| Gottes.Hand | Das frühere Christentum nur eine strenge Staatsgewalt?Könnte es sein das die Christlichen-Gesetze nur dazu da waren um das Volk ruhig und fügsam zu bekommen? |
| Aurely Autumn | Welche Zeit bezeichnest du ungefähr mit "Früheres Christentum"? Christentum zu Zeiten seiner Entstehung war der verfolgte Glauben einer Minderheit und ursprünglich keine Staatsgewalt. Ein wirklicher Teil der staatlichen Gewalt (soweit man damals bereits von Staaten im heutigen Sinn sprechen konnte)wurde es erst im Mittelalter, als Adel und Klerus sich in der Tat die Macht (und auch den größten Teil des Grundbesitzes) im Staat teilten. Natürlich ist die abendländische Gesetzgebung seither von christlichen Werten und Moralvorstellungen durchzogen, bzw. das was die Kirche als solche erachtete. Was genau meintest du denn mit "christlichen Gesetzen"? Die "Zehn Gebote"? Oder spielst du auf irgendeine spezielle Gesetzgebung an? Was das "fügsam" machen der Bevölkerung angeht: In Staaten, in denen Staatsmacht und Kirche nicht getrennt sind ist die Kirche immer Teil der Staatsgewalt - je strenger der Staat, desto repressiver auch die Kirche. Das hat allerdings weniger mit der ursprünglichen Intention einer Religion zu tun, sondern eher mit den absoluten Machtbedürfnissen einer Oberschicht, wie man sie in feudalistischen Systemen oder auch Diktaturen findet. Ängste vor Hölle und Verdammnis kann man dann in der Tat wunderbar einsetzen, um der armen Bevölkerung beispielsweise zu drohen, dass sie nach all der Plackerei nicht in den Himmel kommen, wenn sie sich gegen ihren Fürsten auflehnen und damit gegen ihr gottgegebenes Schicksal aufmucken. Sowas passiert, wenn Religion (wie auch immer man sonst dazu stehen mag) als Mittel zum (Staats-)Zweck benutzt wird und damit von ihrem eigentlichen Ursprung und Sinn komplett entfremdet... |
| Aelfric | Grüß dich, Gottes.Hand! Ich frag mich auch was du mit "Frühes Christentum" meintest aber um deine Frage zu beantworten, ob die christlichen Gesetze nur dazu da waren/sind die Menschen ruhig und fühgsam zu machen, kann ich nur mit "nein" antworten. Viele der Grundeinstellungen Christi und damit auch die christlichen Gesetze lassen sich alle aus ihrer philosophischen Natur herraus erklären. Sie alle haben einen Sinn. Wenn jemand aber wie die Kirche es früher getan hat diese Richtlinien ausnutzt zum eigenen Profit, ist damit der ursprüngliche Sinn einfach nur entfremdet worden. MfG, Aelfric |
| Assassin | Ich glaube, mit dem MÄRCHEN Christies versuchte man, Ethik interessanter zu machen. Leider nicht immer gerecht oder klug... Später fing man ja mit dem Abschlachten von nicht Christen an, da "Ungläubige" ja nicht "an die ethik glauben". So ein Quatsch! Naja, bleibt noch Inquisition, Conquistadoren, "Verhör", Kreuzzüge, Ratzinger(Schwulenhasser der 1. Stunde) und BUSH!!! Nichts gegen die anfängliche Botschaft, aber muss man sie SO Präsentieren? Einige Methoden sind doch echt Krank... |
| Cold Rain | Ich muss Aurely Autumn widersprechen, dass Christentum wurde weitaus früher schon mal zur Staatsgewalt und zwar im Römischen Reich unter Kaiser Konstantin ab 312 (Konstantinische Wende). Vorher war das Christentum eine verfolgte Religion gewesen, aber Kaiser Konstantin erhob sie nach der Schlacht an der Milvischen Brücke irgendwann zur Staatsreligion und ab da verfolgten die Christen die anderen Religionen. Als ob sie nichts daraus gelernt hätten, wie es ist, um des Glaubens willen verfolgt zu werden^^ oder Rache? Aber das wäre dann ein anderes Thema :) edit: hab mich mit dem Kaiser vertan :rolleyes: |
| Aurely Autumn | @Cold Rain: Hast Recht, war mir entfallen. Aber ich denke wir können uns trotzdem auf den Grundkonsens einigen, dass Religion, bzw. hier das Christentum immer dann gefährlich wird, wenn sich mit Staatsinteressen kreuzt, bzw. einzig für die Durchsetzung der Staatsinteressen genutzt wird. Wenn bereits von einer "Einführung" der Religion die Rede ist, dann meint das immer Zwang. Und von der ursprünglichen Intention dabei eben nicht mehr viel übrig. |
| Cold Rain | Ja, natürlich, darauf können wir uns wohl einigen. Religion und Politik sollten nicht zusammenhängen, aber im neuen Schulgesetz steht zumindest in NRW die "Ehrfurcht vor Gott" auch wieder ganz oben auf dem Unterrichtsplan. |
| Aelfric | [QUOTE][i]Original geschrieben von Cold Rain [/i] [B]Ja, natürlich, darauf können wir uns wohl einigen. Religion und Politik sollten nicht zusammenhängen, aber im neuen Schulgesetz steht zumindest in NRW die "Ehrfurcht vor Gott" auch wieder ganz oben auf dem Unterrichtsplan. [/B][/QUOTE] Also wenn Politik nach einer christ-sozialen Ethik, Nächstenliebe und Erfurcht vor Gottes Schöpfung beeinflusst wird, dann kann man dem nichts schlechtes abgewinnen, oder? MfG, Aelfric |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Cold Rain [/i] [B]Ja, natürlich, darauf können wir uns wohl einigen. Religion und Politik sollten nicht zusammenhängen, aber im neuen Schulgesetz steht zumindest in NRW die "Ehrfurcht vor Gott" auch wieder ganz oben auf dem Unterrichtsplan. [/B][/QUOTE] Bereits das ist für mich ein Fall von religiöser Unterdrückung und ein Verstoss gegen die sogenannte Religionsfreiheit in diesem Land...denn die beeinhaltet für mich auch das Recht, an keinen Gott zu glauben, vor dem ich irgendeine "Ehrfurcht" haben müsste... |
| Varda | [QUOTE]Ängste vor Hölle und Verdammnis kann man dann in der Tat wunderbar einsetzen, um der armen Bevölkerung beispielsweise zu drohen, dass sie nach all der Plackerei nicht in den Himmel kommen, wenn sie sich gegen ihren Fürsten auflehnen und damit gegen ihr gottgegebenes Schicksal aufmucken.[/QUOTE] Solche Zeiten sind nun aber wirklich vorbei! Das als Beispiel zu bringen ist etwas überholt. [QUOTE]Ich glaube, mit dem MÄRCHEN Christies versuchte man, Ethik interessanter zu machen. Leider nicht immer gerecht oder klug... Später fing man ja mit dem Abschlachten von nicht Christen an, da "Ungläubige" ja nicht "an die ethik glauben". So ein Quatsch! Naja, bleibt noch Inquisition, Conquistadoren, "Verhör", Kreuzzüge, Ratzinger(Schwulenhasser der 1. Stunde) und BUSH!!! Nichts gegen die anfängliche Botschaft, aber muss man sie SO Präsentieren? Einige Methoden sind doch echt Krank...[/QUOTE] Erstens: Nur weil du meinst, dass Christus ein Märchen war, brauchst du das noch lange nicht allgemein gütlig zu machen. Zweitens: Ratzinger ist KATHOLISCH! Wann kapiert das eigentlich mal jemand, dass nicht alle Christen katholisch sind? Du hättest ja auch der Vollständigkeit halber erwähnen können, dass in der evangelischen Kirche homosexuelle Paare gesegnet werden, aber nein, Papa Ratze passt ja besser in dein antichristliches Bild. Drittens: Bush ist ja wohl das lustigste Beispiel. Jemand der Menschen ermordet und Kriege anfängt ist kein Christ. Lässt du dich so weit von ihm einlullen, dass du nicht merkst, dass er das "Christsein" nur dazu missbraucht, um an die superfrommen Wähler zu kommen? Viertens: Kreuzzüge, Kreuzzüge, Kreuzzüge... DAS Argument schlechthin, wenn man keine Ahnung hat, wovon man eigentlich redet. [QUOTE]Ich muss Aurely Autumn widersprechen, dass Christentum wurde weitaus früher schon mal zur Staatsgewalt und zwar im Römischen Reich unter Kaiser Konstantin ab 312 (Konstantinische Wende). Vorher war das Christentum eine verfolgte Religion gewesen, aber Kaiser Konstantin erhob sie nach der Schlacht an der Milvischen Brücke irgendwann zur Staatsreligion und ab da verfolgten die Christen die anderen Religionen.[/QUOTE] Ganz genau! Und Religionsunterricht an Schule ist dringend notwendig, wenn ich mir so betrachte, welch seltsame Ansichten Menschen über das Christentum haben können. Wo die herkommen möchte ich echt wissen. Das fängt damit an, dass die wenigsten wissen, dass es zwei Schöpfungsgeschichten gibt, geht damit weiter, dass Eva niemals einen Apfel in der Hand hatte und hört auch damit nicht auf, dass in der Weihnachtsgeschichte bestimmte Tiere nicht im Stall waren, die stets erwähnt werden. Wenn mit Religionsunterricht wenigstens ein teil dieser dämlichen Ansichten und Gerüchte aufgeklärt werden kann, dann lohnt er sich allemal, denn ansonsten haben wir eine Gesellschaft, die nichts mehr weiß vom Christentum, dass sie ja immerhin geprägt hat. Und das wäre sehr traurig, denn Luthers Vision von den mündigen Christenmenschen geht dann leider den Bach runter. Es wird sich immer beschwert, dass die Kirche ja angeblich alle manipuliert und Dinge geheim hält. Aber die, die das am lautesten brüllen, verstehen nicht, dass sie dieser angebliche Manipulation nur dann entgehen können, wenn sie sich mit der Marterie beschäftigen und einen Plan von der Sache kriegen. Denn wie möchte man etwas beurteilen, wovon man keine Ahnung hat? |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Varda [/i] [B]Und Religionsunterricht an Schule ist dringend notwendig, wenn ich mir so betrachte, welch seltsame Ansichten Menschen über das Christentum haben können. Wo die herkommen möchte ich echt wissen. Das fängt damit an, dass die wenigsten wissen, dass es zwei Schöpfungsgeschichten gibt, geht damit weiter, dass Eva niemals einen Apfel in der Hand hatte und hört auch damit nicht auf, dass in der Weihnachtsgeschichte bestimmte Tiere nicht im Stall waren, die stets erwähnt werden. Wenn mit Religionsunterricht wenigstens ein teil dieser dämlichen Ansichten und Gerüchte aufgeklärt werden kann, dann lohnt er sich allemal, denn ansonsten haben wir eine Gesellschaft, die nichts mehr weiß vom Christentum, dass sie ja immerhin geprägt hat. Und das wäre sehr traurig, denn Luthers Vision von den mündigen Christenmenschen geht dann leider den Bach runter. Es wird sich immer beschwert, dass die Kirche ja angeblich alle manipuliert und Dinge geheim hält. Aber die, die das am lautesten brüllen, verstehen nicht, dass sie dieser angebliche Manipulation nur dann entgehen können, wenn sie sich mit der Marterie beschäftigen und einen Plan von der Sache kriegen. Denn wie möchte man etwas beurteilen, wovon man keine Ahnung hat? [/B][/QUOTE] Ich habe ja auch nicht die Abschaffung des Religionsunterrichts verlangt...ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass Begriffe wie "Ehrfurcht vor Gott" im Sinne einer religiösen Indoktrination mit christlichen Glaubensbegriffen und -grundsätzen dort nichts verloren haben...Religionsunterricht muss stattdessen einen streng wissenschaftlichen, d.h. in Bezug auf Religion und die Existenz bzw. Nichtexistenz eines Gottes unbedingt neutralen Standpunkt einnehmen, über das Christentum, seine Entstehung und Geschichte, seine guten ebenso wie seine negativen Seiten möglichst wertneutral berichten, also ohne dabei einen definitiven "Pro" oder "Contra"- Standpunkt zu verfechten... |
| Varda | [QUOTE]Religionsunterricht muss stattdessen einen streng wissenschaftlichen, d.h. in Bezug auf Religion und die Existenz bzw. Nichtexistenz eines Gottes unbedingt neutralen Standpunkt einnehmen, über das Christentum, seine Entstehung und Geschichte, seine guten ebenso wie seine negativen Seiten möglichst wertneutral berichten, also ohne dabei einen definitiven "Pro" oder "Contra"- Standpunkt zu verfechten...[/QUOTE] Das ist ganz richtig. So wird auch Theologie betrieben, obwohl ja immer wieder gern das Gegenteil behauptet wird. Religionslehrer müssen aber auch getauft sein (jedenfalls in Bayern) und die Kirche spielt sowohl beim Examen als auch bei der Aufsicht der Lehrer eine wichtige Rolle. Das sieht auf den ersten Blick verdächtig aus, ist aber ganz wichtig! Denn die Kirche vertritt das Christentum offiziell, sie ist die zuständige, seriöse Institution. So wird z.B. verhindert, dass ein Zeuge Jehovas oder jemand Vergleichbares im Religionsunterricht Missbrauch betreibt. Zudem ist es Protestanten wie Katholiken wichtig, die entpsrechenden Dogmen zu lehren: Auf Unterschiede in der Haltung zu Jungfrauengeburt, Homosexualität, Zölibat, Frauenpriestertum etc. wird viel Wert gelegt. Der Unterricht an sich muss aber so sein, wie du ihn geschildert hast und es ist auch klar, dass er nicht zur Missionierung verwendet werden darf. Dem Schüler ist aber immer bewusst, dass er einen getauften Mensch im DIenst von Kirche und Staat vor sich hat. |
| Weltverbesserer | Ich bin durch zufall hierher gelangt und nachdem ich eure Beiträge gelesen habe konnte ich es mir nicht verkneifen meine Meinung zu diesem Thema kund zu tun... Okay als erstes möchte ich klarstellen, dass das Christentum und der Glaube an einen Gott für mich zwei volkommen unterschiedliche Dinge sind. Natürlich hat jeder Mensch das Recht an das zu Glauben was er für richtig hält. Das steht außer Frage. Aber eine andere Sache ist... nun ja sagen wir doch sehr fragwürdig.... nämlich die Richtigkeit der Bibel und somit die Grunfesten des Christentums. Wie ist die Bibel entstanden? Nicht etwa kurze Zeit nach Jesus Tod. Sie wurde rund 300 Jahre später beschlossen (von Kaiser Konstantin im Konzil von Nicäa)... Ich persönlich muss sagen ich finde, dass es eine ziemlich große Spanne ist um noch die ganze Wahrheit zu kennen. Nun ja... Zum nächsten Punkt: Niemand kann leugnen das im Namen des Christis viele Verbrechen begangen wurden und eines davon waren nun mal die Kreuzzüge. Natürlich, jede Religion wird missbraucht, aber ich denke, nur weil es sich um eine handelt, sollte man deswegen das Unrecht was sie begangen hat nicht kleinreden. Und nun als letztes: Religionsunterricht an Schulen... nun ja.... ich bin atheistisch erzogen und glaube an keinen Gott. Jedoch weiß ich, was in der Bibel steht, kenne christliche Feste, Bräuche, und Glaubensvorstellungen. Ich denke jedoch, dass man Kirche und Staat trennen sollte. Alles andere wäre absolut untolerant. Denn was heißt Religion in unserem Fall: Christentum. Wie aber sieht es mit Atheisten, und Leute andere Glaubensrichtungen wie Juden, Moslems oder anderen aus. Denn es sind ja nicht nur Christen die unser Land bewohnen. Christen werden hier wirklich sehr "bevorzugt". Es ist in öffentlichen Gebäuden erlaubt eine Kreuz zu tragen, aber es ist nicht erlaubt ein Kopftuch zu haben? Da kann doch was nicht stimmen oder? Nun ich jedenfalls denke, dass das Unterrichtsfach LER (Lebensgestaltung- Ethik- Religion) keine Alternative zum Religionsunterricht sein, sondern vollkommen dessen Platz einnehmen solllte. Ich weiß, dass ich jetzt etwas vom eigentlichen Thema abgewichen bin.... 'tschuldigung, aber das musste sein. |
| Varda | [QUOTE]Aber eine andere Sache ist... nun ja sagen wir doch sehr fragwürdig.... nämlich die Richtigkeit der Bibel und somit die Grunfesten des Christentums. Wie ist die Bibel entstanden? Nicht etwa kurze Zeit nach Jesus Tod. Sie wurde rund 300 Jahre später beschlossen (von Kaiser Konstantin im Konzil von Nicäa)[/QUOTE] Schon mal was von historisch-kritischer Methode gehört? Von Exegese? Nein? Schade. Denn dann wüsstest du, dass das alles untersucht wird und wurde. Bei allem Verständnis dafür, dass eine Menge Widersprüche und falsche Paulusbriefe und noch viele andere Dinge in der Bibel stehen kann man nicht sagen: Die Bibel ist einfach falsch, sie wurde beschlossen. Das ist genauso kurzsichtig wie zu sagen sie enthielte keine Widersprüche. Und bei aller Richtigkeit bezüglich des Konzils ist auch zu beachten, dass die Protestanten eine andere Bibel haben als die Katholiken, denn in der Luther-Übersetzung sind einige Bücher herausgenommen worden (die, aus protestantischer Sicht, sogenannten Apokryphen). Ich kann gut verstehen, dass es auf Außenstehende oft so wirkt als sei die Bibel einfach eine Ansammlung von Märchen. Doch die Kirche pocht keineswegs darauf, dass die Bibel Gottes Wort sei. Bedenke bitte auch, dass die Bibel nicht 300 Jahre später geschrieben wurde, sondern lediglich der Kanon zu dieser Zeit beschlossen wurde! Die Bücher wurden selbstverstädnlich vorher geschrieben, im AT oft mehrere hundert Jahre vor Christus. Im AT finden sich dann mehrere redaktionelle Bearbeitungen, die sich mehr oder weniger gut isolieren lassen. Auch, wenn es manchmal schwer fällt, eine einzelne Redaktionsschicht herauszuarbeiten, ist meist zu erkennen, dass ein Text bearbeitet wurde. [QUOTE]Niemand kann leugnen das im Namen des Christis viele Verbrechen begangen wurden und eines davon waren nun mal die Kreuzzüge. Natürlich, jede Religion wird missbraucht, aber ich denke, nur weil es sich um eine handelt, sollte man deswegen das Unrecht was sie begangen hat nicht kleinreden.[/QUOTE] Es geht hier nicht darum etwas kleinzureden. Aber Wenn ich hingehe und sage: Alle Deutschen sind am Holocaust schuld und auch diejenigen, die heute geboren werden, denn es waren Deutsche, die den Holocaust begangen haben, dann ist das genauso falsch wie die Kirche immer und immer wieder wegen der Kreuzzüge anzukreiden. Ich rede den Holocaust nicht klein wenn ich sage, dass die Deutschen es heute besser wissen und dass heute geborene Deutsche nicht mehr Schuld tragen. Genauso rede ich die Kreuzzüge nicht klein, wenn ich sage, dass die heutigen Christen und die Kirche heute keine Schuld daran tragen. [QUOTE]Wie aber sieht es mit Atheisten, und Leute andere Glaubensrichtungen wie Juden, Moslems oder anderen aus. Denn es sind ja nicht nur Christen die unser Land bewohnen. Christen werden hier wirklich sehr "bevorzugt".[/QUOTE] Schon mal das Grundgesetz gelesen? So mit Religionsfreiheit und so? Davon etwas gehört? Ich sehe nicht, dass ein Christ in Deutschland besser lebt als ein Jude, ein Atheist, ein Moslem, ein Zeuge Jehovas, ein.... etc. Oder hat dich der Staat schon mal behelligt, weil du Atheist bist? Bekomme ich Steuervorteile oder andere Rechte, weil ich Christ bin? Doch wohl kaum und deswegen verstehe ich nicht, wo hier die Bevorzugung liegen sollte. Wir leben nun mal in einem christlich geprägten Land. Es beschwert sich ja auch niemand über die Situation der christlichen Kirchen in der Türkei. [QUOTE]Es ist in öffentlichen Gebäuden erlaubt eine Kreuz zu tragen, aber es ist nicht erlaubt ein Kopftuch zu haben? Da kann doch was nicht stimmen oder?[/QUOTE] Für mich ist das Kopftuch ein Unterdrückungssymbol, das Kreuz unterdrückt jedoch niemanden. Darum ging es, denn das Kopftuch ist nicht vom Glauben heraus vorgeschrieben, wenn man ganz grob wäre könnte man sagen, es habe mit dem Islam nichts zu tun. Aber den Kopftuch-Streit hier wieder auszustreiten würde dieses Topic sprengen. |
| Weltverbesserer | Ich glaube ich habe mich falsch ausgedrückt. Ich wollte keineswegs behaupten, dass die Bibel falsch ist. Ich denke sich darüber zu streiten wäre ein aussichtsloses Unterfangen. Ich persönlich habe festgestellt, dass , ohne etwas pauschalisieren zu wollen, man nur ethisch bzw. humanistisch ist, wenn man ein Christ ist. Das ist meine Erfahrung und ich weiß das sich in dieser Sache die Geister Teilen. Natürlich kenne ich das Grundgesetzt. Und ich akzeptiere jede Religion und Meinung , ich denke ich bin ein toleranter Mensch. Ich habe viele Freunde die christlich sind aber darum geht es gar nicht. Vielleicht sollte ich auch noch mehr differenzieren. Reden wir von der Kirche. Atheisten werden tatsächlich behelligt. Und zwar mit der Kirchensteuer. Sobald ich z.B. arbeitslos bin zieht mir der Staat Kirchensteuer ab. Ich bin in keiner Kirchengemeinde. Ist das gerecht? Wieso soll ich etwas finanzieren, das nicht meinem Glauben entspricht? Jeder sollte seinen Glauben frei ausleben können. Aber sind Religionsunterricht bzw. christliche Symbole an Schulen gerecht? Ist nicht eine Wertevorstellung auch der Christen, dass alle Menschen gleichberechtigt sind? Warum dann keine anderen Symbole. Warum darf die christliche Kirche beeinflussen aber keine anderen Glaubensvorstellungen? ZumThema Unterdrückungssymbol. Für dich mag das Kreuz keines sein, für andere vielleicht schon. Das ist Ansichtssache. |
| Dyspenthes | [QUOTE][i]Original geschrieben von Weltverbesserer [/i] [B]Ich persönlich habe festgestellt, dass , ohne etwas pauschalisieren zu wollen, man nur ethisch bzw. humanistisch ist, wenn man ein Christ ist. Das ist meine Erfahrung und ich weiß das sich in dieser Sache die Geister Teilen. [/B][/QUOTE] Tut mir leid, aber ich verstehe diesen Satz nicht, kannst du ihn vielleicht nochmal erläutern? [QUOTE][i]Original geschrieben von Weltverbesserer [/i] [B]ZumThema Unterdrückungssymbol. Für dich mag das Kreuz keines sein, für andere vielleicht schon. Das ist Ansichtssache. [/B][/QUOTE] Ich bin christlich erzogen worden und mag das Kreuz nicht besonders. Kein Mensch würde sich einen elektrischen Stuhl um den Hals hängen, aber ein Kreuz, welches damals in etwa den gleichen Zweck verfolgte, wird ohne viel nachzudenken christlich gedeutet. Ich halte es eher mit dem Symbol der ersten Christen als wirkliches Zeichen: dem Fisch. Das Kreuz betrachte ich als Symbol des qualvollen Todes und der Unterdrückung. Nicht der Kirche, sondern allgemein, da es ursprünglich eine römische Erfindung war. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Varda [/i] [B]Das ist ganz richtig. So wird auch Theologie betrieben, obwohl ja immer wieder gern das Gegenteil behauptet wird. Religionslehrer müssen aber auch getauft sein (jedenfalls in Bayern) und die Kirche spielt sowohl beim Examen als auch bei der Aufsicht der Lehrer eine wichtige Rolle. Das sieht auf den ersten Blick verdächtig aus, ist aber ganz wichtig! Denn die Kirche vertritt das Christentum offiziell, sie ist die zuständige, seriöse Institution. So wird z.B. verhindert, dass ein Zeuge Jehovas oder jemand Vergleichbares im Religionsunterricht Missbrauch betreibt. Zudem ist es Protestanten wie Katholiken wichtig, die entpsrechenden Dogmen zu lehren: Auf Unterschiede in der Haltung zu Jungfrauengeburt, Homosexualität, Zölibat, Frauenpriestertum etc. wird viel Wert gelegt. Der Unterricht an sich muss aber so sein, wie du ihn geschildert hast und es ist auch klar, dass er nicht zur Missionierung verwendet werden darf. Dem Schüler ist aber immer bewusst, dass er einen getauften Mensch im DIenst von Kirche und Staat vor sich hat. [/B][/QUOTE] Dass es in Bayern so gehandhabt wird, wundert mich allerdings auch kaum... Nun ja, getauft bin ich ebenfalls...aber das sagt rein gar nichts über den wirklichen Glauben (oder Unglauben) den ein Mensch als Erwachsener angenommen hat, aus...denn schliesslich werden wir zumeist in einem Alter getauft, wo wir nur schwer Einwände dagegen erheben könnten...in der "westlichen Zivilisation", die nunmal vom Christentum geprägt wurde, wird uns diese Entscheidung zunächst einmal, zumeist von den Eltern, abgenommen...dass die Kirche indes noch heute ein "Glaubensmonopol" für sich beanspruchen darf, halte ich allerdings für äusserst problematisch...sicher würde ein Religionslehrer, der zu den Zeugen Jehovas gehört, das Christentum aus seiner Weltanschauung heraus eklären, die sich kaum mit der eines katholischen Priesters decken dürfte...aber deswegen wäre seine Sichtweise der Dinge nicht notwendigerweise falsch oder schlechter als jede andere, auch wenn in Grundsatzfragen des christlichen Glaubens sicher große Unterschiede zwischen der Kirche und solchen anderen christlichen, aber nichtkirchlichen Glaubensbewegungen, die von der Kirche zumeist nur abwertend als "Sekten" bezeichnet werden, bestehen mögen...es ist lediglich ein-und dieselbe Sache (die Bibel und das, was im Christentum Gott genannt wird, samt allem dazugehörigen Brimbaborium) aus mehreren unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet...keiner kann doch für sich das "Recht" beanspruchen, als einziger die Wahrheit zu kennen...und ein katholisch getaufter Lehrer kann den Religionsunterricht ebenso zum Zwecke religiöser Indoktrination missbrauchen wie ein Protestant oder ein Zeuge Jehovas das könnte... |
| Weltverbesserer | Mit diesem Satz meinet ich, dass ich schon ein paar mal mit der Meinung konfrontiert wurde das nur ein Christ wirklich human ist. Mir ist durchaus bewusst das die Meinung nicht von allen Christen vertreten wird. |
| Varda | @ Xenomorph: Die zeugen Jehovas nehmen die Bibel wörtlich und behaupten, sie beinhalte keine Widersprüche. Und ab dem Punkt wird es gefährlich, denn dass das nicht stimmt, sieht man allerspätestens nach ein paar Seiten. Es gibt bestimmte Dinge, die in der Theologie ganz sicher sind, die auf Forschungsergebnissen basieren. Wenn ein Zeuge Jehovas Religionsunterricht gibt, dann wäre das in etwa so wie wenn jemand in Biologie darauf besteht, dass die Kinder vom Storch gebracht werden. Das ist gar nicht mal übertrieben, denn es gibt zwar durchaus Platz für Interpretationen, bestimmte Dinge sind aber tatsächlich richtig oder falsch. Bestimmte Paulusbriefe sind definitiv nicht echt, es steht auch fest, dass im AT redaktionell bearbeitete Texte stehen. Die Interpretationsmöglichkeit besteht hier darin, ob man z.B. die Paulusbriefe rauswerfen oder kennzeichnen oder so lassen soll, oder welcher Redaktionsschicht nun welche Bearbeitung zugewiesen wird. Da wird heftig debattiert, was aber auch ok so ist, weil es nicht sonderlich essenziell für einen gläubigen Christen ist. Es ist aber trotzdem wichtig, dass die Schriften als solche gelesen und kritisiert werden, was bei den Zeugen Jehovas nicht passiert. Und es geht weiter: Stell dir vor, im Religionsunterricht würde den Schülern eingetrichtert, dass Bluttransfusionen verboten sind... Verstehst du, wie ich das meine? Die Kirche hat deshalb das Monopol, weil andere Glaubensgemeinschaften viel zu krass in Richtungen abdriften, die einfach nicht mehr im Rahmen des vernünftigen chrisltichen Glaubens liegen. Sicher kann jeder glauben was er will, aber wenn es um das Christentum geht, weichen die anderen gemeinschaften zu stark ab. Ich bin jedenfalls froh, dass verhindert wird, dass ein Religionslehrer die Schöpfungsgeschichte als richtig darstellt und die Evolutionstheorie verwirft. Natürlich ist die Taufe hier kein absoluter Hinderungsgrund für Missbrauch, aber sie ist eine art Schwelle, genauso wie die Mitgleidschaft in de Kirche, die man als Relilehrer haben muss. Denn wenn etwas falsch läuft, gibt es wenigstens eine Instanz, die etwas unternehmen kann (und jeder Lehrer hat absolut genug Spielraum, weil es hier wie gesagt eher um Grundsatzfragen geht). @Weltverbesserer: Wer meint, dass nur ein Christ human ist oder wer meint, ein Gläubiger sei ein besserer Mensch - der hat sich definitiv bereits als Christ disqualifiziert, denn das widerspricht allem, was im Christentum gelehrt wird. Das Kreuz ist deshalb keine Unterdrückung, weil es zwar erstmal an den Tod erinnert, letztlich aber die Auferstehung klar betont, um die es im Christentum ja zentral geht. Ohne Auferstehung kein Christentum. Für mich ist das Kreuz kein Todessymbol, sondern ein Symbol für ewiges Leben. Ein Professor bei uns hat das mal so gesagt: Die Kreuze, die immer am Straßenrand aufgestellt werden zur Erinnerung an Unfallopfer können entweder als Zeichen des Todes oder Zeichen der Hoffnung gesehen werden. Für CHristen sind sie Zeichen der Hoffnung. Im Kopftuchstreit war das Problem, dass das Kopftuch nicht zwingend gefordert wird im Koran und dass es letztlich die Frau unterdrückt. Das Gericht hat es sich damals nicht leicht gemacht mit der Entscheidung und ich erachte sie als durchaus sinnvoll. Es kam ja darauf an, aus welcher Intention heraus das Kopftuch getragen wird. |
| Dyspenthes | Varda, mit dem Religionsunterricht gebe ich dir Recht und möchte hinzufügen, dass ein Relilehrer zwei Instanzen untersteht: Kirche und Staat. Das heißt, dass auch Kirche und Staat sich in dieser Hinsicht gegenseitig kontrollieren, was im besten Fall darin mündet, den Schülern beizubringen, auf welchen Werten Europa aufgebaut ist (Historiker gehen ja auch davon aus, dass sowas wie der Humanismus in der Form nur vor dem Hintergrund des christlichen Abendlandes stattfinden konnte, das Grundgesetz fußt weitestgehend auf den Werten, etc.). Mit dem Kopftuch sehe ich das allerdings anders: Auch in den Paulusbriefen steht, dass sich Frauen bedecken sollen. Wer sind wir denn bitte, dass wir uns zwar immer auf die Bibel berufen und sagen, dass wir auf den Lehren des frühen Christentums aufbauen, und verbieten dann das Kopftuch??? |
| Varda | Hast du je eine Christin gesehen, die sich mit dem Kopftuch bedeckt? Abgesehen von einer Nonne, die dies aber aus anderen beweggründen tut. Wir setzen es nicht um, denn wir erkennen an, dass Paulus in diesem Punkt schlichtweg falsch lag. Auch der große Meister irrt sich. Denn es ist ein Unterdrückungssymbol, dieses Kopftuch, es ist dann eines, wenn wir bei Paulus davon lesen und dann eines, wenn wir im Koran davon lesen. [SIZE=1]Aber, auch, wenn mich das Thema sehr interessiert: Wir werden ein wenig OT.[/SIZE] |
| Xenomorph | @Varda: Naja, teilweise stimmt das schon...die meisten christlichen Gemeinschaften ausserhalb der Kirche sind in ihren Vorstellungen vom Christentum noch um einiges krasser als diese...diese Antievolutionisten sind da sicher das perfekte Beispiel...auf der anderen Seite, wenn man es recht bedenkt, hängt auch die mittlerweile angeblich so aufgeklärte (katholische) Kirche von heute noch etlichen absurden Hirnfürzen aus dem Mittelalter an: Verbot der Abtreibung, kein Sex ausserhalb der Ehe, keine Kondome, und nicht zuletzt auch das ganze Gefasel vom Satan und der Hölle, der Exorzismus, um nur mal die bekanntesten aufzuführen... Wie auch immer...ich denke daher, dass Religionsunterricht nur dann wissenschaftlich ist und überhaupt irgend einen Sinn macht, wenn jegliche religiösen Dogmen, ganz gleich welche und von wem, und ob es sich dabei um das Abtreibungsverbot oder die Erbsünde, den Heiligen Geist, den Kreationismus, oder was auch sonst immer handelt, im Religionsunterricht als dass ausgewiesen und behandelt werden, was sie sind: Von Menschen gemachte Glaubensvorstellungen und Dogmen, die dieser oder jener Richtung des christlichen Glaubens zuzuordnen sind...bedenklich wird es erst an der Stelle, wo sie als absolute Wahrheiten verkündet werden... |
| Demon17 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Gottes.Hand [/i] [B]Das frühere Christentum nur eine strenge Staatsgewalt?Könnte es sein das die Christlichen-Gesetze nur dazu da waren um das Volk ruhig und fügsam zu bekommen? [/B][/QUOTE] Irgendwie schon, denn in meiner Heimat gab es keinen Staat bis zur Eroberung durch die chritianisierten Franken. In den freien Teilen Germaniens an denen Rom scheiterte gab es keine Zentralgewalt, sondern nur Sippen und Stämme. Es gab auch keine profane Schrift und Verwaltung. Insofern ist der Staat in Deutschland ohne das Christentum mit seinen schriftkundigen Geistlichen und Mönchen gar nicht denkbar. |
| Weltverbesserer | Ich habe da jetzt mal eine Frage: Reden wir hier davon, dass der Religionsunterricht als Wahlfach betrachtet wird oder soll es ein Pflichtfach sein? Sollte das zutreffen, dann möchte ich darauf hinweisen, dass hier sehr oft das Wort RELIGIONSFREIHHEIT aufftaucht. Für mich wird aber mit Religion als Pflichtfach diese Freiheit nicht eingehalten. |
| Varda | Religion als Pflichtfach wäre doch kompletter Blödsinn, davon ist nicht die Rede. In Rheinland-Pfalz fand ich es gut: Entweder man ging in katholisch, evangelisch oder Ethik. Das finde ich eine sinnvolle EInteilung, denn dass es etwas in der Art geben sollte wie Ethik, für alle die nicht in ev./kath. gehen, ist meiner Meinung nach nötig. Eines der drei musste man aber wählen und man konnte es ab der 7. Klasse ganz frei entscheiden, vorher brauchte man die Einwilligung der Eltern. So saßen auch Nichtgetaufte im Reliunterricht und getaufte Kirchenmitglieder in Ethik. |