| SpiritAndSoul | Ich grüße euch! Nachdem ich die Suchmaschiene bemüht habe und kein entsprechendes Ergebnis gefunden habe, eröffne ich dieses Thema hier neu. Zunächst einmal ein paar Hinweise: Ich denke, dass, was ich hier tue kommt ungefähr dem gleich, was ein homosexueller tut, der sein Leben lang mit Vorurteilen konfrontiert wurde, bzw. mit diesen aufgewachsen ist. Dies ist für mich eine Art Outing. Und ich habe Angst. Doch in den letzten Tagen plagen mich immer wieder Alpträume, die genau dieses Thema zum Gegenstand haben: ich verletze mich selbst. Sei es das Schleifpapier, mit dem ich mir die Haut bis zum rohen Fleisch aufreibe, oder das Messer, das sich bis in die Muskulatur hereinschneidet. Aber ich habe keine Schmerzen. Es fühlt sich gut an. Und ich will immer mehr. Bis ich aufwache. Ich halte diese Träume für ein Signal, dafür, endlich damit rauszurücken. Ich gebe hier keinerlei Referenz auf das Geschlecht, der betreffenden Person. Daher spreche ich von "ihm" im Sinne von "dem Menschen". Zur Vorgeschichte: Im letzten Drittel des Jahres 2003 habe ich einen Menschen (im Internet) kennengelernt, der mir von Anfang an sehr sympatisch war. Zu seiner Person kann ich mit Bestimmung sagen, dass er eine sehr emotionale Weltanschauung besitzt, extrem sensibel ist (im negativen, wie im positiven Sinne), leicht zu deprimieren und auf eine liebenswürdige und unschuldige Weise auch naiv. Er ist Künstler im Bilde (ist davon aber selbst nicht überzeugt), besitzt zwar kein großes Verständnis dafür, aber durchaus die notwendige Leidenschaft. Die Anfänge unseres Kontaktes bestanden eher aus Diskussionen über das Schreiben und Malen/Zeichnen, Perspektiven, Weltanschauung und etwas Smalltalk. Eben das, was man zwischenmenschlich als "beschnuppern" bezeichnet. Nachdem wir ziemlich schnell, ziemlich viele Themen, mal humorvoll, mal ernsthaft, durchgekaut haben, fingen wir an über uns selbst, unsere kognitiven und spirituellen Strukturen zu reden, uns also im feinstofflichen Bereich kennenzulernen und dem gegenüber zu öffnen. Was ich sah, war ein Mensch, wie ich ihn in meiner damaligen, wie heutigen Umwelt oft vermisst habe. Aber ich habe ihn gefunden. Er war stets weit weg und doch immer ganz nah (, dank ICQ). Mit den häufigen Unterhaltungen über verschiedene Probleme unterschiedlichster Art und mitunter auch über deren Lösungen, wuchs etwas in mir heran. Ich fühlte mich immer stärker mit ihm verbunden. Ich fing an ihn zu lieben, ohne mich je verliebt zu haben. Einfach, wie ein Mensch meines absoluten Vertrauens. Einfach, wie ein Mensch für den ich mit einem Lächeln sterbe würde, um sein Leben zu erhalten. Einfach nur ein Mensch, ein Freund. Und doch so viel mehr. So gegen September 2003 bin ich umgezogen. D.h. auch: Telefon- und Internetanschluss rechtzeitig abmelden und in der neuen Wohnung wieder anmelden. Da mir zuvor nur ein ISDN Anschluss zur Verfügung stand und wir auf DSL aufrüsten wollten, kam eine zusätzliche Wartezeit dazu. Insgesamt war ich etwas mehr als einen Monat offline. Und da unser Kontakt stets nur via ICQ stattgefunden hatte, war eine telefonische Verbindung auch nicht möglich. Als ich wieder online war freute ich mich natürlich darüber ihn wieder zu sehen. Doch meine Begrüßung hatte nur zur Folge, dass er Offline ging. Ich war verwundert. Hat er mich vielleicht versehentlich übersehen? Wenige Zeit (ein oder zwei Tage) später sah ich ihn wieder online. Er befand sich im away-mode, war aber nicht "idle", was bedeutete, er hatte 1. den Status selbst eingestellt und 2. musste er binnen der letzten Minuten am Rechner gewesen sein. Ich schrieb eine freundliche Begrüßung und die neckische Bemerkung, die ungefähr so klang: "geh doch mal aus dem away-mode raus. wirkt so passiv..." Ich schickte die Nachricht mit einem zwinker-Smiley am Ende ab. Die Antwort war die gleiche, wie zuletzt: offline. Das konnte jetzt kein Zufall mehr sein. Da läuft irgendetwas so, wie es auf gar keinen Fall laufen sollte. Und ein Problem mit der Software schloss ich von vornherein aus. Mir war jetzt egal, ob online oder nicht. Ich schickte ihm einfach die Nachricht. Ich wollte wissen, was mit ihm los ist. Ich wusste einfach nicht, was ich von diesem Verhalten denken sollte und begann mir ernsthafte Sorgen zu machen. Etwas nachhaken brachte mir dann auch schnell die Antwort. Im nachherein kann ich aber nicht sagen, ob ich sie hören wollte oder nicht. Sie hatte ungefähr diesen Wortklang: "wenn du's unbedingt wissen willst: ich ritze und habe vor kurzem versucht mich umzubringen"... offline... Meine Kinnlade schwebte ungefähr auf Brusthöhe. Mir rasten tausende Gedanken durch den Kopf, von denen kein einziger wirklich klar war. Unsortiert und scheinbar ohne Bedeutung. Ich versuchte einige davon festzuhalten, um mit ihnen arbeiten zu können. Und mein Erfolg hielt sich in Grenzen. Er war wieder online. Ich starrte auf die Contact-List, wie sein Nick dort in grüner Schrift geschrieben stand. Irgendwas musste ich tun. Ich kürze hier etwas ab. Das sind jetzt nämlich Details, die ich doch lieber mit niemandem teilen möchte. Im Groben: ich habe gekämpft! Ich wollte kämpfen, ich musste kämpfen. Ich habe alles gegeben, was mein Verstand über ihn und meine Gefühle für ihn hergaben. Er war ständig so aggressiv und er schien jedes meiner Worte als Angriff aufzufassen. Ich habe versucht ihn davon zu überzeugen, dass das nicht richtig sein kann, dass er es sein lassen sollte, dass er die Dinge doch anders betrachten sollte und vor allem nach vorne schauen sollte. Aber plötzlich stellte ich mir die Frage: warum sollte er? Für mich? Ich habe doch die ganze Zeit nur versucht, meine eigenen Denkweisen auf ihn zu projizieren. Schließlich wollte ICH ihn nicht verlieren. Ich habe die ganze Zeit nur an mich gedacht, an meine eigenen Bedürfnisse. Mein Bedürfniss nach ihm! Zu viele Tränen, zu viele schlaflose Nächte. Und wenn ich schlief, hatte ich Alpträume. Meine Anrufe bei der Polizei, ob es in dem Gebiet, in dem er wohnt eventuell Vermisst- oder gar Suizidmeldungen gab, als ich ihn mal ein paar Tage nicht online gesehen hab, was natürlich wieder unangenehme Fragen mir gegenüber aufwarf. Für nichts! Ja, ich habe gekämpft. Und ich habe versagt. Ich richtete mich noch einmal an ihn. Ich schilderte ihm meine Erkenntnisse. Und sprach eine letzte Bitte aus: mich von seiner Kontaktliste zu löschen. Nach nur kurzem Wiederstand willigte er ein. Mir ging es noch nie so dreckig, wie in der Woche danach. Ich versteckte mich hinter einem gestellten Lächeln um meiner Umwelt keine Anzeichen meiner Schmerzen zu geben. Ich kürze hier erneut. Er stellte den Kontakt wieder her. Und in Dialogen, die ich hier auch nicht beschreiben möchte, überzeugte er mich es noch einmal zu versuchen. Es ging bergauf. Nur ganz, ganz langsam... aber immerhin. Ich habe meinen Fehler realisiert: ich habe ihm so lange vorgehalten, was er meiner Ansicht nach falsch macht, dass ich vergessen habe ihm zu zeigen, was gut sein kann. Wenn ein Mensch ständig mit seinen Mängeln konfrontiert wird, blockiert er. Ganz automatisch. Viel mehr sollte man einem solchen Menschen doch die Sonnenseiten vorstellen. Etwas neues zeigen, woran er festhalten kann. Was ihm vielleicht die notwendige Perspektive gibt, die er braucht, bzw. überhaupt gebrauchen kann. Etwas größeres als Male an seinem Körper, die seine einzige Überzeugung für sein Leben darstellen. Auf gar keinen Fall darf man diesen Umstand unter den Teppich kehren. Einfach immer im Hinterkopf behalten, aber nicht unentwegt vor Augen führen. Denn schließlich muss doch jeder Mensch für sich allein seinen Weg finden. Niemand kann ihm diesen zeigen. Aber man kann ihm einen Anstoß geben überhaupt danach zu suchen. Heute freue ich mich immer wieder ihn in grüner Schrift auf meiner Kontaktliste zu sehen. Immer mit einem merkwürdigen Gefühl im Bauch, aber ich freue mich. Auch fühle ich immer noch eine große geistige Belastung, mit jedem Wort, dass ich ihm schreibe, welche mit jedem Wort, dass ich von ihm lese wieder nachlässt. Ich bleibe dabei: ich liebe ihn. Puh... jetzt geht es mir besser. Nun, was ich von euch noch wissen möchte: Seid oder wart ihr selbst betroffen? Bitte berichtet davon. Sollte ein (sich selbst akzeptierter) Borderliner dies lesen: ich bitte dich inständig und mit hoher Achtung um ein Feedback! Ist mein jetziges Verhalten in euren Augen falsch oder richtig und warum? Könnt ihr Tipps geben? Ich bitte euch auch mir zu diesem Thema keine PNs zu schicken. Das hier geht nun wirklich jeden was an. Es sei denn es ist zu intim, um es mit einer nicht kontrollierbaren Masse an Lesern zu teilen (habe ich schließlich abschnittsweise auch getan). Desweiteren: Seid gesegnet! |
| Vyrea | Seid gegrüsst! Ersteinmal ein großes Lob von meiner Seite..ich finde es toll ,wie du dich in deinen Freund hineinfühlst und ihn langsam wieder in das Leben hereinbringst. Ich selber bin leider auch betroffen von diesem Syndrom...es ist wie ein Zwang..eine Sucht..so könnte man es nennen. Angefangen hat alles im Sommer des letzten Jahres...ich war mehr oder weniger glücklich verheiratet..mein Partner ist leider sehr dominant und wenig liebevoll zu mir gewesen. Ich kam mir nutzlos vor und habe mir selber die Schuld an seinem Verhalten gegeben. Er konnte mich erniedrigen so viel er wollte...ich habe meinen Frust an mir selber ausgelassen. Meist habe ich mir mit einem Messer tief in das Fleisch geschnitten, habe mir vor Wut und Selbsthaß Gegenstände auf die Finger geschlagen,bis sie gebrochen waren und mit meinen langen Fingernägeln das Gesicht und andere Körperstellen zerkratzt. Am Ende habe ich mich nicht mehr aus dem Haus getraut und mich mittels dem Internet in eine fremde, bessere Welt geflüchtet und mich dort verkrochen. Doch trotz meiner Verletzungen lernte ich einen wundervollen Menschen kennen, der meinen Körper und mein Wesen so liebte, wie er war. Leider war er in festen Händen, so wie ich...ich hatte Hoffnungen...große Hoffnungen und habe ihn vielleicht damit überfordert...ich habe mich letzendlich von meinem Ehepartner getrennt, wollte ein neues, besseres Leben anfangen..so wie ich es im Internet gelebt habe. Doch das Leben hält manchmal die ein oder andere üble Überraschung bereit...das Ende war: alle Freunde haben sich von mir distanziert, mein Ehepartner terrorisierte mich, ich verlor mein Kind im 4.Monat, der wundervolle Mensch brach jeglichen Kontakt zu mir ab und meine Therapie schlug kurz darauf fehl. ich fühlte mich verloren!Im Dezember ist dann die Sicherung durchgeknallt...mein Selbsthaß kannte keine Grenzen mehr ->die Folge: ein Selbstmordversuch...Das ist nun alles Vergangeheit. Heute: Ich habe mich mit allen ausgesöhnt, habe die Scheidung eingereicht, einen tollen Job, ein eigenes 2-Zimmer-Reich und habe mich seit einem Monat schon nicht mehr selber verletzt...ich bin wirklich stolz auf mich!Ich schaue voller Freude in die Zukunft...ein ganz besonderer Freund hat mich "wiederbelebt"...mir die schönen Seiten des Lebens aufgezeigt, ohne mich zu bedrängen. Das Wichtigste war für mich zu wissen, dass da jemand ist; der meine Gefühle und mein Denken nachempfinden kann...der immer für mich da ist und mich auf eine besondere Weise liebt, wie ich ihn. Gebe auch du deinem Freund (wenn auch nur übers ICQ) das Gefühl von Nähe, Verständis und versuche in sein Denken und sein Fühlen bewusst hineinzukommen...wie in einem Rollenspiel ;-) Dann kannst du spüren, was er jetzt braucht. Und sage ihm immer wieder, was du für ihn fühlst und wieviel er dir bedeutet...es tut immer gut, so etwas zu hören. Sag ihm, was du besonders an ihm magst, damit auch er seine guten Seiten an sich entdeckt und lieben lernt. Sooo...das wars erstmal von meiner Seite..auch mir hat das nun gut getan, alles von der Seele zu schreiben, auch wenn ich so wie du die intimen Abschnitte herausgelassen habe :-) Wenn du Fragen hast, dann kannst du dich gerne per PN an mich wenden. Vyrea |
| caro | hallo... Ich habe mir lange überleg zu antworten... nicht weil ich nicht darüber reden will.. sondern weil ich nichts selbst beroffen bin... aber jedoch ein mensch der mir sehr sehr naje steht... Und ich mit immer wieder gründe überlege.. manchmal auch mir die schuld an seinem verhalten gebe.. was in mir auch selbsthassgefühle verursacht.... jedenfalls hat mich dieser beitrag vllt auch wegen der indirekten betroffenheit sehr berührt. und ich wollte einfach was dazu schreiben.. und loben das üebr dieses thema geredet wird.. es kann nur helfen.... caro |
| kagemusha | [i]was ich dazu denke:[/i] ein Makel? es ist kein Makel, es ist kein Fehler. es ist einfach. und es ist notwendig, aus einem oder aus vielen gründen, und vielleicht hört es irgendwann auf, oder vielleicht auch nicht. jeder ist für sich selbst verantwortlich. hat deshalb jedes recht zu tun, was er für richtig hält, zunächst. bis er jemand anderem damit schadet, in dessen verantwortung es dann liegt, das ihm Schadende abzustellen. nehmt die Wesen wie sie sind. und sind sie so, dass sie sich selbst verletzen, dann nehmt sie so. sind sie so, dass sie [i]die Wut[/i] in sich tragen, jene tsunami-wut, die euch schaden kann, nehmt sie mit dieser wut, und gebt acht, dass sie euch nicht mitreißt. Setzt Grenzen. Deutliche. "Du - Ja. Aber nicht so." seid da. nicht aufdringlich, nicht atem-nehmend eng, nicht zupackend, klammernd, raumnehmend, sondern lasst ihnen, lasst uns, lasst jedem atem und raum - aber streckt eure Hand aus. haltet sie einfach hin. und zieht sie nicht weg, wenn sie ergriffen wird - doch zieht sie weg, wenn der griff euch die knochen zu brechen droht. findet das maß. achtet auf euch selbst, liebevoll. und behaltet den anderen im auge, liebevoll. |
| Shawn | Ich hätte die " anders gesetzt: [i]Der richtige Umgang mit "Borderlinern"[/i] Denn was ein Borderliner ist, kann man nicht an exakten Punkten festmachen meiner Meinung nach. Ich hab im Laufe der Jahre immer wieder welche getroffen, vor allem weibliche eben (jaja, denkt euch euren Teil) und ich bin damit eigentlich immer gleich umgegangen & geholfen hat es immer: Kraft geben. Ein Vorbild sein. Mitziehen. Ziele geben. Lösungen zeigen. Gnadenlos & mitleidslos sein (im positiven Sinne) sein. Ich hab mir als dummer 15jähriger selbst 2 Monate lang die Arme von Schulter bis zum Handgelenk aufgeschlitzt - bis mir plötzlich aufgefallen ist, was für eine unheimlich große Dummheit das ist. Da habe ich mir zum Ziel gesetzt zu kämpfen, denn es gehört viel mehr dazu den Kampf aufzunehmen, als sich gehen zu lassen und die eigene Leere oder den inneren Druck durch slitten zu kompensieren. Wenn jemand sowas macht, schreit er stumm - aber wonach? Mann muss einfach mit einem lächeln durchs leben gehen, denn alles ist eine Show und man spielt nur eine kleine Rolle darin. Wenn man rumheult, jammert, sich aufschlitzt, sich nur in einem dunklem Zimmer verkriecht - dann ändert man nichts. Man gibt sich auf, vegetiert vor sich hin und das war es, danach kommt nichts mehr. Aber wenn man lächelt und kämpft, dann ist man stolz für jeden Tag, den man hinter sich hat und nichts fühlt sich besser an, als wenn man mit sich selbst im reinen ist. Oh Gott, ich glaube das alles ist so wirr, dass es ohnehin keiner versteht - aber okay, wenn's nur einer von 10 ist, dann soll mir das reichen... |
| Vyrea | Ich denke, was kagemusha da angesprochen hat sind auch sehr wichtige Punkte. Jeder ist nunmal für sein Leben selbst verantwortlich....mir ist es auch eine Weile passiert, dass ich in regelrechtem Selbstmitleid zerflossen bin...bis ich erkannt habe, dass nur ich alleine an meiner ganzen Situation etwas ändern kann. Dazu gehört auch, das Leben neu zu sortieren...wer/was tut mir gut und wer/was nicht..und dann aktiv zu handeln und sich von den negativen Einflüssen kompromisslos zu trennen. Auch die Härte dieses besonderen Menschen hat mir Kraft gegeben..auch wenn ich mich mal unfair behandelt gefühlt habe und sehr wütend auf ihn war...aber es hat mir Kraft gegeben..und gerade für seine liebevolle "Gnadenlosigkeit" bin ich ihm heute dankbar. Es hat mich wirklich stark gemacht! Aber lass dem Menschen die Luft zum atmen..wie gesagt, fühle dich in ihn hinein, dann merkst du wie weit du mit deiner Hilfe gehen kannst und wann du dich wieder ein wenig zurückziehen solltest. Und vergesse deinen Selbstschutz nicht! Sag ihm offen, wenn dir seine Probleme mal zu sehr an deine eigene Substanz geht und du etwas Abstand brauchst. Es ist auch nicht notwendig, dass du dein ganzes Leben nur auf diesen einen Menschen fixierst...vergess dein eigenes Leben nicht!Ich denke, es liegt viel an ihm selber..Boderline ist ein Syndrom, mit dem man nur Lernen muss umzugehen. Der Betroffene, sowie seine Umgebung. So..das wars erstmal wieder von meiner Seite aus! Vyrea |
| Aleanthus | ... vor einiger zeit habe ich mih selbst oft geschnitten... immer dann wenn ich mich verloren gefühlt habe (und das war oft), einsam und unverstanden, wenn ich wiedermal gegen diese unsichtbare wand namens gesellschaft gerannt war... und niemand mir half... und nachdem ich mich geschnitten hatte ging es mir besser... die trauer, die mich noch kurz vorher zu überwältigen drohte... reduziert auf ein erträgliches maß... ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich dasaß... alleine mitten in meinem zimmer, im dunklen... mit tränen in den augen und dem messer in der hand... musik... musik war auch immer wichtig, ohne musik habe ich mich nicht sicher gefühlt, während ich mich schnitt... eine vollkommene abschottung von der außenwelt,nur ich, mein messer und die schmerzen... die erlösenden schmerzen... doch irgendwann habe ich mich zu tief geschnitten... physisch wie auch psychisch... und dann habe ich gemerkt, dass es auch andere wege gibt... und als erinnerung daran trage ich diese letzte narbe... 2 zentimerter lang und einen halben breit... und immer wenn es mir schlecht geht fühle ich sie und lasse mein leid nicht mehr durch frische wunden entweichen, sondern durch diese narbe... diese vorstellung, das leid einfach entweichen zu lassen... hat mir sehr geholfen... aber sonst... niemand... --- fangt damit an was ihr wollt.............. ... ... .. . cu Aleanthus |
| Spawn | Hm muß sagen - Viele interessante Beiträge sind hier geschrieben worden. Ich gehöre ebenfalls zu den Betroffenen wobei es aktuell wieder schlimmer ist. Es muß nciht immer körperliche Auswirkungen haben wie Selbstverletzendes Verhalten. Viel öfter habe ich festgestellt das man sich zurückzieht, Kontakte abbricht, eine Leere in sich verspürt. Dazu kommen dann noch manchmal wechselnde Gefühle meist in Richtung Depression. Man stößt Freunde, bekannte und menschen die einen Lieben von sich auch wenn man sich dringend braucht und sich dessen bewußt ist. Habe mir genau dadurch meine Beziehung ruiniert und einen Menschen verloren der mir mehr bedetet hat als mein eigenes Leben. Aber ich kann nur zu gut verstehen wenn manche sich abwenden von jemandem wie mir. Denn so jemanden zum Freund zu haben ist schwer. Es kostet viel Kraft und ist nciht einfach und für die meisten wohl unmöglich. Bezweifle aber das es ein Rezept gibt wie man sich solch jemandem gegenüber verhalten soll. Vielleicht einfach mit Reden, Gesellschaft leisten , sanft anstupsen in Richtung" sich eben cniht hängen zu lassen", "sich aufzuraffen". Aber der Grad zwischen zuviel Nähe und zu wenig ist sehr schmal. Aber denke ich bin eh der Falsche um Ratschläge zu geben, komme aktuell slebst nciht mit meinem Leben klar. Aber sowas zu Erkennen, bedeutet noch lange nicht das man auch schafft etwas zu ändern. |
| Vyrea | Sei gegrüsst Spawn! Du hast Recht...es ist schwer Ratschläge zu geben!Aber du kannst durch das Mitteilen deines Empfinden, den Nichtbetroffenen helfen, uns zu verstehen. Ich denke, es ist schwer sich vorzustellen;was in uns vorgeht wenn wir uns selber verletzen...drum teile deine Empfindungen hier mit! Du hilfst damit allen, die einen Betroffenen kennen und sich um sie sorgen und du selber hast die Möglichkeit dir so viel von der Seele zu reden wie du möchtest. Wie ich schonmal sagte, man muss nur lernen damit umzugehen...ich denke, dass ich es vielleicht nie ganz abschalten kann.... |
| Trauerwesen | Ich finde es am wichtigsten, dass man verständnis aufbringt und der Person zeigt, dass man für sie da ist, wie auch immer, und die Einsamkeit nimmt. Wobei Verständnis das schwierigste ist, wie ich finde, denn das findet man nicht überall. |
| SpiritAndSoul | Seid gegrüßt! Ich danke euch vielmals dafür, dass ihr mir zeigt, wie ihr denkt. Und ich glaube ich habe endlich verstanden, worum es dabei eigentlich wirklich geht. Ich dachte früher, dass es ganz einfach nur "dumm" sein kann, sich selbst Schmerzen zuzufügen. Aber im Grunde genommen, heiligt der Zweck doch immer die Mittel. So ist die Verletzung, der körperliche Schmerz, nur zur Kompensation von seelischen Schmerzen gedacht. Oder vielleicht eher zum Überdecken? In diesem Falle würde man aber nicht die Wurzel des Selbsthasses bekämpfen, um neuen Mut zu fassen, sondern die Symptome nur verdecken, wie z.B. Psychosomatika es bei geistigen Störungen tun. Man sollte als, nicht-Borderliner ganz einfach Perspektiven anbieten. Einfach das Angebot auf dem Markt des Lebens vorstellen. Oder wie Shawn so schön sagte: Ihm zeigen, wie man lächelt und kämpft. Auch ich erlitt immer wieder zu bestimmten Zeiten in meinem Leben größere Schmerzen. seelische Schmerzen. Aber ich habe halt einfach eine andere Art, damit umzugehen. Mentale Schmerzen kompensiere ich mit mentalen Miteln, nicht mit physischen, wie die Selbstverletzung. Die Zeichen an mir sind dann halt keine Narben, sondern eine Neuanordnung meiner emotionalen Strukturen. Das schlägt sich dann u.a. auch in meinem gesamten Verhalten nieder, was immer bleibende Wirkung hatte. Desweiteren werde ich in meinem Denken selbstzerstörerisch: ich kapsel mich ab, weise jeden Menschen ab, der mir zu nahe tritt (und das geht schnell), sogar gegenüber Menschen, die ich sehr mag kann ich verletzend sein, ohne, dass ich es will. Und irgendwann kommt die Selbserkenntnis, dass man mit seinem Verhalten doch nur Schaden angerichtet hat und nicht weitergekommen ist. Und dann muss man sich aufraffen. Zusammendfassend ist es ganz einfach so, dass ich eine andere Methode anwende, die aber doch das gleiche zum Ziel hat. Es gibt eigentlich keinen Unterschied zwischen uns. Ich reiche euch meine Hand. Es wäre mir eine Ehre, wenn ihr sie ergreifen würdet. Seid gesegnet! |
| Vyrea | Wie schon gesagt, ich habe eine recht erfolglose Therapie hinter mir. Was nicht heißen soll, dass sie jemand anderen etwas bringen kann..aber ich denke, da gehört ein gewisser Wille dazu; auch wenn es nur ein Funken ist. Aber profesionelle Hilfe einzuholen ist mit Sicherheit notwendig! Mir ist auch bewusst, dass es schwierig ist, mit so jemanden zusammenzuleben...wenn es überhaupt geht. Und ich finde es auch vollkommen in Ordnung und notwendig, wenn man an einem gewissen Punkt einfach nur auf Selbsschutz geht...gerade, wenn Kinder im Spiel sind. Trotzdem sollte man bedenken, dass man bei diesen "Ausbrüchen" nicht Herr seiner Sinne ist. Bei mir hat sich die Wut und der Haß allerdings nur gegen mich selber gerichtet..nie gegen andere, denn die waren in meinen Augen perfekt und nur ich war der Makel. |
| Trauerwesen | @ Ingenue: Ich würde mal sagen, dein verhalten war nicht das richtige. Denn mir zeigt es reinen Egoismus, ich sage nicht, jeder muss mit klarkommen, aber ich sage, dass, gerade wenn man jemanden liebt, sich erkundigt was da sache ist , und zumindest versucht, zu verstehen, was da in einem vorgeht. kannst du dir in irgendeiner Form vorstellen, was da in einem vorgeht, bzw kannst du dir vorstellen, was in so einem menschen vorgeht wenn der partner, der dann auch noch einen deswegen verlässt? Der Partner, der der hauptsächliche Halt für diese Person ist? Was ist das denn für Liebe, wenn man wegrennt, und nicht seinem Partner hilft, eine Therapie zu beginnen, sowas ist nicht einfach, aber wenn dand ist, wo man weiss, der ist für einen da, wäre das doch erstmal ein besserer schritt gewesen!!! Vor allem hilft man dem anderen gar nicht damit, und das nenne ich puren Egoismus! Und wenn du irgendwie Ahnung hättest, dann wüsstest du, dass ein Psychologe auch ganz gut wäre für einen Borderliner, und wenn du irgendeine Ahnung hättest, würdest du Borderliner nicht so schlecht machen (von wg einreden; und von wg Psychiater, dort sind ganz andere Fälle). Diese verständnislosigkeit, vllt hättest du mal begreifen sollen, dass dies eine Krankheit ist, und Intoleranz, insbesondere seitens des Partners, verschlimmert den Zustand nur. Ich hatte auch so einen Partner, und eine Freundin hatte ihn sogar für die Verschlechterung meines Zustandes verantwortlich gemacht. habe ihm wer weiss wie oft gesagt er solle das alles nicht ernst nehmen, wenn ich austicke, aber das tat er, und er zeigte kein bisschen Interesse an dieser Sache, das einzige was ihn störte, war, dass er Verantwortung trug und ich ihm deutlich seine Fehler ins gesicht sagte! Ich meine, ok, muss nicht jeder mit rumrennen, aber diese Intoleranz finde ich einfach nur ätzend, und wovor man die fehler an denjenigen sucht, sollte man vllt auch mal an sich suchen, wieso der nun so reagiert. Der ist verletzlich, und es ist nicht immer einfach, aber er hat sich nicht unter kontrolle, wenn ich Wutausbrüche habe, dann weiss ich anschliessend nicht mehr, wieso. Dieser mensch braucht nur geborgenheit, und nicht soviel mehr! |
| Vyrea | @Trauerwesen: Nicht jeder kann/will/möchte sich mit so einem Menschen/so einer Situation auseinandersetzen. Ich selber bezweifle auch, ob ich denjenigen; die mich im Stich gelassen haben jemals etwas bedeutet habe. Wenn ich meinen Partner liebe, dann fühle ich mit ihm allen Schmerz, möchte wissen was mit ihm los ist und ihm helfen. Aber wie gesagt....das gilt wohl nur für tiefe, innige Liebe und für die Menschen, die mit offenen Augen durch das Leben wandeln und sich um andere Menschen sorgen. Ich könnte niemand anderen für etwaige Verschlechterungen meines Zustandes verantwortlich machen..auch wenn es Menschen gibt, die behaupten sie wären mitverantwortlich....aber ich für meinen Teil möchte es mit mir selber ausmachen. |
| Trauerwesen | das probelem bei mir war nur, ich sagte ihm, dass ich "nicht ganz normal" sei. er sagte ok, käme er mit klar. im januar sprach ich mit freunden und beschloss, eine therapie zu machen. ich sagte ihm, weil ich immer mehr dahinterkam, was mit mir los ist, wenn er nicht kann und will oder was auch immer, kann er gehen. Er sagte ne, er sei für mich da, alles kein problem. aber davon habe ich nie was gemerkt. ich hätte verständnis gehabt, wenn er es versucht hätte, weil er es sagte und dann es doch zuviel wurde. aber keine leeren versprechungen. naja, was draus gelernt, und ich gebe zu, ich könnte es auch nicht, eine neurotische mutter reichte mir manchmal schon.... |
| Vyrea | Trauerwesen, ich drück dich ganz lieb. Ich kann das nachempfinden...ich finde es immer schade, dass manche Menschen einfach nicht ehrlich sein können. Vielleicht hätte es euch beiden geholfen, wenn er rechtzeitig gesagt hätte mit was genau er nicht klar kommt..dann hätte man das ganze vielleicht noch kitten können. Mich hat heute ein ganz besonderer Mensch verlassen...er ist für immer von mir gegangen..auch ihm wurde es zuviel...und er hat nie etwas gesagt..ich habe ihn heute morgen aus Interesse angesprochen, ob er sich den immer noch in meiner Gegenwart wohl fühlt..und habe eine negative Antort bekommen! Kopf hoch, ich fühle mit dir! |
| SpiritAndSoul | @Trauerwesen & Ingenue: Ich bitte euch beide. Es gibt keinen Grund sich hier zu streiten. Ich denke auch, dass der Schluss von Trauerwesen sehr vorschnell war und Ingenue durchaus das Recht hat sich zum Selbstschutz zurückzuziehen, auch ohne den Zwang daraufhin ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Aber das ist nicht der Grund, warum ich diesen Thread erstellt habe. Bitte lasst daher, was ihr schreibt frei von eurer persönlichen, emotionalen Ideologie. Ich bin mir über die Kontroversität dieses Themas sehr wohl bewusst. Aber bitte löst die Probleme, die eure gegensätzliche Wahrnehmung verursacht ohne Aggressionen. Sonst seit ihr hier vielleicht an der falschen Stelle dafür. Hier stellt sich mir nicht die Frage, ob ich euch beide nachvollziehen kann, sondern ganz einfach die, ob ein Streit hier an diesem Ort, Sinn ergibt. Und dieser Meinung bin ich nicht. Danke. Seid gesegnet! |
| SpiritAndSoul | Ich habe gerade eben einen kleinen Songtext fertig gestellt. Er soll beschreiben, wie ich mich damals gefühlt habe. Bitte verzeiht, wenn sich Fehler eingeschlichen haben sollten, die ich mit dem Wörterbuch nicht filtern konnte, aber ich verfüge leider nur über das Berliner Oberschul-Englisch und das ist bekannterweise ziemlich schlecht. --- Montag, der 8. März 2004 "Selfdestruction" The candles are gone out A gentle darkness fills the room Lying in my bed Just me and my thoughts We met, we laughed, you let me cry In cold, rainy nights Just me alone and my thoughts They provokes me to fight Chorus: : Begin to dream, but lie awake : Of green, sunny hills : Sitting in the shadow of a cherrytree : And a refreshing squall : Hides my lost tears : Then I feel your selfish clasp : Sometimes you love, suddenly not even more? : Your downfall, your selfdestruction : Means mine, too : And who helps ME in my misery? Shadows of the streetlights Dancing in my room Projecting your ghost in my perception Holding my hand Don't give up! I'll give up! I can't see a sence in fighting I can't see a chance to succeed But where would you go when I sleep? Chorus And who delivers ME from my pain? And who will save MY soul? Chorus Who saves me... from my selfdestruction? --- Seid gesegnet! |
| gin'iro | sollte sich das Thema zum Streit ausarten werde ich leider in den Kaiser verschieben müssen. Bitte versucht einen konstruktiven Austausch zustande zu bringen. |
| SpiritAndSoul | Hallo gin'iro! Das hat sich inzwischen schon erledigt. Danke trotzdem! Bye. |
| Spawn | @Ingénue Sie erwarten das ich sie cniht mehr erwähne und werde mich daran halten, aber ich erwarte das gleiche Verhalten auch von ihnen. Back to thread Also was das Verhalten Borderlinern gegenüber angeht habe ich nur 3 Leute in meinem Leben kennengelernt mit denen ich voll und ganz klar kam, unabhängig davon wie ich mich fühlte. Sie kamen mit meinem Verhalten klar, nun stellt sich die Frage warum und wieso. Einmal meine beste Freundin Kitty die in der Nacht vom 6. auf den 7. Juni 2003 verstarb(Selbstmord). Mit ihr konnte ich über alles reden und irgendwie wußte sie immer wie ich mich gerade fühlte und reagierte. Wenn ich mich mal wieder vollkommen daneben benommen habe bekam ich eine Ohrfeige die dafür sorgte das mir die Ohren kingelten, was mich aber auch meist wieder zurückholte, auch wenn ich dann erstmalwas sauer war deswegen was aber schnell verflog. Dann mein Freund Christian der selbst unter psychosomatischen Angstzuständen leidet und deswegen auch entsprechende Psychopharmaka nehmen muß. Da stellt sich einem doch die Frage ob es notwendig ist das man selbst unter gewissen geistigen Problemen leiden muß um mit Borderlinern klar zu kommen. Zu letzt wäre da noch Christoph. Er ist ein Pfleger den ich in der ambulanten Therapie kennengelernt habe. Daher kann man ihn wohl als mehr oder minder normale Person ansehen, wobei er durch den ständigen Umgang mit solchen Leuten wohl sensibilisiert ist. Er war mir nicht zugeteilt, haben uns also nur zufällig kennengelernt. Das alles zeigt denke ich das es schon viel Bedarf um mit unsereins klar zu kommen. Zähle auch noch ein paar andere Borderliner zu meinem Freundeskreis, aber da die selbst betroffen sind gestaltet sich der Umgang erstaunlicherweise sehr leicht. Würde mich interessieren ob ihr Freunde oder Bekannte habt mit denen ihr klarkommt und wenn ja welcher Art sie sind. |
| kagemusha | der "richtige umgang" [b]für[/b] borderliner? ;) wesen, die in sich selber ruhen, wenig angreifbar sind. wesen, die sich ihrer sicher sind und sich darum von austickenden gestörten nicht persönlich angegriffen fühlen. belastbare wesen. wesen, die gelernt haben, auf sich selbst acht zu geben. wesen, die andersartiges verhalten verstehen können, weil sie selbst andersartig sind. wesen, die wissen, dass borderliner schwarzweiß denken, ohne schattierungen. wesen, auf die die borderliner sich einlassen ... wesen, die sie dazu bringen, sich & ihr verhalten zu hinterfragen. die aus irgendeinem grunde einen kanal für vertrauen geöffnet haben. und, natürlich, du selbst. zuallererst und zuallernächst. du, borderliner, bist nämlich das dir unbekannteste wesen im universum. was du kennst, ist ein zerrspiegelabbild von dir. und wenn du dich wirklich kennenlernst, entdeckst du erstaunliches wesen. [disclaimer] all das ist so, außer es ist nicht so. [/disclaimer] |
| MissPan | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B] Auf keinen Fall ist irgendeinem Partner irgendeine Schuld zu geben, wenn dieser diese Wechselbäder aus "Heiss - kalt", "Ich hasse Dich verlass mich nicht" bzw. "Ich liebe Dich bleib mir bloss vom Leib" nicht mehr aushält. [/B][/QUOTE] danke, ilo, für diese feststellung! ich habe zwar "nur" einen hochgradig depressiven partner, aber das zusammenleben mit so jemandem kann auch für menschen mit starken nerven auf dauer unerträglich werden. es hat nichts damit zu tun, daß man den partner nicht mehr / genug liebt, sondern daß man bei aller liebe irgendwann am ende seiner kräfte ist und eine überschreitung der grenzen gleichbedeutend mit selbstaufgabe wäre. |
| trostlos | (ich bin auch bler. kann dazu aber leider nicht viel sagen.. denn. nicht jeder bler ritzt oder verletzts sich anders... ich kenne svv nciht an mir slebst, nur in sehr leichter form, gott sei dank. kannd ir aber sagen, dass bler grundasaetzlcih cniht wissen was sie wollen.. und dass kaum ein mencsh wirklich umgehen kann mit "uns". und ich kann es niemandem veruebeln) ansonsten. kann ich dir nur sagen. wenn es dich so fertig macht, musst auch du dir hilfe suchen. |
| Asuka | ich hab eine sehr sehr gute freundin(über i-net siet 2jahre), die hat broderline.. hab alles mitbekommen, wies ohne thera war und wie sie sich gezwungen hat eine thera zu starten etc. sie sagt mir imemr sie kann menschen nicht nah sein.. so distanziertm hatte auch noch nie eine beziehung.. hat aber auch imemr wieder eine person, von der sie abhängig ist.. sie spricht oft von einer leere oder situation, durchwühlt, zerstreut, nciht richtig da.. usw. kann sie aber nicht richtig inw rote fassen. hat sich auch früher ganz extrem slebstverletzt, geht jetzt aber schons ehr lange gut. bin echt stolz auf sie.. aber könnt ihr mir das,w as ich oben geschrieben hab, diese leere, keine nähe ab haben etc. erklären, weis ebi euch ist.. als boderliner?? wär sehr lieb!!!! |
| trostlos | wieso das so ist? das ist eine gute frage. wenn ich das wuesste, wuerde ich es dir sagen. es gibt einfach diese momente, in denen ich leer bin. einfach nur.. leer. nur daliegen dun alles hassend oder einfach gar ncihst fuehlend. in dem moment ist alles egal, ob jemand da ist oder nicht, in dne arm nehmen fuehlt sich nach nichts an oder... es beruehrt einfach nicht, egal was zu einem gesagt wird. und. naehe.. "halt mich fest, aber fass mich bloss nicht an". das ist der satz, der es becsreibt. ich sehne mich nach naehe und will meinen freund doch nur wegstossen und alleine sein... |
| Asuka | kannst du da sgefühl noch was erklären.. ok, ich werds nciht nachvollziehen können, also so, wie dus genau meinst.. aber ich möcht mich etw.mehr reindenken können.. musst du aber nicht!!!!!! nur wenn du WILLST! |
| trostlos | das gefuhel noch mehr erklaeren... ich weiss nicht, wie ich es besser sagen soll... natuelrich wuerde ich es gerne... fragen wir mal andersrum - was daran verstehst du denn nicht? frag mich etwas.. dann faellt es vielleicht leichter, antworten zu finden... |
| Asuka | trostlos: "halt mich fest, aber fass mich bloss nicht an". das ist der satz, der es becsreibt. ich sehne mich nach naehe und will meinen freund doch nur wegstossen und alleine sein... das war von dir. ich glaube, is nur doof das zu fragen.. wiel du verstehst dieses gefühl selber nicht oder??? also dieses, ich brauche nähe, kann aber nicht... meine freundin erzählt öfter davon, dass sie menschen nicht nahe sein kann.. hat gute freunde, aber... nie nen ferund gehabt etc. mit der näher.. was damit genau gemeint ist, wie sich das genau zeigt etc..? und diese leere.. istt es eine leere, dieses zu ncihts lust haben,.. da liegen.. mal will irgendwie was machen, aber irgendwie gehts nicht.. man existiert, aber lebt irgendwie doch nicht.. weiß nciht, wie ichs beschreiben soll... |
| trostlos | nein, so wirklich verstehe ich dieses gefuehl selbst nicht. vor allem ists bei mir sehr wechselnd - ich hab ihn im am oder er mich und nichts passiert, wirklich ncihts, und ich muss mich trotzdem freikaempfen.. kann ihn nicht mehr an und bei mir haben und muss alleine sein, obwohl es keinen grud dafuer gibt und... nach in paar sekunden kann es wieder anders sein... ich sehne mich nach allein sien und wenn er das zimmer verlaesst werfe ich ihm vor, er wuerde mich verlassen und sich nicht um mich kuemmern... wie sich das zeigt, tja... unsere beziehung ist recht. platonisch, kein sex, kuscheln ja, aber eben auch nur manchmal ... quasi keine kuesse.. und so. aber das gilt nicht fuer alle borderliner. diese leere. das gefuehl, das alles sinnlos ist, selbst wnen ich jetzt aufstehen wuerde, so wuerde ich doch eh bald wieder in mein bett kriechen und leer sein.. dieses trostlose, hoffnungslose. das trifft es glaub ich. die hoffnung verloren haben, das man ausdem tag, dem abend, dem leben noch etwas machen kann, auf das man slebst stolz ist. die hoffnung verloren haben, dass es so etwas wie zufriedenheit mit sich selbst gibt. ... es ist schwer zu beschreiben. |
| Asuka | aber ich kann damit was anfangen, verseths jetzt was besser-dankeschön! |
| trostlos | kein thema, wie gesgat, wenn du was wissen magst frag mich, es ist nur schwer in worte zu fassen... |
| Feuerschatten | Ich danke euch allen! Wenn auch unbeabsichtigt habt ihr mir sehr geholfen in einer vergeblichen Beziehung, in Problemen, die ich versuchte nur auf meinen Partner zu projezieren, die doch letztendlich meine eigenen waren. Und ich will diese Erkenntnis nutzen an mir zu arbeiten. Mich nicht auf alten Entschuldigungen ausruhen, wie Odessa bemerkte. Vielleicht trägt dieser Thread "Der richtige Umgang mit Borderlinern" ja den Untertitel "Wie geht man am Besten mit sich selber um" ? Habt dank! |
| Feuerschatten | Und bitte lasst diesen Thread nicht einschlafen! Er ist unheimlich wichtig und sicherlich Hilfe für viele Menschen. |
| Lord of Darknes | damit dieser Thread nicht einschläft: ;) ich habe einen guten Freund der regelmäßig cutet bzw. slittet, ich wollt eversuche ihm daraus zuhelfen, über anderer Freunde, per internet, per telefon, privat, jedesmal fand er es nicht angemessen, mit mir ein Gespräch darüber zu führen, dann irgendwann mal als sein arm weider mal ****** aussah, ahbe cih mir überlegt, dass es an der zeit ist ihn nicht mehr ausweichen zu lassen, wir hatten ein fast 3 stündiges Gespräch, mit dem aussgang, dass er weitermachte und cih anfieng mich für dieses Thema zu interessieren, tjas irgendwann war ich dann soweit es einmal auszuprobieren. Vileicht eine Woche später saß ich vor icq und riet ihm davon ab zu ritzen, hatte gleichzeitig den einen fingernagel an meinem arm, saugte das blut auf während ich ihm schrieb er solle es besser sein lassen, ob es den nichts positives in seinem leben gäbe, vergaß dabei selber alle meine positvien aspekte im leben, und kam mir ziemlich böd vor, in dem moment noch nicht aber nachher, wenn man darüber nachdenkt, kein wunder, ich wollte ihm helfen, hab aber zuviel von meiner Kraft in ih gesteckt sodass ich leer war, er konnte mich vn seiner Weltanschauung überzeugen, aber auch nur weil ich überzeugt werden wollte, ich wollte nicht das es falsch ist was er tut, tja irgendwann sprach er mich dasnn mal auf mein arme an, die aber im gegensatzt zu schultern und rücken noch harmlos aussahen, tja da brach unsere Freundschaft dann auseinander, statt gemeinsam da raus zu finden, haben wir lieber weitergeschnitten, ich glaube auch nicht, dass einer von uns beiden zu dem Punkt noch aufhören wollte, es kam so weit das ich vor Suizidgedanken, keinen platz mehr für andere Sachen im kopf hatte, es war wie eine Sucht, es befriedigte nur nicht, wie man das von Drogen sagt, sondern saugt einen noch leerer als man ohnehin schon ist, Dann kommt eine Zeit, die ich lieber für mich behaltete, mit die bescheidenste meines lebens, welches ohnehin schon ziemlich bescheiden ist. Jetzt zeugen nur noch unzählige kleine narben auf meinem handrückücken davon, auf dem aremn sind zum Glück keine gebleiben, bzw. wieder durch die sonner verschwunden, mein freund und ich nahmen unlängst wieder kontakt zueinander auf, er musste ins Krankenhaus, es ist bei ihm sogar noch schlimmer geworden als bei mir, jedenfalls schlittze er sich so tief auf, dass er einen zu hohen blutverlust hatte, ist im Bus während der sommerhitze zusammengebrochen, war dann kurz in Therapie, und hat es jetzt besser überwunden wie ich, er hat keinen eigenen Rückfall mehr(nach seiner aussage), im Gegensatz zu mir, meine Schultern sind immer noch ziemlich kaputt, aber cih bereue hetue immer noch keinen einzigen Stich, Schnitt etc. es ist eine angenehmer Zeitvertreib, ubnd ich dneke, wenn ich alles an mir rauslasse, ist es imme rnoch besser als wenn ich alles an meinem mitmenschen rauslasse, das wäre dann kriminell, und befreidigte mich glaube ich auch nicht. |
| Circumstance | Ich denke den "richitigen" Umgang mit Borderlinern kann man in etwa so beschreiben (das ist kein witz und auch ned bös gemeint), wie wenn man versucht, das Vertrauen eines Tieres (beispielsweise einer Katze) zu gewinnen. Man muss sich in ihrem Umfeld aufhalten, keine lauten Geräusche oder hektischen Bewegungen machen und irgendwann hat sie sich an dich gewöhnt und sie weiß das von dir nichts schlechtes kommt. Ich denke das dies (obwohl sehr metaphorisch) ganz gut verständlich ist. Borderliner oder Selbstversstümmeler,wie man es auch nennen mag,denn beides ist gleich traurig, wollen nicht auf ihre Narben angesprochen werden. Wenn sie wollen, dann schneiden sie sich nur um Aufmerksamkeit zu erregen,weil sie nicht fähig sind, über ihre Probleme zu reden. Aber das muss man sein. Man muss über Probleme reden, egal wie banal sie einem auch vorkommen oder wie unangenehm es ist. Ich bin selbst jemand der sich schneidet,aber nicht um Aufmerksamkeit oder Mitleid zu erregen, ja, eigentlich nicht mal um seelische Schmerzen besser zu verarbeiten. Ich schneide wenn ich das pure Bedürfnis danach habe. Wenn ich mein Blut sehen will, wenn ich Schmerzen will. Ich habe auch eigentlich keine Beziehungsprobleme, ich liebe meinen Partner und rede mit ihm über alles. Ich habe auch zwei sehr gute Freunde die mich verstehen und mich unterstützen. Das einzige Problem ist halt das mit der Öffentlichkeit. Immer dieses Verstecken der NArben. Nie kann man etwas kurzärmeliges anziehen was vor allem jetzt im Sommer mal sehr angebracht wäre... Nun ja, das ist so das was ich (und das ist nur meine Meinung) in 3 Jahren Selbstverlletzung so entdeckt habe. In mir und anderen Menschen. Ich hoffe es hilft euch ein wenig... Drachenritter |
| trostlos | [QUOTE][i]Original geschrieben von Circumstance [/i] [B]Borderliner oder Selbstversstümmeler,wie man es auch nennen mag,denn beides ist gleich traurig, wollen nicht auf ihre Narben angesprochen werden. [/B][/QUOTE] okay, traurig zwar, dass man selbst in so einem thread so etwas sagen muss, aber: nicht jeder bler cuttet, schneidet, verletzt sich selbst, okay? bler und svvler sind NICHT gleichzusetzen....!!! |
| Circumstance | So war das auch nicht gemeint. Es tut mir leid wenn du mich falsch verstanden oder ich etwas zu ungenau geschrieben habe. Ich wollte nicht sagen, dass sich jeder Borderliner selbst verletzt (mit messern etc.) sondern nur, das es beides, Borderline und Svv, eine gewisse Art von Selbstverletzung ist und das beides gleich traurig ist. Ich wollte nicht sagen das beides das gleiche ist. Drachenritter |
| Oberta | nachdem ich so einige artikel in diesem forum gelesen habe gehen mir echt viele sachen durch den kopf.... eigene erfahrungen und gedanken.... viel zu viel um alles niederzuschreiben.... moechte aber einfach nur ein paar sachen los werden.... egal ob boderliner oder nicht, egal ob "normal" oder "einfach nur ein bischen anders".... das leben ist einfach verdammt hart..... viel zu viele schicksalsschlaege.... trauer wut hass depressionen schmerz..... all diese schattenseiten..... aber es ist wichtig einfach nicht auf zu geben.... immer wieder aufstehen.... weiter kaempfen.... einfach irgendetwas tun und sich beschaeftigen.... egal wie viele ruckschlaege... niemals aufgeben.... es kommen auch bessere zeiten... es geschehen dinge die das leben lebenswert machen.... man sollte auch die schlimmsten dinge positiv betrachten, vielleicht als chance sehen mehr ueber sich selber ueber das leben zu erfahren, sich weiter zu entwickeln und zu lernen, denn dafuer sind wir auf diese welt gekommen.... um zu lernen, um pruefungen zu bestehen und um uns selbst zu erkennen.... es gibt keinen schatten ohne licht, kein weiss ohne schwarz, kein gut ohne boese, es gibt zu allen dingen ein gegenstueck, ying und yang, maennlich und weiblich, usw..... wenn wir immer nur gluecklich waeren wuerden wir gar nicht erkennen dass wir gluecklich sind.... und wir wuerden auch nichts aus diesem leben lernen, denn wenn wir nur gluecklich sind geniessen wir das leben und denken nicht ueber uns nach..... auch wenn es noch so schwer und hart ist "anders zu sein" und oft wirklich am ende zu sein.... es gibt uns die moeglichkeit nachzudenken und mehr ueber uns heraus zu finden.... |
| EWARamon | [QUOTE][i]Original geschrieben von Vyrea [/i] [B]Sei gegrüsst Spawn! Du hast Recht...es ist schwer Ratschläge zu geben!Aber du kannst durch das Mitteilen deines Empfinden, den Nichtbetroffenen helfen, uns zu verstehen. Ich denke, es ist schwer sich vorzustellen;was in uns vorgeht wenn wir uns selber verletzen...drum teile deine Empfindungen hier mit! Du hilfst damit allen, die einen Betroffenen kennen und sich um sie sorgen und du selber hast die Möglichkeit dir so viel von der Seele zu reden wie du möchtest. Wie ich schonmal sagte, man muss nur lernen damit umzugehen...ich denke, dass ich es vielleicht nie ganz abschalten kann.... [/B][/QUOTE] Dem kann ich nur zustimmen. Es ist schwer damit umzugehen, für alle ist es schwer. Für die Betroffenen und für das Umfeld ebenso. Aber die Tatsache das man als Betroffener keinen Rat geben kann, ist so sicher nicht ganz richtig, vielleicht gerade als Betroffener, denn wer weiß besser was in einem vorgeht als man selbst. |
| EWARamon | Das Gefühl beschreibst Du jedenfalls sehr anschaulich, damit kann man schon was anfangen. Es öffnet ein Fenster, ich bin nur nicht ganz sicher wie ich damit umgehen soll. |
| Seena | Hm....ist ein guter Thread....schade, dass er irgendwann mal eingeschlafen ist - aber vielleicht kann man ihn ja wieder wecken.... Ich bin selbst betroffen. Ritze mich in den Arm, wann immer ich glaube, es nicht mehr auszuhalten. Obwohl ich einen Menschen habe, der mich hält, der seine Hand immer wieder nach mir ausstreckt und mich einfach nicht gehen lässt, mir einfach keine andere Wahl lässt, als irgendwann wieder aus meinem Loch herauszukommen und zu leben. Ich liebe ihn und danke ihm unendlich dafür.... Doch manchmal hilft selbst das nicht. Zumindest bei mir ist es so, dass ich manchmal auch gar keine Hilfe will - dann will ich mit mir allein sein und den Schmerz in mir physisch ausdrücken. Denn wenn ich das nicht kann, dann glaube ich zu ersticken - an meinen eigenen Gefühlen. Ich hab schon eine zeitlang "ohne" geschafft....aber leider scheint das Verlangen danach immer da zu sein....ich kann es zeitweise nur besser unterdrücken.....es ist manchmal weniger stark und dann wieder so überwältigend, dass ich es nicht mehr kontrollieren kann.... Vor kurzem hab ich eine Frau gesehen, deren Arme praktisch nur mehr aus Narbengewebe bestanden haben.....im ersten Moment war ich erschrocken....dann überrascht, wie sie es schaffte so durch die Straßen zu laufen....mit kurzen Ärmeln, sodass jeder ihre schlimmen Narben sehen konnte....und dann dachte ich: "Warum nicht? Warum sollte sie es verstecken?" Und ich hab mich irgendwie geschämt, weil ich selbst meine Narben immer verberge....weil ich nicht will, dass irgendjemand sie sieht, schon gar nicht die Menschen, die ich liebe....weil ich dachte, wie feig ich eigentlich bin. Wenn ich die Entschlossenheit habe mich selbst zu verletzen - wieso schaffe ich es dann nicht, auch dazu zu stehen? Und ja - es ist dumm und man tut sich nicht nur selbst damit weh.....nur hilft mir das nicht und ich denke auch nicht vielen anderen, die sich selbst verletzen. Die Person, von der ich vorher gesprochen habe....er ist hilflos...weiß nicht mehr, was er tun soll....er will mich nicht unter Druck setzen, andererseits kann er mir auch nicht immer wieder dabei zusehen....weil es ihn genauso verletzt wie mich, wenn nicht noch schlimmer.....weil er teilweise denkt, dass es seine Schuld ist....weil er denkt, er ist nicht fähig mir in diesem Punkt zu helfen.... Aber das kann er nicht. Das kann ich nur selbst. Er kann mich dabei halten und mich stützen, aber mehr auch nicht. Ich hab ihm den Link von diesem Thread geschickt....vielleicht hilft es ihm ein bisschen......hoffe, dass das Thema wieder "akuteller" wird.... Lg Seena |
| dark trooper | grüße euch! hatte vor ein paar jahren auch diese "angewohnheit". aus mir heute nicht mehr nachvollziehbaren gründen hab ich in etwa 1999 angefangen, mir jedes mal, wenns mir schlecht ging mit nem skalpell einen neuen schnitt am arm zuzufügen. teilweise waren die schnitte so tief, dass ich mühe hatte danach die spuren mit normalen pflastern zu überdecken. Ich war damals alleine, habe mich von allen und jedem unverstanden gefühlt und mein damalige "freundin" hat mich auch sitzen lassen. Mitlerweile hab ich es jedoch in den griff bekommen, habe mir einen neuen freundeskreis aufgebaut, mit denen ich auch mal meine kleinen depressionen durchkauen kann, was sehr erleichternd war. seit ein paar monaten bin ich jedoch wieder in der verfassung, dass ich alles lustlos, ohne antrieb einfach nur noch auf mich einwirken lasse, auf der arbeit stresse ich mich zwar völlig rein, aber in der freizeit gibts phasen, in denen ich nur noch im bett liege und mich frage, warum ich jeden morgen aufs neue aufwache und alles von vorne beginnt. Ich weiß nicht ,ob und wie ich es jemandem sagen soll, bin mal wieder alleine. die meisten werdens eh nicht verstehen können oder wollen also schreib ich das hier, weil das wohl einige gut nachvollziehen können und mir evtl. auch ansätze für einen weg aus dem loch zeigen können |
| Thendara | Hallo Ich habe nur eine ganz kurze Frage an die betroffenen. Ist es euch lieber wenn ihr von Freunden auf eure Narben angesprochen werdet oder sollten die lieber nichts sagen? Ein Freund von mir ist selbst davon betroffen und ich weiss nie ob ich ihn darauf ansprechen soll oder nicht.Zumal wir nicht sooo eng befreundet sind. Ich wäre euch für eure Hilfe sehr dankbar. Liebe Grüße |
| NeonHeroin | Das Gefühl des nicht-helfen-könnens ist furchtbar..Ich habe 2 Freunde, die ich leider nur über das Internet oder Telefon erreiche. Trotz allem ist so eine enge Bindung da, weitaus enger, als jede Bindung die ich zu einem Menschen habe, den ich täglich sehen kann..... Einer der beiden hegt starke Suizidgedanken..Der andere ritzt sich aufs Übelste. Das Gefühl des nicht-helfen-könnens ist furchtbar. Ich kämpfe jeden Tag für sie, kämpfe den Kampf, den sie eigentlich auszutragen hätten..Doch wie lange soll das weitergehen ? Irgendwann bin auch ich am Ende meiner Kräfte. Ich kann ihr Leben nicht für immer auf meinen Schultern tragen. Und es ist schwer, so verdammt schwer... Doch ich bin bereit für sie zu kämpfen... Um ihretwillen frage ich mich jedoch, was ich tun kann, damit sie ihr Leben wieder selber leben können. Ich will, dass sie leben. Vor einer Woche ist mein Computer zusammengebrochen, ICQ ist tot. Geht nicht mehr. Auch nicht mehr neu installieren. Keiner von ihnen geht ans Handy, das Telefon, tot. Tot. |
| Seena | @Thendara: Ich muss sagen, bei meinen Freunden (außer bei meinem Schatz-der weiß es sowieso und sieht es jeden Tag) ist es mir unangenehmer, als wenn mich jemand darauf anspricht, den ich nicht gut oder kaum kenne, oder wenn, die Leute au der Straße blöd gucken. Das ist mir relativ egal. Aber bei Freunden ist da immer dieser besorgte Blick und Mitleid....das tut mir dann schon weh und ist mir auch ein wenig unangenehm, weil ich weiß, dass es sie auch verletzt. Bei Freunden also eher vorsichtig sein - darauf ansprechen ist aber nicht schlecht. Vielleicht spricht er mit dir. Und wenn nicht, dann lass es besser. @NeonHeroin: Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder du gewinnst den Kampf, oder du verlierst ihn. Wenn du ihn verlierst wirst auch du daran zugrunde gehen und selbst wenn du ihn gewinnen solltest, wird dich das einfach unglaublich viel Kraft kosten. Ich verstehe dich, wirklich, aber überleg mal, ob es nicht an der Zeit wäre, dass du mal nur für DICH da bist?! Denn du kannst anderen Menschen nicht ihr Leben abnehmen - das macht dich auf die Dauer kaputt. Viel Glück trotzdem. Menschen wie dich braucht die Welt. Seena |
| gin'iro | Ich rate jedem, der mit einem Borderliner konfrontiert wird, dieses Buch zu lesen: "Schluss mit dem Eiertanz." Ein Ratgeber für Angehörige von Menschen mit Borderline von Randi Kreger, Paul T. Mason ISBN 3-88414-337-9 320 Seiten 15.90 € / 28.50 sFr Info: [url]http://www.verlag.psychiatrie.de/buecher/ratschlag/book/337.html[/url] |
| Quiet Lullaby | Ich habe vor ca. 3 Jahren angefangen zu ritzen. Angefangen hat es mit einer normale (Näh-)Nadel, später ging es soweit, dass ich als ich mit verschränkten Armen da gesessen hab, mir mit meinem eigenen Fingernagel über den Arm gekratzt hatte, bis dieser offen war. Und ich spreche von einer Fläche von 5 cm. Als ich es das erste mal tat (mit der Nadel, mit dem Nagel war wohl sowas wie eine Ausnahme), kam meine damals beste Freundin und mein damaliger Freund (wir waren insgesamt über 2 Jahre zusammen) zu Besuch ohne dass ich darauf vorbereitet war. Sie sahen meinen Arm und von beidem kam bloß sowas wie: "Lass den Mist oder ich versohl dir den Hintern". Jedenfalls in etwa. Es war eher ins lächerliche gezogen. Ich habe es danach oft wieder getan und sie haben es leider auch oft genug gesehen. Man kann ja nicht ständig mit Verbänden am Arm runlaufen. Ich frage mich bloß, wie viel ich ihnen wert war. Da sie es registriert hatten aber nichts taten. Sie taten einfach so, als wenn nichts wäre. Auf eine Art nicht schlecht, da ich mich nicht rechtfertigen musste. Aber heute weiß ich, dass es besser gewesen wäre, wenn ich wenigstens jemanden gehabt hätte um darüber zu reden. Leider habe ich diesen Jemand heute noch nicht. Denn leider mache ich es immernoch. Nicht mehr ganz so häufig. Aber die Narben verblassen leider nicht. Wenn es mir besonders schlecht geht mache ich das, damit von dem Schmerz abgelenkt bin. Von diesem Schmerz bist du auf eine Art so betäubt aber es tut trotzdem schweine weh. Ich mache das, um überhaupt noch etwas anderes zu spüren. Um zu merken, dass ich noch lebe, obwohl ich mir vorkomme, als wenn ich schon gestorben wäre. Hoffe ich konnte jemanden einen Einblick gewähren. Und fangt am besten gar nicht erst mit der Scheisse an! :( :q :q |
| TwilightSun | Ich will hier ja niemandem zu nahe treten, aber ging es in dem Thread nicht ursprünglich um Borderline? Das soll keine qualitative Bewertung zwischen zwei Krankheiten sein, aber es gibt doch grundsätzlich genug Themen zu SVV, und ich empfinde es als schade, einen Thread, der eine bestimmte Krankheit zum Thema hat und nicht eine andere bzw. ein Symptom dieser, ausschließlich auf dieses Thema zu lenken. Gerade weil ich häufiger den Eindruck habe, dass es für Borderliner teilweise sehr störend ist, auf ein Symptom wie SVV reduziert zu werden und dadurch beides häufig gleichgesetzt wird... Gruß Twi |
| TwilightSun | @Monty: Das war eher allgemein auf den Verlauf der letzten ein, zwei Seiten bezogen als auf einen bestimmten Beitrag von irgendwem... |
| Quiet Lullaby | @ Montrose Danke erstmal für den "Beistand". Und ich denke du hast recht. Eigentlich geht es gar nicht nur um EIN Syndrom. Es sind zu viele Aspekte, die einen dazu bringen. Warum fängt man an? Warum hört man nicht auf? Warum macht man es überhaupt? Wie kann ich einem betroffenen Freund helfen? Drüber reden oder tot schweigen? Das ist übergreifend. So viel was damit zusammen hängt oder drin verwickelt sein, obwohl man es selbt nicht mal macht (wie gesagt, wenn es Freunde machen). |
| Cristal Dawn | @ SpiritAndSoul ich kann dich und deine Empfindungen sehr gut verstehen. Ich kann mir schon recht gut vorstellen,wie es sich anfühlt,angst zu haben,der Öffentlichkeit zu zeigen:Hey,ich bin ein Homo! Dennoch wünsche ich dir,dass du dieses Gefühl überwindest und dich endlich outest. Denn auch wenn du so ne Angst hast,so tut es nicht gut,dass du dir deswegen selber Schmerzen zufügst. Weisst du,ich habe eine gute Freundin,die heisst angie. Sie ist fürher ein Mann gewesen,mit dem Gefühl,eine Frau in einem Mann zu sein. Da sie von anfang an mit iher Situation nicht mehr klar kam,begann sie sich in früher Kindheit an Schmerzen zuzufügen, um mit diesem Konflikt zurechtzukommen. Zwar ist sie noch ein Transgender,aber seitdem sie es geschafft hat ihren borderline-Syndrom in den Griff zu bekommen, hat sie nun die zusage erhalten,dass sie entgültig umoperiert wird. Sie ist nun sehr glücklich darüber,dass man sie so akzeptiert,wie sie ist,und dass sie mich als beste Freundin hat,die immer für sie das ist,und sein wird. Nun bin ich aber froh,dass angie sich seit etwa einem halben Jahr keinen einzigen Schnitt mehr zugefügt hat.:D Das wollte ich nur mal loswerden. |
| gin'iro | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]@gin'ro. Das Buch hab ich mir gekauft. Es liest sich leicht und ist interessant geschrieben. Bin gerade so in der Hälfte. Vom Fachlichen her muß ich mir das mal überlegen. Ich glaub, es sind zwei oder drei Widersprüche drin, vielleicht manchmal auch ein bißchen ein schulmeisterlicher Schreibstil... aber vieles erscheint mir sehr hilfreich und ehrlich zu sein. [/B][/QUOTE] In mancherlei Hinsicht hätte ich das Buch ins Eck pfeffern können, bei anderen Tipps finde ich es wiederum OK. Der Schreibstil hat mich auch genervt, vor allem, da IMO überwiegend auf die Bedürfnisse des Borderliners eingegangen wird, als auf die der Angehörigen. Hierin fand ich es zu sehr Borderliner-orientiert. Scheint auch eher für Angehörige geschrieben worden, die unter keinen Umständen beabsichtigen den Borderliner zu verlassen (Paarbeziehungen z.B.). Es ist vor allem für den Laien geschrieben worden. Wenn Du fachlich etwas wissen magst: pn Therapeutisch nur sehr kurz: Sehr viel versprechende Ansätze und Ergebnisse liefert übrigens die DBT (Dialektisch Behaviorale Therapie). |
| Any Body | Zum Buchtipp: [quote] [size=1]verlag.psychiatrie.de[/size] Kurzinformationen "Was bleibt noch übrig, wenn unser Umgang mit dem anderen ein ewiger Eiertanz ist? Oberflächlicher Smalltalk, angespanntes Schweigen, jede Menge Stress. Gibt es in einer Beziehung keine Sicherheit und Intimität mehr, werden wir zu gewohnheitsmäßigen Schauspielern. Wir tun so, als wären wir glücklich, wenn wir es nicht sind. Wir sagen, dass alles in Ordnung sei, wenn es nicht stimmt. Was früher ein leichtfüßiger Tanz der Zuneigung und Nähe war, verwandelt sich in einen Maskenball, auf dem die beteiligten Personen mehr und mehr von ihrem wahren Ich verbergen." Borderline-Verhalten [b]ist[/b] nicht nur [b]für die Betroffenen anstrengend, zermürbend und oft zerstörerisch, sondern auch für Angehörige, Partner und Freunde. Sie laufen Gefahr, ebenfalls von den höchst prekären Verhaltensweisen der Erkrankten dominiert zu werden[/b]...., und stehen täglich vor Fragen wie diesen: Wie gehe ich mit den verwirrenden Nähe-Distanz-Angeboten um? Wie schütze ich mich gegen die abwertenden und destruktiven Vorwürfe? Wie reagiere ich auf die extremen Stimmungswechsel? Und nicht zuletzt: Wie handle ich bei selbstverletzendem Verhalten? Dieser Ratgeber gibt nicht nur einen guten Einblick in die Borderline-Erkrankung und in das Fühlen der Betroffenen, die Autoren entwickeln Kapitel für Kapitel konkrete Anregungen und Tipps für das Verhalten von Angehörigen. Ziel des Buches ist es, den Angehörigen darin zu unterstützen, selbst psychisch stabil zu bleiben und dennoch hilfreich zu sein für den Erkrankten. [/quote] Vielleicht verstehe ich die Beschreibung bzw. den Kurzkommentar nicht richtig, das Buch habe ich mir noch nicht gekauft, überlege jedoch, dies zu tun. Vorrangig hätte ich gern gewußt, ob das Buch möglicherweise darauf aufgebaut ist, den Borderline-Erkrankten u.a. auch die Schuld für die Verhaltensweisen der ihn umgebenden Angehörigen zuzuweisen? Ist das Schuldgefühl nicht ohnehin bei Borderline-Erkrankten stets ein Begleiter? Wäre es nicht besser, nicht von Schuldzuweisungen zu sprechen? |
| Any Body | Montrose, ich kann Dir auf die Fragen keine Antworten geben, weil ich nicht so recht weiß, wo eine Borderline - Erkrankung anfängt, wann jemand wirklich betroffen ist.. die Symptome sind beim Lesen oftmals ähnlich aber doch unterscheiden sich die Personen aufgrund Ihrer Erlebnisse und Art und Weise des Auslebens einer möglichen Krankheit. Borderline Erkrankungen, denke ich, zeigen sich nicht unbedingt durch SVV, sondern auch andere Verhaltensweisen und ich denke, dass Depressionen stets ein treuer Begleiter sind, doch ich weiss es nicht... Wenn dieses Buch für die Angehörigen geschrieben ist, die sich durch diese Erkrankung auch geschwächt fühlen, dann ist der Borderliner Schuld bzw. dafür verantwortlich - Du schreibst selbst, die Angehörigen haben Schuldgefühle.. also ist der oder die Borderlinerin verantwortlich für diese Entwicklung (=Schuld) Offen gestanden stehe ich diesem und den verbundenen Krankheitsbildern immer noch hilflos und ratsuchend gegenüber... kann es irgendwie nicht fassen und mache mir Gedanken darüber, inwieweit ich derartige Berührungspunkte mit Betroffenen hatte. Es ist so leicht andere zu verurteilen, doch inwieweit ist es denen gegenüber gerecht? nächtliche Grüße Any B. |
| bradóg | Anbei eine Ausstellung zum Thema "Borderline", hört sich informativ an, vielleicht ist ja der ein oder andere von Euch interessiert. Ich werd auf jeden Fall hingehen... Zitat: >> Die Ausstellung hilft, die Situation psychisch kranker Menschen besser zu verstehen und dadurch mehr Toleranz für sie zu entwickeln. Wir alle sind gefordert, gegen Ausgrenzung und Diskriminierung anzugehen. << Anbei der dazugehörige Link mit Terminen und den Örtlichkeiten ... [url]http://www.verlag.psychiatrie.de/start/article/borderline-ausstellung.html[/url] Dark Greetings Bradóg |
| blacklady1487 | auch in dem guten wissen, dass ich mich wiederhole ...... ich selbst hab eine gute freundin, die unter dem sogenannten borderline syndrom leidet ....... ich weis, was es heißt mit solchen menschen befreudet zu sein, weis aber auch, was einen menschen dazu treibt sich selbst zu verletzen ..... ich hab es nach einer vergewaltigung selbst 5 jahre lang gemacht, bis ich einen menschen kennengelernt habe, der mir gezeigt hat, wie schön das leben doch sein kann und dass ich keine angst haben brauch. er hat mich gelehrt mich selbst zu akzeptieren und mir gezeigt, das nicht alle menschen schlecht sind. Ich habe mich jahre lang versteckt ... angst gehabt mich leute anzuvertrauen .... mich hat niemand verstanden und alle haben blöd auf schnitte und narben geschaut aber niemand hat gefragt, obwohl ich es mir so oft gewünscht habe jetzt bin ich soweit darüber zu reden. es hat lang gedauert, doch ich hab jetzt menschen, denen ich vertraue und ein solcher mensch bin ich auch für meine freundin. sie ist noch nicht so weit wie ich, aber wir sprechen miteinader .... wir versuchen uns gegenseitig zu helfen .... manschmal zerfressen mich ihre probleme regelrecht ... ich kann tagelang nichts essen aus angst um sie, aber es gibt auch tage, da weis ich, es geht ihr gut und sie hat sich nicht mehr verletzt, das baut dann auf und ich freue mich darüber ihr geholfen haben zu können. ich weis jetzt, wie wichtig es ist einen menschen an seiner seite zu haben, der einem zuhört und versteht und das ist das wichtige ...... man muss den menschen zuhören ..... nicht sagen, es ist schlecht was du machst, sondern nachfragen und verstehen lernen ..... nicht jeder kann seine probleme sofort lösen, manche machen sich darum fertig, andere sehen es locker ...... das wichtige ist nur ...... man muss lernen die anderen zu akzeptieren |
| gin'iro | [QUOTE][i]Original geschrieben von Any Body [/i] [B]Vorrangig hätte ich gern gewußt, ob das Buch möglicherweise darauf aufgebaut ist, den Borderline-Erkrankten u.a. auch die Schuld für die Verhaltensweisen der ihn umgebenden Angehörigen zuzuweisen? [/B][/QUOTE] Nein, ist es nicht. Es ist eigentlich eher ein Buch, das die widersprüchlichen Verhaltensweise für die Angehörigen aufarbeitet und versucht Verständnis zu wecken ohne sich dabei zu verlieren oder zurückzustellen oder selbst kaputt zu machen. [QUOTE][i]Original geschrieben von Any Body [/i] [B]Ist das Schuldgefühl nicht ohnehin bei Borderline-Erkrankten stets ein Begleiter? Wäre es nicht besser, nicht von Schuldzuweisungen zu sprechen? [/B][/QUOTE] Ich glaube hier missinterpretierst Du die Beschreibung. Wie auch immer was der ständige Begleiter des Borderliners ist, das ist genauso individuell wie bei allen Menschen, so stark würde ich das nicht verallgemeinern. |
| gin'iro | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Borderliner verhalten sich zerstörerisch, Angehörige (Familie, Partner usw.) leiden darunter furchtbar ...und genau für Angehörige ist dieses Buch geschrieben. Und zwar wurde es deshalb geschrieben, weil der Borderliner seinen Therapeuten hat und auch sonst im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, während die Angehörigen mit drinhängen, wie doof an der Situation leiden, selbst Schuldgefühle entwickeln und dann oft noch mit Dreck beworfen werden. Das Buch schließt für diesen bislang wenig beachteten Personenkreis einfach eine Lücke. Wenn Angehörige ihre Bedürfnisse formulieren, dann sollte man das auch respektieren. Das Buch ist ausgewogen. Das Buch beschäftigt sich eher mit Angehörigen von Borderlinern, deren Borderline nicht aufgrund einer Mißbrauchsgeschichte durch Angehörige entstanden ist. [/B][/QUOTE] Super formuliert! Ich finde diese Beschreibung sehr treffend! Als Borderline-Angehörige hatte ich (aufgrund von Verletzungen, die ich erlitten habe) anfänglich das Bedürfnis das Buch wegzuwerfen, im Affekt alles von mir zu weisen, den Impuls zu sagen "nein, ich will kein Verständnis haben, ich bin zu verletzt". Es bringt mir aber nichts, es ist besser ich reflektiere darüber und lerne, damit mir das nicht nochmal passiert, falls ich wieder in ähnliche Situationen gerate, meine Reaktionen und Aktionen wenigstens ein klein wenig "besser" machen kann (oder als Traum: perfekt ;) ) |
| gin'iro | [QUOTE][i]Original geschrieben von Any Body [/i] [B] Es ist so leicht andere zu verurteilen, doch inwieweit ist es denen gegenüber gerecht?[/B][/QUOTE] Dann lies mal Dein Posting: [QUOTE][i]Original geschrieben von Any Body [/i] [B] also ist der oder die Borderlinerin verantwortlich für diese Entwicklung (=Schuld)[/B][/QUOTE] Somit verurteilst Du den Borderliner, indem Du eine Schuldzuweisung vornimmst. Schuldzuweisungen sind nicht gerechtfertigt, es gibt keine Schuld! Jeder Mensch reagiert aus ganz einfachen Gründen: Es scheint für diese Person die (aus der Erfahrung entstandene) richtige Art und Weise zu sein. Es gibt immer nur Tatsachen und Möglichkeiten diese zu verändern, die Realität zu verbessern und ab zu (oder auch mal öfter) zu lernen, indem man ein Fettnäpfchen aufsucht. Doch "schuld" ist daran niemand. |
| Any Body | Vielen Dank für die Schilderung Deiner Sicht der Dinge, gin'iro ... in dem von Dir zitiertem zweiten Satz hatte ich vergessen das Fragezeichen zu setzen... - als einzelner Satz, so wie er jetzt zitiert ist, hat er eine andere Bedeutung als in dem Zusammenhang wie er geschrieben war ... ( d.h. ich meinte damit eine mögliche Schlußfolgerung auf die Aussage von Montrose...) Er klingt irgendwie als Vorwurf auf mich, so wie er jetzt steht... und das ist mir unangenehm... denn dererlei Absicht hatte ich nicht, als ich es niederschrieb - eher das Gegenteil.. Grüße Any B. PS. schuld ist man immer nur selbst, weil man hätte es ja anders machen können, so dass es andere auch verstehen... PPS: [size=1]quelle: wissen.de[/size] [b]Schuld[/b] [i]Ethik[/i] im moralischen Sinne Verstoß gegen das Gewissen und die sittlichen Normen nach freier Entscheidung. Schuld setzt die Freiheit des Individuums sowie dessen Einsicht in seine moralische Verantwortung notwendig voraus. Führt menschliches Handeln bzw. Unterlassen zu einem faktischen Gesetzesverstoß, so handelt es sich um rechtliche Schuld. - Von dem auf sittlichen Kriterien beruhenden Schuldbewusstsein streng zu unterscheiden ist das [b][color=yellow]Schuldgefühl im psychologischen Sinne.[/color][/b] Dieses steht in keinem realen Verhältnis zur tatsächlichen Schuld. Als Verdrängung des Wissens um das Geforderte wird es oft unbewusst aufrechterhalten und führt somit nicht selten zur Neurose. -[color=black] Die christliche Ethik fasst Schuld als eine Verfehlung gegen Gott auf. Schuldfreiheit in diesem Sinne ist nicht durch moralisches Handeln zu erreichen, sondern allein durch den Glauben des Menschen an die göttliche Gnade. [/color] |
| gin'iro | Nirgendwo steht in dem Umschlagstext etwas von Schuld, nach wie vor halte ich "Schuld" für ein überflüssiges Konstrukt. Weder der Borderliner, noch der Angehörige hat an irgendetwas "Schuld". Actio & Reactio sind nichts Anderes, als Handlungsweisen aus der Sichtweise (und Sozialisation, Prägung) des jeweiligen Individuums. Manchmal ist es mit dem herrschenden Meinungsbild nicht konform und wird deshalb als brüskierend, verletztend oder nicht angebracht empfunden. Wenn viele Verhaltensweisen innerhalb eines bestimmten Katalogs zutreffen, so nennt man das Borderline Erkrankung. Das klassifiziert lediglich, dass der/die Betroffene Verhaltensweisen zeigt, die sozial nicht auf diese Weise erwartet werden. Hierbei gilt es vordergründig somit z.B. in der Therapie oder anderen Bemühungen die Actio und/oder Reactio des Borderliners auf das sozial angepasste Maß zu bringen. Die zugrundeliegende Problematik wird dabei nicht selten mit bearbeitet, sodass der/die Betroffene mit den unterschiedlichsten sozialen Situationen in der Zukunft (immer öfter) entsprechend umgehen kann und wird ohne seine Mitmenschen zu brüskieren oder zu verletzen, vor den Kopf zu stoßen etc. "Schuld" ist und bleibt somit nur ein Konstrukt. Ich kann hieraus keine Schuld erkennen. Wenn der/die Betroffene Schuldgefühle hegt oder wenn es der/die Angehörige tut, dann nur, weil beide oder der/die Einzelne sich etwas aufbürdet, das es gar nicht aufzubürden gilt. Selbst wenn irgenjemand jemandem eine Schuld aufschwatzen will, so muss man sich nicht schuldig fühlen, es sei denn man will es und nimmt es an. Dann aber ist die zu tragende Schuld nichts Andreres, als das, was man sich selbst aufbürdet. Und ich kann nirgendwo einen Vorwurf erkennen *schulterzuck*, falls es so angekommen sein sollte, versichere ich Dir, dass es nicht als solcher formuliert war. |
| gin'iro | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Im Zusammenhang mit Borderline ist das Konzept Schuld problematisch, weil ja offensichtlich die Beteiligten sich in falscher Weise schuldig bzw. unschuldig fühlen. [/B][/QUOTE] In diesem Zusammenhang sehe ich das auch. Wobei nur dann Schuld als solche existiert, wenn man sich den Schuh anzieht. [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Und in dem Buch wird auch ziemlich gut beschrieben, wie die Beteiligten einander gegenseitig (ungerechtfertigte) Schuldgefühle machen. Wenn es das Wort "Schuld" nicht gäbe, könnte man das, was da abläuft, überhaupt nicht beschreiben. [/B][/QUOTE] Schuldgefühle sind klassische Begleiterscheinungen der Borderline-Erkrankung. |
| Any Body | Montrose, falls Dein erster Satz im letzten Posting auf mich bezogen war, dann kann ich Dir nicht sagen, was Du unter "tieferer Sinn" verstehst - ... habe versucht zu verstehen, wie Eure Aussagen gemeint sein könnten... habe versucht zu verstehen, worum es in dem Buch geht und für wen es geschrieben ist... ... wenn für Euch das Wort Schuld sich anders definiert, als für mich, dann ist es, denke ich, normal. Um es klarer zu definieren, ziehe ich gern ab zu zu einmal die Beschreibung eines Online-Wörterbuchs zu Rate. Die Definitionen sind meist sehr neutral und sachbezogen aufbereitet. das macht es für mich leichter zu verstehen bzw. nachzuvollziehen... Angenehme Nacht(ruhe) sofern möglich Grüße Any B. |
| SpiritAndSoul | @Any Body und Montrose: Wenn ihr euch keilen wollt, dann geht gefälligst vor die Tür. Danke. |
| Any Body | SpiritAndSoul, ich habe nicht die Absicht, mich mit Montrose zu keilen, wie Du es nennst... morgendliche Grüße Any B. |
| gin'iro | @SpiritAndSoul: Die Moderation hier ist immer noch TTP und ich, ich glaube, das kriegen wir bei Bedarf schon hin. @Any Body: Ja, ich glaube wir haben eine unterschiedliche Auffassung von "Schuld". Ich sehe das nicht nach Lexikon, da "Schuld" ein - im Übrigen aus dem Christlichen gprägter Begriff - in jedem Umfeld anders aufgefasst wird. Ich sehe das eher mit Verantwortung - ich habe für mich die Verantwortung, wenn ich ein Baby oder Kind hätte, stünde die Verantwortung auch bei mir. Ich trage jedoch keine Verantwortung für einen Erwachsenen oder fast erwachsenen Menschen. Es sei denn diese wurde mir explizit übertragen und ich habe sie auch als solche akzeptiert. Mache ich aus dieser Verantwortung heraus einen Fehler und es geht etwas schief, dann war das menschlich, aber nach wie vor für mich keine Schuldfrage, weil Fehler machen alle Menschen. Ein Beispiel: Der Borderliner wirft mir vor ich hätte in der Beziehung zu ihm/ihr einen Fehler gemacht und es sei meine "Schuld", dass er/sie sich schlecht fühlen würde. Ich überlege mir dann, ob ich für diesen Bereich die Verantwortung übernommen habe. Meistens kann man davon ausgehen, dass es nicht so ist. Also erkläre ich dem Borderliner, dass ich anderer Meinung sei, aber seine/ihre Interpretationsweise als die seine/ihrige respektiere, ich mir den Schuh mit der "Schuld" aber nicht anziehen werde, weil meine Ansicht anders sei. Falls es tatsächlich ein Fehler meinerseits war z.B. beim Treffen für einen Kinobesuch den Borderliner versetzt zu haben, dann erkläre ich, dass ich das nächste Mal darauf achten werde, das nicht mehr zu tun und trotzdem ziehe ich mir den Schuh mit der Schuld nicht an. Weil der Borderliner selbst für sich und seine Gefühle die Verantwortung trägt und nicht auf mich bis zum St.Nimmerleinstag zu warten hatte, sondern irgendwann selbst etwas unternehmen hätte können. Ergo: Nix mit Schuld. Aber: Der Borderliner hätte schon einen Grund meine Aussage zu hinterfragen, immerhin wurde er/sie ja schon einmal von mir versetzt. Er/sie könnte sich Gedanken machen, ob ich denn das nächste Mal wirklich kommen würde. Er/sie könnte ein weiteres Treffen ablehnen. Wäre seine/ihre Sache und Entscheidung. Ich hoffe, ich habe damit meine Auffassung zum Thema Schuld so beschrieben, dass Du verstehst, was ich meine. |
| gin'iro | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Aha! Nun, wir benutzen hier eigentlich ganz normale deutsche Wörter. Also unsere Muttersprache sozusagen. Wenn Du damit ---weil Du vielleicht aus einem anderen Land stammst --- nicht klarkommst, können wir ja versuchen l.. a.... n.. g.. s.. a... m.. e.. r..................... z. u .......... s.... c.... h... r... e.. i... b e... n. [SIZE=1]jaja, ein blöder Witz. Ich konnte ihn mir einfach nicht verkneifen[/SIZE] [/B][/QUOTE] [b][COLOR=crimson]Deshalb sage ich es jetzt: Verkneif es Dir zukünftig in dem Thread. Das hier ist der Wink mit dem Zaunpfahl. [/COLOR] [/b] |
| Engelskriegerin | Mein Vater ist Borderliner und seit mehr als 10 Jahren depressiv. Er kennt keine Grenzen, weder die seinen noch die anderer.. Es ist schwer mit ihm umzugehen, weil er sich teilweise wie ein trotziges Kind benimmt und doch wie ein erwachsener Mann behandelt werden will. Vor allem meine Mutter leidet unter seiner Launenhaftigkeit, ich habe allerdings kaum eine Verbindung zu ihm. Ich selbst habe auch die Diagnose Borderline bekommen, war depressiv, habe mich jahrelang schwer selbst verletzt und hatte Bulimie. Angefangen hat alles zwischen 12 und 13 Jahren, aber eigentlich schon viel früher durch die BPS und Depressionen meines Vaters. Ich weiß noch, dass mit ca. 8 Jahren überlegt habe, ob ich mir ein Küchenmesser ins Herz rammen soll. Ich bin extrem sensibel, kann mit Ablehnungen nicht umgehen und brauche ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit, Nähe vertrage ich aber kaum. In gewissen Abständen wechsle ich meine engen Freunde, weil ich die Vertrautheit und ständige Nähe einfach nicht mehr ertragen oder erwiedern kann. Meine emotionalen Austicker zeigen sich noch durch psychische Zusammenbrüche meinerseits, die ich ohne SV kaum in den Griff bekomme.. Das Leere-Gefühl ist für mich das schlimmste, es tut so weh.. Es kommt mir dann vor als würde ich nur wenig Luft bekommen, es aber kaum bemerken.. Schwer zu beschreiben.. Es ist einfach eine endlose Leere in die man fällt, aussichtslos - eine völlige Hoffnungslosigkeit, unbeschreiblich.. Die verzweifelte Ohnmacht der Erkenntnis dass es nie besser sein wird.. Alles erscheint plötzlich wertlos, unwichtig.. Und selbst ist man leer, ausgesaugt und willenlos bis in die tiefsten Ebenen des Bewusstseins.. |
| schokobunny | . |
| Any Body | Ja, gin'iro, ich verstehe was Du meinst und ich denke, wir sind da einer Meinung. Jeder ist für sich selbst und seine Verhaltensweisen verantwortlich - salopp gesagt, selbst schuld für mögliche Versäumnisse, wenn diese bereits als Konsequenz angekündigt wurden. Ich danke für die weiteren Erklärungen gin'iro. Auch empfinde auch den letzten Linkverweis von schokobunny als lesenswert und erklärend. Wünsche allerseits einen hoffentlich angenehmen Verlauf des weiteren Tages. Grüße Any B. |
| Any Body | ... um auf die Eingangsfrage zurück zu kommen, ich denke, dass es wichtig ist, im Umgang mit möglichen "Borderlinern" ehrlich und aufrichtig zu sein. Emotional instabile Menschen haben, so denke ich, einen besonders sensiblen Sinn dafür, ob es jemand ernst mit Ihnen meint, oder ob der-/diejenige nur eine Maske aufsetzt. [quote][size=1][i]quelle: verhaltenstherapie.at[/i][/size]Von einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS; sie wird auch als "emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline Typus" bezeichnet) spricht man, wenn die betroffene Person unter einem "tiefgreifenden Muster von Instabilität in den zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Gefühlen sowie unter deutlicher Impulsivität" leidet. [/quote] Als Freund/Freundin oder Angehörige/-r ist der Umgang mit Personen, die unter diesem Krankheitsbild leiden, nicht einfach - insofern empfinde ich den Buchtipp von gin'iro nach wie vor als wertvoll. Ist man möglicherweise betroffen, hilft es einem zu erkennen, was man an seinen Verhaltensmustern gegenüber denjenigen, die sich bis dato um einen gekümmert haben, ändern kann. Ob Dein Umgang mit demjenigen, den Du meinst zu lieben richtig oder falsch ist, SpiritAndSoul, kannst Du, so denke ich, am besten beurteilen. Abschließend für Dich Montrose: Ich lasse mich nicht gern provozieren und schon gar nicht auf so eine Art und Weise, wie Du es in diesem Thread versucht hast, zu erwirken. Ich denke, man sollte vorsichtig sein, wenn man über (und mit) andere(n) Menschen spricht. Und das Zitat welches gin'iro aus einen meiner Beiträge in diesem Thema noch einmal hervorgehoben hat, weist darauf hin, dass ich nicht vorsichtig genug war und verallgemeinernd Menschen mit dererlei Persönlichkeitsstörung verurteilt habe, was wirklich nicht beabsichtigt war. |
| bradóg | @ Montrose Montrose, ich denke Du hast hier ein paar wirklich gute und wichtige Gedanken eingebracht ... ... Konkret kann Verantwortung tragen übrigens sehr viel oder auch sehr wenig bedeuten. "Es liegt an mir, na und?" ... So ist es! Generell gesagt, wichtig finde ich, neben Eigenverantwortlichkeit (es liegt an mir) ein Bewußtsein für Recht und Unrecht (na und) sein Eigen nennen zu können und mit einer gewissen Rücksicht zu handeln, mit Rücksicht auch auf das Handicap eines anderen. ... Ich würde nicht behaupten, daß ich für alles selbst Verantwortung trage. Selbst als Erwachsener kann mir ein anderer solch einen Strich durch die Rechnung machen, daß ich doch gar nichts dafür kann. ... Auch da kann ich Dir nur kopfnickend zustimmen. ... Und wiederum, sollte man Verantwortung nicht teilen? ... Durchaus, wie ich finde, aber das wird leider viel zu oft vergessen. ... Borderliner verrückte Sachen machen ... über die Stränge schlagen, Leute benutzen und fallenlassen usw. Aber dann ist es doch so, daß es dasselbe Verhalten bei den Normalen ganz genauso gibt. ... Ooooh ja. Leute benutzen und fallen lassen ist heutzutags ganz und gäbe, gehört schon fast zum guten Ton. Da kräht kein Hahn darüber. ... Auf der anderen Seite scheint das mit dem völlig unkoordinierten und chaotischen Verhalten von Borderlinern auch nicht immer zu stimmen. Da liest man von langen Beziehungen usw. ... Borderline hat zig Gesichter und Verhaltensweisen sind unterschiedlich intensiv ausgeprägt. Zur Zeit les ich ein Buch, in dem einige Borderliner über ihr Leben als solche erzählen, u. a. wird auch da von langjährigen Beziehungen berichtet, die auf die Betroffenen sehr stabilisierend und wohltuend wirken. Also alles ist möglich. ... Es ist doch fragwürdig, daß die Schuldlosigkeit der Borderliner ---die wir statt schuldig eben dann kollektiv und global für verrückt erklären und sie damit ja auch in eine Ecke stellen --- gleichzeitig als Argument für allgemeine Schuldlosigkeit und somit für die Schuldlosgkeit alles dessen, was bei Normalen schiefläuft, herhalten soll. ... Wie wahr, wie wahr! @ gin'iro ... Weil der Borderliner selbst für sich und seine Gefühle die Verantwortung trägt und nicht auf mich bis zum St.Nimmerleinstag zu warten hatte, sondern irgendwann selbst etwas unternehmen hätte können. ... Weißt Du eigentlich, was Du da schreibst? Du machst es Dir sehr einfach damit, den Schuh nicht anzuziehen und alle Schuld von Dir zu weisen. Solltest mal nicht außer acht lassen, daß die Gefühlswelt eines Borderliners anders beschaffen ist! Folgedessen reagieren sie vielleicht heftiger auf ein Versetzt werden und stellen die ganze Bekanntschaft in Frage. Das alles hat aber seine Gründe, kommt nicht von ungefähr. Was ein "Normaler" als Selbstverständlichkeit ansieht und denjenigen nicht großartig beschäftigt oder berührt, kann einen Borderliner, aufgrund der chaotischen Gefühlswelt in die tiefsten Tiefen stürzen. Selbstverantwortung hin oder her. Du setzt Deinen Maßstab an, der nicht für jeden geeignet ist. Was ist dabei, jemandem der psychisch nicht auf dem Höhepunkt ist, ein Stück weit entgegen zu kommen? |
| gin'iro | [QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i] [B]Weißt Du eigentlich, was Du da schreibst? Du machst es Dir sehr einfach damit, den Schuh nicht anzuziehen und alle Schuld von Dir zu weisen. Solltest mal nicht außer acht lassen, daß die Gefühlswelt eines Borderliners anders beschaffen ist! [/B][/QUOTE] Klar weiss ich, was ich geschrieben habe: Ich kann von meinem Gegenüber erwarten, dass er/sie sich "normal" verhält und Selbstverantwortung übernimmt und wenn er/sie nicht dazu in der Lage ist, dann sollte er/sie sich Hilfe suchen. Ich bin nicht die Therapeutin des Borderliners, ich bin eine Angehörige. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Erst, wenn in Absprache mit dem/der Betroffenen eine andere Regelung getroffen wird, so ist diese ab dann für mich bindend. Davor werde ich mir den Schuh definitiv nicht anziehen. [QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i] [B]Folgedessen reagieren sie vielleicht heftiger auf ein Versetzt werden und stellen die ganze Bekanntschaft in Frage. [/B][/QUOTE] Steht der Person jederzeit frei, wenn ich einen Bock geschossen habe, so bin ich gerne bereit die dazugehörigen Konsequenzen zu dem geschilderten Beispiel (Beispiel!) zu tragen. Wenn ich das mit jemand anderes mache, würde die Person vielleicht ebenfalls den Kotakt abbrechen. Einen Fehler zu machen, der offensichtlich ist, bedeutet auch, diesen auszubaden. Darin sehe ich kein Problem. [QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i] [B]Was ein "Normaler" als Selbstverständlichkeit ansieht und denjenigen nicht großartig beschäftigt oder berührt, kann einen Borderliner, aufgrund der chaotischen Gefühlswelt in die tiefsten Tiefen stürzen. Selbstverantwortung hin oder her. Du setzt Deinen Maßstab an, der nicht für jeden geeignet ist. Was ist dabei, jemandem der psychisch nicht auf dem Höhepunkt ist, ein Stück weit entgegen zu kommen? [/B][/QUOTE] Weiter oben steht: In Absprache, doch diese muss es zuerst geben, ansonsten behandle ich jeden so, wie ich es von "jedem" auch erwarte: Mit Respekt und Entgegenkommen innerhalb der üblichen sozialen Normen und Erwartungen. Ist es ein direkter Angehöriger, dann kann ich vielleicht über ungewöhnliches Verhalten kurzfristig hinwegschauen, doch auf Dauer gibt's bei mir keinen Bonus aufgrund einer psychischen Erkrankung, nur weil die Erkrankung vorhanden ist. Wenn, dann kann und werde ich vom Betroffenen erwarten, dass wenn der/die Betroffene Entgegenkommen haben möchte, dass auch von ihm/ihr die Initiative ergriffen wird, die Problematik zu bearbeiten. |
| bradóg | [QUOTE][i]Original geschrieben von gin'iro [/i] [B]Ist es ein direkter Angehöriger, dann kann ich vielleicht über ungewöhnliches Verhalten kurzfristig hinwegschauen, doch auf Dauer gibt's bei mir keinen Bonus aufgrund einer psychischen Erkrankung, nur weil die Erkrankung vorhanden ist. Wenn, dann kann und werde ich vom Betroffenen erwarten, dass wenn der/die Betroffene Entgegenkommen haben möchte, dass auch von ihm/ihr die Initiative ergriffen wird, die Problematik zu bearbeiten. [/B][/QUOTE] Nichts desto trotz, ich bleibe dabei, Du urteilst sehr hart und Du setzt einen selbstgefälligen Maßstab an, der in solch einem Falle überhaupt nicht angebracht ist. Es geht nicht darum, einen psychisch Kranken in Watte zu packen, ihn von vorne bis hinten zu betüddeln, zu bemitleiden oder sich von ihm schikanieren zu lassen, das ist der falsche Weg und demjenigen ist sicher auch nicht damit geholfen. Aber ... nicht jeder psychisch Kranke kann aufgrund seiner Erkrankung so, wie Du es gerne hättest - Borderline und anderes, das ist nämlich kein Schnupfen, der nach 2 Wochen wieder verschwindet, sondern kann ein täglicher Kampf ums Überleben sein - und da ist bis zu einem gewissen Grad auch Rücksicht angebracht. Ich hoffe für Dich, daß Du nie in solch eine Situation kommen wirst und dann jemandem mit Deiner Einstellung begegnest! |
| gin'iro | In meinem Empfinden erscheint mir Deine Aussage sehr hart und Du machst mir den Eindruck, dass Du versuchst eine Art "Anwalt" für den Borderliner zu sein bzw. für den Borderliner zu sprechen. Es ist schön, wenn sie Menschen Gedanken darüber machen, was in einem Betroffenen vor sich geht. Ich sehe meinen Standpunkt aus reichlicher Erfahrung mit mehreren Borderlinern verankert und genau diese Einstellung war für mich bisher die Chance nicht unter die Räder zu geraten. Gerade weil die Boderline-Problematik eine sehr tiefgreifende Persönlichkeitsstörung ist und nicht "nur" eine psychische Krankheit, die die Persönlichkeit beeinträchtigt, ist es sehr kniffelig mit einem Borderliner zurechtzukommen, wenn man Angehöriger ist. Damit man nicht in einem Kreislauf von Grenzüberschreitungen gerät oder sich gegenseitig und sich selbst mit Vorwürfen überhäuft, ist es meiner Meinung nach wichtig, dass man vorab die Modalitäten festlegt. Um einen intelligenten, liebenswerten und sehr interessanten Menschen nicht mit meinen (möglichen) Selbstschutzreaktionen brüskieren zu müssen lasse ich andere in meinem Umfeld rechtzeitig wissen, wie für mich ein soziales Miteinander aussehen kann. Bisher hat es ziemlich gut funktioniert. Es ist für mich nicht OK im Nachhinein zu versuchen eine schwierige Situation zu kitten, wenn sie bereits gegen die Wand gefahren ist. Wenn ich mit einem Borderliner zusammenarbeite oder eine persönliche Beziehung aufbaue, dann finde ich, dass es wichtig ist, dass mein Gegenüber weiss, was ich erwarte und dass ich weiss, was dieser von mir erwartet. Damit verhindert man Grenzüberschreitungen durch mich oder die andere Person. Sollte es trotzdem zu einer problematischen Sache werden, so ist es hilfreich wenn man die Sichtweisen miteinander austauscht ohne "Neuverhandlungen" über die Grenzen und persönlichen Animositäten zu beginnen. Diese sollten immer im Vorfeld stehen. [QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i] [B]Ich hoffe für Dich, daß Du nie in solch eine Situation kommen wirst und dann jemandem mit Deiner Einstellung begegnest! [/B][/QUOTE] Ansich ist mir das schon mehrfach passiert. Immer dann, wenn ich Menschen begegnet bin, die wussten, was sie wollten und auch wussten wo ihre Grenzen und die anderer Menschen sind. |
| Sheena | Carpe noctem. Ich bin neu hier und das wird mein erster Beitrag. Also ich hatte eine Freundin, die Borderline hatte(nach ihrer aussage). Es war richtig schwer mit ihr auszukommen. Man hatte ständig Angst sie irgendwie mit Worten zu verletzten, sodass man sich gar nicht mehr getraut hat, irgendetwas zu ihr zu sagen. Es war schwer mit ihr auszukommen, denn sie war die ganze Zeit zickig drauf und hat einige rassistisch Bemerkungen gemacht. Dies zu ignorieren war einfach schrecklich, da sie oft das Fass zum überlaufen gebracht hat. Richtig helfen konnten wir nicht, da wir nicht wussten was in ihr vorgeht. Und wenn sie sich geritzt hat, dann konnten wir ihr eben nur die Rasierklinge oder die Glasscherbe aus der Hand reißen. Aber mehr auch nicht. Keiner konnte eigendlich damit umgehen, denn keiner hatte auch ein wenig Ahnung von Borderline. Aber uns ließ der Gedanke nicht los, dass sie das nur macht um Aufmerksamkeit zu bekommen, weil sie wirklich jedem ihre aufgeritzten Arme gezeigt hat. Das Finale dieses Albtraumes kam, als wir in unseren Stammmetaldisco waren. Ihr Freund hatte sie verlassen und das hat sie nicht verkraftet. Die ist nach draußen gegangen und hat eine Flasche kaputt geschlagen und sich mit den Scherben die Arme aufgeritzt. Es kamen der Krankenwagen, die Polizei usw. Das endete damit, dass ihr Eltern davon mitbekamen und sie, glaube ich, zur Therapie gegangen ist. Und soweit ich weiß, hat sie das Ritzen aufgegeben. Worüber ich auch froh bin.... Aber ich glaube, dass sie nicht wirklich Borderline hatte auch wenn sie es gesagt hat. Ich kenne diese Krankheit und sie hat einfach nicht dem Krankheitsbild gepasst. Na ja, nur sie selber weiß was wirklich ist. |
| Quiet Lullaby | Ich würde das auch nicht als Borderline bezeichnen. Mich hat mal jemand so bezeichnet. Und wenn ich jetzt mal von mir ausgehe: Ich zeige nicht jedem meine Arme. Ich versuche es so gut zu verstecken, dass es keiner merkt. Erst recht nicht auf der Arbeit. Es mag zwar eine psychische Krankheit sein, aber ich kann es mir jetzt nicht erlauben eine Therapie anzufangen. Sonst packe ich die Ausbildung wohl nicht. Außerdem ertrage ich die Blicke von den Leuten nicht, die das nicht verstehen. Schließlich bist du nicht "normal". Zu deiner Freundin: Ich denke, dass war nur um Aufmerksamkeit zu bekommen. Das ist wie mit einer Vergewaltigung. Die Opfer erzählen es danach auch nicht Gott und der Welt, sondern wollen es am liebsten vergessen. Ist zwar ein krasser Vergleich aber ich finde, es stimmt. |
| gin'iro | Ob das ein Borderline-Problem war oder nicht: Sie hatte definitiv ein Problem, das sie hoffentlich mit der Therapie in den Griff kriegt. Ferndiagnosen oder Laiendiagnosen sind leider nur Raterei und selbst so mancher Fachmann steht vor größeren Problemen, wenn er es nicht wirklich zuordnen kann. Der Umgang mit solchen Menschen wie dieser Bekannten ist sehr sehr schwierig und gestaltet sich, wie bei vielen schwierigen Menschen, als regelrechter Eiertanz. Wichtig ist, dass man selbst darauf achtet nicht unter die Räder zu kommen, dann ist man die beste Stütze für die Betroffenen. Das hört sich hart an und wird oft auch als asozial eingestuft, es ist aber letztendlich die einzige Chance nicht selbst einen psychischen Knacks davonzutragen, wenn man fast täglich damit zu tun hat. |
| Quiet Lullaby | Du tust echt so, als wenn es eine ansteckende Krankheit ist! Langsam regt mich das echt auf. Du hast ein gesundes Selbstbewusstsein und wurdest nicht mit nach unten gezogen. Ist ja ok. Aber die meisten Menschen können das. Wie gesagt, es ist kein Sog, der dich verschlingt. Das kriegt man nicht so schnell wie Windpocken. Ich habe nicht vor, als Laien-Pädagogin aufzutreten. Ich sagte bloß, wie ich es sehe, da ich selber weiß, wie es ist! Und das weißt du nicht. Also finde ich, solltest du mit deinen klugen Ratschlägen mal lieber ganz still sein. Denn ich denke auch, dass du für jemanden, der eben [B]das[/B] nicht weiß, sehr hart urteilst. |
| bradóg | [QUOTE][i]Original geschrieben von gin'iro [/i] [B]In meinem Empfinden erscheint mir Deine Aussage sehr hart und Du machst mir den Eindruck, dass Du versuchst eine Art "Anwalt" für den Borderliner zu sein bzw. für den Borderliner zu sprechen.[/B][/QUOTE] Anwalt bin ich sicher nicht und ich will auch niemanden in Schutz nehmen, ich hab nur zu bedenken gegeben, daß u. a. der BLer aufgrund seiner Erkrankung nicht immer so kann, wie er vielleicht gerne möchte und ich stell diese These nicht einfach so und unbedacht in den Raum, ich hab' Gründe dafür. Dennoch erkläre ich längst nicht alle Verhaltensweisen für ok, ich differenziere nur. Du hast neulich das Buch "Schluß mit dem Eiertanz" empfohlen. Ich kann Dir das Buch "Leben auf der Grenze, Erfahrungen mit Borderline" empfehlen, in dem Betroffene über ihr Leben und das Erleben dieser Krankheit erzählen. Ich finde es halt einfach wichtig, auch über die andere Seite der Medaille bescheid zu wissen. Wie Du in Deinem letzten Beitrag geschrieben hast, muß man im Umgang mit - ich nenne es übrigens nur der Einfachheit halber "psychisch Kranken" - klar darauf achten, nicht selbst unter die Räder zu kommen, damit dient man weder sich selbst, noch dem Erkrankten. Und klare Grenzen setzen ist so oder so wichtig, da stimme ich Dir sowohl als auch absolut zu. |
| gin'iro | [QUOTE][i]Original geschrieben von Quiet Lullaby [/i] [B]Du tust echt so, als wenn es eine ansteckende Krankheit ist! [/B][/QUOTE] Wo habe ich das behauptet? [QUOTE][i]Original geschrieben von Quiet Lullaby [/i] [B]Du hast ein gesundes Selbstbewusstsein und wurdest nicht mit nach unten gezogen. Ist ja ok. Aber die meisten Menschen können das. Wie gesagt, es ist kein Sog, der dich verschlingt. Das kriegt man nicht so schnell wie Windpocken. [/B][/QUOTE] Windpocken sind auch eine Virusinfektion. Psychisch verletzt zu werden setzt voraus, dass man das mit sich machen lässt. [QUOTE][i]Original geschrieben von Quiet Lullaby [/i] [B]Ich habe nicht vor, als Laien-Pädagogin aufzutreten. Ich sagte bloß, wie ich es sehe, da ich selber weiß, wie es ist! [/B][/QUOTE] Wo habe ich behauptet Du würdest als Laien-Pädagogin auftreten? [QUOTE][i]Original geschrieben von Quiet Lullaby [/i] [B]Und das weißt du nicht. Also finde ich, solltest du mit deinen klugen Ratschlägen mal lieber ganz still sein. Denn ich denke auch, dass du für jemanden, der eben [B]das[/B] nicht weiß, sehr hart urteilst. [/B][/QUOTE] Verstehe ich es richtig? Ich habe den Eindruck, dass Du meine Kommentar und meine Meinung als verletztend auffasst? Worin siehst Du konkret das Problem? |
| gin'iro | [QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i] [B]Anwalt bin ich sicher nicht und ich will auch niemanden in Schutz nehmen, ich hab nur zu bedenken gegeben, daß u. a. der BLer aufgrund seiner Erkrankung nicht immer so kann, wie er vielleicht gerne möchte und ich stell diese These nicht einfach so und unbedacht in den Raum, ich hab' Gründe dafür. Dennoch erkläre ich längst nicht alle Verhaltensweisen für ok, ich differenziere nur. [/B][/QUOTE] Finde ich absoulut OK. Es ist sicherlich so, dass ich, vor allem, wenn ich merke, dass ich es mit einem BLer zu tun habe, entsprechende Absprachen treffe. Nur einfach so tue ich das nicht, weil ich schon mehrfach die "kleiner Finger reichen und ganze Hand greifen" erlebt habe. [QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i] [B]Du hast neulich das Buch "Schluß mit dem Eiertanz" empfohlen. Ich kann Dir das Buch "Leben auf der Grenze, Erfahrungen mit Borderline" empfehlen, in dem Betroffene über ihr Leben und das Erleben dieser Krankheit erzählen. Ich finde es halt einfach wichtig, auch über die andere Seite der Medaille bescheid zu wissen. [/B][/QUOTE] Danke für den Tipp, ich werde es mir zulegen! Ich selbst bin nicht betroffen und kenne die Borderline-Erkrankung aus Erfahrung als Angehörige bzw. Betreuerin, also als "Außenstehende". Ich habe in dem "Schluß mit dem Eiertanz" einige Schilderungen gelesen, die ich als sehr bedrückend empfunden habe. Ich finde es furchtbar in einem derartigen Dilemma gefangen zu sein und es muss eine extreme Anstrengung sein, wenigstens ein halbwegs "normales" Leben zu führen. Hut ab! Das ist eine reife Leistung, die zeigt, welche Ressourcen einem Menschen inne wohnen (können). [QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i] [b]Wie Du in Deinem letzten Beitrag geschrieben hast, muß man im Umgang mit - ich nenne es übrigens nur der Einfachheit halber "psychisch Kranken" - klar darauf achten, nicht selbst unter die Räder zu kommen, damit dient man weder sich selbst, noch dem Erkrankten. Und klare Grenzen setzen ist so oder so wichtig, da stimme ich Dir sowohl als auch absolut zu.[/B][/QUOTE] Danke für die Zustimmung. Mehr ist dieses Verhalten, das ich schildere auch nicht: Ich möchte, ohne auszubrennen oder verletzt zu werden, meinen Job gut machen und meine Beziehungen zu anderen Menschen, wem auch immer, aufrecht halten können. Das geht gerade bei schwierigen Personen nur, indem man eine klare Linie fährt. Aus meiner Erfahrung ist es für einen Borderliner auch eine Art "Halt". |
| bradóg | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Man könnte auch behaupten, daß das für Nicht-Betroffene unwichtig ist.[/B][/QUOTE] Man könnte schon, wer ist man? ... Du? Es ist für denjenigen vielleicht wichtig, der sich für die Thematik interessiert. [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Schließlich liest man für gewöhnlich auch nicht die Berichte der vielen anderen Erkrankungen die es so gibt wie Neurodermitis oder Epilepsie, wenn man nicht davon betroffen ist. Der Laie muß das nicht wissen. [/B][/QUOTE] Hab ich nie behauptet, daß der Laie bescheid wissen muß. Wir tauschen uns hier eben über dieses Thema aus. Und so wie vieles im Leben hat BL auch eine Kehrseite der Medaille - das Leben und Erleben der Betroffenen - und diese ist eben nicht so bekannt. Was ist dabei, alle Aspekte in Augenschein zu nehmen und sich "weiterzubilden", egal ob man nun Betroffener ist oder nicht. Zudem gibt es Menschen, die sich halt für andere Menschen interessieren und ein Stück weit über ihren eigenen Tellerrand hinausblicken möchten. |
| bradóg | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Ich bin halt ein bißchen skeptisch, daß das darauf hinausläuft: Borderliner können sich alles erlauben, denn wenn "ihr wüßtet, wie schrecklich sich das anfühlt..." . Und das ist --wir sind wieder beim Eiertanz-Buch--- sowas wie emotionale Erpressung.[/B][/QUOTE] Ich hab weiter oben ja schon was zu dem Ganzen geschrieben, vielleicht hast Du es ja überlesen? Wie gesagt, ich halte keineswegs alle Verhaltensweisen für ok und schon garkeine emotionale Erpressung. [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]die Person fühlt sich einsam, leer, will doch eigentlich ganz nah sein usw., und deshalb muß ich ihr Ausagieren hinnehmen[/B][/QUOTE] Müssen tust Du garnix. Es zwingt Dich niemand dazu und es ist alleine Deine Entscheidung ob Du ihr Ausagieren hinnimmst oder nicht. [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Aber auf Dauer nervt das Verhalten halt doch, und dann relativiert sich für Außenstehende auch die Bedeutung, wie sich das nun für den Betroffenen anfühlt oder warum die Person so drauf ist.[/B][/QUOTE] Ich denke es kommt auch ganz darauf an, welches Verhalten der BLer an den Tag legt und wie extrem sich das Ganze äußert. BLer ist nicht gleich BLer. Außerdem nervt auch manchmal das Verhalten von Normalos. Ein ausschlaggebender Punkt ist der, wie sehr man grundsätzlich daran interessiert ist, andere Menschen verstehen zu wollen. [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Es gibt viele Tellerränder, über die man hinausschauen kann. Statt mit Psychologie könnte man sich genauso gut mit Botanik, Astrophysik oder --wenn es unbedingt "sozial" sein muß -- Politik beschäftigen. [/B][/QUOTE] Ja die gibt's aber was spricht dagegen, über genau diesen Tellerrand hinauszublicken zu wollen? Warum tust Du es? |
| gin'iro | [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Vielleicht hilft es, in solch einer Konstellation ganz bewußt unproblematische Bekannte zu suchen, die ausgeglichen und "normal" sind. Denn ich habe ein bißchen den Verdacht, daß man mit bestimmten Vorerfahrungen unbewußt Leute aufsucht oder interessant findet, die einem gar nicht so gut tun. [/B][/QUOTE] Ist manchmal etwas schwierig ;). Es gibt Konstellationen, wo man solche "Beziehungen" eingeht. Wenn es sich um Freunde oder Partner drehen würde, dann wäre ich auch wesentlich zurückhaltender und würde mir einen Borderliner als Partner eher vom Pelz halten, das wäre mir dann doch etwas zu anstrengend. (Liest sich krass, weiss ich auch.) [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] [B]Ein gewisses Maß an Respekt und auch Bestätigung zurückzubekommen ---das man von Borderlinern oft nicht bekommt --- muß in privaten Beziehungen einfach drin sein. [/B][/QUOTE] So sehe ich das auch. |
| O'Neill | Ich bin nicht betroffen und könnte mir auch nicht vorstellen, mir selbst Verletzungen zuzufügen. Vom Glück bin ich aber auch nicht grad gesegnet. Doch ich kompensiere das mit einer positiven Lebenseinstellung. Sieht man seine Probleme in der Gesamtheit, muß man feststellen das sie so bedeutungslos sind. ICh meine in einer Woche, einem Jahr oder einer gewissen Zeit ist es vergessen. Das Leben geht weiter und hat ungeahnte Möglichkeiten sich selbst zu verbessern und einem neue Hoffnung zu geben. Es gibt eine bessere, eine sichere und eine schönere Zukunft für uns alle, wir müssen es nur wollen. Lassen wir uns nicht hängen, niemand ist allein und niemand muß sich selbst bestrafen, für etwas was nicht halb so wichtig ist wie das eigene Wohlergehen. Macht oder schaut bei etwas Positiven zu, das hilft laut einer Studie. Schenkt das was ihr braucht anderen und ihr bekommt es zurück. Auch wenn es lächerlich klingt, ich habe mich aus solchen Tiefen immer mit Filmen herausgezogen. Star Trek ist soetwas was einem ein Gefühl von Toleranz und Verständniss schenkt. Etwas was einem warm ums Herz werden lässt, dabei ist der Sci Fi Aspekt außer acht zu lassen. Die Toleranz, Einigkeit und Freundschaft unter den Charakteren in den einzelnen Serien spendet einem Trost und zeigt einem auf, das es noch etwas anderes gibt als man selbst und seine kleinen und nichtigen Probleme mit sich selbst. |
| Dark Angel X | Hi! Ich bin selbst Borderlinerin und ich möcht nur dazu sagen,wenn ihr einen Menschen mit Problemen dieser Art kennt oder kennenlernt,versucht nicht gegen das was er tut anzureden,denn das bringt Borderliner noch mehr zur Verzweiflung.Kein Borderliner tut das was er tut um anderen schaden zu wollen.Der Schmerz den wir uns zufügen ist unser Schmerz mit dem wir leben müßen.Es wird kein Mensch uns helfen können außer wir uns selbst.Einem Borderliner kann man nur Verständniss entgegenbringen,es ist schwer und für Angehörige fast unaushaltbar,doch egal was ein Bordie tut er tut es nicht un anderen weh zu tun sondern er schadet sich damit am meisten.Ich selbst lebe in meiner kleinen Welt und kann nicht verstehen das mich jemand mag.Wie auch wenn ich mich selbst hasse.Einen richtigen Umgang mit Bordies gibt es nicht,jeder Mensch sollte sich dem Bordie gegenüber so verhalten wie er ist,denn verstellt er sich das können wir durchschauen.Ich selbst studiere jeden Menschen genau suche Fehler und die Guten Seiten und tut man mir weh haue ich in mein gegenüber seine Wunden,aber nicht um ihm zu schaden,nein ich tue es damit mich die Menschen genauso hassen wie ich mich selbst.Wichtig ist ehrlichkeit ubd Verständniss,was meist sehr schwer ist,da viele Menschen damit nicht umgehen können,denn viele suchen nach Hilfen oder nach Lösungen die sie nie finden können.Es gibt kein Rezept für den Umgang mit Bordies es gibt nur ein Weg und der baut auf Verständniss und Zuhören auf.Verurteile nie ein Bordie für seine Gefühle denn damit zerstört man alles was man eigentlich erreichen möchte.Und Bitte macht Euch niemals für die Gefühle eines Bordies verantwortlich,denn diese Gefühle die immer und immer wieder hochkommen sind meist Gefühle auis der verdrängten Vergangenheit. Ihr könnt mir gern noch mehr Fragen stellen zu dem Thema,nur kann ich es nur aus der sicht einer Betroffenen schreiben. Liebe Grüße Dark Angel X |
| Ginnungagap | Hallo! Ich bin zwar selbst nicht „direkt“ betroffen, aber ich interressiere mich schon seit längerem für diese Themengebiet und möchte nun vor allem zu dem Beitrag von Dark Angel X etwas sagen: Eingangs erwähnst du, dass Leute mit BS nichts von dem, was sie tun, machen, um anderen zu schaden.Und dann berichtest du, dass du Mitmenschen bewusst Wunden zufügst, damit sie dich ebenso hassen wie du dich. Damit machst du doch deutlich, dass du andere sehr wohl absichtlich verletzt, wenn auch nicht, um ihnen selbst Schaden zuzufügen, sondern um letztendlich dich selbst zu verletzten. Das ist aber zudem noch manipulativ, was ja auch „verletztend“ ist. Ich verstehe, dass die Gefühlswelt eines „Bordies“ schwierig und für ihn selbst nicht einsichtig ist, ebenso stimme ich dir indeiner Aussage zu, dass es keine Patentlösung für den Umgang mit ihnen gibt, denn schließlich sind es Individuen, von denen jeder sein eigenes Schicksal hat, ebenso wie jeder „normale“ Mensch auch.Aber es bleibt mir absolut unverständlich, wie man andere dazu benutzen kann, sich selbst weh zu tun, dies augenschenlich wissentlich tut und dann dennoch behauptet, niemanden außer sich selbst verletzten zu wollen. Ich meine das nicht als „ wie konntest du nur“-Satz,falls dieser Eindruck erweckt wurde- ich verstehe es wirklich nicht.Die Logik dahinter leutet mir nicht ein. Ich hoffe, dass ich es bald verstehen kann., danke! |
| Dark Angel X | Hi! Nein absichtlich machen Bordis das ganz sicher nicht,kein Mensch ob Bordi oder nicht kann etwas für seine Gefühle ,Hast Du noch nie jemanden weh getan weil du dich verletzt gefühlt hast?Das Problem bei Bordies ist das wir unsere Gefühle nicht kontrollieren können.Wenn wir jemanden weh tun,tun wir uns noch mehr weh,wir sehen dann nicht mehr den Menschen der vor uns steht wir sind dann in Erinnerungen und in Gefühlen gefangen die man uns antat.Die Worte oder das Verhalten gilt in den Momenten dem Menschen der uns diesen Schmerz zugefügt hatt.Ich habe Jahre gebraucht um dies zu verstehen.Wenn ein Mensch nur Hass und Wut kennt gegen sich und alles auf der Welt weil ihm nie Liebe,Geborgenheit,Freude und Vertrauen gelehrt wurde.Ich verstehe diese Gefühle nicht ich kenne nur Hass,Wut,Schmerz und Leid.Dies versteht kein MEnsch der dies nicht erlebt hatt und wenn ich schreibe das ich anderen weh tue um mir zu schaden ist dies ein Schutz für mich um das aufrechtzuerhalten was mich am überleben gehalten hatt nämlich der Hass und die Wut.Liebe,Vertrauen und Wärme tut verdammt weh wenn man dies in Form von Gewalt,Wut und Hass gelernt hatt.Mir tuen Dinge weh die für andere das schönste am Leben sind und was meinst du was mir andere antun,nicht nur wir tun weh und wenn nun mal Gefühle hochkommen die weh tun wie wehrt ihr Euch?Und benutzen tun wir niemanden wir versuchen nur zu überleben um vielleicht irgendwann dieses Leben was uns gegeben wurde auch als Lebebn bezeichnen zu können.Denn glaub mir ist DEine Seele tot,gestorben als Kind muß man um überleben zu können das benutzen was einem am Leben erhält um zu sich zu finden und um zu lernen,denn jedes Kind gibt das weiter was es gelernt hatt und aus diesen Erfahrungen lernt es und um zu lernen muß man Dinge tun die nicht für jeden Verständlich sind. Liebe Grüße Dark Angel |
| Dark Angel X | Das hört sich an wie Worte meines Stiefvaters und Sorry warum fragst Du etwas was Du nicht verstehen möchtest.Ich verstehe was Du meinst aber Bitte las die Verurteilungen und das Papa getue sein,denn wenn man sich unterhalten will sollte man dies in einer Art und Weise tun wie man es mit allen Menschen tut mit Verständniss zum Beispiel.Was willst Du erreichen wenn du nicht ein Funken verständniss hast und mit klugen Sprüchen etwas rechtfertigen willst was du dir in deinen schlimmsten Alpträumen nicht vorstellen kannst.Es ist traurig das es Menschen gibt die Verständniss heucheln und sagen ich möchte verstehen und in Wirklichkeit nur Fehler suchen um zu schaden statt zu Helfen.Ein Tip mit deiner Art wirst du keinen verstehen lernen können und niemanden eine Hilfe sein.Und du erzählst mir du hast noch nie jemanden weh getan*grins*weil er deine Gefühle verletzt hatt.Der beste Witz den ich je gehört habe und vielleicht solltest du mal anfangen dich nicht selbst zu belügen.Das ist falsch und böse:) Ich fühle mich richtig wohl bei deinen aussagen und dafür vielen Dank es ist doch echt lächerlich was du hier fürn Mist erzählst wovon du keinen blasen SChimmer hast und sofort verurteilst.Merci:)Und noch was was zu rechtfertigen ist und was nicht kann doch jeder Mensch für sich entscheiden und du mußt es ja auch nicht tolerieren das hatt keiner von Dir verlangt genau wie keiner von mir verlangen kann deinen Mist zu tolerieren denn das ist völliger Hohn.Laß doch einfach jeden so sein wie er ist denn dich kann doch auch keiner verurteile niemals über etwas auf wovon du keine Ahnung hast. |
| Beowulf | [QUOTE][i]Original geschrieben von Dark Angel X [/i] Und du erzählst mir du hast noch nie jemanden weh getan*grins*weil er deine Gefühle verletzt hatt.Der beste Witz den ich je gehört habe und vielleicht solltest du mal anfangen dich nicht selbst zu belügen.[/QUOTE] Ich persönlich kann auch von mir behaupten noch nie jemanden verletzt zu haben, weil ich verletzt wurde. Du kannst gerne glauben ich belüge mich selbst, mir genüg es besser zu wissen. [QUOTE][i]Original geschrieben von Dark Angel X [/i] Das ist falsch und böse:) Ich fühle mich richtig wohl bei deinen aussagen und dafür vielen Dank es ist doch echt lächerlich was du hier fürn Mist erzählst wovon du keinen blasen SChimmer hast und sofort verurteilst.Merci:)[/QUOTE] Versuchst du jetzt wen zu verletzten, weil du verletzt bist, oder ist das tatsächlich eine Überzeugung? Borderliner haben sich vielleicht nicht immer im Griff, und im Affekt können sie Schaden anrichten. Das ist eine Sache. Aber kein Unrechtsbewusstsein zu haben, und die Taten auch noch zu rechtfertigen und als normal darzustellen, hat nichts mit der Borderlinepersönlichkeit zu tun, sondern ist entweder persönlich Unmoral oder die Bequemlichkeit, die es einem verhindert sich mal zusammenzureißen. Und man muss nicht alles verstehen. Borderliner verstehen zu wollen, hat nichts damit zu tun, jeden Mist den jemand verzapft unter dem Deckmantel der "Ich kann ja nichts dafür" gutzuheißen. |
| Dark Angel X | Seht wie ihr es sehen wollt.Ihr macht Euch doch eh Euer Bild.Nur was ungerecht ist und was nicht überlaß das mal lieber jedem alleine.Und ich sage bestimmt nicht das ich etwas gutheiße was ich tue und ich verlange das auch von niemanden.Jedem das seine und mir das meine.Ich tue auf jedem Fall was gegen meine Krankheit doch rechtfertigen muß ich mich glaub ich dafür nicht.Ich bin was ich bin und ich stehe zu meinen Fehlern ich hasse mich für diese Fehler und mir brauch ganz sicher niemand zu erzählen das ich mich oder was ich tue gut finde.Ich arbeite an mir und mehr kann ich nicht tun. |
| Beowulf | Sich für seine Fehler zu hassen ist auch ziemlich unsinnig. Und wenn jemand sachliche Kritik an dir übt, gleich die Toleranzkeule herauszuholen und ihn gleichzeitig selbst beleidigen, hat nichts mit Borderline zu tun, sondern mit mangelender Kritikfähigkeit. Ich verurteile bestimmt keinen wegen psychischen Krankheiten. Und ich nehme niemanden etwas übel das im Affekt geschieht, oder sonstwie unkontrolliert. Dennoch ist keine Krankheit sondern man selbst in erster Linie für sein Handeln verantwortlich. Wenn du das persönlich nimmst, vermutlich gepaart mit der Erfahrung sich ständig rechtfertigen zu müssen, mache ich mir da keinen Vorwurf. |
| Dark Angel X | Klar ist jeder für sein Handeln verantwortlich und wie gesagt ich stehe ja auch dazu was ich tue und bin.Und keiner brauch sich für das Verhalten eines anderen Verantwortlich fühlen.Denn jeder ist für sich selbst verantwortlich.So seh ich das auch.Und was kritik ist und was nicht entscheidet jeder Mensch für sich selbst genau wie was Tolerant ist und was nicht.Denn alle Menschen sind verschieden und das ist auch gut so. |
| Daydreamer | sicherlich ist es ziemlich unsinnig, sich für seine eigenen fehler zu hassen. aber ich denke, irgendwann kommt vermutlich jeder mal in die lage, dass er etwas tut, was er im nachhinein bereut. ich denke nicht, dass es dabei um sachliche kritik z.b. vom chef ging, sondern eher um wirklich fehler, z.b. beste freunde durch unmoralisches verhalten zu verlieren etc etc... ich kann schon verstehen, dass man sich manchmal selbst hasst für etwas, was man getan hat...es kommt eben nur darauf an, wie man damit umgeht...also ob man sich selbst als menschen zu hassen beginnt oder ob man sein verhalten zu verändern versucht. |
| bradóg | All denjenigen die vorschnell urteilen und unüberlegt reden, wünsche ich eine lächerliche Woche lang die Höllengefühle und -gedanken, die man durchlebt, wenn man massive psychische Probleme hat. Mal gucken, ob ihr dann immernoch der gleichen Meinung und so "verständnisvoll" seid. |
| madeNheaven | hallo! ich bin ganz neu hier und der grund, dass ich etwas schreibe ist, dass mich diese "Krankheit" -Borderline- tagtäglich beschäftigt. Ich selber bin kein Borderliner, hatte oder habe einige Tendenzen dazu, aber davon möchte ich jetzt nicht sprechen. Ich bin vor sieben Jahren mit meinem "Ex"-Freund zusammengekommen, wir waren wie Seelenverwandte. Damals hatte ich noch eigene Probleme mit Bullimie und Depressionen, und er war immer für mich da. Doch plötzlich, von einem Tag auf den anderen machte er mit mir schluss, er könne nicht mehr... eine Welt brach zusammen. Das ist die Vorgeschichte, ich kürze etwas ab. Über die Jahre waren wir immer im Kontakt, es war für kurze Zeiten immer "wie immer": wir haben gelacht, wir wissen oft, wie der andere sich fühlt oder denkt... Er hatte neue Freundinnen, ich versuchte es mit neuen Freunden. Aber er rutschte in Depressionen ab und erzählte mir von Selbstmordabsichten und dass er sich schneiden würde. Das war vor zwei jahren. Ich habe damals nur an ihn gedacht, mich selber völlig liegenlassen, und dennoch konnte ich ihn nicht vergessen. Einerseits wollten wir beide zusammensein und doch konnte er dann die Nähe nicht ertragen. Zugespitzt hat sich die Sache vor eineinhalb Jahren, als er endlich so weit war und auf einen Krankenhausplatz wartete und sein Arzt im Urlaub war, dass er mich bat zu ihm zu kommen, es ging ihm sehr schlecht, er hatte getrunken und Medikamente genommen. Als ich bei ihm war, sah ich das Blut im Badezimmer und im Handtuch, er erinnert sich heute nicht mehr an die Details, aber ich habe seine Narben verarztet, er hatte sich den kompletten oberkörper aufgeschnitten. Danach ging er ins Krankenhaus und ich zu meinem zweiten Aufenthalt in die Psychosomatische Klinik. Sorry, das ich so viel schreibe, ich versuche es kurz.. Heute liebe ich ihn immer noch, obwohl ich gelernt habe meine persönliche Grenze zu ziehen, habe durchleutet immer wieder, ob es nur schwärmerei ist, oder ein Helfersyndrom? Aber ich bin mir nach all den Jahren so sicher, dass ich ihn liebe...Nach über einem Jahr haben wir und jetzt drei mal wieder getroffen, er sucht meine Nähe, wie ich seine... aber es ist klar, dass jetzt nichts tieferes geht.. Ich weiss manchmal nicht, wie ich mit dieser Situation noch weiter umgehen soll! einen lieben Gruss an euch da draussen! |
| Beowulf | madeNheaven Liebe ist immer eine Abhängigkeit, und niemals wirklich symmetrisch. Der der weniger liebt dominiert. [QUOTE][I]bradóg[/I] All denjenigen die vorschnell urteilen und unüberlegt reden[/QUOTE] Ich hoffe doch sehr dass dich das selbst mit einschließt. Der Fairness wegen. |
| bradóg | [QUOTE][i]Original geschrieben von Beowulf [/i] [B]Ich hoffe doch sehr dass dich das selbst mit einschließt. Der Fairness wegen. [/B][/QUOTE] Ich schließe mich schon seit zig Jahren mit ein, glaub mir ... ich weiß wovon ich rede. |
| Montrose | [QUOTE]All denjenigen die vorschnell urteilen und unüberlegt reden, wünsche ich eine lächerliche Woche lang die Höllengefühle und -gedanken, die man durchlebt, wenn man massive psychische Probleme hat. Mal gucken, ob ihr dann immernoch der gleichen Meinung und so "verständnisvoll" seid.[/QUOTE]Das eigene Leiden rechtfertigt nicht, anderen zu schaden. Mit "vorschnellem" und "unüberlegtem" Urteil hat das nichts zu tun. Es bringt keinem etwas, wenn jemand, weil er leidet, andere auch unglücklich macht. Ob das jetzt psychische Krankheit oder normale Rache oder was auch immer ist, und ob der Täter leidet oder nicht, das interessiert nicht. Es ist egal. [QUOTE]fragst Du etwas was Du nicht verstehen möchtest[/QUOTE]Da liegt ein Mißverständnis vor. Ich frage nichts, sondern ich stelle fest. Und ich will auch nicht verstehen, sondern ich will mich selbst schützen vor Leuten, die meinen, sie müßten ihre Probleme an mir ausagieren. Leider hatte ich solche Erfahrungen im RL erlebt ---mit Rache, Aufhetzen usw. -- daß ich von gewissen Spielchen ---so hoffe ich doch --- mittlerweile geheilt bin. Und dieses "Du mußt mich verstehen" oder "Du mußt mir helfen".... das sind auch nur Spielchen. Ich greife Dich, Dark Angel, derzeit nicht direkt als Person an, auch wnen ich manche Meinungen für falsch halte. Und die Äußerungen bradogs halte ich für völlig belanglos, zumal sie selbst kein Bordie ist und eine gewisse Schiene auch gar nicht hier Thema ist. Warum ich mich hier äußere, ist, daß ich mit völlig anderen Personen ---die hier keiner kennt und auch niemand vom Umfeld --- eben diese Zerstörung, diesen Haß, und das, was er anrichtet, selbst erlebt habe. Und da kann ich nur sagen: die Leute,die Opfer von den Spinnereien anderer werden, die haben mindestens genauso ein Recht für Verständnis. Ich würde aber sagen, es geht überhaupt nicht um Verständnis oder helfen. Es geht einfach darum, daß bestimmte Dinge einfach nicht okay sind, nicht akzeptiert werden und sich bestimmte Leute einfach darauf gefaßt machen müssen, daß sie für ihr Handeln Verantwortung tragen ....und eben nicht die Vergangenheit, die Elternkonstellation, das schreckliche Lebensschicksal oder was weiß ich. Das interessiert überhaupt nicht. [QUOTE]und niemanden eine Hilfe sein.[/QUOTE]Wer sagt denn, daß ich jemandem helfen kann? Wenn ich mit einem Bordie in Streit gerate, ist doch alles, was ich tue, falsch. Wenn ich etwas richtig machen würde, dann würde der Bordie doch auch wieder das Muffensausen bekommen, weil das Richtig-Machen in seiner Welt doch gar nicht vorkommt. [QUOTE]Jedem das seine und mir das meine.[/QUOTE]Das kann man vielfältig verstehen. |
| Efrafa | Ich bin selbst davon betroffen und schneide mir seit ca einem jahr die arme auf ... es ist inzwischen schon besser geworden aber das kommt immer phasenweise. Ich hatte Freunde die mir sehr geholfen haben wofür ich sehr dankbar bin. Ich hab auch jedesmal wenn ichs tue furchtbar schlechtes gewissen weil sie soviel zeit für mich haben und mir so helfen und ich tus trotzdem wieder ... . Im betreffenden Moment verschiebt sich aber alles und ich werfe innerlich mein leben weg, deswegen ist es so schwierig. Es scheint auch das einzige zu sein was mir hilft neben alkohol oder anderen sachen, die dich irgendwie unempfindlich gegen deine ausenwelt und gegen dich selbst machen. Das es natürlich im endeffekt nicht so ist merke ich immer hinterher ... . Man muss denken, dass man daraus eigentlich lernen sollte. Wie gesagt, es ist schon besser geworden aber ich setze mich besser nicht unter druck, weil es das genaue gegenteil bewirkt ... und vllt kriege ich es hin irgendwann gut damit umgehen zu können. Ich glaube dass man es nie ganz los wird und immer rückfallgefährdet ist, da die hemmungen sich selbst zu verletzen völlig weggebrochen sind und es keine barriere ausser deiner eigenen Psyche mehr gibt und wenn die eh labil ist wird es schwer ... aber ich tu mein Bestes ... |
| Trauerwesen | Efrafa: Du stellst mir die Selbstverletzung zu gleich mit Borderline. Vorhin erst wieder bei RTL gesehen, "sie verletzt sich selber, weil sie Borderlinerin ist". Ich glaube nämlich eher, dass man die Selbstverletzung unter Kontrolle bekommen kann, die Borderlineeffekte jedoch weniger leicht. |
| Efrafa | @Trauerwesen: jup hast recht es is ned das gleiche ... aber die "Symptome" sag ich ma sind oft über nen gewissen zeitraum die gleichen ... obwohl ich glaube dass auch da der Übergang recht fließend ist |
| BlackElvenTear | ich glaube, dass man gerade bei so "nähe-ferne-schwankungen" mitgehen muss, aber immer kontakt halten... |
| Efrafa | ja denk ich auch. man braucht viel geduld und muss versuchen demjenigen zu zeigen, dass man da ist wenn er einen braucht ... ist oft schwierig aber whs die einzige möglichkeit an ihn ranzukommen |
| SoulReaper696 | kann hier jemand mal zusammendfassend sagen, wie man mit borderlinern umgehen sollte? |
| Trauerwesen | soulreaper: Am besten gar nicht ;) Ne, mal ernsthaft, es ist schon anstrengend. Wichtig ist definitiv, ihn ernstzunehmen. Für ihn da sein, aber da die Balance zu finden, sich nicht manipulieren zu lassen. Das ist deswegen wichtig, weil der Borderliner dazu tendieren würde, immer weiter zu gehen. angriffe und Verletzungen sollten nicht allzu ernst genommen werden, also nicht böse oder übel nehmen, aber dies eben auch von einer Manipulation unterscheiden können. Schwierige Sache das. Generell sollte man einnem Borderliner das Gefühl geben, für ihn da zu sein. Borderliner suchen sich oft einen Retter, und dementsprechend erwarten sie so etwas oft, wenn es ihnen schlecht geht. Je nachdem, wie nahe man einem steht, kann man Wunder bewirken, wenn man sich um ihn kümmert, aber wie gesagt, man sollte sich möglichst wenig manipulieren lassen, da der Borderliner eventuell weiter gehen würde, so dass man nur noch leidet. Wichtig wäre es wohl, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen, es gibt da teils richtig gute Bücher, auch für Angehörige. Die Krankheit zu verstehen, hilft, den Menschen zu verstehen und sein teilweise irrationales Verhalten nachzuvollziehen (wobei selbst der Betroffene das schwer kann). Möglich ist es auch, mit in die Therapie zu gehen, um dort den Umgang zu lernen (also den Betroffenen mal zu begleiten). Nun, sollte kurz sein hier, oder? Ganz wichtig ist es generell, ihn ernst zu nehmen und ihm zu zeigen, dass er einem wichtig ist (auch wenn er das nach wie vor abstreiten könnte, und "mehr" will). Zeigen, dass man für einen da ist und die Angriffe nicht allzu böse nehmen, also keine Schuldzuweisung, wenn der Borderliner verletzt, er trägt genug sChuldgefühle mit sich herum. |
| SoulReaper696 | danke trauerwesen. ich bin selbst der betroffene, und dachte mir, ich mache es meiner freundin evtl. etwas leichter durch dienen text. in eine therapie will ich nicht - ich will nicht dafür zahlen, dass sich jemand meiner probleme annimmt...ausserdem ist mir solch ein gespräch zu steif....und irgendwie....kalt....bähhh....naja ich hab schonmal ne therapie angefangen. aber wieder abgebrochen. |
| Trauerwesen | soulreaper: Abgesehen von Therapien gibt es aber sonst wenig Hilfe. Sicherlich kalt und alles, ich frage mich auch, wo die Hilfe ist. ich würde Deiner Freundin viel darüber erzählen, dass sie es eventuell nachvollziehen kann. Ich selber erzähle auch viel drüber, neues von der Therapie usw. Langsam versteht er es, wollte auch mal mit dorthin. Am besten, sie liest sich lektüre dazu durch. Man kann zwar nicht sagen, dass jeder Borderliner gleich ist, aber es gibt schon mal Ansätze, wenn man sich mit der Krankheit ein wenig auskennt. Und wenn Du einen Ausraster hast, kannst Du ihr ja im Nachhinein, wenn Du wieder klarer bei Verstand bist, sagen, wieso, was in Dir vorging usw, wieso Du so und so reagiert hast. Und mach ihr eins klar: Dass egal, was du tust oder sagst, sie nicht an Deinen Gefühlen für sie zweifeln soll. |
| TwilightSun | [QUOTE]in eine therapie will ich nicht[/QUOTE] Wenn ich mal fragen darf: woher hast du denn die Diagnose bekommen? Davon ganz abgesehen, finde ich es von einem BLer - natürlich abhängig von der Schwere der Erkrankung - seinen Mitmenschen gegenüber verdammt verantwortungslos, keine Therapie zu machen. Nichts für ungut, aber wenn man von seiner Freundin oder sonstwem erwartet oder auch nur wünscht, dass sie versucht, einen zu verstehen, sollte man diesem Menschen auch dadurch entgegenkommen wollen, dass man zumindest versucht, sich helfen zu lassen. Es gibt schlechte Therapeuten, das ist keine Frage, aber es gibt eben auch gute und Borderline ist eine Krankheit, die behandelt werden muss, weil sie eben nciht einfach mal so weggeht. |
| Streunerin | Hi! Kann mir mal jemand erzählen wie es in einer Therapiesitzung abgeht?? Muß man sich das wie diese anonymen Alkoholikertreffen vorstellen, oder wie? Ich kann mir einfach nicht vorstellen wie es da abgehen soll, außer halt haufen dumme Sprüche zu hören wie: Die Welt ist schön und man ist nicht an allem Schuld... |
| Trauerwesen | [QUOTE][i]Original geschrieben von Streunerin [/i] [B]Hi! Kann mir mal jemand erzählen wie es in einer Therapiesitzung abgeht?? Muß man sich das wie diese anonymen Alkoholikertreffen vorstellen, oder wie? Ich kann mir einfach nicht vorstellen wie es da abgehen soll, außer halt haufen dumme Sprüche zu hören wie: Die Welt ist schön und man ist nicht an allem Schuld... [/B][/QUOTE] Nö, man unterhält sich. Ich rede mittlerweile kaum noch mit wem, sondern hebe mir das auf. Man erzählt, was die letzte Woche passierte, wie es einem geht, wieso es einem so und so geht, was passierte, wieso Dinge passierten usw. Man lernt quasi, sich selbst zu analysieren. Therapie ist kein Wundermittel, aber eben das einzig gute, und auch wenn ich mich oft frage, was ich dort soll, es würde eh nix bringen, ich bin mittlerweile in der Lage, in etwa Graustufen zu erkennen. Es braucht alles seine Zeit, aber auch dort fängt man klein an. Kommt natürlich alles auf den Therapeuten an. |
| Streunerin | Danke schön Trauerwesen |
| Beowulf | Ich denke nicht, dass ein Therapeut sofern er ein gewisses können hat, dumme Sprüche quacken wird. Es ist zwar von Therapeut von Therapeut anders, aber Ziel ist es nicht den Patienten Optimismus einzureden, er wird ihn auch nicht verurteilen oder blossstellen. In einer Gesprächstherapie ist es eher das Ziel eine Atmosphäre zu schaffen in der der Patient gerne von sich erzählt, und dem Patienten dabei zu helfen über sich selbst zu reflektieren. Die Qualität eines Therapeuten hängt meiner Meinung nach eherblich von seiner Empathie ab. Ein empathisch kompetenter Therapeut wird seinen Gegenüber mit der Zeit gut einschätzen können, und ihm auch seine Einschätzungen mitteilen. Denn wie Paul Watzlawick schon sagte: Um sich selbst zu verstehen, muss man von Anderen verstanden werden". |
| Streunerin | Ich weiss dass Therapeuten einem helfen wollen und dass ihr Gespräch keine dummen Sprüche sind aber irgendwie hab ich was gegen sie. Ich will zu keinem gehen und ihm meine Probleme auf den Tisch legen, denn irgendwie geht das sie nichts an. Also wie kann man dann dies allem entfliehen? |
| SoulReaper696 | bist du denn auch betroffen, streunerin? naja, ich denke mal man kann es durch bücher und starken willen & starke freunde schaffen. |
| Streunerin | Starker Willen?? Woher nehmen? Starke Freunde?? Die einen für verrückt und bescheuert erklären, wenn sie die Wahrheit hören? |
| Darket | Durch Bücher? Also nicht dass ich die Macht des geschriebenen Wortes anzweifeln würde, aber ich glaube die überschätzt Du an dieser Stelle. edit: Rest hat sich hiermit erledigt ;) |
| SoulReaper696 | twilight sun: ich habe von niemandem eine diagnose bekommen. ich habe nur gelesen, mich unterhalten und auf meinw esen geachtet, und die gleichheit ist frappierend. an die anderen: vielen dank für die denkanstöße. streunerin: ohne wille zur änderung des wesens ist der ganze versuch zum scheitern verurteilt. die freunde sind scheiße? du hast die falschen... |
| Streunerin | Vielleicht sind es die falschen Freunde aber leider auch die Einzigen. Es ändern wollen, will ich schon aber die Stärke fehlt. Weil wie bekannt ist: Jeder Anfang ist schwer. Die Anfänge wurden oft gemacht aber dann nie weiter. |
| SoulReaper696 | Ich hatte grade eine "witzige" idee: hat schonmal jemand versucht, der borderline hatte, mit einem anderen borderliner sich zu heilen? däre doch eigendlich gar keine schlechte idee oder? weil man sich dann am besten versteht....oder würde man sich gegenseitig nur überbieten müssen an immer schlimmeren problemen....?!? |
| Darket | [QUOTE]ich habe von niemandem eine diagnose bekommen. ich habe nur gelesen, mich unterhalten und auf meinw esen geachtet, und die gleichheit ist frappierend.[/QUOTE] Ich bin weiß Gott kein Experte auf diesem Gebiet, mein Kenntnisstand beschränkt sich auf das, was mir mein gesunder (hoffentlich) Menschenverstand flüstert. Und in diesem Falle sagt er mir, dass Borderline eine Krankheit psychischer Natur ist. So weit so gut, die Frage ist nun, wie sie heilbar ist oder zumindest wie ihre Symptome auf ein erträgliches Maß reduziert werden können, womit wir ersteinmal eine Definition benötigen. Wikipedia spuckt mir [URL=http://de.wikipedia.org/wiki/Borderline-Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung]das hier[/URL] aus. Ich stelle zunächst fest (so beschäftige selbst ich mich mal, wenn auch nur an der Oberfläche, mit diesem Thema), dass es offenbar verschiedene Typen gibt, die unter dem Oberbegriff "Borderline" zusammengefasst werden. Was lernt mich das? Die Selbstdiagnose ist mit gewissen Komplikationen verbunden. Das ist meiner Erfahrung meistens so bei psychischen Auffälligkeiten. Meine Exfreundin schenkte mir mal zum 19. Geburtstag ein Buch über Exzentriker (ein Schelm wer böses denkt). Ich las nun also dieses Buch und stellte fest: Hey, viele der Merkmale treffen genau auf mich zu. Nächste Frage: Bin ich deshalb ein Exzentriker? Antwort: Ich habe keine Ahnung. Wer mich gut kennt mag nun ein Grinsen im Gesicht haben und sowas denken wie: "Aber Darki, besteht da überhaupt irgend ein Zweifel?" Antwort: Ja, klar, denn ich fühle mich eigentlich recht wenig exzentrisch....naja, manchmal mehr, manchmal weniger. Was ich damit sagen will: Psychologische Diagnosen sind nichts, das man aus Büchern mal eben ableiten kann. Interessant an diesem wikipedia-Artikel finde ich übrigens die Parallelen zu ADS/ADHS, das ist etwas sicherer Boden für mich. Kommen wir zur Frage der Heilungschancen: Es mag nun von meiner Seite ein wenig fragwürdig erscheinen eine wikipedia-Definition zu Rate zu ziehen, doch ist es im Augenblick meine einzige Quelle, darum bitte ich darum mir dies zu verzeihen und mich im Zweifel zu korrigieren. Interessanter Weise finde ich in diesem Artikel nicht eine TExtpassage (mag daran liegen, dass es schon recht spät ist und ich wenig geschlafen habe), die ansatzweise darauf hindeutet, dass eine Auto-Heilung in Betracht kommt. Wenn ich mein weniges Wissen nun zusammentrage, komme ich zu dem Schluss, dass Symptome durchaus unterdrückt werden können, dass eine Überwindung der Krankheit ohne professionelle BEhandlung jedoch recht weit hergeholt erscheint. Nicht, dass ich da irgendetwas ausschließen möchte, dazu reicht mein Kenntnisstand nicht aus, ich halte es nur für sehr unwahrscheinlich, da die große Gefahr bestehen dürfte, dass sich der Patient nach einiger Zeit quasi von sich selbst verabschiedet und sagt: "So, ich bin geheilt" und dabei leicht übersehen kann, dass nichts anderes als eine Unterdrückung der Symptome von statten gegangen ist. |
| Trauerwesen | Soulreaper: Man würde sich gegebenenfalls gegenseitig runterziehen, und auch gegenseitig manipulieren, und da man es ja weiss, dann die manipulation vorwerfen, die man selber durchführt. Ich glaube, jemand starkes, "gesundes" an der Seite könnte doch kraft geben und vor allem Disziplin lehren. Zudem ist Borderline nicht gleich Borderline. Zum Rest, nunja, Selbstdiagnose halte ich auch für nicht ganz ok. Wenn mich Leute nach der Krankheit fragen und ich einfach mal anfange zu erzählen, sehen sie viel, was jene eben auch als Charakteristika besitzen, impulsivität usw. Die Krankheit ansich ist aber viel zu komplex. Was Therapie angeht, so gibt es eben nur diese Möglichkeit, wer den Mist loswerden will, wird sich auch auf eine Therapie einlassen. Das Reden ist nun mal notwendig und man gewöhnt sich dran, wie gesagt, ich schütte mich kaum noch bei freunden/Bekannten aus, weil er es eben objektiv bewerten kann. Aber meiner hat auch einen guten Musikgeschmack ;) Was freunde angeht, nunja, entweder sie kapieren es, wollen einem helfen oder sie lassen es. Aufklärung ist schwierig, ein Teil meiner Familie meint nach wie vor, der Therapeut würde mir Dinge einreden, was absoluter Quatsch ist. Ich denke mir einfach, Freunde sollten einen akzeptieren, wie man ist, und wenn man diese Krankheit mit sich trägt, dann macht sie einen gewissen Anteil aus und gehört zu einem eben auch dazu. Alen anderen sage ich da nur, dass sie mich eben nicht so nehmen wollen, wie ich bin, und solche Leute kann ich danna uch nicht gebrauchen. Bei mir weiss es beispielsweise auch die komplette Belegschaft, aber so können sie mich eben einschätzen und einige Dinge erklären. Ich erzähle es zwar nicht überall rum, aber gehe recht offen mit um, wie man hier evtl auch merkt, aber ich musste das tun, um zu akzeptieren, dass da was nicht in ordnung ist bei mir im Kopf, und dazustehen. Das half mir sehr. |
| TwilightSun | um das auch nochmal zu sagen: Man kann psychische Krankheiten nicht selbst diagnostizieren. Es mag sein, dass man viele Ähnlichkeiten zu einer Borderline Persönlichkeit hat, was aber noch lange nicht heißt, dass man auch BLer ist. Hast du mal in ein Psychiatrie-Buch geschaut? Ich möchte wetten, dass dir bei mindestens jeder dritten/vierten dort aufgeführten Krankheit/Störung/was auch immer auffällt, dass du da große Ähnlichkeit has. Warum? Weil Diagnosen ein äußerst komplexes Thema sind ebenso wie die Krankheit an sich, mit so vielen Facetten, dass man sich darin eigentlich immer wieder finden wird. Viele Teile meines Charakters stimmen mit Borderline-Symptomen überein, ebenso könnte manches auf eine Schizophrenie hindeuten...und auf vieles mehr, wenn ich lang genug suchen würde. Ich bin nur weiß Gott weder BLer noch schizophren, weil man eben nciht sagen kann, oh, da treffen 40-60% der Symptome auf mich zu, dann bin ich wohl einer, weil auch und vielleicht gerade Borderline eine Krankheit ist die ein sehr umfassendes Spektrum an Symptomen besitzt, die nunmal, solange dir kein facharzt diese Krankheit diagnostiziert (und ich würde da mit Sicherheit keinen drum beneiden), ebensogut auf eine Depression oder was auch immer schließen lassen können. Ganz davon abgesehen, dass man selbst sich selbst niemals objektiv betrachten kann, weshalb sich eine Selbstdiagnose sofort ausschließt, selbst wenn man das ausreichende Fachwissen - und ich nehme an, sehr wenige von uns hier sind Psychologen oder Psychiater - hätte. |
| Beowulf | [QUOTE][i]Original geschrieben von Streunerin [/i] Ich will zu keinem gehen und ihm meine Probleme auf den Tisch legen, denn irgendwie geht das sie nichts an.[/QUOTE] Was ist der Unterschied zwischen Freunden und Therapeuten. Freunde sind nicht verpflicht einem Helfen zu, objektiv zu sein, einen nicht zu verurteilen, regelmäßig für einem Zeit zu widmen. Wenn man etwas seinem Arzt erzählt, ist es ein professionelles Gespräch. Einem Frauenarzt als Mensch geht es auch nichts an ob man Schwanger ist, oder einen Pilz da unten hat, aber als Arzt muss er es eben wissen, dem Beamten vom Arbeitsamt als Menschen geht es auch nichts an, was du wo verdienst, etc Wenn du Therapeuten nicht magst, und auch nicht mögen willst, bleibt dir eben keine andere Möglichkeit als nicht zu einem zu gehen. Ist nur deine Entscheidung. Mir persönlich wäre meine geistige Gesundheit zwar wichtiger als falscher, kindischer Stolz, aber ich rede dir da gewiss nicht rein. Die Konsequenzen musst du selbst tragen. So ist das nunmal im Leben. [QUOTE][i]Original geschrieben von Streunerin [/i] Also wie kann man dann dies allem entfliehen?[/QUOTE] Na ja, wenn man sich den Problemen nicht stellen will, fällt mir ehrlich gesagt nur Aufgeben und Selbstmord ein. [QUOTE][i]Original geschrieben von Streunerin [/i] Vielleicht sind es die falschen Freunde aber leider auch die Einzigen.[/QUOTE] Im Gegensatz zur Vergangenheit und Familie kann man sich seine Freunde aussuchen. |
| MagicPower | Hallo alle zusammen. Ich möchte unabhängig der bisherigen (langen) diskussion auch etwas zu diesem Thema beitragen. Ich selbst weiß nicht ob ich ein "Borderliner" bin oder nicht, jedoch sagte eine sehr gute freundin zu mir, dass ich es durchaus sein könnte. auf wikipedia habe ich mich eingehend über das "Borderline Persönlichkeitsstörung" (BPS) informiert und mal verglichen von wegen Sympthomen und Ursachen und druchaus treffen einige Merkmale auf mich zu. Ich habe mit 15 inzwischen keinen Elternteil mehr gehabt (beide verstorben) und seither kümmerte sich meine tante um bruder und mich (bruder redet nicht mit mir) und meine tante ist ein kalter workerholic (keine "beziehung" zu menschen) wodurch ich eigentlich nie wirklich harmonisches familienleben mitbekommen habe. seit ich mti meinem freund zusammen bin kommen immer wieder mal panikattacken (grundlos fang ich das weinen an und steigere mich in irgendwas hinein und bekomme teils keine luft mehr). wenn mein freund mal keine zeit für mich hat (was durchaus öfter der fall ist und auch nicht so tragisch weil... wir uns sehr häufig sehen) fühle ich mich sofort verlassen und fange an mich selbst zu hassen, für dinge, die mir sonst relativ egal sind. ich versuche seit monaten einen weg zu finden, meine plötzlichen gefühlsausbrüche und heul-attacken unter kontrolle zu bekommen. oftmals ist es aber nur ein wort oder eine kleine unbedeutende situation die in mir urplötzlich alles aufwühlt und mich psychisch doch irgendwie fertig macht. einen wirklichen weg habe ich lediglich darin gefunden mich intensiv mit etwas abzulenken und mich auf etwas zu konzentrieren, damit ich nicht mehr an die gefühle denke die in mir wüten. manchmal allerdings funktioniert das nicht und ich werde dann absolut instabil - heulkrampf (oder so). das dauert aber maximal bei mir eine halbe stunde an, bis ich mich wieder gefangen habe. dann geht es wieder und alles ist in bester ordnung. merkwürdige sache. keine ahnung ob das auf BPS zutrifft oder ähnliches.. ich habe aber auch nicht wirklich das bedürfnis das herauszufinden oder mich ggf in eine psychotherapie zu begeben, da ich für soetwas weder zeit noch lust habe. ich versuche vorerst selbst damit klar zu kommen. mein freund unterstütz mich sehr und redet mit mir viel über dinge in der vergangenheit die mich beschäftigen damit ich es aufarbeite in der hoffnung ein "loch" nach dem anderen wieder zu stopfen. |
| Nea | Ich danke euch, dass es die möglichkeit gibt eure Texte zu lesen und auch selbst etwas hinzuzufügen. Ich bin mittlerweile mitte zwanzig und seit ca zwei Jahren fast Beschwerden frei. Klingt vielleicht komisch, von Beschwerden zu sprechen aber es handelt sich nun mal um eine Krankheit. Angefangen hat bei mir alles, dass ich mich zu dick gefühlt habe(war ich nicht). Darauf hin habe die nächsten Monate fast jegliche Nahrung verweigert. Meine Mutter wollte mich damals in eine Psychosom, Klinik einweisen, aber das wollte ich nicht und habe sie dann versucht davon zu überzeugen, dass ich gar kein Problem habe. Für mich stellte sich dadurch ein neues Problem, ich musste essen, obwohl ich es nicht mehr gewohnt war. Also kotzte ich nach jedem essen alles wieder aus. Zu der Zeit fühlte ich mich alleine un dverlassen, ich dachte immer mich versteht keiner und alle halten mich für verrückt( ein teil tat dies auch). Ich wusste nicht mehr mit mir umzugehen, die leere und Den schmerz in mir zu füllen, so dass ich anfing mir in den Magen zu schlagen, mich blutig zu kratzten, gegen Wände zu schlagen...., mich schlecht behandelt habe. Ich hatte keine Ahnung wohin mit mir und habe dann eine Therapie angefangen, welche ich nach einem Jahr ohne verbesserung wieder abgebrochen habe. So lebte ich die nächsten Jahre mehr oder weniger gut, bis ich über eine Ärztin zu einem wirklich tollen Therapeuten und zusätzlich zu einer Heilpraktikerin (welche lebensberstung betreibt, viel mit Meditation und körperübungen arbeitet) kam. Das war vor ca 4,5 Jahren. Ich neige heute noch dazu, wenn es mir schlecht geht wenig zu essen, aber ich füge mir keine Verletzungen mehr zu. Ich habe eines Tages festgestellt, dass ich meinen Körper und mich nicht mehr quälen möchte. Es war für mich, ein immernoch anhaltender, sehr schmerzlicher Prozess aus dieser Krankheit. Aber ich bin glücklich diesen Weg gegangen zu sein und ihn weiter zu gehen. Es tat gut dies alles mal aufzuschreiben. |
| broken82 | Hey! Auch ich finde diesen Thread gut...für Betroffene, wie auch für Angehörige... Ich bin eine Betroffene. Eine Umgangsform mit Borderlinern (oder anderen) gibt es nicht. Zum Glück nicht. Schema F wäre hier absolut nicht angebracht. Ich habe die letzten Jahre viele Menschen kennengelernt, die sich bei Konfrontation mit diesen Thema sehr distanziert verhalten haben, was verständlich ist. Aber diese haben sich auch nicht mehr gemeldet. Es gibt natürlich auch andere, die versuchen dir zu helfen. Aber oft sind sie dann der Meinung, daß das innerhalb weniger Wochen geht. Das ist aber nicht der Fall! Egal wie man es hin- und her dreht...was immer noch am wichtigsten ist, ist zu wissen, daß es jemanden gibt, der einem den Rücken stärkt, wenn es darauf ankommt! Wenn es einem beschissen geht...wenn man kurz davor steht wieder ein Messer o.ä. in die Hand zu nehmen. Mitleid bringt da gar nichts. Ständiges Vorhalten vom Fehlverhalten schon gar nicht. Genauso wenig wie ständiges Drängen oder Bedrängen. Ich weiß nicht, ob ich mir meiner Antwort helfen konnte oder so. Aber ich weiß, daß es immer (bei jedem Menschen) wieder gut tut, zu erfahren, daß es irgendwo jemanden gibt, der einen gern hat. Und daß man damit nicht alleine dasteht. LG, broken82 P.S.: Bei Fragen o.ä. einfach mailen... |
| Trauerwesen | Nea: Schön, dass es bei Dir so gut gelaufen ist. Aber abgesehen von dem Drabg selbstzuverletzen, kannst Du das unterdrücken oder hast Du Deine Gedanken und Emotionen auch unter Kontrolle? Denn wenn dem so leicht wäre, würden viele auch nicht mehr zur Selbstverletzung greifen. Mich würde das mal interessieren, wie es bei Dir mit den Gefühlen ausschaut, ob Du sie kontrollieren kannst oder einfach nur anders reagierst (beziehe mich auf Kontrollverlust usw). lg |
| broken82 | Allerdings, wäre sehr interessant zu wissen... |
| Nea | Hm, Kontrollverluste. Bin früher oft ausgerstet, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, was du mit Kontrollverlust meinst. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich um so mehr ich versuche/vesuchte mich und meine Gefühle zu kontrollien, ich um so weniger Kontrolle über mich hatte. Ich habe gelernt, genau hinzu schauen, was hinter/unter dem Drang mich zu quälen, mir Schmerzen zu fügen zu wollen liegt. Dies habe ich duch spezielle Körper- ,Erdungs- und Meditationsübungen erreicht. Z.B. duch das tönen von Vokalen, was sehr befreiend ist und angestaute Energie z.b. Traurigkeit oder seelischer Schmerz, befreit. Somit erreiche ich Zustände, in denen es mir gelingt mich und meine Situation zu akzeptieren, mich und auch meinen Körper wert zu schätzten, mich zu fühlen. Der Umgang mit Gefühlen ist für mich trotz allem noch immer sehr schwer und ich tue mir oft schwer damit meine Gefühle zu zeigen und zu akzeptieren, dass ich nicht alles kontrollieren brauche. Kontrolle bedeutet für mich mttlerweile Gefühlsverlust, meine Verbindung zu mir zu verlieren, nicht aushalten können was ist. Ich glaube alle Betroffenen kennen die kurzweilige erleichterung nach der Selbstverletztung, aber auch die Trauer darüber es getan zu haben. Und ich denke man darf und sollte darüber trauern. Es ist eine schmerzliche Erfahrung und sie tut in der Seele weh. |
| Trauerwesen | Nea: Mirt Kontrollverlust meinte ich auch diesen Verlust über die Gefühle bzw wenn die Gefühle die Kontrolle übernehmen und man extrem irrational handelt; auch was Manipulation angeht. So Dinge wie "ich fühle mich schuldig und schlafe deswegen auf dem Balkon" usw. |
| Nea | Trauerwesen: Ich hab als geschrieen oder nichts gegessen oder gegen Wände geschlagen und getreten. Aber auch mit diesen dingen habe ich einen Weg gefunden um zu gehen. Ich wende dann wenn ich merke ich verliere die Kontrolle eine bestimmte Atemtechnik an. Mal was ganz allgemeines noch dazu, ich glaube nicht mehr daran, dass die alleinige Behandlung duch Psychotherapie erfolgreich ist, da dort leider oft nur symtome behandelt werden und das auf einer meiner Meinung nach sehr oberflächlichen Ebene. Es ist doch der ganze Mensch der gesehen werden will und sollte, und so arbeiten Psychologen,Psychiater,etc leider nur selten. Ich habe bzw bin daran, mein ganzes bisheriges leben nochmal zu durch leben, damit meine ich alle Situationen nochmal zu durchfühlen. Was sind bei dir/euch Auslöser für solche Situationen? |
| Trauerwesen | Auslöser meistens mein partner. Nicht beabsichtigt, aber oft, wenn etwas nicht läuft, wie es soll, mich meine Verlustangst wieder einholt, ich mich ungeliebt fühle usw usf, dann werde ich zum Kind, was weint und irgendwie nur noch mit Angst gefüllt ist. Oder auch mal Schuldgefühle, Versagensangst usw. Aber hauptsächlich sind meine Ängste da Verlustangst und Angst, nicht geliebt zu werden. Nunja, ich mache viele Dummheiten, aber die Dissoziation funktioniert da gut, ich weiss vieles nicht mehr. Was Therapie angeht, klar, wenn mans elbst nichts tut, passiert auch nichts. Die Thera ist ja mehr eine Stütze. Oft sagt mir mein Therapeut, ich solle dies und jenes ändern, und ich frage ihn dann oft wie, und es kommt keine Antwort. Das bleibt dann an mir hängen. Aber es hilft mir persönlich schon, zu reflektieren und Zusammenhänge zu erkennen. |
| broken82 | Hey... Ich wäre froh,wenn ich schon so weit wäre, eine Konfrontation mit meinen Gefühlen ertragen zu können! Ich leide sehr unter Verlustängste, nicht nur meinem Partner gegenüber, sondern auch meiner Familie gegenüber. Ebenso krieg ich auch extreme Angstzustände, wenn ich unter Menschen bin, mit denen ich nichts anfangen kann. Ich meine dann, sehr schnell irgendwo anders hingehen zu müssen. Einfach weg von dem Ort dann. Sonst werde ich unfair und aggresiv...mein Freund versteht das nicht. Was solls. Eine Thera bringt in meinen Augen nicht wirklich viel... Liegt aber auch daran, daß ich damit schon schlechte Erfahrungen gemacht habe...Dieses Einreden von "alles wird besser"..."glaub an Dich"...ich bin einzigartig" und was sonst noch...Ich halte davon nicht viel...aber ich kann auch die Menschen verstehen, die eine ganz andere Meinung dazu haben.... LG |
| Trauerwesen | broken82: Hm, nunja mit anderen fremden Menschen habe ich auch Probleme, bekomme da meine Paranoia. halte mich dementsprechend fern von vielen Menschen; Diskothek usw geht, da bin ich schliesslich anonym und muss mich nicht um die kümmern. Was Therapie angeht, nunja, ich habe nie erlebt, dass da sowas kam wie "glaub an Dich" usw. Ich musste mir bisher auch nie Vorwürfe anhören, wenn ich einen Rückfall hatte, nahm er das hin. Es ging eher darum, Situationen im nachhinein zu analysieren. Wirklich andere sinnvolle Wege gibt es eben nicht, deswegen fand ich damals, ich könnte es wenigstens versuchen. Und bis jetzt bringt es dann doch mehr, als dass es nichts bringt. |
| Nea | hey ihr Verlust Ängste kenn ich auch zu gut, ist sehr belastend für einen selbst, aber auch für das Umfeld. Auch ich scheue mich vor grossen Menschenmengen, ich fühle mich da oft so verloren. Womit ich heute aber noch am meisten zu kämpfen habe sind Angstattacken, der art, dass ich z.b, nacht bzw wenn es dunkel ist nicht oder nur sehr ungern alleine raus gehe, ich hab da immer das Gefühl, es verfolgt mich jemand. Überhaupt macht mir Dunkelheit echt zu schaffen, neige da oft zu Angst/Panikattacken. Kennt ihr das auch? Komm mir manchmal echt blöd vor, das zuzugeben. |
| oOManyFacesOo | hey, ich finde diesen thread toll, weil man hier endlich mal etwas über dieses syndrom, dass einem so oft begegnet, erfährt... nicht aus irgendwelchen lehrbüchern, sondern von betroffenen... und gerade an solche wende ich mich mit einer ziemlich typischen frage. ein sehr guter freund von mir ritzt sich immer, wenn er in eine stress- oder frustsituation kommt die arme auf, das weiß ich bereits, seitdem ich ihn kenne... es gab auch monate, in denen er es gelassen hat... aber es gibt immer wieder rückfälle. letztens schrieb er mir wieder "es tut mir so leid... ich habs schon wieder getan" und wie immer wusste ich nicht, wie ich reagieren sollte. Ich hab eher wütend als voller mitleid reagiert und sowas ... ich meinte sowas wie "es sollte dir nicht für mich sondern für dich leid tun... " dann ging ne diskussion los, dass er zu schwach wäre und ich war eher hart zu ihm und meinte, er könne sich ruhig in selbstmitleid zurückziehen oder stattdessen vielleicht mal einen ausweg suchen... das kam mir alles nicht richtig vor, doch ich wusste nicht, wie ich sonst reagieren sollte. wie hätte ich mich verhalten sollen und wie soll ich mich in zukunft benehmen, wenn er mir so etwas sagt? er weiß, dass ich immer für ihn da bin, aber er fällt trotzdem immer wieder in dieses alte verhaltensmuster zurück... ich gebe mir wirklich mühe, ihm die schönen seiten im leben zu zeigen und verbringe so viel zeit wie möglich mit ihm, aber wenn er wieder seine depressiven phasen hat... naja, ich glaub ihr habt verstanden, was ich meine. ich wäre sehr dankbar für einen rat. gehabet euch wohl... |
| Nea | Zeig deinem Freund, dass du ihn magst, und versuche nicht zu urteilen. Es ist schwer, sehr schwer darüber zu sprechen, es dritten, auch Freunden zu erzählen. Versuche ihm das Gefühl zu vermitteln, dass du froh bist, dass er mit dir darüber spricht. Höre ihm am besten einfach nur zu und versuche ihn zu verstehen. Sei einfach da, wenn er dich braucht, mehr kannst du nicht tun. |
| Trauerwesen | ManyFaces: Nunja, bei den meisten, die sich selbst verletzen, braucht man bzw sollte man weniger mit Wut reagieren, da sich die Betroffenen eh meist schon schuldig genug fühlen. Man folgt dem Zwang, und anschliessend denkt man "scheisse, schon wieder so weit runter gekommen". Und dann legt man nochmal psychisch los, indem man losheult. Man sollte es aber auch nicht ignorieren, denn enttäuschung könnte da ruhig ok sein, aber keine Vorwürfe und sowas. Vielleicht anschliessend mit demjenigen drüber reden, wieso, weshalb usw? Wie es ihm dann nun geht, ob besser oder nicht und sowas? Und sonst halt wie gesagt, für einen da sein, zum reden (runterkommen) usw....reden hilft manchmal ungemein, ich habe mich erst Heiligabend in einer sehr extremen Situation befunden, habe meine Oma angerufen, mit ihre geredet und gespürt, dass es jemanden gibt, der mir zuhört, für mich da ist und nicht möchte, dass es mir schlecht geht. Da ging es mir auch gleich besser. |
| Blaengur | Mor`n, ich verewige mich hier auch als "Betroffener". Mittlerweile hab ich mich so weit im Griff, dass ich mir nicht mehr ohne Weiteres den Arm aufschneide. Meine Anfaenge waren so zwischen 16 und 17 Jahren. Ich hatte die üblichen Probleme, mit denen jeder Jugendliche sicher in diesen Jahren zu kämpfen hat, Verliebtsein ;) . Allerdings war das wohl eine eher unerwiederte Liebe, was aber noch nicht den Ausloeser für diese Weltenflucht war. Dazu kamen dann noch ziemlicher schulischer Stress (Realschulabschluss und schließlich weiter FOS, verbunden mit 3 Std. Bahnfahren taeglich und 5.00 Uhr aufstehen), die Erkenntnis, dass meine Familie sich staendig in die Haare kriegte und letzten Endes noch ein gewisses Anderstsein, was so viel heißt wie, dass ich schweigsamer war, nicht dieselben Interessen wie mein Bekanntenkreis und mich lieber mit meiner Musik irgendwo verzogen habe. Ebenfalls mir "zum Verhängnis" wurde meine Eigenheit, alles in mich hineinzufressen, ob Ängste, Traenen (ich kann auch heute noch nicht weinen) oder Hass. Und alle Emotionen waren reichlich vorhanden. Wo eigentlich jemand sein sollte, mit dem ich über meine Probleme reden könnte, war niemand, weder Eltern noch "Freunde", ich war allein. In dieser Zeit begann ich vor mir wegzulaufen, zu traeumen. Eine Flucht in meine Traumwelten war immer da und allgegenwärtig, im Zug/Bus/Schule, eigentlich ueberall. Irgendwann begann dann der Stress und ich wurde richtig darunter begraben und wurde entzweigerissen von der Vorstellung, was leisten zu müssen (seitens meiner Eltern) und meinem Wunsch, weiterzutraeumen. Da ich auch irgendwo im Inneren wusste, dass ich was leisten musste um weiterzukommen, begann ich, ein Realist zu werden. Leider klappte das nicht ganz so gut, da ich immer sehr viel Musik gehört habe und auch jetzt noch viel Musik höre und ich somit wieder in meine Traumwelten entfuehrt wurde. Mit fortschreitender Zeit kam auch der Stress, es staute sich immer mehr Aerger, Aengste, Traenen, Traeume und Hass auf. Es war eine Art Erleichterung für mich, dann mir den Arm aufzuschneiden, das Blut zu sehen und zu schmecken und durch diese Schmerzen auch wieder ein wenig in die Wirklichkeit zurückgerissen werden. So schnitt ich immer, wenn es mir schlecht ging und das tiefer und länger. Meine Mutter hat das dann irgendwann mitbekommen und mir die Frage "Warum?" gestellt und ich schwieg. Ich vertraute ihr so weit wie ich sie werfen konnte, so wie ich zu dieser Zeit allen Menschen nicht mehr traute und etwas anvertraute. Meine Brüder haben auch immer irgendwelche Kommentare abgelassen und mein Vater hat es ganz ignoriert. Freunde waren keine da und so ging es weiter. Irgendwann nach Realschulabschluss, einem recht üblem Jahr in der FOS (Metallverarbeitung mit einem urbayrischem Arschloch ist grausam) hatte ich noch mehr Stress am Hals, da ich jetzt nicht mehr um 5.00 Uhr aufstehen durfte sondern um 4.30 *jubel*. Die Freude an der Schule war riesengroß, dass es da auf der Schule Maedels gab :D (war vorher auf ner Knabenrealschule und 1 Jahr FOS war reine Jungenklasse :rolleyes: ) aber wurde bald von Schlafdefiziten überschattet. Je weniger Schlaf und je größer das Lernpensum wurde, desto mehr drehte ich wieder durch. Ich schottete mich wie immer wieder von dem Rest der Klasse durch meine Musik ab und versuchte mein Leben zu bewältigen. Zwei Klassenkameradinnen sahen die Narben und fragen auch wieder "Warum?". Dann kam der große Fehler, mit einer Klassenkameradin eine Beziehung anzufangen, wenn man sich noch nicht kennt. Ergebnis war nach 3 Wochen der Satz ihrerseits "wir können ja Freunde bleiben", ein relativ gebrochenes Ich und wieder eine Flucht in Schmerzen. Dieses Mal hatte ich jemanden, der mir, wenn auch per ICQ und MSN half, aber immerhin jemanden, den ich ein wenig vertraute. Sie hat mir über die schlimmste Zeit hinweggeholfen und auch Schlimmeres vermutlich verhindert. Nichtsdestrotrotz hatte der Stress und das Ende der Beziehung zu jemanden, den ich begann zu lieben und zu vertrauen zur Folge, dass ich wieder zur Klinge griff. Erinnerung daran ist bis jetzt eine ca 5 cm lange schon verblichene Narbe und eine Narbe in Form einer Rose, die sehr tief geschnitten war und somit heute immer noch rot ist. Jetzt hab ich halbwegs geschafft, von der Klinge wegzukommen und zwar mit Hilfe der Freundschaft zu einer Internetbekanntschaft, die mir mittlerweile eine sehr gute Freundin, wenn nicht sogar die beste, die ich in diesem Leben hatte, geworden ist. Ich vertraue ihr, zwar nicht vorbehaltslos aber mehr, als ich meinen Eltern, "Freunden" und sonstigen Leuten zusammen vertraue und es ist und war für mich sehr wichtig, mich mal richtig "auskotzen" zu können. Traenen sind immer noch Mangelware aber die Zeit heilt die meisten Wunden |
| gelb | Für mich steht immer das Gefühl, nicht verstanden zu werden im Vordergrund. Wie soll man es einem Freund erklären, wenn man es selbst nicht versteht? Warum verletzte ich mich selber? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass es mir gut tut und mich quasi wieder in die Wirklichkeit zurückholt, wenn alles aus dem Ruder zu laufen droht. Die Ernüchterung folgt dann erst später, und der Selbsthass kommt wieder mit der schlimmen Erkenntnis, es schon wieder getan zu haben. Mein Partner ist leider auch davon betroffen. Das einzig gute daran ist, dass es unser Zusammenleben erleichtert, und man zumindest im Ansatz nachvollziehen kann, was im anderen vorgeht. Und wenn man mal gefühlslos ist, kann einem der Partner irgendwie schon helfen, indem er Anteilnahme und Verständnis zeigt (heuchelt?) und vor allem Liebe. Nun ja, gebt nicht alles auf, das Leben hat auch schöne Seiten, auch wenn sie in Anbetracht der schlechten oft untergehen oder nicht wahrgenommen werden. In dem Sinne, bleibt objektiv euch selbst gegenüber. grüße, gelb |
| Trauerwesen | gelb: Wenn es alles so einfach wäre mit dem Partner. Wie erklärt man partner, dass man nicht einfach so aus Spass attackiert? Wie erklärt man, wie man seine Kontrolle verliert weil man sich missverstanden und ungeliebt fühlt? Wie geht Partner damit um? Ich habe das Gefühl, dass ich momentan wieder dem Zwang folge, alles zu zerstören. Und wenn partner nicht versteht, dass man damit nur Liebe und Zuneigung erwartet? Partner sieht nur jemanden, der einen verletzt und Dinge unterstellt, tut aber nicht das, was man sich dann gerne erhofft: Den gegenbeweis. |
| bradóg | Muß auch mal zwischendrin ein paar Sätzchen schreiben ... Weil ich selbst auch immer wieder mit meiner Psyche zu kämpfen habe und mich von daher Borderline und psychische Andersartigkeiten grundsätzlich interessieren, gehe ich immer wieder auf Ursachenforschung, um besser zu verstehen und schmöcker zur Zeit in diesem außergewöhnlichen Buch: [COLOR=crimson] Titel: "Der Verrat am Selbst" Autor: Arno Gruen [/COLOR] Es geht hierin zwar nicht direkt um Borderline, aber indirekt letztendlich wiederum doch. Ein bißchen schwierig zu lesen, aber es lohnt sich absolut, sich durchzukämpfen, es geht um die echte Autonomie. Autonomie im Sinne von Übereinstimmung und zwar im Menschen, zwischen seinen Gefühlen und Bedürfnissen und die Folge dessen, wenn Zwänge, Mißhandlungen und der ewige Erziehungsversuch, unsereins "der Norm" entsprechend anzupassen, jenes die Persönlichkeitsentwicklung negativ beeinflusst, davon wie innere Spaltungen entstehen und sich daraus Verhaltensweisen wie Selbstverletzungen, Selbsthaß, Wut, Machtstreben usw. entwickeln. Es ist ein Buch für Querdenker, weit abseits der allgemein üblichen, oft nur als "psychisch krank" verurteilenden Psychoschmöcker und geht vielen Dingen wahrhaftig auf den Grund. Es ist ein Plädoyer und zwar für Andersgeartete, die nicht in die Gesellschaftsnorm passen und die trotz der oft allgemein herrschenden Meinung keine Versager sind. Sie sind eher Zeichen dafür, wie krank und behandlungsbedürftig unsere ignorante und genormte Gesellschaft ist. Mal ganz davon abgesehen, halte ich es grundsätzlich für sehr wichtig, sich mit der Psyche als solche intensiv auseinanderzusetzen. Verständnis und Lösungen können nur entstehen, wenn nicht nur Betroffene, sondern auch Partner und Angehörige sich eingehender mit der Thematik auseinandersetzen, sich dafür interessieren. Jemanden zu verurteilen, niederzumachen, für bekloppt zu erklären, nur weil er anders ist, verschlimmert alles nur noch mehr, letztendlich für beide Seiten. Um selbst besser verstanden zu werden, sind Erklärungen wichtig, auch drüber zu reden, wenn's einem und warum es einem bescheiden geht. Mittels Reden kann manchmal auch der unerträgliche Druck, den man in sich spürt, gemindert werden. Ich stell immer wieder fest, daß es in jeglicher Hinsicht oft nur an der Kommunikation scheitert. In meinem Bekanntenkreis hab' ich kürzlich erst wieder sowas erlebt, wo ein Miteinander alleine deswegen fast gescheitert wäre und die Psyche absolut am rotieren war, weil über das eigentliche Problem nicht wirklich geredet wurde. Wie soll der eine verstehen, was im anderen vorgeht, wenn nicht oder nur über belangloses Zeugs geredet wird oder wie kann Gesagtes wahrgenommen und verstanden werden, wenn nicht wirklich zugehört wird. Es ist sooo traurig und wär doch letztendlich soooo einfach!!! Wir verbauen uns selbst viele Möglichkeiten. Grüße Bradóg |
| Trauerwesen | bradog: Danke. Ich finde Deinen Text dazu toll und auch richtig. ich merke oft selber, dass von einem erwartet wird, dass man sich unter Kontrolle hält, und wenn es dann mal eben nicht der Fall ist, wird man mit Vorwürfen konfrontiert, die alles noch schlimmer machen. Als würde irgendein Borderliner Spass daran haben, die Kontrolle zu verlieren. Ebenso schwierig ist es aber auch, dagegen anzukämpfen, alleine das ist Qual, weil man innerlich zerrissen ist. Man merkt genau, wann man Dinge wieder in die falsche Richtung denkt, überall was negatives reininterpretiert und das Misstrauen wächst; und man weiss, wie falsch es ist, aber es zerreist einen umso mehr. Die Bezugsperson, die man sich in seinem Partner sucht, wird oft auch unterschätzt, wie mir scheint. Wir können uns nicht selbst lenken, wenn es einen gibt, den wir als Retter haben wollen. Und das Gefühl, manche Beziehung schon deswegen kaputt gemacht zu haben, hilft mir und meinem innersten auch nicht weiter, weil ich das Gefühl bekomme, ich sei nicht fähig, durch Liebe glücklich zu werden. ich weiss, ohne wäre einiges viel einfacher, aber soll ich mein Leben lang solo bleiben? Ich will eine Beziehung, ich will heiraten, und entweder man bekommt das unter einen Hut oder ich bin verdammt dazu, auf Dinge zu verzichten, die ich gerne hätte. Wir wollen nur glücklich sein...und dieser Wille zerstört so vieles... Ich werde mir das Buch evtl mal näher ansehen. EDIT: Mir fällt dazu ein Zitat aus Girl, interrupted ein, welches auch dazu passt, in etwa: Sind wir die Verrückten oder sind es alle anderen? Mein Therapeut sagte dazu auch mal, dass ich vielleicht nicht die andersartige bin, dass ich nichts falsch mache, sondern evtl alle anderen in meinem Umfeld? Wer weiss das schon... |
| gelb | @Trauerwesen: Natürlich besteht dieses große Problem, wenn man einen "normalen" Partner hat. Ich meinte an der Stelle eigentlich jemanden, der selbst davon betroffen ist und so einiges mehr nachvollziehen kann. Das Zitat gefällt mir, ist irgendwie schon was wahres dran. Ich meine wenn alle Menschen supertolerant wären, wäre einiges einfacher. Allerdings darf man Außenstehenden natürlich nicht vorwerfen, dass sie nicht wissen, wie man sich gegenüber Menschen zu verhalten hat, deren Verhalten in des Außenstehenden Augen völlig unerklärlich ist. Man kann allerdings auch etwas anderes damit verbinden. Ich meine, so eine Persönlichkeitsstörung kommt ja nicht von ungefähr, einfach so daher. Sie hat ja einen Grund. Meist ist der glaube ich in der Erziehung zu suchen... |
| Trauerwesen | gelb: Mit Erziehung hat es weniger zu tun, eher schlechte Erfahrung und sowas, Ängste, die immer wieder hervorkommen. Sicherlich kann man niemand aussenstehendes vorwerfen, wenn er nicht weiss, was zu tun ist. Man selbst kapiert es ja auch nicht wirklich. Man kann nur oft genug sagen, wie man helfen könnte... |
| Testament | Ähm... also ich als Schwuler finde das jetzt bischen... naja... klar leben wir mit Vorurteilen, aber hast du dir mal angeschaut wieso? SO ziemlich ALLE Schwule die ihre Sexualität auch wirklich öffentlich zeigen... und das auf die wirklich penetrante Art, erfüllen doch diese Vorurteile. "Hallo, ich bin schwul TATA... ich trage Rosa... PIMPERT MICH! Ich denke nur an Sex... hopplaheeeee~~" Also mich graust`s bei solchen Leuten und kann nur den Kopf bei sowas schütteln. Nun gut, ist etwas arg Off-Topic... Zu Borderliner selber sage ich lieber nix, denn ich höre von einigen mir bekannten schon jetzt wieder dieses "DU bist schuld... DU hast dies und jenes geschrieben... ICH gehe jetzt cutten" >__<° Also Respekt an Leute die damit klarkommen aber ich bin zu oft von solchen Leuten quasi "zweckentfremdet" worden und wurde im Ende nur verarscht dafür das ich versucht habe zu helfen. Sind garantiert nicht alle so, aber ich bin mir bewusst das man allgemein doch bischen vorsichtig mit denen umgehen sollte. Klingt jetzt arg böse, aber ich meine das eher in der Art von "behutsam", "sich an die Leute rantasten"... irgendwie so... |
| gelb | @Trauerwesen: Nun ja, ich meine das ja nicht in dem Sinne das man zum Borderliner erzogen wird. Eher wenn die Eltern die Erziehung vermasseln, z.B. kann ein herrschsüchtiger Vater eine Menge anrichten... Das sind dann natürlich auch Ängste, Miderwertigkeitsgefühle, Verdrängungen... |
| Trauerwesen | gelb: Ja, das stimmt. Nur würde ich es auch irgendwie anders nennen wollen....ich denke, man kann eine wunderschöne Kindheit gehabt haben, und dennoch rumspinnen. Wenn man alleine überlegt, was eine Scheidung (der Superfall...) anrichten kann, und da trägt niemand die Schuld und Kind ist es manchmal auch bewusst egal....aber unbewusst eben nicht. und, und, und... |
| gelb | ja... man kann sowas eben nie festlegen, deswegen ist es ja oft schwer, die Ursachen zu finden... Ich mein, jeder reagiert anders. Das Problem ist auch, das die meisten Eltern nicht bemerken, dass sie etwas falsch machen. Und wer lässt sich schon in seine Erziehung hineinreden? "Ich weiß doch selbst am besten, wie ich mit [B]meinem[/B] Kind umgehe!" Aber belassen wir das dabei, schließlich geht es hier ja um den richtigen Umgang mit Betroffenen, und nicht, wie jene eben betroffen wurden;) |
| Trauerwesen | Jo, wobei ich schon denke, dass die Angehörigen sich da ein wenig mit der Krankheit auseinandersetzen sollten, eben um zu verstehen, wieso jemand sowas hat. Und Gründe bei manchen Fällen auch wegen Triggern und so. Nunja, ich stelle mir so eben die Frage, ob es überhaupt einen richtigen Umgang gibt, der dem Borderliner wirklich hilft und nicht anspornt, weiter zu manipulieren? Hier schrieben sicherlich hauptsächlich Betroffene, und da frage ich mich, ist das wirklich das richtige? Ich meine, ich weiss auch, dass das, was ich erwarte und verlange, mir gut tut und richtig ist. Aber hilft mir das in einer Krankheit? Komme ich damit weiter oder manipuliere ich dann jemanden in Dreck und Boden? Das kann man doch selbst kaum noch unterscheiden, ob man manipuliert oder nicht, der noch so reflektierteste zeigt doch verhaltensmuster auf, die ehm, mal was neues sind. Mich würde interessieren, ob Therapeuten Angehörigen das gleiche raten. ich habe ein Buch dazu, aber den Ratschlag finde ich nicht so prickelnd, der lautet so ähnlich wie: "Wenn Sie mit einem Borderliner zusammen sind, laufen Sie, so schnell Sie können, bevor Sie ganz kaputt gemacht worden sind". Aber auf der anderen Seite denke ich, kann es doch nicht richtig sein, komplett zu ignorieren? habe in jenem Buch von einem Fall gelesen, in dem die Frau in der Küche sich den Kopf auf den Fliesen aufschlug und Mann nicht mehr konnte und das ignorierte. Frau fand das sicherlich nicht toll, aber wie weit soll/darf man gehen? Wie weit ist richtig und wie weit ist bedingung? Totale Ignoranz oder doch mit bis in die Hölle gehen? |
| gelb | Ja, es gibt ja aber auch Fälle, in denen die Angehörigen nichts von der Krankheit wissen.. Aber wenn sie es wissen, denke ich ist es unvermeidlich, dass sie sich damit auseinandersetzen und dann mehr vielleicht mehr auf ihr Verhalten achten. Wobei wir dabei angelangt wären, wie man sich denn nun -richtig- verhält. Ich habe mich zwar auch mit Psychologie u.ä. beschäftigt, kenne aber keine allgemeingültige Lehrmeinung in Bezug auf das Verhalten Betroffenen gegenüber... Die wird es wahrscheinlich auch gar nicht geben. Meiner Meinung nach sollte man sich auf jeden Fall mit Respekt verhalten. Und außerdem ist jeder anders.. Und der Ratschlag mit dem Weglaufen, ist, wie ich finde, Quatsch... Man sollte demjenigen doch vor allem beistehen und ihn nicht im Stich lassen. Nun, ich würde auf jeden Fall mit in die Hölle gehen... Man muss demjenigen doch zeigen, dass man trotz der Krankheit zu ihm hält. Sonst fühlt er sich ja noch viel schlechter. Vielleicht gibt es ja auch jemanden hier, der das objektiver einschätzen kann als ein Borderliner selbst...? |
| hagzissa13 | Eine Freundin von mir ist Borderlinerin. Manchmal ist es echt schwer, wenn sie wieder eine ihrer berühmt-berüchtigten Aktionen startet - aber mit einem Schmunzeln auf den Lippen und ein wenig Zeit, die man verstreichen läßt, merkt sie sehr schnell selbst, was eigentlich abgeht. Als unsere Freundschaft zu wachsen begann, habe ich sehr viel Fachliteratur gelesen, mit einem Psychiater gesprochen und auch mit ihr gesprochen, damit ich nichts "falsch" mache. Durch sie habe ich sehr viel gelernt - und irgendwie, wenn ich einen anderen Menschen mit borderline-Persönlichkeit kennenlerne, finde ich in ihm vielen Verhaltensweisen meiner Freundin wieder. Ich bin meiner Freundin echt dankbar, daß sie mich so nah an mich heranläßt. Und die mittlerweile drei Jahre, die wir uns kennen, gab es nie Probleme. Für meinen Beruf hat es mir auch sehr geholfen, um dementsprechende Patienten (die garnicht so selten sind) besser zu verstehen - und auch notfalls mal zu verteidigen. |
| Trauerwesen | Mantus: Tragische Geschichte. Ich denke, gerade "wir" wissen, wie es ist, alleine gelassen und enttäuscht zu werden, eben weil wir soviel sensibler sind. Ich fühle mit Dir. Und was Misstrauen angeht, sosteckt das bei uns auch viel im Blut, deswegen können das hier viele sicherlich nachfühlen. Manchmal denke ich, dass es schon schwer sein muss, "uns" zu ertragen. Aber irgendwie weiss ich auch, dass wir extrem in der Lage sind, zu lieben, auf solch eine intensive Weise...man nimmt also viel, gibt aber auch eine Menge, sofern man das bekommt, was man braucht: Liebe, Aufmerksamkeit und Geborgenheit. |
| Mantus-w | Vielleicht lieben wir so intensiv weil wir uns so sehr danach sehnen geliebt zu werden...? ( Sorry wenn ich vom Thema abgeweicht bin *g* ) |
| Trauerwesen | [QUOTE][i]Original geschrieben von Mantus-w [/i] [B]Vielleicht lieben wir so intensiv weil wir uns so sehr danach sehnen geliebt zu werden...? ( Sorry wenn ich vom Thema abgeweicht bin *g* ) [/B][/QUOTE] Ja, das kann gut sein. So wie wir lieben, so hätten wir es gerne für uns selber auch....was leider schnell Konflikte mit sich bringt. |
| herz23 | @SpiritAndSoul Du wolltest ein Feedback: Meiner Ansicht nach ist es immer gut so etwas von sich zu geben um seine Seele oder das Gemüt zu entlasten, jedoch solltest du dich nicht zu sehr an die Meinungen der anderen hängen. Wir leben schließlich nicht um uns von anderen sagen zu lassen, dass wir es nicht verdient haben zu leben. Wenn du selbst mit dir als Borderliner klar kommst, dann belass es dabei, denn dies ist schließlich ein wichtiger Teil deiner Persönlichkeit, auch wenn es in vieler Menschenaugen als gestört abgewertet wird. Wenn du aber vor dir selbst jemals Angst bekommen solltest, würde ich dir empfehlen, etwas zu ändern. Ich selbst stehe zu mir und ich bin es gern. Auf dem Pfad der Grenze wandeln ist kein Verbechen, es ist eine Selbsterkenntnis!!!!! |
| Lacrimosa1985 | Hallo, ich hatte ebenfalls eine Freundin (Internetbekanntschaft) die Boderlinerin war. Ich hab sie 3 jahre lang kennen dürfen und die entwicklung vom ritzen, selbstmordversuchen bis hin zum festen boderlineverhalten und schlussendlich zum Tod mit erleben dürfen. Es ist wirklich nicht leicht gewesen. Man musste verdammt vorsichtig sein. Vieles wird schnell negativ ausgelegt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sehr shcnell einen intensieven Kontakt zu solchen Menschen aufbauen kann. Das Problem ist, dass man oft zum Menschen für sie allein wird. Und daher hat das ganze einen sehr negativen beigeschmack. ich habe mir oft vorwürfe gemacht und mir auch machen lassen. Es war nciht leicht. Man denkt so oft es geht jetzt bergauf und dann kommt eine dumme sache dazwischen und alles ist wieder im eimer. Meine freundin ist jetzt seit 7 Monaten Tod. Zurück bleib eine gewisse leere. Doch irgendwo denke ich das es für sie in gewisserweise das betse war. Klingt makaber... |
| Beowulf | Ich denke, und das gilt vor allem bei Internetbekanntschaften, dass man eigentlich sehr viel weniger Einfluss auf einen Bordi hat als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Auch wenn sich die Menschen sehr schnell auf eine Person fixieren können, irgendwie bleibt man doch immer Objekt, und hat keinen dauerhaften Einfluss auf ihr Leben und ihre Befindlichkeiten. Der Selbstmord hätte statt gefunden, ob sie dich jetzt gekannt hätte oder nicht, höchstens der Zeitpunkt war variable. Insofern sind Vorwürfe immer fehl am Platze. Rational gesehen und allgemein gesprochen. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i] ... und schmöcker zur Zeit in diesem außergewöhnlichen Buch: [COLOR=crimson] Titel: "Der Verrat am Selbst" Autor: Arno Gruen [/COLOR] Es geht hierin zwar nicht direkt um Borderline, aber indirekt letztendlich wiederum doch. Ein bißchen schwierig zu lesen, aber es lohnt sich absolut, sich durchzukämpfen, es geht um die echte Autonomie. Autonomie im Sinne von Übereinstimmung und zwar im Menschen, zwischen seinen Gefühlen und Bedürfnissen und die Folge dessen, wenn Zwänge, Mißhandlungen und der ewige Erziehungsversuch, unsereins "der Norm" entsprechend anzupassen, jenes die Persönlichkeitsentwicklung negativ beeinflusst, davon wie innere Spaltungen entstehen und sich daraus Verhaltensweisen wie Selbstverletzungen, Selbsthaß, Wut, Machtstreben usw. entwickeln. [/QUOTE]@ bradóg Ich habe mir [URL=http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3423350008]das Buch[/URL] auf deine Empfehlung hin zugelegt und bin fast durch. Wie du schon geschrieben hast, "Ein bißchen schwierig zu lesen, aber es lohnt sich absolut, sich durchzukämpfen." |
| bradóg | Ich bin grade dabei, den Nachfolgeband von Arno Gruen zu lesen und bin damit fast fertig ... "Der Wahnsinn der Normalität" ... es knüpft an "Der Verrat am Selbst" an, positiver Nebeneffekt, es ist verständlicher geschrieben. Auch der Inhalt dieses Buches zeigt glasklar auf, was in unserer kranken Gesellschaft schief läuft, wie jedes Menschen Persönlichkeit, teils bereits als Säugling manipuliert und zurechtgestutzt wird um der kranken Gesellschaftsordnung zu entsprechen und wie dadurch eine freie Persönlichkeitsentwicklung unmöglich und die Psyche geschädigt wird. Borderline ist u. a. eines der Resultate. Ich kann das alles hier nicht so gut wiedergeben, ich kann wirklich nur jedem empfehlen, sich die beiden Bücher zu Gemüte zu führen, sich die Mühe zu machen und quer zu denken, abseits der ausgelatschten Psychopfade. Es lohnt sich!!! Nur wenn umgedacht wird, wird sich auch was ändern ... |
| black cherie | vielen dank für den büchertipp! "der verrat am selbst " ist wirklich gut! |
| belladonna | Klar gibt es immer Einflüsse die einer psychischen Erkrankung Vorschub leisten können, aber von Schuld zu sprechen, oder gar davon daß die Gesellschaft "schuld" wäre, halte ich auch für unangebracht. Das ist doch so als würde ich sagen, ich habe Lungenentzündung - daran ist die Gesellschaft schuld. Oder der Gesellschaft die Schuld zu geben wenn man Krebs diagnostiziert bekommt. Schuld ist etwas, das man besser nicht im Zusammenhang mit Krankheiten sehen sollte. Krankheiten können einen treffen oder nicht, aber Schuld ist daran keiner. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von belladonna [/i] von Schuld zu sprechen, oder gar davon daß die Gesellschaft "schuld" wäre, halte ich auch für unangebracht. Das ist doch so als würde ich sagen, ich habe Lungenentzündung - daran ist die Gesellschaft schuld. Oder der Gesellschaft die Schuld zu geben wenn man Krebs diagnostiziert bekommt. [/QUOTE][URL]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=58656[/URL] :rolleyes: |
| belladonna | @The Turning Point Ok - Umweltverschmutzung, das kann man klar gelten lassen. Trotzdem ist das mit der Schuld so eine Sache. Angehörige psychisch Kranker wird es sehr veletzen wenn man die Schuld bei ihnen sucht. Ich kann da ein Lied von singen, mein Sohn hat ADHS und ich mußte mir schon oft anhören: Vielleicht sollten Sie endlich mal anfangen ihr Kind zu erziehen. Meine Mutter ist sehr verletzt, wenn der Freund meines Bruders ihr Sachen sagst wie: Ja, wenn du damals nicht, dann würde dein Sohn auch....bla, bla. Ich persönlich bin nicht der Meinung, daß die Gesellschaft daran schuld ist, oder sonst irgendwer, daß ich ebenfalls früher mehr, heute nur selten (in extremen Streßsituationen) zur Klinge greife. Es macht nichts besser irgendwo die Schuld zu suchen. Selbst wenn es wie bei Umweltkatastrophen eine Schuld gibt. Ich kann mich darüber entsetzen, furchtbar über die skrupellosen Kapitalisten aufregen und morgen früh wie jeden Tag, minutenlang Trinkwasser über meinen Körper laufen lassen und meine Wimpern mit einer Farbe tuschen, für deren Verträglichkeit das Leiden einiger Versuchskaninchen garantiert. Auch mein Schitzel aus Massentierhaltung schmeckt mir einfach noch zu gut, um zu einer solchen Empörung wirklich berechtigt zu sein. Aber um noch mal auf die Krankheiten zurückzukommen. Meistens ist es eben doch Schicksal und als ob es nicht schon schlimm genug wäre eine Krebsdiagnose zu bekommen, müssen sich Krebspatienten nicht selten auch noch vom Umfeld suggerieren lassen, daß sie ja irgendwie daran schuld sein müßten, irgendwas falsch gemacht haben müssen. Denn wer sich an die Regeln hält, dem passiert nix. Das ist dann aber wohl eher ein Schutzmechanismus der Gesunden, die einfach Angst davor haben, es könnte sie auch treffen. |
| Favi | Also vom Inhalt her finde ich es doch recht passend, aber geschrieben ist es grauenvoll. was haltet ihr davon? Guten Tag, der Herr, die Dame, Gestatten, Borderline, so ist mein Name. Sie kennen mich nicht? Das ist nicht schlimm. Ich werd' Ihnen erzählen, wer ich bin. Eine Krankheit, doch man sieht sie nicht, aber trotzdem immer öfter man über sie spricht. Wir Bordis sind wirklich ganz Liebe, auch wenn wir oft verteilen Hiebe, und die nicht immer auf den Feind, sondern sehr oft gegen den Freund. Dieser es gar nicht begreifen kann, wenn er doch lieb ist, was bleibt ihm dann? Kommt er uns nah, ganz in Vertrauen, stoss'n wir ihn weg, er soll abhau'n. Geht er fort, sind wir zerrissen, weil wir im Herzen ihn so vermissen. Der Tod uns oft als Ausweg erscheint, doch das bin nicht Ich, die das meint. Die Seele weint, das Herz trauert, das heißt aber nicht, dass es lang andauert. Im nächsten Moment empfinden wir Glück, und das an Borderline ist die Tück' In einem fort hin und her gerissen, kämpfen wir Bordis stets verbissen um ein Quentchen Glück und ein bisschen Frieden, sind wir doch Menschen, die auch wollen lieben. Der größte Hass, uns selber gilt, wir können nicht umgehen mit uns mild. Stets wir uns messen an Extremen, dieser Weg nicht zählt zu den Bequemen. Oft erscheint uns das Leben so schwer, dass wir sagen: ich will nicht mehr! Die Zweifel, die so stark an uns nagen, sind beileibe fast nicht zu ertragen. Die innere Qual und ohnmächt'ge Wut, nehmen uns gänzlich jeglichen Mut. Aggression, das erlebt manch einer, mit Absicht wehtun, das will von uns keiner. Doch die Verzweiflung, die sich macht breit, bringt uns immer wieder so weit. So können wir uns oft nicht spüren, und das kann leider dazu führen, dass wir uns verletzen und uns schneiden, um so die Leere aus dem Geist zu vertreiben. Der Schnitt, der macht keine Schmerzen, aber doch gibt´s dann im Herzen, ein wenig Luft, und das alleine bringt uns ein bisschen auf die Beine. Schwarz und Weiß, so ist uns're Welt. Grau, sich nicht dazugesellt. Für andere ist das schwer zu verstehen, das ist uns klar, doch muss man auch sehen, dass wir wahrhaftig die Täter nicht sind, sondern Opfer, und dies meist schon als Kind. Als Kind bereits übel missbraucht, ist unser Glück als Erwachsene verraucht. So sensibel wir auch sind, so eins ist klar, wir sind immer für die and'ren da, gerade weil wir wissen, was es heißt, wenn die Seele leidet, uns zerreißt, können wir mitfühlen und in Nöten die verzweifelten Gedanken des and'ren töten. Arrogant und borstig, so heißt es immer, doch das stimmt nicht, nie und nimmer. Um vor inn'rer Qual uns zu retten, müssen wir uns hinter ‘ner Fassade verstecken. Wir tragen ‘ne Maske, die uns schützt, doch ist die Frage, ob sie was nützt? Schau'n wir uns an, ins ehrliche Ich, kommt von allein ganz unweigerlich, Der innere Schrei, nein, so will ich nicht sein, und wieder wir wechseln zum trughaften Schein. Dann reden die and'ren mit uns wie mit jedem, das aber geht leider oft stark daneben. Denn allzuoft führt ein Wort mitunter dazu, dass für uns die Welt geht unter. Das versteh'n dann die and'ren nicht und bringt sie aus dem Gleichgewicht. Doch, was soll'n wir machen, um zu leben und dennoch nicht zuviel von uns preiszugeben? Es ist ein wahrhafter Drahtseilakt, den wir vollführen, und bitte gebt acht, vielleicht gibt's ‘nen Freund, der euch nahesteht, dem es ganz genauso geht. So denkt dann an die Zeilen von heut' und so könnt ihr dann vielleicht so manchem Freund helfen soweit, dass er sich traut und von der Maske befreit. (c) Gabriella Marten Cortes (01/2000) __________________ |
| Aza | [QUOTE]aber geschrieben ist es grauenvoll[/QUOTE] vollste Zustimmung... |
| Ishvara | [QUOTE][i]Original geschrieben von Aza [/i] [B]vollste Zustimmung... [/B][/QUOTE] Äh ja... Gehört das nicht eigentlich in die Gärten? Oder wolltest du damit eine Diskussion starten? |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von belladonna [/i] Ok - Umweltverschmutzung, das kann man klar gelten lassen. Trotzdem ist das mit der Schuld so eine Sache. Angehörige psychisch Kranker wird es sehr veletzen wenn man die Schuld bei ihnen sucht. Ich kann da ein Lied von singen, mein Sohn hat ADHS und ich mußte mir schon oft anhören: Vielleicht sollten Sie endlich mal anfangen ihr Kind zu erziehen. [/QUOTE]Genau das wollte ich mit dem Link anprangern. Es wird immer viel zu schnell eine Schuld den Betroffenen oder diesen nahestehenden Personen vorgeworfen, ohne auch das weitere Umfeld in Betracht zu ziehen. Aber oft sind gerade Diejenigen am Zustand der Kranken nicht ganz unschuldig, die ihnen die meisten Vorwürfe machen. [QUOTE]Es macht nichts besser irgendwo die Schuld zu suchen. Selbst wenn es wie bei Umweltkatastrophen eine Schuld gibt. Ich kann mich darüber entsetzen, furchtbar über die skrupellosen Kapitalisten aufregen und morgen früh wie jeden Tag, minutenlang Trinkwasser über meinen Körper laufen lassen und meine Wimpern mit einer Farbe tuschen, für deren Verträglichkeit das Leiden einiger Versuchskaninchen garantiert. Auch mein Schitzel aus Massentierhaltung schmeckt mir einfach noch zu gut, um zu einer solchen Empörung wirklich berechtigt zu sein. [/QUOTE]Es ging mir nicht darum, Schuld auf Andere abwälzen zu können. Wie du richtig anmerkst, gehört man selbst zur Gesellschaft dazu. Mir ging es darum, dass man in Betracht ziehen sollte, dass die [b]Ursache[/b] (nicht Schuld) für Krankheiten auch (zumindest teilweise) außerhalb des Kreises der "üblichen Verdächtigen" liegen könnte (bei Krebs eben zum Beispiel daran, dass der Betreffende erhöhter Radioaktivität ausgesetzt war). Und mir ging es darum, dass man bei den Wertungen und Entscheidungen, die man täglich trifft, auch ab und zu darüber nachdenken sollte, welche Auswirkungen (Risiken und Nebenwirkungen) sie haben könnten. [QUOTE]Aber um noch mal auf die Krankheiten zurückzukommen. Meistens ist es eben doch Schicksal und als ob es nicht schon schlimm genug wäre eine Krebsdiagnose zu bekommen, müssen sich Krebspatienten nicht selten auch noch vom Umfeld suggerieren lassen, daß sie ja irgendwie daran schuld sein müßten, irgendwas falsch gemacht haben müssen. Denn wer sich an die Regeln hält, dem passiert nix. [/QUOTE]Nicht selten wird man gerade darum Opfer einer Krankheit, [b]weil[/b] man sich an die Regeln hält, zum Beispiel gegen gefährliche Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft nicht aufzumucken, und stattdessen den ganzen Frust in sich reinzufressen, bis er irgendwann durch Extremverhalten zum Ausbruch kommt. [QUOTE][i]Original geschrieben von if=s.on.ic [/i] d_a_s - mit borderline in vergleich zu stellen, halte ich gelinde gesagt für geschmacklos. [/QUOTE]Ob nun Borderline, Krebs oder andere Krankheiten - die meisten sind nicht gerade angenehm. Darum will niemand gern daran erinnert werden, und erst recht nicht an seine eventuelle Mitverantwortung. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ishvara [/i] Gehört das nicht eigentlich in die Gärten? Oder wolltest du damit eine Diskussion starten? [/QUOTE]@ Ishvara, Ich hab es an das vorhandene Borderline-Thema angehängt. Dazu passt es m.E. recht gut. |
| herz23 | Ich weiß, ich hatte hier schon einmal gepostet, aber mir ist gerade erst aufgefallen (hab den kompleten Thread endlich geschafft ganz durchzulesen), dass ich den Autor falsch verstanden hab, entschuldige mich aber dafür ... Da der Thread zeimlich lang ist, fällt es mir sehr schwer mir alle Punkte zu merken an die ich anknüpfen wollte. Von daher habe ich gedacht, fange ich mal an als Borderliner vorzustellen und zwischendurch wichtige Punkte einfliessen zu lassen, damit Angehörige und Freunde oder Bekannte, die mit einem Borderliner zu tun haben ein besseres Bild bekommen und sich dann besser reindenken können. Ich fange am besten damit an, wie lange ich das jetzt schon bin. Genau kann ich das leider nicht sagen, da ich erst seit dem ich ritzte erst darüber aufgeklärt worden bin, was ein Borderliner ist und mir heute meine Denkweisen von damals nicht mehr so bewusst sind. Ich ritzte also jetzt schon seit gut 9 Jahren, habe auch schon zwei erfolglose, aber freiwillige Therapien hinter mir und bin, laut Psychologen nur deswegen zum Borderliner mutiert, weil mein Stiefvater Alkoholiker ist und mich als Kind immer geschlagen hat. Ich will nicht sagen, dass ich meinen Stiefvater besonders mag, weil er mich so behandelt hat. Aber ich gebe ihm nicht wirklich die Schuld dafür, dass ich so geworden bin, denn schließlich war es ja doch irgendwo selbst entschieden. Ich bin heute sogar in der Lage zu sagen, dass ich glücklich bin als Kind geschlagen worden zu sein, damit denke ich kann ich mich heute Charakterlich zu den "sehenden" Menschen zählen, bzw. um es besser zu erleutern, wer einmal im Dreck lag, weiß auch zu sagen wie die Welt von unten aus betrachtet ausschaut. Nun aber wieder zum eigentlichen, meiner "Krankheit" : Ich habe schon einige Borderliner kennengelernt, aber ein paar Dinge mit ihnen gemeinsam, aber auch einige nicht. Ich wollte nämlich damals nicht, wie so viele durch mein Ritzten auffallen, habe mich deswegen an den Beinen geritzt, es wusste eigentlich niemand davon und das über Jahre. Das Ritzten war anfänglich für mich eine Selbstbestrafung, auch wenn ich selten wirklich schuld für eine Sache trug, die in meiner Umgebung geschehen war. Die Ansicht hatte sich aber auch gewandelt, nachdem ichmich selbst geoutet hatte und das ist gerade mal vor zwei Jahren gewesen, habe ich begriffen, auch durch die Hilfe eines Psychologen, dass ich nicht alles Schuld bin. Dass ich nun im wissen war, nicht alles schuld zu sein, hatte allerdings nicht im geringsten dafür gesorgt, dass ich mit dem Ritzen aufhörte, im Gegenteil, es verstärkte es nur noch. Mein Denken hatte sich von einem "Ich-bin-alles-schuld" zu einem Gefühl von unendlicher und unantastbarer Macht entwickelt. Warum Macht? Ganz einfach, ich bin zwar nichts mehr schuld, aber ich kann auch nicht immer und überall helfen oder die Welt verändern. Aber ich möchte etwas tun, ich möchte angesehen werden, ob jetzt nun positiv oder negativ, ich will mentale Macht und ich habe Macht, die Macht über mich selbst zu entscheiden. Aber ich ritze nicht nur aus solchen oberflächlichen Gründen, es ist vor allem das Ritzen an sich, dass mich so faztiniert/verzaubert. Hierzu ein Link zum Liedtext: [URL=http://www.realhomepage.de/members/Reichdertraenen/mehr2.html#Narben]Narben von Subway to Sally[/URL] Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Text auf 200% von einem Borderliner selbst geschrieben wurde, da es ziemlich gut das Feeling beschreibt, dass man empfindet, wenn man sich ritzt. Aber es ist nicht nur das Ritzten, dass mich als Borderliner ausmacht, hierzu zitiere ich ein bisschen Fachlyrik zum Thema Borderlinesyndrom. Und zwar die 8 verschiedenen Punkte, die einen Borderliner ausmachen "können". Vorweg gesagt, bezeichnet der Psychologe einen Menschen als Borderline, wenn er von den folgen Punkten 5 oder mehr fest in seiner Psyche verankert hat, alles was darunter liegt, zählt von (erstaunlich, aber wahr) "normal" bis Verdacht auf Borderlinesyndrom: 1. In mindestens zwei Bereichen, die geeignet sind, sich selbstschädigend auszuwirken, hat der Betreffende Schwierigkeiten, seinen Impulsen zu widerstehen oder sein Handeln wird unberechenbar, wie z.B. Verschwendung, Sexualität, Glücksspiel, Drogenmissbrauch, Ladendiebstahl, übermässige Nahrungsaufnahme, körperlich selbstschädigende Handlungen. 2. Die zwischenmenschlichen Beziehungen des Betreffenden sind bei gleichzeitiger Intensität von Instabilität gekennzeichnet. Merkmale hierfür sind: Idealisierung, Entwertung, Manipulation (durchgängig andere Menschen für die eigene Zielsetzung benutzten) 3. Häufige Wutausbrüche, dauernde Gereiztheit, mangelnde Kontrolle des Ärgers in Situationen, die die Intensität dieser Gefühle nicht rechtfertigen. 4. Der Betreffende ist sich in Fragen bezüglich seiner Identität unsicher, z.B. "Wer bin ich?" ; "Ich komme mir vor, als wäre ich meine Schwester, wenn ich gut bin." , oder auch in langfristigen Zeilsetzungen, Berufswahl, Freundschaftsmuster, Werte oder Geschlechts-Identität. 5. Schwankungen der Gestimmtheit mit einer Dauer von einigen Stunden bis zu wenigen Tagen, die in auffälliger Weise zwischen Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Angst und normaler Gestimmtheit pendeln kann. 6. Unfähigkeit oder Schwierigkeiten, das Alleinsein zu ertragen, was sich z.B. in hektischer Betriebsamkeit, krampfhaftem Vermeiden von Alleisein und Niedergeschlagenheit, wenn der Betreffende allein ist, äußern kann. 7. Der Betreffende zeigt eine Tendenz oder akute Neigung zu selbstschädigenden Handlungen, z.B. Selbstverstümmelung, häufige Unfälle, häufige körperliche Auseinandersetzungen oder suizidale Gesten. 8. Der Betreffende empfindet ein ständiges oder lang andauerndes Gefühl von Leere und Langeweile. Dies habe ich von meinem damaligen Psychologen bekommen, nachdem er meinte ich sei in vollen Punkten ein Borderliner und dass meine "Heilungschanzen" sehr gering seien, wenn überhaupt vorhanden. Bei Freunden und in einer Beziehung kann ich mich nicht wirklich oder nur selten darüber beklagen Borderliner zu sein, aber wie jemand schon erwähnt hatte, hat alles im Leben seine Vor- und Nachteile. Meine Freunde teilen sich in drei Spalten: -meine Liebsten sind die auch psychischgeschädigten, wie zum Beispiel Narzisten (Bitte nicht mit Rechtsradikalem verwechseln, Narzissmus ist nichts anderes alls eine "krankhafte" Form selbstverliebt zu sein) Stoecker (Nicht Stalker!!!) Leute mit einem extremen Realitätsverlust und andere Borderliner. -dann gibt es noch die Leute, die es partou nicht sehen wollen, sie wissen zwar davon, reden aber nie darüber oder behauoten fest, ich sei nicht krank (solche Leute sind mir nicht immer sympatisch, aber naja) -zum schluß gibt es noch die "Opfer", dass sind Leute die ich manipulieren darf. Freiwillig kommen sie an und wollen mir auf die Art helfen, indem sich mich durch meine Manipulationsarbeit von meinem Ritzen abhalten wollen (ist eigentlich Quatsch, aber freiwillige Opfer sind mir tausendmal lieber als unfreiwillige, ausser sie haben es meiner Ansicht nach verdient) Ich weiß gar nicht, warum die Leute einem immer helfen wollen. Ganz ehrlich muss ich sagen, dass das meine Welt ist und nur weil man Ritzen oder meine Denkweisen nicht als normal empfindet, wollen sie mich gleich bekehren???? Das ist schwachsinn, für mich ist eine Tätowierung nicht weniger Schmerz, nicht weniger Narbe, nicht weniger Verstümmelung als ein mit Absicht zugefügter Schnitt in der Haut. Ich schneide ja, wenn nur mich und niemand anderen. Und zum Thema Denkweisen hat doch wohl jeder das Recht zu Denken oder zu Meinen, was er will. DAS macht uns doch eben so aus, dass wir nicht nur im Aussehen, sondern auch Charakterlich verschieden sind. So sollte man meiner Meinung nach Borderliner nicht anders behandeln, wie Gruppen im allgemeinen (Punks, Goth´s, Plastiks, etc). Wenn Borderliner wirklich und aufrichtig Hilfe wollen, dann fragen sie auch nach Hilfe, aber einem Borderliner, der es gerne ist, sollte man nicht vorwerfen, dass er krank sei und Hilfe bräuchte. Ich bin gerne ein Borderliner, genauso gerne, wie ich zeichne oder lese oder ein "Goth" bin ;) "Take your own way" |
| tithyos | @herz23: Ich habe schon etwas überlegt, darauf zu schreiben. Deine Selbstverliebheit erschreckt mich. Denkst Du mal daran Kinder großzuziehen? Sollen die sich mit ansehen wie die Mama "geritzt" durch die Gegend rennt? Und was findest Du daran schön? Es ist Deine Meinung, Dein Wille es nicht zu ändern - nun meine Frage: Auf wessen Kosten lebst Du? Auf Deine? Rente beantragt? Oder stellst Du selbst Dein Überleben sicher? Sicher, es sind provokante Fragen, und ich glaube ich darf diese auch stellen. Zum einen passt Du typisch in das Bild des BL mit manischem Narzismus und ausgeprägter Ambivalenz ([url]http://de.wikipedia.org/wiki/Ambivalenz[/url]). Doch ist dies nicht eigentlich Angst, Angst vor dem Leben lernen? Sorry für dies, aber Deine Schilderung hat mich irgendwie erschüttert. Tipp von einem ICD 61: DBT! tithyos |
| herz23 | @tithyos Es macht mir nichts, dass du diese Fragen stellst, wenn sie mich stören würde, bräuchte ich nicht darauf zu antworten. Zu deinen Fragen: Nein, ich hatte nicht vor Kinder zu kriegen oder welche groß zu ziehen. Aber sollte es doch mal dazu kommen, dass ich meine Meinung änder, werde ich froh darauf sein, dass meine Kinder zum Thema BL keine voreiligen Schlüsse und Behauptungen aufstellen. Ich lebe auf meine eigenen Kosten. Ich weiß nicht, warum du diese Frage im Zusammenhang mit dem Syndrom gestellt hast. Ja, ich denke, dass ich irgendwo selbstverliebt bin, aber ich habe mich auch zu lange mit dem Thema beschäftig, um einfach aufzugeben und zu sagen, dass ich krank sei. Weil ich es meiner Ansicht nach nicht bin. Das ist wie gesagt nicht anders, als wie mit einem Goth oder einem Punk oder ähnliches, entweder man aktzeptiert ihn so wie er ist, oder man lässt es bleiben. Sehe nichts falsches daran, so zu sein, wie ich bin. Ich bin es nicht mehr schuld und ich will es auch nicht mehr sein, weil es hier keine Schuld in dem Sinne gibt. |
| tithyos | @herz23: ich mache Dir auch keinen Fall Vorwürfe! Ich fand es nur für mich erschütternd. Die Frage nach dem Selbstversorger ist einfach zu klären - viele,die ich kenne und denen BL diagnostizieret wurde, leben mit Rente (Erwerbsunfähigkeit), Hartz VI und /oder Nebenjobs. Aber eines haben diese alle gemeinsam - die jammern über sich, über den Staat, der ihnen angeblich nicht hilft. Deine Entscheidung so zu sein wie Du bist respektiere ich voll und ganz. Es ist ja Dein Leben, Dein Körper und es sind Deine Gefühle. BL ist auch keine "Krankheit", sondern es wird gern benützt, eigene Unzulänglichkeiten zu entschuldigen. Und zum gegenseitigen Verständnis - krank ist ausgeschlossen! tithyos |
| suizid_forever | Borderline ist leider doch eine Krankheit, da muss ich widersprechen, denn es gibt auch eine ärztlichen Diagnoseschlüssel dafür...es ist eben eine Persönlichkeitsstörung. Aber trotzdem hast du REcht, es gibt Menschen die ihre Störung vorschieben oder als Entschuldigung für ihr Verhalten anführen, sich vielleicht auch hinter ihrer Krankheit verstecken....und dass ist einfach sehr traurig und wirft gleich auf alle Borderliner ein schlechtes Bild. Trotzdem gibt es so viele Verhaltensweisen und Charaktere wie es Borderliner gibt...ich bin zum Beispiel fast 30 JAhre alt und obwohl ich BL bin, hat es aus meiner Familie, Umgebung, Arbeit noch NIE JEMAND GEMERKT, denn man kann damit lernen umzugehen und sich "ganz normal" verhalten...natürlich ist dieses Verhalten meinerseits nicht gerade typisch und hat auch schwerwiegende Konsequenzen für mich selbst, da ich ja ständig schauspielern muss, aber für die Umwelt ist es nicht möglich dieses Masketragen zu entdecken, also ein BL kann ganz normal in der Gesellschaft "mitschwimmen" wenn er denn genug Kraft dazu hat, die Krankheit darf weder als Grund noch als Ausrede für gesell. Probleme hervorgeholt werden...(PS: alles nur meine persönliche Meinung) |
| Trauerwesen | herz23: Es gibt lEUTE, die wollen von Dir manipuliert werden???? Um zu helfen? Hm, ist das nicht etwas krass? Ich meine, ich weiss, wie Manipulation helfen kann, eben wenn man damit das erreicht, was einem in dem Moment gut tut. So, und dann nochmal zum Vorschieben und BL als keine Krankheit: Es ist eine Krankheit, und ich glaube, wenn sich viele mit ihrer Krankheit rechtfertigen, drückt dies kein Vorschieben von irgendetwas aus, um es damit zu legitimieren. Borderline ist eine beschissene Krankheit, ich selber hasse sie so sehr, denn sie vereinfacht mir mein Leben absolut nicht, es macht das Leben schwer und chaotisch, ohne sie wärevieles besser, da wäre ich doch nicht stolz auf sie bzw schiebe sie vor? Viele rechtfertigen sich vieleicht damit, aber sie können eben für viele Verhaltensweisen nichts, und vielmehr drückt dies mE oft eine Hilflosigkeit aus, eben wenn die Krankheit wieder mal vieles kaputt macht. |
| American Psycho | Hab mir jetzt nicht den ganzen Thread durchgelesen und hab mir trotzdem so meine Gedanken dazu gemacht. Also, wenn ihr (ich sprech jetzt einfach mal in der 2. Person Plural) euch ritzt oder selbst wehtut, dann befreit euch das doch in irgendeiner Weise, oder nicht? Ihr versucht euch damit abzulenken von euren Problemen, eurer Leere, wie ihr es auch nennen mögt. Ich frag mich nur, wieso alle Welt zu ein Problem daraus macht. Wenn jemand sich betrinkt, um seine Probleme zu vergessen, wenn jemand raucht, um sich leichter zu fühlen, wenn jemand isst, um sich besser zu fühlen oder mal die als harmlos eingestufte Variante wenn jemand Sport macht, sich abzulenken oder liest, egal was, dann wird das als nicht so schlimm bzw. überhaupt nicht schlimm empfunden. Wieso wir dann Ritzen, bei dem man sich ja letztendlich nur selbst schadet, weil man seinen Körper damit verunstaltet, was aber Tatoos oder Piercings nach der Meinung einiger Leute auch tun, als so schrecklich und gefährlich eingestuft? Ich selbst kann zb. auch nicht verstehen, wieso man sich in der schlimmen Situation auch noch wehtun muss, um damit fertig zu werden. Mir persönlich würde es dann schlecht gehen UND ich hätte noch richtige Schmerzen, aber das bleibt ja jedem selbst überlassen. Aus diesem Grund, hab ich entschieden, dass Ritzer auch gleich 10 Punke weniger in meiner Sympathie-Skala haben und somit nie 100 Punke erreichen können. Nach längerem Nachdenken hab ich mich dann aber gefragt, warum? Ist doch auch nur ne andere Art, Probleme zu kompensieren und sie schadet nur, dem der sie ausführt. Warum also, warum wird Ritzen als so gefährlich und Leute, die sich ritzen, als so hilfebedürftig eingestuft? Ja sowas kann zu Selbstmord führen, aber tut das Rauchen oder übermäßiges Essen nicht auch? |
| herz23 | @Trauerwesen Ich kann gut verstehen, dass dir die "Krankheit" zu schaffen macht, ich habe viele gesehen, denen es gleich ergeht. Doch ich bitte dich auch mich zu tolerieren. Ich bin damit groß geworden, genauso wie ich mit meiner Familie groß geworden bin und beides steht in enger Verbindung. So wie ich heute meine Familie lieben kann, kann ich auch mein Borderlinern lieben und ich finde, das diese (vorsicht: paradox) Persönlichkeitsstörung mich selbst und meine Persönlichkeit erst zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin und den viele Menschen gerne haben, auch wenn sie wissen, dass sie mich nie wirklich kennen werden. Ich habe genauso mit meiner Familie, als auch mit meinem "Syndrom" Höhen und tiefen erlebt, ich habe vieles damit und vielleicht auch dadurch durchstehen müssen und ich lebe immernoch, dass zeigt mir, dass es bisher nicht falsch gewesen sein kann. Wo würde ich, wo würdest du jetzt stehen, wenn du oder deine "persönlichkeit" einen anderen Weg gegangen werd??? Wäre dein Leben wirklich besser? Oder vielleicht sogar noch schlimmer, auch wenn du jetzt vielleicht denken magst, dass es nie noch schlimmer werden kann als es jetzt oder bis jetzt schon war? Schimpfe nicht über den Weg der bereits gegangen ist, sondern mach dir Gedanken darüber, was er dir bisher alles gegeben hat, vor allem die Erfahrung und den Verbund zu Gleichgesinnten in jeder Form. |
| belladonna | @TheTurningPoint Ok, jetzt hab ich verstanden was du meinst;) |
| herz23 | @Montrose 1. Ich weiß nicht wie du auf die Idee kommst ich sei erst 17, aber egal ... Was meinst du mit Goth-Blumen-Zeit??? 2. Ich habe das Gefühl, dass du in mir die Idealle Person siehst um drauf rum zu hacken, aber bitte ... soll mir auch egal sein ... 3. Der Therapeut ist ein Bekannter und sagte mir deswegen ganz klar ins Gesicht was Sache ist, gesagt soll aber sein, das er fachlich ausgebildet ist! 4. Ich weiß nicht, warum du mich hier so diskriminieren musst und als Kind hinstellst. Mir ist egal, ob du nun der Meinung seist ich sei Borderliner oder nicht. Ich wollte hier in diesem Thread meine Erfahrungen mitteilen, um vielleicht helfen zu können, das Gesamtbild besser zu verstehen. Was haben also deine Aussagen mir Gegenüber mit dem Thema zu tun. Ich sehe hier lediglich jemanden mit Langeweile, der keine Ahnung hat und meint sich hier als der "Große Gemeine" aufspielen zu müssen. Aber sei beruhigt, mich triffst du damit nicht sonderlich, es veranlasst mich nur dazu, dass ich keine Lust habe, zu diesem Thema meine Erfahrungen kund zu tun, weil ich wie bereits erwähnt helfen möchte und nicht diskriminiert zu werden und mir sagen zu lassen ich sei nichts. @all Wenn ihr Montrose in seinen Punkten recht geben wollt, dann ist das hier mein letzter Pose zu diesem Thema!!!!! Bitte ujm Antwort!!!!!!! |
| herz23 | @Montrose Ich gebe hier keine Plattform um Borderliner zu werden, ich sorge lediglich dafür, das man dieses Thema aus allen Seiten betrachtet und meine gehört nun mal dazu. Du selbst scheinst nicht sonderlich viel Ahnung von Borderline zu haben, sonst wüsstest du, das es keine Falsche Sache ist, es ist nur anders und anscheinend kannst du oder willst du nicht verstehen, das es solche Dinge gibt und man sie nicht nur aus einer Falschen Perspektive Bertrachten kann. Erpressung ist das im Übrigen auch nicht, ich teile dir lediglich mit, das ich auf die Show die du hier Abziehst keinen Bock habe und mich in keinster Weise von dirf so zusammen scheißen lassen brauche!!! Wenn du das nicht verstehen kannst bist du das Kind und jetzt komm mir bitte nicht auch noch mit diesem 0-8-15-Satz: "Ich dachte du wolltest nicht mehr posten?!?" |
| herz23 | @montrose danke, mehr habe ich ja auch nicht verlangt ... |
| gin'iro | [QUOTE][i]Original geschrieben von herz23 [/i] [B]@all Wenn ihr Montrose in seinen Punkten recht geben wollt, dann ist das hier mein letzter Pose zu diesem Thema!!!!! Bitte ujm Antwort!!!!!!! [/B][/QUOTE] Wen auch immer Du damit ansprichst - das Posting stammte von Montrose, weshalb willst Du nicht mehr schreiben, wenn jemand Montrose' Meinung teilt? Im Klartext: Dies hier ist ein Meinungsaustausch und Meinungen können gleich oder verschieden sein. Deshalb nimmer schreiben zu wollen bzw. vorab mitzuteilen, dass das die Absicht wäre, wenn man Montrose Recht gibt, empfinde ich als Manipulationsgestik. Wenn dies nun auslösen sollte, dass das Dein letztes Posting in diesem Thema ist, dann ist das Deine Entscheidung und nicht die meinige. |
| Trauerwesen | [QUOTE][i]Original geschrieben von herz23 [/i] [B]@Trauerwesen Ich kann gut verstehen, dass dir die "Krankheit" zu schaffen macht, ich habe viele gesehen, denen es gleich ergeht. Doch ich bitte dich auch mich zu tolerieren. Ich bin damit groß geworden, genauso wie ich mit meiner Familie groß geworden bin und beides steht in enger Verbindung. So wie ich heute meine Familie lieben kann, kann ich auch mein Borderlinern lieben und ich finde, das diese (vorsicht: paradox) Persönlichkeitsstörung mich selbst und meine Persönlichkeit erst zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin und den viele Menschen gerne haben, auch wenn sie wissen, dass sie mich nie wirklich kennen werden. Ich habe genauso mit meiner Familie, als auch mit meinem "Syndrom" Höhen und tiefen erlebt, ich habe vieles damit und vielleicht auch dadurch durchstehen müssen und ich lebe immernoch, dass zeigt mir, dass es bisher nicht falsch gewesen sein kann. Wo würde ich, wo würdest du jetzt stehen, wenn du oder deine "persönlichkeit" einen anderen Weg gegangen werd??? Wäre dein Leben wirklich besser? Oder vielleicht sogar noch schlimmer, auch wenn du jetzt vielleicht denken magst, dass es nie noch schlimmer werden kann als es jetzt oder bis jetzt schon war? Schimpfe nicht über den Weg der bereits gegangen ist, sondern mach dir Gedanken darüber, was er dir bisher alles gegeben hat, vor allem die Erfahrung und den Verbund zu Gleichgesinnten in jeder Form. [/B][/QUOTE] ich weiss wohl in etwa, worauf Du hinauswillst. Es macht mich eben zu einem grossen Teil aus, das ist richtig, und ich wäre sicherlich ein anderer Mensch. Aber es macht mir soviel kaputt. Klar, wenn ich fühle, was positives, wie es vielleicht nicht jeder kann, wenn ich einen Sonnenuntergang fühle oder die Blumen lachen höre (Zitat aus einem BL-Gedicht), dann denke ich mir, welch Segen. Aber der Preis dazu ist doch zu hoch, finde ich. Klar, ich weiss, wie man aufsteht, aber andere wären wohl erst gar nicht gefallen. Wenn ich andere sehen, wie sie mit Leichtigkeit einfach ihr Leben leben....ich will leben, ich will das haben, was andere auch tun, und ich sehe es nicht ein, dass es so kompliziert sein muss. Ich habe die Nase voll davon, Angst vor mir selber haben zu müssen ab und an. Und immer diese Überwindung. Das abgewogen mit dem anderen ist doch ein zu hoher Preis. Ich hoffe nur, dass ich den Zirkus in den Griff bekomme. Denn meine Krankheit macht mich nicht einzigartig, das ist immer noch mein Charakter, der zwar sehr wohl dadurch geprägt ist,aber ich sehe Dinge ausserhalb dieser Krankheit. Und wenn ich diese Dinge sehe, wenn ich sie mal lebe, wenn ich mit Leichtigkeit daS Bett verlasse und sofort, ohne Zögern meine Aufgaben erledige, wenn die Ratinalität herrscht und mir nichts weh tut oder ich keine Angst haben muss, dass man mir weh tut, dann denke ich mir: Wieso nicht immer so? Es ist schön so. Es ist schön, zu leben. Ich bin dazu noch Kontrollfreak, und es nimmt mir jene. |
| herz23 | @Trauerwesen Wenn du das so betrachtest, dann wünsche ich dir wirklich von Herzen, dass du es in den Griff bekommst um vielleicht eines Tages das Leben leben zu können, das du dir so sehr wünschst. Viel Glück!!! Vielleicht muss ich mir selbst auch eingestehen, dass ich aufgegeben habe so zu träumen wie du es tust und ich mich einfach nur damit abgefunden haben so zu sein, weil ich zu feige zum kämpfen bin, aber nur vielleicht. Aber wer weiß schon, was die Zukunft bringt ... |
| Black Crow- 87 | Ich hab das alles jetzt nicht gelesen aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass mit Borderlinern umzugehen wirklich nicht leicht ist. Oft tut man alles, was man nur kann und es ist dennoch falsch. Aber man gewöhnt sich so ziemlich an alles und lernt auch dazu, man brauch eben sehr viel Einfühlungsvermögen. Sowas ist sehr ernst zu nehmen und keinesfalls als Simulation anzusehen oder ins lächerliche zu ziehen edit : nachdem ich die letzten Kommentare gelesen hab, habe ich das Gefühl, manche hier wissen überhaupt nicht wovon sie eigentlich reden, ist aber auch nur meine Meinung... nichts für Ungut, ist auch nicht mein Problem |
| Trauerwesen | herz23: Oh, danke für die lieben Worte, die haben mich wirklich berührt. Nunja, ich sehe es schon als Feind, auch wenn ich es schon als teil von mir sehe. Nur sind die negativen Aspekte zu stark. Es würde sicherlich reichen, wenn ich die schon mal komtrollieren könnte einigermassen. Black Crow: Schön, auch andere Sichtweisen zu bekommen, also als Angehöriger. Ich denke, mit dem Einfühlungsvermögen ist das schon ganz gut der richtige Weg. Und dass Ihr es nicht immer leicht habt, weiss ich auch, und ich weiss jeden zu schätzen, der dort nicht aufgibt und versucht, sein bestes zu tun, auch wenn er einen drüber bekommt, wenn er dies mal nicht schafft. |
| Black Crow- 87 | kleine Anmerkung wegen "ihr" ... Meine Ex war Borderlinerin, ich hätte wohl immer zu ihr gestanden und darauf Rücksicht genommen, wenn sie mich nicht wochenlang betrogen und belogen hätte, aber das ist sicher ne andere Sache und gehört eigentlich nicht daher... musste das nur eben loswerden |
| Trauerwesen | Black Crow: Das ist wohl richtig, irgendwo sind auch Grenzen, insbesondere bei sowas. Selbst wenn es aus der Krankheit stammen würde. Mein ex sagte mir vor kurzem, dass er nun damit umgehen könnte, er hätte nun die Stärke dafür. Er machte deswegen damals schluss, weil ich ihm immer wieder was vorwarf und unter Druck setzte, weil ich zu wenig Aufmerksamkeit bekam. |
| Black Crow- 87 | Ich hatte damit niemals Probleme... Vielleicht liegts auch daran, dass ich oft zuviel Aufmerksamkeit und Verständnis aufzubringen versuche... leider macht man sich dadurch auch ausnutzbar. Man muss irgendwo den Kompromiss finden zwischen "Ich liebe dich und steh immer zu dir, verzeih dir auch mal einen Fehler" und "Ich bin dein Idiot mit dem du alles machen kannst"... das ist nicht immer leicht, und wie du richtig sagtest, irgendwo ist die Grenze, spätestens dann, wenn man betrogen wird. |
| Trauerwesen | Ohja, also ich hatte damals auch für mich beschlossen, dass mir nur noch Leute gut tun, die stark sind und auch Grenzen aufzeigen. Hatte mal einen, den konnte ich manipulieren bis zum geht nicht mehr, der tut mir nun richtig leid, eben weil es keine Grenzen gab, er war da, ja, aber was nützt es, wenn ich ihm vorwerfe, er liebt mich nicht, dann tu ich das so oder so. Grenzen sollte es geben, so einen wie ihn möchte ich nicht mehr, weils für uns beide nicht gut war. aber einen ganz harten eben auch nicht, denn wie Du auch sagtest, Verständnis und Rücksicht sind sehr wichtig. |
| Darkchild19 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Trauerwesen [/i] [B]Black Crow: Das ist wohl richtig, irgendwo sind auch Grenzen, insbesondere bei sowas. Selbst wenn es aus der Krankheit stammen würde. Mein ex sagte mir vor kurzem, dass er nun damit umgehen könnte, er hätte nun die Stärke dafür. Er machte deswegen damals schluss, weil ich ihm immer wieder was vorwarf und unter Druck setzte, weil ich zu wenig Aufmerksamkeit bekam. [/B][/QUOTE] Ich weiß wie das ist,wenn der Freund / der Partner einen alleine läßt in dieser Situation!!! Wenn mein Freund nich wäre hätte ich mich schon lange aufgegeben. Er ist aber jetzt stark genug um mir beizustehn. Denn ich bin von der Borderline-Krankheit "Emotionsstörung" betroffen. Ich hab es aber dank seiner Hilfe und durch einen 12 wöchigen Klinikaufenthalt geschaft damit umzugehen. Wenn ihr Fragen habt wendet euch ruhig per PN oder E-Mail an mich!!!! |
| tessa87 | hallo...also ich finde es toll von dir, dass du dir solche sorgen um deinen freund machst.ich ritze auch...schon seit zwei jahren und es ist (für mich) echt schwierig darüber zu schreiben,weil ich manchmal nicht sicher bin, warum ich es überhaupt mache .damals habe ich angefangen, weil mich mein freund verlassen hatte.er war meine erste große liebe gewesen.als er schluss machte brach ein ewelt zusammen...ich brauchte einfach etwas, das mir das gefühl von leben wiedergab.ich nahm ein messer schloss mich ein und habe mir die arme aufgeschnitten.ich dachte "jetzt fühlst du wieder etwas!" und von da an konnte ich einfach nicht mehr aufhören.meine familie&freunde bemerkten, dass ich keine tops mehr trug und als sie´s herausfanden,bekamen sie echt den koller...schleiften mich von einem seelenklempner zum nächsten...mein bester freund konnte dann als erster (und einziger)meine mauer brechen und das nur indem er sich mit mir zusammensetzte und wir beide über unsere ängste und gefühle redeten.er erzwang nichts...und dass solltest du bei deinem freund auch nicht.du willst ihm helfen-und das ist auch nur richtig! alleine wäre ich wahrscheinlich völlig aufgeschmissen....aber wenn du zu sehr drängst besteht auch die gefahr,dass er blockt und dann wird nichts draus.sei einfach für ihn da.sag ihm,bevor er wieder zum messer greift soll er dich anrufen. wenn er selbst auch damit aufhören will (muss man auch bedenken) wird er es schaffen! |
| gin'iro | Der Thread beginnt abzudriften. Er handelt um den "richtigen" Umgang mit Borderlinern. Bitte bleibt ON TOPIC! |
| Grabtänzerin | Also, ich habe lange überlegt, ob ich es schreiben sollte, und habe mich dazu entschlossen, es doch zu tun. Nun denn- Ich bin auch Borderlinerin. Wo soll ich anfangen? Ich habe es nie richtig von einem Psychologen diagnostiziert bekommen, aber laut der kriterien einer website, die ein paar Seiten vorher gepostet wurde, schon. Ich habe schon öfters mal versucht, miene Psyche zu beschreiben, und fand mich in eben jenen punkten wieder... auch in einigen Posts...außerdem ritze ich schon seit geraumer Zeit. Ich tue es eigentlich größtenteils weil ich mir zu dick vorkomme,und, ganz wichtig: SoulOnFire, dein Post spricht mir aus der Seele, er könnte von mir stammen...mal esse ich überhaupt nichts, dann mal wieder mehr oder weniger normal, dann mal wieder garnichts...es ist schwer, weil ich so ja nciht richtig anorektikerin bin, aber auch nicht mehr normal... Naja, ich werde mich später nochmal melden, im Moment weiß ich nicht so genau, was ich schreiben soll! |
| Achaiah | ich denke, man sollte so mit borderlinern umgehen, wie mit allen anderen menschen auch. das einzige, was ich mir diesbezüglich durch meine ex angewöhnt habe, ist das ich zum einen etwas mehr verständniss aufbringe, und versuche emotional nicht alles in die wagschale zu werfen; also mich einfach innerlich darauf ausrichten. ansonsten sollte man mit menschen, die unter dieser persönlichkeitsstörung leiden, ganz normal umgehen. zum einen weil es falsch wäre, sie wie ein rohes ei zu behandeln, und zum andern auch wieder um zu zeigen, das man zwar verständniss hat, aber borderline nicht als "ausrede" dienen kann. damit meine ich das fehlverhalten, das über ein gewisses maß hinnaus geht, nicht einfach mit der begründung "er/sie" kann ja nichts dafür" abgetan werden sollte. ich habe mit der zeit festgestellt, das zwar sehr häufig hinter fehlverhalten das bl steckt, aber auch recht leichtfertig von der person damit umgegangen wird. sozusagen "ich kann ja nichts dafür, also kann ichs tun". ja, starkt vereinfacht, aber nicht grundlegend verkehrt, denke ich. @Grabtänzerin: Bevor du "leichtfertig" mit diesem begriff umgehst, geh lieber zum psychologen. die typischen dinge die man liest treffen auf wohl gut 70% der menscheit zu, und selbstdiagnose ist sowieso nicht ganz richtig wenns um sowas geht... Psychologen sind meistens selbst sehr vorsichtig mit dem begriff. einige meinen sogar, das man borderline nicht vor dem 21. lebensjahr diagnostizieren dürfe, weil bis dahin die anzeichen auch begleiterscheinungen des "erwachsen werdens" sein können. und wenn sowieso schon eine nicht ganz stabile psyche vorhanden ist, ist es nur öl im feuer. suche lieber einen psychologen auf. es kann immerhin auch gut sein, das das alles von etwas anderem kommt, und gut behandelbar wäre. Grüße, Achaiah |
| Grabtänzerin | @ Achaiah Danke für den Tipp, hatte ich sogar schonmal öfters vor, nur immer wieder verworfen... so ein Rückzieher in letzter Sekunde sozusagen. Ich habe ehrlich gesagt auch ziemlich großes Misstrauen gegenüber Psychologen, und irgendwie auch Angst. |
| herz23 | @All Nach dem Beitrag von Grabtänzerin muss ich an euch alle richten, dass man sich durch die 8 Punkte die ich einige Beiträge zuvor geschrieben habe NICHT selbst als Borderliner diagnostizieren kann, da es nicht so leicht zu erklären ist, wie es laut dieser Punkte zu sein scheint. Hierzu möchte ich aber auch auf den Beitrag von Achaiah verweisen, dem ich nur zustimmen kann, wenns um die Selbstdiagnose beim Broderline-Syndrom geht: [QUOTE]die typischen dinge die man liest treffen auf wohl gut 70% der menscheit zu, und selbstdiagnose ist sowieso nicht ganz richtig wenns um sowas geht... Psychologen sind meistens selbst sehr vorsichtig mit dem begriff. einige meinen sogar, das man borderline nicht vor dem 21. lebensjahr diagnostizieren dürfe, weil bis dahin die anzeichen auch begleiterscheinungen des "erwachsen werdens" sein können. und wenn sowieso schon eine nicht ganz stabile psyche vorhanden ist, ist es nur öl im feuer. [/QUOTE] Liebe Grüße det Drakhi ^^ |
| Trauerwesen | herz23: Das stimmt wohl, wenn man mich nach Symptomen fragte, trafen diese auch auf Freundinnen usw zu, auch wenn diese definitiv nicht wirklich betroffen sind. Aber wie bereits gesagt, es geht doch irgendwie um Angehörige hier... |
| Grabtänzerin | Ich möchte dazu nur noch kurz ein Wort verlieren. Natürlich möchte ich mich durch meine Antwort nicht ins Rampenlich stellen oder ähnliches, allerdings entspricht es leider der Wahrheit dass ich ritze und mich in einigen Denkweisen wieder erkenne. Dass diese Symptome zu vielen Menschen passen, habe ich nicht gewusst. Kann natürlich auch sein, dass es bei mir andere Ursachen hat. Sollte ich deswegen jemanden beleidigt haben, möchte ich mich hiermit vielmals dafür entschuldigen. |
| herz23 | @Grabtänzerin Also, so weit ich deine Beiträge verfolgt habe, kann ich dir sagen, dass du aus meiner Sicht keinen verletzt hast und dich nicht entschuldigen brauchst. Falls du meinen letzten Beitrag falsch aufgefasst hast, dann muss ich mich entschuldigen. Ich glaube nicht, dass du dich ins Rampenlicht stellsten möchtest, ich hatte nur nicht dran gedacht, dass man aufgrund, der Borderlinerpunkte anfängt sich fälschlicher Weise selbst zu diagnostizieren. Du meintest in einem Beitrag, dass du schon mal zum Psychologen gehen wolltest, aber kurz vorher einen Rückzieher gemacht hast. Warum genau möchtest du denn zum Psychologen? Um zu wissen, was wirklich mit dir los ist oder weil du dich (Bezug auf Ritzen und/oder "komplexe" Psyche) behandeln lassen möchtest??? Gruß det herz23 ^^ |
| gin'iro | So, Leute, jetzt ist dann aber mal langsam genug! [SIZE=4]Bitte bleibt doch endlich ON TOPIC![/SIZE] |
| Montrose | [SIZE=1]Sorry, aber ich sehe gerade alles im Lot. .... Das war kein launiger Kommentar. Herz23 hatte in einem früheren Abschnitt Kritik bekommen, doch ihre neueren Beiträge sind gar nicht so schlecht. Deshalb wollte ich verhindern, daß die engagierte Haltung von Herz, jetzt, wo ich keinen Anlaß dafür sehe, dennoch abgewürgt wird. [/SIZE] |
| gin'iro | [QUOTE][i]Original geschrieben von if=s:on:ic [/i] [B]Sicherlich wird ein 'hochgefahrener' Borderliner, und ich gehe davon aus, dass jeder der mit dem Syndrom vertraut ist, mit diesem Ausdruck etwas anzufangen weiß, nicht in der Lage sein, unmittelbar zu differenzieren. Jedoch gibt diese Art der Artikulation, ihm/ihr auch später keine Gelegenheit, sich in seinem Weltbild zu bestätigen, dass er/sie eh nichts wert sei und Anderen nur zur Last falle. Wichtig ist m. E. ganz besonders, sich im Umgang mit einem Borderliner klar zu machen, dass eine Persönlichkeitsstörung vorliegt, was bedeutet, Not für den Betreffenden und zum Teil völlige Identifikation mit 'seinem Zustand'. Da hilft nur, diese Schwankungen, die zum Teil von hochgradig aggressiv bis extrem anlehnungsbedürftig variieren, und das innerhalb kürzester Zeit, so hinzunehmen, nicht zu persönlich zu nehmen und trotzdem klare Grenzen zu setzen, was die eigene Leistungsfähigkeit und - bereitschaft angeht. [/B][/QUOTE] Genau richtig! So sehe ich das auch. Aus meiner Erfahrung bringen alle anderen Verhaltensweisen absolut nur noch mehr Probleme mit sich. Merkwürdigerweise aber auch dann, wenn der Borderliner in einer "guten Phase" ist. Also wenn alles im Lot zu sein scheint, vorübergehend Ruhe herrscht, sogar gute Stimmung und gute Gefühle. Gerade auch dann muss man als Aussenstehender aufpassen, dass man nicht den Fehler begeht und sich anders benimmt, als bisher. Solche Sachen wie "ist ja gerade alles OK" helfen nicht weiter, man löst stattdessen vielleicht sogar die nächste Achterbahn aus. @Montrose: Wenn Dir danach ist, dann tausche pns mit Herz23 aus und erkläre das, was Du erklären magst. Ich möchte trotzdem nicht, dass der Thread deswegen off topic geht. |
| Mokuwa | Hallo SpiritAndSoul, erstmal finde ich es toll das du zu diesem Thema einen Thread eröffnet hast! Und mir ist es wie dir ergangen ich habe auch übers Internet jemanden kennengelernt ( wir sind nur Freunden,mehr nicht),der mir nach langem hinterfragen auch gesagt hat er Ritzt sich.Ich war wie vom Schlag getroffen,als er mir das erzählte und wir haben danach und bevor ich es wußte bereits mehrmals telefoniert,als wir dann mal wieder über das Thema geredet haben konnte ich nicht mehr ich mußt losheulen,weil mir dieser Mensch sehr am Herzen liegt und es mir wehtat,dass er so leidet. Ich habe immernoch Angst das wenn es Ihm schlecht geht,dass er wieder anfängt auch wenn er immer sagt das Kapitel ist für Ihn abgeschlossen,aber es ist erst ca.1 Jahr her,dass aufgehört hat und was ist wenn er Rückfällig wird,weil er es auch nicht geradel leicht hat.WAS DANN?Vielleicht schaffe ich es nächstes mal nicht,dass er es lässt.Vielleicht stirbt er irgendwann,er hat mir selber auch sehr viel geholfen. Tschau MfG Mokuwa. @->- |
| Mokuwa | Anfangs gings mir so wie dir,dass man als enger Freund und dennoch Aussenstehender immer nur seine eigenen Wünsche einbringen will,aber das ist meist der Fehler.Ich habe mit einem gutem Freund sehr drüber geredet und dann,wie du es erklärt hast es auch verstanden,dass das was man tut,in der Regel falsch ist.Und ich empfehle jedem der damit nicht klarkommt sich von Ärzten hilfe zu suchen.Ich persönlich finde es nicht schlimm wie vllt. manch ein Anderer,dass man sich helfen lässt von z.B. einem Psychologen,wenn man es alleine nicht mehr packt! Bye the dark Mokuwa. @->- |
| gin'iro | Michaela, ich sehe Deine hier geschilderten Ansichten als richtig an. Nach reichlich langen und üblen Borderliner-Erfahrungen muss ich sagen, ist diese Strategie auch am ehesten ein Garant dafür, dass man als Angehöriger nicht unter die Räder gerät und der Betroffene eine - für ihn/sie wichtige - gleichbleibende Resonanz erfährt. Der Angehörige wird auf diese Weise berechenbarer und verlässlicher. |
| Trauerwesen | Mich haben die Worte auch begeistert, konnte mir ihre Richtigkeit gut vorstellen. Ich glaube nur, dass es schwierig ist, als betroffener den Angehörigen dies klar zu machen, denn Manipulationsversuche werden da vielleicht schnell drin gesehen. Kontinuität ist für mich selber ein sehr hohes Gut, und gerade, wenn man von einem Glücksmoment wieder in einen "normaleren" kommt, bildet sich der Zweifel, welcher auch gut zu SChuldgefühlen kommen kann. Kontinuität als Sicherheit, genau das braucht man ja schliesslich. Das Thema Literatur möchte ich noch kurz ansprechen; ich denke, wenn ich das nächste Werk besitze, werde ich es mal einigen (insbesondere einem, der das meiste abbekommt) in die Hand drücken. Ein Buch, welches sich damit auseinandersetzte, war total ungeeignet, weil es die Gesamtaussage enthielt: Flieh, so schnell Du kannst von einem BL. Nicht toll. |
| C0rWiN | schön, dass es noch anständige menschen auf der welt gibt ;) |
| gin'iro | @C0rWiN: und das soll jetzt was im Zusammenhang dieses Threads heissen? |
| asmoday | Ich habe/hatte unter anderem Borderline ... habe eine Therapie und zweimal eine stationäre therapie gemacht... nun ja jetzt bekomme ich tabletten und es geht mir recht gut. wie man mit borderlinern umgehen soll? ich kann es nicht genau sagen weil bei mir konnte man nie wissen wie ich reagiere... ich konnte menschen von einer sekunde zur anderen plötzlich nicht mehr ausstehen |
| Trauerwesen | Ich glaube auch, dass dies helfen kann, fragt sich nur, was man tut, wenn der Angehörige sich nicht mehr an der Therapie beteiligen möchte? Denn das Problem, dass er den Betroffenen nicht versteht und somit auch leider zu oft "falsch" handelt, wird ja sonst nicht gelöst, bzw gibt es sonst wenige Möglichkeiten dazu. |
| bradóg | Wenn mir jemand am Herzen liegt, dann tu ich alles um zu helfen und zu verstehen und ich ginge, wenn es mir und dem Borderliner weiterhelfen würde auch zur Therapie mit. Mein bester Freund ist Borderliner und obwohl er einige heftige Ecken und Kanten hat, unterstütze ich ihn, wo und soweit ich kann und ich tu das gerne, trotzdem es mit ihm weiß Gott nicht immer einfach und mein psychischer Zustand auch nicht immer der beste ist. Er weiß mein Engagement durchaus zu schätzen und im Laufe der Zeit - das war ein hartes Stück Arbeit - hat sich sowas wie Vertrauen zwischen uns aufgebaut und unser Umgang miteinander, ist teils ein heftiges Auf und Ab aber dennoch von einer Herzlichkeit geprägt, wie ich sie nie zuvor mit einem anderen Menschen erlebt hab und das ist all die Mühe wert! |
| Trauerwesen | [QUOTE][i]Original geschrieben von Myschkin [/i] [B].. als Außenstehender und Angehöriger würde ich sagen, also, "sonst noch etwas?!", denn die Anforderungen die da an den Angehörigen gestellt werden, sind doch viel zu hoch... das schreckt ja sogar Leute ab, die an sich gerne was zur Hilfe beitragen würden... [/B][/QUOTE] Nunja, ich weiss durchaus, dass Borderliner nicht die einfachsten sind. Aber man kann sich nicht für eine person als partner, Freund oder sonstwas entscheiden, aber die krankheit nicht akzeptieren, die gehört nun mal leider zu der Person, und macht sie auch zu einem Teil aus. ich finde einfach, wenn man, gerade in Beziehungen, sich dazu entschliesst, alles zu teilen (soll bei Beziehungen ja mal so der Fall sein), dann auch dies, Probleme teilen, den Weg gemeinsam gehen. Bringt auch, wie mein Vorposter sagt, eine besondere Vertrautheit mit sich, des weiteren auch eine sehr starke Nähe. Ich habe durchaus Verständnis dafür, wenn jemand da nicht mithalten kann, weils zu anstrengend ist, aber ja zur Person und nein zum Syndrom geht irgendwie schlecht, finde ich. Bei Familie sieht das dann allerdings wieder etwas anders aus... |
| bradóg | Viele akzeptieren nur die Sonnenseiten eines Menschen und sobald es mal unbequem wird, wird das Handtuch geschmissen. Jeder Mensch ist anders belastbar, manche können die Verhaltensweisen eines Borderliners verkraften, manche nicht und unbestritten, es ist eine psychische Herausforderung, doch mich spornt diese eher an, Ursachenforschungn zu betreiben und nach Lösungen zu suchen. Ich hab seit ich ihn kenne, mich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und dabei auch sehr viel über mich selbst, meine Verhaltensweisen und die Verhaltensweisen anderer dazugelernt, dies hat mich ein großes Stück weitergebracht. Ich finde man sollte ein klein wenig differenzieren zwischen dem Menschen als solchen und in diesem Falle der "Krankheit" BL. Klar ist die "Krankheit" ein Stück weit Persönlichkeit, aber ein Mensch besteht nicht alleine nur aus BL. Und in Anbetracht dessen - so hab ich es zumindest bei meinem guten Freund kennengelernt - daß ihm sein Verhalten mir und anderen gegenüber im Nachhinein sehr leid tut, er sich eigentlich anders verhalten möchte, als er oft kann, zeigt mir auch, welch harte innere Kämpfe er mit sich selbst auszufechten hat, oft sind es wirklich Kämpfe um Leben und Tod. Mich machen mehr die Verursacher wütend und weniger er. |
| Trauerwesen | Myschkin: Das ist schon richtig, gerade, weil Hilflosigkeit der Angehörigen oft zu einem Verhalten führen kann, das Gift für den BL ist. Aber hier geht es ja um das richtige Verhalten, erstmal theoretisch, wer es umsetzen kann, Hut ab ;) |
| Trauerwesen | Myschkin: Das ist wohl richtig, eben weil gerade die krankheit ansich teils stark varrieren kann; mein Therapeut sprach mal von 6 Stärken der Ausprägung. Und da man es nach wie vor mit Individuen zu tun hat und jede Ausprägung des Defekts ebenso individuell ist, ist es schwierig, eine richtige Antwort, universell, zu finden. Aber wie sich hier bereits herauskristallisiert hat, gibt es teilweise schon Überschneidungen, das beste ist wohl, pauschal betrachtet, dass sich ein Angehöriger mit der Krankheit auseinandersetzt und ein wenig versteht, wieso der Betroffene manchmal so und so reagiert. Dies natürlich auch auf den betroffenen zugschneidert. |
| bradóg | Ich finde es generell wichtig, nicht nur das "daß" festzustellen, sondern auch mal nach dem "warum" zu fragen und das meine ich nicht nur in Bezug auf Borderline. Wie soll was verstanden oder gar Lösungen gefunden werden, wenn auf den Symptomen "herumgehackt" und nie nach der Ursache gefragt wird. |
| Trauerwesen | Das ist wohl richtig, denn wenn das warum klar ist, kann man mögliche Reaktionen des BLs auch übertragen. Heisst: Partner weiss vielleicht, dass BL dann und dann so und so reagiert, aber dann macht er etwas völlig anderes, das aber den gleichen Effekt hervorruft, und Partner weiss nicht, was los ist. Weiss er wieso, kennt er die Mechanismen, so kann er eventuelle Reaktionen bereits im Vorfeld auf etwas auch besser einschätzen. |
| bradóg | ... und gelassener (nicht gleichgültig) sehen, ohne selbst in Panik zu geraten ... |
| Kinwin | Hi, ich habe zwar eher eine nicht so schwer wiegende Erfahrung damit gemacht, aber ich hab mich trotzdem dazu entschlossen euch zu schildern wie es mir in der Zeit ging als ich den Druck der von verschiedenen Seiten auf mich ausgeübt wurde nicht mehr aushielt. Ich habe lange Zeit immer wieder einen Hass gegen mich selbst entwickelt, weil ich nicht fähig war meine "Probleme" zu lösen. Das ganze began schon ganz für. Schon als ich in der 1. Klasse war hasste ich mich abgrundtief. Bei jedem versagen musste ich mich unweigerlich schlagen, ob nun ins Gesicht, in den Bauch oder auf die Oberschenkel. Das ganze entwickelte sich schon damals zu einer Art Zwang. Irgendwann so in der 5. Klasse bekamm ich es einiger Maßen in den Griff. Ich hatte mich innerlich darauf geeinigt, statt mich zu schlagen Dinge, wie Vasen, Geschirr u.s.w. zu zerstören. Wobei ich mich im nachhinein immer wieder verfluchte. Geschürt wurde das ganze noch dadurch das mein Bruder immer als der Schlimme und ich als die Gute galten. Mein Bruder baute Scheiß und ich war die die gute Noten schrieb. Dieses Bild kennt sicherlich fast jeder, vom hören und sehen. Was man dabei nicht so wirklich bemerkt das es für das gute Kind zu einer richtigen Belastung werden kann. Ich stand unter dem Druck ständig gute Noten zu schreiben. Dieser Druck wurde mit der Zeit fast übermächtig. Es drehte sich alles nur noch um die Schule. D.h. früh aufstehen in die Schule gehen, Heim kommen Hausaufgaben machen, lernen, dann auf meine Mutter warten, die immer zu dieser Zeit erst 18:00 Uhr Heim kam, dann alles was man gemacht hatte, mit einem nahe zu gezwungenen Lächeln vorzeigen und auf ein Lob hoffen, das fast nie kam. Ich wurde grundsätzlich nur vor Verwandten gelobt und kam mir vor wie ein Vorzeige Objekt, aber ich ließ es über mich ergehen ohne ein Wort der Klage. Hinzu kam das mein Bruder es besonders witztig fand mich zu ärger und wenn ich mich wehrte bis zu drei Stunden im Bad ein zu sperren. Als ich in der 6. Klasse war sperrte er mich einmal im Streit ins Wohnzimmer wo ich eine Vase zerdepperte um meiner Wut Luft zu machen. Doch überkam mich beim Anblick der Scherben sofort ein Gefühl der Enttäuschung, ich war in alte Verhaltensmuster zurückgefallen, die ich doch schon längst vergessen wollte. Also griff ich nach den Scherben und began mir in den Arm zu ritzen. Immer darauf bedacht um die raustehenden Adern drumrum zu ritzen. Am Abend merkte ich das es mir vielleichter viel alles meinen Eltern zu beichten als vorher, weil ich mich ja schon vorher bestraft hatte und damit fand ich gefallen am Ritzen. Aber ich hatte danach auch eine lange Fase wo man davon nichts mehr spürte. Doch in der 9. Klasse wurden die Probleme wieder größer, mein Vater war Alkoholiker und meine Eltern wollten sich deswegen scheiden lassen. Ich stand zwischen ihnen. Jeder versuchte mich auf seine Seite zu ziehen, was ich noch ganz gut bekämpfen konnte in dem ich sagte: "Ich sag da nichts mehr zu." und ging in mein Zimmer legte mich in mein Bett und fing unter Tränen an zu beten. Dazu muss ich sagen das ich vorher nie an Gott geglaubt hatte, aber ich war so verzweifelt das mir nichts mehr anderes einfiel. Durch die vielen Probleme die sich aus meiner Situation entwickelten, wurde ich Magersüchtig und ich liebte es. Ich hatte plötzlich so viel Lebensenergie und schaffte mehr, als wenn ich esse. Niemand merkte etwas davon. Vor den Sommerferien löste sich das Problem meiner Eltern, weil mein Vater eine Therapie machte und seid dem auch trocken ist. :) Aber meine Freudinnen fanden es nun plötzlich so "ideal" sich darum zu streiten wer mit mir mehr macht. Meine Magersucht wurde ich nach einem Halbenjahr wieder los. Ausgerechnet wegen einem Jungen! Er hat mich immer wieder aufgefodert regelmäßig zu essen und irgendwann war es mir so eingeimpft das ich es tat. Dann ging es los 10. Klasse. Das letzte und scheinbar schwerste Jahr. Nach den ersten drei Wochen gestand mir meine Freundin, die sich vorher noch mit einer anderen meiner Freundin sozusagen um ich gestritten hat, das sie in mich verliebt ist. Ich natürlich total durch den Wind antwortete ich sei nicht lesbisch. Ein großer Fehler, wie ich inzwischen gelernt habe. Wir haben das ganze per Briefpost im Unterricht besprochen. Mein Gott, wie dumm konnte ich zu dieser Zeit nur sein. So was sollte man nie machen. In Briefen kommen keinerlei Emotionen rüber und alles klingt hart. Ich weiß jetzt das ich so was nie wieder machen werde. Wir haben ein Halbesjahr beide vor uns hin gelitten und nur das Nötigste miteinander gesprochen. In Mails haben wir uns gegenseitig fertig gemacht, dem anderen immer vorwürfe gemacht. Ich hab es nach einiger Ziet nicht mehr ausgehalten und mit ihr geredet es stellte sich raus das alles ein großes Missverständnis war. Ich hab in der Zeit wieder geritz weil meine Musiklehrerin mir meine Träume und meinen Glauben an etwas mit einem Satz zerstört hatte. Also nicht das ihr denkt ich wöllte sängerin werden, es ging darum das ich meinte wenigstens etwas singen zu könne da meinte sie: "Manche Leute denken sie können singen und können es nicht. Und du kannst nicht singen." Obwohl ich wusste das es nicht stimmt, da es mir durch viele Leute bestätigt wurde die sich damit auskennen, aber es macht mich trotzdem fertig. Aber ich bin darüber hinweg habe gerade meine Prüfungen hinter mich gebracht und schon seit ungefähr einem Halbenjahr nicht mehr geritzt. Genug gelabert. :D |
| nullpromille | ich möchte zu dem thema noch eine warnung hinzufügen. ich bin in meinem leben an den einen oder anderen borderliner gekommen und bin dadurch in große schwierigkeiten geraten. es ist leider so dass, das typische borderliner bild das kleine ritzende von weltschmerz zerrissene mädchen ist. nun ist es aber so, dass es auch männliche borderliner gibt, die dazu neigen ihr selbstzerstörerisches verhalten durch stark fremdzerstörereisches verhalten zu ergänzen. vorallem ihre partnerinnen kommen dann zum handkuss. oft suchen sie sich ihre opfer bewusst - gerne auch im internet und dann ziehen sie ihr zerstörerisches spiel ab. wie dieses spiel abläuft kann man in selbsthilfeforen zum thema stalking nachlesen. diese menschen sind nicht dumm, kennen ihr label als "borderliner" und nutzen diese "entschuldigung" beinhart aus. sie appelieren an das mitgefühl ihrer mitmenschen, arbeiten mit schuldgefühlen und schuldzuweisungen, wobei sie kaum einfühlungsvermögen für ihre opfer zeigen - denn in ihrer gedankenwelt sind allein sie die opfer. oft ist der intellekt ausgeprägt genug um falsche tatsachen und falsche einsicht vorzuspiegeln und so ihre opfer bei der stange zu halten. ihre devise lautet zuckerbrot und peitsche. ihre ausgeprägte menschenkenntnis wird gnadenlos eingesetzt und der einzig richtige weg ist bei den ersten anzeichen, es mit einem borderliner zutun zu haben, das weite zu suchen - das gilt vorallem für frauen. es wäre interessant eine studie zu den unterschieden zwischen weilblichen und männlichen borderlinern zu haben, ich kenne leider keine. mit weiblichen hatte ich es noch nicht zu tun - vielleicht gibt es auch da gefährliche exemplare, liegt aber nicht in meinem persönlichem erfahrungsbereich. |
| nullpromille | ES GIBT KEIN BORDERLINE: jetzt übernehmt doch wirklich einmal die verantwortung und checkt, dass euch ständig irgendwelche leutel label umhängen um euch etwas zu verkaufen oder um euch zu verkaufen. es ist vollkommen normal nicht völlig in sich zu ruhen und nicht alles abprallen zu lassen. und ja, es gibt leute die ritzen etc. ...wo ist das problem? sie sagen im endeffekt, dass euer problem die selbstakzeptanz etc. ist und selbstwertgefühl und niemand ist perfekt etc ...aber in wahrheit wollen sie euch euren begriff der wertigkeit nehmen, um ihren eigenen wertbegriff auf euch zu werfen, ihn in euch hinein zu manipulieren. sie spielen gott und fühlen sich wohl dabei. und ihr werdet zu ihren geschöpfen, weil ihr ihre begriffe und systeme akzeptiert. in einem fremden system (gedankenmodell) bleibt man aber immer der sklave. in diesen denkmustern gibt es tatsächlich nur gott oder golem. ES GIBT KEIN BORDERLINE!!! |
| Trauerwesen | nullpromille: Dann frage ich mich aber, wie diagnostizierte Borderliner durch eine Therapie ihr Leben in den Griff bekommen haben (soll es ja geben), wenn eh alles nur Blödsinn ist. Akzeptanz und das Label halfen mir zumindest, einiges zu verstehen und zu begreifen, auch wenn ich weit entfernt bin von Normalität, aber ich denke nicht, dass mit ein Psychologe das einredet, denn ohne gewisse Probleme wäre ich nicht hingegangen. |
| nullpromille | [QUOTE][i]Original geschrieben von Trauerwesen [/i] [B]nullpromille: Dann frage ich mich aber, wie diagnostizierte Borderliner durch eine Therapie ihr Leben in den Griff bekommen haben (soll es ja geben), wenn eh alles nur Blödsinn ist. Akzeptanz und das Label halfen mir zumindest, einiges zu verstehen und zu begreifen, auch wenn ich weit entfernt bin von Normalität, aber ich denke nicht, dass mit ein Psychologe das einredet, denn ohne gewisse Probleme wäre ich nicht hingegangen. [/B][/QUOTE] es gibt menschen die glücklicher sind, wenn sie ihr leben aus der hand geben und sich eine fremde wirklichkeit zu eigen machen. es gibt leute die ihr glück in fremden begriffsbildungen finden - und das ist deren gutes recht. es ist dein gutes recht dich als borderliner zu bezeichnen. aber ein borderline-syndrom schwebt genauso im ideenhimmel, wie jeder andere hybrische menschliche begriff auch und hat nur die gültigkeit, die wir ihm zugestehen. man sollte aber auch respektieren, dass menschen, die gewisse begriffe nicht für sich anwenden wollen, weil sie wesentlich differenzierter denken, als es der psychologischen denkweise möglich ist, dass man die eigenen idealistischen begriffe nicht auf sie anwendet. |
| Fenris | ich kann nullpromille nur zustimmen. selbst viele experten sind sich nicht sicher, ob es eine borderline-störung gibt oder ob der begriff nur ein sammelbecken verschiedenster störungen oder symptome ist. wenn man sich den kriterienkatalog dazu anschaut wird dies umso verständlicher. aufgrundessen ist eine borderlinestörung auch recht 'schnell' diagnostiziert. nicht umsonst wurde stie stellenweise (oder immernoch ?) als quasi moderne volkskrankheit angesehen. von daher gehe ich auch eher davon aus, dass es sich bei den problemen die sich hinter borderline verbinden eher um symptome anderer 'störungen' handelt. auch wenn ich die formulierung von nullpromile etwas hart finde (sie enthält mir zuviel wertung) so kann ich verstehen, dass es helfen kann zuwissen woran man leidet. nicht das ich es für wichtig erachte, aber es ist für viele meist einfacher gegen etwas anzukämpfen das einen namen hat als gegen das namenlose (und wohl auch definitionslose) zu kämpfen. @Scarify hast du dir schonmal überlegt, das er diese belastung vielleicht um deinetwillen auf sich nehmen würde ? so ich doch nur für mich sprechen kann, habe ich versucht menschen die mir etwas bedeuten zu helfen und diese 'belastung' mitgetragen. es ist nicht einfach und auch nicht schmerzfrei, aber ich werde für sie versuchen zu tun was ich kann. |
| Trauerwesen | nullpromille: Ich gebe Dir Recht, wenn Du sagst, dass der Begriff nicht eindeutig genug ist. Ein wenig neurotisch hier, ein bisschen Psychose da, der eine ist autoaggressiv, der andere nicht, wieder ein anderer passt rein, auch wenn er kein BL ist. Das ist richtig, es ist sehr schwammig, wobei ich erst kürzlich feststellen musste, dass einiges in der Psychologie sehr schwammig definiert wird. Winterdepression ungleich demjenigen, der sich nicht mal seinen Hintern mehr selbst abwischen kann, dann deprimierte, dann diese, jene...alle depressiv? Ist da genauso eine Sache, ebenso der Begriff "Sucht"....nunja, wir sehen, diese Diskussion kennen wir aus den Augen *g*. Wollte nur sagen, dass es mehr schwammige Begriffe gibt, die einen sagen, Fetisch sei dies, die anderen Fetisch sei das, bei den einen ist es eine Krankheit, bei anderen nicht. |
| nullpromille | [QUOTE][i]Original geschrieben von Fenris [/i] auch wenn ich die formulierung von nullpromile etwas hart finde (sie enthält mir zuviel wertung) so kann ich verstehen, dass es helfen kann zuwissen woran man leidet. nicht das ich es für wichtig erachte, aber es ist für viele meist einfacher gegen etwas anzukämpfen das einen namen hat als gegen das namenlose (und wohl auch definitionslose) zu kämpfen. [/B][/QUOTE] worin besteht die wertung in meinen formulierungen? meine position ist aus ihnen zwar klar ersichtlich, aber ich kann keine wertung und auch keine härte in meinen äüßerungen erkennen. |
| Patho | Es stimmt, Borderline ist nur eine Sammeldiagnose! Aber das trifft auch auf Depressionen zu und auf viele andere psychische und physische Diagnosen! Gibt es die dann alle nicht? Es ist schon klar, dass wenn man sich die Kriterien für BL durchliest es dann jeder haben müsste, aber es kommt auf die Heftigkeit der Symptome an! Wenn man mal eine Phase hat, wo man Schwarz/Weis sieht ist es sicherlich noch lange keine BL, aber Personen mit BL haben das nicht nur Phasenweise, sondern ständig! Ich persönlich, habe die Diagnose und bin damit auch nicht wirklich glücklich damit, aber was soll´s! Auf der anderen Seite, wenn man die ganzen Einzeldiagnosen, aus denen sich ja BL zusammensetzt, einzeln aufzählt, gibt es die dann????? Lg Patho |
| nullpromille | [QUOTE][i]Original geschrieben von Patho [/i] [B]Wenn man mal eine Phase hat, wo man Schwarz/Weis sieht ist es sicherlich noch lange keine BL, Lg Patho [/B][/QUOTE] was bedeutet das? inwiefern ist man psychisch krank, wenn man schwarz/weiß sieht? und inwiefern ist man noch nicht psychisch krank, wenn man aber trotzdem schwarz/weiß sieht? |
| Trauerwesen | Naja, reines schwarz-weiss-Sehen ist ja kein BL, ebenso mag es BL geben, die es nicht haben, da es ja eher ein Sammelsurium verschiedenester möglicher Symptome ist, bei dem aber schon einige in einem gewissen Grad zutreffen sollten, um als BL diagnostiziert werden zu können. |
| Marionette | Ich denke, schwarz/weiß-Sehen in BL-Kontext entspricht einem schwarz/weiß-FÜHLEN. Es ist die Unfähigkeit sich selber und andere in ihrer Gesamtheit mit allen Facetten die Menschen so haben wahrzunehmen. Es ist emotional einfach unbegreiflich, dass menschliche Eigenschaften, die im Kontrast zu einanander stehen in ein und der selben Person vereint werden können. WISSEN tut man das vom Verstand her, aber dieses Wissen ist im Endeffekt für'n Arsch. Bin selber BL und wenn ich emotional keinen Bezug habe, bin ich durchaus in der Lage Dinge und Menschen nüchtern wahrzunehmen und differenziert zu beurteilen. Eine entsprechende eindimensionale Beurteilungweise kann natürlich auch von "Ungestörten" gepflegt werden, was dann wohl weniger in seelischen Deformationen als umso mehr in einem Mangel an Intellekt und/oder Schauklappen-Fetischismus begründet liegt, bzw. dem Privileg sich selber dauerhaft eine wohlgeordnete, übersichtliche Welt gestalten zu können. Dieses extremistische Denken ist genaubetrachtet ein bloßer Schutzmechanimus, dem sich auch die normale Psyche in Extremsituationen bedient. Zum Beispiel wird sich wohl kaum niemand, der auf brutalste Weise von seinem Partner abserviert wurde und in Liebeskummer ertrinkt vergegenwärtigen, was für tolle und liebenswerte Seiten der Mensch so hatte, sondern stattdessen wird "das Arschloch/die Schlampe" verdammt, gehasst, tot gewünscht. |
| Pseudo-Gruftiii | @nullpromille: volkskrankheit? gothic-krankheit *lol*......jeder zweite hat sie :rolleyes: |
| Trauerwesen | Hm, schwarz-weiss-Fühlen? Bei mir stimmt das schon mit schwarz-weiss-sehen/denken (meinetwegen auch fühlen), entweder ist alles toll, oder alles ist scheisse, entweder man liebt mich abgöttisch, oder man liebt mich gar nicht, etc, und als solches wird dieser Term auch in der Psychologie verwendet. |
| nullpromille | [QUOTE][i]Original geschrieben von Pseudo-Gruftiii [/i] [B]@nullpromille: volkskrankheit? gothic-krankheit *lol*......jeder zweite hat sie :rolleyes: [/B][/QUOTE] :D |
| nullpromille | ich danke euch für die erklärungen, begreifen kann ich es leider nicht. aber ich denke mir oder so versuche ich es mir annähernd vorzustellen, dass es menschen gibt, die im überschwang der gefühle, dinge nicht ganz so realistisch und wirklichkeitstreu beurteilen - obwohl ich das irgendwie normal finde. aber bei borderlinern ist das dann wohl extrem gesteigert? |
| Trauerwesen | nullpromille: So in etwa kann man es recht kurz beschreiben, auch wenn es wirklich zu komplex ist und halt auch bei jedem wieder völlig anders. Es gibt einige, die mich kennen, aber diese Sache nicht verstehen, egal wie oft ich es erkläre, teils verstehe ich auch nicht, wieso ich so und so reagiere. |
| nullpromille | [QUOTE][i]Original geschrieben von Trauerwesen [/i] [B]nullpromille: So in etwa kann man es recht kurz beschreiben, auch wenn es wirklich zu komplex ist und halt auch bei jedem wieder völlig anders. Es gibt einige, die mich kennen, aber diese Sache nicht verstehen, egal wie oft ich es erkläre, teils verstehe ich auch nicht, wieso ich so und so reagiere. [/B][/QUOTE] weil es um den richtigen umgang mit sowas geht: ich hatte eine freundin, bei der gab es phasen, in denen es nur freund oder feind gab. und manchmal habe ich auch gemerkt, dass ich plötzlich, scheinbar ohne grund der feind bin, dann war ich aber ohne grund auch wieder der freund. und es hat mich nie gestört - bis das system es problematisierte, weil es dadurch ungeahnte größenordnungen des verrats annahm, zu denen sie so für sich nie die möglichkeit gehabt hätte. also ein borderliner mit begrenzten möglichkeiten, ist für mich nicht problematisch. |
| Kinwin | [QUOTE]volkskrankheit? gothic-krankheit *lol*......jeder zweite hat sie [/QUOTE] beschränkst du das jetzt auf gothics? Dann würd ich das nämlich nicht so ausdrücken. |
| Trauerwesen | nullpromille: Ja, das kenne ich, götterhafte Verehrung und dann wieder reine Abwertung eines Menschen. Und Du hast nun richtig agiert, um ihr dabei zu helfen? Habe das nun nicht ganz verstanden mit den letzten Sätzen. |
| nullpromille | [QUOTE][i]Original geschrieben von Trauerwesen [/i] [B]nullpromille: Ja, das kenne ich, götterhafte Verehrung und dann wieder reine Abwertung eines Menschen. Und Du hast nun richtig agiert, um ihr dabei zu helfen? Habe das nun nicht ganz verstanden mit den letzten Sätzen. [/B][/QUOTE] die frage - und das habe ich schon länger angedeutet- ist für mich erstmal, ob ich bereit bin, opfer auf mich zu nehmen, um einem menschen, der oft nur sich selbst sehen kann, zu "helfen" - ich würde sagen nahe zu sein. und wenn ich bereit bin GROßE opfer zu bringen, dann hilft man wohl am ehesten in dem man einem menschen mit "selbstwertschwäche" das gefühl gibt (wenn es stimmt) - so wie er ist von bedeutung für das eigene leben zu sein. pech hat man dann, wenn man aufgrund gesellschaftlicher strömungen einem weiten kreis von menschen ausgeliefert ist - da wird der "borderliner"-freund mit großer wahrscheinlichkeit zum verräter. p.s.:für mich existiert kein borderline etc. ... es wird noch so weit kommen, dass man sagt, die christen sein selbstzerstörerische masochisten mit helfersyndrom und das judentum sei nichta, als eine kollektive narzisstische persönlichkeitsstörung und die buddhisten sind eigentlich schon schizophren etc. ... dieses durchpsychologisierte weltbild, ist schlichtweg falsch - was aber wirklich daran stört ist, der billige missbrauch dieser "wissenschaft". |
| Trauerwesen | nullpromille: Achso, nunja, ich denke, Opfer muss man bringen, das merke ich irgendwie selbst...also von der anderen Seite, und gerade auch, weil es nicht das einfachste ist, mit einem BL umzugehen, könnte man von Opfer sprechen... (wobei ich nach wie vor der Ansicht bin, niemand kann so extrem lieben wie ein BL bzw Depressive können es wohl auch). Gerade auch solche Dinge wie zeitweilige Egozentrik birgt ja Opfer auf anderen Seiten... |
| Kinwin | [QUOTE]es wird noch so weit kommen, dass man sagt, die christen sein selbstzerstörerische masochisten mit helfersyndrom und das judentum sei nichta, als eine kollektive narzisstische persönlichkeitsstörung und die buddhisten sind eigentlich schon schizophren etc. ...[/QUOTE] da muss ich dir recht geben. Wir sind ja bereits auf dem bestem Weg dahin. Kann man leider nicht ändern. Meiner Meinung nach sollte man nicht aufdringlich sein, wenn man jemandem helfen will(ich schreib jetzt extra nicht BL, weil ich Menschen nicht gerne in ein bestimmtes Bild zwinge und BL ist so ein blödes Wort ist finde ich). Ich denke man sollte warten bis derjenige freiwillig auf einen zu kommt und erzählt was los ist, jedenfalls hab ich das bei meiner Freundin und bei mir selber festgestellt und dann kann man auch helfen. An BL an sich glaub ich nicht, also das es existiert. Ich glaub auch nicht das Menschen die ein Problem haben, egal welcher Art nicht geholfen werden kann, auch wenn das jetzt naiv klingt. Bei meiner Freundin weiß ich selbst, dass ich nicht alles von ihr weiß. Ich kann nur ahnen, dass ihr was schlimmes passiert ist, aber ich dränge sie nicht dazu es mir zu erzählen. Aber ich bin trotzdem diejenige, die das meiste von ihr weiß und umgekehrt ist es genauso. |