German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Sex als Religion und Ritus
Demon17In vielen animistischen und anderen frühen Religionen wurde Sex als Ritus eingesetzt. Schon die alten Kelten feierten Beltane. In vielen Hochkulturen gab es Tempelprostitution. [QUOTE]Bei der TEMPELPROSTITUTION (auch kultische Prostitution) geht es nicht um GESCHLECHTSVERKEHR zum Gelderwerb, sondern zur Verehrung und zur Beeinflussung irgendwelcher Gottheiten (siehe VIELGÖTTEREI) oder aus sonstigen irrationalen Gründen (siehe IRRATIONALITÄT), wie zum Beispiel aus dem GLAUBEN an die Weitergabe magischer Kräfte. [/QUOTE] In Indien wurde der Tantrismus entwickelt. [url]http://mitglied.lycos.de/basisreligion/tantrismus.htm[/url]

Durch die steigenden Bevölkerungszahlen und die Gefahr der Überbevölkerung gingen viele Religionen zur Unterdrückung von Sexualität über, wie sie uns unter anderem aus dem Christentum (Zölibat, Sündhaftigkeit des ausserehelichen Geschlechtsverkehrs) bekannt ist.

Die Funktion der Geburtenkontrolle ist in den entwickelten Ländern der Erde überflüssig geworden. Es gibt eher zu wenig Geburten als zu viele. Meine Frage lautet nun, was haltet ihr von der Wiedervereinigung von Sexualität und Religion. Also der Verbindung von Sex und religiösem Ritus oder gar der Mystifizierung von Sexualität bis hin zu einer eigenen Religion?


[COLOR=crimson]think twice its magic[/COLOR]


demon17
LaChatteSexualität und Religion haben ja sehr viel miteinander zu tun - Sexualität als Lebenskraft, als eine Form des göttlichen Odem, der dem Adam mal in die Nase geblasen wurde, und Religion als Verbindung mit dem Göttlichen... Und was ist ein Orgasmus anderes als Harmonie mit dem Ganzen, Verbindung, Ganzheit, Freude, Energie?

Ich würde es sehr begrüssen, die religösen Aspekte der Sexualität wieder wichtiger zu nehmen - aber Sexualität allein zu einer Religion zu machen, das dann doch nicht. Sexualität ist ein Aspekt, wie sich Lebenskraft ausdrücken kann, aber die andern Aspekte - intellektuelle, künstlerische, emotionale, spirituelle - sollen auch nicht vergessen werden und ein harmonisches Ganzes bilden, wo jedes Teil seinen Platz bekommt, und nicht eines dominiert und die andern sich unterzuordnen haben.
SenecaDie Einbindung von Sex in die Religion war schon immer ein beliebtes Mittel um sich auch provokativ vom Christentum abzusetzen.
So spielt der Akt auch in den neuheidnischen Religionen eine große Rolle, wenn auch nicht übergeordnet...
Allerdings spielte Sex sowohl im klassischen wie auch modernen Satanismus eine große Rolle, hier geht es aber wohl nicht zuletzt um Machtausübung bzw. Unterwerfung.
Seit die Sexulalität allerdings derart entabuisiert und instrumentalisiert wird zu unserer Zeit, würde ich das fast schon als überflüssige zusätzliche Belästigung ansehen.

Dieser [url=http://www.mysunrise.ch/users/prkoenig/stephen/ob/der_ordo_baphometis.html] Link[/url] führt zu einem text, der einige solcher Riten sehr schön anschaulich beschreibt.
GarryWie gut, dass ich versiert bin in sämtlichen momokloiden Diskrepanz Modifikation...so kommt mir der Text vor. Ich finde ihn ehrlich gesagt schwachsinnig, aber doch belustigend, wie sie mit Fachwörtern um sich schmeissen
Demon17Mich interessiert das Ganze vor allem unter zwei Aspekten:

a) Abbau moralischer Hemmungen sich sexuell zu betätigen. Denn das hat bis heute immer wieder zu psychologischen Schäden und jeder Menge Frustration geführt und sei es nur die Unfähigkeit Sexualität ungehemmt zu geniessen.

b) Was ist mit dem normativen Zwang zur Sexualität, den ich persönlich ablehne. Deshalb auch das Beispiel "Tempelhure".

Ich habe hier noch einen Kink zum Thema Beltane einegefügt. einerseits um zu belegen, das Fruchtbarkeit schon immer ein zentrales religiöses Motiv darstellte und andererseit um weniger fremdwortbeladene Quellen einzuführen. [url]http://www.lichtfocus.de/themen_jahresfeste_beltane.htm[/url]
Ich erinnere über die Darstellung auf dieser Website hinaus mittelalterliche Quellen welche, die Praxis der Dorfjugend sich zu diesem Anlass in der Natur auszuprobieren, beschrieben, was durch den Pfarrer natürlich unbedingt unterbunden werden mußte.:rolleyes:


never surrender


demon17
LaChatte[QUOTE]a) Abbau moralischer Hemmungen sich sexuell zu betätigen. Denn das hat bis heute immer wieder zu psychologischen Schäden und jeder Menge Frustration geführt und sei es nur die Unfähigkeit Sexualität ungehemmt zu geniessen. [/QUOTE]

Da gibts immer noch ganz viel abzubauen - ein Haufen nacktes Fleisch auf allen Plakaten heisst eben noch lange nicht "Befreiung von sexuellen Hemmungen" - und wer kann schon von sich behaupten, KEINE sexuellen Hemmungen haben? Fast niemand, sag ich mal...

Oder könnt ihr euch folgendes Gespräch mit eurem Partner/eurer Partnerin vorstellen?

"Ah, du hast xy getroffen? Habt ihr Liebe gemacht zusammen? Nicht? Schade, xy ist so begabt im Oralsex, da hast du echt etwas verpasst... wenn du mal die Gelegenheit dazu hast, das würde ich unbedingt machen..."

Ist wohl eher selten, sowas;)

[QUOTE]b) Was ist mit dem normativen Zwang zur Sexualität, den ich persönlich ablehne. Deshalb auch das Beispiel "Tempelhure".[/QUOTE]

Ich weiss jetzt nicht recht, worauf du hinauswillst....

Ich finde es schön, der Sexualität auch einen schönen, feierlichen Rahmen zu geben - so wie man bei einem Fest sich halt auch schick macht, ganz selbstverständlich...

Einen normativen Zwang lehne ich aber auch ab, gerade bei der Sexualität - Liebe ist Freiheit und Freude, und jede/r soll die ihm gemässe Ausdrucksform finden, experimentieren, herausfinden, was gefällt und was nicht...

Wenns denn ein ganz bestimmtes Ritual ist in einem ganz bestimmten Zusammenhang, sind Normen und Regeln ja auch OK - Weihnachtsbäume sind schliesslich an Weihnachten auch sehr schön, wirken im August aber irgendwie unpassend...
Demon17@LaChatte,

man darf sich über die Rekrutierungspraktiken solcher Tempel keine Illusionen machen. Natürlich gibt es die Möglichkeit freiwilliger Hingabe aus Gründen religiöser Überzeugung. Das wäre dann wirklich spirituell und begrüßenswert. Doch wurden nach meinen Informationen in diesen Hochkulturen einfach hübsche Mädchen aus der armen Landbevölkerung gekauft. Es ist dann wirklich eine Frage des ethischen Niveaus einer solchen Religion, ob ich sie gutheißen würde oder nicht. Ich glaube wir alle kennen aber ähnlich gelagerte Fälle normativen Druckes, in denen argumentiert wird: entweder du schläfst mit mir oder du bist verklemmt, oder Rassist oder sonst irgend etwas. :mad:

Übertragen auf unser Thema hieße es dann, entweder du schläfts mit mir oder du glaubst nicht an die Göttin XYZ.


never surrender


demon17
LaChatteNa, das ist wieder die alte Geschichte von Ideal und Wirklichkeit - und gerade die Sexualität ist das ein Thema, wo die beiden Dinge seehr weit auseinanderklaffen.

Und wenn jemand so blöd mit solchen Argumenten kommt, darf derjenige ruhig allein weiter blöd bleiben - mit wem ich schlafe, entscheide ich, und nur ich, und da lass ich mich nicht unter Druck setzen.

Aber die Sexualität wieder zu heiligen, auch in der Öffentlichkeit ein neues Bewusstsein für die Natürlichkeit und Heiligkeit der Liebe zu schaffen, das würde ich sehr begrüssen - auf einem ethisch hohen Niveau, natürlich...
Demon17@LaChatte
das sehe ich genau wie Du. es isr mir nach wie vor Rätselhaft wie es manche Religionen geschafft haben Fruchtbarkeitsfeste und -riten, die ja ursprünglich durch menschliche Sexualorgane symbolisiert wurden so vollkommen von der Sexualität zu trennen.:rolleyes:


never surrender


demon17
LaChatteMachtpolitik - schneide die Menschen von ihrer Zufriedenheit ab, und gib ihnen einen (am besten süchtig machenden) Ersatz, dann fressen sie dir aus der Hand... das solltest du als Sozialwissenschaftler ja aus dem effeff beherrschen...

So, ich geh - schönes Wochenende!:)
Crow GirlFür mich ist die Sexualität ein heiliger Ritus, der in unterschiedlichen Situationen genutzt werden kann, um entgegengesetzte Energien zu verbinden.

Ob man nun allein zu zweit mit einem über alles geliebten Partner die Vereinigung von Körper und Geist (für mich ist der sexuelle Akt genau dies, weshalb ich mich auch nur mit einem Menschen vereinigen möchte, den ich gerne habe oder anziehend finde) vollzieht oder aber in Form eines religiösen Ritus, beides kann sehr reizvoll sein und auch den Geist entzücken und das Bewußtsein erweitern, da Sexualität eine der stärksten Kräfte im Universum ist.

Sie kann sein wie ein Gebet oder eine Meditation, wo sich Geist und Körper verbinden, der Augenblick zur Ewigkeit wird.

Wichtig ist dabei selbstverständlich das Einverständis beider Seiten.
ChimonasSex und Religion?

Wo liegt da der Unterschied?

Fuer mich ist Religion Sex und Sex Religion.


...Uebrigens, ich bin nich religioes.



Gruss
Chimonas
Demon17@Odessa,

ja der Liebesbegriff interessiert mich auch an dieser Stelle. Ich muß nicht unsterblich verliebt sein für Sex. (Das verbinde ich sowieso eher mit seelischen Schmerzen ähnlich einer Sucht) Aber ich brauche eine wie immer geartete spirituelle, psychische Verbindung. Ich kann es zum Beispiel überhaupt nicht ab, wenn man den Blickkontakt verliert und jeder so sehr mit sich beschäftigt ist, dass er den anderen nur in Bezug auf sich selbst, bzw. die eigene Erregung wahrnimmt. Das ist dann so eine Art Selbstbefriedigung mit einem fremden Körper. Insofern kann auch ein one night stand interessant sein. Besonders wenn alles gleich zusammen passt und man sich nicht erst einspielen muss, was natürlich sehr selten ist. Andererseits ist das Mechanische eigentlich das uninteressante am Sex. Es geht schon um die Vereinigung, also den Aufbau einer wesentlich intensiveren Verbindung mit einem Menschen, als sie z.B. durch Kommunikation möglich ist. Insofern finde ich ist der mystisch-religiöse Aspekt von vielen Religionen sträflich vernachlässigt worden.


never surrender


demon17
atrumHi.

Halte ich nicht viel davon, vor allem weil ich die Gefahr des Mißbrauchs sehe.
Demon17Hallo Odessa,

darüber sollten wir unbedingt noch reden.:)

@all

AlterKelte hat auf dem Platz der Philosophen einen Thread Namens Astarte gemacht, mit vielen für diese Thread interessanten Hintergrundinformationen. Meines Erachtens wird hier die Problematik von Liebeskulten im Patriarchat sehr schön deutlich.

[url]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=491056#post491056[/url]

never surrender

demon17
AlterkelteNun, das Thema ist recht weitläufig.

Fakt ist, dass die Sexualität seit dem Auftauchen der
Buchreligionen eingeschränkt ist,
es dürfen nur Menschen sich Sexuell betätigen,
die durch Eheschliessung die Absicht bekunden
Kinder auf die Welt zu setzen.
Im weitesten Sinne geht es hier also um Mission und
Machterhalt der Religion...........
ChimonasEine Religion welche Sex verbietet, bringt sich damit selbst um.


Gruss
Chimonas
atrumHi.

@Alterkelte
[QUOTE]Fakt ist, dass die Sexualität seit dem Auftauchen der Buchreligionen eingeschränkt ist[/QUOTE]

[B]Eingeschränkt? [/B]
Es ist wohl eine Sache was z.B. die kath. Kirche vorschreibt, eine andere ob die Menschen sich daran halten.
Soweit ich weiß existiert die Reeperbahn immer noch und auch Beate Use schreibt weiter schwarze Zahlen.

atrum
Demon17Es geht doch nicht darum, dass jemand Sexualität verbietet. Es geht auch nicht um die Reeperbahn oder die Sexindustrie. Es geht um eine positive Einstellung von Religion zu Sexualität und zwar ohne diese auf irgendeine Weise zu regulieren/einzuschränken oder auf der anderen Seite irgend einen Zwang oder moralischen Druck auszuüben, sich irgendwem zur Verfügung zu stellen. An vielen vorchristlichen Kulten stört mich einfach, dass zwar eine positive Einstellung zur Sexualität vorhanden war, aber in vielen Fällen gerade auf junge Frauen auch Zwang oder moralischer Druck ausgeübt wurde sich zur verfügung zu stellen, bezeichnender Weise nur auf Frauen. Während die "Religionen des Buches" wie AlterKelte sie nennt Sexualität AUF höchst lustfeindliche Weise in genau vorgeschriebene Bahnen kanalisiert haben und extrem viel moralischen Azfwand getrieben haben Sexualität außerhalb der Ehe zu verhindern und innerhalb der Ehe eigentlich nur zu Fortpflanzungszwecken gutgeheißen haben. Das es immer Prostitution gab, ist kein Widerspruch in diesem Sinne. Denn auch heute werden Menschen aus überkommenen Moralvorstellungen heraus am unbefangenen genuss von Sexualität gehindert. Dies geschieht häufig in der Erziehung oder auch noch in den Kirchen. Ist jedoch je nach Familie und Konfession sehr unterschiedlich. Bis in die 50er jahre gab es z.B. den "Kupplungsparagraphen", der das gemeinsame Übernachten von menschen unterschiedlichen Geschlechts in einer Wohnung unter Strafe stellte. Ein Vermieter, der dies zuließ konnte als "Kuppler" verklagt werden. Diese bigotte und überhlte Lustfeindlichkeit wirkt in stark abgeschwächten Maße auch heute noch nach. Bis es Religionen in nennenswerten Umfang gibt die sexualität positiv spiritualiseren bzw. mystifizieren ist es noch ein weiter Weg.


never surrender


demon17
Chimonas[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
Es geht um eine positive Einstellung von Religion zu Sexualität und zwar ohne diese auf irgendeine Weise zu regulieren/einzuschränken oder auf der anderen Seite irgend einen Zwang oder moralischen Druck auszuüben, sich irgendwem zur Verfügung zu stellen.[/QUOTE]

Stimmt, bis dahin ist noch weit. Aber ist es wirklich so wuenschenswert [i]alle[/i] Schranken aufzuheben. Die Achtung voreinander sollte dabei nicht verloren gehen, denke ich.



Gruss
Chimonas
Demon17@Chimonas,

was hat es denn mit Mißachtung zu tun wenn zwei sich unbefangen miteinander vergnügen, wenn beiden danach ist? ICH finde es dann nicht zu tun ist verklemmt und weiter nichts. Ich meine vieleicht sollte man auch mal die eigene Lust und die der anderen respektieren. Sie ist schließlich ein nicht unwesentlicher Teil der Persönlichkeit. :)


never surrender


demon17
ChimonasJa genau, wen BEIDEN danach ist.

Schliesslich muss man ja auch die Unlust des Anderen akzeptieren.


Gruss
Chimonas
Demon17@ Chimonas,

na dann sind wir uns ja einig:) .

never surrender

demon17
joySex und Religion?!

Wenn ich ehrlich bin, haben für mich diese beidem Sachen keine Verbindung zwischeneinander.
Sex, so sehe ich das, ist die höhste Art der Liebe und die größte Verschmelzung zweier Menschen. Sex ist nicht nur das bloße "treiben" sondern sehe ich es als sich vollkommen fallen lassen wobei man für eine Weile ALLES vergisst
Demon17@Joy,

hast Du denn eine Beziehung zu irgendeiner Religion?


never surrender


demon17
LaChatte[QUOTE][i]Original geschrieben von joy [/i]
[B].
Sex, so sehe ich das, ist die höhste Art der Liebe und die größte Verschmelzung zweier Menschen. Sex ist nicht nur das bloße "treiben" sondern sehe ich es als sich vollkommen fallen lassen wobei man für eine Weile ALLES vergisst [/B][/QUOTE]

Das ist doch eine perfekte Beschreibung eines religösen Gefühls...
joy[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
[B]@Joy,

hast Du denn eine Beziehung zu irgendeiner Religion?


never surrender


demon17 [/B][/QUOTE]

Ich bin zwar katholisch, dennoch hab ich mich von der Religion und von dem Glauben abgewendet. Ich will mich nicht als Antichrist bezeichnen, nur das was mir die Kirche und der katholische Glaube "vorschreibt, woran ich zu glauben habe will ich nicht glauben, weil ich es nicht für sinnvoll halte.

@ LaChatte : Für mich ist es eher ein Gefühll, was keine Verbindung zu Religion hat. Es kann sein, das es für dich ein relogiöses Gefühl ist. Aber ich denke, das man sich bei diesem Gefühl von allem befreien kann, selbst von Religion.
LaChatteIst wohl wieder so eine Definitionssache - und ich mag die Definition Religion = Verbindung mit dem Göttlichen am liebsten. Das muss gar nichts mit Kirche oder irgendeiner Institution zu tun haben, das ist schlicht und einfach das wunderschöne Gefühl, dass man eben auch hat, wenn man Liebe macht... Es ist eine Verbindung mit einer höheren Kraft, ein Eins-Sein, und von daher göttlich..:)
SenecaDann Könnte man auch andersherum behaupten, das Religion aus Ekstase entsteht...?
Also gewissermaßen aus dionysischem Genuss...?

Seltsamerwise sind die epikureischen Religionen seit der Antike ausgestorben...wenn wir mal von ein paar Sekten absehen...!

Was wieder ins Bewusstsein ruft daß Marx wohl recht hatte, damit daß die meisten Religionen eher dazu dienen Macht auszuüben.
Im Übrigen kann man solche "Machtausübung" auch dort feststellen wo man sie anfangs nicht vermutet, bei dem Freikirchlern und im Neuheidentum.

In diversen Wicca Zirkeln mit ihren Initiationsstufen zum Beispiel, oder bei den dianischen Zirkeln, die Männer ausschließen.
ChimonasReligion und Macht?

[Ironie]
Warum nicht. Religionen sind da doch sehr menschlich..
[/Ironie]

Gruss
Chimonas
joyViele Religionen üben Macht aus, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Wobei ich Religion = Macht eher verachte, weil es nicht fair ist, die Menshcen die glauben in irgend einer Wiese durch Macht zu lenken.
Macht=menschlich, Jeder übt MAcht aus, sobald er die Gelegenheit dazu hat
Demon17ja das mit der macht ist das problem.

sex sollte zwangfrei sein insofern ist religiöser sex problematisch, andererseits sind religiöse einschränkungen von sexualität es auch. eine reli mit bumszwang wär echt das letzte, aber es würd ja erst einmal reichen wenn es eine religion gäbe, die einem unbefangenen umgang mit sex nicht im wege stünde.


never surrender


demon17
LaChatteDas Christentum wär ansich ideal - wenns nur nicht soviel offizielle Christen vor den Altären gäbe, die das noch nicht begriffen haben...:(
Demon17Im Protestantismus gibt es ja eine lange Tradition, sich abzuspalten, allerdings wirken manche dieser Splitter nach 50 oder 100 Jahren doch etwas abgestanden. Irgendwie nehmen sie an der Veränderung in der Gesellschaft nicht so richtig teil. Vielleicht sollte man sich mal über die sozialpsychologischen Prizesse in Sekten informieren.


never surrender


demon17
LaChatteWas ich so von Sekten, die freie Sexualität propagiert haben, mitbekommen habe, ist eher traurig - du kommst quasi nur ins Himmelreich, wenn du mit dem Guru schläfst und so ähnlich - immerhin muss man das Geschick solcher Gurus bewundern, die sich nicht nur die Kosten für Prostituierte sparten, sondern sogar Geld damit machten...

Was mich aber mal interessieren würde, wäre, das Tantra näher kennen zu lernen - dort soll es ja um eine ganzheitliche Sexualität gehen...
Demon17ja es gibt da die tollsten horrorstories über sekten. leider auch jede menge sexuelle ausbeutung.

ich hab zwar irdendwann einmal das kamasutra gelesen. mich aber mit dem tantrismus noch nicht intensiv befasst, aber es gibt ja nichts was es im internet nicht gibt...;)
black rainbowich halte davon nicht sehr viel, weil ich denke jedem sollte es freistehen, Sex zu haben so viel oder wenig wie er es will...und wenn man Sexualität mit Religion verbinden würde, würde dadurch die Religion die Menschen (Gläubigen) noch mehr eingrenzen in ihren Freiheiten, als sie es jetzt schon tut...
Demon17Nun ja ausgehend von der Erfahrung, dass die meisten Religionen Sexualität unterdrücken oder einschränken, bin ich auf der Suche nach einer Religion, die ein positives Verhältnis zur Sexualität vermittelt, ohne das dies in irgendeinen Zwang ausartet. Es ist jetzt die Frage, ob Menschen einfach nicht in der Lage sind so tolerant zu sein, Religion nicht zurMachtausübung zu missbrauchen?:)


never surrender


demon17
black rainbow@Demon17:

den Gedanken an sich finde ich ganz gut, aber findest Du nicht das gerade in unserer heutigen Gesellschaft sich viel zuviel um Sex dreht ?? wäre es also gut dies auch in die Religion einzubauen ??
was ist mit dem Wicca Glauben ? ich meine mich zu erinnern, das dort auch Sex zum rituellen Austausch von Energie gebraucht wird...ob dies jedoch ein Zwang ist..mmm...dafür bin ich jetzt leider nicht gut genug darüber informiert.
Demon17@black rainbow,

was satanistische Kulte angeht, darüber hat Seneca am Anfang des Threads schon einige Informationen bereitgestellt. Es scheint bei manchen Kulten erhebliche Zwänge zu geben. Was die Wicca angeht, so handelt es sich dabei wohl um eine ganze Reihe verschiedener Gruppen, die weitgehend geheim bleiben und deshalb schlecht zu diskutieren sind. Es gibt ein paar Sites mit Informationen, die ganz OK sind [url]http://mitglied.lycos.de/rosewicca/[/url] z.B. Aber ist diese ganze kommerzielle Sexualität, sei es Porno, Prostitution, Werbung mit nackten Menschen und sich räkelnde Popstars nicht eher ein Zeichen von Befangenheit? Einerseits ist die Sexualität in den westlichen Gesellschaften seit 20-30 Jahren relativ freizügig, gerade in den Medien, aber andererseits scheint doch in den Köpfen vieler ein relativ verklemmtes Verhältnis dazu zu bestehen, sonst würde wahrscheinlich nicht so viel Geld für mediale Ersatzbefriedigungen ausgegeben.


never surrender


demon17
black rainbow@Demon: mmm...Du meinst also das die Gesellschaft gerade weil sie so verklemmt ist, Sex so hervorhebt und Pornos und co. aus Reiz an dem "verbotenen" so beliebt sind ??

demnach gäbe es diese Sexorientierung nicht, wenn offen darüber geredet würde und auch von religiöser Sicht es keine Einwände geben würde...aber heutzutage wird doch offener über Sex gesprochen, als z.b. in den 50er Jahren...und laut Deiner These müßte damals dementsprechend mehr Sex in der Umgebung gegeben haben, also ich meine damit..mehr Sex in der Werbung, mehr Pornos, mehr sexbezogenheit...da ja in den 50ern das Thema tubirisierter war, als jetzt. oder versteh ich Dich jetzt falsch ??
Demon17@black rainbow,

die Triebkraft bricht sich immer ihre Bahn. Das hat sich in den 50ern, als die Sexualität noch in ganz anderem Maße unterdrückt wurde als heute anders geäußert. Frag mal Beate Uhse, was die sich an Agression ausgeliefert sah, wegen ein paar Pariser, Dildos oder Pornoheften. Die öffentliche Empörung um eine einminütige Nacktszene in "die Sünderin", ein riesen Skandal in den 50ern, wegen einer nackte Schauspielerin (Hildegard Knef) ist doch ein sicheres Zeichen von enormen psychischen Kräften, die kollektiv unterdrückt wurden und durch solche Szenen eruptiv zum Ausbruch kamen. In welcher Form sich diese Kräfte dann sublimieren, musst Du die Psychologen fragen. Eine Zeitschrift mit nackten Tatsachen auf den Titelblatt wäre jedenfalls verfolgt worden, ganz abzusehen von den Anzeigenkunden...so etwas war doch nur in "schmuddeligen" Geschäfte unter der Ladentheke erhältlich. Es ist eindeutig, das Sexualität in den 50ern teilweise auch mit rechtswiedrigen Mitteln unterdrückt wurde. Ein Professor von mir war in den 50ern Verwaltungsjurist, und sollte nun zwei Lehrer aus dem Schuldienst entfernen, weil der Wagen des einen öfter mal vor der Wohnung der anderen Parkte "über Nacht" wohlgemerkt. Viele Menschen ertrugen es zu dieser Zeit offenbar nicht, wenn andere ihre Sexualität relativ frei auslebten. Er fand natürlich keinen Paragraphen, der dies verbot und quittierte darauf den Dienst um in den USA Souiologie zu studieren. Du siehst, die Tatsache, das in den 50ern kaum Nacktes gab ist auf Zwang zurückzuführen. Die Sexuelle Revolution in den 70ern hat in dieser Beziehung zwar die Körper doch nicht den Geist befreit, jedenfalls nicht weit genug, wie mir scheint.


never surrender


demon17
Mercuryum gottes willen sex und religion verbinden? reicht das nicht schon wie sexgeil die welt heute schon ist?
ich mein sex wird doch eh schon heut zum mittelpunkt des lebens gemacht und du willst es noch mehr in den mittelpunkt stellen?

wie würdest du dir denn konkret eine religion vorstellen die damit ein positives verhältnis hat? das interessiert mich doch schon doch sehr!

Mercury
LaChatteSex ist heute zwar an der Oberfläche sehr präsent (Demon hat das sehr schön ausgeführt), doch im Innern des Menschen sind noch viele Barrieren vorhanden, die eine freie, schöne, lustvolle Sexualität behindern.

Ich denke, man kann das Thema "Sex als religiöser Ritus" auch umschreiben als "den Unterleib mit dem Herzen verbinden", oder "ganzheitliche Sexualität, die den ganzen Menschen umfasst, nicht nur die Geschlechtsteile" - und das fehlt in all den Pornos ganz eindeutig - von "Liebe" ist dort nix zu spüren.

@tantra
theoretisch hab ich schon einiges darüber gehört und gelesen, die Praxis würd mich jetzt interessieren - mal schaun, vielleicht ergibt sich ja was...

@ Vergangenheit und heute

Fortschritte hats bestimmt gegeben - ich wurde noch praktisch gar nicht aufgeklärt (naja, in zwei Sätzen total), meine zwölfjährigen Schülerinnen wissen aber schon sehr genau Bescheid und haben auch keine Scheu, Wörter wie "Penis" in den Mund zu nehmen und ganz unbefangen Fragen zu stellen - das finde ich super.

@Mercury

"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" ist eigentlich mehr als genug, um auch sexuell Anleitung zu sein - oder nicht?
joy[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]Ich denke, man kann das Thema "Sex als religiöser Ritus" auch umschreiben als "den Unterleib mit dem Herzen verbinden", oder "ganzheitliche Sexualität, die den ganzen Menschen umfasst, nicht nur die Geschlechtsteile" - und das fehlt in all den Pornos ganz eindeutig - von "Liebe" ist dort nix zu spüren. [/B][/QUOTE]
Da muss ich dir recht geben!

Was ist aber mit den Mädchen in den dritten Weltländern? Die zugeneht werden, an einen Mann verhreiratet werden, der sie in der Hochzeitsnacht wieder "öffnet"?!
Oder die unfreiwillig verheiratet werden, die Hochzeitsnacht vollziehn und der Mann anschließend ein rotes Tuch hinaushängt um zu zeigen, das sie noch Jungfrau ist?!
Das ist auch Glauben und Religion, und dieser Glaube ist so stark, das dies sogar über Menschenverletzung und Freiheitsberaubung hinausgeht.
black rainbow[QUOTE][i]
"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" ist eigentlich mehr als genug, um auch sexuell Anleitung zu sein - oder nicht? [/B][/QUOTE]

ja aber...ich möchte nicht mit jedem nächsten Liebe machen...
für mich ist dieser Satz auch ganz anders gemeint,es geht darin in erster Linie über die Nächstenliebe, das heißt sicher nicht unbedingt das man mit jedem Sex machen muß. :q :D :eek:
LaChatteNein, das heisst bestimmt nicht, dass du mit jedem Liebe machen musst - nur dass du jeden lieben sollst - und da die Menschen verschieden sind, liebst du sie auch alle auf verschiedene Art - auch wenn mit dem gleichen Grundgefühl dahinter...
Mercuryalso sex und liebe haben ja nun gar nichts miteinander zu tun...
wenn die kirchen das auch noch gut heissen mit " popp dich durch die welt geschichte" na dann wird die menschheit noch triebgesteuerter wie sie jetzt schon ist...

Mercury
Demon17@Mercury,

also nach meiner Auffassung läßt sich Sex und Liebe in einer Beziehung nicht trennen. Die Triebe steuern das menschliche Verhalten so oder so, fragt sich nur in welcher weise. Eines der krassesten Beispele ist sicherlich der Bischoff, der meinte es seien ja "nur" 2% aller katholischen Priester, die sich an Kindern vergingen. Überleg Dir mal jeder 50te Mann würde sich an Kindern vergreifen... Mich stößt eher die Kommerzialisierung von Sex ab. Oder die Instrumentalisierung des Körpers as Sexualobjekt insgesamt. Ich fände es besser sich erst einmal als denkendes, fühlendes Wesen anzusprechen. Insofern wäre eine Religion, die Sexualität nicht unterdrückt oder tabuisiert erst mal die Voraussetzung um auch auf diesem Gebiet Fortschritte zu erzielen. Die Haltung der Kirchen ist hier eher kontraproduktiv.

never surrender

demon17
black rainbow@LaChatte: also ich glaube nicht das ich jeden Menschen mit dem gleichen Grundgedanken lieben kann !! dazu gibts nämlich zuviele A... auf der Welt.
LaChatte[QUOTE][i]Original geschrieben von black rainbow [/i]
[B]@LaChatte: also ich glaube nicht das ich jeden Menschen mit dem gleichen Grundgedanken lieben kann !! dazu gibts nämlich zuviele A... auf der Welt. [/B][/QUOTE]

Jeder hat eins - keiner ist eins.

Es ist nicht einfach, aber möglich - und sehr gut für den Seelenfrieden, alle Menschen mit dem gleichen Grundgedanken (nicht gleich in der AUsführung!) zu lieben...
Demon17du hast ja ein gigantisches herz LaChatte;)
LaChatteDu kannst sagen, einen gigantischen Egoismus - alle gleich zu lieben, ist tatsächlich sehr sehr gut für den eigenen Seelenfrieden... äusserst gesund für das Herz und den Magen und überhaupt... und wenn die andern Menschen auch noch was davon haben, umso besser...;)
Mercury@ demon17

nun ja der ansatz ist vielleicht ganz gut.... das es so wie ich dich jetzt verstanden haben nur noch wenn man sich liebt sex miteinander hat.
doch das wird sicher nicht auch nur ansatzweise gehen... die menschen sind schon zu sehr darauf fixiert das man nur als reines lustobjekt gesehen wird und ohne liebe zu empfinden sex hat. ich glaube 90 % der beziehungen basieren nur darauf das es sex gibt... und keine liebe oder nur vorgetäuschte liebe mit sich trägt.

ich mein was die katholische kirche macht ist wirklich noch wie vor 200 jahren. abtreibung als beispiel wird verteufelt... und meiner meinung nach der eigene menschenverstand auch.... die sollten mal an sich arbeiten... dringend!

in dem anderen thread hier " leben ohne sex " gabs ja schon die ähnliche diskusion. ich finde liebe ohne sex wesentlich stärker... da die liebe nichts körperliches ist braucht es auch keine körperliche vereinigung als bestättigung. aber ich bin offtopic...

Mercury
Demon17du verstehst mich falsch mercury, natürlich habe ich auch gegen einen one night stand ohne liebe nichts einzuwenden, warum auch? ich lege aber wert darauf sich vorher kennen zu lernen. ich habe schon abends in der kneipe frauen kennen gelernt, die halbe nacht mit ihnen gequatscht und dann den rest der nach ziemlich guten sex gehabt. andersherum kann ich mir aber keine liebe ohne sexualität zwischen leuten die älter als 14 sind vorstellen, jedenfalls nicht auf dauer. was mich nervt ist diese rein physische anmache, weil mich das auf der tanzfläche z.B. vom tanzen ablenkt sonst, stört es mich nicht. Aber so 5-10 cm Abstand find ich schon gut

never surrender

demon17
black rainbow[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]Jeder hat eins - keiner ist eins.

Es ist nicht einfach, aber möglich - und sehr gut für den Seelenfrieden, alle Menschen mit dem gleichen Grundgedanken (nicht gleich in der AUsführung!) zu lieben... [/B][/QUOTE]


ich denke das ist so gut wie unmöglich, da ja, damit das etwas bringt,jeder so denken müßte...
natürlich seine Feinde zu hassen, das ist nicht gut,denn sie sollten einem egal sein, den Hass zerfrisst einen.
LaChatteEben - jedem einzelnen, der das denkt, bringts schon etwas...

[QUOTE]weil mich das auf der tanzfläche z.B. vom tanzen ablenkt sonst, stört es mich nicht. [/QUOTE]

Wir dürfen wohl nie zusammen tanzen gehn - wenn ich das je (recht selten) mache, bekomme ich immer so Lust auf den nächstbesten Mann...:rolleyes:

Und Sex ganz ohne Liebe, ganz ohne Sympathie, das kanns ja nicht sein - solcher Sex ist eine ganz triste Geschichte - obwohl, Frauen sind da offenbar sensibler, den Männern machts weniger aus. Darum gibts wohl auch so viele weibliche und so wenig männliche Prostituierte.
Demon17Spar Dir Deine Ironie, ich bin in Dizzen einfach asozial. Sympathie ist sicher wichtig ost aber alles eine Frage des Hormonpegels. Man sollte sich halt nichts vormachen...
LaChatteFür Männer mag das noch eher gelten - aber ich kenne Leute, die würde ich um nichts im Leben berühren, Hormone hin oder her - dann noch lieber in Beate Uhse ein Spielzeug kaufen, wenns denn so dringend wird.

So ein Minimum an Sympathie ist FÜR MICH absolute Bedingung - sonst gehts einfach nicht.
gin'iroBitte bleibt [b]On Topic[/b]
Demon17Ich denke die Triebkraft und der Hormonspiegel machen es so schwierig sexualle Praktiken in religiöse Riten zu integrieren, ebenso wie das Bewdürfniss nach Sympathie, obwohl sich das eher berücksichtigen ließe. Man wüßte halt nie wer aus religiösen Motiven daran teilnähme und wer aus Verlangen...

(zufrieden gin'iro?)

never surrender


demon17
LaChatteMeines Wissens wurden bei älteren Riten auch oft Drogen verwendet - das machts wieder leichter, wenn der eine oder die andere nichts mitbekommen hat...

Man kann auch die verrückten Hormone ja durchaus als den materiellen Ausdruck der Lebenskraft / des göttlichen Funkens ehren und schon dem Trieb an sich religiöse Qualitäten zusprechen - was man ja auch sollte...

Wem es selbstverständlich ist (nun, nicht uns, vielleicht unsern Kindern) dass die Lust auf Sex an sich heilig und göttlich ist, der wird vermutlich diese Energie als göttliches Geschenk annehmen und sich vermutlich sogar schämen, etwas "unheiliges" damit anzustellen - sondern dieser Energie auch immer einen passenden und würdigen Rahmen geben.
Demon17Das hast Du jetzt sehr schön gesagt. Das einzig "schmutzige" an der Sexualität sind die "schmutzigen" gedanken, die wiederum aus der religiös-moralischen Unterdrückung derselben resultieren.:)

never surrender


demon17
LaChatteEine interessante Frage wäre nun vielleicht, wie wir unsere schmutzigen anerzogenen inneren Stimmen wieder loswerden können, damit wir die Sexualität frei und mit Freude geniessen können?

Denn in allen Köpfen sind unbewusst wohl noch mehr als genug Sätze verankert wie "Eine Frau, die Sex geniesst, ist eine Hure" oder "Ein Mann, der nicht einen mindestens 20 cm langen Schwanz hat, ist ein schlechter Liebhaber" und lauter solches unsinniges Zeugs...Muss man da einfach geisig umprogrammieren mit dienlichen Sätzen?
Demon17Das stimmt schon was Du sagst LaChatte. Es ist bloß die Frage ob man die eine Gehirnwäsche nicht durch eine andere ersetzen würde. Es gab da in den 70ern die unangenehme Tendenz aus der Freiheit zum Sex einen Zwang oder Druck zum Sex zu machen. Nach dem Motto entweder Du schläfts mit allen möglichen Leuten oder Du bist verklemmt. Ich denke zwischen diesen beiden Polen bewegt sich das ganze. Wenn man sich die sozialpsychologischen Prozesse in Gruppen anschaut muß man da sehr vorsichtig sein. Menschen haben nun mal das Bedürfnis ihre Umwelt zu kontrollieren und greifen dabei gerne zu Mitteln, die ich als Manipulation ablehne. Aber es ließen sich sicherlich Formulierungen finden, die dem Kriterium "zwangloser unbefangener Genuss von Sexualität" gerecht würden, Aber das kannst Du sicher besser als ich formulieren.:)


never surrender


demon17
LaChatteJa, die Gefahr der Manipulation besteht natürlich...

[QUOTE]Aber es ließen sich sicherlich Formulierungen finden, die dem Kriterium "zwangloser unbefangener Genuss von Sexualität" gerecht würden, Aber das kannst Du sicher besser als ich formulieren. [/QUOTE]

bei solchen Komplimenten hab ich immer den Eindruck, dass da einer Arbeit loswerden will...:p

Aber gut, ich mach mal den Versuch:

"ich bin reine Liebe und Freude"

"Mein Körper ist schön und ich geniesse die Empfindungen und Ausdrucksformen, die er mir bietet"

"ich fühle, was für meinen Körper gut ist, und handle nach meinem Gefühl"

"ich bin schön"

"ich erlaube es mir, die Liebe in allen Formen und in alles Aspekten zu erleben und zu geniessen"

- he, solche Dinge eben...
Demon17zu solchen inspirierenden Worten fehlt mir einfach das Talent. Ist schon nicht schlecht aber vielleicht schlafen wir noch einmal darüber...:) weil irgendwie kann aus solchen allgemeinen Formulierungen alles mögliche entstehen.


never surrender


demon17
WinterWolfAlles mit Maß und Ziel - die Kirchen tendierten zur Unterdrückung der Sexualität
-> Verminderung der Lebenskraft (im übertragenden Sinne für Fruchtbarkeit - ist zweifelsfrei bewiesen, dass Enthaltsamkeit zu Störungen sowohl im biologischen wie im psychischen Bereich führen kann).

Jedoch sehe ich bei Naturreligionen im modernen Sinne das Problem der Kontrolle: Frei gelebte Sexualität ist nur dann möglich, wenn die Menschen "gut" sind. Die Menschen sind aber dem Bösen verfallen wie man an der Erde sieht und es kommt bald zu unkontrollierten Gewalthandlungen.


Man muss zuerst "Liebe" praktizieren, nicht "Sex" - das ist der Trick an der Sache. Dann klappt es in der Regel auch mit einem Partner ;)

Herz zuerst, dann kommen die Geschlechtsteile. Andererseits bewegen wir uns dann auf dem Niveau von völlig triebgesteuerten Wesen ohne echte Kontrolle über sich selbst.
Demon17@WinterWolf,

aus meiner eigenen Erfahrung heraus bin ich geneigt Dir recht zu geben. Es ist natürlich schöner wenn zwei sich lieben. Aber warum sollen es zwei nicht tun einfach weil sie scharf aufeinander sind? Man hat zwar manchmal am Nächsten morgen ei schales Gefühl aber sonst find ich es ganz ok. Ob natürlich religiöse Verzückung oder ein religiöser Idealismus die Liebe zu einem anderen Menschen ersetzen kann weiß ich auch nicht. Wenn es echte Überzeugung wäre hätte ich nichts dagegen einzuwenden. Aber die Risiken haben wire in diesem Thread ja bereits besprochen?


never surrender


demon17
WinterWolfKlar, im Grunde spricht nichts dagegen, wenn sich beide Seiten einig sind ;)
LaChatte- aber auf das schale Gefühl am Morgen verzichte ich gerne - dabei gehts ja gerade auch, dass man auf sein Herz hört, das sagt "soweit ist ok - noch weiter ist nicht mehr ok" - und diese Grenzen auch genau einzuhalten. Auch wenn der Partner dieses Abends vielleicht dann sich etwas doof vorkommt, etwas mehr erhofft hätte oder was auch immer - dann gibts nämlich auch kein schales Gefühl, wenn man mit der Aufmerksamkeit immer bei sich selbst ist - und in Verbindung mit seiner göttlichen Stimme im Innern.
Demon17sagen wir mal so es ist blöd wenn nach einem one-night stand auf einmal liebe erwartet wirs, das führt zu schuldgefühlen, besonders wenn es sich um sehr monogame verheiratete frauen handelte die ihre hemmungen wegsaufen mussten. insofern stehe ich dem einsatz von drogen und normativen druck bei sex als religion und ritus auch so kritisch gegenüber, weil da wirklich kräfte aufeinanderprallen, die gewaltig sind und nicht so direkt in konflikt stehen sollten.


never surrender


demon17
LaChatteJa, Drogen sind immer ungünstig - und ich finde es wichtig, dass es immer klar ist, was man gegenseitig voneinander erwartet, doch gerade im Sex ist da bei vielen noch eine Sprachhemmung, ernsthaft darüber zu reden... auch das gehört zum Respekt von sich selbst und dem andern als göttlichem Funken, finde ich.
rosenkindum ehrlich zu sein: nicht sonderlich viel. Zu einer Zeit mit damaligen Bedingungen mag es zeitgemäß gewesen sein (genauso wie heutzutage Verhütungsmittel zeitgemäß sind) aber die Situation war einfach eine andere als heute, insofern kann man es nicht übertragen.
lady doom@Winterwolf
[QUOTE]Herz zuerst, dann kommen die Geschlechtsteile. Andererseits bewegen wir uns dann auf dem Niveau von völlig triebgesteuerten Wesen ohne echte Kontrolle über sich selbst.[/QUOTE]
DAs ist die beste und schönste Aussage in der gesamten Diskussion hier soweit! :)


Kleine Frage aber noch zu:
[QUOTE]Klar, im Grunde spricht nichts dagegen, wenn sich beide Seiten einig sind [/QUOTE]
Worüber sollten sich beide einig sein? Darüber das sie (auch) triebgesteuert sind?


Ich mein, auch wenn das nun evt. am Ursprungsthema vorbeirauscht:
Dazu müssen sich das beide auch erstmal eingestehen (können und wollen). Es können sich ja auch beide vermeintlich einig sein. Also einig darüber was sie tun (werden), aber aus unterschiedlichen Motiven. Blöderweise stellt sich sowas im allgemeinen ja erst hinterher heraus, wenn die beiden mit dem was passiert ist nicht umgehen können. Vorher hat man ohnehin immer leicht reden und direkt vorher hat man besser eh anderes im Sinn. Oder hab ich da jetzt was flasch verstanden?

@demon: weiha, was für schlechte Erfahrungen. Da trifft was ich oben schreibe ja voll zu.
Zustimmung zu den Drogen und dem Druck! :) (der Aussage ist klar, ne, nicht der Anwendung; nur um Mistverständnissen vorzubeugen)

Eigentlich sollte der Sex doch sowieso die Drogen ersetzen! :o


@LaChatte: Das Herz Grenzen setzten lassen, das finde ich eine schöne Aussage. Immer schön die Verbindung halten, genau.


Grüße von einer ehemaligen Nur-Mitleserin bei dieser Diskussion
xxx lady doom xxx
WinterWolfWenn beide Sex wollen, sollen sie doch. Also einig darin, dass sie beide Sex haben wollen. Ich habe da vielleicht eine ansatzweise überhebliche Einstellung, wenn ich sage, dass ich mich jedenfalls nicht so schnell nur auf meine Triebe reduziere, aber es ist meine Meinung. Klar, sobald wir Sex haben sind wir auch sehr triebgesteuert, aber was die Entscheidung vorher betrifft sehe ich da den Unterschied zwischen dem Triebmenschen und dem Liebenden.
Das Statement war mehr oder weniger die Aussage meinerseits, dass es mir im Prinzip egal ist und ich hier nicht den Sittenwächter markiere. Mein Ding wäre es nicht, aber verhindern kann ich es nicht :)

(ich stelle mir gerade vor, bei mehreren Leuten vorbeizukommen, kurz die "Missetaten" zu beobachten, und dann reinzustürmen mit dem Ruf "Ihr SÜNDER!!!" :lol:

Ok, ich bin albern ;))
Alterkeltevielleicht wird andersrum ein Schuh draus.........

Nennt es Triebe, es ist egal, wie es heisst.
Es ist so, dass "Mutter Kirche" den Sex immer verteufelt
hat, dazu gehört halt auch, dass man Menschen,
die miteinander Sex haben als Tiere bezeichnet usw.
Aber Tiere haben auch nicht mit allem und jedem Sex.

Es ist die Intuition, die einem sagt, mit wem und mit wem
nicht usw.

Die Intiuition ist generell ein sehr interessantes Tool
und macht mehr Spass als der Verstand.
Nicht nur beim Sex.

Die Ratio ist nur ein Abfallprodukt unserer menschenverachtenden
Buchreligionen.
Im Grunde ist es aber mehr eine Pseudogeschichte.
Der Verstand hat niemals recht, nur das Herz.
lady doomMoin!

@winterwolf:
Sex als Reduktion auf "blinde Triebe" (so klingt es irgendwie bei Dir) mag zwar auf viele zutreffen. Trifft jedoch mE nicht den Charkter von Sex; den ich mal dreisterweise als "Kommunikation auf einer anderen Ebene" bezeichnen möchte. Vielleicht ist diese Kommunikation hirnlos, aber nicht herzlos. Und genau wie es Unterhaltungen verschiedener Qualität gibt, so gibt es auch Sex in verschiedener Qualität. Da ist es im Endeffekt wie alles im Leben: Versuch macht kluch - oder weißt Du vorher wie sich einen Unterhaltung entwickelt?

@ollerkerlte:
Was Du über das Verhältnis Herz und Verstand schreibst fühlt sich so richtig an, daß es nicht anders kann als zustimmen. Auch wenn mein Verstand nicht mit dem Part mit den Buchreligionen und der Pseudogeschichte ablehnen möchte.


Schönen Sonntag noch!
xxx lady doom xxx
AlterkelteLD


das mit der Kommunikation ist ein interessanter Aspekt,
wobei ich aber nicht unbedingt Sex und Erotik gleichsetzen
wollte..


Was die kirchliche und weltliche Macht betrifft,
so war der herrschenden Macht, dieses Ur-Gefühl immer suspekt,
schon deshalb musste man Formen finden es zu kanalisieren:
Heirat nur zwischen gleichgestellten etc......
Demon17moin,

ich war 14 tage offline, deswegen kann ich jetzt erst wieder posten. Die Idee von Lady Doom Sex als Kommunikation zu begreifen finde ich sehr interessant. erstens wertet das sexualität weder auf noch ab, zweitens macht es sinn diese kommunikation, die mit sicherheit zu den sinnlichsten und eindrucksvollsten mitteln zwischenmenschlicher verständigung gehört in die religion zu reintegrieren. insofern wäre dann die wahlmöglichkeit im ritus zu verankern und sex als ausdruck der göttlichkeit von liebe und voraussetzung der erschaffung neuen lebens als freiwillige heilige handlung, geradezu ein muss für jede ernst zu nehmende religion. denn die liebe und das leben gehören ja wohl mit zum heiligsten, was unsere irdische existenz zu bieten hat. ich habe mich ja schon eingangs gefragt, wie es die großen monotheistischen religionen geschafft haben, gerade das "wunder" der erschaffung neuen lebens aus den religiösen riten zu eliminieren. insofern sehe ich sexualität geradezu als zwingend notwendigen bestandteil religiöser praktiken an.


never surrender

demon17
AlterkelteDemon:

da ist etwas dran.
Man muss nur den Aspekt der Freiwilligkeit unter allen
Umständen als grösstes schützenswertes Gut einstufen,
somit also auch schon wieder ein religiöser Ansatz.....
Demon17@Alterkelte,

ja der freiwillige Akt als Huldigung einer Fruchtbarkeitsgottheit oder der Natur an sich, das hätte schon was... ich glaube die Zeit ist bald wieder reif dafür... falls der wissenschaftliche Materialismus inzwischen nicht einfach alles überlagert.


never surrender


demon17
LaChatte[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
[B]ja der freiwillige Akt als Huldigung einer Fruchtbarkeitsgottheit oder der Natur an sich, das hätte schon was... ich glaube die Zeit ist bald wieder reif dafür... falls der wissenschaftliche Materialismus inzwischen nicht einfach alles überlagert.
[/B][/QUOTE]

Ich glaub, der wissenschaftliche Materialismus machts nicht mehr allzu lange... im Gegensatz zur Huldigung an die Göttinnen der Fruchtbarkeit, die lassen sich nicht unterkriegen...;)
Demon17@LaChatte,

Dein Wort in Gottes Ohr...:D
MadLetterUm mich mal direkt im neuen Jahr in diese intressante Disskusion einzuklinken:

Viele der Aussagen hier treffen meine Meinung relativ gut...

Sex als Ritualpraktik, Verherrlichung des Körpers sozusagen... wäre schön, wenn es so eine Religion geben würde, die das als Doktrin hat, allerdings ohne Zwang und Pflicht und Druck - wirklich [b]freier[/b] sex!

Sex als Kommunikationsmöglichkeit zu betrachten, ist auch ein intressanter Ansatz finde ich... die Vorstellung hat was.

Was ich aber auch noch loswerden möchte, ist die Tatsache, das ich selbst ähnlich über Sex denke wie einige andere hier. Wenn beide sich einig sind, kann es unter allen Umständen soweit kommen (sollte?).
Wenn ich ein nettes Mädel kennenlernen würd, das intresse zeigt und die Fronten geklärt sind - wieso nicht? "Party on!" heissts dann.

Ich bin für mehr Offenheit und ich denke ich bin auch einer der Menschen, der ziehmlich offen mit Sexualität umgeht (Göttin sein dank *g*) und auch nicht sonderlich verklemmt ist (Jeder hat seine Grenzen und Tabus, oder etwa nicht?!)

Bin gespannt und intressiert, wie sich die Disskusion noch weiterentwickelt, wenn überhaupt *hoff*


Gruß,
der verrückte Buchmacher ;)
Demon17Ist ja schön, das Du diesen Thread nach drei Jahren wieder ausgegraben hast. Ich sehe das inzwischen auch unter gesundheitlichen Aspekten. Die Bevölkerung verfettet zunehmend, gerade die Jugend leidet unter Bewegungsmangel. Insofern wäre eine Orientierung auf das eigene selbst ein Motiv sich nicht mit billigen Lebensmitteln vollzustopfen um als Sexualpartner interessant zu bleiben. Ein bisschen mehr Sinnlichkeit und sexuelle Kontemplation wäre schon ein Fortschritt.

never surrender

demon17
MadLetterHab irgendwie nicht gesehen, das der Thread schon SO alt ist... :)

Verfettung stimmt wohl... bin selbst kein Strich in der Landschaft, aber bin auch vor ner Weile drauf gekommen, endlich mal n bissel was für meinen Körper zu tun.

Bewegungsmangel ist allerdings ein Teil, der mich selbst wohl stark betrifft (ändert sich aktuell, da ich seit knapp nem Monat regelmäßig schwimmen gehe), was vor allem um Umfeld lag - Früher KONNTE ich nicht raus (dazu auf anfrage mehr) und als es ging hatte ich kein Intresse mehr daran, draußen viel zu unternehmen.

[quote]Ein bisschen mehr Sinnlichkeit [/quote]

Hierzu möchte ich anmerken, das zur Sinnlichkeit auch viel romantik gehört. Meine Erfahrung ist es, das eigentlich die meisten Leute davon jedoch nichtsmehr verstehen und das auch langsam auf die Frauen abfärbt... habe schon oft genug seltsamste Blicke geerntet, weil ich den Damen die kenne immer die Türen aufhalte, Handküsse verteile und auch gerne mal mit Rosen angetanzt komme... :)

Also: Pro körperliches Selbstbewusstsein! :)
Dark Butterfly[QUOTE][i]Original geschrieben von MadLetter [/i]
[B]

Sex als Kommunikationsmöglichkeit zu betrachten, ist auch ein intressanter Ansatz finde ich... die Vorstellung hat was.

Was ich aber auch noch loswerden möchte, ist die Tatsache, das ich selbst ähnlich über Sex denke wie einige andere hier. Wenn beide sich einig sind, kann es unter allen Umständen soweit kommen (sollte?).
Wenn ich ein nettes Mädel kennenlernen würd, das intresse zeigt und die Fronten geklärt sind - wieso nicht? "Party on!" heissts dann.

Ich bin für mehr Offenheit und ich denke ich bin auch einer der Menschen, der ziehmlich offen mit Sexualität umgeht (Göttin sein dank *g*) und auch nicht sonderlich verklemmt ist (Jeder hat seine Grenzen und Tabus, oder etwa nicht?!)[/B][/QUOTE]




Ich will mich jetzt nicht als total verklemmt und altmodisch hinstellen. Ich finde auch, dass Grenzen und Tabus nicht aus dem Mittelalter übernommen werden sollten.

Unsere Kommunikation ist nur leider GLEICHSAM wie Sex (interessant, nicht wahr?) in unserer heutigen Gesellschaft total gestört. Wir kommunizieren auf sehr unnatürliche und unpersönliche Art. Und auch der Sex ist zu einem unnatürlichen und unpersönlichen Ritual geworden.
Da kann zu viel Offenheit katastrophal sein, besonders für Frauen, die in unserer heutigen Welt als Sexual-Objekt betrachtet werden. Ich glaube es hat einen guten Grund, dass junge Menschen wieder dazu neigen, auf ewige Treue zu schwören oder sogar keinen Sex vor der Ehe zu haben, was für meine Eltern (in den 60er Jahren geboren)) total unvorstellbar ist.
hagzissa13Mir gefällt der Gedanken der Kommunikation auf sexueller Ebene. Aber mal ehrlich: Wer denkt denn noch , wenn er "beschäftigt" ist? Aber nichts desto Trotz ist es in der Tat eine Ausdrucksform.

Sex als Part von Religion oder Ritus ist für mich kein Denk- oder Handelsansatz. Religion spielt in meinem Leben nur eine untergeordnete Rolle und ist etwas, was ich nur mit meinem Partner erleben möchte. Das hat nicht nur mit meiner absolut monogamen Moralvorstellung zu tun, sondern auch mit der Tatsache, daß (für mich) Sex nur dann wirklich richtig gut ist, wenn Vertrautheit und Liebe dabei ist. Ich könnte mir nicht vorstellen, aus religiösen Motiven oder Triebgründen haraus mit einem quasi Fremden zu verkehren.
Demon17@hagzissa,

Du sagst, das Religion in Deinem Leben nur eine untergeordnete Rolle spielt, so geht es wohl den meisten Menschen in der heutigen Zeit. Ich frage mich woher das kommt. Während die alten Babylonier noch in Ishtar eine weibliche Göttin in der heiligen Dreieinigkeit hatten, die als Sinnbild der Fruchtbarkeit und Sexualität galt und die alten Griechen eigentlich jede Art der Sexualität als positiven Akt zu Ehren der Göttin Aphrodite empfanden, sieht das Christentum Sexualität grundsätzlich negativ. Die Sexualität Adam und Evas ist Schuld an der Vertreibung aus dem Paradies, also grundsätzlich Sünde und darf eigentlich nur zum Zwecke der Fortpflanzung ausgeübt werden. Die Lust an sich ist schuldbeladen. Ich denke darin liegt im Grundsatz ein lebensfeindliches Konzept, das die irdische Existenz nur als Jammertal begreift, welches es im Hinblick auf das ewige Leben möglichst sündenfrei zu durchschreiten gilt. Wobei fast jede Form sinnlicher Vergnügen mit Fegefeuer, Hölle und Verdammnis bestraft wird. Ich denke das ist ein Konzept für Menschen in Notlagen, die permanent in ihrer Existenz bedroht sind, wo es allein um das Überleben geht und Religion primär Trost von der Verzweiflung ist und der Disziplinierung im Hinblick auf bessere Überlebenschancen dient. Sie verhindert jedoch so den Genuß irdischer Freuden, dort wo dieser an sich problemlos möglich ist, indem sie den Genießenden ein schlechtes Gewissen bereitet.

Versteh mich nicht falsch Hagzissa, wie ich schon eingangs sagte, es geht mir nicht um Tempelprostitution oder religiösen Zwang zum GV. Es geht um die Ausgrenzung eines zentralen Aspektes im Leben der Menschen aus der Religion und der Unterdrückung dieses aspektes durch die Religion. Hieraus resultiert doch auch ein Stück Entfremdung von der Religion ebenso, wie ein Mangel an Kultur im Bereich der Sexualität, die ja immer noch mit dem Stigma des Unreinen, dem Sündenfall behaftet ist und so in der öffentlichen, kulturellen Kommunikation nicht dieselbe Aufmerksamkeit erhält, wie die Tischsitten, die Musik oder die Malerei. Insofern unterliegt Sexualität auch einer gewissen Verrohung , da ein unbefangener, öffentlicher Diskurs kaum möglich ist, und die Profis gesellschaftlich weitgehend ausgegrenzt sind und als Huren z.B. dieser Verrohung ausgesetzt sind. Im vergleich zur hochgebildeten, griechischen Hetäre sind die Huren unserer Zeit eben keine angesehenen Vollwertigen Mitglieder der Gesellschaft, die auch zu religiösen, politischen, kulturellen Diskursen wichtige Beiträge leisten. Wie sollen so Vorbilder entstehen, nach denen sich die Menschen richten können?

Mein Argument zielt darauf ab, das gerade durch die Ausgrenzung der Sexualität aus der Religion, die nun schon in ein einigen Teilen des Landes weit mehr als tausend Jahre dauert, eine seelische Armut erzeugt wurde, die unbewußt bis in die heutige Zeit hinein wirkt.

Ich habe zu diesem Thema noch einen sehr schönen zwölfseitigen Text von Bernulf Kanitschneider gefunden, [URL=http://www.gkpn.de/Kanitscheider_Deschner.pdf]Religion und Sexualität in der interkulturellen Perspektive[/URL], der einen historischen Ansatz hat und den ich theologisch sehr interessant finde.


never surrender


demon17

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur