des Todes sind wir doch alle gleich..... Zum Thema Bannung des Welthungers, AIDS, etc. sage ich nur das es am Menschen selbst scheitert. Es gibt heute eigentlich genug Nahrung für alle, in der EU werden jährlich hunderte Tonnen Obst, Gemüse, Getreide vernichtet. Ich will hier auch auf das Töten von 400 000 Rindern verweisen, nur um den Markt zu bereinigen. Profit, Profit, Profit, die 3 magischen Wörter bei denen viele Augen aufleuchten als hätten sie zehn Töpfe hintereinander gezogen. Darüberhinaus sind schon längst viele genetisch veränderte Pflanzen in 3-Weltländern im Einsatz, ohne dass sich viel an der Versorgung gebessert hat. Es gibt ein Medikament für AIDS, es soll auch in afrikanischen Ländern zum Einsatz kommen, doch zunächst streubten sich die Pharmakonzerne dagegen, da sie kein Geld von den armen Afrikanern erwarten konnten. Es scheitert IMMER am Menschen. Ich bin der Auffassung, dass wir unsere gesamte Existenz oder besser gesagt DEN Blick für unser spirituelles Sein verloren haben. Wir versuchen die Welt in Zahlen und Konstanten abzufassen, wir dedizieren und wir Spekulieren. Ich will nicht sagen dass das auch nur irgend eine physikalische Konstante, oder irgend ein biochemischer Prozess nicht Fakt ist, im Gegenteil sogar, aber es ist noch lange nicht alles. Dadurch hat der Mensch auch keine Antworten gefunden die schon Philosophen vor über 2000 Jahren stellten. Die Wissenschaft ist etwas, aber meiner Meinung nach nicht alles. Der Mensch befasst sich vielzuwenig mit seiner Spiritualität, mit dem erkennen, dem sehen und der Achtsamkeit auf das ihn umgebende. Niemand mehr erkennt die Schönheit der Welt...vielleicht wollen wir gerade desshalb alles manipulieren? ------------------ Non foras ire, in Interiore homini habitat veritas! >>Gehe nicht nach außen, die Wahrheit wohnt im inneren des Menschen!<< |
| Demon17 | Gentechnik ist ein zweischneiduges Schwert, einerseits können Erbkrankheiten schon im Mutterleib behandelt werden, da ist ethisch nichts gegen einzuwenden, andererseits wird es tausende von Experimenten geben die Monstren oder nicht lebensfähige Mutanten erzeugen werden, bis die Wissenschaft überhaupt die Zusammenhänge erkennt. Außerdem kann man damit natürlich auch die Perfekte Mordmaschinne mit sensibilisierten Sinnen, stärkeren Muskeln und ehöhter Agression züchten und all das wird geschen. Ob es nun verboten wird oder nicht. Es gibt mehr als 150 Nationen irgendeine wird es immer erlauben oder gar fördern. |
| nullpromille | ich glaube, dass die antwort auf diese frage sehr leicht zu beantworten sit. gentechnik kann die menschheit nicht retten - wovor eigentlic? aber es ist eine technologie, die die menschheit zerstören kann. das gleiche gilt für die atomare technologie. kernkraftwerke sind nützlich, aber nicht notwendig um zu existieren. mit atombomben, kann man aber jegliche existenz auf der erde vernichten. und dann ist die frage, ob nicht alles, was zur vernichtung von existenz "entwickelt" wird, nicht auch dafür in anwendung kommt. ein psychopath mit talent kann da schon viel anrichten. |
| Hellscream | Gentechnik ist ein zweischneidiges Schwert, daran habe ich keine Zweifel. Jede Technologie bringt Verantwortung mit sich, man sehe sich nur das Leid an das in der Geschichte schon durch einfachste Erfindungen entstanden ist, weil die Menschen die sie nutzten geistig nicht in der Lage waren mit ihr Verantwortungsvoll umzugehen. Nicht das alle Menschen jetzt in der Lage dazu wären. Aber sollen wir uns deswegen jeglicher Weiterentwicklung entziehen ? Statt eine Technologie zu Verteufeln und zu verbieten was überigens wirklich Sinnlos ist , wie schon durch Demon17 erwähnt worden ist. Sollten wir unser Augenmerk darauf richten das wir geistig in der Lage sind mit dieser neuen Technologie richtig umzugehen. Was für mich bezogen auf Gentechnik heisst das man z.b. Genetische Diskriminierung ausschliesst, soweit ich weiss gibt es in der Schweiz schon Gesetze dagegen. Aber wer diese Technologie anderen überlässt die noch viel weniger in der Lage sind Verantwortung zu tragen, der darf sich nicht Wundern wenn sie am ende Missbraucht wird. [QUOTE]gentechnik kann die menschheit nicht retten[/QUOTE] Genau so wenig wie Rückständiges Denken. [QUOTE]aber es ist eine technologie, die die menschheit zerstören kann.[/QUOTE] Das geht aber nicht nur mit der einen Technologie nehmmen wir als Beispiel einfach mal Autos, die können auch zum Untergang der Welt führen wenn wir so weiter Gasen. [QUOTE]ein psychopath mit talent kann da schon viel anrichten[/QUOTE] Ja oder wir nehmmen als Beispiel einen religiösen Spinner der der Welt das Seelenheil bringen will und sich mit Flugzeugen als Waffen bedient um dieses Ziel durch zusetzen. Ab imo pectore Hellscream Midgard Der Moloch |
| nullpromille | vielleicht beginnt irgendjemand den springenden punkt in den argumentationen der anderen auch zu begreifen und versucht dann die kernaussage zu widerlegen und analysiert nicht blind in der gegend herum, ohne eigentlich den main-gedanken nachvollzogen zu haben. kein wunder dass, das alles hier zu endlosdiskussionen führt. wenn nie auf das argument oder den gedankengang eingegangen wird, sondern spitzfindig ausgewichen. und so ergibt es sich, dass ununterbrochen "weiterargumentiert" werden kann, weil erst gar nicht auf das gepostete eingegangen wird. Tatsache ist (und das ist mein letzter beitrag zu einer offensichtlichen endlosdiskussion): dass ein einziger mensch mit macht, momentan in der lage wäre, so ziemlich die gesamte menschheit - mit nur einem knopfdruck zu vernichten, während die kernenergie wirklich nicht notwendig ist - und wenn sie so ein fortschritt wäre, warum versucht man dann aus ihr auszusteigen? |
| Demon17 | Tatsache ist, das eben wegen der Nuklearrüstung und des sicheren nuklearen Overkills der Menschheit zum ersten mal in der Weltgeschichte sich zwei Großmächte Jahrzente drohend gegenüber standen, ohne das eine davon zerstört wurde. Tatsache ist weiterhin, das im Gegensatz zur Kerntechnologie, die Anfangs ausschließlich in militärischen Kontexten unter Geheimhaltung entwickelt wurde, die Gentechnik wissenschaftlich-demokratisch kontrolliert wir. So wurde z.B auf der Konferenz von Asilomar 1975 ein zehnjähriges Forschungsmoratorium bezügliche der Anwendungsforschung beschlossen um im Interesse der Sicherheit ersteinmal die Grundlagen zu erarbeiten. Anders bei der Atomenergie, als die ersten Atombombe gezündet wurde gab es Theorien, die davon ausgingen, das die Kernspaltung sich permanent fortsetzen würde, bis jedes Aom auf der Erde zerstört worden wäre. Wir sind also, was die Verantwortung der Forschung betrifft, ein gutes Stück weiter gekommen. Bedrohlich wird es im Einflußbereich von Diktaturen und unter dem Druck der Banken, die kleine Start Ups eventuell zu unkalkulierbaren Risiken treiben könnten. never surrender demon17 |
| nullpromille | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Tatsache ist, das eben wegen der Nuklearrüstung und des sicheren nuklearen Overkills der Menschheit zum ersten mal in der Weltgeschichte sich zwei Großmächte Jahrzente drohend gegenüber standen, ohne das eine davon zerstört wurde. Tatsache ist weiterhin, das im Gegensatz zur Kerntechnologie, die Anfangs ausschließlich in militärischen Kontexten unter Geheimhaltung entwickelt wurde, die Gentechnik wissenschaftlich-demokratisch kontrolliert wir. So wurde z.B auf der Konferenz von Asilomar 1975 ein zehnjähriges Forschungsmoratorium bezügliche der Anwendungsforschung beschlossen um im Interesse der Sicherheit ersteinmal die Grundlagen zu erarbeiten. Anders bei der Atomenergie, als die ersten Atombombe gezündet wurde gab es Theorien, die davon ausgingen, das die Kernspaltung sich permanent fortsetzen würde, bis jedes Aom auf der Erde zerstört worden wäre. Wir sind also, was die Verantwortung der Forschung betrifft, ein gutes Stück weiter gekommen. Bedrohlich wird es im Einflußbereich von Diktaturen und unter dem Druck der Banken, die kleine Start Ups eventuell zu unkalkulierbaren Risiken treiben könnten. never surrender demon17 [/B][/QUOTE] und ich gehe ganz naiv davon aus, dass unsere technologischen errungenschaften auch dann noch als mittel vorhanden wären, wenn sich das gesellschaftliche gefüge und wertorientierung hin zum schlechten wandeln würde. |
| Hellscream | [QUOTE]und ich gehe ganz naiv davon aus, dass unsere technologischen errungenschaften auch dann noch als mittel vorhanden wären, wenn sich das gesellschaftliche gefüge und wertorientierung hin zum schlechten wandeln würde.[/QUOTE] Eben deswegen sollten wir bemüht sein Verwantwortung zu zeigen und zu bewahren. Wenn wir dammit überfordert sind haben wir nichts besseres als denn Tod verdient, auch wenn es mir Leid tun würde. Naja das Leben ist wohl sowie so vergleichbar mit einem tanz auf einer Rasierklinge. Ab imo pectore Hellscream Midgard Der Moloch |
| Demon17 | [QUOTE][i]Original geschrieben von nullpromille [/i] [B]und ich gehe ganz naiv davon aus, dass unsere technologischen errungenschaften auch dann noch als mittel vorhanden wären, wenn sich das gesellschaftliche gefüge und wertorientierung hin zum schlechten wandeln würde. [/B][/QUOTE] Ja ich glaube an so etwas sind die Majas zugrunde gegangen. Aber natürlich können fürchterliche Waffen in falsche Hände geraten, natürlich wird es im zuge der Globalisierung zu einer völlig neuen Weltordnung kommen. Ich weiß nur, es werden uralte Kulturvölker sein, die die USA als Führungsmacht ablösen. Es werden die mit den lernfähigen Eöiten sein, die sich flexibel anpassen und ihre Chancen realisieren und nicht die Fanatiker. Das gibt mir ein bisschen Hoffnung. |