| Efna | Mich fasziniert schon seit langem Göttinnenkulte und ähnliche Glaubensformen die eher weiblich und Feminin geprägt sind. Irgendwie faszinieren mich solche Göttinnen und Weiblichkeitskulte. Im Altertum gab es ja viele solche Kulte egal ob bei den Germanen, Kelten, sehr ioft auch bei den Ägyptern( da vor allem Isis und Bastet), selbst bei den Römern und Griechen gab es solche Glaubensgformen. Heute finden man sowas nicht mehr sehr häufig, teilweise im Wicca Glaube oder im Shaktismus(ein Kult innerhalb des Hinduismus). Kennt sonst nochjemand Glaubensformen mit ähnlichen Aspekten? |
| Kinwin | Ich kenne zwar jetzt keine weitern, aber ich interessiere mich sehr für die ägyptische Göttinnen. Vor allem Isis oder auch Hathor. |
| Ikonos | Vielleicht hilft Dir folgende Liste: [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_weiblichen_Gottheiten[/url] Gruß, Ikonos |
| Lelaihah | Ich habe mal gelesen das der Christliche Mariekult sich auf den Göttinenkult aufbaut. So stammen zum Beispiel verschiedene alte Madonnen Darstellungen von Naturreiligionen die den Göttinenkult als Grundlage haben. Die jungfrau Maria spiegelt auch in der biblischen erzählung die Grundaspekte der weiblichen göttin im Wicca Kult wieder. Sie ist Jungfrau,Mutter und eine weise Frau zugleich. Es wird vermutet .dass die Christen die Maria in ihre Religion integtrierten um den Heiden den übertritt zur zum Christlichen Glauben zu erleichtern. Auch benutzten anscheinend manche "christen" die in wirklichkeit noch ihrer alten Religion anhingen den Marienkult als Vorwand um weiter ihre alte göttin anzubeten und trotzdem nicht als Ketzer zu gelten. |
| Demon17 | Ich fand die Urmutter immer besonders interessant, die es in fast allen frühen Religionen gegeben hat. Als Sinnbild für die Fruchtbarkeit ist sie eine der wichtigsten Gottheiten der Vorgeschichte, die viele Namen hatte. Wie der Monotheismus es geschafft hat ausgerechnet die Fruchtbarkeitskulte die es ja noch in eltischer Zeit als beltane gab in ein langweiliges Erntedankfest umzumodeln ist mir heute noch ein Rätsel. Selbst aus dem 16. Jahrhundert sind noch Berichte von frustrierten Pfarrern überliefert, die die Unzucht der Jugend zu Beltane beklagten. never surrender demon17 |
| Lelaihah | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Ich fand die Urmutter immer besonders interessant, die es in fast allen frühen Religionen gegeben hat. Als Sinnbild für die Fruchtbarkeit ist sie eine der wichtigsten Gottheiten der Vorgeschichte, die viele Namen hatte. Wie der Monotheismus es geschafft hat ausgerechnet die Fruchtbarkeitskulte die es ja noch in eltischer Zeit als beltane gab in ein langweiliges Erntedankfest umzumodeln ist mir heute noch ein Rätsel. Selbst aus dem 16. Jahrhundert sind noch Berichte von frustrierten Pfarrern überliefert, die die Unzucht der Jugend zu Beltane beklagten. never surrender demon17 [/B][/QUOTE] da muss ich dir zustimmen. Es ist wirklich traurig das diese festlichen, wundervollen Bräuche fast komplett verloren gingen. nicht zuletzt durch die Inqusition. Dennoch finde ich es interessant wie sich neune Bräuche aus alten Bräuchen entwickelt haben. Mann kann auch Eva als Urmutter sehen. Sie verkörpert die künstlerische , weibliche , verruchte(?) Seite. Das ist doch sicher auch ein Überbleibsel eines alten Kultes, oder? |
| Cold Rain | es gibt auch im Christentum die sogenannte feministische Theologie... inklusive Mutter Unser |
| gin'iro | [QUOTE][i]Original geschrieben von Cold Rain [/i] [B]es gibt auch im Christentum die sogenannte feministische Theologie... inklusive Mutter Unser [/B][/QUOTE] Das ist ne Blidungslücke bei mir! Kannst Du mehr berichten? |
| Lelaihah | Oh das hatten wir mal im Religionsunterricht. DSas Mutter unser ist ein gebet ähnlich wie das Vater unser nur das es sich eben auch auf die Weiblichen Aspekte bezieht (fruchtbarkeit etc.) Und ich meine zu wissen das im ursprünglichen bibeltext die Maria eine starke Frau war die sich sehr für die Gemeinde eingesetzt hat und damit auch typisch "männliche Aufgaben " übernommen hat. Diese Textstellen wurden aber bei der Kanonisierung einfach weggestrichen weil es nicht in das damalige Gesellschaftsbild passte. |
| Demon17 | Aber das ist doch kein Ersatz für die alten Fruchtbarkeitskulte mit all ihren sexuellen Aspekten...:) |
| Cold Rain | [QUOTE][i]Original geschrieben von gin'iro [/i] [B]Das ist ne Blidungslücke bei mir! Kannst Du mehr berichten? [/B][/QUOTE] Nein, bedaure, ich weiß auch nicht mehr darüber, als dass es diese Richtung gibt, inklusive feministischer Jesus-Bilder, was immer das auch konkret bedeutet. Meine Lehrerin hat uns mal kurz davon erzählt und meinte, vllt würden wir es noch durchnehmen, aber daraus is nix mehr geworden. |
| Lelaihah | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Aber das ist doch kein Ersatz für die alten Fruchtbarkeitskulte mit all ihren sexuellen Aspekten...:) [/B][/QUOTE] Meinst du damit die symbolischen sexuellen Aspekte oder eher die Wirklichen die bei bestimmten Heidnischen Festen ausgeführt wurden/werden? |
| Demon17 | Ich mein den Koitus als religiöse Handlung, wie er in vielen Religionen lange Zeit üblich war. |
| Lelaihah | Ja also da liegt ein knackpunkt im Marienkult. Er vermittelt ja eher das Keusche und tugendhafte im gegensatz zu manchen Heidnischenkulten bei denen es Gang und Gebe war sich einen beliebigen Geschllechtspartner zu schnappen und im Wald zu verschwinden. In der Modernen Gesellschaft wäre so etwas auch nicht mehr anerkannt. Ich würde es im Übrigen Interessant finden wenn hier vielelicht mal jemand ein bisschen über die anderen Göttinenkulte berichten könnte. Z.B. Isis usw. Man könnte zwar auch bei Wikipedia nachsehen aber so würde hier eine Kleine Sammlung entstehen. Sowieso bin ich mir bei wikipedia nicht sicher ob die Artikel zu solchen themen nicht total verwurstelt sind. |
| Demon17 | Schau mal hier: [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=22955&perpage=15&highlight=Religion%20sexualität&pagenumber=1]Sex als Religion und Ritus[/URL]. Vielleicht findest Du etwas was Dich interessiert.:) dg demon17 |
| Lelaihah | *g* danke für den Tip aber mir ging es nicht nur um die Sex-Geschichte :D |
| Celtica | Göttinnen... Götter... warum nur glauben fast alle Menschen, dass die Götter jene sind, die ihnen behilflich im Leben sind? Götter sind launisch, Götter sind nur ein Dach... vergesst nicht eure Ahnen, euren Stamm - auf eure Fylgia ist mehr Verlass als auf jegliche Gottheit. --> Þéodisc Geléafa <-- |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kinwin [/i] [B]Ich kenne zwar jetzt keine weitern, aber ich interessiere mich sehr für die ägyptische Göttinnen. Vor allem Isis oder auch Hathor. [/B][/QUOTE] Hier liegt eindeutig ein Denkfehler des kulturfremden Betrachters vor. Man kann sich nicht einfach aus einer fremden Götterwelt, aus einem Komplexen System, ein paar Götter aussuchen, da man die gesamte Götterwelt als Ganzes betrachten muss, wenn man sich damit ernsthaft außeinandersetzen will...gewissermaßen die mystische Soziologie der Götterwelt...! |
| Celtica | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i] [B]Man kann sich nicht einfach aus einer fremden Götterwelt, aus einem Komplexen System, ein paar Götter aussuchen, da man die gesamte Götterwelt als Ganzes betrachten muss, wenn man sich damit ernsthaft außeinandersetzen will...gewissermaßen die mystische Soziologie der Götterwelt...! [/B][/QUOTE] Richtig! Das ist ja auch das Üble am Traditional British Wicca, hehe! :D |
| Lelaihah | .[SIZE=1]Hm... ich finde eure Diskussionsansätze eigentlich recht gut ,a ber ich bin mir nicht sicher ob das dem Thread entspricht. vielleicht könntet ihr ja was neues aufmachen? Würde mich freuen darüber zu diskutieren.Nur so ein Vorschlag! Will kein Moralapostel sein.[/SIZE] Gibt es hier auf dem Board Leute die einen göttinen Kult praktizieren und villeicht was darüber berichten wollen. Wäre sehr interessiert. |
| gin'iro | Lassen wir es mal in diesem Thread, wenn es denn wirklich komplett auseinander driftet, kann ich immer noch zwei Themen daraus machen ----> auf Wunsch pn an mich. |
| Demon17 | Ist [URL=http://de.wikipedia.org/wiki/Kali_(G%C3%B6ttin)]Kali [/URL] eine Göttin des hinduistischen Shaktismus? Sie ist ja eine Tochter der Durga, jedoch ist sie in den Richtungen des Shaktismus in denen sie in Wikipedia erwähnt wird die Shakti selbst.:rolleyes: ich finde diese Dämonenblutsäuferin sowieso unzumutbar, ich mein wo ist denn da der Unterschied?:rolleyes: U N D E A D demon17 |
| nakry | Auch wenn das letzte Posting schon eine ganze Weile her ist, möchte ich hier ein bisschen was anmerken. Ich bin seit vielen Jahren naturreligiös, das schließt (für mich) die Verehrung einer "Göttin" - Mutter Natur, wenn man so will - mit ein. Ich sage explizit nicht "Glauben an", da dies das Individuum in eine passive, demutsvolle Position versetzt. Nur durch Beten und das schmerzvolle Befolgen von (patriarchalen) Regeln, die Unterwerfung unter strenge Gottheiten, erreicht nichts und schadet eher, da man nicht seine eigene Energie mobilisiert sondenr sich abhängig macht. Ich praktiziere etwas, was viele andere aus dem Richtung "Hexen" nennen würden, ich bezeichne mich jedoch nicht selbst so (auch nicht Wicca), aus mehreren Gründen. Für Näheres könnt ihr (einige haben hier ja nach Berichten gefragt) mich gerne privat kontaktieren. Jedenfalls: [I]Ist Kali eine Göttin des hinduistischen Shaktismus? Sie ist ja eine Tochter der Durga, jedoch ist sie in den Richtungen des Shaktismus in denen sie in Wikipedia erwähnt wird die Shakti selbst.[/I] Shakti ist im hinduismus die Weibliche Energie, meist der weibl. Aspekt einer der männlichen Zentralgottheiten. Shakti umfasst daher (außer ihrer Rolle als Gefährtin) alle Göttinnen. [I]ich finde diese Dämonenblutsäuferin sowieso unzumutbar, ich mein wo ist denn da der Unterschied[/I] Der Unterschied wozu`? Zum Beispiel gibt es auch zu Hathor einen Mythos, der besagt, dass sie in kriegerische Raserei verfiel und ihr Blutdurst nur durch rotgefärbtes Bier gestillt werden konnte. Für mich sind die destruktiven Gottheiten entweder Ausdruck einer archaischen Angst vor dem Ungewissen und den äußeren Feinden in einer von Wandel, krieg und Umherziehen geprägten Zeit (vergleiche mit dem Gott der Abrahamsreligionen!); andererseits Symbol für das Gegenstück zum Leben, dem Tod, der ein integraler Bestandteil der Existenz ist und für mich nicht so schlimm ist, sondern sogar beruhigend.(und hey - sind wir nicht 'Grufties', oft mit einer Faszination für morbides?) Die Brutalität kann ich allerdings auch nicht nachvoll ziehen (obwohl, wenn der Tod für viele so bedrohlich ist, ist es kein Wunder, wenn er extrem dargestellt wird!) [I]Als Sinnbild für die Fruchtbarkeit ist sie eine der wichtigsten Gottheiten der Vorgeschichte,[/I] Nicht nur fur Fruchtbarkeit. Mir gefällt es nciht wenn weibliche Gottheiten nur auf das "gebären" reduziert werden, egal wie abstrakt. Siehe auch oben. [I]DSas Mutter unser ist ein gebet ähnlich wie das Vater unser nur das es sich eben auch auf die Weiblichen Aspekte bezieht (fruchtbarkeit etc.) [/I] Dito. Alleiniger Fruchtbarkeitszentrismus ist "patriarchalisch". Ich finde es unsinnig, die Bibel feministisch umzuschreiben, sogar auch Jesus eine Jesa Christa zu machen. Es ist ein historisches Dokument, das sehr ambivalent ist - einerseits ist die Entsendung des "Erlösers" eine Art Wiedergutmachung, andererseits ist die Opferung des Sohnes (bes. im Kontext der Intoleranz Jahwes) ein zentrales Thema der Kultur. Lest Bücher mit einem Blick dafür und ihr werdet dieses alte, bezeichnende Stereotyp finden, dass autoritäre Väter psychopatische Söhne haben. (Selbst in Harry Potter kommt das vor ;-) ) Wenn feministiche Religion, dann sollte nicht das Gefüge des Alten Testamens übernommen werden, auch nicht die grausamen, hierarchaischen Elemente. (Vergleiche auch einmal Kali mit Jahwe, bezüglich ihrer Blutlust!) Übrigens wird ein Matriarchat/Göttinenkult in der Bibel selbst thematisiert! (Details auf Anfrage) [I]Man kann sich nicht einfach aus einer fremden Götterwelt, aus einem Komplexen System, ein paar Götter aussuchen, da man die gesamte Götterwelt als Ganzes betrachten muss, wenn man sich damit ernsthaft außeinandersetzen will...gewissermaßen die mystische Soziologie der Götterwelt...![/I] Teils, teils. Man muss z.B. nciht christlich sein, um an Maria zu glauben und zu einer der "heiligen Quellen" pilgern. Gottheiten verkörpern(!) Aspekte, sie stellen Archetypen dar, können also weitestgehend losgelöst gesehen werden. Man sollte dennoch mit den Mythen, Konnotationen und Beziehungen der "Wahlgottheit" vertraut sein, um sie im Kontext zu sehen. Aber natürlc ist es Unsinn, als z.B Isis zu glauben , nur weil z.B. die Wnadmalereien von ihr so ästhetisch erscheinen. Außerdem: Wir können wir z.B. christlich sein? Wir sind ebenfalls kulturfremd, ziehen nicht von Krankheiten und Kämfen geplagt durch Wüsten und treffen keine "Heiden", die mit dem Schwert bekehrt werden müssten/sollten. :rolleyes: [I]Götter sind launisch, Götter sind nur ein Dach...[/I] Götter sind KEINE Menschen. Mit dieser Ansicht wirst du dir meist selbst wiedersprechen. [I]Sowieso bin ich mir bei wikipedia nicht sicher ob die Artikel zu solchen themen nicht total verwurstelt sind.[/I] Jepp, entweder das oder sie sind zu theoretisch udn trocken für "unsere Zwecke". [I]Meinst du damit die symbolischen sexuellen Aspekte oder eher die Wirklichen die bei bestimmten Heidnischen Festen ausgeführt wurden/werden?[/I] Das zu etablieren dürft in der heutigen gesllschaft unmöglich/unangebrahct sein. Übrigens gibt es nicht mal im Wicca einen heiligen Koitus im physichen Sinne (maximal metaphorisch). [I]Maria scheint eine starke Frau gewesen zu sein[/I] Maria MAGDALENA war die einzige, erste AnhängerIN Jesus', somit sehr progressiv. Maria, MutterGottes, ist, leider eine Art "verkrüppelte Muttergottheit". Jesus springt nicht sonderlich gut mit ihr um. Sie ist passiv, asexuell, unterwürfig. Andererseits stralt sie eine Wärme und geborgenheit aus, die ihre Anhänger bei ihr suchen. Die meisten "wundersamen Offenbarungen" der Neuzeit haben Maria als Akteurin. Im gegensatz zur allgemeinen Darstellung ist Maria nicht aus der Göttin ENTSTANDEN. Sie hat aber ihre Rolle übernommen und einiges heidnische legimiert. In missionierten Ländern, besonders Lateinamerika, ist sie eine starke Persönlichkeit, mit vielen AnhängerInnen, da sie mit alten Göttinnen verschmolzen wurde, um die Bevölkerung zu christianisieren. Interessanterweise gibt es da sogar eine "Maria Oscura de la Noche", die dunkle Maria der Nacht, die Beschützerin der Prostituierten, Bettler, Straßenkinder und Diebe ist. Manchmal findet eine prozession für sie in den Armenvierteln statt, dabei wird eine Figur, aus Draht, Müll und Lumpen, die sie darstellen soll, durch die Straßen getragen. --------------------------------------------------------------- Götter und Göttinnen sind im Panthenon ein Spiegelbild der Gesellschaft (vergl. dazu die Stellung der griech. Göttinnen, bes. Hera!). Für mich ist Göttlichkeit das (perfekte) Wechselspiel in der Natur, die Entwicklung. Beizeicnungen wie "männlcih/weiblich" sind immer vond er Kultur abhängig. Die sich [B]ergänzenden[/B] Gegenparts sind Mann/Frau, Yin/Yang... Das sollte wiederum nicht in Dualismus ausarten, jeder vereint alle Prinzipien in sich. Ein negatives Beispiel für das Schwarz-Weiß sehen stellt der Biologismus* dar, besonders wenn er Mann/Frau- Unterschiede zu erklären versucht. Lest Bücher wie "Warum Männer lügen und Frauen nicht einparken können" oder "männer sind vom Mars, Frauen von der Venus" also mit offenem, kritschem Blick! *Teilweise auch Grundlage der sozialdarwinistischen/Nazi-Ideologie! |
| Lacrima_8179 | [QUOTE]Wie der Monotheismus es geschafft hat ausgerechnet die Fruchtbarkeitskulte die es ja noch in eltischer Zeit als beltane gab in ein langweiliges Erntedankfest umzumodeln ist mir heute noch ein Rätsel. Selbst aus dem 16. Jahrhundert sind noch Berichte von frustrierten Pfarrern überliefert, die die Unzucht der Jugend zu Beltane beklagten.[QUOTE] Hm, mag sein dass die Frage dumm klingt, aber was hat Erntedank mit Fruchtbarkeitskulten zu tun? Bin bezüglich dieses Gebiets recht unwissend. Mir ist zwar klar, dass es in der Geschichte leute gab, die mit den ganzen "Tempelprostiutionen" (wie weit dies zutrifft, weiß ich nicht) nicht einverstanden waren und "aufräumten". Aber wie kommt es dann zum Erntedankfest? Ja, ich weiß, die Frage hast du auch gestellt. ich beziehe mich auch eher nur auf die Grundzüge dessen....Ich hoffe, dass kommt nicht zu dämlich rüber. |
| Seneca | [QUOTE][i]Original geschrieben von apnoe [/i] [B]Ich denke, frueher gab es mehr weibliche, feminin gepraegte Goetterkulte, weil damals ehr Matriarchat als Patriarchat war. Und mit dem zunehmen des Patriarchats hat sich dass dann so allmaehlich zerschlagen... genau wie sich auch alles andere zerschlagen hat.[/B][/QUOTE] Könnten wir da mal genauere Bezugspunkte erfahren? Mir ist nämlich selbst aus der Antike kein matriarchalicher Hochkulturkreis bekannt...! Auch die griechisch-römischen Demokratien von 500-27 v. Chr. waren strikt patriarchisch. Nach dem was uns die römische Geschichtschreibung erzählte, machten da die Kelten, Goten und andere germanischen Stämme auch keine Ausnahme. |
| Solstice | Kommt mir auch eher so vor. Ich bin da kein Experte, aber die Göttinnen haben doch in der Riege der Götter in der Regel die Funktion inne, die die Frauen in der jeweiligen Kultur haben. Und eine matriarchalische Kultur ist mir in der Weltgeschichte nicht bekannt... darauf haben die Männer damals schon geachtet... ;) @Apnoe: meinst Du so sanfte Autoritäten wie Angela Merkel oder Margret Thatcher? :D |
| schattenlichter | @seneca vor 2300 v.Chr gab es eine antike matriarchalische kultur i nahen osten, das sumerische reich, dass später durch das reich von akkad und dieses durch assur und babylon abgelöst wurde grüße sarah |
| Seneca | @ Schattenlichter Ich habe hier zwar nur einen Schnipsel aus [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Sumer]Wikipedia[/url] aber weder bei den Sumerern noch bei den Babyloniern wird etwas von einer matrichischen Kultur erwähnt...Stammt nicht das Gilgamesch Epos aus diesem Kulturkreis?! Wer dieses Epos kennt, weiß wohl wie "testosterongeschwängert" es ist. Bringt eine matriachische Kultur so etwas hervor...? Im übrigen nennt auch die Herrscherfolge der Sumerer und Babylonier nur Könige...! Nur unter bezugnahme auf harte Fakten, scheint es eher so als wäre die Legende von den matriachischen Gesellschaften irgendwann in den End-60ern entstanden. Einziges "matriarchisches Land" Europas ist nach wie vor Sizilien...und auch das nur unter der Machismo-Oberfläche. Bei meine Türkischen Kollegen kommt mir das übrigen auch so vor und das ich unter dem Pantoffel stehe ist hier ein offenes Geheimniss Aber eine Kanzlerin alleine macht noch keine Matriarchische Gesellschaft...selbst unter der nicht geringen Zahl britischer Königinnen und Regentinnen hatt sich nichts an der Gesellschaftstruktur geändert. Die ist offenbar "hardcoded"...Da sich sich sofort wieder einstellt, sobald die Zügel schleifen lässt...siehe dazu meine Thread [url=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=274610&highlight=emanzipation#post274610]"Die Errungenschafften der Emanzipation"[/url]. Ganz aktuell sehe ich da wieder eine Rückfall in die 50er auf uns zukommen. |
| nakry | Catal Hüyük gilt als ein Matriarchat, allerdings wird diese Deutung in Wissenschaftlerkreisen oft angezweifelt. Auch das frühe neolithische Kreta hatte nachgewiesenermaßen matriarchale Züge. Und natürlich die allseits bekannten Amazonen, da allerdings auch umstritten sind. Andere, heute noch existente matriarchale Kulturen sind die Mosuo in China und die indonesischen Minangkabao, außerdem noch einige indigene Stämme. Der Stamm der Tuareg geht nach eigenem Verständis auf eien Urmutter zurück, ist aber, meines Wissens nach kein Matriarchat. Juchitan in mexiko gilt als Stadt der Frauen. Zur Begriffsklärung: Natürlich hat ein matriarchat nichts mit Herrscherinnen a la Merkel/Rice/Thatcher im heutigen Sinne zu tun. Dazu (von [url]www.matriarchat.net[/url]): [I]Matriarchat ist eine Gesellschaftsform (System des Zusammenlebens), die sich von allen anderen Gesellschaftsformen dadurch unterscheidet, dass sie keine Herrschaftsstrukturen und institutionalisierte Hierarchien aufweist. Ein Matriarchat wird daher auch als regulierte Anarchie (nach Christian Sigrist) oder als egalitäre Konsensdemokratie (nach Thomas Wagner) bezeichnet.[/I] ----------------- "Auch die griechisch-römischen Demokratien von 500-27 v. Chr. waren strikt patriarchisch." Exakt. Trotz des hohes Maßes an Demokratie hatten frauen das selbe politsiche Recht wie Sklaven und Kinder, nämlich gar keins. Interessanterweise scheint die spartanische Frau es sogar besser gehabt zu haben als ihre athenische Geschlechtsgenossin. "weder bei den Sumerern noch bei den Babyloniern wird etwas von einer matrichischen Kultur erwähnt...Stammt nicht das Gilgamesch Epos aus diesem Kulturkreis?! Bringt eine matriachische Kultur so etwas hervor...?" Zu diesem (geografischen) Kulturkreis fällt mir maximal der Innana Mythos ein: [url]http://www.diegoettin.de/texte/texte/index.htm[/url] "Hm, mag sein dass die Frage dumm klingt, aber was hat Erntedank mit Fruchtbarkeitskulten zu tun? Bin bezüglich dieses Gebiets recht unwissend. Mir ist zwar klar, dass es in der Geschichte leute gab, die mit den ganzen "Tempelprostiutionen" (wie weit dies zutrifft, weiß ich nicht) nicht einverstanden waren und "aufräumten". Aber wie kommt es dann zum Erntedankfest?" Die (neu)heidnischen/germanischen/wicca- geprägten Feste Litha und Lammas sind Erntefeste mit mittelalterlichen Wurzeln, der Urspung des Erntedankfestes oder Thanksgiving. Das im Mai (Blütemonat) stattfindende Beltaine ist ein Fruchbarkeitsfest, bei dem man über Feuer springt (und denkt an den in ländlicheren Gegenden noch üblichen Maibaum, ein phallisches Symbol in der weiblich konnotierten Erde) Alles in allem dankt man für /bittet um reiche Ernte, um Vorräte für den Winter zuhaben (was früher lebensnotwendig war). Man war/ist viel von äußeren Einflüssen, Trockenperiodne oder Überschwemmungen abhängig und erhofft sich den Segen der Götter oder Mutter Erde. |
| schattenlichter | @seneca das mit den sumerern bzw einer kultur in diesem raum habe ich mal in einem buch gelesen, in dem auch erwähnt wurde, dass man bei ausgrabungen nur die namen weiblicher götter gefunden hat. " Die kultur der sumerischen frühgeschichtlichen epoche ist die Steinkupfer- und Bronzezeit. ihre städte sind noch ohne mauern, ihre bewohner leben vom ackerbau der großfamilie.noch herrscht das matriarchat. die heilige königin repräsentiert als göttin innana stamm, stadt und land. erst mit ausgang des reiches sumer hat das patriarchat den endgültigen sieg errungen. die alten götter der späten sumerischen überlieferung waren ausnahmslos göttinnen; antum, ninhil, damkina, istar und baba, die heiligen königinnen der fünf urstädte uruk, ur, eridu, larsa, lagas, sind älter als ihre männer anu, enlil, enki, utu, nergal. ihre gatten waren alle niedrigeren ranges." "wie die hellenen über die matriarchalischen einwohner attikas herfielen[...]" aus dem buch "gott und die götter - biblische mythologie" von walter beltz, erschienen 1975, 4. auflage 1985 ich habe die angaben für glaubwürdig gehalten, es kann jedoch sein, dass das schon stark veraltet ist. grüße sarah |
| Seneca | @ Schattenlichter Ich halte solche Publikationen eher für die typische alternativ-linke Propaganda wie sie in den 70er verbreitet wurde. Das Geschichte gerne intrumentalisiert wird, kennen wir ja nicht erst seit der letzen Wehrmachtsaustellung. Auch die römischne Autoren waren nicht 100% objektiv. Auf jedem Fall aber in aller Regel verlässlicher als die Schreiber des Mittelalters. Und wie vorher schon angemerkt wurde...ein paar Göttinnen und Königinnen machen noch kein Matriarchat. |
| schattenlichter | wie wahr... grüße sarah |
| Frau Gaia | [QUOTE][i]Original geschrieben von nakry [/i] Gottheiten verkörpern(!) Aspekte, sie stellen Archetypen dar, können also weitestgehend losgelöst gesehen werden. [/QUOTE] Wieso das denn? Ich dachte, das sei einer der gravierendsten Unterschiede zwischen Heidentum und dem rationalistischen Atheismus unserer Tage, nämlich dass die Götter einfach Götter sind und BEI den Menschen; dass Beziehungen bestehen - Feindschaften, Bündnisse, Liebe und was weiß ich was noch; und dass "Götter" nicht irgendwelche abstrakten Metaphern für die "Archetypen menschlicher Psyche" sind, die höchstens in ein paar chemischen Fehlreaktionen des Gehirns angesiedeln werden können! und überhaupt, Frau Gaia |
| Lee | einige wollten etwas zu den Göttinen Isis und Hathor wissen. Dazu kann ich ein bißchen beitragen: Isis hat sich aus der alten ägyptischen Göttin Hathor heraus entwickelt, deren Attribut Kuhhörner waren. In der Vorstellung der ägyptischen Mythologie war der Himmel eine riesige Kuh. Hathor, auch "Mutte des Horus" genannt, stand demnach in Verbindung mit dem Himmelsgewölbe, d.h. dem Kosmos. In der Vorstellung vieler Religionen ist die Kuh ein Ausdruck des weiblichen, mütterlichen Prinzips, das Nahrung und Schtz gibt. Die gebogenen Kuhhörner erinnern an die Mondphasen, die ja auch mit dem typisch weiblichen Prinzip in Verbindung gebracht werden. Im übrigen gab es im Mittelalter viele Abbildungen der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind auf der Mondsichel. Diese gemeinsame Symbolik läßt deutlich erkennen, daß die Jungfrau Maria der christlichen Kirche aus der ägyptischen Isis, bzw. Hathor, heraus gewachsen ist und im Christentum das gleiche Prinzip vertritt. Aber eines steht leider fest. Ein Matriachat, wie es auch in naturbezogenen Kulten verehrt wird, hat es niemals in der Geschichte gegeben. Immer waren es nur Splittergruppen, die diese Vorstellung ihr eignen nannten. Das liegt auch mit daran, das die sogen. "Naturreligionen" aus gutem Grund nie dogmatisiert waren und immer noch sind. |
| nakry | [QUOTE] Zitat: -------------------------------------------------------------------------------- Original geschrieben von nakry Gottheiten verkörpern(!) Aspekte, sie stellen Archetypen dar, können also weitestgehend losgelöst gesehen werden. -------------------------------------------------------------------------------- Wieso das denn? Ich dachte, das sei einer der gravierendsten Unterschiede zwischen Heidentum und dem rationalistischen Atheismus unserer Tage, nämlich dass die Götter einfach Götter sind und BEI den Menschen; dass Beziehungen bestehen - Feindschaften, Bündnisse, Liebe und was weiß ich was noch; und dass "Götter" nicht irgendwelche abstrakten Metaphern für die "Archetypen menschlicher Psyche" sind, die höchstens in ein paar chemischen Fehlreaktionen des Gehirns angesiedeln werden können! [/QUOTE] Oh, ich habe mich nicht klar ausgedrückt. Sorry. Allerdings: Es ist auch ein Merkmal des gelebten Neuheidentums*, einen gewissen Synkretismus zu praktizieren. Viele Strömungen sehen die Gottheiten aber nicht losgelöst oder gegensatz zum Leben und der Natur, diese sitzen nicht im Himmel oder in Asgard und hecken Kabalen aus, entscheiden über Schicksale. Sie SIND die Natur, in all ihren Formen. Das ist auch mein Glauben und lässt sich auch am besten mit der Wissenschaft vereinbaren. Und ob man nun diese Natur als den Wohnort der Göttin (um beim Thema zu bleiben), die Berge als Ihre Brüste oder jeden Menschen als Ihre Inkarnationen (=Fleischwerdung!) ansieht, hängt von Einzelnen ab. Ich denke Starhawks Zitat (auch wenn sie Wicca ist) fasst eine solche Strömung gut zusammen: "Oft werde ich gefragt, ob ich an die Göttin GLAUBE. Da antworte ich: Glaubst du an Steine?" So real ist diese "Gottheit". Der Unterschied besteht tatsächlich im "Dabei- und Hiersein" der Götter, als Gegensatz zu den entfernten, strengen (aber personifizierten!) Gottheiten, wie sie oft in anderen Religionen vorkommen. Es ist in meinen Augen Unsinn, sich mit viel Getöse zu "Dechristianisieren" und dann ein fast ebenso opressives Sünden- und Strafmentalität geprägtes (griechisches/germanisches/ägyptisches) Pantheon zu übernehmen. Deine Kritik an Archetypen: Selbst die "Götterfamilie" (von dir als positiv gesehen) ist ein Abbild der irdischen Ideal/Sindzustände. Viele Heiden (vor allem die okkult/esoterisch angehauchten, das lässt heute nicht mehr differenzieren) jonglieren mit Aspekten und Archetypen, orakeln und interpretieren feste Deutungen der Runen/ des Tarots etc. Hexen verwenden (wenn sie nicht gerade Teenie-Bravo-Pendel-Hexen sind) Farben, Visualisierungen. Das ganze Leben besteht aus Symbolismus. Eigenschaften/Personen können daher Archetypen, Ereignisse Aspekte und Gegenstände Symbole darstellen. Und das nicht nur im Glauben. (Hast du Vorbilder?) Wenn ich sage, ich sein Feministin/Gothic/Heidin/Frau/Schülerin/was auch immer, übernehme ich dann nicht auch ein gewisses Bild davon, um es im Laufe der Zeit zu modifizieren? Impliziere ich nicht eine Assoziation beim Anderen, ob es dann nun "hässliche Kampflesbe"/"Gruselfreak mit Todessehnsucht"/"Ketzerin"/"fürs Häusliche zuständig"/"Streberin"... ist oder "starke, politische Person"/"tiefsinnige Rebellin"/"spirituell und kritisch"/... ?! Ich finde, man sollte den mythischen, abstrakten, personifizierten Teil (als eine Unterart der Fabel/Lehrgeschichte; man beachte auch den Kontext und eventuelle Absichten des Verfassers!) von der lebensnahen, konkreten, persönlichen Manifestierung trennen, oder wenigstens unterscheiden. Sonst macht man ganz schnell angesprochenen "Fehler". *Der Ausdruck erinnert mich immer an "realsozialistischer Alltag". |
| nakry | Noch ein weiterer Gedanke zur Verbindung verschiedener Kulturkreise und ihrer Pantheone: Der Begriff kommt vom griech. pan (alles) und theos =Gott. Ursprünglich bezeichnet er ein geweihtes Heiligtum. Erst seit der Aufklärung wird er auf die Götterwelt (nicht nur die antike!) angewandt. ----------- Es gibt viele, die z.B. die Germanen glorifizieren, deren Sippenlebensweise mit (latentem) Sozialdarwinismus verbinden. Manche entwickeln aus wissenschaftlichen Gründen ein Interesse an beispielsweise der Ägyptischen Religion. Und doch, kann man bei den Heiden sagen, die die Götter entweder als Archetypen oder Manifestierung sehen, dass sie genauso naiv oder nicht ernsthaft sind bzw. genauso gefährliches Gedankengut übernehmen wie die zwei oben genannten Gruppen? Bei der "Neuen Göttinnenreligion" gibt es äußerst viele ineinander fließende Strömungen: die feministische, gynozentrische, Wicca (und hier mehrere eigentlich gar nicht so alte Traditionen: Dianic[betont die Göttin, lässt ihr männl. Gegenstück meist weg], Gardner/Alexandrin[Göttin plus Sohn-Gefährte] , Ara[Körper als "Altar"], Faery.....], schamanisch, (freistil)magisch, naturzentriert, politisch links, matriarchal, christlich, christlich-weiblich, esoterisch,............ Manche davon arbeiten mit Geistern, Magie, Psychologie, Göttinnen, Gott, Aspekten, Ahnen, Vorbildern (ohne Gottheiten) oder Wissenschaft. Wer vermag da zu trennen oder gar eine Hierarchie aufzubauen? Das ganze Geflecht ist kompliziert und die jeweilig Praktizierenden müssen aufpassen, kein Dogma zu entwickeln. |
| Frau Gaia | [QUOTE] Deine Kritik an Archetypen: Selbst die "Götterfamilie" (von dir als positiv gesehen) ist ein Abbild der irdischen Ideal/Sindzustände. Viele Heiden (vor allem die okkult/esoterisch angehauchten, das lässt heute nicht mehr differenzieren) jonglieren mit Aspekten und Archetypen, orakeln und interpretieren feste Deutungen der Runen/ des Tarots etc. Hexen verwenden (wenn sie nicht gerade Teenie-Bravo-Pendel-Hexen sind) Farben, Visualisierungen. Das ganze Leben besteht aus Symbolismus. Eigenschaften/Personen können daher Archetypen, Ereignisse Aspekte und Gegenstände Symbole darstellen. Und das nicht nur im Glauben. (Hast du Vorbilder?) [/QUOTE] Ist das jetzt als Zusammenfassung meines Kommentars gemeint oder als Stellungnahme? Das Problem besteht meiner Meinung nach darin, dass dieses in gewissem Maß auf jeden Fall notwendige "Symbolisieren" oft den eigentlichen Glauben/die eigentlichen Götter ersetzt. Man hört dann auf, mit ihnen als Individuen außerhalb des eigenen Körpers zu kommunizieren, sodass sich der ganze vermeintliche "Glauben" eigentlich nur noch in der eigenen Psyche abspielt (im Prinzip zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein); quasi als eine Art Selbstaktivierung. Verstehst du, was ich meine? Sobald man die Götter nur noch als Symbol betrachtet, leugnet man ihre Fähigkeit, ins "Weltgefüge" (oder was auch immer) einzugreifen und versucht nur noch, die eigenen Kräfte zu mobilisieren, um Dinge zu erfahren (Hellsichtigkeit) oder zu verändern (Magie?). Soll nicht heißen, dass das nicht geht oder nicht gemacht werden sollte...aber ist ist dann eben nicht mehr Glaube, sondern Magie. Dann kann man sich diese Göttergeschichten ja gleich stecken. das Übliche, Frau Gaia |
| nakry | Ja, hier gehen unsere Meinungen etwas auseinander. Natürlich geht es mir nicht (nur) um das was du Magie* nennst. Ich glaube durchaus auch an Götter. Aber für mich ist alles "die Göttin"**, und das ist nicht von mir oder meiner Umwelt getrennt, wie das in den Abrahamsreligionen der Fall ist. Ich kann in den Wald gehen und in "Ehrfurcht" die Symmetrie der Blätter betrachten, von den Gesetzmäßigkeiten der Quantenphysik fasziniert sein, das einzigartig funktionierende Zusammenspiel der Naturkräfte und Ereignisse bewundern. Ich muss mich nicht vor einen Leichnam aus Holz, der an einem Kreuz hängt, niederwerfen und um mein Wohl flehen. Die entsprechenden Kulturen haben ihren Gottheiten bestimmte Aufgabenbereiche, z.B. für die Hilfe im Haushalt/ bei Geburt/ für Geschäfte zugeordnet, und so halte ich es dann in etwa auch. Aber diese sind dann für mich ein Teil des Ganzen und keine Entität. Übrigens ist Pantheismus etwas anderes als Polytheismus. [I]Ist das jetzt als Zusammenfassung meines Kommentars gemeint oder als Stellungnahme?[/I] Als Stellungname dazu. * Wie schon gesagt, ich bin nicht Wicca. **Wenn das auch keine Gottvorstellung im eigentlichen Sinne ist, so finde keinen besseren Begriff dafür. |
| paimon | Bei den Göttinen Kulten fällt mir eignetlich nur immer der Blutkult ein. Denn nehmen wir doch einmal Sachmet die Löwenkopfgöttin, um sie zu besänftigen wurde Blut verwendet, genauso auch bei Kali. Auch Erischkigal, die im Sumerischen über die Unterwelt herrscht und deren Schwester Inanna ( die auch Ischtar genannt wird) die Göttin der Fruchtbarkeit aber auch der Zerstörung ist, wird zur besänftigung oder für ihren Schutz Blut verwendet. Jedoch gibt es auch ausnahmen, wie z.B. Cheridwen mit ihrem Kessel. Oder Arthemis. Allerdings sind die meisten führen Kulte auf Blut und Frauen aufgebaut, da die Frauen die Fruchtbarkeit repräsentierten. Leider ging dieses Wissen ja wie wir alle wissen zum Teil für immer verloren, welches ich sehr schade finde. :( |