German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Natur, Seele, Musik und die Verbindung mit der Ewigkeit
Demon17Irgendwo hatten wir mal eine Diskussion über Naturerlebnisse, aber ich kann sie nicht wiederfinden. Deshalb wär ich auch nicht böse wenn ihr es zusammenlegt.

Mir geht es um die Stille des Waldes, die Ruhe der Seele in einer hektischen, reizüberfluteten Zeit. Ich war schon lange nicht mehr Nachts allein im Wald, in dem ich früher meine Ruhe fand. In dem sich eine intensiver Sensibilität für die Austrahlung der nächtlichen Umwelt entwickelte, als ob die Sinne auf einmal freigelegt würden und ihre Fühler nachjedem Baum, jedem Busch und Blatt ausstreckten um es zu spüren und das Gefühl enstand ein Teil des Ganzen zu sein. Untrennbar verbunden mit der ewigen Natur, die seit Äonen vergeht und neu entsteht und mir damit eine magische Ruhe und Geborgenheit gab, die mich in stoischer Ruhe leise über den Alltag und die kurzatmigen, nichtigen Probleme und Sorgen , den Neid, die Eifersucht und den Ehrgeiz der Menschen lächeln lies. Ich fühlte mich den Ahnen verbunden und spürte ein leichtes angenehmes Kribbeln im Nacken, wenn irgendwo ein Hund heulte wie ein Wolf.

Ich liebte dieses Gefühl zwischen Demut vor dem Sein und Erhabenheit über die Menschlichkeit, der Gesellschaft mit ihren eitlen Kriterien und dummen Zielen. Die uns Menschen immer mehr aus dem Kontext der Natur herauslöst für ein bischen Luxus und Ablenkung von den wesentlichen Dingen des Lebens. Die unsere Wurzeln kappt und die göttliche Natur mehr und mehr zerstört.

Heute finde ich das was ich suche nur noch mit Mühe in den Lärmtempeln unserer Zeit, wenn die Musik mich in einen Rausch versetzt und in eine andere Form der Existenz versetzt. Beschallt von tausenden von Watt, umgeben von den Produkten einer hochtechnisierten, industrialisierten und kommerzialsierten Umwelt.

Es ist doch eigentlich verrückt, doch in der Natur kehrt die innere Ruhe nicht mehr ein. Das Geräusch fahrender Autos zerstört die Verbindung, die Lichter der Stadt vernichten die Dunkelheit und Gedanken an den Alltag verhindern die Meditation.

Wir verlieren die Wurzeln in einer künstlich erschaffenen Welt und bauen uns technische Krücken auf der verzweifelten Suche nach ihnen, die uns immer weiter von dem entfernen, was das Leben ausmacht und was immer gültig sein wird. So bleibt es immer mehr dem Zufall überlassen ob wir ein inneres Gleichgewicht erlengen, denn wir erkennen nicht mehr das Defizit, das Loch in der Seele und taumeln wie blind durch die lärmdurchtränkte Nacht. Abgelenkt von Lichtblitzen, lauter Musik und schönen Menschen des anderen Geschlechts verirren wir uns wieder in der Alltgaswelt und doch ist dies einer der wenigen Wege die noch geblieben sind.

think twice its magic

demon17
TakorVielmehr als zustimmen kann ich da nicht. Orte der Ruhe, Dunkelheit und Einsamkeit sind für mich in der Stadt die Friedhöfe, auch wenn ich trotzdem den Lärm der Straßen höre und die Lichter sehe.
Wälder sind weiter weg und selten geworden, zumal selbige auch abgeholzt werden (soll kein "rettet dern Wald" spruch sein). Danach pflanzen sie immer neue Bäume, sauber aufgereiht wie Soldaten bei der Parade. Dadurch verliert der Wald sehr an.. wortmangel, mist. Vielleicht: Leben. Auf jeden Fall finde ichs respektlos. Und traurig.

Ruhe. Wie schön es nochmal wäre. Vor einem halben Jahr stand ich in Island, mitten im Nirgentwo, um mich nur Felsen, Schwefelgeruch, Wind und Wolken.
ich kann es nicht in Worte fassen...
bucksnortDa kann ich auch nur von Herzen zustimmen!

Es sagt wohl viel aus über den derzeitigen geistigen und seelischen Zustand dieser Kultur, dass es immer schwerer zu werden scheint, in der heutigen Welt, in dieser Kultur, in all dem Lärm, der die Taubheit und Leere in den Seelen der Menschen füllen soll, noch Stille zu finden, und sich dabei von der Großartigkeit und Schönheit des Lebens berühren zu lassen, sich darin zu verlieren.

Glücklicherweise gibt es sie noch, Orte des Rückzugs, Orte der Stille, Orte jenseits des Zivilisationsmülls, des Wahnsinns des Alltags, jenseits menschlicher Entstellung, geistiger und seelischer Degeneration.
Solange es sie noch gibt, gibt es vielleicht noch Hoffnung. Aber manchmal scheint das Böse mächtiger zu sein als die Macht der Stille, in der das Herz Gottes noch pocht.

Die Natur ist eine grüne Kathedrale, beseelt von der Kraft der Schöpfung, der Kraft des Lebens. In ihr, oder dort, wo man sie intuitiv erahnt, erspürt, findet man zu sich selbst. Die Seele spiegelt sich selbst, und blickt in ihre Abgründe. In winzigen Augenblicken unseres Daseins - Ewigkeiten im Bewusstsein der Seele, in der Gegenwart des Bewusstseins der Vergangenheit. Man kommt zur Ruhe, und manchmal aber reißt es einem das Herz aus der Brust....... und trägt es fort, ins Unbekannte, in die Ferne, nur von Sehnsucht geführt, und vergräbt es dort.

Wer einmal von dieser Kraft berührt wurde, der Kraft der Stille; wer einmal die Einheit der Schöpfung gespürt; wer einmal die Sehnsucht, die Freiheit in seiner Seele, geschmeckt hat, den wird sie nie wieder loslassen. In der Natur kann man inneren Frieden finden, Kraft, Klarheit, Schönheit - vielleicht das einzige wahre Glück, das von uns erreichbar ist, weil wir es nur dort erfahren, wo Wirklichkeit ERFAHRBAR ist - in unserem Innern. Die Seele eines Menschen - das Universum. Die Spiegelung die ihr eigener Spiegel ist. Illusionen jenseits des schillernden Vorhangs der Wirklichkeit. Diffuse Lichter inmitten der ewigen Nacht des Seins. Die Nacht des allgegenwärtigen Vielleicht, durchstreift von ruhelosen Seelen, die irgendwann vielleicht sich selbst erblicken.

Selbstoffenbarung im Lichte Gottes. Gottesoffenbarung im Licht der Seele. Offenbarungen der Stille.

Auch Musik kann eine Form von Stille sein. Allerdings kommt es gewiss auf die Art der Musik an, der Geist, der sie beseelt, die Leidenschaft, die sie hervorbringt, die Tiefe, die sie hat und die Tiefen, in die sie in uns vordringt. Musik, die eine Seele hat, ist eine Form von Stille.

Dieselbe Stille wie die der Natur, die mich in meinem Inneren tief berühren kann, in der ich etwas von mir selbst oder von meinem Leben wieder finde.

Musik die beseelt ist, die Seele hat, und mir so meine eigene Seele spiegelt, meine Sehnsucht, meine Träume, meine Hoffnungen, meine Trauer, und für eine gewisse Zeit vielleicht die Last meines Daseins mit mir zusammen trägt. Ein bisschen Wärme in einer kalten Welt. Ein bisschen Freude, ein bisschen Melancholie, ein bisschen Nostalgie..... Ein bisschen Leben - inmitten der seelenlosen Kälte und Totheit unseres gesellschaftlichen Seins.
SilverwolfIch habe das Gefühl, dich zu verstehen. Nur ich ziehe mich nicht in Dunkelheit zurück, da fühle ich mich nicht sicher. Ich mag die Sonne, eine kühle Briese und völlige Einsamkeit.
Ich gehe im Frühling/Herbst viel spazieren, um mir einfach über Dinge klar zu werden und um der Natur nahe zu sein.
Vielleicht ist es eine Art Rückzug, weil ich weiss, dass ich mich nicht verteidigen kann. ängstlich, verlassen. Aber ich brauche meine Zeit mit der Natur. Sie gibt mir Kraft. Also bin ich nicht alleine.
Ich mag Friedhöfe, aber auch nur bei Tag. Irgendwie habe ich die Illusion dass man die Toten bei Nacht nicht stören sollte.
Die Blumen riechen, den Wind flüstern hören, das ist Liebe, die Liebe des Lebens, pur.

Vielleicht treffen sich unsere Seelen ja mal: In der Natur
Demon17Das mit dem zu sich selbstfinden geht wohl wirklich nur in der Einsamkeit und Stille der Natur, obwohl sie ja weder wirklich still ist noch das gefühl der Einsamkeit entsteht. In den Diskotheken wird man doch zu sehr abgelenkt. Früher war das mal anders, ich nahm die Leute eigentlich nur als Umwelt wahr und war bei mir selbst und in der Musik. Ich möchte andere Menschen auch nicht als störend empfinden. Aber es ist halt schade, es gibt soviel Inspration in der Musik, manche Lieder eröffnen unbekannte Abgründe in der Seele und es entsteht eine intensive mystische Stimmung. Aber solche Nächte sind selten geworden. Es geht den meisten doch wohl mehr um die Party, das sich gegenseiteig kennen lernen usw. Doch das ist halt das Gegenteil von Selbstfindung von Selbsterfahrung, dem Forschen in den unbekannten Regionen des eigenen ichs. Da geht es dann mehr um Selbstdarstellung und Außenwirkung. Schade früher hatte ich den Eindruck, das diese Magie von vielen geteilt wurde. Ich glaub ich werd mal wieder eine Nacht in den Wäldern verbringen, falls ich die innere Ruhe dazu finde.:)

never surrender


demon17
Odessawas mir mehr und mehr auffällt ist, daß viele menschen, vor allem die städter, überhaupt keinen bezug mehr haben zu den jahreszeiten, zum wachstum auf den feldern, zur stille oder zu den natürlichen geräuschen.

sommer = schlussverkauf, "bräunungszeit", "urlaubszeit", "die zeit wo die eisdielen offen sind.

winter = skifahren, weihnachtsgeschenke kaufen, "winterurlaub", teetrinken

frühling und herbst = "die Zeit wo ich mit der Garderobe ins Schleudern komme weil zu warm zu kalt zu nass zu schwankend".

die jahreszeiten als "uhr" für "wann wird welches gemüse oder obst reif" oder als "anzeiger" für den eigenen körper, langsamer/kürzer zu treten (lange nächte, kurze tage) oder eben "aus dem vollen zu schöpfen" (lange sonnige tage, kürzere nächte), ist, scheints mir, völlig in vergessenheit geraten bei diesen menschen..

die nacht zum tage machen.. kranke menschen sind es meistens, die "keinen schlaf" finden nachts und deswegen (lasse ich beruflichen zwang - schichtarbeit etc. - aussen vor) am tag schlafen. meistens landen diese armen menschen über kurz oder lang in psychologischer behandlung, weil sie an depressionen leiden, entstehend durch diesen "umgedrehten" bzw. nicht vorhandenen tag-nacht-rhythmus.

die medizin, allen voran die "homöopathisch" orientierte, weiß das schon längst und behandelt dementsprechend: depressive patienten werden in stationären aufenthalten in psychiatrien "umgestellt", werden morgens um halb sechs uhr aus dem bett "geworfen", mit den hühnern sozusagen, und werden dann draussen an der frischen luft und in der sonne beschäftigt, mit gartenarbeit, holzarbeiten, langen spaziergängen usw. nachts um spätestens 22.30 uhr wird geschlafen.

und siehe da - nach 3-5 wochen sind die depressionen weg, der antrieb kehrt zurück, der biorhythmus ist wieder im einklang mit dem, was die natur für uns menschen vorsah: tagtier. tag-aktiv. nacht-schlafend.

mir geht es am besten, wenn ich wie seit jahrzehnten morgens um 5 oder spätestens 6 uhr, mit der sonne und den hühnern, "aufstehe", dann rausgehe, etwas mache, mich verausgabe... und abends dann, mit der sonne, "schlafen gehe", zur ruhe komme. erschöpft und "wie ein stein" schlafend.

im sommer noch etwas weniger, in warmen nächten, wo man bei der hitze auch mal tagsüber, am besten mittags, einfach ruhen sollte... eine stunde ein nickerchen, wenn irgend möglich, um wie der löwe in der wüste die größte hitze "ruhend" zu verbringen.. die südländer machens richtig: siesta halten...

im winter, wenn die natur "müde" ist und alles auf sparflamme läuft, dann mehr das "inseitige"... zu hause sein, wenig licht ist draussen, der körper schaltet auch um und schläft mehr, ver-schläft die dunkle zeit und regeneriert sich, wie die nun abgeernteten felder...

musik... ja, du weisst ja - "fliegen"... sich in andere dimensionen singen tanzen träumen... psychonautische erlebnisse, akustisch und auch mit gerüchen, mit düften, wunderbar zu vollziehen...


...einfach nur so ein gedankengang heute, ich hoffe er passt in deinen wunderbaren thread, mein Lieber...
Demon17[QUOTE]
die medizin, allen voran die "homöopathisch" orientierte, weiß das schon längst und behandelt dementsprechend: depressive patienten werden in stationären aufenthalten in psychiatrien "umgestellt", werden morgens um halb sechs uhr aus dem bett "geworfen", mit den hühnern sozusagen, und werden dann draussen an der frischen luft und in der sonne beschäftigt, mit gartenarbeit, holzarbeiten, langen spaziergängen usw. nachts um spätestens 22.30 uhr wird geschlafen.[/Quote]

Ich denke auch die übertriebene Beschäftigung mit sich selbst und der eigenen Empfindlichkeit ist eine der Hauptursachen für Depressionen. Sicherlich ist Beschäftigung dann sinnvoll. Doch ist es nicht gerade die Feldarbeit die ich meine. Da diese "Natur" ja schon wieder eine Kulturlandschaft ist. Genau wie die meisten Wiesen usw. Ich meine die unverfälschte Natur der Wälder. Denn einst war ja mal das ganze Land bewaldet. Diese einzigartige Atmosphäre, die im Sommer ein kühles Laubkronendach durch das das Gefilterte Licht sanft die Seele streichelt bietet. Während man dem Rauschen des Windes in den Bäumen lauscht, dieser ewige gewaltige und doch so beruhigende Gesang von alten Zeiten. Die im Winter vor der ärgsten Kälte schützen, während der Kalte Wind über die kahlen Felder pfeift. Die Glühwürmchen in der Nacht und dieses herrliche Gefühl wenn ein Hund den Mond anheult wie ein Wolf und man instinktiv horcht ob es näher kommt.

dark dreams

demon17
Odessa:) i so hear you...

Heute morgen waren die Kälber extrem unruhig, schon um halb fünf fingen sie an, auf der Weide zu brüllen. Als ich hinauslief und nachsah, war das einzig Auffallende das Geräusch des beginnenden Sturmes, das unser Waldstück hinter der Weide, am Hang, zu einem wirklich heftig lauten "Orchester" umgewandelt hatte. Die Kälber erschraken sich und liefen alle aus dem Waldstück hinaus und warteten ängstlich auf dem Weidestück, das direkt vor meinem Küchenfenster ist.

Mit ein paar Semmeln, Kuchenresten und Apfelschnitzen waren sie schnell beruhigt, und das Geräusch des Windes, der die Baumwipfeln auch jetzt noch biegt und zu einer seit Stunden konstanten, mal an-, mal wieder abschwellenden Melodie wurde, hat wirklich was.... es ist ein bisschen Respekt einflössend, es ist so gewaltig, und man merkt als Mensch wieder mal, wie klein man doch ist und wie ausgeliefert. Wenn einer der Bäume wie ein Streichholz knickt unter dem Wind, wenn armdicke Äste wie Strohhalme durch die Luft fliegen... ich möchte für kein Geld der Welt dieses einfache Leben auf meinem Hof, oftmals ohne Heizung und in Regenphasen auch ohne Trinkwasser, eintauschen. Es hat mir schon jetzt, nach einem Jahr, so viel an Natur-Erlebnissen und mit Tieren beschert... ich bin so dankbar dafür, daß ich das erleben darf und kann.
Demon17Ja Odessa das kommt dem schon sehr nahe was ich meine. Es gibt nichts schöneres im Sommer unter einer alten Birke zu liegen und ihrer Musik zu lauschen, das leise Rauschen wird irgendwann zu einem Märchen aus Uralter Zeit und läßt uns erahnen das wir Teil eines großen Ganzen sind. Ich bin da wohl etwas historisch vorbelastet und Träume von alten Zeiten, die es wahrscheinlich niemals gab. Ich glaube erst wer in Steinhäusern lebt und permanent der Austrahlung von Betonbauten, elektronischen Hintergrundgeräuschen, Lärm und Hektik ausgesetzt ist kann diesen Kontrast bewußt wahrnehmen. Es muß ein ganz anderes Lebensgefühl gewesen sein in einer Zeit als es dies noch gar nicht gab und die Natur voller Geister und Götter steckte. Als das Lied der Bäume noch von ihnen kündete und ihre Gleichgültigkeit gegenüber der menschlichen Existenz noch als Bedrohung empfunden wurde. Als die Menschen sie noch in Form vieler Wesen noch anbeteten um Nahrung und Wärme und Fruchtbarkeit. Als dieser ewige Kreislauf noch keine scheinbare Unterbrechung durch die menschliche Technik erfuhr.

liebe Grüsse

demon17
EwigWir bewegen uns zum dunkelsten Zeitalter wo die Intuition und innere Stärke verkümmert und durch äussere Dinge ersetzt wird.
Die Menschen heute suchen Sicherheit, Macht, Kontrolle, Beständigkeit ausserhalb von sich selbst weil sie sie in sich nicht haben. Alles muss kontrolliert werden und Vertrauen schwindet, da die Intuition stirbt, die eigentlich alles weiss.
Sie weiss wer wir sind, was das Leben ist und das Glück, es ist nichts anderes als Gott, der Plan und der Sinn hinter allem.

Manche können es noch spüren, habe noch die Sensibilität dazu.
Je weniger man diese Menschen sucht, umso mehr findet man sie.
Wir versuchen uns von unserer Natur abzuschneiden, von unserer Ursache. Es ist logisch dass das nicht gehen kann da wir die Natur selbst sind, wir bestehen aus dem gleichen Stoff wie sie.
Momentan sind wir in einem Extremzustand der Leere und Kälte.
Jeder Zustand der ins extreme betrieben wird kehrt sich früher oder später plötzlich in sein Gegenteil.
Die Erkenntniss wird kommen bevor die Menschen daran sterben.
Je mehr wir das Leben, das Glück zu fassen, zu halten versuchen umso mehr entwischt es uns. In der Stille liegt die Freude des Klangs, in der Ruhe die Freude der Bewegung.
wir verdrängen die gegenseite des Glücks die dieses überhaupt erst ermöglicht.
Wer den Tod kennt kennt das Leben, wer das Böse zerstört, zerstört das Gute. Niemand kommt je um dieses Gesetz herum das wir selbst sind.
bradógSchön zu lesen, daß es doch noch ein paar Menschen auf diesem Planeten gibt, die für solche Dinge die Sensibilität nicht verloren haben. Unsere technisierte, hektische Welt wirkt auf mich erschreckend und vor allem reizüberflutend. Soweit es meine Zeit erlaubte, habe ich mich mein Leben lang immer wieder in die Natur zurückgezogen. Ich fühle mich dabei wesentlich ausgeglichener und Ruhe kehrt in mir ein. Ich war ein 3/4 Jahr lang arbeitslos und seit kurzem habe ich wieder einen Job. Eigentlich sollte ich mich darüber freuen, doch mich graut es eigentlich nur ... denn das bedeutete die Rückkehr in diese "künstliche Welt", Arbeiten in der Großstadt, Kontrastprogramm pur sozusagen. Es sträubt sich was in mir, denn ich passe nicht dorthin und dies verändert mich, ob ich will oder nicht. Ich versuche mir meine Sensibilität zu bewahren, soweit dies möglich ist. So nutzte ich jeden Augenblick der sich bietet, um Abstand zu gewinnen, z. B. war ich gestern eine kleine Höhle besichtigen. Der Weg dorthin war mit alten Pappeln gesäumt, deren Blätter im Wind säuselten. Diese Bäume verströmten einen besonderen Duft und der von der Sonne erwärmte Waldboden roch wunderbar erdig. Zwischen den Steinen wuchsen seltene Pflanzen und kleine Eidechsen tümmelten sich im Gras. Da könnte ich stundenlang lauschen und beobachten. Sowas ist Balsam für meine Seele.

Sommer- und Winterschlußverkauf :D ... den Eindruck habe ich auch! Und viele, die dann doch mal in die Natur gehen, müssen sich selbst da mit Funsport wie Mountainbiking etc. zudröhnen. Ja, der Bezug zur Natur ist total abhanden gekommen. Das Reifen der Früchte, die Ernte etc. ... die meisten wissen garnicht, wie lecker Marmelade aus selbstgepflückten Heidelbeeren und Früchte frisch vom Baum gepflückt schmecken, wie sich ein warmer Sommerregen auf der Haut oder barfuß durch die Wiese laufen anfühlt.

Deutschland ist Kulturlandschaft, das sehe ich auch so. Jeder Acker, jede Wiese und jeder Waldweg muß seine Ordnung haben, am besten im rechten Winkel ausgerichtet sein und selbst in der hintersten Ecke dieses Landes hört man Lärm und wenn es das Geräusch von Flugzeugmotoren ist. Nachts ist es zumeist besser und so streife ich auch dann ab und an durch die Gegend, bei Mondenschein durch Nebenschwaden, Eulen und Fledermäuse beobachtend. Wirkliche Stille und urwüchsige, vor sich hinwuchern dürfende Natur habe ich in Schweden und Irland erlebt, das war total faszinierend! Abseits jeglicher Zivilisation ...
NebeltaenzerinTrotzallem das meiste Land bewirtschaftet wird, lebt es dennoch immernoch ursprünglich sobald der Trecker wieder fort ist.
kann sein, dass ich so denke, da ich selberviel mit Landwirtschaft zu tun hatte.
Ich selber bin auf dem Land aufgewachsen, hatte eigentlich keine Sozialkontakte und da ist es für mich etwas selbstverständlcihes geworden Teil dieser natur zu sein.
jetzt wo ich inder Stadt wohne, weiß ich es immer mehr zu schätzen nach Hause zu kommen.
Diese Innere Ruhe finde ich wirklich nur, wenn ich zB ins Moor gehe. Wälder faszinieren mich lange nicht so wie Moore. Da diese für mich so ewig erscheinen.
Schade finde ich es, wenn Menschen sagen, sie hätten Angst, dort mitten zwischen Wald und feldern. Oder sie würden es zu langweilig finden. Es sei zu einsam.
Aber gibt es denn etwas schöneres? Ich gehe jede Nacht vorm Schlafengehen noch einmal spazieren. und ich wüsste nicht wovor ich Angst haben sollte.

Leider wissen das alles viel zu wenige Menschen. ich habe versucht, einigenMenschen dies nahe zu bringen,a ber es ist viel zu schwer, weil sie einfach geprägt sind von dem modernen Leben.
Verstehen kannich es nicht so recht, weil es für mich einfach zum normalen Leben gehört. es ist sogar nötig zum überleben.
Wie Odessa sagt, es gibt nichts besseres als mit der Sonne, mit den Jahreszeiten zu leben. Man muss sich dessen nur bewusst sein.
Und ein kleines bisschen beneide ich Odessa auch um ihren Hof. Weil ich selber in der Stadt lebenmuss und es nicht will.
Schön zu wissen, dass es noch andere gibt, die sich bewusst sind, wie wichtig die Natur doch ist.
SchlafenderMondWie sehr fehlt mir doch diese seelige Stille, das Zerfliessen und Hinwegtreiben in den Wogen grösster Schönheit.
Ich möchte wieder, überwältigt und ergriffen vom Blick in den Sternenhimmel staunend niedersinken.
Wie sehr fehlt mir die danach zurückbleibende Erinnerung, die nur noch einen Hauch, einen kleinen Nachklang vom gerade Erlebten wiedegibt und doch das tiefst mögliche Lächeln in die Seele zaubert und zur neuem Quell aller Hoffnung wird.

Diese Momente werden seltener und seltener, nicht weil es an besonderen Orten fehlt, sondern weil, wie Odessa es schon erwähnt hat, die heutige Lebensart unserem inneren, gesundbringenden Lebensrythmus völlig entgegengesetzt ist.
Irgendwie ist alles zu kompliziert geworden, als dass es gesund sein könnte, kein Mensch, wenn er sich für einen Moment zurücklehnt und die Augen schliesst, träumt sich Bilder von einem kompliziert vernetzten Wirtschaft- und Gesellschaftsystem herauf, sondern eher von einfachen und schöne Dingen.
Ich habe vom ständigen, einfach funktionieren müssen, ein permantentes Benommenheitsgefühl im Kopf und solch grosse Angst, die Fähigkeit den Zugang zu dieser beschriebenen Schönheit, der eigentlichen Lebensessenz, zu verlieren.
Jeder einzelne Schritt auf dem Weg, heraus aus der Idylle meines Dörfchen, zur Arbeit, geschieht gegen den eigenen Willen und um nicht ständig sich dem Eigenverrat bewusst zu sein, stellt wahrscheinlich irgend so ein autonomes System der Psyche einen Notschalter und so funktioniert man dann eben...
So wird es bestimmt vielen Menschen geben, nur wenn jemandem diese Erfahrungen der Schönheit fehlen, wie soll
da überhaupt eine Gesellschaftsübergreifende Sensibilisierung möglich sein?
Es wird doch schon von Schulzeit an, der Stoff gepaukt, der Voraussetung für ein "erfolgreiches" Berufsleben in unserer Zeit gilt und so ist dieser Stoff vieleicht zu stark gewichtet, als dass er für eine harmonische Entwicklung gut sein könnte.
Anstatt dessen sollte Wahrnehungs- und Erlebnisfähigkeit
"geschult" werden Kreativität und Gestalterisches gefördert werden usw.
Was wir dann, ausser Selbstverwirklichung und harmonischer Lebenserfahrung beruflich damit machen könnten...?
Keine Ahnung, man müsste eben das System ändern, haben wir nicht genung verdammter Maschinen, die für das gesamte Volk Arbeiten könnten...? (Die Idee hatten wir glaube ich auch schon mal irgendwo hier besprochen)
Aber so lange mag ich nicht warten, mein grosser Wunsch wäre es auch einen kleinen Bauernhof zu besitzen, einfach Abstand zu nehmen und mit ein paar wenigen Tieren die Einfachheit zu geniessen.
Ewig[QUOTE][i]Original geschrieben von SchlafenderMond [/i]
[B]Ich habe vom ständigen, einfach funktionieren müssen, ein permantentes Benommenheitsgefühl im Kopf und solch grosse Angst, die Fähigkeit den Zugang zu dieser beschriebenen Schönheit, der eigentlichen Lebensessenz, zu verlieren.
[/B][/QUOTE]
Wenn wir nicht die ganzen Idioten hätten wüssten wir garnicht wie schön es ohne sie ist. Das ist der einzige Grund warum sie da sind.

[QUOTE][i]Original geschrieben von SchlafenderMond [/i]
[B]
Keine Ahnung, man müsste eben das System ändern
[/B][/QUOTE]
Was sich ändern muss ist das Bewusstsein der Menschen.
Wir sind nicht von der Natur getrennt, wir können nichts besitzen.
Es wird sich ändern, wir sind gerade in einem Zustand der Stagnation. Dei Kälte die sich ausbreitet wird wieder gehen wenn alle erfroren sind.
Ihr seid die Wärme und könnt sie den anderen zeigen.
Ihr müsst mehr tun, als nur was ins Forum zu schreiben !
bradóg[QUOTE][i]Original geschrieben von Ewig [/i]
[B] Dei Kälte die sich ausbreitet wird wieder gehen wenn alle erfroren sind.
Ihr seid die Wärme und könnt sie den anderen zeigen.
Ihr müsst mehr tun, als nur was ins Forum zu schreiben ! [/B][/QUOTE]

Da magst Du recht haben aber bis die anderen Erfroren sind, sind wir wohl schon längst zugrunde gegangen. Anderen kann man zwar Wärme zeigen, doch was nützt das, wenn sie kein Bewußtsein für all diese Sinnlichkeiten haben, sie sehen achtlos dran vorbei oder treten mit Füssen. Ich versuch anders zu leben, soweit es mir möglich ist, das ein oder andere durchzuziehen, doch das geht an die Substanz, weil die Strömung gegen die ich schwimme an den Kräften zehrt. Ich hab mich gewehrt, schon oft und stand alleine auf weiter Flur da.

Mach nen Vorschlag, was sollen wir tun?
EwigWenn Du alleine dastehst siehst Du die Schwäche der anderen.

Es gibt immer 2 Seiten der Medallie, auch wenn jetzt alles verhärtet scheint und die Masse kalt und tot ist, wird sich das ändern.
Niemend will eigentlich das was die Meissten tun.
Keiner will diese kalte Welt, die geraden ordentlichen Formen, die Kompliziertkeit und Unübersichtlichkeit.
Auch die Kontrolle die die Menschheit über alles erlangen will, will sie eigentlich nicht, denn dann gäbe es keine Überraschungen mehr.
Im Schlaraffenland gibt es nichts mehr zu erreichen.

Die Vereinigung ist wichtig. Schreiben ist eine Sache, sich treffen eine andere. Ich bin immer bereit Menschen zu sehen, eher als ihnen zu schreiben. Es bringt mir mehr.
Doch vielen langt es sich nur mal auszukotzen.

Bevor man die Welt verändet baut man erst mal seine eigene kleine Welt auf. Und davor erst mal sich selbst, seine Ansprüche, Ehrlichkeit usw.. Was will ich eingentlich wirklich?

Wir sind nicht in die Welt gekommen, wir sind aus ihr hervorgegangen, wie Blätter aus einem Baum.
Wir sind das Universum und niemand sonst ist dafür verantwortlich.
SchlafenderMondDiese Verbundenheit zu etwas, das man weder sehen noch fassen kann und doch, wenn es einen selbst berührt,
zerfliesst man in Tränen in alles und man wird Teil der so unfassbaren, unendlichen Schönheit, die auf einmal in jedem Ding zu sprühen und glitzern beginnt und man nur noch vor Glück und Schönheit hin und hergerissen voll Dankbarkeit niedersinkt.
Ich vermisse diese Verbundenheit so sehr...
Was mir jedoch Zuversicht gibt, ist, dass du erwähnt hast, nach 3 Jahrzehnten Stadtleben noch immer die Empfindsamkeit bewahrt zu haben...

Ich habe versucht Menschen, die Angst vor dem Alleinesein haben, diese Verbundenheit zum Leben ansich zu erklären.
Ihnen aufzuzeigen, wie man möglicherweise erfahren kann vom Leben selbst berührt zu werden, damit sie durch solche Erlebnisse mit dem unmittelbaren Leben selbst sich in einer wohlig Vertrauten Verbundenheit mit der Welt neu finden.
Ich weiss nicht, ob ich jemandem damit helfen konnte, wahrscheinlich ist es wirklich so, wie es bradóg geschrieben hat,
"was nützt das, wenn sie kein Bewußtsein für all diese Sinnlichkeiten haben..."
Und doch kann ich nicht glauben, dass den Menschen diese Empfindsamkeit verloren ging, eher ist sie verdeckt und überschattet durch... keine Ahnung was... die Plastikwelt oder so.
bradóg@ Ewig

Ich habe generell kein Problem damit, mit meinen Ansichten alleine dazustehen, doch macht es mich verdammt traurig, mit ansehen zu müssen, wie alle Menschlichkeit den Bach runter geht. Es ist so krass, was da alles abgeht ...

Die Masse ist kalt und tot und ich bin nicht so zuversichtlich wie Du, daß sich etwas ändern wird, außer es würde ein Wunder geschehen. Ich denke eher, daß es sich noch verschlimmern wird und erst wenn irgendwann mal der große Kollaps eintritt, wird evtl. ein Umdenken stattfinden. Wieviel Menschen sind bereits körperlich oder psychisch krank, weil sie dieses System nicht mehr verkraften! Aber statt das Übel an der Wurzel zu packen, wird lieber ne Pille eingeworfen oder die Menschen mit ner Therapie dazu gebracht, in diesem kranken System wieder zu funktionieren.

Ich kenne genug, die mit dieser kalten Welt - ihrem sagen nach - nicht einverstanden sind und von deren Kompliziertheit die Nase angeblich gestrichen voll haben aber sie tun außer zu klagen oder sich auszukotzen nichts dafür, daß sich etwas ändert, weder im privaten Bereich, noch am Arbeitsplatz. Dabei wäre es so einfach, das Dasein übersichtlicher zu gestalten und zu entschleunigen ... auf Überflüssiges verzichten, kritisch sein und den Bedürfnisproduzenten und Zeitgeistingenieuren, die meinen der Menschheit etwas als unverzichtbar einreden zu müssen, nichts außer einem müden Lächeln zu schenken und die kalte Schulter zu zeigen.

Wir schaffen uns selbst diese Welt, es liegt in unser aller Hände, was wir daraus machen oder ob wir zulassen, was andere daraus machen. Jeder einzelne hat mehr oder weniger seinen Anteil daran, egal ob passiv oder aktiv. Viele sind sich der Tragweite ihres Wirkens nicht bewußt.

@ Odessa

Da gibts doch nix zu verzeihen, Du kannst Dich an solchen Erlebnissen wenigstens noch erfreuen und ich kann absolut nachvollziehen, was Du dabei empfunden hast, mir ging es das ein oder andere Mal auch schon so. Diese Alleinigkeit - im wahrsten Sinne des Wortes - ist etwas ganz besonderes.

@SchlafenderMond

Ich glaube auch, daß tief in jedem Menschen die Fähigkeit zur Sinnlichkeit steckt, diese aber durch unsere "künstliche" Welt stetig zugemüllt wird. Ein Teil der Menschen entzieht sich diesem Müll soweit als möglich, der Großteil läßt sich jedoch davon zuschütten, ohne zu erkennen, was mit ihnen passiert. Sie begreifen die Zusammenhänge nicht. Das Bewußtsein kann wieder erwachenm, wenn sich jemand selbst die Chance dazu gibt.
Ewig@bradóg
vergiss nicht welche Macht du selbst hast.
Die die es einsehen haben in dem Moment eine grössere Verantwortung als die "Blinden" und müssen deshalb auch mehr tun.
Je mahr Du Deinen Weg gehst, an Dich glaubst und an Stärle gewinnst umso mehr wirst Du auch andere beeinflussen.

Die Bedürfnisse unserer Mitmenschen sind künstlich erzeugte, die sie aber für reale/eigene halten. Da helfen gute Gespräche z.B.
Manche wachen kurz auf, tauchen dann aber gleich wieder unter, da muss man öfter ran!
Man ja weckt erst mal die, die nicht ganz so tief schlafen, dann gehts weiter. Und Mehrere zusammen können dann viel effektiver wecken.

Wenn Du mal hierher kommst kann ich Dir einige zeigen die ähnliche Eigenschaften haben.
Dieses Bewusstsein ist bei vielen verdrängt aber nie tot, es kann nicht sterben und somit auch jederzeit wieder geweckt werden.
Die gewachsene Mittelalterbewegung zeigt deutlich den Bedarf.
Gerade schneiden viele sich das Leben selbst ab, aber kein Zustand bleibt ewig, das ist Gesetz des Universums.
Astatos[QUOTE] Ich denke eher, daß es sich noch verschlimmern wird und erst wenn irgendwann mal der große Kollaps eintritt, wird evtl. ein Umdenken stattfinden. [/QUOTE]

Diese Zeit wird kommen... und wenn die menschheit so weitermacht wie jetzt, wird sie sehr sehr bald kommen... Sie wird mit dem Zusammenfall der Weltwirtschaft beginnen, der durch Technik überagende Wohlstand wird einbrechen... Das Industrielle Zeitalter wird ein vorläufiges Ende nehmen, lediglich in kleinem Maßstäben weiterexistieren.
Die Menschen werden sich auf die Vergangenheit, die Natur besinnen müssen, wollen sie diese Zeiten einigermaßen unbeschadet überstehen..


Wie oft ging ich nachts durch den kleinen angrenzenden Wald... beobachtete diesen Igel, wie er sich ängstlich zusammenkauerte.. Nachts in einer ganz leicht bewölkten Vollmondnacht an unserem See zu sitzen. Dem Rauschen des Wassers zu folgen.. Inmitten eines riesigen Feldes zu stehen, keine einzige Stadt in Sichtweite, die Wälder halten den Lichtschein der Städte ab, in meine Augen zu dringen.. Wie oft stand ich auf diesem Berg, inmitten des Waldes auf dem Gipfel ein alter Wachturm... Von der Turmspitze aus den Blick über die Ebene zu genießen.
Manchmal wünschte ich, diese gesamte moderen Welt bräche zusammen, nur um einmal wieder vollkommene Ruhe zu genießen und der Hektik des Alltags zu entfliehen... Durch die Altstadt zu streifen, ohne eine Menschenseele auf den Straßen und in den Gassen, das Läuten der Kirchenglocke genießen...

Manchmal dreht sich bei mir schon alles im Kopf im Kreis, viel zu viel Hektik... die eigentlich nicht nötig wäre. Und oftmals raubt es mir den Verstand... Dieser Lärm überall... tötet jeden Versuch, von dieser Welt ein wenig Abstand zu nehmen.

Erinnert mich irgendwie an "Leben - was ist das? Ich weiß es nicht.." Ich denke, dass es vielen, wenn nicht den meisten Menschen bereits innerlich so geht.. Und eines Tages werden sich auch die Massen nicht mehr dem verlangen auf Rückbesinnung zur Sinnlichkeit standhalten... sie werden ihm eines Tages nachgeben...
bradóg@ Ewig

Manchmal fällt es mir wirklich nicht leicht, die Flinte nicht ins Korn zu werfen.

Wo und was ist hierher? Du machst mich neugierig ...
SchlafenderMond[QUOTE][i]Original geschrieben von Astatos [/i]
[B]
Manchmal dreht sich bei mir schon alles im Kopf im Kreis, viel zu viel Hektik... die eigentlich nicht nötig wäre. Und oftmals raubt es mir den Verstand... Dieser Lärm überall... tötet jeden Versuch, von dieser Welt ein wenig Abstand zu nehmen.
[/B][/QUOTE]

Ja, ich empfinde die Gegenwart in mitten einer Metropole sehr ähnlich.
Am Feierabend zur Hauptverkehrszeit, wenn ohrenbeteubende Geräusche der Eisenbahn, das Aufheulen und Hupen der Autos und das Gekreische kleiner Kinder (die mir dann an solch einem Ort völlig fehl am Platz erscheinen) gleissend durch mein Gehöur und meinen Kopf hindurchdröhnen und Menschenmengen wie in einem bösen Trance in gleichmässigem Takt, zielstrebig voransschreiten, dann fühle ich mich, als ob auch ich davon in Besitz genommen werde und es entfacht in mir die Weissglut.
Eine solche Aggression und Entfremdung entsteht, dass ich mich dann für mein Verhalten zu hassen beginne, da ich genauso über jeden Trampeln könnte und beim kleinsten, noch zusätzlichen Reiz ausrasten könnte.
Ich erkenne mich dann selbst nicht mehr, ich hasse diesen Zustand völliger Benommenheit, worin sogar die Sehnsucht nach Ruhe irgendwie unwrklich und das Innere einfach Dumpf wird und das gesamte Schönheitsempfinden abzusterben droht.
Als ich einmal ein ganzes Wochenende in den Bergen, fern von alldem aufhielt und am Sonntagabend zurückkam, nahm ich für eine Weile lang, all diese Geräusche auf eine neue Art wahr,
als ob ich unberührt darüber stand.
Keines der Geräusche konnte mich berühren oder an mich herankommen, ich hörte sie nur und nahm aus der Ferne irgendwie ihre Bedrohung wahr, und konnte kaum glauben, dass man das über lange Zeit aushalten kann.
Es ist kaum zu beschreiben, es war einfach nur Bedrohung wahrzunehmen...
Ich wusste aber, dass dieser Zustand nicht lange anhalten wird und ich bald wieder von den Geräuschfluten überrollt werde.
bradógDiese Reizüberflutung macht mich auch total agressiv und ich frage mich, wie manche Menschen all diese Reize ertragen können und sich noch zusätzlich in ihrer Freizeit mit Sachen zudröhnen. Mir ist mittlerweile sogar der Tag zu hell. Ich ärgere mich übrigens auch desöfteren über mich selbst, weil ich es nicht schaffe, den nötigen Abstand zu wahren und das alles Einfluß auf mich hat. Ich wünschte, es ginge spurloser an mir vorüber. Zudem habe ich in gewisser Weise Angst, daß mir die kleinen Ruheinseln, die ich teils gefunden und mir teils geschaffen habe, zerstört werden.

Wo ich innerlich auch zur Ruhe komme ist, wenn ich in Sachen Kunsthandwerk unterwegs bin, auf Ausstellungen, Kunsthandwerkermärkten etc., das ist eine andere Welt und tut richtig gut, ist Balsam für meine Seele.

Nächste Woche fahre ich für ein paar Tage in die Schweiz und ich kann Euch garnicht sagen, wie sehr ich mich auf die Abgeschiedenheit in der Natur und auf Giger freue.

@ SchlafenderMond

Ganz am Rande bemerkt ... die Bilder auf Deiner Homepage ... hast Du sie gemalt? Finde ich wunderschön ...
SchlafenderMondDankeschön `^_^ jup, sind meine eigenen Bilder...
In diesem Fall fährst du wahrscheinlich nach Gruyères, war leider noch nie in der Giger Bar, möchte ich auch mal besuchen.

Ja, einige solcher Ruheinseln habe zum Glück auch ich in meiner Umgebung, an denen ich mich durch und durch einfach zuhause fühle.
Und genau da, Zuhause, erkannte ich für mich einen direkten Zusammenhang zum Naturempfinden, das ich andernorts so nicht erfahren konnte.
Früher wollte ich mir einreden, dass ich mich auf der gesamten Welt zuhause fühlen könnte, musste jedoch erfahren, dass die Welt ansich zwar mein einziges Zuhause ist, sich jedoch dieses wohlige Gefühl nur an einem wirklich vertrauten Ort ausbreitet.
Als ich z.B. in Island war, konnte ich nur schwer eine spürbar vertraute Verbindung erfahren, obwohl dieses Land so rein und pur, ursprünglich und auch faszinierend wirkt, war es doch nicht der Ort, an dem ich mich wohlfühlen konnte.
Als ich zurückkam, wurde mir wieder bewusst, wie Verbunden ich doch mit diesem kleinen Fleck Erde bin, meiner Heimat, und wie froh ich war wieder über vertraute Pfade zu wandern und die Lebhaftigkeit der Umgebung wieder zu sprüen.
bradógBitteschön :) ... Deine Bilder haben sehr viel Ausdruck.

Ja, da hast Du richtig geraten, nach Gruyéres und ich bin gespannt, was mich erwartet, da ich Gigers Kunst bisher nur von Kunstdrucken und Bildbänden her kenne.

Obwohl es hier wo ich wohne, landschaftlich auch sehr schöne Ecken gibt, dies meine geographische Heimat ist, spüre ich dieses Naturempfinden bei weitem nicht so stark, wie ich es vor allem in Irland mehrmals erlebt habe. Liegt wahrscheinlich daran, daß hier die Großstadt zu nahe liegt und das Land zu sehr besiedelt und kultiviert ist. Mich nehmen Urwüchsigkeit, Rauheit, die Kräfte der Natur und die Einsamkeit absolut in ihren Bann ... ach ja *seufz* ... während dem ich dies hier schreibe, kommt Fernweh in mir auf. Wenn das Meer mit lautem Getöse an die Klippen peitscht (komischerweise stört mich dieser "Lärm" überhaupt nicht, im Gegenteil, es wirkt beruhigend), eine kräftige Brise über das Land streicht, die Wolken düster und bedrohlich am Himmel hängen oder Nebelschwaden Wälder und Ruinen einhüllen, dann fühl ich mich pudelwohl.
Hier wo ich wohne gibt es z. B. eine kleine Felsenschlucht, die auch sehr schön ist, doch leider bin ich dort selten alleine, irgendjemand begegnet einem immer und damit diese Schlucht besser zugänglich ist, wurden kleine Stege angebracht, ohne wäre es viel schöner aber es muß ja schließlich alles in deutscher Gründlichkeit ordnungsgemäß für den Tourismus erschlossen werden :( Was ich auch sehr gerne mag sind uralte knorrige Bäume. Manchmal wenn mich mal wieder alles tierisch anödet, lasse ich mich am Fuße einer mächtigen alten Buche nieder, deren wuchtiges Geäst mittlerweile bist zum Boden herunterreicht, lehne mich an ihren dicken Stamm an und fühle mich da irgendwie geborgen und beschützt. Nie möchte ich auf solche Erlebnisse in und mit der Natur verzichten müssen, nie möchte ich in der Großstadt leben, ich würde wohl nach kürzester Zeit wie ein Primel eingehen ...
Phoenix1384Beim Lesen euerer Beiträge hier wird mein sehnsüchtiges Verlangen der Großstadt zu entfliehen um ein vielfaches größer! Ich möchte fort aus diesem Moloch, in der jeder darauf aus zu sein scheint einem sagen zu wollen was ich zu wollen habe. Möchte raus aus diesem Dschungel von Werbeplaketen, Verkehrsschildern und Preistafeln, die mir sagen, was ich zu wollen habe. Möchte das brachiale Crescendo des aus Motorengeräuschen, Presslufthammern und MP3-Handy-Gedröhne bestehenden Orchesters dieser Stadt eintauschen gegen die lieblichen Melodien zirpender Grillen, fröhlich singeder Vögel und plätschernder Wildbäche. Ich möchte fort von diesem alles verschlingendem Monstrum und hinaus aufs Land, fernab jeder Autobahn und ICE-Trasse. Hier höre ich oft meine eigenen Gedanken nicht mehr, kann nicht so sein wie ich will, da sich sonst ein Nachbar beschwert ich sei zu laut. Dabei übe ich doch nur auf meiner Geige? Auch wenn ich eine Zugfahrt von 2 Stunden in Kauf nehmen müsste, um an einen von meinen ganz wenigen Lieblingsorten in Hamburg, der Uni-Bibliothek mit ihren alten, verstaubten Büchern und ihrer ihr eigenen Erhabenheit und Ruhe, zu gelangen... Das wäre es mir alle mal Wert, wenn ich mich dafür endlich wieder hören könnte und der Natur ohne Benzingeruch, Motorengeheul und Flutlichtanlangen nahe sein könnte... Ich muss hier einfach früher oder später raus! Sonst drehe ich irgendwann noch durch...
Demon_KingJa da kann ich auch nur zustimmen , früger als ich noch auf einem dorf gelebt hab. da bin ich offt in einem alten wald gegangen , auch nachts obwohl ich da erst 5-9 war . und heute gehe ich auf den friedhof da es hier in der stadt ja keinen wald mehr gibt.
Einfach mal an einen ort der ruhe gehen macht doch spass oder ? ich finde es toll. :)
Demon17Ich denke es ist eine Art von Zerstörung, die mich erfaßt. Die negativen Einflüsse aus dem Erwerbsleben überlagern die Kreativität. Gedichte schreibe ich nur noch im Urlaub und die seelische Ruhe um die Stille zu genießen stellt sich nicht mehr ein.
Gestern Nacht war ich in einem kleinen Club, in dem Elektrophobia lief. Der Name drückt es ziemlich gut aus, auch wenn ich es noch ein bisschen härter mag. Der Reizüberflutung mit Reizüberflutung zu begegnen ist der andere Weg. Doch war der Club zu klein um mir die Menschlichkeit zu ersparen, so ging ich bald und schrieb noch zwei Verse ... ein unvollendetes Gedicht über die Einsamkeit in der Menge, die aus der Abkehr von menschlicher Gesellschaft resultiert.
Ich habe in den Bilder von SchlafenderMond wieder ein bisschen Inspiration gefunden und danke ihm auf diesem Wege dafür. Nicht alle haben die Kraft sich selbst zu ertragen. Bilder wie diese geben sie und die Sehnsucht nach echter Abgeschiedenheit von der Zivilisation.

dark dreams

demon17
SilverwolfJa Demon17, diese einfühlsame und poetische Ader geht wohl langsam aber sicher verloren. In solchen Zeiten hilft nur träumen. Ich schliesse die Augen, lasse mein Räucherstäbchen an, schalte meinen kleinen Bambusbrunnen an, höre dem Plätschern des Wassers zu und lasse mich fallen. Und träume. Träume von dem Leben, das ich so gerne führen könnte und hoffe mit aller Kraft, dass ich es verwirklichen kann - wenn ich endlich älter bin, Erwachsen.

Doch dazu brauche ich Geld und für Geld muss ich arbeiten. Und unsere Arbeitsbedingungen sind alles andere als sensibel. :(

Diese erschütternde Leere habe ich beim Film "Das Parfum" gespürt, nein, sie hat mich überfallen. Ich weiss nicht mal, wie ich dieses Gefühl beschreiben könnte, aber es war eine so tiefe Trauer über die Sinnlichkeit, die wir niemals mehr haben werden, dass es sich anfühlte als zerspringe ich innerlich. Obwohl ich eigentlich so optimistisch bin, scheint es in manchen momenten hoffnungslos...
bradógJa das Erwerbsleben verschüttet sehr viel an Kreativität und auch Sensibilität wie ich finde. Es ist in diesen Zeiten wirklich schwierig, nicht abzustumpfen. Die Kreativität geht auch bei mir verloren, wenn ich zugedröhnt und gestresst werde. Mich macht das alles ziemlich mürbe und ich bin oft wegen der immer mehr verloren gehenden Sinnlichkeit total traurig. Ich wünsch mir oft einfach nur Ruhe und Stille, sogar die düster-melancholische Musik, die ich eigentlich so gerne höre, um in andere Sphären abzutauchen, ist mir momentan zuviel. Und andererseits macht mich dieses ganze System einschließlich dem abtötenden Erwerbsleben sowas von wütend, weil ich nicht einsehe, mich von irgendwelchen dahergelaufenen Möchtegernakteuren einpferchen und in meiner Menschlichkeit verstümmeln lassen zu müssen.
Tsafried[SIZE=1]Ich würde gerne in diesem Thread mitschreiben, meinen Gedanken freien Lauf lassen, aber ich schaffe es grade nicht, kann nicht in Worte fassen, was sich in meinem Kopf dreht... vielleicht bin ich im Moment zu sehr eingenommen von den Klangwelten die mir entgegenschlagen, Elizium von den Fields of the Nephilim begleitet mich... ich hoffe ich finde in ein paar Tagen die passenden Worte...[/SIZE]
Lady Lafarich habe nicht alle Beiträge gelesen...nur als Vorwarnung, falls ich Dinge wiederholen sollte :)

die Natur ist definitiv die Verbindung mit der Ewigkeit, Musik ist auch so ne Sache...

Ich bin so ein "Stadt-Kind". Gott sei Dank durfte ich mein Leben jeweils in Vororten dieser dreckigen Stadt namen Duisburg verbringen, trotz allem ist es mir - schon hier - viel zu geradlienig und steif.

Die Rheinauen liegen keine 2 km von meiner Wohnung entfernt, früher bin ich oft mit meinem Opa dort spazieren gegangen. Das erste Mal muss das gewesen sein als ich ca. 12 Wochen alt war... seitdem muss ich immer wieder hin. Mittlerweile geht die ganze Familie mit, meine Großeltern, meine Eltern, Onkel & Tante... und gemeinsam genießen wir all das, was es zu sehen gibt. Ich erinnere mich noch gut, dass meine Tante sich mal vor einer einheimischen Schlange erschreckte und mein Opa sagte :"Was hast du denn so eine Angst? Früher haben wir die Dinger eingefangen und mit ihnen gespielt" und fügte mit einem Schmunzeln hinzu "Es ging ihnen hinterher noch gut, als wir sie freiließen" ... ich bin froh, dass ich immer wieder dort hin gehen kann, um zu mir zu finden, um mit meiner besten Freundin einfach alles auszutauschen, in Ruhe und ohne Hast oder Zwang, etwas tun zu müssen....
letzen Sommer hab ich oft die Abende mit meinem Freund am Rheinufer und an kleineren Flussmündungen verbracht... es war wunderschön... :)

Nun hab ich aber auch 1/4 meines bisherigen Lebens auf dem Bauernhof verbracht. Ja, für jemanden, der da immer lebt, klingt das bescheuert, aber ich hab da immer mit meinen Großeltern Urlaub gemacht und war quasi in jeden Ferien da...
Allerdings haben wir dann dort nicht herumgesessen, sondern mit angepackt. Ich hab mit dem Bauern sogar ein Kalb auf die Welt geholt, das war ein Erlebnis!
Aber trotzdem die Region, wo der Hof liegt, als "Kornkammer Bayerns" bezeichnet wird, rentierte sich das nicht mehr, Milchvieh und Ackerbau reichten nicht aus, um zu leben. Also nahm der Bauer zusätzlich eine Stelle in einem nahegelegenen Industrieunternehmen an, was aber das Problem mit sich brachte, dass er nun nicht mehr so viel auf dem Hof machen konnte, zumal sich Schichtdienst auch nicht sooo gut mit der Hofarbeit vereinbaren lässt. Selbst der Fremdenverkehr brachte ihm nicht viel mehr Geld, also gab er den Hof fast auf. Damit verlor der Hof aber auch das Prädikat "Urlaub auf dem Bauernhof" (naturkennern wird das geläufig sein), nun ist es ein Landhaus.... und hat zumindest für mich einiges an Charme verloren. Ich mochte es immer, mit den Kühen aufzustehen, frische Milch zu trinken (was ich leider irgendwann nicht mehr vertrug :( ) und einfach dieses Leben mit den Tages-/Jahreszeiten mitzuerleben...
Als die Vogelgrippe kam, wurden dann auch noch die Hühner und Enten getötet oder weggegeben, denn der Stallpflicht konnte nicht Folge geleistet werden... die Tiere liefen ja frei herum... :(
Also ihr seht: auch hier macht der Kontrollwahn und vor allem die Hetze nach Geld nicht Halt. Ich hätte gern mehr getan, aber irgendwo leb ich ja selbst (leider!) teilweise vom Sozi, was mir zwar nicht passt, aber ich kanns noch nicht ändern.
Das einzige, was ich tun kann, ist, diesen Winter vielleicht für zwei oder drei Tage hinfahren und durch meinen Aufenthalt noch ein bisschen Geld in die Taschen zu spülen :)

Aber die familiäre Atmosphäre auf diesem kleinen Hof und die Freundschaft zu der Gastfamilie und den anderen Gästen (man kennt sich ja mittlerweile) ist nicht zu bezahlen. Hat wohl auch was mit der Natur zu tun.... von dort oben hat man die absolute Übersicht, bei gutem Wetter bis nach Österreich...und irgendwie ist niemand so gereizt, auch die Einheimischen nicht, obwohl sie Tag für Tag von diesen "Zuagroasten" genervt werden ("Ich will aber die Orangensaftmarke XY!!!" da krieg ich ja Anfälle ^^).
Man kann dort stundenlang laufen und wandern, jeder nach seinen Fähigkeiten.
Aber zum Thema Funsport... man hat doch da mitten in den Wald eine Sommerrodelbahn gebaut ~.~ ganz toll, die Tiere wird's freuen O.o Hab mal nen Gutschein gewonnen... hab ihn zerrissen....

diese kleinen Rückzusgmöglichkeiten werdn immer weniger und das finde ich schade...

Musik ist die Sprache dessen, was man nicht ausdrücken kann... ich weiß nicht mehr, wer's sagte... aber er hatte verdammt Recht :)
Ich singe viel und spiel auch einige Instrumente... und dann kehrt in mir Ruhe ein, ich kann mich darauf konzentrieren und auf nichts sonst... nichts kann mich stören....
Gospel ist so eine Leidenschaft von mir... ich mach das aus Überzeugung, nicht aus "tiefem Glauben". Aber es hilft, solche Bitten auszusprechen. Jemanden nach Lösungen zu fragen, wenn auch einen imaginären Gott, hilft, den Kopf freizubekommen, sodass man die Lösung besser sieht. Sowas geh tfür mich singend am besten. Und es macht irre Spaß.... ;-) darf ja auch sein...

So das war's von mir
Carpe diem!
Lady
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von SchlafenderMond [/i]
Dankeschön `^_^ jup, sind meine eigenen Bilder... [/QUOTE][b]Die sind genial ![/b]

Und sie drücken meine Gedanken zum Thema
"Natur, Seele, Musik und die Verbindung mit der Ewigkeit"
viel besser aus, als ich sie jemals mit Worten beschreiben könnte ...
Senecas NovizeEinen wunderbaren Abend wünsche ich euch allen.
Habe mir soeben alles hier durchgelesen.

Ich habe dieses Forum bloß durch Zufall entdeckt und muss gestehen, dass es genau dass ist, was ich gesucht habe. Menschen die das Ziel verfolgen bewusster das Leben zu erleben.

Ich finde, das hier teilweise von soooo viel Künstlichem geschrieben wird, dass es mir fast so scheint, als seien diejenigen, die diese Form des Lebens, mein persönlicher Ausdruck dafür lautet "Käseglockengesellschaft", extrem anprangern, dieselben sind, die diese Schlechtigkeit als solche definieren. Ist das (Großstadt) Leben wirklich so schlecht? Oder ist es unsere Perspektive die es so schlecht macht?

Andere wiederum flüchten sich so sehr ins Abstrakte, reden von etwas, was meines erachtens außerhalb ihres Verstandes liegt, titulieren dies besonders gern mit Begrifflichkeiten wie "Seele", "Ewigkeit" oder Symbolen, wie "Abgrund" und "Nacht". Mensch Leute nennt die Kinder beim Namen, es sind unbeschreibliche Gefühle.

Um ein Exempel zu demonstrieren und zu zeigen, was man gegen diese Kälte machen kann, stelle ich die Theorie auf, dass diese Kälte durch die Anonymität der Stadt entsteht.

ABER: Wer fühlt sich einsam, wenn er seine Nachbarn (WIRKLICH!) kennt?

Weiter würde ich gehen, liegt das Problem in der Oberflächigkeit. Ich kenn meinen Nachbern nur wenn ich weiß wie er lebt und fühlt, nicht wenn ich bloß seinen Namen und sein Aussehen registriert habe.

Zu guter letzt möchte ich selbst diese Hochstilisierte Gesellschaft auch etwas bekräftigen. Sie ist nicht Schlecht, sie ist nur so wie ein Kind. (Kinder sind meiner Ansicht nach die unmenschlichsten Wesen, die es gibt. Was passiert wenn ihr eine Horde Kinder mit Waffen und Spielzeug in einen Raum schließt? Diese Kinder dürften noch nichts von der Schlechtigkeit des Mordens wissen, würden sich gegenseitig umbringen ohne mit der Wimper zu zucken.)

Menschlichkeit ist für mich eine Tugend, die enormer harter Arbeit und Weisheit bedarf. Was ihr an den Menschen kritisiert ist nicht ihre pervertierte Menschlichkeit, sondern ihre animalische Beschränktheit auf Bedürfnisse des Tieres, (wilder Sex, Fressen, prachtvolle Selbstdarstellung, Kurz: Wollust, Sucht, Egoismus )

Die Menschlichkeit entsteht für mich erst durch die Demut gegenüber der Natur und Leben.

Ich bin ursprünglich aus Mexico, genauer gesagt aus Chihuahua und habe unter Reichen unter Armen gehaust und gelebt. Auch wenn ich erst 18 bin, erlebte ich viel, bewusster als andere, durch mein wechselhaftes Leben, durch meine persönlichen Erfahrungen, die mich sehr bereichert haben, habe ich gelernt, wie sich das Bewusstsein der Beschränktheit und Absurdität der eigenen Existenz, sich mit der Liebe zu einer dynamisch explosiven Leidenschaft kombinieren lassen, die das Leben in ihren Ursprung zeugt. Der Ursprung des Lebens liegt meines erachtens im fühlen.

Ich kenne das Gefühl, der Natur verbunden zu sein, ich lebe nun in Hamburg und kenne das Gefühl der Verlorenheit unter Tausenden, der Hilfslosigkeit und Verzweiflung.

Nichtsdestotrotz, wäre das Leben in der Stadt, unter dem Aspekt der individuellen Möglichkeit zur Leistungssteigerung und Erfahrung "Sozialisierung", dem der Naturverbundenheit vorzuziehen, da ich hier, Gefühle der "Internatonalität" der "Menschlichkeit" erspüre, die mir ansonsten verborgen bleiben würden. Nur wo Menschen sind, kann man Menschlichkeit bewundern. Dies sei nicht zu verachten. Es ist faszinierend, wie harmonisch, wir eigentlich miteinander klarkommen, wenn wir bedenken, dass sich die Breite Masse wortlos versteht. Wenn wir sehen wie wir miteinander arbeiten,lieben, leiden leben.

Sowas wie Respekt, findet man in der Natur nicht. Wer schützt dort denjenigen, der sich nicht anpassen kann?
Nicht schnell, stark, gesund genug ist?

Wo gibt es dort Schutz für Kranke, Behinderte, "Andere"?

Wer kann in der Natur schon ein Theater in all seiner Pracht bewundern?

Wer kann dort Gallerien besuchen?

Es hat alles seine für und wider, schlimm ist es doch erst, wenn man nicht weg kann und Gefangener der Grostadt ist. Als Handschellen, kann man die Verträge bezeichen. Jedoch, der der denkt, weiß sich zu wehren, denn Verträge sind künstlich. Und etwas künstliches lässt sich nur durch eine ähnliche Künstlichkeit neutralisieren.

Nun alles in allem, trete ich wahrscheinlich eher den Club der Philosophen bei um euch nicht mit solch langen Texten zu maltratieren.

Ihr müsst wissen, die Kunst der eristischen Dialektik ("Die Kunst recht zu behalten" von Schopenhauer), ist mir als angehender Anwalt internationaler Menschenrechte eine ziemlich vertraute. Bitte verzeiht meinen lehrhaften Ton, jedoch brauch ich diesen um meine Argumente klar darzustellen.

Um nun zum Ende meines Textes zu kommen, möchte ich euch mit dem Gedanken lassen:

die Harmonie entsteht durch differenzierte Betrachtung, und wenn ihr verzweifelt weil ihr nicht weiter kommt liegt es nur daran, dass ihr euch an die Spielregeln hält.

(Bitte nicht als Apell zur Kriminalität zu verstehen!)

Schade... meine poetische Ader ist nun leider nicht zur Geltung gekommen und alles klingt so zäh und trocken....

Naja ein anderes Mal.

Efrain Espinosa Villegas
SternentreueLast euch ma nich von dem Post meines Pflegebruders, (Senecas Novize), beirren, er ist gut darin andere mit Rhethorischen und dialektischen Phrasen zu überzeugen und zu verwirren:D.
Er sucht nur immer nach Leuten mit denen er diskutieren kann, weil ich schon nich mehr drauf einlasse.;)

@bradóg
Das mit der Kreativität und der Lustlosigkeit, ist nicht unbedingt von Dauer, gib dir eine Erholung von jener monotonen Umgebung, es kann schon reichen eine Zeitlang etwas andere Musik zu hören, dieser Tapetenwechsel hilft oft, das gilt auch für die anderen Bereiche, etwas Abwechslung tut in solchen Momenten gut.

Allgemein möchte ich noch sagen, das es mich zwar stört, das der Mensch seinen Bezug zur Natur und zu seiner Seele verloren hat, allerdings kann man daran meiner Meinung nach nur etwas für sich selbst ändern, der Rest der Menschheit muss schon von selbst drauf kommen, auch wenn das noch eine ganze Zeit des Leidens für die Natur bedeutet und wir Läuterung oder Untergang der Menschen, wohl nicht mehr miterleben werden so wird in beiden Fällen die Natur sich erholen, denn die Natur findet immer einen Weg(eins meiner Lieblings Filmzitate).
nanikhallo
ich hab hier einen link zu einem beckmann-interview wo ma sich ein video angucken kann. das interview gibt ein beispiel dafür dass ein leben in der natur erfüllender sein kann als eins in der zivilisation.

[url]http://www.daserste.de/beckmann/sendung_dyn~uid,zatag5or9gtbt99rd4a4fwge~cm.asp[/url]

Sendung vom Montag, 18.09.2006

Sabine Kuegler
Eine Kindheit im Urwald – was für viele ein Traum ist, war für Sabine Kuegler Realität. Millionen Leser waren fasziniert von der Geschichte des "Dschungelkinds". Monatelang standen Kueglers Kindheitserinnerungen ganz oben in den Bestsellerlisten: Als Fünfjährige zog sie mit ihren Eltern und ihren Geschwistern in den indonesischen Urwald. Abgeschnitten von der Zivilisation, lebte sie beim Stamm der Fayos wie in der Steinzeit. Sie jagte mit Giftpfeilen Spinnen, ernährte sich von Schlangen und Würmern und badete neben Krokodilen. Dann der plötzliche Kulturschock: Mit 17 kommt sie auf ein Internat in die Schweiz und sieht sich erstmals in ihrem Leben einer "zivilisierten" Umwelt ausgesetzt. Jetzt ist die 33-Jährige noch einmal nach West-Papua gereist. Bei "Beckmann" spricht Sabine Kuegler erstmals über die Rückkehr in das Paradies ihrer Kindheit, über das Wiedersehen mit ihren alten Freunden – und berichtet von ihrem Leben zwischen zwei Welten.

"Drei Tage hat es gedauert, bis ich wieder in die Dorfgemeinschaft integriert war", schildert Sabine Kuegler ihre Rückkehr zu den Fayos. Im Urwald erlebe man die Zeit völlig anders, sagt sie bei "Beckmann". "Sie vergeht zehnmal langsamer als in Europa. Ich war überrascht, dass sich eigentlich nichts geändert hatte." Viele alte Freunde erkannte sie sofort wieder und begrüßte sie mit dem traditionellen Fayu-Gruß, dem Stirnreiben. Die Unterhaltung allerdings war anfänglich etwas umständlich, da sie kaum noch die Sprache der Fayu beherrschte und deswegen auf die Übersetzung des Vaters oder ihre Hände und ihre Füße zurückgreifen musste.

Es dauerte eine Zeit lang, bis Kuegler sich wieder an das Leben im Dschungel gewöhnte. "Man liegt da und weiß nicht, was man tun soll." Zwangsläufig setze man sich intensiv mit der eigenen Person auseinander, was ihr nicht leicht fiel. "Alle Erfahrungen, die ich verdrängt hatte, kamen wieder hoch."

Das Leben zwischen zwei Welten fällt der heute 33-Jährigen sichtlich schwer. Bereits als sie mit 17 Jahren erstmals wieder nach Europa kam, habe sie lange Zeit gebraucht, um sich an die Zivilisation zu gewöhnen. [B]"Ich habe die ersten anderthalb Jahre nur geheult. Bis heute fühle ich mich unsicher, wenn ich über die Straße gehe."

Jetzt fühle sie, dass der Dschungel die wahre Heimat für sie ist. Das habe sie nach ihrem erneuten Abschied von den Fayos deutlich gespürt: "Ich wollte nicht weg. Ich stand am Flughafen und wollte sofort wieder zurück.[/B]
une copineIch finde Wälder wunderschön, früher war ich sogar öfters im Wald, aber jetzt fehlt mir leider die Möglichkeit dazu... Und Friedhöfe finde ich auch toll, sie sind so ruhig...

Manchmal nervt mich der Lärm und ich will mich zurückziehen, aber auf Dauer würde ich es ohne Lärm nicht aushalten, denn schließlich bin ich mit ihm aufgewachsen...
bradógDie Sendung habe ich zufällig gesehen. War sehr interessant. Wenn wir, die ja in diese Zivilisation hineingeboren wurden und mit ihr aufgewachsen sind, sie nicht unbedingt gut verkraften und zu kämpfen haben, wie krass muß dann erst der Gegensatz für jemanden sein, der im Urwald aufwuchs?! Das ist ne völlig andere Welt. Gegensätzlicher könnte es nicht sein. Ich denke, auch an Sabine Kueglers Werdegang sieht man wieder mal ganz gut, wie einfach man leben und dennoch - oder gerade darum - wesentlich zufriedener/glücklicher sein kann, weil es wesentlich Wichtigeres gibt, als Haus, Auto, Yacht, Karriere. Einige Kulturkreise, als Beispiele seien da die Aborigines oder Indianer genannt, haben die Konfrontation mit unserer Kultur nur schwerlich verkraftet. Statt diesen unsere Lebensweise aufzuoktruieren, hätten wir lieber von ihnen lernen sollen, z. B. das Wertschätzen der Natur.

Vor ca. 3 Jahren habe ich beim Bogenschießen einen älteren Herren kennengelernt, ein unscheinbares, langbärtiges Kerlchen. Er erzählte mir, daß er jedes Jahr für ein halbes Jahr Deutschland verlasse und währenddessen in Kanada, fernab jeglicher Zivilisation, in einem alten Blockhaus an einem Fluß in den Bergen lebe. Das Blockhaus sei sehr spartanisch eingerichtet, bevor geheizt werden kann, muß er erst mal Holz hacken, was zu essen gibts nur dann, wenn er nen Fisch gefangen oder anderes Getier erlegt hat oder Pilze/Beeren sammeln war. Er hat dort Indianer als Freunde, Indianer, die die alten Riten noch pflegen und leben. Sie haben ihm das Überleben in und mit der Natur gelernt. Er würde am liebsten für immer dort bleiben und er hat auch ganz schön zu kämpfen, weil er immer wieder nach Deutschland zurück muß, zurück in unsere so tolle, fortschrittliche High-Tech-Kultur ...
Senecas Novize[COLOR=royalblue]Wie gesagt...

Ich finde auch nicht das dieses Leben hier das Wahre ist.

Ich bin ursprünglich von Mexico und es ist ein Paradies für mich. Es ist warm und wenn es "The Beach" gibt, dann bin ich mir sicher das sie in Acapulco zu finden ist.

Seufz...

Aber andereseits finde ich das unsere moderne Gesellschaft so wie sie von eigentlich allen hier dargestellt wird, auch nicht richtig betrachtet wird.

Ich finde Hamrburg beispielsweise teilweise noch nicht Metropole genug. Ich will Nachts noch lebendigkeit spüren. Nein auch in einer Metropole und Weltstadt wie dieser ist Nachts tote Hose.

Andererseits wenn ich besonders verletzbar bin, dann ist mir alles zu eng.

Jedoch wenn man Pro und Contra abwiegt bleibt alles in allem unsere Gesellschaft in Städten ein Institut der Menschlichkeit, hier treffen Kulturen, Gedanken aufeinander und synchronisieren sich. Hier entstehen neue Normen und Werte. Klar auch viel mist, aber alles in allem lebt man ziemlich gut in einer Stadt, ich finde die die immer davon meckern, haben vermutlich noch nie in Armut gelebt und wissen nicht, dass alles seine Arbeit braucht. Die Stadt ist für mich persönlich besser, weil man sich hier leichter die Arbeit unter vielen teilen kann. Man ist sicher, dass gegen angemessener Bezahlung es jemand geben wird der das macht was du willst.

Auf nem Land??? Pustekuchen.
In der Natur? Die Antwortet dir mit ihrer Brutalität.

Die Natur sagt zum Individuum leck mich doch. Die Stadt dagegen sagt: Wir versuchens mal.

[COLOR=royalblue]
Snak3rhier würde ich gern ein gedicht von [i]Joseph von Eichendorf (1810)[/i] wieder geben:

[center]Oh,Täler weit,oh
Höhen,
oh,schöner,grüner
Wald,
Du meiner Lust und Wehen
andächtiger Aufenthalt!
Da draußen stets be-
trogen,
saust die geschäft´ge
Welt
´schlag noch einmal
die Bogen
um mich du grünes
Zelt.[/center]

Ich streife gerne Nachts durch unseren Wald vor meiner tür,eine stille berüht micht,eine muse für die Gedanken einer neue Welt.Zwar kann ich mir nicht vorstellen immer dort zu sein,da ich einfach gebunden bin an weltliche dinge doch mag ich diesen ort.Eine festung unendlichen Wissen auf Zeit!
OphelliaIch denke Ihr seid alle auf den besten Weg,aber fragt euch doch warum fahrt ihr nicht einfach in einem Wald geht dort spazieren,habt ihr nicht den Willen dazu???Tut es doch euer wille ist doch stark!!!Ihr ändert dann doch schon was und habt es schon Ihr habt öffentlich daraus ein Thema gemacht,nahe gelegt wie wichtig es für Menschen ist warum beschäftigt Ihr Euch mit den anderen die nicht soweit denken???bradóg die gesellschaft ist nun mal so das sie die intelligenz der menschen falsch einsetzt man lernt menschen, intelligent dumm zu sein jeder dumme hat ein besseres leben als ein intelligenter,die faulheit wird gefördert aber nicht das streben.Mir ist aufgefallen das viele Menschen keinen natürlichen Gesichtsausdruck haben eher egal ausdruck.Nun ich zum Glück wohne in einem Dorf und das ausserhalb und habe 2 wilde Enten im Garten die waren einfach da.Vielleicht sind es ja irgendwann die letzten ihrer Art. ;)
bradógOphellia, ich wohne auf dem Land, schon immer, muß aber zum arbeiten in die Stadt, was mich ehrlich gesagt anwidert. Ich würde lieber außerhalb arbeiten aber da ist nix zu finden. Und ich nutze jede freie Minute, um irgendwo in der Natur unterwegs zu sein, doch gerade dann fallen mir diese Dinge, über die wir hier diskutieren noch viel mehr auf und mir wird noch klarer, wie künstlich so vieles ist und es gibt Zeiten, da kann ich diese Künstlichkeit einfach mehr ertragen und möchte ausbrechen. Doch dann stellt sich mir die Frage wohin? Denn auch ich bin in dieses System eingepfercht ... sorry aber ich empfinde es nunmal so.
OphelliaFü r deine Empfindungen brauchst Du dich doch nicht zu entschuldigen!!!Nun wir beide haben wohl das Glück in die Natur gehen zu können,das positive an den städten ist nur das man dort sehr anonym lebt aber auch ein problem ist.Ich denke aber auch das der Sinn zur natur viel mit dem Alter zu tun hat.Nun gute arbeit zu haben ist wichtig,da muß man durch leider. :(
Snak3rich werde auch nichts tun um die die es nit wollen umzustimmen irgend wann ist dann vll der Wald voll diejenigen die ihn jetzt gefunden haben werden auch noch in 10 Jahren davon wissen und ihn nicht vergessen,Aber wieso soll ich jmd anderes davon überzeugen das es in der natur so toll ist....(2tage später ein Hotel mit straßen kein baum kein wiese...)
Senecas NovizeLeute... ich fühle mich ein wenig überlesen. Wenn jeder davon faselt wie toll das Leben im Wald doch ist, dann habe ich das Gefühl das es ihm an Mut mangelt um sich in der Stadt zu profillieren. Klar es klingt jetzt etwas krass wenn ich es zugespitzt verdeutliche indem ich sage, dass das Leben in der Stadt ein größere Kampf und Kraftaufwand ist als das vor sich hin welken im Wald. Alles hat seine Pro und Contra mann muss seine Prioritäten setzen. Wenn jemand die Menschen verändern will muss er unter ihnen Leben um sie zu verstehen. Die Französische Revolution fing in den Kaffehäusern an, als diese noch dazu gedacht waren sich zum Unterhalten zu treffen und nicht um eine heiße Brühe in sich reinzuschütten.

Außerdem... ist es nicht schöner, dass der Wald den Tieren als natürliches Refugium dient?

Ich frage mich was denken sich die Menschen, die meinen sich zurückentwickeln zu wollen um mit der Natur verbundener zu leben und dann mit ihren Campingset in den Wald campen und die Balance zwischen der Flora und Fauna wieder durcheinander bringen?

Selbst wenn wir von der Natur stammen, so finde ich nicht, dass wir uns das Recht nehmen können sie wieder mit unsere bemitleidenswerte Form des Lebens wieder infiltrieren sollten.

Lasst den Wald in ruhe. Spaziert in ihm, findet dort eure ersehnte Ruhe, aber bedenkt, das jeder Fusstapfen den ihr mit Schuhen in die Heiligeit der Natur setzt und der nicht mit bloßem Fuß gesetzt wird einer Schändung gleicht. Weil wenn wir so leben würden wie die Natur uns geschaffen hat, dann würden wir wieder dem animalischen in uns vollkommen Raum geben und aufhören Mensch zu sein. Wir wären wieder Tiere und als Mensch muss ich gestehen fühle ich mich ziemlich wohl.

Der Mensch kann aber nicht mehr in der Natur leben, weil er sich selbst aus dem Paradies entfernt hat und in seiner Käseglocke sein Überleben durch harte Arbeit sichert.

Er sollte bloß bedenken, dass er der Natur Raum genug geben muss um seine Existenz weiter sichern zu können. Wenn der Mensch sich über die Ressourcen der Natur weiter entwickelt, dann leitet er seine eigene Apocalypse ein. Oder nicht?

Und selbst wenn... Die Natur wird sich unsere entledigen. Sie leidet nicht, wir legen ihr ein Charakter in dem Mund den sie nicht hat. Wir reden sogesehen extrem viel Nonsense. Wer weiß schon ob die Natur denkt, fühlt, leidet, brutal ist oder sanftmütig?

Ist das Waldleben für den Menschen besser? Nein nur anders. Ist das Stadtleben für den Menschen besser? Nein, es ist jedoch menschlicher.

ODER NICHT???

*Mal um antworten bitte*

;)
Demon17Ich saß eines Nachts mit einem Freund im Wald. Wir hörten von Ferne einen Hund den Mond anheulen und fühlten uns wie in einem altem Traum. Als die unsere Vorfahren bei solchen Geräuschen unbewußt zu den Waffen griffen und in die Finsternis hineinlauschten. Ich spürte etwas von der atavistischen Mischung aus Angst, Mordlust und Adrenalin. Wenn ich heute Nachts durch die Wälder gehe, weiß ich das ich das schlimmste Tier weit und breit bin. Kein Wolfsrudel dessen Atem ich spüre, kein Bär auf dessen Brummen ich achten müßte. Kein Feind der mir auflauern könnte.

Ich höre höchstens das Bummen eines Generators getarnter englischer Truppen im Gebüsch und trolle mich. Man will ja das Manöver nicht stören. Als wir einst im Sommer high im Wald lagen, die Karre einfach tief im Wald geparkt, die Boxen auf dem Dach und zu den Klängen von Tangerine Dream das Licht durch die Wipfel der Bäume beobachteten, befanden wir uns auf einmal inmitten von dutzenden von Soldaten. Als meine Freundin und ich auf einem Baum saßen, der über einen kleinen Tümpel gestürzt war konnten wir nicht wirklich entspannen weil wir die Nähe anderer Menschen ahnten. Ich kannte alle Places in der Natur im Umkreis von 30 km und wir fanden niergendwo wirklich Ruhe. Dabei wurden wir von vielen Menschen um die Natur in unserer Gegend beneidet.

Ich lebte in Hamburg und zog nachts allein durch die Stadt. Ich kannte alles was Underground war, denn ich hatte freien Eintritt, da ich für Independent-Labels arbeitete. Sah Bands bevor sie bekannt wurden in kleinen Clubs und lebte in einem ehemaligen Lagerhaus zusammen mit Punks und alten Freaks. Dann zog ich auf die Reeperbahn. In eine Wohnung, die ich nicht einrichtete. Nur ein par Poster von Laibach, Rejkapitulija und nackte Glühbirnen und nachts in die Große Freiheit, ins Docks, in die Fabrik nach Altona und in viele kleine Clubs. Ich hörte in meiner Wohnung mit dem Giftweizen im Treppenhaus, das Geschrei der Betrunkenen und Huren und ich stand eines Morgens um 5:30 auf. Die Gassen waren leer und ich hätte töten können. Als mir ein Haufen agressiver Obdachloser entgegenkam und ich hoffte sie würden mir einen Vorwand liefern... doch sie taten es nicht. Ich dachte an die Hure mit dem netten Gesicht, an die, die weinte als ich sie nach dem Docks fragte und an die mit dem Kaugummi und dem großen Mund. Und ich sah Wände, Wände überall Wände und ich stieg in meine alte Karre und fuhr und fuhr, bis ich nach Stunden ein paar Kilometer weit sehen konnte, weil es endlich einen kleinen Hügelkamm gab und unverbaute Landschaft und ich hoffe das Europa in den nächsten Jahrzehnten an Einwohnerzahl verlieren wird, selbst wenn die Gesellschaft überaltert und wir wieder Ruhe finden und neue, alte Werte, die Jagd nach dem Geld ersetzen. Das wieder mehr Menschen dir Strahlung des Betons spüren und das Rauschen des Windes in Bäumen höher schätzen als eine Umgehungsstraße, die sie befreien soll von dem Smog und dem Lärm. Ich denke es ist besser in der Wildnis zu sterben als im Krankenhaus.
bradóg@ Senecas Novize

Jeder soll auf seine Art glücklich werden und mir geht es auch nicht darum andere Menschen zu bekehren und ihnen meinen Weg als den einzig wahren aufzudrücken. Ich für meinen Teil bevorzuge eben eher die Stille und weniger den Trubel, die grüne Natur und weniger den grauen Beton. Ich fühle mich in der Stadt einfach nicht wohl, das ist definitiv so, ich könnte dort nie leben. Klar gibt es auch schöne und weniger schöne Städte und ich arbeite in einer relativ schönen Stadt, die 500.000 Einwohner zählt. Dennoch mache ich 3 Kreuzchen, wenn ich abends dieser wieder den Rücken kehren kann. Mittlerweile fahre ich mit den Öffentlichen in die Arbeit, mit dem Auto geht schonmal garnix, nur Stau, so weit wie das Auge reicht. Der Streß, der Lärm, die Hektik geht morgens los und hält bis ich wieder zuhause bin an. Mich fasziniert es sogar irgendwo, die Menschenmassen zu beobachten, z. B. wenn sie morgens aus dem Zug stürmen, wie ne Horde wild gewordener ferngesteuerter Ameisen alles niedertrampelt, was ihnen auf dem Weg zur U-Bahn in die Quere kommt. Abends läuft das gleiche Spielchen in umgekehrter Richtung. Aber nichts desto trotz finde ich's abartig, was da abgeht. Ansonsten ist nicht jeder wie Du gestrickt, jeder Mensch tickt anders und so muß jeder seinen Weg finden und für einige die hier in diesem Thread posten, hat die Natur eben einen ganz besonderen Stellenwert.

An Mut mangeln ... sich in der Stadt profillieren? Ich hab ehrlich gesagt überhaupt keine Ambitionen mich irgendwo zu profillieren und zudem finde ich, ist wesentlich mutiger, auf ein komfortables Leben freiwillig zu verzichten, als sich durch den Großstadtdschungel zu kämpfen. Und wer mit der Natur lebt, der wird den Wald in Ruhe lassen, die Natur achten und schätzen. Es ist ein feiner kleiner Unterschied, ob Menschen in quietschbunter, Outdoorkleidung, laut redend, Pflanzen niedertrampelnd und Tiere verscheuchend durch den Wald stampfen oder sich leise, beobachtend, in unauffälliger Kleidung, auf Pflanzen und Tiere Rücksicht nehmend fortbewegen.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Senecas Novize[/i]
Leute... ich fühle mich ein wenig überlesen.[/QUOTE]@ Senecas Novize,
weil wir gerade beim Thema Wald sind - seine Kenner wissen: So wie man in diesen hineinruft, so schallt es aus ihm wieder heraus. Dementsprechend ist die beste Reaktion auf Ignoranz das Ignorieren. Aber da du so sehr um Antwort bittest ...

[QUOTE]Wenn jeder davon faselt wie toll das Leben im Wald doch ist, dann habe ich das Gefühl das es ihm an Mut mangelt um sich in der Stadt zu profillieren. Klar es klingt jetzt etwas krass wenn ich es zugespitzt verdeutliche indem ich sage, dass das Leben in der Stadt ein größere Kampf und Kraftaufwand ist als das vor sich hin welken im Wald.[/QUOTE]Sich in sinnlosen Kampf und Kraftaufwand zu stürzen, statt seine Kräfte für Zwecke der Lebenserhaltung aufzusparen, zeugt eher von Dummheit als von Mut.

[QUOTE]Alles hat seine Pro und Contra mann muss seine Prioritäten setzen. Wenn jemand die Menschen verändern will muss er unter ihnen Leben um sie zu verstehen.[/QUOTE]Niemand muss müssen, es sei denn, er muss mal ...
Wenn jemand MIT Menschen und Tieren lebt und ein wenig gelernt hat, sie zu verstehen, dann will er endlich nicht mehr an ihnen herumändern und herumerziehen, sondern sie einfach so erleben und genießen, wie sie sind.

[QUOTE]Die Französische Revolution fing in den Kaffehäusern an, als diese noch dazu gedacht waren sich zum Unterhalten zu treffen und nicht um eine heiße Brühe in sich reinzuschütten.[/QUOTE]Ich war damals noch nicht dabei und kann nicht sagen wie das war. Heute allerdings ist der Wald einer der wenigen Plätze, wo man noch einfach nur zusammen sein kann, ohne dafür von jemandem abgezockt und/oder zum Konsum von Dingen gedrängt zu werden, die man gar nicht will.

[QUOTE]Außerdem... ist es nicht schöner, dass der Wald den Tieren als natürliches Refugium dient? Selbst wenn wir von der Natur stammen, so finde ich nicht, dass wir uns das Recht nehmen können sie wieder mit unsere bemitleidenswerte Form des Lebens wieder infiltrieren sollten ...[/QUOTE]Willst du es dem Sohn verwehren, zu seiner Mutter zurückzukehren, die er in einer pubertären Phase des Aufbegehrens zornig verließ, um sich nun, in den Wirren des Lebens klüger geworden, wieder mit ihr zu versöhnen?

[QUOTE]Wer weiß schon ob die Natur denkt, fühlt, leidet, brutal ist oder sanftmütig?[/QUOTE]Derjenige, der versucht, MIT ihr zu leben und sie zu verstehen, der nicht die Menschen und die anderen Tiere gewaltsam voneinander trennen und abschotten und in Reservate einpferchen will.

In der Natur sind alle Grenzen fließend, greift alles ineinander, ist alles miteinander verwoben, ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Wer das nicht verstehen kann und nur noch digital denkt ("brutal oder sanftmütig", "Tier oder Mensch", "der Wald den Tieren, die Stadt den Menschen", "drin oder draußen", "ja oder nein", "AUS oder EIN"), der hört auf, ein Lebewesen zu sein und degeneriert zur toten, willenlosen Maschine. Selbst seelenlos geworden, kann er nicht mehr verstehen, dass Lebewesen eine Seele haben. Er will alles messen, zählen, vergleichen, abwägen, beurteilen und verurteilen. Seine Abbilder, Maßstäbe und Messwerte werden zum Heiligtum erklärt und er will alles eliminieren, was nicht in seine Ordnung und in sein Raster passt (sie "schändet"). Und falls er selbst nicht mehr in seine Ordnung und sein "Sicherheitskonzept" hineinpasst, dann eliminiert er sich eben selbst, getreu seiner heiligen und unumstößlichen Prinzipien.

[QUOTE]Weil wenn wir so leben würden wie die Natur uns geschaffen hat, dann würden wir wieder dem animalischen in uns vollkommen Raum geben und aufhören Mensch zu sein. Wir wären wieder Tiere und als Mensch muss ich gestehen fühle ich mich ziemlich wohl.[/QUOTE]Wieso dürfen wir nicht gleichzeitig Mensch und Tier sein, so wie Wölfe gleichzeitig Wolf und Tier sind, so wie Fische gleichzeitig Fisch und Tier sind? Wieso müssen wir unsere biologischen Eigenschaften verleugnen und verstümmeln und dürfen nicht so sein, wie uns die Natur oder Gott oder wer auch immer geschaffen hat?

[QUOTE]Der Mensch kann aber nicht mehr in der Natur leben, weil er sich selbst aus dem Paradies entfernt hat und in seiner Käseglocke sein Überleben durch harte Arbeit sichert.[/QUOTE]Die Natur ist sein Paradies, und solange er die Natur nicht endgültig zerstört hat, kann er jederzeit in sein Paradies zurückkehren. Er muss weniger harte Arbeit leisten, wenn er nur noch die wenigen Arbeiten macht, die wirklich sein Überleben sichern, und all die Tätigkeiten aufgibt, die nur dem Zahlenfetischismus und irgendwelchen "heiligen Prinzipien" dienen und seinem eigenen Überleben mehr schaden als nützen.

[QUOTE]Er sollte bloß bedenken, dass er der Natur Raum genug geben muss um seine Existenz weiter sichern zu können. Wenn der Mensch sich über die Ressourcen der Natur weiter entwickelt, dann leitet er seine eigene Apocalypse ein. Oder nicht?[/QUOTE]Wenn die Menschen endlich begreifen, dass sie auch Tiere sind und damit Teil der Natur, und nicht nur von der Natur nehmen, sondern ihr auch zurückgeben (z.B. Wiederaufforstung), dann könnte die Erde wirklich (auf höherem Niveau) wieder zu einem Paradies werden.

[QUOTE]Ist das Waldleben für den Menschen besser? Nein nur anders. Ist das Stadtleben für den Menschen besser? Nein, es ist jedoch menschlicher. ODER NICHT???[/QUOTE]Karl Marx und Friedrich Engels haben schon vor mehr als 150 Jahren "die Beseitigung der Unterschiede zwischen Stadt und Land" auf die To-Do-Liste gesetzt. Hier im Thread wird gerade über die Eigenschaften der beiden Komponenten und ihre ganz konkrete Wirkung auf [b]uns selbst[/b] nachgedacht. Was ist notwendig, nützlich, brauchbar, angenehm, unangenehm, schädlich, tödlich?

"Natur, Seele, Musik und die Verbindung mit der Ewigkeit" - das ist aus meiner Sicht ein besserer Lösungsansatz für die anstehenden Probleme als "Zahlenmäßige Gewinnmaximierung um jeden Preis".
une copineMir ist gerade etwas in den Sinn gekommen: Ist es nicht so, dass man immer irgendwo leben will, wo man nie gelebt hat? Viele, die in Kaffs aufwachsen, wollen unbedingt in die Großstadt und umgekehrt. :rolleyes:

Meine Mutter hat ihr ganzes Leben lang in einer Großstadt gelebt, hat dann meinen Stiefvater geheiratet und wir sind dann in ein Dorf gezogen. :rolleyes: Und sie freut sich keineswegs darüber dass der Wald 20 min von uns entfernt ist, ganz im Gegenteil, die Natur nervt sie, überall laufen irgendwelche Marder und wer-weiß-was-für-Vieher rum. :rolleyes:
Senecas NovizeIch bedanke mich vielmals um diese ausführliche Antwort. Danke TheturningPoint. Es sind wirklich sehr interessante Gedanken und ich bin erfreut endlich mal eine Antwort zu bekommen.

Ich möchte mich erstmal für meine plakative Darstellung meiner Meinung entschuldigen. Ich habe es erstmal ohne Rücksicht auf Nuancen genommen.

Nun... Waldleben schön und gut. Ich will mal nichts dagegen sagen. Ich finde es nur schlimm das Waldleben als ersatzgott anzuhimmeln. Natur ist nämlich weder gut noch böse. Ich glaube da können wir einen gemeinsamen Nenner finden.

Und dein Bild über die Mutter und deren Kind das sie aufnehmen will aber das ich böser böser Mensch nun nicht zulasse. Nun ich glaube wir sind uns einig, dass Sobald das Kind geboren ist, es nicht wieder in den Körper der Mutter zurück kann. Das wäre ziemlich ungesund und unantürlich, oder?

Sobald der Mensch sich der Natur auf künstliche Art und Weise über JAHRTAUSENDE entfremdet hat, kann er sich ihr bloß noch annähern. Das finde ich auch gut, aber unter der Bedingung, dass er es vorsichtig macht.

Ich dachte man müsse den Wald verstehen.... weil ich selbst daran verzweifelte keine drei Bäume unterschiedlich von einander Beschreiben zu können. Mag sein, das ich nicht mehr im Sinne der Natur denke wie auch? Ich bin zwar aus der Welt aber gebe mir mühe nicht von der Welt zu sein. Das wurde mir eingetrichtert seitdem ich klein bin. Es sind sozusagen meine Wurzeln, die paradoxerweise vom Boden der Realität gekappt wurden.

Laut Albert Camus ist das Leben eh absurd und man soll es einfach genießen. Ich bin der Meinung, das geht auch in der Stadt und mag es einfach nicht wenn Menschen über Sachen die sie vermissen sich Ideale machen und aufhören das zu genießen was sie haben.

Ich finde beides schön sowohl den Menschen in der Stadt als auch die Natur, wobei wir wohl einer Meinung sind, wenn ich sage, das das Leben in der Natur ruhiger ist. Aber ein unruhiger Geist wird in der Stadt mehr beansprucht. Und schön wäre es wenn man in Harmonie mit der Natur leben könnten. Aber das ist mein persönliches Ideal vom Paradies. So wie die Elfen ungefähr. Kultivierte verehrte Natur.

Alles in allem möchte ich nur sagen: Hey Leute, warum macht ihr euch das Leben schwer indem ihr sagt was ihr alles nicht habt und vermisst, zählt doch mal auf was ihr alles in der Stadt habt? Ihr braucht in Hamburg keine Stundenfahrten um eure Freunde am anderen Ende der Stadt zu besuchen, ihr findet überall Menschen mit den gleichen Interessen und könnt ein Kontaktenetzwerk aufbauen. Im Dorf ist das nen bissle Schwieriger sobald man nicht der Norm entspricht ist man ein Außenseiter.
Hier ist man wenigsten eine Gruppe von Außenseitern. Oder nicht?

Und zum Thema MÜSSEN ein Mench muss ein Mensch sein weil er Mensch ist. Er muss sich meistens den Menschen anpassen weil Menschen einen Gruppenzwang unterliegen. Selbst wenn ihr nicht den meisten Menschen entspricht so habt ihr immer eure Vorbilder auf Meinungen anderer Aufgebaut.

Konsum ein muss??? Jedem das seine, du darfst zwar wählen was du zu dir nehmen willst, aber du kommst nicht drum herum den Konsum vollkommen abzulehnen.

Und nun... zum Thema Dummheit... Puh...
Albert Einstein: "Es gibt nur zwei Dinge die Unendlich sind das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir noch nicht so sicher."

Zitat:
Wenn jeder davon faselt wie toll das Leben im Wald doch ist, dann habe ich das Gefühl das es ihm an Mut mangelt um sich in der Stadt zu profillieren. Klar es klingt jetzt etwas krass wenn ich es zugespitzt verdeutliche indem ich sage, dass das Leben in der Stadt ein größere Kampf und Kraftaufwand ist als das vor sich hin welken im Wald.

Sich in sinnlosen Kampf und Kraftaufwand zu stürzen, statt seine Kräfte für Zwecke der Lebenserhaltung aufzusparen, zeugt eher von Dummheit als von Mut.

Ich darf also auch irgendwo dumm sein, aber ich finde nicht das man im Subtext soeziefisch jemanden gezielt so direkt attakieten sollte den man nicht kennt. Das lehne ich ab.

Außerdem in der Stadt gelten woh ganz andere Regeln fürs überleben als in der freien Natur. Man muss nicht ein Schwarzenegger sein um sich seinen Konkurrenten zu widerseten und um zu gewinnen. Da muss man sich als etwas besonderes profillieren um erfolgreich zu sein. Nichts anderes machen die Start zu Stars.

Ich finde es weiterhin betrug zu sagen; Derjenige der versucht mit der Natur lebt, weiß wie sie denkt.

Die Natur ist meiner Meinung nach: Ein Prozess. Nicht Maschine sondern lebendig. Sie hat keinen Charakter, sie ist schön, aber auch hässlich, eben ein Zweischneidiges Schwert. ABER NIEMALS MENSCHLICH! Sie denkt? Sie fühlt?
Dann sag mir mal was hasst die Natur? Wen liebt sie? Was macht sie Traurig? Was macht sie Wütend? Was nervt sie? Mit wem spricht sie?

Natur ist wie Liebe. Sie ist ganz einfach.

Hier möchte ich des Verständnis wegen ein Gedicht rezitieren:

Erich Fromm:

Es ist Unsinn
sagt die Vernunt
Es ist was es ist sagt die Liebe.

Es ist Unglück
sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht.

Es ist was es
sagt die Liebe.
Es ist lächerlich
sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig
sagt due Vorsicht.
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung.
Es ist was es ist
sagt die Liebe.
_________________________________________
Meinetwegen passt es nicht ganz. Aber ich finde die Letzte Zeile ist die Natur.

Sie ist was sie ist, auch wenn sie unmöglich bloß EINS ist.

Naja ich gehe jetzt erstmal in den Park mit meinem Golden Retriver spazieren.

Und genieße die Ruhe einer ruhelosen Stadt, denn die Ruhe ist in mir und nicht in der Stadt.

@ all By the way: Wie zitiert man so wie du? Ich will auch so ein Text so zerpflücken können. Es nervt mich immer so ganze geschlossene Texte zu schreiben.

Efrain
Senecas NovizeHallo une copine!

GENAU DAS IST ES!!! DAS NERVT MICH!!! Immer will man das was man nicht bekommen kann.

Warum ist der Mensch so unzufrieden das er Götter und Mythen erschafft um sich nicht mit seiner endlichkeit ausseindersetzen zu müssen?

Warum himmelt der Stadtmensch die Natur an die er nicht kennt? Und der Dorfmensch die Stadt die ihn ist so fremd?

Ok nicht immer, aber SEHR oft!
Apex[QUOTE]Warum himmelt der Stadtmensch die Natur an die er nicht kennt? Und der Dorfmensch die Stadt die ihn ist so fremd?[/QUOTE]

Weils seine Natur ist immer Neues lernen zu wollen. ;)
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Senecas Novize[/i]
Ich finde es nur schlimm das Waldleben als ersatzgott anzuhimmeln. Natur ist nämlich weder gut noch böse. Ich glaube da können wir einen gemeinsamen Nenner finden.[/QUOTE]Ja, etwas ähnliches wollte ich mit meiner Antwort sagen. Natur - und auch der Mensch - ist nicht gut oder böse, sondern in allem Wirken ist beides gleichzeitig enthalten. Was für den einen gut ist (z.B. Nahrung), kann für den anderen (z.B. den, der als Nahrung dient) schlecht sein. Es ist ein immerwährender Kreislauf, den die Menschen immer wieder stören, weil sie sich einbilden, etwas "Höheres", außerhalb dieses Kreislaufs Stehendes zu sein.

[QUOTE]Und dein Bild über die Mutter und deren Kind das sie aufnehmen will ... Nun ich glaube wir sind uns einig, dass Sobald das Kind geboren ist, es nicht wieder in den Körper der Mutter zurück kann.[/QUOTE]Was ich mit dem Gleichnis sagen wollte: Als Kleinkind ist der Mensch der Mutter untergeordnet, um nicht zu sagen ausgeliefert. Später erkennt er seine eigene Kraft, und seine Selbständigkeits- und Unabhängigkeits-Bestrebungen führen zur Entfremdung von der Mutter, die bis hin zu Feindseligkeit gehen kann. Wenn alles gut läuft, lernt er im Laufe des Lebens hinzu und versteht irgendwann, warum seine Mutter wie gehandelt hat. Dies ist der Zeitpunkt, sich zu versöhnen und selbst die Verantwortung zu übernehmen, so wie du auch schriebst:

[QUOTE]Sobald der Mensch sich der Natur auf künstliche Art und Weise über JAHRTAUSENDE entfremdet hat, kann er sich ihr bloß noch annähern. Das finde ich auch gut, aber unter der Bedingung, dass er es vorsichtig macht.[/QUOTE]Ja, Vorsicht ist im Umgang mit der Natur genauso angebracht wie im Umgang mit Menschen.

[QUOTE]Ich dachte man müsse den Wald verstehen.... weil ich selbst daran verzweifelte keine drei Bäume unterschiedlich von einander Beschreiben zu können.[/QUOTE]Es sollte kein Zwang dahinter stehen, den Wald (die Natur) verstehen zu "müssen". Es reicht vollkommen die Neugier, die Natur verstehen zu wollen, sie mit allen Sinnen zu erleben, zu erfahren, und vorsichtig mit ihr zu "reden". Um diese Erfahrungen zu beschreiben, reichen Worte oft nicht aus. Hier kommen Musik, Malerei und andere Formen der Kunst ins Spiel.

[QUOTE]Mag sein, das ich nicht mehr im Sinne der Natur denke wie auch? Ich bin zwar aus der Welt aber gebe mir mühe nicht von der Welt zu sein. Das wurde mir eingetrichtert seitdem ich klein bin. Es sind sozusagen meine Wurzeln, die paradoxerweise vom Boden der Realität gekappt wurden.[/QUOTE]Diesen Absatz verstehe ich nicht so recht, kannst du dazu mehr schreiben?

[QUOTE]Laut Albert Camus ist das Leben eh absurd und man soll es einfach genießen. Ich bin der Meinung, das geht auch in der Stadt und mag es einfach nicht wenn Menschen über Sachen die sie vermissen sich Ideale machen und aufhören das zu genießen was sie haben.[/QUOTE]Diese Sachen sind ja (noch) da, und ich genieße sie (so wie einige andere Schrieber hier), so lange und so oft es mir möglich ist. Aber, wie es Demon17 so treffend beschrieb, zwischen uns und diesen Sachen sind überall künstliche Wände und Mauern aufgerichtet, die uns den Genuss dieser Sachen erschweren und verwehren.

[QUOTE]Ich finde beides schön sowohl den Menschen in der Stadt als auch die Natur, wobei wir wohl einer Meinung sind, wenn ich sage, das das Leben in der Natur ruhiger ist. Aber ein unruhiger Geist wird in der Stadt mehr beansprucht.[/QUOTE]Die Beanspruchung besteht vorwiegend darin, Wände und Mauern zu überwinden, zu durchdringen oder zu umgehen, die nicht nur zwischen Mensch und Natur, sondern auch zwischen Mensch und Mensch stehen.

[QUOTE]Und schön wäre es wenn man in Harmonie mit der Natur leben könnten. Aber das ist mein persönliches Ideal vom Paradies. So wie die Elfen ungefähr. Kultivierte verehrte Natur.[/QUOTE]Das ist gar nicht so schwer wie es scheint, wenn du dich nicht länger dagegen wehrst, selbst Teil der Natur und mit ihr in Harmonie zu sein.

[QUOTE]Hey Leute, warum macht ihr euch das Leben schwer indem ihr sagt was ihr alles nicht habt und vermisst,
zählt doch mal auf was ihr alles in der Stadt habt?[/QUOTE]Wie Demon17 schon schrieb: Wände, Wände, Wände. Es gibt wenige mir wichtige Dinge in der Stadt (wo ich arbeite), die ich auf dem Dorf (wo ich wohne) nicht habe.

Was es auf dem Dorf nicht gibt, ist Geld. Darum muss ich tagtäglich mehrere Stunden in der Stadt arbeiten, um Geld zu erhalten, das ich zwar selbst nicht unbedingt zum Leben brauche, welches aber Menschen von mir fordern, die aus der Stadt kommen ...

[QUOTE]Ihr braucht in Hamburg keine Stundenfahrten um eure Freunde am anderen Ende der Stadt zu besuchen, ihr findet überall Menschen mit den gleichen Interessen und könnt ein Kontaktenetzwerk aufbauen.[/QUOTE]Ich kann auch vom Dorf aus in den Nachtwelten lesen und schreiben. :)

[QUOTE]Und zum Thema MÜSSEN ein Mench muss ein Mensch sein weil er Mensch ist. Er muss sich meistens den Menschen anpassen weil Menschen einen Gruppenzwang unterliegen. Selbst wenn ihr nicht den meisten Menschen entspricht so habt ihr immer eure Vorbilder auf Meinungen anderer Aufgebaut.[/QUOTE]"Gruppenzwänge" und Vorbilder gibt es auch bei anderen Tieren. Überhaupt, je länger ich Tiere kenne, um so mehr schwinden die Unterschiede, die den Menschen angeblich über andere Tiere stellen. Es stimmt zum Beispiel nicht, dass Tiere nicht weinen oder lachen können, oder dass sie keinen Spaß verstehen. Da ist bei weitem nicht alles auf Nützlichkeit und Zweckmäßigkeit ausgerichtet. Es gibt Spiel und Spaß und Blödeleien, und die Natur ist dabei oft verschwenderisch.

[QUOTE]Konsum ein muss??? Jedem das seine, du darfst zwar wählen was du zu dir nehmen willst, aber du kommst nicht drum herum den Konsum vollkommen abzulehnen.[/QUOTE]Das Ärgerliche ist, dass man nicht problemlos all das [b]abwählen[/b] kann, was man [b]nicht[/b] will. Wenn Wünsche und Möglichkeiten einigermaßen harmonierten, dann wäre sicher auch das Leben in der Stadt angenehm.

[QUOTE]--------------------------------------------------------------------------------
Sich in sinnlosen Kampf und Kraftaufwand zu stürzen, statt seine Kräfte
für Zwecke der Lebenserhaltung aufzusparen, zeugt eher von Dummheit als von Mut.
--------------------------------------------------------------------------------
Ich darf also auch irgendwo dumm sein, aber ich finde nicht das man im Subtext soeziefisch jemanden gezielt so direkt attakieten sollte den man nicht kennt. Das lehne ich ab.[/QUOTE]Das mit der Dummheit ist nicht gegen dich gerichtet. Es soll die ganz allgemein menschliche Schwäche beschreiben, sich für Dinge aufzuopfern, die man eigentlich gar nicht will. Ich schließe mich da gar nicht aus. Ich tue selbst oft genug Dinge, die ich gar nicht will, oftmals um mir damit "meine Ruhe" mehr oder weniger zu erkaufen.

[QUOTE]Außerdem in der Stadt gelten woh ganz andere Regeln fürs überleben als in der freien Natur. Man muss nicht ein Schwarzenegger sein um sich seinen Konkurrenten zu widerseten und um zu gewinnen.[/QUOTE]Das muss man in der Natur auch nicht. Besser ist es - draußen wie in der Stadt - Verbindungen zu knüpfen und ein [b]Miteinander[/b] statt ein Gegeneinander zu leben.

[QUOTE]Da muss man sich als etwas besonderes profillieren um erfolgreich zu sein. Nichts anderes machen die Start zu Stars.[/QUOTE]Für mich bedeutet "Profilieren" ein anderes Profil annehmen und sich selbst verleugnen. Welchen Vorteil hat man selbst davon, wenn man sich selbst verleugnet? Und was heißt "erfolgreich"? Dass man sich fremden Regeln total untergeordnet hat, statt sein eigenes Leben zu leben?
Genau das passiert oft bei den "Stars": mit großem Kraftaufwand bauen sie eine Ikone, ein Profil (eine Wand)auf, das nicht mehr sie selbst sind. Die "Fans" vergöttern vielleicht diese Ikone, aber der Mensch dahinter bleibt einsam und allein. Da nützt auch das viele viele Geld nichts, das sie - vielleicht - erhalten, das weckt höchstens noch Neid und Missgunst bei Anderen.

Was ich besonders "bei den Schwarzkitteln" gelernt habe ist, mich nicht zu verleugnen, auch zu meinen Schwächen und Misserfolgen zu stehen. Dazu zu stehen, keine unfehlbare Ikone sondern ein verletzlicher Mensch, ein Tier und damit Teil der Natur zu sein - und mit dieser in Einklang.

[QUOTE]Ich finde es weiterhin betrug zu sagen; Derjenige der versucht mit der Natur lebt, weiß wie sie denkt.
Die Natur ist meiner Meinung nach: Ein Prozess. Nicht Maschine sondern lebendig.[/QUOTE]Ja, die Natur ist ein komplexer Prozess, der sich aus den Lebensprozessen der verschiedenen Lebewesen zusammensetzt. Je mehr dieser Lebewesen du mit den eigenen Sinnen wahrnimmst, um so besser kannst du mit ihnen fühlen, ihre Handlungsweisen verstehen. Und du stellst fest, dass es zwischen ihnen viele Ähnlichkeiten gibt. Du kannst dann zwar immer noch nicht hundertprozentig berechnen, was wie geschieht, aber es im Laufe der Zeit doch recht gut abschätzen. Das ist eine Fähigkeit, die uns viele Naturvölker voraus haben.

[QUOTE]Sie hat keinen Charakter, sie ist schön, aber auch hässlich, eben ein Zweischneidiges Schwert. ABER NIEMALS MENSCHLICH! Sie denkt? Sie fühlt? Dann sag mir mal was hasst die Natur? Wen liebt sie? Was macht sie Traurig? Was macht sie Wütend? Was nervt sie? Mit wem spricht sie?[/QUOTE]Die Natur ist ein Gesamtprozess, da stimme ich dir zu. Für ein einzelnes Tier, das du kennenlernst, kannst du diese Fragen aber früher oder später gut beantworten ... und irgendwann kannst du diese Fragen auch für dich selbst und für andere dir nahestehende Menschen beantworten - und in entsprechender Weise darauf reagieren.

[QUOTE]Erich Fromm:
... Es ist was es ist sagt die Liebe ...[/QUOTE][URL=http://www.amazon.de/gp/product/3548367844]Lieben ist eine Kunst.[/URL]
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Senecas Novize[/i]
By the way: Wie zitiert man so wie du? Ich will auch so ein Text so zerpflücken können.[/QUOTE]Du kannst auf den Zitat-Knopf über meinem Beitrag klicken, dann hast du ein Eingabefenster, das schon meinen Text enthält (Textzitate beginnen mit QUOTE und enden mit /QUOTE in eckigen Klammern). Und dann einfach mal ein wenig mit den Editier-Knöpfen herumspielen, z.B. Zitat = Zitat, http// = Link einfügen, Farbe = andere Textfarbe. Mit dem Vorschau-Knopf kannst du sehen, wie das Ergebnis ungefähr aussieht. Wenn du deinen abgeschickten Beitrag noch mal ändern willst, kannst du auf den Edit-Knopf darüber klicken (dann aber ohne Vorschau).
Helldogmal ehrlich
wie viele sind wirklich im einklang mit der natur und sich selbst?
ich zähle mich selbst dazu denn ich spüre dass wir nicht die herrscher dieser welt sind, viel eher Gäste und dass es irgendwann vorbei sein wird....wir werden nicht ewig überleben, sieht man ja schon deutlich
-die pole schmelzen
-ozonloch
-wirbelstürme
-tsunamis

woran liegt das wohl?
wenn wir nicht aufhören so zu leben wie jetzt
werden wir menschen an unserer eigenen Habgier und Machtgier zugrunde gehen
irgendwann......

wir sollten uns mal fragen ob "GOTT" wirklich sagte
[B]"macht euch die erde und ihre Tiere untertan"[/B]

war es wirklich das was er wollte? oder haben machtgierige frühzeitler das nur gesagt um macht zu erlangen? denn Gott sagte auch dass jedes Leben einzigartig ist
doch wenn es so ist warum richten wir dann unsere eigene existenz daran zu grunde in dem wir die erde ausnutzen?
irgendwann wird es nichts mehr geben was wir besitzen könnten
und dann?

werden die menschen dann Kannibalen? das kann es doch nicht sein oder? denn sicher wäre der Christliche Gott dagegen dass sich seine eigene schöpfung gegenseitig vernichtet

sehen wir uns doch mal die alten Völker an wie sie gelebt haben.
Im Einklang mit der Natur, immer nur so viel genommen wie sie gebraucht haben, und trotzdem mussten sie dem Fortschritt weichen
aber mal ehrlich:
welcher Fortschritt?
Der Fortschritt zur Selbstzerstörung?
Phoenix1384[QUOTE][i]Original geschrieben von Helldog [/i]
wir sollten uns mal fragen ob "GOTT" wirklich sagte
[B]"macht euch die erde und ihre Tiere untertan"[/B]
[/QUOTE]

Ich denke, das Problem mit diesem Satz sind nicht die Worte, sondern die Interpretation, die von den meisten Mächtigen dieser Welt dazu. Vielleicht folgendes Märchen dazu:

"Es waren mal zwei Könige, die beide auf sehr unterschiedliche Art regierten. Der eine war sehr machthungrig, hetzte seine Untertanen von einen Krieg in den nächsten und erhob sehr hohe Steuern. Doch trotz des großen Landgewinnes wurden seine Untertanen immer weniger und er musste die Steuern noch weiter erhöhen, um seine stetig steigenden Staatsausgaben weiter zahlen zu können. Bald darauf zerfiel sein Königreich, und der König starb an seiner Habgierigkeit.
Der andere König jedoch regierte noch sehr viele Jahre. Er hetzte seine Untertanen nicht in Kriege und erhob nur soviele Steuern, wie er für die nötigsten Ausgaben brauchte und seine Untertanen ohne Schaden zu leiden abgeben konnten. Auch sorgte er sich sehr um die Belange seiner Untertanen und half ihnen, wenn sie in Not waren. Geben und Nehmen waren in einem Gleichgewicht."

Wie du schon sagtest, Helldog, wird es nicht sehr lange so weiter gehen (können). Jedenfalls nicht, solange sich die Mächtigen dieser Welt wie der erste König verhalten. Wäre ich Christ, würde ich die ziemlich drastischen Umschwünge in der Natur wohl als Warnung Gottes betrachten, dass das jüngste Gericht unmittelbar bevorsteht wenn wir Menschen so weiter machen. Man kann es aber auch so sehen, dass (Mutter) Natur gerade dabei ist, das angerichtete Chaos (Umweltverschmutzung/Luftverschmutzung/Ozonloch) wieder in ein Gleichgewicht zu bringen. Ein an sich natürlicher Prozess, der im Laufe der Geschichte der Erde schon öfter vorgekommen ist. Allerdings dank der Hilfe des Menschen viel zu früh und möglicherweise zu schnell. Doch eines scheint festzustehen: Die Welt ist im Wandel! Irgendetwas regt sich.. Und die Menschheit hat die Mittel, es zumindest noch abzumilden. Doch was tun die Mächtigen? Führen macht- und habgierige Kriege um die letzten Tropfen Öl...

Wäre ich Christ, könnte ich es nicht glauben, wenn mir jemand sagte, diese Welt sei so, wie Gott es will. Sondern eher an die Machtlosigkeit dieses namenlosen Gottes und an den Einfluss seines Widersachers mit den vielen Namen glauben.

Die Naturvölker waren (und die wenigen, die noch übrig sind, sind noch) viel weiser mit der Natur umgeganen. Sie nahmen sich nur soviel, wie sie wirklich brauchten und waren für das, was sie nahmen, dankbar und entschuldigten sich bei dem jeweils zuständigen Gott dafür, dass sie es brauchten (zum Beispiel die amerikanischen Ureinwohner bei der Büffeljagd, die erst der weiße Mann aus Europa in wenigen Jahren radikal dezimiert hat - so zum Spaß). Ungeachtet der religiösen Verpackung steckt da auch eine gewisse Verbundenheit und Einstellung, ja ich möchte sagen auch eine Art Vernunft hinter. [b][I]Nimm dir, was du unbedingt brauchst - aber halte es nicht für selbstverständlich, dass du es bekommst![/I][/b]

Vielleicht besinnt sich die Menschheit ja nach dem "Großen Zusammenbruch" wieder auf "vernünftige" Werte, wenn sie ins nächste Zeitalter aufrückt..
bradógMeines Erachtens ist es ein geistiges Armutszeugnis und absolut idiotisch, sich die eigene Lebensgrundlage zu zerstören. Was den sogenannten "Fortschritt" hier auf diesem Planeten angeht, denke ich, daß echter Fortschritt nie wirklich statt fand. Wir fliegen zum Mond und manipulieren Gene, von Giga bis Micro ist fast alles möglich aber wir haben es bis heute nicht geschafft, aus der Vergangenheit zu lernen und uns geistig wirklich weiterzuentwickeln. Angefangen von der Raffgier, Zerstörungswut, Prügeleien, bis hin zum primitiven Umgang miteinander, irgendwie erinnert mich das alles verdammt arg an die Steinzeit.

Eurern Worten mit den Urvölkern kann ich mich nur kopfnickend anschließen! Diese lebten und leben zu wenigen noch im Einklang mit der Natur. Wir bezeichnen sie als primitiv, doch sie haben uns in mancherlei Hinsicht einiges voraus. Ich finde es bewundernswert, auf diese Art natürlich zu leben, statt ein künstlich aufgeblasenes Dasein wie unsereins zu führen. Wenn ich könnte wie ich wollte würde ich auch gerne naturverbundener leben. Doch ist das in unserem "zivilisierten" Gesellschaftssystem nur schwer möglich. Wir sollten uns alle vor Augen halten, daß wir Geld nicht essen können und wir so nackt wie wir in diese Welt geboren wurden, diese auch wieder verlassen müssen, da nützt uns Geld überhaupt nichts. Wie bereits gesagt, wir sind nur zu Gast hier.

Neulich laß ich einen Artikel in einer Zeitschrift über die letzen uralten Mammutbäume. Es existieren nur noch ca. 25 Stück, die weit über tausend Jahre alt sind. Die haben Stürme, Feuer und was sonst noch alles schadlos überstanden. Um jedoch der Holzindustrie nicht zum Opfer zu fallen, müssen die Bäume streng bewacht werden, niemand kennt den genauen Standort, nur die Ranger. Denn dank der ach so tollen, fortschrittlichen Technik wäre ist es innerhalb von wenigen Stunden möglich, diese letzen paar Kostbarkeiten achtlos zu fällen. So ein Bäumchen brächte ja Geld, das ist anscheinend das einzige was zählt. Es ist arm, einfach nur arm!

Es geht nicht darum, die Natur zu vergöttern, doch sie ist schlichtweg unsere Lebensgrundlage und ohne sie sind wir lebensunfähig. Sie ist ein Teil von uns. Ja sie kann uns auch gefährlich werden, doch sollte man mal genauer überlegen warum. Wer sich mit der Natur befaßt, deren Regeln kennt, hat so gut wie nichts zu befürchten. Die meisten Menschen kommen durch oder in der Natur um, weil sie leichtsinnig sind, bzw. sich über bestimmte Naturgesetzte einfach hinwegsetzen, als existierten sie nicht. Und ich hab ehrlich gesagt mit niemandem Mitleid, der am Rande des Vesuvs oder an den Ufern der Elbe wohnt oder im Winter im Tiefschnee in den Bergen Ski fährt und dabei ums Leben kommt.
SoulslayerIch habe das Glück (wobei ich es manchmal doch eher als Fluch sehe) in einer wirklich [I]sehr[/I] abgelegenen Gegend zu wohnen. Alles was es hier gibt sind ein paar mehrere Kilometer auseinander stehende Bauernhöfe und die nächste Stadt ist 13km entfernt. Ich könnte es nicht aushalten, für immer hier leben zu müssen in dieser Abgeschiedenheit, aber genauso wenig könnte ich es aushalten, für immer in einer großen Stadt leben zu müssen. Ich brauche diese Abwechslung von Stadtrummel und Abgeschiedenheit.

Manchmal gehen ich in den Wald, betrachte die moosüberwachsenen Felsen, das stellenweise in kleinen Büscheln darauf wachsende Gras, und ich fühle mich einfach nur befreit, eins mit der Zeit, von Ruhe erfüllt und in eine andere Dimension des Seins / Zeit versetzt. Und obwohl mich die Oberflächlichkeit und Grausamkeit mit der die meisten Menschen ausgestattet sind von Tag zu Tag anwiedert, kann ich hier wieder an etwas glauben, das Liebe genannt wird, fühle mich einerseits so klein, andererseits aber doch so völlig eins mit Raum und Zeit. Nun, es ist schwer die richtigen Worte dafür zu finden. Es hat einfach etwas......nunja, mystisches an sich. Etwas so vollkommenes.
Demon17@Soulslayer,

als ich auf der Reeperbahn wohnte bin ich ausgerastet, (siehe oben). Danach zog ich in ein kleines Dorf. Vor dem Haus ein Hexenkreis aus Birken, in der Mitte ein Findling. Dazu ein See. Rechts ein böser zerklüfteter Wald dessen Bäume vom Wind zerrissen wurden, auf der anderen Seite ein harmonischer, gesunder Wald. Um jede große Stadt gibt es einen Speckgürtel mit viel Natur und einem halbwegs gesunden sozialem Umfeld. Dort läßt es sich leben und man kann jederzeit im Betondschungel einen drauf machen. Es tut gut ja manchmal gut nichts als eine Bestie unter Bestien zu sein.

dark dreams

demon17
Demon17Nebelland

Ein dichter, schwerer, grauer Nebel lastet auf dem Land.
Der Blick auf Reste eines sterbenden Waldes verdeckt,
von Eigenheimen, schmutzig, weiß im Klinkergewand.
Mein romantisches Auge hat Masten entdeckt.

Der Giebel eines Hauses beherrscht die öde Szene;
bedrohlich eintönig er in grauen Himmel strebt.
Ein Plastikstuhl öffnet sich nass vom Tau die Vene.
Er hat nur einen Sommer lang gelebt.
Skinny HädieMoin.

Ein sehr schönes thema habt ihr hier.

Ich kann mich einfach nur (fast) allen Beiträgen anschliessen, ich glaubte schon dass ich der einzige bin der solche gedanken hat, und vor allem fasziniert es mich das ich gleichgesinnte ausgerechnet auf nem "gruftie-board":) finde. Ist ein doofes klischee-etikett, ich weiss, es zeigt nur die vorstellung die ich vorher von den "schwarzen" hatte. Irgendwie habe ich solche leute in meiner umgebung übersehen, bzw nicht richtig hingesehen.

Finde es auch erbärmlich wohin die welt so hin rollt. Uberall dieses licht, selbst am tag, einfach unerträglich. In meiner stadt gibt es praktisch nur den alten tpark wo man nachts noch halbwegs in der dunkelheit und stille der natur verweilen kann, der wird jetzt nachts zugesperrt.
Was ist denn so schlimm wenn es nicht auf jeder promenade oder im park flutlicht gibt?



Was ich noch sagen wolte zum thema "etwas mehr tun als nur im forum zu schreiben" und "den menschen wachrütteln" .... ist nicht drin meiner meinungh nach. Zu vielen ist der moderne "wohlstand" zu wichtig, und vor allem haben sie die illusion dass wenn man in dieser richtung weiter macht, dass man so alle probleme der menschheit lösen kann, mit wissenschaft und technik. Sie sehen nicht dass ´das alles müll ist.

Man muss auch oft anhören dass die weltbefölkerung schon zu gross geworden ist um eine umkehr auf natürliche lebensweise in erwägung zu ziehen. Aber das heisst nicht dass man die weltbefölkerung nicht auch langsam dezimieren kann.

Die städte sind als festungen entstanden, später waren sie wichtig für die produktion von waffen. Aber jetzt gibt es kein grund mehr die städte weiter auszubauen, und trotzdem wachsen sie. Ist doch irre oder? Es muss schon was grösseres, etwas globales passieren um die menschheit zum umdenken zu bewegen, ne globale katastrofe, krieg oder so. In dem thema "wir als parasiten" hat jemand den menschen mit einem krebsgeschwür verglichen. Wie traurig und auf den punkt genau zutreffend!
Was also kann dieses geschwür "heilen" ? Warscheinlich nur die zerstörung. Ich habe jedenfalls für mich entschieden solange für meine prinzipien zu kämpfen wie möglich. Mein traum ist es genügend geld zusammenzusparen und ein haus in den karpaten zu kaufen. Dort kann man noch vernünftig leben. Wenn ich auch das nicht kann, wenn mich die geschwür einholt, werde ich mich ihr nicht anschliessen sondern mich von dieser welt trennen. Ich hoffe nur die menschen die mich noch kennen werden es verstehen und nicht verurteilen, aber die wahren freunde würden das sowieso nicht.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Skinny Hädie [/i]
das ich gleichgesinnte ausgerechnet auf nem "gruftie-board":) finde. [/QUOTE]Ist das nicht eigentlich naheliegend, wenn dir auch das Licht zu viel ist? :)

[QUOTE]"etwas mehr tun als nur im forum zu schreiben" und "den menschen wachrütteln" .... ist nicht drin meiner meinungh nach. [/QUOTE]Das Erstere ist meiner Meinung nach schon möglich. Ich habe gerade in einem anderen Thread [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1416044#post1416044]etwas dazu geschrieben.[/URL]
Zum Wachrütteln (und Überstrahlen des vielen Lichtes) haben wir wohl nicht genug Energie. Aber wir könnten sie im Schlaf überraschen ... :rolleyes:

[QUOTE]Zu vielen ist der moderne "wohlstand" zu wichtig, und vor allem haben sie die illusion dass wenn man in dieser richtung weiter macht, dass man so alle probleme der menschheit lösen kann, mit wissenschaft und technik. Sie sehen nicht dass ´das alles müll ist. [/QUOTE]Ich finde nicht, dass das Müll ist. Sicher lassen sich mit Wissenschaft und Technik nicht alle Probleme der Menschheit lösen, aber doch sehr viele. Nein, ich bin sogar der Meinung, dass Wissenschaft und Technik viel zu wenig genutzt werden, und dass wissenschaftliche Erkenntnisse (bewusst?) ignoriert werden (zum Beispiel eben die Tatsache, dass zu viel Licht auch nicht unbedingt gut ist für den menschlichen Organismus).

Ich glaube, die Grufties sind oft viel lebensnäher, als ihre mystische Aura sie Außenstehenden erscheinen lässt. [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=64070]Hier[/URL] wird sogar die Vermutung geäußert, "das der Anteil an Schwarzen bei den Naturwissenschaften höher ist als in anderen Fächern".

[QUOTE]Man muss auch oft anhören dass die weltbefölkerung schon zu gross geworden ist um eine umkehr auf natürliche lebensweise in erwägung zu ziehen. Aber das heisst nicht dass man die weltbefölkerung nicht auch langsam dezimieren kann. [/QUOTE]Das heißt nicht mal, das man sie überhaupt verringern muss. Sie müsste nur begreifen, dass man durch weniger Energieverbrauch eine höhere Lebensqualität gewinnen kann.

[QUOTE]Es muss schon was grösseres, etwas globales passieren um die menschheit zum umdenken zu bewegen, ne globale katastrofe, krieg oder so. [/QUOTE]Vielleicht tun's ja auch schon ein paar größere Stromausfälle ... :)
Ich vermute, alle globalen Katastrophen, Kriege usw. werden nicht viel ändern. Ich setze mehr auf "Graswurzelrevolution", also im unmittelbaren Umfeld anzufangen, etwas zu verändern. Da übernimmt man sich nicht dabei, und man kann die Effekte recht schnell spüren und hat ab und zu ein paar kleine Erfolgserlebnisse ... Und vielleicht färbt es ein wenig auf die Umgebung ab.

[QUOTE]Mein traum ist es genügend geld zusammenzusparen und ein haus in den karpaten zu kaufen ... [/QUOTE]Vielleicht findest du auch hier in Deutschland ein paar Mitstreiter, und ihr könnt zusammen ein Stück Land kaufen, auf dem ihr das Licht abschaltet. [URL=http://www.amazon.de/dp/B0000942UY]"Ein dunkles Land soll meine Heimat sein ..."[/URL]

Warum soll man immer flüchten und das Feld dem Gegner überlassen?
Skinny Hädie[QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i]
[B]Ist das nicht eigentlich naheliegend, wenn dir auch das Licht zu viel ist? :)[/QUOTE] Es ist nicht nur das licht, ich hielt dieses "schwarze" einfach für etwas oberflächliches[/QUOTE]


[QUOTE] Das Erstere ist meiner Meinung nach schon möglich. Ich habe gerade in einem anderen Thread [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1416044#post1416044]etwas dazu geschrieben.
[/QUOTE]

Ja, du müsstest wahrscheinlich publizist werden, du hast das zeug dazu. Ich weiss auch von anderen Leuten (politiker) die diesen weg gewählt haben und alles von grund auf verändern wollen. Nur haben sie das problem die breiten massen nicht zu erreichen, sie stossen auf desinteresse, obwohl sie ganz konkrete und durchdachte ideen haben.




[QUOTE] Ich finde nicht, dass das Müll ist. Sicher lassen sich mit Wissenschaft und Technik nicht alle Probleme der Menschheit lösen, aber doch sehr viele. [/QUOTE]

Die menschen setzendie die wissenschaft dazu ein um die natur zu verändern anstatt sie zu verstehen. Ausserdem wurde die technik immer als allererst für kriegszwecke benutzt. Ich bin dafür dass die menschen ihre kultur weiterentwickeln und nicht die wissenschaft. Hier noch eine kleine SciFI geschichte zu dem thema die mich sehr beeindruckt hat:




[QUOTE] Das heißt nicht mal, das man sie überhaupt verringern muss.[/QUOTE]

Es ist eine banale frage vom lebensraum und ressoursen. Warum sonst würden die chinesen geburtenkontrolle betreiben?


[QUOTE]Warum soll man immer flüchten und das Feld dem Gegner überlassen? [/QUOTE]

Schlüssiges argument. Sollte man auch gar nicht solange es noch etwas gibt wofür man kämpfen will. Wie aber kann man gegen den industriellen fortschritt konkret forgehen? Einpaar kraftwerke sabotieren? Oder autofabriken? Das ändert glaub ich nicht die lebenseinstellung der masse.
bradógAlso ich denke auch, daß eines der größten Probleme auf diesem Planeten die Überbevölkerung ist. Weniger Menschen = weniger Energieverbrauch = weniger Umweltverschmutzung, mehr Freiraum für den Einzelnen = weniger Aggressionen untereinander, weil man sich nicht so nah auf der Pelle sitzt und auch mehr aufeinander angewiesen ist. Es müssen keine Kriege oder sonstige Katastrophen sein, die die Menschheit dezimieren, Geburtenkontrolle ist wirklich ne Lösung. Ich versteh zum Beispiel nicht, warum unsere Politiker dafür plädieren, daß die Deutschen mehr Kinder in die Welt setzen? Von der Rentendebatte mal ganz abgesehen, ist es doch letztendlich scheißegal, ob wir Deutschen irgendwann mal aussterben. Deutschland ist meines Erachtens überbevölkert. Alles viel zu eng, die Straßen gestopft voll, die Natur zugeplastert. In vielen anderen Ländern sieht es nicht besser aus.

[QUOTE]Ich weiss auch von anderen Leuten (politiker) die diesen weg gewählt haben und alles von grund auf verändern wollen. Nur haben sie das problem die breiten massen nicht zu erreichen, sie stossen auf desinteresse, obwohl sie ganz konkrete und durchdachte ideen haben.[/QUOTE]

Sehe ich so ähnlich. Es ist verdammt schwierig, die Massen für Sinnvolles zu begeistern, vor allem dann, wenn dies gar noch Verzicht auf das ein oder andere mit sich bringt. Die meisten werden erst wach, wenn's weh tut oder zu spät ist.

Flüchten und das Feld dem Gegner überlassen ist sicher nicht der richtige Weg, wie ich finde. Ich halte es für gut, wenn man vorlebt. Es wird sich dann vielleicht doch so Mancher ein Beispiel daran nehmen.
Demon17Ich komme gerade aus der Innenstadt Bielefeld. Es ist fürchterlich. Man kann kaum gehen auf den Strassen, so voll sind sie. Dann wollte ich ein paar günstige Lederhandschuhe bei H&M erstehen, aber der Laden platzte aus allen Nähten. Also nach Feierabend null Chance. Ich werde wohl morgen noch einmal nach der Parmesanreibe von WMF ausschauh halten und meine Klamottenkäufe auf die Nachweihnachtszeit verschieben. Muß sowieso sparen. Also wenn man eigentlich antizyklisch lebt und Städte meist nur bei Nacht aufsucht, ist es immer wieder erschütternd zu sehen, wie gern sich die Menschen zusammenballen. Wie gut, das man andere Gewohnheiten hat und normalerweise die Infrastruktur fast für sich allein hat. Am liebsten würde ich Spätschicht im Büro arbeiten, dann kann man dem Meisten aus dem Wege gehen....

Ausnahmsweise mal carpe noctem

demon17
bradóg*g* ... kann ich nur zustimmen! Spät- oder Nachtschicht im Büro, daß wär doch mal ne klasse Idee! Ja, ansonsten ist, wie alle Jahre wieder, die große Weihnachtskaufrauschpanik ausgebrochen. Obwohl mich der ganze Trubel generell auch ziemlich nervt, vor Weihnachten noch mehr als sonst, amüsiere ich mich dennoch köstlichst, nämlich dabei, den Menschenmassen zuzusehen, wie sie ferngesteuert der Hektik verfallend, krampfhaft Geschenke suchend durch die Gegend rennen. Ach ist doch immer wieder schön ... die besinnliche Zeit :D
Demon17@bradóg,
ich liebe es nachts allein durch die Stadt zu gehen. Man hat sie fast für sich und diesen Netten Kick, wenn einem auf einmal eine Gruppe Fremder begegnet. Das ist dann vom Gefühl her so ein bisschen wie es früher gewesen sein muß. Dann bekommt der betondschungel ein bisschen Natur eingehaucht und ich spüre das Leben in mir und die Romantik alter Zeiten, in denen alles möglich war. Was für ein Gegensatz zu dem Gedränge, in dem man dauernd darauf achten muß woher man geht, wenn man ein bisschen schneller geht, oder jemandem einem vor dem Rücken läuft wenn man plötzlich stehen bleibt. Morgen muß ich wieder hinein, oder ich fahr doch nach Herford, der kleineren Kreisstadt nebenan, deren Geschäfte langsam pleite gehen.

Also Nachtschicht habe ich nicht so gerne, so zwischen 2 und 4 werde ich meist müde und die letzten zwei Stunden sind echt ätzend. Außerdem ist dann Tag wenn man Feierabend hat und man kann nicht das Nachtleben genießen. Hast Du Deine Weihnachtsgeschenke schon? Du machst sie bestimmt selber, oder stehst Du mehr auf Julfeste oder so etwas?

lg

demon17
bradóg@ Demon17

Ich liebe es abends, nachts oder am ganz frühen Morgen unterwegs zu sein, bei Menschenleere, wenn alle schlafen, dann genieß ich die Stille und Finsternis. Ja, zu diesen Zeiten ist selbst die Stadt erträglich. Ein Erlebnis fällt mir dazu ganz spontan ein, weiß nicht, ob ich das bereits erzählt habe. Auf dem Weg nach Schweden bin ich mal nachts so gegen 3 mit dem Auto durch das Hamburger Hafengebiet gedüst. Leere Straßen, keine Menschen, war wie ausgestorben, die Beleutung der Straßen und Brücken hatte was gespenstisch-mystisches an sich, das war richtig schöööön! Ansonsten darf ich mich täglich durch das Nürnberger Innenstadtgetümmel wühlen, fahre mit dem Zug zur Arbeit, weiter mit der U-Bahn und dann gehts zu Fuß noch mitten durch die Fußgängerzone. Gerade jetzt vor Weihnachten ist noch mehr los als sonst. Es sind nicht nur die Menschenmassen die mich nerven. Überall blinkt es bunt und grell und aus allen Ecken und Enden schallen zum tausensden Mal die gleichen Weihnachtslieder, halleluja :D Wie gesagt, ich beobachte das alles, komme mir irgendwie wie in einem falschen Film sitzend vor.

Du schreibst von der Romantik alter Zeiten, in denen alles möglich war. Was verstehst Du genau darunter?

Ja ich bin eher dem Heidentum zugetan und weniger den christlichen Festen. Zum Weihnachtsfest und zu diversen anderen Festlichkeiten, bei denen Beschenkungen so allgemein üblich sind, habe ich eine gespaltene/andersartige Einstellung. Ich finde es nicht so toll, Beschenkungen auf Weihnachten und Geburtstage zu beschränken, auf Friede-Freude-Eierkuchen zu machen und das restliche Jahr nicht viel füreinander zu tun. Zudem gibt es schönere/kostbarere Geschenke als Materielles, z. B. Zeit zu widmen, um diese miteinander zu (v)erleben. Wenn ich denn mal Materielles schenke, jaaa, dann am liebsten Selbstgemachtes. Finde ich wesentlich persönlicher, ich hab' es generell nicht so sehr mit Einheitsbrei und Einfallslosigkeit fertig von der Stange. Zudem ist Schenken an sich für mich weit mehr, als in irgendeinen Laden zu gehen, um was möglichst Teueres zu kaufen und als Geschenk zu überreichen.

Wie denkst Du darüber?

LG auch an Dich
Lady Lafarähm... der Typ heißt doch Erich Fried, nich? Ich wollte mich gerade wundern, warum ich den Text kenn aber nich den Autor ^^


Also, die Menschen suchen ja immer nach dem, was sie nieeee nieee wirklich erreichen können, weil die Menschen nunmal so sind...warum das so is, sei mal dahingestellt...

Aber man überlege sich mal, warum die Pest sich so rasend ausbreitete... warum die Städte im Mittelalter und bis ins 20. Jahrhundert so stanken... und warum "unsere" Städte das grßtenteils nicht tun...

Ich finde, die Sterilität hat da Vorrang, wo sie notwendig ist, um Dinge nicht noch schlimmer zu machen...also Krankenhäuser, bei Ärzten, in Schulen...

ABER... die Umgebung in der wir wirklich Leben - also zuhause - sollte doch zum. einigermaßen natürlich sein.... natürlich heißt ja nich schmuddelig

Ich habs keine 500 Meter bis in den nächsten... naja... "Wald"... obwohl naja ^^ es stehen ganz viele Bäume da... aber Wald wäre übertrieben... jedenfalls gibt es hier noch ne Menge Natur, die fängt passenderweise direkt neben dem Schulhof an...
wir habe zur Zeit so tolle Container als Klassenzimmerersatz (die Dinger sind DER horror...) und einer dieser PaCos (Pavillon-Container) steht an diesem Waldrand... es is schon ziemlich toll, während ner Klausur da rauszugucken und einfach die Ruhe zu spüren, die ich nich hätte, wenn ich mit 50 Leuten in nem riesigen Hörsaal schreiben würde...
Aber der Mensch muss aufpassen... dass er die Verbindung zu dem nich verliert, von dem er lebt: der Erde und der Natur

LG
Lady
Demon17@bradòg,

das erinnert mich an eine Fahrt durch Amsterdam, ich hatte mich irgendwie verfahren und war auf einmal auf einer Strasse oder Brücke die mitten über die silbrig glitzernde See führte. Der Mond schien. Ich bin so etwas von abgefahren. Ich fuhr übers Wasser in einer Traumwelt aus silber und schwarz. In Hamburg bin ich in der Woche viel zu Fuss unterwegs gewesen, allerdings ist dort immer etwas los an der Reeperbahn. Ein bisschen dieses Großstadtdschungel-Feeling. Besonders wenn der Morgen graute, dann waren meist nur noch Obdachlose unterwegs... aber ich habe dort irgendwann einen Koller gekriegt, nur Wände überall nur diese verdammtem Wände. Ich wohnte damals in einer Wohnung am Hans-Albers Platz. Im Schlafzimmer eine nackte Glübirne, weiße Wände und nur dieses Laibach-Poster an der Wand, wo ein Arbeiter ans Hakenkreuz geflochten ist. Von der Straße hörte ich die ganze Nacht Betrunkene... Morgens gegen halb sechs bin ich aufgestanden und ich sage Dir, ich hätte töten können.... bin dann aber solange gefahren, bis ich ein paar Kilometer weit über unverbautes Land schauen konnte. Es ist ja alles so flch dort, man muß ewig lange fahren bis mal so etwas wie ein Hügel kommt. Na ja, da fiel der Druck dann von mir ab.
Die Fußgängerzone in Bielefeld war gestern auch völlig überfüllt. Ich halte das maximal 1-2 Stunden aus, es ist wirklich ätzend, besonders wenn man nicht mehr im gewohnten Tempo gehen kann und dauernd ausweichen muß. Na ja, dieses Jahr muß ich nicht mehr in die Innenstadt.

Die Romantik alter Zeiten, spüre ich wenn ich am Lagerfeuer sitze, oder aber auch ohne Feuer, ich mags ja Dunkel und in der Ferne heult ein Hund. Dann bekomme ich eine Ahnung wie das drüher gewesen sein muß, als man in die Nacht hinauslauschte um an den Geräuschen zu hören, ob sich ein Wolfsrudel näherte. In einer Waldlandschaft, in der es sonst keine Menschen oder Häuser gibt. Diese angenehme Adrenalinkik, wenn einem eine Gruppe feixender Fremder nachts entgegenkommt und das Gefühl absoluter Sicherheit und Fitness entsteht, selbst wenn ich müde und erschöpft bin. Ich fühle mich dann nicht wirklich bedroht. Habe auch schon 30 Jahre nichts mehr aufs Maul bzw. Auge gekriegt, provoziere niemanden und lasse mich nicht einschüchtern. Aber in solchen Nächten hätte ich gern ein Schwert *g* Du weißt schon, Highlander, es kann nur einen geben. Das hätte dann etwas mit Ästhetik und Romantik zu tun wenn du verstehst. (Ich finde Larpen übrigens albern). Als ich noch in Enger whnte, einer Kleinstadt mit weniger Lichtern und naturnahen Wanderwegen ringsum, bin ich Nachts gern spazieren gegangen, wenn man die Hand vor Augen nicht mehr sieht. Das ist dann noch wesentlich schöner als in der City auf dem Weg von der Dizze oder so. Es ist einfach zu hell dort. Wir hatten mal Leute aus hamburg zu besuch und haben ine nachtwanderung durch den Teuto gemacht. Es ist erstaunlich, aber die Stadtkinder fühlen sich ja im Großstadtdschungel sicherer als nachts bei un im Wald. Das werde ich nie verstehen. Wenn nicht grad Manöver ist, hat man teilweise noch wirklich Ruhe an einige Stellen.

Das mit dem Heidentum interessiert mich. Ich habe gerade große Teile der Edda gelesen, finde aber wenig Faszinierendes. Kennst Du heidnische Texte, die ineressanter sind. Ich steh ja total auf mythisches, in der entsprechenden sprachlichen Aufbereitung. Naturmystik ist ja auch sehr romantisch, traumhaft und inspirierend. Ja das mit den Geschenken und so stimmt schon, es ist ja auch nur eine Geste. Wir haben es nicht so mit Schenkerei. Ich kauf eigentlich nur für meine Eltern was. Ich glaube die wären irritiert, wenn ich ihnen ein Gedicht schreiben würde, oder so etwas. Weihnachten ist ein Geschäft. Ich hab nichts gegen Geschäfte nur hat es halt nichts mit Religion oder Liebe zu tun. Ich freu mich schon auf den WSV. Weil ich geh auch ganz gern shoppen, wenn es leer ist.

So jetzt muß ich meinen Eintopf warm machen.

Liebe Grüsse

demon17


PS: @Lady Lafar, [QUOTE]Aber der Mensch muss aufpassen... dass er die Verbindung zu dem nich verliert, von dem er lebt: der Erde und der Natur[/QUOTE] Genau darum geht es in diesem Thread. Deine historische Einlassung über die Stadt find ich gut...
bradóg@ Demon17

Dein Erlebnis mit dem See hört sich sehr schön an, solche Augenblicke vergisst man nie.

[QUOTE]Im Schlafzimmer eine nackte Glübirne, weiße Wände und nur dieses Laibach-Poster an der Wand, wo ein Arbeiter ans Hakenkreuz geflochten ist. Von der Straße hörte ich die ganze Nacht Betrunkene... Morgens gegen halb sechs bin ich aufgestanden und ich sage Dir, ich hätte töten können.... [/QUOTE]

Das wundert mich ehrlich gesagt nicht. So ein Umfeld macht auf Dauer aggressiv. Die Umgebung prägt den Menschen. Bin schon viel in Deutschland herumgekommen und mir ist aufgefallen, daß in Gegenden, die nicht überbesiedelt und landschaftlich schön sind, die Menschen wesentlich freundlicher und ausgeglichener sind.

Lagerfeuer ... wem sagst Du das, das hat was, nicht nur wegen der Lagerfeuerromantik. Leider gibt es hierzu viel zu selten die Gelegenheit, das vermiß ich sehr. Aber der Nacht lauschen, das mach ich öfter mal. Ich wohn in einer Ortschaft mit ca. 5000 Einwohnern und wenn ich aus dem Haus gehe, dann steh ich fast in der Prärie. Da ich nachts generell keine Angst habe, ganz im Gegenteil, ich fühl mich da irgendwie geborgen und sicher, bin ich desöfteren mal im stockdunkler Wald und Flur unterwegs. Ich finde es herrlich, der Stille zu lauschen, den Käuzchen zuzuhören oder in der Dämmerung Fledermäuse zu beobachten. Ne Bekannte und ich, wir sind mit unseren :D schwarzen Pferden zufuß und mit ner alten Holzlaterne als Wegbeleuchtung bestückt, nachts schon stundenlang durch den Wald marschiert, das war genial! Ich hab nur solchen Blödsinn im Sinn. Und mit nem Bekannten bin ich mal auf nem verschneiten, uralten halb verfallenen Waldfriedhof gestanden und er hat mich dort in die Kunst des Schwertkampfes eingeweiht. Das hatte was, hinter uns das Abendrot, um uns die alten Grabsteine, Wald und Schnee. Also ich kann Deine Highländer-Sehnsucht durchaus verstehen!

Was das Heidentum betrifft, ich würde mich da gerne mehr hineinvertiefen und bin deshalb auch auf der Suche nach Texten, Geschichten etc. die möglichst unverfälscht sind und in einer altertümlichen Ausdrucksweise bzw. in Gedichtform verfasst sind. Doch bin ich noch nicht wirklich fündig geworden, leider. Wenn mir mal was passendes zwischen meine Fingerchen gerät, kann ich es Dir ja wissen lassen.

Noch ne Frage an Dich ... warum lebst Du in der Stadt, hast Du keine Möglichkeit auf's Land zu ziehen und nur zum arbeiten in die Stadt zu fahren?

Zu finsterer Stunde einen lieben Gruß

Bradóg
Demon17Mit der See, bradóg, oder einem Ausläufer davon. Die Holländer haben so wenig Platz, das sie Teile der Autobahn aufs Meer verlagern. Ganz so schön wie Du in Bayern habe ich es hier nicht, aber ich wohne jetzt direkt am Teutoburger Wald. Eine typische Wohnstrasse, wenn ich vom Balkon in die richtige Richtung schaue, sehe ich auf eine Pferdekoppel direkt vor dem Wald. Es ist ein aber nur noch wenig Baumbestand aus dem 19. Jahrhundert vorhanden. Es wurde vorher alles unter den Pflug genommen, bzw. als Weiden genutz. Nun, ich wollte Sprit sparen. Ich muß nur über den Berg und bin in 10 Minuten in der Firma, wo ich arbeite. Es ist ein Vorort von Bielefeld, Ubbedissen. Aber hier in der Gegend wächst alles zusammen. Ich mag es anonym, widersprüchlich zwar, einerseits liebe ich die Großstadt bei Nacht, wenn sie relativ leer ist, andererseits brauche ich dann die Natur. In Hamburg bin ich in den kleinsten Ort Deutschlands gezogen, mit zwei Wäldern und einem kleinen See vor der Tür. Ich wäre sonst abgedreht.

Nachts in den Wald, da muß man sich auskennen. Zuhause kannte ich mich aus, auch einige Orte in der weiteren Umgebung. Hier muß ich erst umschauen. Was die heidnische Literatur betrifft, so wirst Du wohl nicht viel finden. Die Schrift wurde ja erst vom Christentum profanisiert. Das heißt Runen waren reine Kultzeichen soweit ich weiß. Auch ist die Literatur aus dem 8. 9. 10. Jahrhundert kaum zu genießen. Es gibt ja nur ein paar Fragmente, wie die Merseburger Zaubersprüche usw. Im Original wird es also kaum etwas geben. Auch sind die letzten Spuren der heidnischen Kultur ja auch im Mittelalter ausgelöscht worden. Selbst die [URL=http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Externsteine_Gesamtansicht_2.jpg]Externsteine[/URL], die seit der Steinzeit bereits ein Heiligtum waren, haben Mönche mit in Stein gehauenen "Graffiti" verschandelt. Was sich da zur Sonnenwende abspielt... Na ja schlimmer ist der Tourismus... Solche Orte brauchen Einsamkeit und keine Kuchen essenden Ausflügler.

Vielleicht fasse ich mal die Edda in neue Verse, wenn ich Zeit habe. Aber ich glaube das intellektuelle Niveau der Menschen aus der Zeit, wäre für uns nur schwer zu ertragen.

Liebe Grüsse an Dich

demon17
bradóg@ Demon17

Oh pardon, hatte das "die" schlichtweg überlesen :)

Bezüglich Wohnort ... ich wohn' hier in Bayern zwar auf einem relativ schönen Fleckchen Erde, doch ist es in diesem Bundesland auch nicht überall toll. Es gibt hier genügend öde Ballungsgebiete. Nürnberg breitet sich auch immer weiter aus. Ich wuchs in einem Dorf unweit von Nürnberg auf, damals war's ein kleines Kuhkaff, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagten, heute ist das Kuhkaff ein Stadtteil von Nürnberg und von dörflichem Charakter fehlt jegliche Spur.
Mein jetziger Wohnort ist 34 km von meinem Arbeitsplatz entfernt. Eine Teilstrecke fahr ich mit dem Auto, den Rest, wie erwähnt, mit Bahn etc. Kostet schon einiges an Sprit, Geld für die Fahrkarte und Zeit. Aber nichts desto trotz würde ich nie näher in Richtung Großstadt ziehen, ganz im Gegenteil, lieber noch weiter weg, den Weg nehm ich gerne in kauf. Wenn ich in der Stadt oder auch nur in Stadtnähe wohnen müßte, würde ich entweder eingehen wie ne Primel oder irgendwann die Kalaschnikow auspacken. Allerdings bin ich nachts auch desöfteren auf schwarzen Veranstaltungen in Nbg. unterwegs, das macht mir wiederum nichts aus. Nachts ist alles anders. Darum finde ich es auch keineswegs widersprüchlich, wenn Du einerseits die Natur brauchst und andererseits nachts durch die Großstadt pilgerst.

Die Befürchtung zwecks heidnischer Literatur habe ich allerdings auch, es ist verdammt schwierig, auch nur annähernd Entsprechendes zu finden. Das was unsereins zugänglich ist, ist aufbereitet und fern des ursprünglichen Heidentums. Ich kenne einen Herrn, der auch in Richtung Heidentum, Druiden etc. tendiert. Er hatte eine zeitlang Zutritt zu einer Klosterbibliothek, die mit kostbaren, handgeschriebenen uralten Büchern bestückt war, die unsereins nie zugänglich sein werden. Er erzählte mir, daß dort sehr interessante Literatur in Sachen Heidentum zu finden war. Ich denke schon, daß hier und da im Verborgenen noch die ein oder andere Kostbarkeit schlummert, doch ist dies nicht für unsere Augen bestimmt.

Was ist nicht alles im Namen der Kirche verschandelt worden?! Viele Kirchen wurden an heidnisch genutzen Orten erbaut. Die christliche Kirche war ja sehr drauf bedacht, alles Heidnische auszurotten. Wem sagst Du das mit den Kultplätzen und der Einsamkeit ... finde es krass, wie das alles vermarktet und verunglimpft wird, mich macht das irgendwie traurig.

Oh oh, mit der Edda haste Dir ja einiges vorgenommen ... da hast noch ein Stückchen Arbeit vor Dir!

Freitagabendliche liebe Grüße

Bradóg
Demon17Hallo bradóg,

ich sehe wir sind uns einig. Das man am besten auf dem Land wohnt usw. Das Problem hier ist nur, da wo Ubbedissen aufhört fängt Örlinghausen an usw. Die Edda ist ja auch erst 200 Jahre nach der Christianisierung Islands aufgeschrieben worden. Das Problem ist, das sie auf mündlichen Überlieferungen aufbaut, die heute weitgehend unbekannt sind. Also der Kontext verloren ging. Tja also ich weiß auch nicht, von der heutigen heidnischen Esoterik bin ich auch nicht wirklich überzeugt. Schaun wir mal, vielleicht hat ja mal jemand eine Erleuchtung.

Ich wünsch Dir alles Liebe

demon17
lupus_vagansHallo!

Ich finde den Thread hier sehr interessant und bin erstaunt, dass es doch Leute zu geben scheint, die ähnlich denken wie ich.

Es wurde schon einiges gesagt, was auch ganz meinen Ansichten entspricht. Deshalb entschuldige ich mich, falls ich jetzt manches wiederhole...


Mit dem, was sich der Mensch im Laufe seiner Entwicklung und seiner schleichend voranschreitenden, aber stetigen Entfernung von seinen natürlichen Wurzeln geschaffen hat, hat er sich zum großen Teil vollkommener Selbstentfremdung preisgegeben.

Es gibt für mich kaum was schöneres, als ab und an für ein paar Stunden in der Dämmerung im Wald zu sein, mich auf einen Felsen zu setzen und die Ruhe zu genießen (wenn man nicht gerade anderen Leuten begegnet).

Es gibt sowohl Vorteile als auch Nachteile durch unsere "hochentwickelte" Kultur.
In meinen Augen überwiegen die Nachteile deutlich.
Zu nennen wären da die zunehmende Zerstörung der Natur und damit unserer Lebensgrundlage, die künstliche Schaffung immer neuerer Bedürfnisse und infolgedessen die Unzufriedenheit vieler Leute, wenn sie diese neuen, künstlichen Bedürfnisse nicht befriedigen können!

Wie soll man so bitte jemals zu wirklichem Glück finden können?

Manche Anhänger verschiedener Religionen werden schon wissen, was sie tun, wenn sie sich für ein Leben in Askese und in Abgeschiedenheit von aller menschlicher Zivilisation entscheiden.
(Wobei ein solches Leben auch nichts für mich wäre)

Nicht zu verleugnende Vorteile der modernen Welt sind allerdings die lebensverlängernde Medizin und die Hygiene (nur, wenn mans nicht übertreibt).

Allerdings stellt sich die Frage, ob ein langes , wenig glückliches Leben einem kurzen, glücklichen vorzuziehen ist.
Das muss jeder für sich selbst entscheiden.



Wenn ich irgendwo in der Natur bin oder einfach nur alleine mit mir und meinen Gedanken, betrachte ich "die Welt da draußen", als wenn ich ein völlig fremder Beobachter wäre...

Ich betrachte ein Uhrwerk, in dem alles seinen fest determinierten Gang geht.
Kurz nach der Geburt wird man behördlich registriert, eine Geburtsurkunde wird ausgestellt; man wird als neues Rädchen im System erfasst.
Wenn man alt genug ist, wird man in die Schule geschickt, wo man in einigen Jahren so viel Wissen beigebracht bekommt, wofür teilweise Generationen von Denkern, Wissenschaftlern und Forschern seit es den Menschen gibt, gelebt haben.
Dieses Wissen wird in komprimierter und zum Teil hochspezialisierter Form immer weitergegeben, weil eine moderne Industriegesellschaft nun mal auf viel Wissen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen aufbaut und ohne es nicht existieren kann.
Jeder Mensch hat eine ganz spezifische Aufgabe im Uhrwerk.
Die einen arbeiten z.B. in einer Lebensmittelfabrik, die anderen in einer Schneiderei, wieder andere bei einem Elektronikhersteller usw. usf..

In früheren Zeiten waren viele menschen noch Selbstversorger.
Heutzutage kann ein einzelner Mensch ohne andere Menschen um ihn herum kaum noch leben.


All das bringt Probleme mit sich, die es zu früheren Zeiten nicht gegeben hat.
Stress, Hektik, Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Probleme, Depressionen etc., viele neue Arten von Straftaten,...


Das wunderbare an der Natur ist, dass es weder Gutes noch Böses gibt, dass nichts durch menschliche Einwirkungen verfälscht oder relativiert ist.


Wenn man sich in einem Haufen von Hunderten Menschen einsamer fühlt, als wenn man völlig allein irgendwo in der Natur ist, gibt einem das doch schon zu denken...



Ich hoffe, was ich geschrieben habe, klingt nicht allzu durcheinander und verwirrend...


Gruß
lupus_vagans
Skinny Hädielupus_vagans


[QUOTE]Nicht zu verleugnende Vorteile der modernen Welt sind allerdings die lebensverlängernde Medizin und die Hygiene (nur, wenn mans nicht übertreibt).[/QUOTE]

in sachen Hygiene mit Erfindung der Seife im 7. Jahrhundert eigentlich das wesentliche getan wurde.

Und zur modernen medizin möchte ich sagen dass es zwar gut für enzelne sein mag, für die art mensch aber nicht unbedingt vorteilhaft, da die natürliche auslese, auch evolution genannt, nicht mehr funktioniert.
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Skinny Hädie [/i]
[B]Und zur modernen medizin möchte ich sagen dass es zwar gut für enzelne sein mag, für die art mensch aber nicht unbedingt vorteilhaft, da die natürliche auslese, auch evolution genannt, nicht mehr funktioniert. [/B][/QUOTE]

Das ist und war schon seit Jahrtausenden weniger eine medizinische als eine kulturelle Frage...!
Skinny Hädie[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]Das ist und war schon seit Jahrtausenden weniger eine medizinische als eine kulturelle Frage...! [/B][/QUOTE]


Das stimmt nur teilweise, denn die moderne medizin gibt es nicht seit jahrtausenden sondern nichtmal 100 jahre.

Es ist insofern eine kulturelle frage dass manche kulturen, etwa dritte welt länder, sich keine moderne medizin leisten können, ond uns somit in der genetischen entwicklung überholen.
Demon17@lupus_vagans,

ich kann Deine Gefühle verstehen, doch muß man sich darüber im Klaren sein, das die Menschen früher die Natur auch als etwas Bedrohliches empfunden haben. Sie war voller Geister und Wesen, die es zu besänftigen galt. Eine schlechte Ernte und schon verhungerten viele von ihnen. Wie sich das auf die sozialen Beziehungen auswirkte kann man sich denken. Andererseits muß das Leben der naturverbundenen Völker existentieller, intensiver gewesen sein. Das Töten spielte eine wesentlich wichtigere Rolle als in unserem Leben. Sei es auf der Jagd oder bei den fortwährenden Konflikten der Stammesgesellschaften der Völkerwanderungszeit. Die Brutalität des Alltags können wir uns gar nicht mehr vorstellen. Sicher hatte es für die biologische Evolution Vorteile wenn Streitigkeiten auf dem Thing in Form eines tötlichen Kampfes beigelegt wurden. Doch waren bei Überfällen auch Faktoren wie Hinterlist ausschlaggebend. Es gibt da ein Massengrab aus der Jungsteinzeit, irgendwo bei Hildesheim glaub ich, wo eine Sippe von dreissig oder vierzig Mitgliedern niedergemetzelt wurde. Nur zwei oder drei hatten sich gewehrt. Sie sind wohl im Schlaf überrascht worden. Ob es wirklich ein evolutionärer Vorteil ist, wenn ab und an ein Teil der Population einfach verhungert? Wahrscheinlich, allerdings haben die dann auch alle möglichen Mangelkrankheiten. Mir ist die Gentechnik zu Bekämpfung von Erbkrankheiten dann schon lieber.
Ich schätze einen kräftigen Körper, doch halte ich die Entwicklung der Intelligenz für das wichtigere Projekt. Dazu ist die Zivilisation trotz aller Mängel wesentlich besser geignet.

Naturromantik ist ein Luxus für Menschen, deren existentielle Probleme weitgehend gelöst sind. Vielleicht gelingt es uns ja eines Tages materiellen Wohlstand mit einer gesunden Umwelt in Einklang zu bringen. Ich finde diese Sensibilität wichtig, die es uns ermöglicht den Geist der Natur in uns aufzunehmen und zu genießen. Ich kann dies auch nur Phasenweise, denn oft bin ich einfach dicht, vollgeballert mit Reizen einer reizüberfluteten Welt und lauter Menschen. Ich denke wir sollten uns diesen Luxus bewahren. Das Empfinden für die Natur und die Musik läßt sich jedoch nur durch eine Lebensführung bewahren, die sich jenseits der ausgetretenen Pfade bewegt und die sich dem Einerlei des Alltags, der Gewohnheit entzieht. Darin sehe ich mit fortschreitendem Alter das größte Problem. Als Kind bekam ich noch einen dumpfen Kopf, wenn ich nicht große Teile des Tage im Freien verbrachte. Heute halte ich es wochenlang aus, mich in geschlossenen Räumen aufzuhalten.

Träum schön

demon17
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
[B]Naturromantik ist ein Luxus für Menschen, deren existentielle Probleme weitgehend gelöst sind. Vielleicht gelingt es uns ja eines Tages materiellen Wohlstand mit einer gesunden Umwelt in Einklang zu bringen.

Träum schön

[/B][/QUOTE]

DAS halte ich in der Tat für eine Träumerie, die ich dezeit ZU oft von Leuten vernehme die danach in ihren 235 PS SUV steigen um auf dem Weg in's Grüne noch dessen Offroad Eigenschaften zu beweisen.

Beim technischen Fortschritt haben wir jedes Augenmaß verloren. Es geht nur noch um größer, schwerer, schneller...!
Die Maßvollen Konzepte gehen im Brüllen großvolumiger Maschinen unter, und werden bestenfalls im Vorbeiflug milde als niedlich-idealistisch aber "unsexy" belächelt...!

Und sobald die subventionierte Umweltverschandelung (a.k.a. GroWiAn) mal aufhört, wird man plötzlich wieder die Segensreiche Atomkraft beschwören...willkommen im Schweinezyklus...!
Warmer Arsch geht immer vor Vernunft...sieht man am Stadtwald von Sarajevo...wobei ich den Leuten dort keinen Vorwurf machen kann.
Die "Natur" wird uns nicht überleben. Eher vebrennen wir noch das Letze Stück Erde, als das wir uns gegenseitig wärmen.
Demon17Nun, auf zu den Sternen Seneca. Ein-, zweihundert Jahre hält dieser Planet noch. Doch es gibt so viele auf denen wir leben könnten. Mit den SUV´s hast Du wirklich recht 25l Super auf 100km sind einfach eine Sauerei.

Gute Nacht

demon17
SenecaPraktisch sind's nur 18 Liter bei SUVs europäischer Bauart. Aber das macht den Kohl auch nicht fett wenn man bedenkt, wie wenige ihren breiten Arsch in ein 4 Liter Auto (NEIN, nicht der Hubraum) zwängen wenn's um den "privaten Nah & Fernverkehr" geht.

Aber aktuell heulen das in Saas Fee kein Schnee liegt, und das auf der Wasserkuppe Ozonwerte wie in einer Großstadt herrschen.
Demon17[QUOTE]Praktisch sind's nur 18 Liter bei SUVs europäischer Bauart.[/QUOTE] Kommt auf den Gasfuss an. Ich habe mir letztes Jahr ja ein 4,5 Liter Auto gekauft. Verbrauche aber auch 5,5. Hast aber recht, ich meine hier trifft der Klimawandel ja nicht so sehr bisher, wir sparen Heizkosten. Aber in ein-zweihundert Jahren geht das hier spätestens katastrophal ab. In den USA tobt ja jetzt schon der Bär, wettermäßig. Ich fürchte nur, da wird vieles an Umweltschitzmaßnahmen zu spät kommen, weil ja auch Länder wie China sich und Osteuropa sich in verstärktem Maße motorisieren.
lupus_vagans[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
Die "Natur" wird uns nicht überleben, eher vebrennen wir noch das Letze Stück Erde, als das wir uns gegenseitig wärmen.[/QUOTE]

Ich denke eher, dass der Mensch kräftig dabei ist, sein eigenes Grab zu schaufeln.
Wenn er irgendwann ausgestorben ist, wird sich die Natur höchstwarscheinlich wieder erholen, wie sie es bisher bei allen Naturkatastrophen schon getan hat.

Klimaveränderungen hat es schon immer gegeben; vielleicht nur nicht so schnell voranschreitende wie zur Zeit.
Die Biosphäre hat sich immer wieder neu daran angepasst.
Selbst nach dem großen Sterben am Ende des Paläozoikums gings immer noch weiter. Nur waren danach einige Arten verschwunden und neue haben sich entwickelt.

Und auch nach dem Aussterben des homo sapiens wird es irgendwie weitergehen.
Ich halte es für äußerst schwierig, die Natur in ihrer Gesamtheit zu zerstören.


Vor einiger Zeit kam auf 3Sat eine dreiteilige Dokumentation, eine Art Zukunftsvision über das weitere Fortschreiten der Evolution auf der Erde.

Es wurde beispielsweise die Möglichkeit aufgezeigt, dass sich die Kopffüßer bis in 100-200 Millionen Jahren - in einer Zeit, in der die Säugetiere bereits ausgestorben sind - soweit entwickelt haben könnten, dass sie das Meer verlassen haben, in Wäldern leben und in ihrer Intelligenz bis an die heutigen Menschenaffen heranreichen.
Die Frage kam auf, ob sie evtl. irgendwann die bisher 2. Art von Lebewesen darstellen könnte, die die Natur nach ihren Vorstellungen verändert.


Gruß
lupus_vagans
bradógDas schlimme ist, daß es ja Möglichkeiten geben würde, im Einklang mit der Natur zu leben, doch weil Mensch den Hals nicht voll genug kriegt, siegt eben immer wieder Profit- und Machtgier über Vernunft und Weitsicht.

Zu den Benzinschleudern möcht ich noch gern was anmerken. In irgendwelchen Schubladen existieren - das traue ich mir mit 200 %iger Sicherheit behaupten - Alternativen bezüglich kraftstoffsparender, umweltfreundlicher Fahrzeuge. Doch die Autoindustrie hat die Finger drauf und erstickt alles im Keim, was nur ansatzweise nach Konkurenz riecht. So manche(s) wirklich sinnvolle Entwicklung/Patent wurde aufgekauft und ist in irgendwelchen Schubladen verschwunden und so mancher Erfinder mit genialen Ideen wurde gezielt in den Ruin getrieben. Industrie und ihre Macher, die sind mächtiger, als wir es uns vorstellen können, in jeglicher Hinsicht, nicht nur in Sachen Autoindustrie.

Gruß

Bradóg
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i]
[B]Zu den Benzinschleudern möcht ich noch gern was anmerken. In irgendwelchen Schubladen existieren - das traue ich mir mit 200 %iger Sicherheit behaupten - Alternativen bezüglich kraftstoffsparender, umweltfreundlicher Fahrzeuge. Doch die Autoindustrie hat die Finger drauf und erstickt alles im Keim, was nur ansatzweise nach Konkurenz riecht. [/B][/QUOTE]

Das ist nicht ganz richtig.
Mann kann der Industrie hier nicht die schuld zuschieben.
Bis ende der 80er wurdfen sehr gute konzepte entwickelt, vom Twingo SMILE über den BMW E1 oder VW 1L bis zum Smart, welcher als einziges Konzeopt zur Serie gebracht wurde...mit erheblichen finanziellen Verlusten.
Es ist aber der Kunde, der sich zum gleichen preis leiber eine Boliden vor dier Tür stellt, die nachfrage geht seit einem Jahrzehnt eindeutig in Richtung Power...
Ich habe mir bisher alle 5 jahre ein neues Auto nach aktueller Euro Norm zugelegt, dessen verbrauchswerte real um die 5 Liter liegen...schon in der Berufsschule, die ich nach meiner Dientzeit beim der BW besuchte, erntete ich damit totales unverständniss nach dem motto..."Wieso kaufst Du dir für 21.000 DM eine VW Polo wenn du dafür auch einen 4 Jahre alten BMW 320 i bekommst...?"

Zeitgleich zum Einliterauto entwickelete VW übrigen den W12 Motor...die Moderne Variante eines dinosaurierhaften Motors mit amerikanischen Ausmaßen.
bradógDie Industrie hat Macht oder wie war das z. B. mit dem Elsbeth-Motor? Ich meine auch alternative Möglichkeiten, nícht nur Motoren, die mit herkömmlichem Benzin- und Dieselkraftstoff laufen.

Mal ehrlich, für welche Autos schaltet die Autoindustrie die meiste Werbung?! Sind doch die großen, teueren Schlitten, mit vielen PS unter der Haube, die allerorts angepriesen werden. Zudem ... würde die Autoindustrie sich einigen und von sich aus keine Autos mit hohem Benzinverbrauch und zig PS mehr herstellen, bliebe dem Käufer nichts anderes übrig, als Autos mit niedrigem Kraftstoffverbrauch und wenigeren PS zu kaufen. So einfach ist die Sache! Was es nicht gibt, kann nicht gekauft werden. Und wenn geworben wird, sollte gezielt der Kraftstoffverbrauch im Vordergrund stehen und nicht unbedingt das Design oder der Elektronikschnickschnack.

Apropos Werbung, wann wird überhaupt mal Werbung für umweltfreundliche Produkte gemacht? Kann mich nicht entsinnen, jemals Werbung gesehen zu haben, die gezielt hierauf ausgerichtet ist. Doch damit könnte Umweltbewußtsein geweckt werden und Werbung zur Abwechslung mal sinnvoll eingesetzt werden.
Demon17Hallo bradóg,

wir leben seit den 70ern in einem Käufermarkt. Das heißt, es gibt mehr Produktionskapazitäten als Nachfrage. Das heißt der Kunde entscheidet im Endeffekt über das was produziert wird. "Die" Industrie gibt es nicht. Es gibt Weltweit ca. 20 relevante Konzernzentralen von Firmen, die miteinander im Wettbewerb stehen. Wenn eine oder mehrere Firmen ein Marktsegment räumen freuen sich die anderen. Dann kommt der Spritfresser halt aus China oder Korea. Die Politik hat zwei Möglichkeiten, Hubraum zu besteuern, dann gibt es Doppelturbomaschinen, die aus 1,8 Litern 300 PS holen, oder die Benzinsteuern zu erhöhen. Dann können sich viele Menschen, die dringend auf ein Fahrzeug angewiesen sind, sich das Benzin für den Kleinwagen nicht mehr leisten. In den USA gibt es glaube ich ein Maß, den Durchschnittsverbrauch der gesamten Flotte eines Herstellers, aber offensichtlich wird dieses Instrument dort auch nicht effektiv eingesetzt.

never surrender

demon17
bradógMit der Industrie meinte ich die wenigen Großen, die den Markt bestimmen ;) Sorry, ich seh das mit Angebot und Nachfrage ein bißchen anders. Das was angeboten wird, wird von irgendwelchen Zeitgeistingenieuren und Bedürfnisproduzenten kreiert, die uns eintrichtern wollen, daß wir unbedingt brauchen, was sie anbieten. Und die meisten lassen sich bereitwillig darauf ein, weil sie den Drang inne haben, dem "Zeitgeist" folgen zu müssen.

Früher gabs mal sowas wie ein Kartellamt, daß einzelne Konzerne nicht übermächtig werden ließ. Heutzutags fusioniert jeder mit jedem und das ist ein verdammt gefährliches Spielchen.

Aber nochmal zurück zum fahrbaren Untersatz. Vielleicht ist die Idee mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h auf Autobahnen nicht mal so verkehrt?!Wer braucht dann noch ein Auto mit 300 PS?

Irgendwie bringt mich das alles wieder mal sehr zum nachdenken und es bestätigt meine Meinung, daß die Menschheit, die sich für sooo intelligent hält, doch das blödeste Individuum auf Gottes Erdboden ist. Eigentlich gibt es nichts zu diskutieren, die Kacke ist am dampfen und da hilft es nur, Nägel mit Köpfen zu machen. Es tut noch nicht weh genug, daß ist wohl das Problem. Erst wenn die halbe Menschheit dahinrafft, wird vielleicht mal ein Umdenken stattfinden. Immer und immer wieder geht es nur um Macht und Gier. Wenn jeder mal ein bißchen seinen Egotrip hinten anstellen und gemeinsam versucht werden würde, nen Weg zu finden, dann sähe es hinsichtlich Klima und Natur wesentlich besser aus. Das Dilemma geht uns nämlich alle an.

Macht mich einfach wütend ...

Bradóg
Demon17[QUOTE]Sorry, ich seh das mit Angebot und Nachfrage ein bißchen anders. Das was angeboten wird, wird von irgendwelchen Zeitgeistingenieuren und Bedürfnisproduzenten kreiert, die uns eintrichtern wollen, daß wir unbedingt brauchen, was sie anbieten. Und die meisten lassen sich bereitwillig darauf ein, weil sie den Drang inne haben, dem "Zeitgeist" folgen zu müssen.[/QUOTE]

Jein, sicher sind viele Menschen Deppen, die sich einem geistlosem Konsum hingeben ohne auch nur nach dem Wesentlichen zu suchen. Sicher folgen viele menschen im blinden Herdentrieb dem profanem Materialismus, unserer Zeit. Aber Bedürfnisproduzenten sind nicht allmächtig. Viele gehen Pleite und ich halte es für einseitig nur den Anbietern Vorwürfe zu machen. Es liegt eindeutig auch an den Konsumenten. Ich glaube nichteinmal das sich das trennen läßt. Die meisten Autobauer in Deutschland bieten PKW mit sparsamen und mit leistungsstarken Triebwerken an. Der Kunde hat die freie Wahl und die Werbung präferiert keine der Alternativen. PKW sind für viele Menschen ein Prestigeobjekt, damit kommen wir dann zum eigentlichen Problem. Der unreflektierten Orientierung am Materiellen und dem Streben nach Hirarchie, auch dort wo sie keinen anderen Sinn hat als eine Rangordnung auszudrücken. Die Illusion einer Gesellschaft, die einheitlich in den Kategorien von Ober-, Mittelklasse und Kleinwagen denkt. Der Versuch Persönlichkeit in Form eines Stück Blechs zu erwerben, ist sicher einer der Gründe, warum manche Leute große Teile ihres Einkommens für Fahrzeuge ausgeben und diese im Gegensatz zu fast allen technischen Konsumgütern nicht ständig billiger werden, sondern teurer. Ich glaube nicht das die Menschen schlimmer geworden sind als ihre äffischen Vorfahren. Hast Du mal einen Schimpansen "imponieren" sehen. Das drückt sich heute noch in vielen menschlichen Verhaltensweisen aus. Zur Vernunft ist es noch ein weiter Weg und nichts währe unvernünftiger als sie erzwingen zu wollen.

never surrender

demon17
bradóg[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
[B]Der unreflektierten Orientierung am Materiellen und dem Streben nach Hirarchie, auch dort wo sie keinen anderen Sinn hat als eine Rangordnung auszudrücken. Die Illusion einer Gesellschaft, die einheitlich in den Kategorien von Ober-, Mittelklasse und Kleinwagen denkt. Der Versuch Persönlichkeit in Form eines Stück Blechs zu erwerben, ist sicher einer der Gründe, warum manche Leute große Teile ihres Einkommens für Fahrzeuge ausgeben und diese im Gegensatz zu fast allen technischen Konsumgütern nicht ständig billiger werden, sondern teurer. Ich glaube nicht das die Menschen schlimmer geworden sind als ihre äffischen Vorfahren. Hast Du mal einen Schimpansen "imponieren" sehen. Das drückt sich heute noch in vielen menschlichen Verhaltensweisen aus. Zur Vernunft ist es noch ein weiter Weg und nichts währe unvernünftiger als sie erzwingen zu wollen.[/B][/QUOTE]

Das hast Du absolut treffend formuliert. Nehme den Menschen die materiellen Güter weg und Du wirst feststellen, daß die meisten nichts (mehr) darstellen. Und gerade deswegen, was die Umwelt angeht ... ist für Eitelkeiten, Neid und Machtgehabe einfach keine Zeit und kein Platz. Da hat meines Erachtens nach Zwang durchaus eine Berechtigung, denn kaputt ist kaputt und dann gibts kein zurück mehr.
Wie ich immer so schön sage ... von Makro bis Micro hat der Mensch alles mögliche entwickelt, fliegt zum Mond etc., doch eine geistige Weiterentwicklung im Sinne von echter Weitsicht und Weiterentwicklung auch des zwischenmenschlichen Miteinanders fand nie wirklich statt.

Angebot und Nachfrage ... klar hat der Konsument auch einen gewissen Einfluß, doch wenn bestimmte Dinge nicht angeboten, können sie nicht gekauft werden und gute Entwicklungen haben oftmals keine Chance, weil die Großen von Anfang an den Finger drauf haben, Konkurrenz wird im Keim erstickt. Da gehts dann nicht um die eigentlich gute Sache, sondern nur um Machtgier. Da kann die Entwicklung noch so gut sein, wenn der Erfinder nicht genug Einfluß und vor allem Geld und somit Durchhaltevermögen hat, hat er verloren. Ich mein das jetzt nicht nur in Hinsicht Autoindustrie. Ewig lange Jahre hab ich in einem sogenannten "Weltunternehmen" gearbeitet, in einer Abteilung, in der einige geniale Produkte entwickelt wurden. Der Markt war da, doch Ober sticht Unter und durch die "Unfähigkeiten" diverser Personen, hat diese Entwicklung keine Chance und kümmert nun vor sich hin und wird in Vergessenheit geraten.
Zwischenzeitlich habe ich die Branche gewechselt und bin nun in der medizinischen Forschung tätig und habe u. a. mit den großen Pharmakonzernen zu schaffen. Es ist erschreckend, was da abgeht. Denn auch hier geht es nicht in erster Linie um die eigentliche Sache, nämlich Menschen zu helfen und zu heilen, sondern mit den Produkten die auf dem Markt sind, die Konkurrenz auszuschalten, also wieder nur um Machtspielchen. Konkurrenz belebt auch nur zum Teil das Geschäft, ansonsten diktiert sie und zerstört die Vielfalt. Der der das meiste Geld hat, wird sich durchsetzen und nicht die beste Idee bzw. Entwicklung.

Wie sagten die Indianer so treffend ... "Erst, wenn der letzte Fisch gefangen, der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet ist, werdet ihr einsehen, daß man Geld nicht essen kann."

... never surrender ...

Bradóg
Demon17Sicher verlangsamt Hirarchie die Entwicklung. Menschen sind bequem und Veränderung berührt die Interessen der Herrschenden. Deshalb halte ich Marktwirtschaft ja für so wichtig. Sicher, der Wettbewerb wird durch Oligopole, Netzwerke, und alles mögliche andere Eingeschränkt, so das nicht unbedingt die besten Ideen verwirklicht werden. Das ist an den Unis ja genauso. Doch verglichen mit Autokratien, gibt es eben viele Entscheidungszentren. Deshalb ist es relativ wahrscheinlicher, das sich die besten Ideen irgendwann durchsetzen.

Damit kommen wir wieder zum Zwang zur Vernunft. Um diesen Zwang ausüben zu können muß die Macht wieder zentralisiert werden und zwar gegen den Willen der Mehrheit. Denn sonst würde diese ja Ökoprodukte kaufen oder Ökoparteien wählen.
Die Zentralisierung der Macht hat jedoch noch keiner Gesellschaft gut getan. [Dies gilt natürlich nur unter dem Gesichtstpunkt der Informationsverarbeitung in der modernen Gesellschaft, im Mittelalter hat es die Länder auch befriedet].

Ich setze deshalb auf die soziale Evolution und denke, das die Bündelung der wirtschaftlichen Macht in den Händen zu weniger das größte Problem des Kapitalismus ist. Diesem wirkt allerdings auch die Technik entgegen, die immer wieder neue Märkte schafft und Distrbutions- und Produktionsmöglichkeiten zur Verfügung stellt, die große Organisationen überflüssig machen. Nach dem Coaseschen Theorem entstehen Organisationen immer dann, wenn die Transaktionskosten des Marktes, die Kosten der Organisation übersteigen. Durch die Informationstechnik sinken die Transaktionskosten immer mehr, insofern besteht Hoffnung...;)

Sicher hat da die Politik da eine große Verantwortung, was die Vermeidung von Monopolen, oder eine vernünftige Umweltpolitik betrifft. Doch fällt es demokratisch gewählten Politikern schwer gegen den Willen der Mehrheit zu regieren.

never surrender

demon17

PS: Wenn ich in den letzten beiden Postings den Wettbewerb unterschiedlich bewertet habe, so darum, das ich zwischen strategischem und leistungsbezogenem Wettbewerb unterscheide.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von lupus_vagans [/i]
Es gibt sowohl Vorteile als auch Nachteile durch unsere "hochentwickelte" Kultur.
In meinen Augen überwiegen die Nachteile deutlich.
Zu nennen wären da die zunehmende Zerstörung der Natur und damit unserer Lebensgrundlage, die künstliche Schaffung immer neuerer Bedürfnisse und infolgedessen die Unzufriedenheit vieler Leute, wenn sie diese neuen, künstlichen Bedürfnisse nicht befriedigen können! [/QUOTE]Ich halte das Zinssystem für den wesentlichen Fehler unserer Kultur, denn dadurch werden alle Errungenschaften zum Fluch.

[QUOTE]Dieses Wissen wird in komprimierter und zum Teil hochspezialisierter Form immer weitergegeben[/QUOTE]Das Problem ist, dass es heute oft nicht weitergegeben, sondern unter Verschluss gehalten wird:

[QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i]
So manche(s) wirklich sinnvolle Entwicklung/Patent wurde aufgekauft und ist in irgendwelchen Schubladen verschwunden und so mancher Erfinder mit genialen Ideen wurde gezielt in den Ruin getrieben. Industrie und ihre Macher, die sind mächtiger, als wir es uns vorstellen können, in jeglicher Hinsicht, nicht nur in Sachen Autoindustrie. [/QUOTE]Sie behaupten ihre Macht vor allem dadurch, dass sie wichtige Informationen unter Verschluss halten. Und sie werden ihre Macht weiter ausbauen und stärken, wenn nicht ihr Wissensmonopol gebrochen wird.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
doch muß man sich darüber im Klaren sein, das die Menschen früher die Natur auch als etwas Bedrohliches empfunden haben. Sie war voller Geister und Wesen, die es zu besänftigen galt. Eine schlechte Ernte und schon verhungerten viele von ihnen. Wie sich das auf die sozialen Beziehungen auswirkte kann man sich denken. [/QUOTE]Auch heute wird die Natur von vielen Menschen als etwas Bedrohliches empfunden, vor allem von denen, die glauben, ungestraft gegen Naturgesetze verstoßen zu können. Nicht selten lösen sie durch ihre Gier selbst Hungersnöte und andere Katastrophen aus.

[QUOTE]Andererseits muß das Leben der naturverbundenen Völker existentieller, intensiver gewesen sein. Das Töten spielte eine wesentlich wichtigere Rolle als in unserem Leben. [/QUOTE]Sagen wir mal, das Töten erfolgte bewusster. Heute werden mal schnell per Knopfdruck oder Tritt aufs Pedal einige Dutzend Menschen oder Tiere getötet.
"Sie kennen doch sicher Herrn Frankenstein, den Herrn mit dem blassen Gesicht.
Der schlug manchem Bürger die Birne ein, denn die Autobahn gab es noch nicht ..."
(Frank Zander)

[QUOTE]wir leben seit den 70ern in einem Käufermarkt. Das heißt, es gibt mehr Produktionskapazitäten als Nachfrage. Das heißt der Kunde entscheidet im Endeffekt über das was produziert wird. "Die" Industrie gibt es nicht. [/QUOTE]Wenn das so wäre, dann würden nicht jährlich 5 Autos pro Kunde gebaut, obwohl die meisten so wie Seneca nur alle 5 Jahre ein neues Auto wollen. Viele Menschen würden sicher zugunsten einer 20-Stunden-Woche gern auf 4 neue Autos pro Jahr verzichten.

[QUOTE]PKW sind für viele Menschen ein Prestigeobjekt, damit kommen wir dann zum eigentlichen Problem. Der unreflektierten Orientierung am Materiellen und dem Streben nach Hirarchie ... Ich glaube nicht das die Menschen schlimmer geworden sind als ihre äffischen Vorfahren. Hast Du mal einen Schimpansen "imponieren" sehen. Das drückt sich heute noch in vielen menschlichen Verhaltensweisen aus. Zur Vernunft ist es noch ein weiter Weg und nichts währe unvernünftiger als sie erzwingen zu wollen. [/QUOTE]Das "Imponieren" ist eine zutiefst natürliche Verhaltensweise, der Drang nach Selbstbestätigung. Den wird man mit aller "Vernunft" nicht wegbekommen. Die einzige vernünftige Lösung ist meines Erachtens, den Menschen genug Freiraum zur Selbstbestätigung (zum "Imponieren") zu geben, ohne dass sie damit ihren Mitmenschen und der Natur schaden.

[QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i]
Mit der Industrie meinte ich die wenigen Großen, die den Markt bestimmen Sorry, ich seh das mit Angebot und Nachfrage ein bißchen anders. Das was angeboten wird, wird von irgendwelchen Zeitgeistingenieuren und Bedürfnisproduzenten kreiert, die uns eintrichtern wollen, daß wir unbedingt brauchen, was sie anbieten. Und die meisten lassen sich bereitwillig darauf ein, weil sie den Drang inne haben, dem "Zeitgeist" folgen zu müssen. [/QUOTE]Die Wirtschaft ist quasi zu einer Maschine geworden, die sich selbst am Laufen hält und Menschen dazu nicht braucht. Inhr Antrieb ist das Zinssystem.

[QUOTE]Es tut noch nicht weh genug, daß ist wohl das Problem. Erst wenn die halbe Menschheit dahinrafft, wird vielleicht mal ein Umdenken stattfinden. Immer und immer wieder geht es nur um Macht und Gier. Wenn jeder mal ein bißchen seinen Egotrip hinten anstellen und gemeinsam versucht werden würde, nen Weg zu finden, dann sähe es hinsichtlich Klima und Natur wesentlich besser aus. Das Dilemma geht uns nämlich alle an. [/QUOTE]Wahrscheinlich wird eine drastische Verschlechterung der Lebensbedingungen nur zu noch mehr und schlimmeren Machtkämpfen führen. Auch ist der Einfluss von Klima und Natur von den Menschen nicht so unmittelbar, dass sie direkte Zusammenhänge zu ihrem eigenen Handeln sehen.

[QUOTE]Nehme den Menschen die materiellen Güter weg und Du wirst feststellen, daß die meisten nichts (mehr) darstellen. Und gerade deswegen, was die Umwelt angeht ... ist für Eitelkeiten, Neid und Machtgehabe einfach keine Zeit und kein Platz. Da hat meines Erachtens nach Zwang durchaus eine Berechtigung, denn kaputt ist kaputt und dann gibts kein zurück mehr. [/QUOTE]Zwang ist auch nur ein Ausdruck von Macht, und in den Ländern, wo die Menschen zu Verzicht gezwungen werden, ist der Raubbau an der Natur meist am größten (wenn ich z.B. so an die ehemalige DDR denke). Irgendwie ist an der These, dass mit zunehmendem Wohlstand mehr Rückbesinnung auf die Natur möglich wird, etwas dran. Der Haupthinderungsgrund ist meines Erachtens der Zwang "profitabel" (dem Zinssystem gerecht) zu sein.

[QUOTE]eine geistige Weiterentwicklung im Sinne von echter Weitsicht und Weiterentwicklung auch des zwischenmenschlichen Miteinanders fand nie wirklich statt. [/QUOTE]Ich habe da in den letzten 4 Jahren so einiges bemerkt ... Formen des zwischenmenschlichen Miteinanders, die ich vorher so nicht kannte ... :cool:

[QUOTE]Angebot und Nachfrage ... klar hat der Konsument auch einen gewissen Einfluß, doch wenn bestimmte Dinge nicht angeboten, können sie nicht gekauft werden und gute Entwicklungen haben oftmals keine Chance, weil die Großen von Anfang an den Finger drauf haben, Konkurrenz wird im Keim erstickt. Da gehts dann nicht um die eigentlich gute Sache, sondern nur um Machtgier. [/QUOTE]Meist sind auch die "Mächtigen" gar nicht so glücklich dabei und fühlen sich eher in einer Zwangssituation.

[QUOTE]... Der Markt war da, doch Ober sticht Unter und durch die "Unfähigkeiten" diverser Personen, hat diese Entwicklung keine Chance und kümmert nun vor sich hin und wird in Vergessenheit geraten. [/QUOTE]Tja, die meisten guten Erfindungen kosten Arbeitsplätze ... und ohne Arbeitsplatz bist du nicht "profitabel" ...

[QUOTE]Konkurrenz belebt auch nur zum Teil das Geschäft, ansonsten diktiert sie und zerstört die Vielfalt. Der der das meiste Geld hat, wird sich durchsetzen und nicht die beste Idee bzw. Entwicklung. [/QUOTE]Es sei denn, das Geld vergammelt genauso wie alles Andere in der Natur ...

[QUOTE]Wie sagten die Indianer so treffend ... "Erst, wenn der letzte Fisch gefangen, der letzte Baum gerodet, der letzte Fluß vergiftet ist, werdet ihr einsehen, daß man Geld nicht essen kann." [/QUOTE]Sehen wir die Sache mal andersherum und positiver: Solange die Menschen noch Kinder sind, möchten sie gern Indianer sein ... oder wenigstens Gothics ...
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
Ich setze deshalb auf die soziale Evolution und denke, das die Bündelung der wirtschaftlichen Macht in den Händen zu weniger das größte Problem des Kapitalismus ist.[/QUOTE]Das sehe ich ähnlich. Das Zinssystem bewirkt aber immer wieder aufs Neue solche Bündelungen.

[QUOTE]Diesem wirkt allerdings auch die Technik entgegen, die immer wieder neue Märkte schafft und Distrbutions- und Produktionsmöglichkeiten zur Verfügung stellt, die große Organisationen überflüssig machen. [/QUOTE]Da fällt mir das [URL=http://www.heise.de/newsticker/meldung/83178]OLPC-Projekt[/URL] ein, und wie die großen Computer-Konzerne dagegen wettern ... :)

[QUOTE]Sicher hat da die Politik da eine große Verantwortung, was die Vermeidung von Monopolen, oder eine vernünftige Umweltpolitik betrifft. Doch fällt es demokratisch gewählten Politikern schwer gegen den Willen der Mehrheit zu regieren.[/QUOTE]Dummerweise weiß die Mehrheit nicht so recht, was sie eigentlich will, und so macht die Politik das, was die Monopole wollen.

[QUOTE]PS: Wenn ich in den letzten beiden Postings den Wettbewerb unterschiedlich bewertet habe, so darum, das ich zwischen strategischem und leistungsbezogenem Wettbewerb unterscheide. [/QUOTE]Marx unterscheidet da zwischen Wettbewerb und Konkurrenz. Wettbewerb duldet Mitbewerber, Konkurrenz nicht (und ist darum anfällig für Monopolbildung).
bradógWarum wird an althergebrachten Systemen festgehalten, ohne ernsthaft deren Wirksamkeit und Nutzen zu hinterfragen? Warum hat der Mensch ein Gehirn zum Denken mitbekommen, wenn er es nicht sinnvoll benutzt?

[QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i]
[B]Wenn das so wäre, dann würden nicht jährlich 5 Autos pro Kunde gebaut, obwohl die meisten so wie Seneca nur alle 5 Jahre ein neues Auto wollen. Viele Menschen würden sicher zugunsten einer 20-Stunden-Woche gern auf 4 neue Autos pro Jahr verzichten.[/B][/QUOTE]

Mal abgesehen davon, daß ich mir dies überhaupt nicht leisten kann, würde ich mir auch dann, wenn ich das nötige Kleingeld hätte, diesen "Luxus" sicher nicht leisten! Zudem ist Zeit wesentlich kostbarer als Besitz.

[QUOTE]Das "Imponieren" ist eine zutiefst natürliche Verhaltensweise, der Drang nach Selbstbestätigung. Den wird man mit aller "Vernunft" nicht wegbekommen. Die einzige vernünftige Lösung ist meines Erachtens, den Menschen genug Freiraum zur Selbstbestätigung (zum "Imponieren") zu geben, ohne dass sie damit ihren Mitmenschen und der Natur schaden.[/QUOTE]

Imponiergehabe halte ich für primitiv, Stichwort "Primaten". Wie wär's, wenn sich die Menschheit vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer weiterentwickeln würde? :rolleyes: Imponiergehabe hat nur der nötig, der ansonsten nichts darstellt. Die Menschen, die wirklich was am Kasten haben und ein gesundes Selbstwertgefühl besitzen, haben es nicht nötig, mit aufgeblähter Brust durch die Gegend zu marschieren.

[QUOTE]Die Wirtschaft ist quasi zu einer Maschine geworden, die sich selbst am Laufen hält und Menschen dazu nicht braucht. Inhr Antrieb ist das Zinssystem.[/QUOTE]

Nicht das Zinssystem, sondern die Gier. Das alles ist von Menschen erschaffen worden, das System ist nur das Endergebnis.

[QUOTE] Auch ist der Einfluss von Klima und Natur von den Menschen nicht so unmittelbar, dass sie direkte Zusammenhänge zu ihrem eigenen Handeln sehen.[/QUOTE]

Sorry, aber wer so doof ist, dem kann man eigentlich nicht mehr helfen. Ich halte es für reine Bequemlichkeit und Ignoranz, wenn sich Menschen über solche Dinge keine Gedanken machen.

[QUOTE] Zwang ist auch nur ein Ausdruck von Macht, und in den Ländern, wo die Menschen zu Verzicht gezwungen werden, ist der Raubbau an der Natur meist am größten (wenn ich z.B. so an die ehemalige DDR denke). Irgendwie ist an der These, dass mit zunehmendem Wohlstand mehr Rückbesinnung auf die Natur möglich wird, etwas dran. Der Haupthinderungsgrund ist meines Erachtens der Zwang "profitabel" (dem Zinssystem gerecht) zu sein.[/QUOTE]

Warum muß immer alles mit Profit belohnt werden. Wir sollten eher mal von diesem elenden Profitdenken generell loskommen. Zwang meinte ich nicht im Sinne von Unterdrückung, von der wieder nur einzelne profitieren, sondern im Sinne von Gemeinwohl. Die meisten Menschen wachsen naturfremd auf. Das ist ein entscheidendes Grundübel und es wird Zeit, die Natur und den Umgang mit ihr den Menschen näher zu bringen und dementsprechendes Wissen zu vermitteln. Das ist ein existentiell wichtiges Thema, nicht diese verkünstelte Welt, die uns als so überaus wichtig vorgegaukelt wird. Wer in der Schule fragwürdigen Lernstoff eingetrichtert bekommt und ansonsten den ganzen lieben langen Tag zuhause vor der Glotze verbringt, um sich mit Pseudowichtigkeiten zumüllen zu lassen, der wird kein Naturverständnis entwickeln.

[QUOTE] Ich habe da in den letzten 4 Jahren so einiges bemerkt ... Formen des zwischenmenschlichen Miteinanders, die ich vorher so nicht kannte ... [/QUOTE]

TP, ich weiß was Du meinst, doch ist dies die Ausnahme. Die Regel sieht leider völlig anders aus. Das sind kleine Inselparadiese in der rauhen See.

[QUOTE] Meist sind auch die "Mächtigen" gar nicht so glücklich dabei und fühlen sich eher in einer Zwangssituation.[/QUOTE]

Selbst Schuld, wer zwingt sie dazu, dieses Spielchen zu spielen?!

[QUOTE] Tja, die meisten guten Erfindungen kosten Arbeitsplätze ... und ohne Arbeitsplatz bist du nicht "profitabel" ... [/QUOTE]

Tja ... schon wieder der Profit ... das ist traurig! Es gibt auch genügend Erfindungen, die nicht auf Rationalisierungen abzielen, sondern einfach guter Ersatz für das Bestehende, aber Umweltschädigende sind.

[QUOTE] Es sei denn, das Geld vergammelt genauso wie alles Andere in der Natur ... [/QUOTE]

Was besseres, als daß das Geld vergammelt, kann uns doch garnicht passieren, vielleicht findet dann endlich mal ein Umdenken statt und die wesentlichen Dinge erhalten wieder mehr Bedeutung.

Grüßle

Bradóg
Skinny Hädie[QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i]
[B]
Was besseres, als daß das Geld vergammelt, kann uns doch garnicht passieren, vielleicht findet dann endlich mal ein Umdenken statt und die wesentlichen Dinge erhalten wieder mehr Bedeutung[/B][/QUOTE]

Seit das geld weitgehend idealisiert ist (das meiste kapital existiert nur als ziffern in computern und ist nicht mal an reale waren gebunden) kann es eigentlich nicht verroten. Ausser es gibt mal einen richtig schönen computercrash bei den nationalbanken.:rolleyes: :mad: :(
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i]
Mal abgesehen davon, daß ich mir dies überhaupt nicht leisten kann, würde ich mir auch dann, wenn ich das nötige Kleingeld hätte, diesen "Luxus" sicher nicht leisten! Zudem ist Zeit wesentlich kostbarer als Besitz.[/QUOTE]Und doch sind wir mehr oder weniger gezwungen, diesen Schwachsinn mit unseren Steuern und unserer Mehrarbeitszeit zu unterstützen.

[QUOTE]Imponiergehabe halte ich für primitiv, Stichwort "Primaten". Wie wär's, wenn sich die Menschheit vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer weiterentwickeln würde? Imponiergehabe hat nur der nötig, der ansonsten nichts darstellt. Die Menschen, die wirklich was am Kasten haben und ein gesundes Selbstwertgefühl besitzen, haben es nicht nötig, mit aufgeblähter Brust durch die Gegend zu marschieren.[/QUOTE]Die imponieren eben durch das, was sie "am Kasten haben". Primitiv oder nicht, ich glaube, das "Imponieren" ist angeboren und auch lebenswichtig, und eigentlich auch nicht schlimm, wenn es genug Raum hat, sich gefahrlos auszutoben. In gewissem Sinne gehört dazu auch der "Rüschenfasching" auf dem WGT und anderswo, und der hat doch wirklich auch schöne Seiten.

[QUOTE]Nicht das Zinssystem, sondern die Gier. Das alles ist von Menschen erschaffen worden, das System ist nur das Endergebnis.[/QUOTE]Ich sehe es allerdings als das größere Problem, weil es auch die Menschen immer wieder in seine Gewalt zwingt, die besten Willens sind, ihre Gier zu überwinden.

[QUOTE]Ich halte es für reine Bequemlichkeit und Ignoranz, wenn sich Menschen über solche Dinge keine Gedanken machen.[/QUOTE]Spätestens wenn man mit diesen Gedanken an die Öffentlichkeit tritt, kann es durchaus sein, dass man etwas gefährlicher lebt. Und Bequemlichkeit ist wahrscheinlich Ausgangspunkt und Ziel für die meisten Errungenschaften unserer Zivilisation gewesen.

Und dann ist es oftmals wirklich nicht einfach, die Auswirkungen des eigenen Handelns genau abwägen zu können. Könntest du auf Anhieb sagen, ob Herstellung und Recycling von Tetrapaks oder immer wiederkehrende Erfassung, Sortierung und Reinigung von Mehrwegflaschen besser für die Umwelt ist?

Ich will niemandem den letzten Optimismus nehmen. Es hat nur meines Erachtens wenig Sinn, an den aktuellen Zuständen etwas zu beschönigen, wenn man sie verändern will.

[QUOTE]Warum muß immer alles mit Profit belohnt werden. Wir sollten eher mal von diesem elenden Profitdenken generell loskommen. Zwang meinte ich nicht im Sinne von Unterdrückung, von der wieder nur einzelne profitieren, sondern im Sinne von Gemeinwohl.[/QUOTE]Ich sehe in Profit für niemanden eine Belohnung, er ist ein Fluch für alle. Wie viele gute Ansätze in Richtung Gemeinwohl werden durch den Zwang, "profitabel" zu sein, schon im Keim erstickt? Dennoch kommt man m.E. nicht daran vorbei, diesen Ist-Zustand einzukalkulieren, wenn man etwas zum Gemeinwohl tun will.

[QUOTE]Die meisten Menschen wachsen naturfremd auf. Das ist ein entscheidendes Grundübel und es wird Zeit, die Natur und den Umgang mit ihr den Menschen näher zu bringen und dementsprechendes Wissen zu vermitteln. Das ist ein existentiell wichtiges Thema, nicht diese verkünstelte Welt, die uns als so überaus wichtig vorgegaukelt wird. Wer in der Schule fragwürdigen Lernstoff eingetrichtert bekommt und ansonsten den ganzen lieben langen Tag zuhause vor der Glotze verbringt, um sich mit Pseudowichtigkeiten zumüllen zu lassen, der wird kein Naturverständnis entwickeln.[/QUOTE]Wahrscheinlich ist auch eine ganze Menge Biologie im Lernstoff enthalten. Aber es bleibt eben Lernstoff, der nicht [b]erlebbar[/b] gemacht wird. Das ist ein großes Betätigungsfeld für [b]UNS,[/b] uns etwas einfallen zu lassen, damit Natur viel mehr "cool" und "geil" ist als aller Fernseh-Kram.

[QUOTE]--------------------------------------------------------------------------------
Formen des zwischenmenschlichen Miteinanders, die ich vorher so nicht kannte
--------------------------------------------------------------------------------
TP, ich weiß was Du meinst, doch ist dies die Ausnahme. Die Regel sieht leider völlig anders aus. Das sind kleine Inselparadiese in der rauhen See.[/QUOTE]Und doch gibt es sie.

[QUOTE]--------------------------------------------------------------------------------
Meist sind auch die "Mächtigen" gar nicht so glücklich dabei und fühlen sich eher in einer Zwangssituation.
--------------------------------------------------------------------------------
Selbst Schuld, wer zwingt sie dazu, dieses Spielchen zu spielen?![/QUOTE]Die meisten halten es für Realität ... :(

"If we remove the Reality defined by human social structures,
we may find that the world is not only beautiful, but can be limitless."
(Monica Richards, "InfraWarrior" CD Booklet)

[QUOTE]Was besseres, als daß das Geld vergammelt, kann uns doch garnicht passieren, vielleicht findet dann endlich mal ein Umdenken statt und die wesentlichen Dinge erhalten wieder mehr Bedeutung.[/QUOTE]Ja, lass uns einen kräftigen Apfelwein darauf trinken, dass das [URL=http://wirtschaftsring.reinstaedter-landmarkt.de/index.php?id=landmark]Geld vegammelt[/URL]. :rolleyes:
bradóg[QUOTE][i]Original geschrieben von Skinny Hädie [/i]
[B]Seit das geld weitgehend idealisiert ist (das meiste kapital existiert nur als ziffern in computern und ist nicht mal an reale waren gebunden) kann es eigentlich nicht verroten. Ausser es gibt mal einen richtig schönen computercrash bei den nationalbanken.:rolleyes: :mad: :( [/B][/QUOTE]

Na das wär doch mal was :cool:
Demon17@Turning Point
[QUOTE]Das sehe ich ähnlich. Das Zinssystem bewirkt aber immer wieder aufs Neue solche Bündelungen.[/QUOTE]

wußtest Du schon, das die älteste überlieferte Gesetzessammlung von Hammurabi, ich weiß nicht mehr wieviel tausend Jahre vor Christus, ein Gesetz gegen den Zinswucher enthielt. :D

Aber ganz ohne Zinsen gäbe es keine Banken und ohne Banken keine Unternehmen, also nur Subistenzwirtschaft, also Kleinbauern. So ganz ohne Maschinen und Kunstdünger könnte man knapp 10 Millionen Menschen auf dem Gebiet der Bundesrepublik ernähren. Was machen wir mit den anderen?

never surrender

demon17
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
Aber ganz ohne Zinsen gäbe es keine Banken und ohne Banken keine Unternehmen, also nur Subistenzwirtschaft, also Kleinbauern. [/QUOTE]Aus welchem Grund?
Die Aufwendungen für die Lagerung des Geldes lassen sich ebensogut durch Wertminderung des gelagerten Geldes kompensieren (siehe "Geld vegammelt"-Link in meinem letzten Beitrag). Das entspräche den Aufwendungen, die man zur Werterhaltung eines Hauses, zur Haltbarmachung von Nahrungsmitteln usw. hat. Es entspräche viel mehr den Abläufen in der Natur, die nur durch das ständige Entstehen und Vergehen lebt.

[QUOTE]So ganz ohne Maschinen und Kunstdünger könnte man knapp 10 Millionen Menschen auf dem Gebiet der Bundesrepublik ernähren. [/QUOTE]Ich sehe keinen Grund, warum die Hersteller von Maschinen und Kunstdünger Geld verschmähen sollten, dessen Wert durch Produkte und Leistungen gedeckt ist, statt durch Spekulationen.
bradóg[QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i]Und doch sind wir mehr oder weniger gezwungen, diesen Schwachsinn mit unseren Steuern und unserer Mehrarbeitszeit zu unterstützen.[/QUOTE]

In gewisser Weise lassen wir uns zwingen.

[QUOTE]Die imponieren eben durch das, was sie "am Kasten haben". Primitiv oder nicht, ich glaube, das "Imponieren" ist angeboren und auch lebenswichtig, und eigentlich auch nicht schlimm, wenn es genug Raum hat, sich gefahrlos auszutoben. In gewissem Sinne gehört dazu auch der "Rüschenfasching" auf dem WGT und anderswo, und der hat doch wirklich auch schöne Seiten.[/QUOTE]

Menschen mit Charisma haben dieses gekünstelte Imponiererei nicht nötig. Imponiergehabe ist nicht mehr als heiße Luft und nicht viel dahinter, daher bezweifle ich, ob das lebenswichtig ist ;) Zudem finde ich es einfach nur nervig, auch den Rüschenfasching. So Manches ist sicher schön anzusehen aber nur jemand der sich nicht verkleidet, sondern aus Überzeugung so lebt, wirkt echt. Das ist eher mein Ding.

[QUOTE]Ich sehe es allerdings als das größere Problem, weil es auch die Menschen immer wieder in seine Gewalt zwingt, die besten Willens sind, ihre Gier zu überwinden.[/QUOTE]

Sag ich doch immer ... das System ist krank!

[QUOTE]Spätestens wenn man mit diesen Gedanken an die Öffentlichkeit tritt, kann es durchaus sein, dass man etwas gefährlicher lebt. Und Bequemlichkeit ist wahrscheinlich Ausgangspunkt und Ziel für die meisten Errungenschaften unserer Zivilisation gewesen.[/QUOTE]

Wer gegen den Strom schwimmt, lebt immer gefährlicher! Gegen Bequemlichkeit ist grundsätzlich nix einzuwenden, solange diese nicht auf Kosten anderer oder der Natur stattfindet.

[QUOTE]Und dann ist es oftmals wirklich nicht einfach, die Auswirkungen des eigenen Handelns genau abwägen zu können. Könntest du auf Anhieb sagen, ob Herstellung und Recycling von Tetrapaks oder immer wiederkehrende Erfassung, Sortierung und Reinigung von Mehrwegflaschen besser für die Umwelt ist?.[/QUOTE]

Am besten den Müll erst garnicht produzieren. Oftmals ist es aber auch Bequemlichkeit, die Auswirkungen des eigenen Handelns nicht in Erwägung zu ziehen, denn dann müßte man sich ja an die eigene Nase fassen.

[QUOTE]Ich sehe in Profit für niemanden eine Belohnung, er ist ein Fluch für alle. Wie viele gute Ansätze in Richtung Gemeinwohl werden durch den Zwang, "profitabel" zu sein, schon im Keim erstickt? Dennoch kommt man m.E. nicht daran vorbei, diesen Ist-Zustand einzukalkulieren, wenn man etwas zum Gemeinwohl tun will.[/QUOTE]

Das ist wohl wahr!!! Alles wird am Profit festgemacht und scheint dieser nicht groß genug zu sein oder zu werden, tja, pech gehabt. Der Idealismus ist total auf der Strecke geblieben.

[QUOTE]Wahrscheinlich ist auch eine ganze Menge Biologie im Lernstoff enthalten. Aber es bleibt eben Lernstoff, der nicht [b]erlebbar[/b] gemacht wird. Das ist ein großes Betätigungsfeld für [b]UNS,[/b] uns etwas einfallen zu lassen, damit Natur viel mehr "cool" und "geil" ist als aller Fernseh-Kram.[/QUOTE]

Vielleicht wärs auch mal angebracht, den Fernsehkram in sinnvolle Fernsehsendungen umzugestalten. Was ich ja wirklich interessant finde ... es gibt seit geraumer Zeit Waldkindergärten, in denen Kinder Sommer wie Winder im Wald spielen und so auch alles was da so kreucht und fleucht, kennenlernen und mit den Sachen spielen, die sie im Wald finden. Diese Kinder sind angeblich lt. Untersuchungen wesentlich ausgeglichener und gesünder und lernen so von Kindesbeinen an den Bezug zur Natur.

[QUOTE]Ja, lass uns einen kräftigen Apfelwein darauf trinken, dass das [URL=http://wirtschaftsring.reinstaedter-landmarkt.de/index.php?id=landmark]Geld vegammelt[/URL]. :rolleyes: .[/QUOTE]

Nastrovje :D
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i]
Menschen mit Charisma haben dieses gekünstelte Imponiererei nicht nötig. Imponiergehabe ist nicht mehr als heiße Luft und nicht viel dahinter, daher bezweifle ich, ob das lebenswichtig ist ;) [/QUOTE]Im Grunde genommen ist alles Blühen in der Natur ein solches Imponieren, ein Ringen nach Aufmerksamkeit, ein Kampf gegen die Einsamkeit. Wer reif ist und seinen Platz gefunden hat (was du Charisma nennst), der ist bereit zu geben und nimmt kaum noch, der wird äußerlich alt und schrumpelig, aber es stört ihn nicht mehr, und es stört - natürlicherweise - auch Diejenigen nicht, denen er gibt.

[QUOTE]Zudem finde ich es einfach nur nervig, auch den Rüschenfasching. So Manches ist sicher schön anzusehen aber nur jemand der sich nicht verkleidet, sondern aus Überzeugung so lebt, wirkt echt. [/QUOTE]Wer seinen Platz gefunden hat, der hat das Imponieren [b]nicht mehr nötig.[/b] Was ein "Imponieren" einfach aus Lust und Übermut nicht ausschließt. :)

[QUOTE]Sag ich doch immer ... das System ist krank![/QUOTE]Es ist einfach nur unpassend, so wie eine Jacke, die zu eng geworden ist oder zu hart und unbequem ist. Das Wort "krank" verleitet zu der Annahme, man müsste es nur "gesund" machen, und alles wäre in Butter. Aber es muss m.E. ein ständiger Prozess der Anpassung und Erneuerung sein, in dessen Mittelpunkt das [b]LEBEN[/b] steht, das selbst fortwährende Veränderung ist.

[QUOTE]Wer gegen den Strom schwimmt, lebt immer gefährlicher! [/QUOTE]Aber ständiges Gegen-den-Strom-Schwimmen entkräftet und irgendwann wird man zu schwach und schwimmt doch mit dem Strom mit. Manchmal ist es besser, sich ans Ufer zu begeben und Randgruppe zu sein.

[QUOTE]Am besten den Müll erst garnicht produzieren. Oftmals ist es aber auch Bequemlichkeit, die Auswirkungen des eigenen Handelns nicht in Erwägung zu ziehen, denn dann müßte man sich ja an die eigene Nase fassen.[/QUOTE]Zur Müllvermeidung gibt es (mindestens) zwei Ansätze: zum einen langlebigere Güter zu produzieren. Früher dienten zum Beispiel Möbel und viele Haushaltgegenstände mehreren Menschengenerationen nacheinander. Heute soll man am besten jeden Tag neue Möbel kaufen. Ein zweiter Ansatz ist, die Güter nicht über so weite Strecken zu transportieren, denn dann müssen sie nicht so stark verpackt werden (von den übergroßen Mogelpackungen mal ganz abgesehen). Beide Ansätze deuten in Richtung Lokalisierung und Dezentralisierung. So führt die Konzentration auf das eigene nähere Umfeld fast automatisch zur Verbesserung der globalen Bedingungen.

[QUOTE]Das ist wohl wahr!!! Alles wird am Profit festgemacht und scheint dieser nicht groß genug zu sein oder zu werden, tja, pech gehabt. Der Idealismus ist total auf der Strecke geblieben. [/QUOTE]Beim Thema "Idealismus" werden wir zwei wohl ewig uneins bleiben. :rolleyes:
Meiner Meinung nach hat uns der Idealismus das Alles erst eingebrockt. Was verloren gegangen ist, ist die Selbstgenügsamkeit, das Bewusstsein für Genuss und das Wissen, dass zu viel genau so schädlich ist wie zu wenig.

[QUOTE]Vielleicht wärs auch mal angebracht, den Fernsehkram in sinnvolle Fernsehsendungen umzugestalten. [/QUOTE]Wozu noch Fernsehen, wo es heute technisch problemlos möglich ist, sich jeden beliebigen Filmbeitrag in wenigen Minuten oder Sekunden per Internet auszuwählen? Wozu brauchen wir jemanden, der uns vorschreibt, was wir wann sehen dürfen? Fernsehen ist genauso eine Überzentralisierung und Produktion von überflüssigem Müll wie die restliche Großindustrie. Überflüssiger Müll, den wieder [b]WIR[/b] - per GEZ - bezahlen.

[QUOTE]Was ich ja wirklich interessant finde ... es gibt seit geraumer Zeit Waldkindergärten, in denen Kinder Sommer wie Winder im Wald spielen und so auch alles was da so kreucht und fleucht, kennenlernen und mit den Sachen spielen, die sie im Wald finden. [/QUOTE]Das erinnert mich an meine Kindheit ...

[QUOTE]Diese Kinder sind angeblich lt. Untersuchungen wesentlich ausgeglichener und gesünder und lernen so von Kindesbeinen an den Bezug zur Natur. [/QUOTE]"angeblich lt. Untersuchungen" klingt lustig. :)
bradóg[QUOTE] [i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i]
Im Grunde genommen ist alles Blühen in der Natur ein solches Imponieren, ein Ringen nach Aufmerksamkeit, ein Kampf gegen die Einsamkeit. [/QUOTE]

Das Imponiergehabe in Fauna und Flora dient der reinen Arterhaltung, da machts ja auch Sinn. In Sachen Mensch wage ich allerdings stark zu bezweifeln, ob der mit den teuersten Klamotten, der mit dem tollsten fahrbaren Potenzverstärker oder der der die größte Klappe hat, derjenige ist, der der Arterhaltung gut tut.

[QUOTE]Wer reif ist und seinen Platz gefunden hat (was du Charisma nennst), der ist bereit zu geben und nimmt kaum noch, der wird äußerlich alt und schrumpelig, aber es stört ihn nicht mehr, und es stört - natürlicherweise - auch Diejenigen nicht, denen er gibt.
Wer seinen Platz gefunden hat, der hat das Imponieren [b]nicht mehr nötig.[/b] Was ein "Imponieren" einfach aus Lust und Übermut nicht ausschließt. :) [/QUOTE]

Charisma ist eher die Ausstrahlung, die aber nicht unbedingt etwas mit geben und nehmen zu tun hat. Menschen mit Charisma strahlen von innen heraus und fallen auf, jedoch ohne von sich aus imponieren zu müssen. Ich denke eher, wer genug Selbstwert hat, hat keine Imponiererei nötig, denn derjenige macht seinen Wert nicht von der Anerkennung anderer abhängig.

[QUOTE] Es ist einfach nur unpassend, so wie eine Jacke, die zu eng geworden ist oder zu hart und unbequem ist. Das Wort "krank" verleitet zu der Annahme, man müsste es nur "gesund" machen, und alles wäre in Butter. Aber es muss m.E. ein ständiger Prozess der Anpassung und Erneuerung sein, in dessen Mittelpunkt das [b]LEBEN[/b] steht, das selbst fortwährende Veränderung ist. [/QUOTE]

Dieses Geld-/Zinssystem gibt es seit ich weiß nicht wieviel hundert Jahren oder noch länger. Es hat sich so eingebürgert und weiterentwickelt und es wurde nie ernsthaft in Erwägung gezogen, daran etwas zu ändern. Wir haben uns halt irgendwie daran gewöhnt und passen uns diesem System an, eigentlich sollte es umgekehrt sein. Ich denke grundsätzliches Überdenken ist bitter nötig.

[QUOTE] Aber ständiges Gegen-den-Strom-Schwimmen entkräftet und irgendwann wird man zu schwach und schwimmt doch mit dem Strom mit. Manchmal ist es besser, sich ans Ufer zu begeben und Randgruppe zu sein.[/QUOTE]

Oder man geht unter. Randgruppen sind aber auch Gegen-den-Strom-Schwimmer und alles strengt an, was dem Strom Widerstand entgegensetzt.

[QUOTE]Zur Müllvermeidung gibt es (mindestens) zwei Ansätze: zum einen langlebigere Güter zu produzieren.[/QUOTE]

Meine Worte.

[QUOTE]Ein zweiter Ansatz ist, die Güter nicht über so weite Strecken zu transportieren, denn dann müssen sie nicht so stark verpackt werden. [/QUOTE]

So ist es.

[QUOTE]Beide Ansätze deuten in Richtung Lokalisierung und Dezentralisierung. So führt die Konzentration auf das eigene nähere Umfeld fast automatisch zur Verbesserung der globalen Bedingungen.[/QUOTE]

Sehe ich auch so. Was bringt es z. B. wenn ich Schuhe der Marke XY kaufe, die zwar in Billiglohnländern produziert werden, aber der Transport ne Menge kostet, tausend Zwischenhändler auch noch daran verdienen und die Teile dann in Deutschland genauso teuer verkauft werden, als wären sie hier produziert worden. Hier zu produzieren würde Arbeitsplätze sichern und es würde die Umwelt weniger belastet werden. Es gäbe viele Möglichkeiten etwas an den Müllbergen und Arbeitsplatzverlagerungen zu ändern, es scheitert nur am wollen.

[QUOTE]Beim Thema "Idealismus" werden wir zwei wohl ewig uneins bleiben. :rolleyes:
Meiner Meinung nach hat uns der Idealismus das Alles erst eingebrockt. Was verloren gegangen ist, ist die Selbstgenügsamkeit, das Bewusstsein für Genuss und das Wissen, dass zu viel genau so schädlich ist wie zu wenig.[/QUOTE]

Wir müssen uns ja nicht einig werden :D Am Rande bemerkt ... ich hab kein Problem damit, wenn Du eine andere Einstellung hast und ich will Dich von meiner auch nicht überzeugen.
Unter Idealismus verstehe ich, auch mal uneigennützig zu agieren, also das Augenmerk nicht in erster Linie auf den Profit zu werfen, sondern Dinge auch mal um der eigentlichen Sache willen zu tun.

[QUOTE]Wozu noch Fernsehen, wo es heute technisch problemlos möglich ist, sich jeden beliebigen Filmbeitrag in wenigen Minuten oder Sekunden per Internet auszuwählen? Wozu brauchen wir jemanden, der uns vorschreibt, was wir wann sehen dürfen? Fernsehen ist genauso eine Überzentralisierung und Produktion von überflüssigem Müll wie die restliche Großindustrie. Überflüssiger Müll, den wieder [b]WIR[/b] - per GEZ - bezahlen.[/QUOTE]

Brauchen tun wir mit Sicherheit niemanden, der uns vorschreibt, was wir wann sehen dürfen. Aber da es nunmal Fernsehen gibt, finde ich die Möglichkeit nicht übel, dieses Medium zur Abwechslung mal sinnvoll zu nutzen. Apropos GEZ, früher oder später wirst Du auch für's Internet GEZ bezahlen "dürfen".
Demon17Sauerland vor 25 Jahren,

Ich liege mit meiner Freundin auf einer Bergwiese bei den Balver Höhlen. Die Sonne scheint und der Himmel ist strahlend blau. Ein unwirklicher Glanz, eine überirdische Klarheit und Frische erfüllt uns. Wir haben eine herrliche Aussicht auf das Tal, das völlig unbebaut zu sein scheint. Aus dem Kassettenrekorder klingt ricochet von Tangerine Dream. Ein sphärischer SynthySound, aus einer Zeit vor der Erfindung des Drumcomputers. Eine Musik in der die Ewigkeit zum Ausdruck kommt. Sie liegt neben mir und ich streichle versonnen ihren Körper mit den vollen Brüsten und den fein gezeichneten Konturen ihres Unterleibes. Eine Fee, nicht ganz aus dieser Welt, mit sonnenfarbenem Haar. Beide sind wir im Traum versunken, nach dem Genuß eines uralten Krautes, dessen Rauch ich ihr küssend in die Lungen blies. So mögen schon in grauer Vorzeit die Liebenden an diesem Ort gelegen haben.
WaldemarIch finde diesen Thread sehr schön, und fühle genau wie der größte Teil hier..
in Bezug auf die Natur..

Nur ein Gedanken ist mir gekommen. Ich glaube nicht, nur weil der größte Teil von uns vielleicht sensibler für die Natur ist, der Mensch soviel anders sein würde, wäre er nicht dem Konsumterror erlegen. Glaubt ihr wirklich, dass sich der Mensch ändern würde sobald er wieder "naturverbundener " agiert? Alle auf ihre Konsumgüter verzichten würden und sich wieder mit der Natur verbünden würde? Einige sagten, dass es uns nur eingeredet wird, was unsere Bedürfnisse sind. Das halte ich für nicht richtig. Jeder Mensch hat Mangelempfinden und eine gewisse Gier insich, die Urbedürfnisse sind immer da..Das gebietet uns allein der Selbsterhaltungstrieb. Und würden wir einen Feldversuch machen, wo wir wieder wie in Urzeiten in den Wäldern lebten, würden wir uns nach eine Weile auch die Köpfe einschlagen.. Und alles was den Menschen ausmacht würde sich dort genauso zeigen. Habgier, Neid, Eifersucht.. Statussymbole.. das volle Programm. Wie auch bei den Revolutionen dieser Welt, hat dies nur eins bewiesen, die Regierungen ändern sich vielleicht, aber Menschen ändern sich nicht.
Demon17Der Mensch ist ein soziales Wesen und was der Nachbar hat, müssen viele unbedingt auch haben. Im Kapitalismus werden große Teile des Bruttosozialprodukts dafür ausgegeben immer neue Nachfrage zu erzeugen für Konsumgüter, die eigentlich niemand braucht. Ein Beispiel ist die deutsche Autoindustrie, sie fertigt Autos, die völlig übertechnisiert sind. Ein Großteil der Besitzer ist auch nach einer mehrstündigen Unterweisung nicht in der Lage sämtliche Funktionen zu Bedienen. Am Anfang blieben die Luxusschlitten liegen, weil die vielen Elektromotoren die Batterien leerten. Aber sie ist in den letzten 20-30 Jahren nicht willens oder in der Lage gewesen ein preisgünstiges 3-Liter-Auto zu herzustellen, obwohl daran ein großes Interesse bestand. Das heißt es geht bei den zunehmenden Einkommensunterschieden immer mehr darum bei wohlhabenden Menschen Nachfrage zu erzeugen, statt sich am Bedarf aller zu orientieren. In den USA ist es nicht ungewöhnlich eine Garage mit vielen Autos zu besitzen, während manche Arbeitnehmer nicht wissen wie sie zur Arbeit kommen sollen, da auch am öffentlichen Nahverkehr gespart wird.

Hierzulande gibt es ähnliche Tendenzen. Immer wenn ein Gebrauchsgegenstand zum Prestigeobjekt wird, steigt der Aufwand und Ressourcenverbrauch um ein Vielfaches.
WaldemarNachfrage wird vom Konsumenten erzeugt und von keinem anderen! So entwickelt sich der Preis und der Markt reguliert ihn! Wird ein Produkt nicht "gebraucht" , so wird es auch nicht verkauft und der Anbieter geht pleite, auch wenn sie sogar versucht haben uns einzureden ob wir das brauchen! Hier zwingt keiner ein Produkt zu kaufen. Der Käufer hat auch kein Mitleid, er kauft dort wo es am günstigsten ist oder wo er präferenzen setzt. Zum ökonomischen Handeln ist jeder verdammt, nicht nur die Konsumenten, auch die Anbieter, Resourcen schmeißt keiner aus Lust und Laune einfach rauß. Du kannst hier nicht pauschalisieren was ein Mensch braucht und was nicht, das ist für jeden verschieden. Es steht jeder im ständigen Wettbewerb.. Konsumenten sowie die Anbieter. Aber Wettbewerb tut weh, wer vergleicht sich schon gern auf die Dauer. Passiert das nicht, kommen die negativen Auswirkungen: Korruption, Kartelle/Preisabsprachen, Monopole, Verdrängungswettbewerb usw. Diese in letzter Zeit immer schlimmer werden, das mag sein. Aber jeder am Markt hat die Möglichkeit alles zu verwirklichen was ihm gefällt oder nicht gefällt, und keiner wird zu was gezwungen. Das Wirtschaftsystem ist halt immer sogut wie die Menschen die es anwenden.
Demon17Du vergisst die Oligopolmärkte, auf gesättigten Märkten schrumpft die Zahl der Anbieter durch Übernahmen und Pleiten auf eine geringe Zahl. Der KFZ-Markt in der Bundesrepubluk ist typisch dafür. Hier werden die PKWs nach wie vor teurer verkauft als in den Nachbarländern, trotz EU und Reimporten (deswegen gibt es sie ja.) In Wahrheit wird der Markt in Europa von einer Handvoll Anbieter beherrscht. Erst durch das mühsame Eindringen asiatischer Anbieter und der errichtung von Fabriken in Osteuropa kommt es langsam zum Angebot von PKW um 8000 €. Gerade am PKW Preis läßt es sich ablesen, obwohl der Markt schon lange nahezu gesättigt ist und die Produkte ausgereift sind stiegen die Preise noch lange Zeit. Unter Bedingungen des optimalen Wettbewerbs hätten sie längst sinken müssen, wie etwa bei den PCs. Die Bedingung des optimalen Wettbewerbs ist in vielen Fällen eine Fiktion der Volkwirtschafts- und Betriebswirtschaftslehre.
WaldemarSicher ist unser Markt in vieler Hinsicht ein Öligopol und das nicht nur in der Autoindustrie. Nur ich erinner mal an den VW Lupo, das 3-Liter Auto. Das war übrigens ein Flop, das wollte keiner haben und es verschwand wieder vom Markt. Warum? Ich denke weil einfach noch kein Bewußstein dafür vorhanden war. Aber jetzt zeigen uns die Japaner das die Hybrid Fahrzeuge wohl die Zukunft sind. Ich bin deiner Meinung, einen absolut fairen Wettbewerb wird es nicht geben, das geht auch garnicht, das weiß jeder Volkswirt auch, weil es einfachen keinen absoluten transparenten Markt geben kann. Aber trotzdem bin ich ein Verfechter des Wettbewerbs! Grade die deutsche Wirtschaft flüchtete davor in den letzen Jahrzehnten in vielen Bereichen. Eine vielzahl von Mitbewerber auf allen Märkten kann nur gut sein, auch wenn dabei manche auf der Strecke bleiben! Vorallem in der Energiewirtschaft ist es lange fällig endlich überhaupt einen Wettbewerb einzuführen, denn z.Z. ist das keiner.
Demon17Der VW-Lupo war auch nicht Preiswert. Man hatte den hohen Preis in 100 000 Kilometern nicht heraus. Da waren die Franzosen mit ihren leichten 5-Liter Kleinwagen deutlich günstiger, aber auch die haben die Preise auf dem deutschen Markt natürlich hochgehalten. Ich vermute es bestand kein Interesse an deutlich günstigeren PKW, einfach weil sonst die Gebrauchtwagenpreise für die größeren Klassen zu sehr gesunken wären. Manch ein Gebrauchtwagenfahrer hätte wohl einen im Unterhalt günstigeren Kleinwagen gefahren, wenn die Anschaffungskosten nicht weit über dem eines Gebrauchtwagens von gleicher Lebensdauer gelegen hätte. Du kannst ein Posting übrigens Löschen. editieren und dann oben rechts die Löschtaste, aber vorher das Häkchen im Feld "löschen" auf der linken Seite setzen. Siehe zum Thema 3-Liter Auto auch [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=66996]Der Kunde ist an allem Schuld[/URL] im Kaisers.
WaldemarThx, den Löschen button hatte ich gesucht :-)

Ja, der Preis des Lupos war schon sehr hoch. Aber das ja jetzt alles Vergangenheit. Ich bin mir sicher, dass künftige Autos für die breite Masse nur vom Markt angenommen werden, wenn das Auto umwelttechnologisch und ökonomisches Verhalten gleichermaßen vereint, natürlich zu Preisen die wirtschaftlich sinnvoll sind. Darauf wird sich auch die Autoindustrie einstellen und müssen. Hybrid finde ich z.Z. einfach die effizienste Lösung. Irgendwann werden wir dann ganz von abkommen fossile Brennstoffe zu verheizen.
bradóg[QUOTE][i]Original geschrieben von Waldemar [/i]
[B]Nachfrage wird vom Konsumenten erzeugt und von keinem anderen![/B][/QUOTE]

Das seh ich ein bißchen anders. Bedürfnisse werden durchaus künstlich produziert und des Menschen Hang zu Raffgier, Neid, Prestige etc., bei der Vermarktung von Produkten absolut gezielt eingesetzt. Verkaufsstrategie beinhaltet pure Psychologie. Und da kann nicht die Rede davon sein, daß der Verbraucher bestimmt, wo es lang geht. Es könnte so sein, würde dieser sein Gehirn zum denken benutzen.

Ein umweltfreundliches Produkt, für das nicht optimal geworben wird, wird nie den erwünschten Verkaufserfolg erzielen, stattdessen aber ein umweltschädliches Produkt, daß dem Konsumenten so verkauft wird, daß er reinen Gewissens das Portmonaire zücken kann, der Preis auch noch einigermaßen stimmt und ihm gar noch suggeriert wird, daß er im Ansehen um eine Stufe noch oben steigt, so er diesen Gegenstand besitzt, steht dem Verkaufserfolg nichts mehr im Weg. Es sind ein paar wenige Kriterien, die den Verbraucher kaufen lassen.

In dem Zusammenhang fällt mir ganz spontan auch die Modeindustrie ein und das Wörtchen "Modemacher". Die machen die Mode und bestimmen den Trend. Die lieben Menschlein machen mit, weil es ja so überaus wichtig zu sein scheint, "IN" zu sein, egal ob der Trend vom Stil her zur Person paßt oder nicht.

Da ja in letzter Zeit so groß die Rede von Umweltkatastrophen und Umweltverschmutzung ist, werden auch hier gezielt Produkte auf den Markt geworfen, z. B. Biosphären-Mineralwasser. Sorry aber da sträubt sich ganz gewaltig was in mir. Nichts als Leuteverarschung.
Waldemar[QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i]
[B]Bedürfnisse werden durchaus künstlich produziert und des Menschen Hang zu Raffgier, Neid, Prestige etc., bei der Vermarktung von Produkten absolut gezielt eingesetzt. Verkaufsstrategie beinhaltet pure Psychologie. Und da kann nicht die Rede davon sein, daß der Verbraucher bestimmt, wo es lang geht. Es könnte so sein, würde dieser sein Gehirn zum denken benutzen.[/B][/QUOTE]

Vielleicht unterliegst du der Begrifflichkeit. Du verwechselst Bedürfnisse mit Bedarf..

Jeder Mensch hat Existenzbedürfnisse, die nicht künstlich erzeugt werden. Also Grundbedürfnisse die zum Überleben eines Menschen unbedingt notwendig sind : Nahrung, Unterkunft, Kleidung

Der Bedarf entsteht dann, wenn du Kaufkraft hast und etwas nachfragst. Klar möchte man dir mit allen mitteln einreden was du so brauchst :)

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur