| vengeance | Ich frag mich, was meinen all die Leute immer damit, wenn sie den heranwachsenden Jugendlichen gerne mal mit auf den Weg geben "Du musst doch langsam erwachsen werden" o.ä. Wenn ich mir Menschen ansehe, die oberflächlich (äusserlich) betrachtet sehr erwachsen wirken, so sind sie doch an vielen relevanten Punkten dümmer und unreifer als so mancher Jugendliche. Aber was genau soll dieser Rat ausdrücken? Geht es nur darum, dass man sich zur Arbeit in ein feines Anzüglein werfen, seriös auftreten kann - seine Interessen zu Ungunsten langweiliger Hobbies ablegt, die viel zu viel Geld kosten, das man aber hat, da man ja 60 Stunden die Woche arbeitet? Ich zähle mich schon seit geraumer Zeit nicht mehr zu den heranwachsenden, dennoch pflege ich mein Leben so zu gestalten, wie es viele wohl nicht angemessen finden würden für mein Alter - dennoch wage ich zu behaupten, dass ich mit den Dingen umgehen kann, die für ein erfolgreiches Leben wichtig sind, sprich Verantwortungsgefühl, Verlässlichkeit, all jene Tugenden eben. Nur meine Interessen sind nach wie vor die selben (ungefähr) wie vor 8-10 Jahren, natürlich sind neue hinzugekommen und alte weggefallen. Ist das nun verwerflich? Wird es mich in eie Sackgasse führen, aus der ich eines Tages, von Depressionen gequält, nicht mehr herausfinden mag? Oder sind diese "Hinweise" die man so gutgemeint auf den Weg mitbekommt (bei mir nun schon einige Jahre her) lediglich Hirngespinsnte einer Generation, die in einem zu engen Korsett von Idealen und Verwirklichung gelebt hat? vengeance |
| vengeance | Hi, interessant, der zweite Absatz, nur finde ich den ersten Absatz dagegen völlig an meiner Frage vorbei (und das Thema an sich auch nicht etwa belanglos) Inwiefern stellt das Auseinandersetzen mit dieser Thematik einen einschnitt in meine Freiheit dar? Der Einschränkung wird vielleicht jenen auferlegt, die sich an die Aussagen anderer halten .. vengeance |
| Solstice | Meines Erachtens nach gibt es keinen "Zeitpunkt", an dem man dann plötzlich aufwacht und "erwachsen" ist. Das Leben ist ein kontinuierlicher Strom an Erfahrungen und Entscheidungen. Wir selbst lenken einen Großteil der Richtung und bestimmen unseren Weg. Der Begriff "Erwachsen" ist eher eine Umschreibung für Eigenschaften, die man älteren Leuten zugesteht und jüngeren Personen aberkennt. Also Entscheidungen zu treffen und Ansichten zu haben, die in den älteren Generationen verbreitet sind. Ich selbst bin schon lange formal "erwachsen" aber sicher mehr Kind oder Teeny geblieben, als so mancher 25jährige, den ich kenne... Es kommt immer darauf an, in welchem Bereich man seine "erwachsenen" Gedanken einbringt. Beruflich? Privat? Künstlerisch? Wäre so etwas wie Kunst in Musik oder Malerei von einem "Erwachsenen" überhaupt machbar? Kann jemand, der nicht "erwachsen" denkt, kompetente Entscheidungen mit großen Konsequenzen (z.B. in Managementstrukturen) überhaupt treffen? |
| Onissa | Schon spät und so... Meine Definition vom Erwachsensein: > durch die Volljährigkeit gewonnene Privilegien die nur Ärger machen > sich permanent um irgendetwas Sorgen machen > Rechnungen > bald sterben und Platz für andere machen.... was positives gabs glaub ich auch noch, das kenn ich aber net... oh man... ich sollt schlafen gehen <.<..... Carpe Diem Onissa |
| Kampfsau | [QUOTE]was positives gabs glaub ich auch noch, das kenn ich aber net...[/QUOTE] Viellleicht.... Sex mit anderen Erwachsenen?So viel und so versaut man will. Naja und Erwachsen sein.Ich glaube die Aufzählung gibt es schon recht gut wieder. Damit verbindet man ja oft Verantwortung und das wiederum ist das Unangenehme. Verantwortung fordert nämlich körperliche und seelische Belastbarkeit, da man sich mit gewissen Zwängen auseinander setzen muss. Zu aller erst muss man lernen die Verantwortung für sich selber zu übernehmen. Das kriegen viele mehr oder mindergut hin.Ich glaube in Verbindung mit der neuen Freiheit, ist diese Verantwortung etwas, dass man gerne in Kauf nimmt. Man geht alles aus freien Stücken ein und hat die Freiheit zu wählen, was man arbeitet, wo man wohnt, welche Ausbildung man als wichtig ansieht. Ich meine man muss es so sehen, was war denn der Grund, warum man als Kind so sorglos leben konnte? Warum man immer genug zu essen hatte, es im Winter zuhause warm war, warum man im Sommer jedes Jahr Wochenlang an gar nichts denken musste? Richtig, wegen den Erwachsenen die für einen all diese Dinge übernommen haben.Nicht nur die Verantwortung für sich selbst sondern auch für die Kinder, die sich selbst noch nicht anständig am Leben halten können. Es wird einem nichts geschenkt. Damit wir Strom haben, müssen manche Menschen ihren Hals an Hochspannungsleitungen riskieren. Bauarbeiter schieben Überstunden und bauen die Straßen,Häuser und Krankenhäuser für uns. Kanalarbeiter halten die Kanäle in Stand,die uns komfortabel mit Wasser versorgen. Und die müssen alle selber leben und ihre Familien durchfüttern, also bezahlt werden. Ich z.B. möchte,bevor ich Vater werde, erst einen Beruf finden, der halbwegs sicher ist und bei dem man auch anständig verdient. Das ist nunmal mit Verantwortung verbunden, man muss sich gegebenen Falls Regeln unterwerfen. Wenn ich in einer Bank arbeite und mich nicht rasiere und in kurzer Hose mit Sandalen auftauche, dann kann ich mir eine neue Arbeit suchen und es gibt kein Geld. Was wird dann aus deiner Familie? Und selbst wenn man nicht arbeitet, die Last die man für sich selber nicht trägt, die bürgt man dafür ja anderen auf. Darum sehe ich es auch als so wichtig an, erwachsen zu werden. Mit Hobbies und Vorlieben hat das nicht zu tun. Wer nicht bereit ist für sich selbst und andere Verantwortung zu tragen, der ist egoistisch und feige. |
| Onissa | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i] [B]Wer nicht bereit ist für sich selbst und andere Verantwortung zu tragen, der ist egoistisch und feige. [/B][/QUOTE] Hm....vielleicht aber auch einfach nur .... schwach? Carpe Diem Onissa |
| Solstice | Es ist völlig normal, dass man sich in jungen Jahren noch nicht so richtig vorstellen kann, Verantwortung zu übernehmen. Das ging mir ganz genau so. In meinem Leben habe ich bewußt mitbekommen, dass der Satz "Man wächst mit seinen Aufgaben" zumindest bei mir voll zutraf. Inzwischen leite ich eine Klinik mit über 70 Mitarbeitern (von meiner Verantwortung gegenüber den Patienten mal ganz abgesehen). Das hätte ich mir mit 18 oder 22 kaum vorstellen können, da hatte ich ganz andere Prioritäten. Man lernt sein Leben lang und es bleibt einem selbst überlassen, was man für sein Leben davon nutzt... |
| vengeance | Ja, dieses man lernt und wächst mit den Aufgaben, trifft es ganz gut, glaube, das trifftauch auf mich ganz gut zu. Ich leite zwar keine Klinik (wollte ich auch nie tun müssen) aber in meinem Bereich gibt es da auch ganz nette Aufgaben ;-) Naja was in meinen Augen noch wichtig ist, ist der zeitwilige Verzicht auf persönliche Interessen und Vorlieben, zu Gunsten von Dingen die einfach nötig sind, wenn man eigenverantwortlich lebt. (z.B. für Kinder oder teilweise den Job) Hat halt damit zu tun, dass man nicht mehr bequem Mutti in den Arsch kriechen kann, falls etwas schief gehen sollte, nein, mann muss vielemehr sehr bemüht darum sein, dass an sich nichts schief geht. Aber dsa beinhaltet nicht, dass man an sich und in jeder Lebenslage so erwachsen sein "muss" wie es viele einem gerne auferlegen wollen.. Oftmals wird ja schon ein unkonventioneller Lebensstil als "unreif" erachtet. vengeance |