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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Melancholisch?
BrokenWingsBi n ich melancholisch veranlangt? Ich verstehe mich manchmal nicht. Es gibt Phasen in denen mich Trauer umgibt obwohl ich eigentlich glücklich sein müsste. Mal ist die Trauer gemein und Schmerzhaft und ich habe das Gefühl sterben zu wollen.Dann ist sie auch mal sanft und schön... fast als würde sie meine seele streicheln.Ich bin still und ruhig niemand sieht meine Qualen, manchmal ist alles so wunderbar das ich glaube zu fliegen und dann ist es wiederum so als wäre alles egal. Quasi als wäre nichts wirklich wichtig so egal..dann fühle ich mich leer und frage mich ob ich überhaupt ein Mensch bin oder nur eine sterbliche Hülle.Was mich verwirrt ist das ich mich fühle als wäre dieses Trauergefühl ein Teil von mir. Es fällt mir nicht schwer das vor der Aussenwelt zu verstecken nur die die mich kennen wissen davon aber niemand weiss wie dunkel es manchmal in mir ist und wie sehr ich nach licht suche.Ich bin seltsam auf jedenfall aber kann es sein das ich krank bin?In meiner Familie scheinen Trauer, Depressionen und Selbstmord immer wieder vorzukommen.Kann es sein das es vererbbar ist und damit quasi mein Schicksal?Es ist grausam und gleichzeitig wunderschön. Aber das ist doch ein totaler widerspruch und trotzdem fühle ich,dass es wahr ist.
Noire&BlancheEs ist bewiesen, dass eine Disposition zu Depressionen führenden Hormonlagen vererbt werden kann. -Im Klartext- Wenn deine Familie viele depressive Mitglieder hat, ist die Chance hoch, dass noch jemand daran erkrankt.

Ich will dir jetzt aber nichts einreden; je nach Alter ist es nicht sehr ungewöhnlich ein wenig... sagen wir mal: psychisch labil zu sein.

Aber wenn dich das Thema wirklich interressiert, kannst du dich ja einmal nach "affektiven Störungen" erkundigen, bei Wikipedia zum Beispiel bist du wahrscheinlich besser aufgehoben.
Mondelfe18Ich stimme Noire&Blanche zu.

In meiner Familie hat es Depressionen und auch Selbstmord gegeben. Die Depressionen waren genetisch bedingt. Es kann passieren, dass ein weiteres Familienmitglied daran erkrankt, aber da spielen unterschiedliche Faktoren mit. Lebenslage, Charakter und vieles andere.

Hab keine Angst davor und wenn du etwas bemerkst oder dich unwohl fühlst, dann such dir gleich eine Vertrauensperson mit der du darüber reden kannst oder vllt sogar professionelle Hilfe.

Ich wünsche dir das Beste. Nicht den Kopf hängen lassen!

gruß,
Mondelfe
Prozessorhirn@ BrokenWings

Fühle mich oft genau so.
Es ist aber auch so, dass ich in lezter Zeit sehr oft über das
Weltgeschehen und ähnliches nachdenke, aber auch bemerkt habe
Wie Oberflächlich die Leute in meinem Umfeld sind.
Dazu kommt aber noch, das ich in letzter Zeit sehr oft Nachdenkliche
düstere Musik höhre.

Ich denke dass sind genügend Gründe um Nachdenklich/Depressiv gestimmt
zu sein.

PS: Würde mich interessieren wie alt du bist
lupus_vagans@ BrokenWings & Prozessorhirn:

darf ich mich zu euch gesellen?...
mit dem, worüber ihr schreibt, hab ich leider auch öfters zu kämpfen...

ich fühl mich oft vom leben erschlagen und erdrückt...ohne eine sinnvolle fluchtmöglichkeit zu haben...

und so geht es seit jahren...

ich beobachte manchmal gerne andere menschen, um zu sehen, wie sie interagieren, welche charakterzüge dahinterstecken etc.

oft widern mich manche menschen an...ihre selbstherrlichkeit...ihre ignoranz...
dann denk ich aber auch, ob diese menschen nicht viel gesünder leben als ich...


[QUOTE]Es gibt Phasen in denen mich Trauer umgibt obwohl ich eigentlich glücklich sein müsste.[/QUOTE]

das denk ich mir auch öfters...
aber wer bestimmt denn, was man als "glück" anzusehen hat?
liobaIch denke, bis zu einem bestimmten Maß sind das alles normale Gefühle. Jeder kennt das, dass man nicht mehr weiter will. Aber es wird eben auhc wieder besser. Ein bisschen Melancholie hat noch keinem geschadet.
Das Problem ist meiner Meinung nach nur zu erkennen ob sich das, was man fühlt noch im normalen Rahmen bewegt...
lupus_vagans[QUOTE][i]Original geschrieben von lioba [/i]
Das Problem ist meiner Meinung nach nur zu erkennen ob sich das, was man fühlt noch im normalen Rahmen bewegt... [/QUOTE]

und was soll man tun, wenn man zu dem schluss gekommen ist, dass es sich nicht mehr im normalen rahmen befindet?

psychotherapie?...
der psychologe, bei dem ich mal war, war keine große hilfe...
hat nur ne stunde lang gelabert...sich mehrmals wiederholt und in etwa gesagt, es würde helfen, mehr kontakte zu knüpfen etc..."interessen auszubauen"...

was wirklich helfen könnte, wäre einfach, menschen, die man liebt, um sich zu haben...die einen verstehen...

aber damit erzähl ich ja wohl eigtl nix unbekanntes..
liobaUnd schon hat man so nen Teufelskreis... Man bräuchte jemanden, den man liebt bei dem man sein kann wie man ist. Allerdings lernt man niemanden kennen, weil man zu antriebslos / schüchtern ist...
Was man da macht? Keine Ahnung... Anderer Therapeut?
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von BrokenWings [/i]
Es gibt Phasen in denen mich Trauer umgibt obwohl ich eigentlich glücklich sein müsste. Mal ist die Trauer gemein und Schmerzhaft und ich habe das Gefühl sterben zu wollen.Dann ist sie auch mal sanft und schön... fast als würde sie meine seele streicheln ... Was mich verwirrt ist das ich mich fühle als wäre dieses Trauergefühl ein Teil von mir.[/QUOTE]Wenn dieses Trauergefühl ein Teil von dir ist, warum willst du es dann bekämpfen? Genaugenommen bekämpfst du dich damit selbst.

Aber warum frage ich? Mir ging es ja genauso, bis ich das Lied [URL=http://www.stolzesherz.de/content_lofi.php?sec=disco&sub=lyrics&album=Elodia]"The Turning Point"[/URL] gehört habe:
"... I'd found out that I only loved your half in me"

Im [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=25381]Sammelthread "Melancholie"[/URL] findest du auch viele Beiträge von Menschen, die Melancholie als Teil ihres Selbst kennen und lieben gelernt haben.

[QUOTE][i]Original geschrieben von lioba [/i]
Man bräuchte jemanden, den man liebt bei dem man sein kann wie man ist. Allerdings lernt man niemanden kennen, weil man zu antriebslos / schüchtern ist...[/QUOTE]Als schüchterner Mensch kann ich das Buch [URL=http://www.amazon.de/dp/3548367844]"Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm[/URL] empfehlen. Lieben ist eine Kunst, die man lernen kann ... und ganz nebenbei verfliegt die Schüchternheit ...
BrokenWingsSo jetzt habe ich ja einige interressante Antworten bekommen.Tja das war jetzt nicht das was ich erwartet hatte.Klar seid ihr keine Psychologen nur ich dachte ihr wüsstet vielleicht eine Antwort weil es euch änlich geht,aber vielleicht gibt es darauf keine Atwort. Einige Dinge haben mich etwas stutzig gemacht wie zum Beispiel die Frage nach meinem Alter, spielt das denn wirklich eine Rolle? Klar ist sowas auch in gewisser wiese normal aber ich habe festgestellt das ich in meinen fast die einzige bin die diese Trauergefühle hat und vor allem ohne zu wissen warum eigentlich.Die meisten wissen dann genau warum sie traurig sind und ich habe noch nie jemanden sagen hören wie schön es ist traurig zu sein. Ich habe auch nicht gesagt das ich dagegen ankämpfen will, das Problem ist das ich es nicht verstehe.Aber niemand hilft mir dabei es zu verstehen .... vielleicht kann das auch niemand ich weiß es nicht.Was die Phychologen angeht ich war schon bei dreien und es hat mir nicht wirklich geholfen weil die alle meinten das geht vorbei blablabla aber geht es nun mal nicht ist schon seit sechs Jahren so. Zwar nicht immmer sondern so Phasenweise ich bin auch mal fröhlich und unbeschwert aber wenn dann diesen Phasen eintreten aus heiterem Himmel ohne jeglichen Grund zur Trauer können die schon manches Mal Monate dauern.Ich möchte mich aber trotzdem bedanken das ihr mir geantwortet habt und euch gedanken gemacht habt den meisten sind andere menschen leider egal...:( naja danke auf jeden fall

mfg BrokenWings
Prozessorhirn@ BrokenWings

Tut mir Leid wegen der blöden Frage nach dem alter,
habe Insgeheim gehofft dass du ca. das gleiche Alter hast wie ich,
um das ganze Problem (oder auch nicht?) irgendwie in Verbindung zu bringen.
Ihr wisst schon was ich meine...

:( (schäm)
Any BodyManchmal kommt es mir vor wie ein kleiner Lichtblick, wenn ich in den nachtwelten lese, dass eure Gefühle ähnlich sind wie meine eigenen. Eigentlich will ich diese negativen Gefühle nicht haben, mich nicht von ihnen einnehmen lassen, doch ich komme nicht gegen diese an.

Erinnere ich mich an meine Gesprächstherapie, so hat es mir gut getan, dass jemand da war, bei dem ich all diese erdrückenden Gedanken loswerden konnte, doch der Gedanke, er macht es für Geld - ließ später den Eindruck entstehen, dass er sich prostituiert, dass es ihm gar nicht um die Person gehen kann, die vor ihm sitzt, sondern dass ich jemand bin, der ihm sein Einkommen sichern würde.

Ich befand mich in einem Zwiespalt, einerseits tat es mir gut mit jemanden zu reden, doch in meinem Beruflichen Leben durfte ich diese Wahrheit nicht aussprechen, denn es hätte mich möglicherweise meinen Job gekostet.

Generell stellt sich die Frage, wer überhaupt mit inneren Gedanken einer fremden Person konfrontiert werden darf. Ist es möglicherweise auch hier ein Fehler, erdrückende Gedanken zu äußern?

Mich würde in dem Zusammenhang interessieren, welche Methoden ihr anwendet, um euch ggf. wieder aus einer solchen Gefühlslage herauszumanövrieren.

Herzliche Grüße
Any B.
HephAny quatschen kannst hier mit den Meisten auch über etwas problematischere sachen. Ich weis net ganz genau in welches Unterforum es gehören würde (Nebelpfade?)?

Wenn ich mal Depri und melancholisch bin nehm ich mir ein Gutes Buch, Schalte seichte Musik ein und lass mich einfach treiben.

Wenn ich mal ein echtes bösartiges (meist moralisches) Problemm habe und niemanden zum drüber reden dann setz ich vor den Spiegel und sprech mit ihm wobei ich einfach von dem Prob erzähle. Der "Spiegel" (eigentlich ich) stellt dann Fragen und Antwortet auf meine. Kann sehr erschreckend sein diese Form der Selbstreflecktion aber es hilft mir. Man sollte aber vorsichtig mit Spiegelgesprächen sein weil man von da aus in eine Multiple Persönlichkeitsstörung fallen kann.
DunklerEngel77Ich kann das Geschriebene hier gut nachvollziehen. Ich habe selbst eine Depression, die mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt ist.

Nach der Trennung von meinem Mann war es eine sehr tiefe Depression bis hin zu Suizidgedanken...gott sein dank bin ich eine starke Person und konnte den Gedanken verwerfen.

Bei mir kommt hinzu, daß ich Co-Abhängig bin, da ich in einer Alkoholikerfamilie aufgewachsen bin. Ich leide an Beziehungssucht und versuche immer, allen Menschen zu helfen, kann mit mir selbst aber überhaupt nicht umgehen.

Ich weiß auch für all meine "Probleme" immer die Lösungen, nur kriege ich sie nicht umgesetzt.

Bin oft total traurig, fühle mich alleine und frage mich, was der Sinn von diesem ganzen Theater ist? Immer, wenn ich geglaubt habe, Menschen um mich rum zu haben, die mir gut tun, wurde ich genau von diesen Menschen enttäuscht, belogen oder ausgenutzt.

Irgendwann verliert man dann die Lust, überhaupt noch Beziehungen zu Menschen aufzubauen...

Ich bin selbst auch in Therapie, wobei es mir bislang noch nicht so arg viel geholfen hat, aber ich bin zumindest gestärkt in meinem Alltag... also diese fiesen Depressionsmerkmale sind weg. Das ist schon viel wert. Auch Medikamente dagegen muss ich seit Mai nicht mehr nehmen (davor habe ich ein paar Monate die Höchstdosis, die außerhalb ner Klinik genommen werden darf, bekommen)

Klingt jetzt, als wär ich total neben der Spur, aber wer mich sieht oder sich mit mir umgibt, würde das nie erkennen, weil ich ne gigantische Fassade aus Humor und Energie habe... alle diese Probleme spielen sich nur in mir drin ab. Es sind quasi Gedanken, die die ganze Zeit in mir kreisen... egal zu welcher Tageszeit. Das ist total belastend und nervig.

Ich versuche da irgendwie auszubrechen, weil das für mich einfach kein Dauerzustand ist.

Klar, ich akzeptiere es, daß man auch mal traurig ist... oder unzufrieden... wütend... alles normale Gefühle, aber wenn man gefangen ist unter ner dunklen Wolke und irgendwie die tollsten Sachen erleben kann, aber trotzdem immer nur die negativen Dinge wahrnimmt, dann ist das einfach nur belastend.
ÄquivalentKennt hier eigentlich jemand das Buch : Anleitung zum Unglücklich sein ?
Wenn nicht kann ich es jedenfalls empfehlen. Irgendwie denkt man sich dabei ziemlich oft wie bescheuert selbstkonstruiert doch manche Probleme von einem sind. Ich bin leider auch Meisterin in dieser Disziplin und mache vor allem wenn ich unterbeschäftigt bin oder zu wenig (oder zuviel) Herausforderung/ Neues in meinem Leben habe aus Kleinigkeiten riesige Probleme bis meine Gedanken nur noch um Probleme, die eigentlich keine sind kreisen und dann kommt irgendwann der Punkt an dem man nur noch daliegt und nur noch in Melancholie versumpft.

Zu dem eigentlichen Thema: ich kann voll und ganz nachvollziehen, was hier geschrieben wurde, ich bin auch manchmal scheinbar grundlos traurig, ich wache manchmal Nachts einfach auf und bin so traurig, dass es mich zu zerreißen scheint. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass meistens doch wirkliche Probleme, die ich vernachlässigt habe daran Schuld sind und es mir um so besser geht je aktiver ich bin. Viel Abwechslung in meinem Alltag ist mir auch absolut wichtig, wenn ich nur immer dasselbe mache, werde ich sehr schnell melancholisch.
Also ist bei mir die Lösung des Problems keinen grauen Alltag entstehen zu lassen. Funktioniert mal mehr mal weniger gut...

Aber dennoch ist Melancholie für mich auch einfach ein dumpfes wunderschönes betäubendes Gefühl, man muss nur lernen rechtzeitig damit aufzuhören, bevor man zu tief in diese Stimmung versinkt und nicht wieder zurückfindet.
Any BodyDanke für eure Rückmeldungen - sie sind wirklich interessant.

Bin heute beim Surfen irgendwie über die folgende Homepage von [URL=http://www.myspace.com/white_noise_x][b]white_noise[/b][/URL] gestolpert. Könnte mir vorstellen, dass er auch hier in nachtwelten gastiert. Von daher sei mal ein Dank an Dich gerichtet. Die Musik von klangstabil (push yourself) ist genial

MFG
Any B.
liziumbliebe darüber nachzudenken was melancholie eigentlich ist...
...von großer Nidergeschlagenheit, Traurigkeit od.Depressivität gekennzeichneter Gemütszustand...(steht im fremdwörterbuch)

diesen zustand kenne ich nur zu gut...wenn man stundenlang auf dem bett liegt, die decke anstarrt und nicht fähig ist sich zu rühren...

aber dieser leichte zustand der schon angesprochen wurde, wie ist der zu bezeichnen?
Lady_Baphomet@lizium: ich persönlich bezeichne - anders als dein wörterbuch - diesen leicht traurigen, sehnsüchtigen zustand als melancholie und wirklich tiefe tiefs sind mir als "rezidivierende depressive phasen" diagnostiziert worden.
rosenkind[QUOTE]der psychologe, bei dem ich mal war, war keine große hilfe...
hat nur ne stunde lang gelabert...sich mehrmals wiederholt und in etwa gesagt, es würde helfen, mehr kontakte zu knüpfen etc..."interessen auszubauen"...[/QUOTE]

nach einer Sitzung ist man auch noch nicht geheilt. Psychotherapie ist eine komplizierte Sachen, denn Menschen, die die selben Probleme haben, haben ganzunterschiedliche Persönlichkeiten und anders als beim Arzt, der jedem die selbe Medizin verschreibt, müssen diese individuellen Persönlichkeiten auch ihre individuelleKur bekommen... nur umdie rauszufinden, muss braucht es erstmal Zeit, den Menschen kennenzulernen.
ich spreche da ein bisschen aus Erfahrung, möchte das aber nicht vertiefen, da persönliche Sache!

Dass Therapeuten Geld verdienen mit dem Helfen stimmt auch, man kann das als Argument sehen, die Sache negativ zu betrachten. ich persönlich sehe die Sache allerdings anders. Viele Menschen arbeiten nicht nur um ihre Brötchenzu verdienen, sondern um sich auch selbst zu verwirklichen. Ein Musiker verdient mit seiner Musik auch seine Brötchen, dennoch ist ihm die Musik sicher viel wichtiger als nur ein Mittel zum finaziellen Zweck. Ein Brötchen Verdiener Therapeut kann imo kein guter sein. Denn ich denke nur dort, wo jemanden die Sache wirklich wichtig ist, kann eine Therapie auch helfen. So wie der Patient eine Persönlichkeit ist,muss auch der Therapeut imo seine Persönlichkeit einsetzen, damit das klappt. ich hatte das Glück an einen solchen geraten zu sein und auch nie das Gefühl, nur eine Nummer zu sein. Ein Arbeitsverhältnis schließt zwischenmenschliche Sympathien und Beziehungen nicht aus... und damit meine ich nicht irgendwelche persönlichen Freundschaften, die während einer laufendeb Therapie ein kritischer Punkt wären, sondern dass man sich nicht nur als Patient und Therapeut, als Arbeitender und seine Arbeit begegnet, sondern auch als Mensch und Mensch.

Aber genug dazu...

Melancholie und Depression, das altbekannte Thema und beides wird häufig verwechselt.Vemutlich neigen depressive Menschen auch ehr zur Melancholie,das mag sein,aber das selbe ist es nicht. Depression reißt einen zu Boden, schmerzt, tut weh, ist ein negatives Gefühl. Melancholie hingegen ist eigentlich etwas positives. Die Freude an der Traurigkeit, das in unserer spaßsüchtigen Welt oft nicht verstandene Paradoxon. Ich glaube, der Denkfehler, den unsere Zeit macht, ist den Zustand von Glück und Zufriedenheit, von rein positiven Emotionen als den Normalzustand anzusehen. Aber was ist normal? Ewige Fröhlichkeit? Das ganze Leben ist geprägt von Einbrüchen,die Idealwelt,die wir uns ausmalen, existiert nicht, Ärger, Enttäuschung, Trauer, Wut und Traurigkeit sind genauso ständige Begleiter auf dem Lebensweg wie Glück, Freude, Euphorie und Fröhlichkeit. der Normalzustand liegt wohl irgendwo dazwischen, doch verlernen wir zunehmend die negativen Emotionen als Bestandteil unseres Lebens zu [B]akzeptieren[/B]. Wir ignorieren sie zwar nicht, dazu sind sie zu präsent, wohl aber bewerten wir sie anders, als wir eigentlich sollten, fast schon als eine Art kleine Krankheit,die uns vom "Normalzustand" von Glück und Freude abhält, als etwas, was einem halt passiert, aber nicht mehr ist, als ein lästiger Parasit, ein Schandfleck auf dem weißen Kittel der Fröhlichkeit. Natürlich istes normal und absolut gesund, im Zustand negativer Emotionen danach zu streben, diese zu überwinden,alles andere wäre selbstzerstörerisch, aber es geht um die Frage, wie jener Zustand bewertet wird. Als Parasit oder als doch wichtige Erscheinung? Als normaler Zustand oder Zustand der Degneration?

Es bleibt die Frage: was wären wir ohne unsere Schmerzen, ohne unsere Leiden? glücklicher? ich wage es sehr zu bezweifeln! Denn wie wissen wir, was Glück ist, wenn wir nicht das Gegenteil kennen? Doch noch viel mehr als das: jeder Mensch hat die Fähigkeit und die Anlage zu negativen Emotionen. Wir haben sie - weil sie ein Teil unserer Selbst sind,weil sie wichtig sind. Ich glaube manchmal fast, dass psychische Störungen wie eben Depressionen die Blüten einer Suche nach der Erfahrung von Schmerz und Trauer sind, in einer Welt, die selbige am liebsten verleugnet. Das nicht auf das einzelne Individuum bezogen, sondern als gesellschaftlicher Prozess. ich will es erklären,wie ich das meine: So ironisch das auch klingt, tauchen psychische Probleme, insofern sie nicht endogen sind, dort auf, wo ein Mensch mit einem (oder mehreren) negativen Gefühlen nicht den richtigen Umgang fand. Es istzwar nicht allein ausschlaggebend, aber doch mitbestimmend, wenn man in einer Welt aufwächst, die Schmerz und Trauer negativ beurteilt, denn diese Welt kann einem keinen richtigen Umgang damit vermitteln, da Lösungsprozesse nur aus der Konfrontation entstehen können. Wasman lernt ist die Dinge als ebenso unnormal anzusehen und beseite zu schieben, wie die Welt um einen herum, bis man sich auf einer Couch wiederfindet und klagt "heute war ich so traurig,dass ich geweint habe" und statt einem "das ist schlecht, lass uns dich mal wieder auf andere Gedanken bringen" ein "wunderbar, dass Sie ihre Gefühle so zeigen können" hört und erst langsam begreift, dass Schmerz an sich nichts schlimmes ist, sondern ein Teil seiner selbst, man nur lernen muss, richtig mit ihm umzugehen.
Dort, wo ein Grundbestandteil menschlichen Lebens verdrängt wird, bricht er nunmal auf andere Weise hervor, ungesund, aber ausradieren können wir ihn nicht, denn er gehört zu uns.

Schmerz und Traurigkeit gehören zu uns. So gehört auch die Melancholie zu uns, die eigentlich nicht mehr ist, als der Versuch, mit jenen Emotionen anders umzugehen, als sie beiseite zu schieben (ich rede von Bewertungen, nicht von konkretem Verhalten bei Schmerz und Traurigkeit), sondern es als Bestandteil des Lebens zu sehen und als solchen zu integrieren. Melancholie ist in gewisser Weise ein Spiel, eine Probe für den Ernstfall.

Was wären wir ohne Traurigkeit und Schmerz? Diese Frage ist immer noch nicht geklärt, glücklicher jedenfalls nicht. Vermutlich wären wir abgestumpft, vermutlich würden wir die Freude,die uns Dinge bereiten, gar nicht mehr zu schätzen wissen. Vielleicht würden wir auch aufhören, nach uns selbst zu suchen, aufhören uns weiter zu entwickeln, denn der Anreiz würde fehlen, der Zustand der Perfektion uns evtl. träge machen. Alles hat zwei Seiten. Und Traurigkeit gibt, wenn man richtig mit ihr umgeht, einem auch eine ungeheure Kraft. Es gibt Musiker, die schreiben ihre besten Werke, wenn sie traurig sind. Viele der Großen litten an Depressionen und ähnlichem. mancher hat aus dem Gefühl der Trauer heraus Dinge geleistet, die er im Zustand des Glücks nie vollbracht hätte. Unser Drang den Status quo, den schmerzlichen, zu überwinden, setzt enorme Energien frei. oder wie es Madonna sagte "the power of goodbye"...

Diese Gefühle sind also etwas sehr nützliches, doch nicht nur in dieser Hinsicht,sie bringen uns näher zu uns selbst. Ich persönlich brauche von Zeit zu Zeit meine melancholischen Momente, jenes Gefühl ist das Slaz in meiner Suppe des Lebens,ich würde fallen, mich selbst verlieren, wenn ich nicht durch einen grauen Novembertag einsam durch die Gegend streifen könnte und tieftraurigen Gedanken nachhängen würde.
Gott, was wäre ich oberflächlich, wenn es Melancholie in meinem Leben nicht gäbe, ich wäre vordergürndig glücklich, aber dieses plakativeGlück so dermaßen von wertlos... irgendwann wäre ich süchtig, weil mich nichts mehr befriedigen würde, das Denken hätte ich auch eingestellt.
ich glaube, ich wäre wie paris hilton... und das möchte ich nicht sein!

Depression und Melancholie... woran man den Unterschied erkennt, diese Frage wäre noch zu klären. Zugegeben, ist der Schritt von der Melancholie in die Depression ein kurzer, wenn man leicht labil ist. Die Alarmglocken sollten läuten, wenn man merkt, dass es einem wirklich schlecht geht! Damit meine ich nicht jenes völlig normale "mir gehts schlecht" nach akkuten Vorfällen, sondern ein unerklärliches Grundgefühl, dass alles bestimmt. Ein Tipp, um von der Melancholie nicht in die Depression zu fallen, ist die Realität nie aus den Augen zu lassen. Melancholie verklärt. "alles ist grau und sinnlos" tut gut, wenn es ein vorrügehendes Gedankenspiel im Nebel ist, wenn man einen kurzen Urlaub von den Problemen braucht, aber "alles ist grau und sinnlos" darf keinesfalls die Grundlage des persönlichen Handelns werden, wenn es darum geht, die Probleme wirklich anzupacken, beispielsweise einen Streit zu besprechen.
InosIch kenne das Gefühl der Melancholie nur zu gut und finde ihn irgendwie auf eine Art und Weise beruhigend.
Ich bin in einer Umgebung aufgewachsen wo es nicht so viel Liebe gibt so dass ich meiner Meinung nach, davon viel zu wenig bekommen habe. Irgendwie graust es mich davor wenn ich diese Menschen betrachte die anscheinend nur Spaas im Leben haben und so gar nicht zum Nachdenken kommen. Irgendwie erscheinen sie mir wie lebendige Leichen die es nur noch nicht wissen. Somit kann ich guter Dinge hoffen dass ich mein Leben glücklich beenden werde weil ich mir meiner selbst bewusst bin und meine Persönlichkeit auslebe, was ich nur kann weil ich durch Melancholie dazu gebracht wurde, nach mir selbst zu suchen. Ein Widerspruch in sich? Keinesfalls denn viele Menschen beginnen erst zu denken wenn sie vom Leben eine vor Kopf bekommen. Tut zwar weh, doch wer die Rute spart, verzieht das Kind. Unser Erzieher ist das Leben selbst. Wer auf die Lektionen hört, hat gute Aussichten auf ein glückliches Leben.
Aber dennoch wünsche ich mir wie verrückt jemanden der mich liebt. Ich bin süchtig nach diesem Gefühl geliebt zu werden und auf der Suche danach, tue ich viel Blödsinn was die Menschen von mir abschreckt. Aber ich hoffe diese negative Eigenschaft ablegen zu können und so annehmbarer für die Gesellschaft zu werden. Aber was soll ich tun? Durch meine Wähnen fliesst kochendes Blut und dieses habe ich nicht unter Kontrolle was mir oft Schwierigkeiten einbringt.
Manchmal fühle ich kochende Aggression in mir hochsteigen und da sollte mich lieber niemand anfassen. Doch das passiert relativ selten, eigentlich bin ich jemand der einfach danach sucht, Frust von der Seele zu reden und jemanden der mir zuhört und mich versteht.

Eine Geschichte wie sie vielen bekannt sein sollte.
lizium@alle: ich hab auch einfach nur mal nachgeguckt was da der gute alte duden dazu meint...
allgemein bin ich sowieso der ansicht dass jedes einzelne wort persönlich differenziert ausgelegt wird.

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