| Jazariel | Wir alle haben wohl Anteil an der resignierten Haltung gegenüber dieses Chaos: Masse Mensch. Es gab in den letzten Jahrhunderten genug Beispiele für die mangelnde Fähigkeit des Menschen sich verbal mit existentiellen Schwierigkeiten seiner Spezies auseinanderzusetzen. Wir hatten zwei Weltkriege, waren nahe dem Atomkrieg und somit der Vernichtung weiter Bereiche der Menschheit. Auch heute sind wir bereits durch Anschläge irgendwelcher Terroristen und einiger Präventivmaßnahmen der USA in einen subtilen, indirekten Krieg gerissen worden. Gegen den Terror werden weltweit Maßnahmen ergriffen. Zum Schutz der Bürger werden Kameras installiert und Sondereinheiten wurden gegründet die das Internet nach Feinden der Demokratie und der westlichen Grundordnung durchforsten sollen. Die Mächtigen setzen auf Rüstung und Technologie statt auf Bildung und Kommunikation. Die Bürger sind weltweit und hochprozentig mit ihren eigenen Problemen zu sehr beschäftigt, sodass sie nur bei äußersten Schwierigkeiten Protest ergreifen bzw. ergreifen würden. Im Alltag kämpfen wir gegen Vorurteile bis hin zum kühlen Rassismus einiger Mitmenschen. Wir kämpfen gegen die Widrigkeiten des Lebens im Beruf, in der Schule oder auf der Uni. Wir versuchen den Forderungen der Gesellschaft gerecht zu werden. Leistung zählt. Zeit ist Geld. Carpie diem wird als Leitmotiv für falsche Zwecke benutzt und missverstanden. Das Essentielle bleibt auf der Strecke und viele Menschen spüren das in ihrem Alltag, in ihrem Leben und bei ihren Mitmenschen. So fliehen viele in den Feierabend, ins Wochenende oder den Urlaub um das nachzuholen was sie verloren haben. Sie lenken sich mit Drogen, Computerspielen, Sport und so weiter teils sinnvoll, teilsnutzlos ab. Die Schwierigkeiten die wir haben sind essentiell. Die meisten werden ignoriert, beschönigt oder falsch bzw. halbherzig gelöst. Die Menschen scheinen vor etwas wegzulaufen. Sie erbringen zwar großartige Leistungen im Beruf und durchaus auch in ihrer Freizeit, aber ihre Ziele und ihre Vorstellungen sorgen dafür, dass ihre Ergebnisse kaum Früchte tragen bzw. nur begrenzt helfen das Leben grundsätzlich positiv zu verändern. Auch von unserer deutschen Politik aus wird auf Leistung und Wachstum gesetzt. Offenbar ist nur Leistung und Wachstum gut für das Volk. Geld spielt dabei eine wichtige Rolle. Geld kann über Glück und Unglück entscheiden. Die Kommunikation ist zwar durch Internet, Handy und allerlei Errungenschaften der Technik wesentlich einfacher geworden, aber die Themen die besprochen und diskutiert werden gehen oftmals kaum über den Tellerrand hinaus. Ich muss sagen, ich bin enttäuscht von dem was die Menschen aus sich machen. Ich bin vom Präsidenten der Vereinigten Staaten genauso enttäuscht wie vom Diktator Kim Jong Il in Nordkorea oder Bundeskanzler Merkel. Weil ich die Zeichen der Zeit erkannt habe und merken mußte wie wenig eigentlich für eine sinnvolle Welt gekämpft wird. Wirtschaftliche Interessen stehen genauso über die Freiheit aller Menschen wie Macht und Einfluss. |
| Heph | Entschuldigt aber ohne Konkrete Lösungsvorschläge oder Diskusinsansätze ist diese Erkenntnis schön und gut aber es bleibt nur eine Erkenntnis. Es ist ein bischen alla "mir ist kalt, ich könnt heizen aber kann das net jemand aderes Tun?". Ich fordere mal das jazariel nicht gleich nach dem ersten Post resigniert und ein Paar Lösungsvorschläge bringt oder wenigstens danach fragt wenn er das Thema schon anschneidet. |
| Jazariel | Die Lösungen habe ich in den Text eingebaut, und auch die Grundlage für eine Diskussion durchaus konstruktiv gestellt. Aber eben nicht für Jedermann mundgerecht. I'm sorry. |
| Heph | Ja tut mir leid könnt sein das ich irgendwo blockiert bin aber ich kann die Lösungen nicht finden hilf mir bitte dich zu verstehen. |
| Inos | Die Menschen haben keine Kraft um gegen den Strom zu schwimmen. Man sagt denen „mach dies und das“ und sie machen es auch. In der Summe, machen viele solche unüberlegten Handlungen, die Welt kaputt. Weil die Menschen nicht an die langfristigen Folgen ihrer Taten denken. Vielleicht muss man nicht die Welt verändern sondern sich selbst. Sein Leben bewusst leben, so dass man einfach nur das Beste macht aus dem was man hat und mit sich selbst zufrieden ist. Das rettet zwar nicht die Welt, doch es rettet erstmal uns selbst und langfristig bewirkt es doch Verbesserungen solange es Menschen gibt die ehrlich u sich selbst sind und in der Lage sind, die Wahrheit zu sagen. |
| Demon17 | Das Wichtigste ist ersteinmal die Befriedigung der materiellen Bedürfnisse. Ich meine damit Primärbedürfnisse wie Essen, Wohnen usw. Wenn das gesichert ist, gibt es noch einen schmalen Grenzbereich von ca. 500€ für Mobilität, Kultur und ein paar Extraausgaben. Dann kommt noch die (Alters-) Vorsorge und die Kosten für den Nachwuchs. Schon bist Du bei 1500 € pro Erwachsenen, selbst bei sparsamer Haushaltsführung. Insofern hast Du ein Luxusproblem. Sicher ist es unheimlich wichtig sich wohlzufühlen. Das war für mich Jahrzehnte das ausschlaggebende Kriterium, doch irgendwann muß man die Parameter unter einen Hut bringen und dafür sorgen, dass sowohl das Feeling als auch die Kohle stimmt. Sicher gibt es im Kapitalismus unheimlich viele materielle Ersatzbefriedigungen, die das Rad am Laufen halten. Aber es ist nun einmal jeder dafür selbst verantwortlich, für was er welche Kompromisse macht und für was nicht. Sicher wird in der aktuellen Gesellschaftsform ein gedankenloses Streben nach Wohlstand belohnt, aber das muss ja nicht so bleiben... doch es wird sich erst ändern, wenn die Knappheit der Güter, zumindest was ein menschenwürdiges Leben (siehe oben) betrifft, überwunden ist. Es wäre bereits heute möglich, doch liegt es nicht im Interesse der Mehrheit nehme ich an. |
| Azraiyl | Es ist überaus reizend dass "Du" die Zeichen der Zeit erkannt hast. Mich würde aber interessieren was du unter "sinnvoll" empfinden würdest. Vor allem interessiert es mich weil eine Unmenge an Personen sich mit diesem Thema schon beschäftigt haben (seit mehr als 2000 Jahren). Der Normalbürger ist heute davon überzeugt dass er ohnehin nichts ändern kann. Wenn ich aber z.B. Bücher von Stiglitz (Die Chancen der Globalisierung) lese, von Leuten wo man Annehmen könnte, die könnten die Welt verändern, Leuten die Probleme ihres Heimatlandes ungeschönt aussprechen und dann bemerke, dass nichts davon umgesetzt wird dann macht mich das bisschen traurig. Vielleicht kennt auch jemand Lomborg, der Typ der sagt dass die Klimaerwärmung gar nicht soo schlecht ist. Abgesehen davon hat der ne Menge intelligente Leute zusammengetrommelt und mit ihnen zusammen zu besprechen, für was man 50 Milliarden am besten ausgibt. Dabei ist herausgekommen, dass man gegen AIDS kämpfen sollte und zwar nicht weil es nur so lieb und freundlich ist, sondern weil es sich in jeglicher Hinsicht lohnt. Ob das jemand interessieren wird? Keine Ahnung. Für mich heisst das schlussendlich dass ich mir Werte setze und versuche die einzuhalten, mit der einzigen Hoffnung dass es vielleicht auf andere ein ganz wenig abfärbt. Aber selbst ich hadere immer wieder mit mir ob diese Werte denn so gut sind das man sie, frei nach Kant, zu einem allgemeinen Gesetz machen könnte. |
| apnoe | Resignation ist _!Bullshit!_ weil taeglicher wenn auch nur seelischer Selbstmord, der nur mit viel viel Glueck nicht auch zum koerperlichen uebertritt in eine andere Welt fuehrt. Wen interessieren DENN Krieg und Terrorismus? Das ist doch Alltag! Krieg kurbelt die Wirtschaft an, Terrorismus foerdert die Medien, Gott sei dank, sonst haetten wir nicht diese wunderbaren Underground Pay-TV-Sender die Bilder aus den Helmkameras von Schutzsoldaten in Krisenlaendern uebertragen... "Mein Mann ist tot, mein Mann ist tot! Dubidubidai, Dubidubidai!!" Dazu tanzte neulich eine Frau auf irgendeinem Sender... das fuehrte dazu, das ich sie nach etwa 3 Minuten des unglaublich faszinierten Zuschauens aus meinem Bewusstsein eliminierte... denn sowas fuehrt wirklich zu Perspektivlosigkeit und Resignation :confused: |
| Prozessorhirn | @ Inos Du sprichst mir aus der Seele. Man sollte wirklich zuerst bei sich anfangen... |