| Der Kavalier | Mir drängt sich da eine Frage auf und ich bin mir nicht sicher, welches die richtige Antwort ist. Vielleicht gibt es ja auch keine "richtige" Antwort? :) Völlig egal. Eure Meinung ist jedenfalls gefragt! Meint Ihr, die Tatsache, dass eine Person viele und völlig unterschiedliche Freunde/Bekanntschaften hat, liegt immer daran, dass der- oder diejenige eine extrem hohe soziale Kompetenz und Empathie hat? Oder funktioniert sowas nur durch das Verstellen der eigenen Persönlichkeit? |
| more | [QUOTE]Meint Ihr, die Tatsache, dass eine Person viele und völlig unterschiedliche Freunde/Bekanntschaften hat, liegt immer daran, dass der- oder diejenige eine extrem hohe soziale Kompetenz und Empathie hat? Oder funktioniert sowas nur durch das Verstellen der eigenen Persönlichkeit?[/QUOTE] Ich würde dir dazu eine Beschäftigung mit dem Thema [URL=http://de.wikipedia.org/wiki/DISG]DISG[/URL] an die Hand geben. Das beschreibt die Persönlichkeiten von Menschen. Natürlich ist das nicht das non-plus-ultra, jedoch zeigt es auf, dass aufgrund dessen, dass alle Menschen unterschiedlich sind, sie auch in der Kontaktpflege mehr oder weniger aktiv und vielseitig sind. Ich habe z. B. auch sehr viele unterschiedliche Freunde. Ich kann dem gut gerecht werden. Es strengt mich nicht an, mich auf jede einzelne Person individuell einzulassen. Das hat wenig mit sozialer Kompetenz zu tun. Denn Diplomatie ist nicht so mein Ding. Auch würde ich mich nicht als extrem emphatisch bezeichnen. Ich genieße jedoch den Kontakt mit anderen Menschen, bin offen und gehe auf Andere zu. Ich bin übrigens ein Initiativer Typ. Wie gesagt, dieses DISG ist nicht überzubewerten. Es gibt lediglich eine ganz grobe Strucktur. Man sollte dadurch nicht dazu verleitet werden, Menschen in Schubladen zu stecken. |
| Der Kavalier | Also sprichst du dich (grob ausgedrückt) eher für ein "weder noch" aus, sehe ich das richtig? Du meinst man braucht nicht zwingend das Eine oder das Andere? |
| more | Nein, warum sollte man das brauchen? Ich kenne unausstehliche Menschen, die einen guten Freundeskreis haben. Nur weil ich mit dem nicht klar komme, heißt das ja nicht, dass Andere das nicht tun. Freundschaften sind ja vielschichtig. Man hat in der Regel ja für verschiedene Bedürfnisse verschiedene Freunde. Mit dem einen redet man über das und mit dem Anderen macht man sich einen schönen Abend. Natürlich wird ein Mensch völlig ohne Emphatie oder sozialer Integrationsfähigkeit Schwierigkeiten haben Freunde zu finden. Aber DISG sagt ja auch, dass es Menschen gibt, denen soziale Interaktion nicht so viel bedeutet. |
| Der Kavalier | Mmmhhh, das sehe ich anders. Um sich überhaupt jmd. nähern zu können, braucht man meines Erachtens schon eine gewisse "Kompetenz". Wie man auf jmd. zugeht und welche Fragen man stellt und wie man gestikuliert, hat Einfluss darauf, wie das Gegenüber auf einen selbst reagiert. Ich glaube kaum, dass man viele Freunde oder Bekannte findet, wenn man sich wie die Axt im Walde verhält. |
| more | Nun, du musst differenzieren zwischen sozialer Kompetenz und Axt im Walde. Ich habe schon mit Menschen gearbeitet, die keinerlei soziale Kompetenz hatten und trotzdem mit Menschen umgehen konnten. Zwar nicht mit jedem gut, aber soweit, dass ein Freundeskreis da war. Vielleicht solltest du mal erläutern, was für dich soziale Kompetenzen sind. Die Definiton ist nämlich mehr als schwammig. Wenn du dagegen sagst, ohne soziale Kompetenz wird man es im Berufsleben schwer haben, oder schlecht im Team arbeiten gebe ich dir vollkommen recht. Aber was Freundschaften betrifft sehe ich das nicht so allgemeingültig! |
| Der Kavalier | Stimmt, da hast du Recht, ich hätte das präziser erklären können. Danke für den Hinweis. Ich verstehe unter extrem hoher sozialer Kompetenz die Fähigkeit, mit so gut wie jedem Menschen umgehen und sich unterhalten zu können. Vom beseelten Öko, bis hin zum rechtsextremen Rentner. |
| fragment | Es funktioniert durch beides. Bei Menschen mit wirklicher sozialer Kompetenz wirst du allerdings feine Unterschiede bemerken. Die umgeben sich nämlich nur mit Menschen, die ebenfalls sozial kompetent sind. Soziale Kompetenz und Empathie haben mit Aussehen, Einkommen, Subkultur und dem ganzen Schmuh nichts zu tun. Deswegen erscheint der Freundeskreis auf den ersten Blick vielleicht heterogen. Es ist halt einfach die Wellenlänge, die stimmt. |
| Ronin76 | Das DISG Konzept ist im Grunde nur eine moderne Version der Viersäftelehre des Galen, welche dann später von Hippokrates und Paracelsus aufgegriffen wurde. Bei mir dominieren laut einem Test [B]D[/B]ominanz und [B]G[/B]ewissenhaftigkeit. Also im Grunde Melancholie und Cholerik obwohl ich eher weniger ein Choleriker bin. Sind halt nur Tests ;) [QUOTE]Ich verstehe unter extrem hoher sozialer Kompetenz die Fähigkeit, mit so gut wie jedem Menschen umgehen und sich unterhalten zu können. Vom beseelten Öko, bis hin zum rechtsextremen Rentner.[/QUOTE] Wenn man das als Wahrheit betrachtet, wäre ich da ja ziemlich Sozialkompetent. :D Das Geheimniß ist wohl zuhören zu können, versuchen die andere Sichtweise zu verstehen, und sachlich zu bleiben. |
| more | Nun Ronin, die Lehre des Galen bezieht sich nur auf seelische Krankheitsbilder. Daher gibt es jetzt ja das DISG. Du kannst die Menschen eben nicht in seelische Krankheitsbilder einteilen, wenn sie nicht krank sind. Das DISG ist dahingehend besser, weil die Charaktereigenschaften besser beschrieben werden. Nach Galen wäre ich Sanguiniker - wäre ich jetzt in der Psychischen Anstalt wäre diese Annahme vielleicht garnicht mal verkehrt. Doch bei gesunden Menschen bringt das garnichts. Nochmal zurück zum Thema. [QUOTE]Ich verstehe unter extrem hoher sozialer Kompetenz die Fähigkeit, mit so gut wie jedem Menschen umgehen und sich unterhalten zu können.[/QUOTE] Das sagt garnichts. Das ist viel zu weit gefasst und noch schwammiger als die groben Umrisse, welche in der Wissenschaft und der Pädagogik in den letzten Jahren gebildet worden sind. Sich unterhalten können ist vielleicht eine soziale Kompetenz. Außerdem ist es utopisch zu glauben, sich mit jedem Menschen unterhalten zu können. Wer will das denn? Zu sozialer Kompetenz gehört aus meiner Sicht auch zu sagen: "Nein, mit diesem Menschen kann ich nicht - und höchstens nur das nötigste, wenn ich beruflich mit ihm zu tun habe." Eine Differenzierung. Wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht. Das hat mir mal eine Unternehmensberaterin gesagt. Den Spruch finde ich gut. Man muss nicht mit jedem Menschen auskommen. Aber man sollte versuchen, den Menschen trotzdem so zu akzeptieren. Das ist soziale Kompetenz. Dass ich für mich dir Grenze ziehe und sage: Wenn ich nicht mit dir reden muss ist mir das recht, wenn es jedoch sein muss dann bleibe ich gelassen und freundlich. |
| Der Kavalier | [QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i] [B]Nun Ronin, die Lehre des Galen bezieht sich nur auf seelische Krankheitsbilder. Daher gibt es jetzt ja das DISG. Du kannst die Menschen eben nicht in seelische Krankheitsbilder einteilen, wenn sie nicht krank sind. Das DISG ist dahingehend besser, weil die Charaktereigenschaften besser beschrieben werden. Nach Galen wäre ich Sanguiniker - wäre ich jetzt in der Psychischen Anstalt wäre diese Annahme vielleicht garnicht mal verkehrt. Doch bei gesunden Menschen bringt das garnichts. Nochmal zurück zum Thema. Das sagt garnichts. Das ist viel zu weit gefasst und noch schwammiger als die groben Umrisse, welche in der Wissenschaft und der Pädagogik in den letzten Jahren gebildet worden sind. Sich unterhalten können ist vielleicht eine soziale Kompetenz. Außerdem ist es utopisch zu glauben, sich mit jedem Menschen unterhalten zu können. Wer will das denn? Zu sozialer Kompetenz gehört aus meiner Sicht auch zu sagen: "Nein, mit diesem Menschen kann ich nicht - und höchstens nur das nötigste, wenn ich beruflich mit ihm zu tun habe." Eine Differenzierung. Wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht. Das hat mir mal eine Unternehmensberaterin gesagt. Den Spruch finde ich gut. Man muss nicht mit jedem Menschen auskommen. Aber man sollte versuchen, den Menschen trotzdem so zu akzeptieren. Das ist soziale Kompetenz. Dass ich für mich dir Grenze ziehe und sage: Wenn ich nicht mit dir reden muss ist mir das recht, wenn es jedoch sein muss dann bleibe ich gelassen und freundlich. [/B][/QUOTE] Wieso sagt das gar nichts? Ich finde das äußerst präzise. Du sagst nur, dass es schwammig ist und nennst im gleichen Atemzug aber keine Alternative. Wissenschaft und Pädagogik haben sich in den letzten Jahren intensiv damit befasst? So? Und zu welchem Ergebnis sind sie gekommen? Ich habe davon keine Ahnung. Woran liegt es? Bis jetzt kam noch keine konkrete Meinung. Was denkst du? Was irgendwer anders gesagt hat oder denkt, ist doch völlig egal. Es geht hierbei nicht um vorherrschende Ideen Dritter. Die persönliche Meinung zählt. Du sagst, dass die Fähigkeit sich unterhalten zu können VIELLEICHT eine soziale Kompetenz ist. Wieso nur vielleicht? Wie siehst du das? Nächtliche Grüße Der Kavalier |
| herbstliebe | Ich denke das liegt einfach am Interesse und der großen Allgemeinbildung dieser Menschen. Sie sind für alles offen und saugen alle Infos in sich auf. Dass solch ein Mensch auf viele „Gesprächspartner“, Freunde, Bekannte trifft, ergibt sich dann von selbst. Ich würde diese Fähigkeit nicht unbedingt mit sozialer Kompetenz verbinden, weil es unter ihnen welche mit und ohne gibt. "Wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht. Das hat mir mal eine Unternehmensberaterin gesagt." Ich finde den Spruch etwas daneben. Er ist wirkt auf mich wie Balsam für introvertierte Neider. |
| Der Kavalier | Auch sehr interessant. Du meinst das liegt an der Allgemeinbildung? Wie kommst du darauf? |
| more | @herbstliebe, der Spruch ist so geschrieben aus dem Kontext gerissen. Aber mal ehrlich, wer für alles offen ist, wer es jedem recht machen will, wer immer beliebt sein will, nirgends anecken - der ist im übertragenen Sinn - nicht ganz dicht. Weil das garnicht zu schaffen ist. @ Der Kavalier. Mein Problem liegt nicht in der Definition, wie du soziale Kompetenz siehst. So ähnlich sehe ich sie auch. Nur warum bezieht sich soziale Kompetenz auf das "Freunde haben" und sich "unterhalten können"? Soziale Kompetenz wird in den Schulen gelehrt und mittlerweile schon benotet. Dazu gehören vor allem Dinge wie: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Kritikfähigkeit, Selbstständigkeit, usw. Emphatie ist natürlich auch dabei. Aber nur ein kleiner Teil. Soziale Kompetenz zu definieren ist ein riesiger Batzen. Soziale Kompetenz ist für mich der Schlüssel dazu sich in der Gesellschaft bewegen zu können, ohne negativ aufzufallen. Aber ich brauche sie sicher nicht dazu um einen Freundeskreis zu finden. Weil kuck dir mal die Personen an, die keine soziale Kompetenz haben. Die jede Arbeitsstelle verlieren weil sie eben nicht Teamfähig, Zuverlässig, usw. sind. Die haben auch einen Freundeskreis. Und oft sogar einen relativ großen. Auch Menschen die total Oberflächlich sind können sich sehr gut unterhalten. Dabei gehts halt um oberflächliche Themen. Leute die sich in keinem Team integrieren können, ohne dass es früher oder später Zoff gibt, haben andere Stärken und sind mitunter so charismatisch, dass auch deren Freundeskreis groß ist. Auch ein Arschloch kann einen großen Freundeskreis haben. Selbst wenn da keine Emphatie ist. |
| Ronin76 | [QUOTE]Aber mal ehrlich, wer für alles offen ist, wer es jedem recht machen will, wer immer beliebt sein will, nirgends anecken - der ist im übertragenen Sinn - nicht ganz dicht. Weil das garnicht zu schaffen ist. Soziale Kompetenz ist für mich der Schlüssel dazu sich in der Gesellschaft bewegen zu können, ohne negativ aufzufallen.[/QUOTE] Diesen Widerspruch verstehe ich jetzt nicht ! Zu der ersten Aussage: Natürlich ist das realistisch betrachtet nicht ganz zu schaffen, da die Menschen zu verschieden sind, aber den Versuch als "nicht ganz dicht" zu bewerten, auch wenn es nur im übertragenen Sinne gemeint ist, halte ich für eine sehr subjektive Meinung, mit der ich selbst nicht übereinstimmen kann. Jeder Mensch strebt irgendwo nach Harmonie, das könnte sogar ein Lebenssinn sein. Der Egoismus ist der größte Feind der Harmonie, und wenn man den Versuch, Harmonie zu erreichen ablehnt, kann es logischerweise auch nicht funktionieren. Zur zweiten Aussage: Was du da nennst ist meiner Meinung nach nicht soziale Kompetenz sondern Mitläufermentalität. Und die kann historisch betrachtet sehr gefährlich werden ! Anderst betrachtet meinst du damit evtl bestimmte Verhaltensregeln wie Höflichkeit, aber ob das nun Teil von sozialer Kompetenz ist, ist auch fraglich. ;) |
| herbstliebe | [QUOTE][i]Original geschrieben von more [/i] [B]@herbstliebe, der Spruch ist so geschrieben aus dem Kontext gerissen. [/B][/QUOTE] Das dachte ich mir. ;) Deswegen war es auch Unsinn, ihn hier anzubringen. Eine Unternehmensberaterin berät Unternehmer und solche, die es werden wollen. Sie wäre nicht ganz dicht, würde sie dem Unternehmer raten, auf mögliche Geschäfte zu verzichten, weil er nicht ganz dicht ist, wenn er nach allen Seiten offen ist. [QUOTE][B]Aber mal ehrlich, wer für alles offen ist, wer es jedem recht machen will, wer immer beliebt sein will, nirgends anecken - der ist im übertragenen Sinn - nicht ganz dicht.[/B][/QUOTE] Ich würde erst mal zwischen beliebt sein und beliebt sein wollen unterscheiden. Im zweiten Fall hast du natürlich Recht. [QUOTE][i]Original geschrieben von Der Kavalier [/i] [B]Auch sehr interessant. Du meinst das liegt an der Allgemeinbildung? Wie kommst du darauf? [/B][/QUOTE] Um überhaupt eine Grundlage zu haben, mit vielen unterschiedlichen Menschen auszukommen, muss eine Gewisse Bildung vorhanden sein. Jemand, mit dem ich mich überhaupt nicht unterhalten kann, würde ich nicht in diese Kategorie einordnen. (Ups, ich ordene Menschen nach Kategorien) Was natürlich nicht heißen soll, dass Leute mit besonderer Allgemeinbildung auch bei jedem beliebt sein müssen. |
| Cagliostro | @Der Kavalier Nun, erlaube mir ein Zitat von Erkan&Stefan, die oft ohne viel Worte zu machen, mitunter den Kern treffen. Tja, die oft viel zu hoch gehängten "Werte" wie Soziale Kompetenz und Empathie, sind im Grunde "voll schwul". |
| more | Die Unternehmensberaterin war zusätzlich ausgebildete Pädagogin und Personalcoach. Der Kontext war damals auch soziale Kompetenz. Es macht keinen Sinn es jedem recht machen zu wollen. Aber gerade im Bezug auf soziale Kompetenzen verstehen viele das so. Dass soziale Kompetenz zu besitzen der Schlüssel zur allgemeinen Beliebtheit ist. Es wird den Schülern in der Schule teilweise auch so suggeriert. Das ist aber Quatsch. Denn wenn ich weiß, wer ich bin, was ich will und wie ich auf andere wirke, kann ich entscheiden ob ich mit jemanden in Kontakt treten will oder nicht. Das ist auch im Beruf wichtig. Dann lernt man nämlich endlich zu unterscheiden zwischen Beruf und Privat. Jemand den ich privat nichtmal die Hand schütteln würde, muss ich im Beruf zum Teil entgegenkommen. Aber dann kann ich - mit sozialer Kompetenz - mich als Person soweit raushalten, dass ich damit umgehen kann. Daher der Spruch in diesem Zusammenhang. Ich fand ihn passend. |
| Kinch | Der Begriff Kompetenz beschreibt doch die Fähigkeit Anforderungen zu genügen. Nun ist also die soziale Kompetenz die Fähigkeit sozialen Anforderungen zu genügen. Das es nun nicht DIE sozialen Anforderungen gibt, gibt es auch nicht DIE soziale Kompetenz. Ob man soziale kompetent ist hängt also in erster Linie von dem jeweiligen Kontext ab, und dieser wiederum wird vor allem auch von den eigenen Zielen abgegrenzt. "more" brachte das sehr gute Beispiel vom Alltags- und Arbeitsleben: Im beruflichen und privaten Umfeld muss eine Person jeweils mit anderen Personen interagieren können, jedoch ist die Art und der Anspruch der Interatkion in beiden Fällen grundlegend verschiedend. Fähigkeiten die einem im Alltagsleben, bei Familien und Freunden, erfolgreich - also sozial kompetent - machen, spielen im Berufsleben eine untergeordnete Rolle und umgekehrt. Aus dem Grund ist es auch unsinnig zu sagen, ein Mensch wäre sozial kompetent oder nicht, ohne den Kontext mit einzubeziehen. Die Ausgangsfrage ist daher etwas tautologisch: Ist ein Mensch beliebt weil er sozial kompetent ist? Ja, wenn man beliebt per se sein als sozialen Erfolg betrachtet, ist jeder beliebte Mensch sozial kompetent. Allerdings finde ich es falsch beliebt sein immer als sozialen Erfolg zu betrachten. Das scheitert schon einfach an der Frage, wann ein Mensch beliebt ist. Und auch daran zu hinterfragen ob Beliebtsein nicht auch einen Preis hat, und dieser Preis irgendwann teurer ist, als das Beliebtsein wert ist. [QUOTE][i]Original geschrieben von herbstliebe [/i] Deswegen war es auch Unsinn, ihn hier anzubringen. Eine Unternehmensberaterin berät Unternehmer und solche, die es werden wollen. Sie wäre nicht ganz dicht, würde sie dem Unternehmer raten, auf mögliche Geschäfte zu verzichten, weil er nicht ganz dicht ist, wenn er nach allen Seiten offen ist.[/QUOTE] Ah ja: Du als Unternehmensberater würdest also auch, einem Unternehmen raten Geräten zur Urananreicherung nach Nordkorea zu verkaufen. Schließlich wäre es ja unsinnig, nicht für alle Seiten offen zu sein. Business as usual. Ich jedenfalls finde es hoch pathologisch, keine Grenzen und Prinzipien zu kennen. Und nichts anderes als sich für gewisse Optionen zu verschließen, bedeutet es Grenzen und Prinzipien zu haben. |
| Der Kavalier | [QUOTE][i]Original geschrieben von herbstliebe [/i] [B]Um überhaupt eine Grundlage zu haben, mit vielen unterschiedlichen Menschen auszukommen, muss eine Gewisse Bildung vorhanden sein. [/B][/QUOTE] Das glaube ich auch. Ich weiß allerdings nicht, ob man soweit gehen kann und von Bildung auf Intelligenz und damit auf Soziale Kompetenz schließen kann. Die Wissenschaft streitet sich (ich meine jedenfalls das gelesen zu haben) noch darüber, wie genau Intelligenz zu definieren ist. Ich glaube jedoch, dass Soziale Kompetenz da eine Schlüsselrolle spielt. [QUOTE][i]Original geschrieben von herbstliebe [/i] [B]Jemand, mit dem ich mich überhaupt nicht unterhalten kann, würde ich nicht in diese Kategorie einordnen. (Ups, ich ordene Menschen nach Kategorien) [/B][/QUOTE] Das ist etwas ganz normales. Auch wenn man von sich behauptet es nicht zu tun, dann tut man es doch unbewusst. Das ist auch nichts Schlimmes. Man muss ja einen Menschen, den man das erste Mal trifft, in irgendeiner Weise einordnen. Das ist eine einfache Schutzreaktion. Wenn man keinen Instinkt entwickelt, dann kann man auch nicht grob einschätzen, ob einem sein Gegenüber in der nächsten Sekunde ein Messer in den Hals rammen wird, oder ob der- oder diejenige nur Lust auf eine Partie Mau-Mau hat. ;) [QUOTE][i]Original geschrieben von herbstliebe [/i] [B]Was natürlich nicht heißen soll, dass Leute mit besonderer Allgemeinbildung auch bei jedem beliebt sein müssen. [/B][/QUOTE] Habe ich auch nicht angenommen. Das sehe ich genauso wie du. Und more sieht das glaube ich auch so, wenn ich sie oder ihn richtig verstanden habe. |
| Der Kavalier | [QUOTE][i]Original geschrieben von Kinch [/i] [B]Die Ausgangsfrage ist daher etwas tautologisch: Ist ein Mensch beliebt weil er sozial kompetent ist? Ja, wenn man beliebt per se sein als sozialen Erfolg betrachtet, ist jeder beliebte Mensch sozial kompetent. [/B][/QUOTE] Nein, das war nicht die Frage. Die Frage war, woran es liegen mag, wenn jmd. viele Kontakte hat. Was du für den Grund hälst, das interessiert mich. [QUOTE][i]Original geschrieben von Kinch [/i] [B]Ich jedenfalls finde es hoch pathologisch, keine Grenzen und Prinzipien zu kennen. Und nichts anderes als sich für gewisse Optionen zu verschließen, bedeutet es Grenzen und Prinzipien zu haben. [/B][/QUOTE] Natürlich ist es falsch keine Prinzipien zu haben und sich auf alles einzulassen. Zwangsläufig würde jeder Mensch daran scheitern, weil es nun einmal bei jedem Menschen Dinge gibt, die dieser nicht mag oder sogar auf den Tod nicht ab kann. Aber so war das ja auch nicht gemeint. Es ging um das Grundsätzliche. Prinzipiell erst einmal keinen Menschen abzulehnen, nur weil dieser so gar nicht in das übliche Schema derer Leute passt, mit denen man sich sonst so abgibt. |
| Kinch | [QUOTE][i]Original geschrieben von Der Kavalier [/i] Nein, das war nicht die Frage. Die Frage war, woran es liegen mag, wenn jmd. viele Kontakte hat. Was du für den Grund hälst, das interessiert mich.[/QUOTE] Nichts für ungut, aber dann ist die Frage falsch gestellt. Du bietest ja nur zwei Optionen an, entweder sozial Kompetent (empathisch fasse ich mal darunter) oder ein verstellen der eigenen Persönlichkeit. Aber analog zur sozialen Komptenz die es in einer allgemeingültigen Form nicht gibt, gibt es auch meiner Meinung nach nicht den einzigen Grund beliebt zu sein. Das hängt immer von den Präverenzen der jeweiligen Entourage ab. Nehmen wir Dieter Bohlen: Ein Mensch der von seinem Verhalten her, meiner Meinung nach, nicht gerade in die Kategorie sozial kompetent fällt. Auch glaube ich nicht, dass er seine Persönlichkeit verstellt. Aber gerade für seine offensichtliche soziale Inkompetenz und Egozentrik wird er von vielen gemocht. Ob er viele Freunde hat, weiß ich nicht. Er könnte aber trotz dieser Charaktereigenschaften viele Freunde haben, wenn er sie haben wollte. Angesichts der großen Menge an Menschen die sich hier so tummeln, denke ich, denke ich, dass jeder Mensch viele Freunde haben könnte, wenn er genug Menschen kennt (Extremfälle einmal abgesehen). Die individuellen Charaktereigenschaften (im Zusammenspiel mit dem kulturellen und sozialen Rahmen) determinieren nur eine gewisse Erfolgswahrscheinlichkeit bei einem Kontakt mit einem Menschen eine Bande zu ihm einzugehen. [QUOTE][i]Original geschrieben von Der Kavalier [/i] Aber so war das ja auch nicht gemeint. Es ging um das Grundsätzliche. Prinzipiell erst einmal keinen Menschen abzulehnen, nur weil dieser so gar nicht in das übliche Schema derer Leute passt, mit denen man sich sonst so abgibt.[/QUOTE] Der Spruch selbst ist offensichtlich nicht eindeutig genug, um genau diese Interpration als einzig gültige herauszuziehen. Aber da "nach allein Seiten offen sein" pejorativ gebraucht wird, würde ich persönlich ihn nicht so lesen. |
| x-xcva | [QUOTE][i]Kinch says:[/i] Angesichts der großen Menge an Menschen die sich hier so tummeln, denke ich, denke ich, dass jeder Mensch viele Freunde haben könnte, wenn er genug Menschen kennt (Extremfälle einmal abgesehen).[/QUOTE] Ich würde da sehr klar zwischen Freunden und Bekannten differenzieren wollen. Meiner Erfahrung nach, hat fast jeder Mensch Bekanntschaften die mehr oder minder eng sind. Freundschaft hingegen, ist eine emotionale Kunst, nämlich die des sich Einlassens, Vertrauens und Öffnens, für/in sich selbst und damit auch für/in andere Menschen. Diese Kunst beherrschen erschreckend wenige Menschen. .... **** Sozial kompetent ist m. E. der Mensch, der sich nicht völlig selbst verleugnen muss (auch und besonders vor sich selbst) um im Alltag mit Anderen zurechtzukommen. Grüßlies Mischa .... |
| Odessa | Die Frage war, woran es liegen mag, wenn jmd. viele Kontakte hat. --- Hallo B. :-), ich denke, daß es dafür so unterschiedliche Antworten gibt wie es Menschen gibt. Manch Einer hat allein deswegen Dutzende von Kontakten, weil es beruflich gar nicht anders geht, da er im geschäftlichen Umfeld ständig mit Menschen zu tun hat. Einen Kontakt zu haben heißt nun aber nicht, daß dieser persönlich eng wird oder daß er gar bewußt gesucht oder gewollt wurde. Das haben meine Vorredner schon sehr gut ausgeführt. Auch ich habe trotz meines zurückgezogenen Lebens immer noch jede Menge oberflächlicher Kontakte allein dadurch, daß ich mit meinen 43 Jahren diverse berufliche Tätigkeiten hatte und sich Exkollegen mit mir weiterhin treffen. Wenn man in politischen oder gesellschafts/sozialen Dingen engagiert ist, erweitert sich das Umfeld nochmal, man kommt zwangsläufig mit Anderen in Kontakt. Hat man Kinder - was ich auch habe - , hat man dadurch Kontakt mit anderen Familien, bleibt auch in Verbindung mit den Generationen und wird oft zur Ersatzmama/papa oder großen Schwester/Bruder für die Freunde der Kinder. Das sind Kontakte, die man selbst selten sucht, sondern die von der anderen Seite gesucht werden oder sich ergeben durch Alltagssituationen. @ Charisma: der eine Mensch hat diese Ausstrahlung, daß ihm die Herzen nur so zufliegen, der andere Mensch hat sie halt nicht - aber deswegen ist keiner von Beiden ein oberflächlicher Blender, Sozialversager oder sonstwas Negatives. Wenn jemand diese "anziehende" Wirkung hat auf Mitmenschen, macht er dafür nämlich selbst meist nichts außer nur "er selbst" zu sein und ist sich oft dieser Ausstrahlung nicht mal bewußt. Er strahlt sie im wahrste Sinne nur aus: eine Aura, die auf Andere angenehm wirkt und zwar so angenehm, daß sie die Nähe dieser Person instinktiv suchen. Was leider auch neidische Menschen anzieht, aber nur weil sie diesen Personen ihren Neid entgegenschleudern wollen. "Polarisieren" nennt man das (fälschlich) und es ist eigentlich nur das von einer Seite ausgehende armselige Verhalten, die eigene Unbeliebtheit (auf Seiten der Neider) nicht dem eigenem a-sozialen Verhalten oder miesem Charakter zuschreiben zu können, sondern einen Sündenbock zu mißbrauchen: die "Beliebten", die eine schöne Projektionsfläche abgeben für den Neid und die Verbitterung. Einem befreundeten Arzt, dem die Herzen zufliegen aufgrund seiner warmherzigen, geduldigen, fast väterlich liebevollen und interessierten aber unaufdringlichen Art, erging das schon oft so; ich könnte Bücher füllen mit seinen Erlebnissen, die bis hin zu öffentlicher Diffamierung und Bedrohung seiner Familie reichten. Das ist u. a. leider oft der Preis, den Persönlichkeiten mit Charakter und Profil zu zahlen haben nur dafür, daß sie sind wie sie sind und sie deswegen wie ein Magnet auf Andere wirken - und daß Andere gerne so wären wie sie. Ich habe eine weitere Handvoll charismatischer Frauen und Männer erlebt, denen wo immer sie auftraten (sogar im virtuellen Raum) Männer und Frauen zu Füßen lagen bzw. die sofort Kontakt fanden. Diese Menschen waren meist sehr natürliche aber selbstbewußte Personen mit jeder Menge Seelenfrieden in sich selbst, die sich treu blieben, die lässig zu ihren Schwächen und Fehlern standen. Und mit dieser unverkrampften ehrlichen Art zogen sie Menschen in ihren Bann ohne es zu wollen oder auch nur annähernd erklären zu können warum dem so sei. Standardsatz war dann in etwa: "Ich weiß nicht warum mich X, Y und Z ansprechen/mögen, keine Ahnung was die von mir wollen" oder "Eigentlich möchte ich nur meine Ruhe aber wo ich gehe und stehe folgen mir Leute". Es ist oft wie ein Fluch, unter dem diese Menschen auch häufig leiden - denn ihnen wird gerne unterstellt, sie würden "ständig neue" Menschen brauchen um sich herum. Aber dabei sind es nicht sie, die diese Kontakte suchen, sondern sie werden ihnen oft - wie ich wiederum an einer sehr beliebten Exkollegin erlebte - förmlich aufgedrängt. Ich selbst schätze charismatische, empathische oder sozial kompetente Menschen sehr; der Kontakt mit ihnen bereichert, er ist auf beiden Seiten frei von Neid, Konkurrenzkampf oder Mißgunst. Auch findet er meist auf einem angenehmen Niveau statt, da solche Menschen in ihrer gelassenen "Größe" und Selbstsicherheit selten zu taktlosen Pöbeleien, armseligen Provokationen oder sonstwie respektlosen Aktionen neigen. Sie sind in ihrer Art, die aufrichtig ist weil sie nur dem eigenen inneren Bedürfnis entspringt und nicht einer aufgezwungenen Gesellschaftsmoral, wahrer Balsam für mich. Ich freue mich immer für sie ob ihrer Rundrum-Beliebtheit, denn es ist für mich absolut nichts Verkehrtes, wenn Jemand wegen seiner "guten" Art geschätzt ist. Im Unterschied dazu sehe ich die "everybody´s darling"-Menschen, die sich krampfhaft um Anerkennung bemühen, die sich an Jeden dranhängen der gerade "in" oder beliebt ist (gerne in Künstlerkreisen genommen) und in dessen Dunstkreis sie dann abhängen, nach dem Motto "Hauptsache ich werde mit Person X gesehen, dann bin ich selbst wer" - ohne daß sie mit diesem Menschen eine persönliche emotionale Beziehung haben wollen. Um Beziehung geht es ihnen aber ohnehin selten, sie wollen nur "mit dabei sein" und fühlen sich in einem großen, möglichst anonymen Partyhaufen, einer Clique oder einem sonstigen Rudel von Menschen am wohlsten, wo sie von Jedem akzeptiert werden. Was auch legitim ist, noch dazu da diese Menschen seltenst boshafte, sondern eher sehr unsichere, ängstliche und harmlos-nette Menschen sind. Diese Menschen sind völlig anders als "charismatische" und deswegen beliebte Personen, aber sie haben beide oft einen gleich großen Bekanntenkreis. Nur ist im Falle des ED der Kreis etwas, worin sich der ED mitbewegt und den er sich zulegte, um eine Auswahl an menschlicher Nähe und Bestätigung zu haben, während im Fall des Charismatikers der Kreis sich um ihn scharte ohne daß er selbst - teilweise - auf diesen Kreis Wert legt oder ihn sich gar gesucht hätte. Das mit der sozialen Kompetenz ist - allgemein betrachtet - für mich eine Sache, die more schon gut beschrieb: eine Art "emotionale Intelligenz" in meinen Augen, die es Einem erleichtert, durch den Alltag zu kommen ohne ständig seine Mitmenschen vor den Kopf zu stoßen. Wer sowas als unwichtig erachtet, ist jemand der vermutlich nicht arbeiten gehen muß und der weder Familie, Freunde, Hobbies oder sonstige Engagements hat - oder aber er ist ein Mensch der glaubt, sich das Recht herausnehmen zu dürfen wie ein Elefant im Porzellanladen durch die Welt zu ziehen, ohne dabei Rücksicht auf die Gefühle seiner Mitmenschen nehmen zu müssen. Letzteres ist die Sorte Mensch, die ich aus Prinzip nicht an mich heranlasse, da sie auf respektlose, egoistische, seelisch unreife und hochegomanische Weise meine Grenzen verletzt. Soziale Kompetenz im allerweitest gefassten Sinn: das ist für mich auch, daß jemand - intuitiv- mit den schwierigsten Menschen umgehen kann, was man sehr gut erleben kann in Berufen wie Krankenpfleger, Krankenschwester u. ä. Gerade im psychiatrischen Bereich ist SozKom und Empathie unglaublich wichtig: man kann es in keiner Ausbildung und für kein Geld der Welt lernen, wie man auf einen durchdrehenden Schizophrenen, einen gerade kurz vor dem Amoklauf Stehenden mit Waffe in der Hand oder auf einen sich gerade den Kopf an der Wand blutig schlagenden Autisten zuzugehen hat ohne deren jeweilige Gefühlswelt und Grenzen zu verletzen. In dem Zusammenhang - ich bitte zu beachten: ich beziehe das nur auf diesen psychiatrischen Kontaktbereich - gebe ich Herbstliebe recht, daß der Spruch "wer nach allen Seiten offen ist ist nicht ganz dicht" mißverständlich sein kann, denn er unterstellt in seiner dahingehend nicht differenzierenden Wortwahl, daß Jemand der "offen" ist (auch für sozial Außenstehende wie erwähnte Fälle) dadurch geistig/charakterlich minderbemittelt (= "nicht ganz dicht") sei. Allerdings hat more den Spruch erklärt und für sich (und auch mich) richtig ausgelegt, so daß ich mich ihrer Ausführung anschließe, bezieht man es darauf daß man natürlich Grenzen ziehen muß zwischen privaten/freiwilligen und beruflichen/öffentlich nötigen "sozialen Verhaltensweisen". Mischa: vollste Zustimmung. Ich unterscheide sehr genau zwischen Freunden, engen Freunden, Vertrauten, Bekannten und Kontakten. Das ist keinerlei Wertung über die Person oder gar ihren Charakter - es ist nur so daß ich gerade mal eine Hand voll engster/bester Freunde habe, aber ein gutes halbes Dutzend "normaler" Freunde und vielleicht ein weiteres halbes Dutzend "guter Bekannter". Was ich mit Freund X besprechen kann, wollte und könnte ich nicht mit Freundin Y besprechen, weil uns andere Bande verbinden. Mit meinem 25jhr. besten Freund kann ich Dinge bereden und ihm anvertrauen, die ich meiner "Mutter"-Freundin mit ihren 60 Jahren und bei ihrem kulturellen Hintergrund nicht würde anvertrauen wollen und zwar nur deswegen, weil ich sie und gewisse ihrer moralischen Befindlichkeiten achte und sie dahingehend nicht verletzen will. PS Mischa: den Spruch hab ich auf meinem SG-Profil, den mit den Zitronen. Ich als Passions-Optimistin ;-). |
| Ronin76 | [QUOTE]Soziale Kompetenz im allerweitest gefassten Sinn: das ist für mich auch, daß jemand - intuitiv- mit den schwierigsten Menschen umgehen kann, was man sehr gut erleben kann in Berufen wie Krankenpfleger, Krankenschwester[/QUOTE] Das ist doch eine sehr verträumte Ansicht, die Realität sieht leider etwas anderst aus. Ich war schon einige Jahre in der Branche tätig, und dort waren die wenigsten der Kollegen sozial kompetent oder gar besonders empathisch, es waren eigentlich ganz durchschnittliche Leute, oft noch mit Burn-Out-Syndrom, die eben nur durch Berufserfahrung auf Situationen vorbereitet waren. In der Psychiatrie war das Personal sogar noch weniger emathisch, da die dort eine ganz harte Linie fahren, weil es zur Therapie gehört daß den Patienten klare Grenzen gesetzt werden. Dazu kommt daß Patienten, Schwächen beim Personal meist knallhart zu ihrem Vorteil ausnutzen, und das Personal gegeneinander ausgespielt wird. Gerade Neulinge wie Azubis und Zivis sind da ein sehr beliebtes Ziel der Patienten um ihre Interessen durchzusetzen. Zu Freundschaft/Partnerschaft: Die Grundlage und Essenz für eine gute Freundschaft oder Partnerschaft ist ernüchternd: Gemeinsame Interessen. Gerade junge Leute sind sich dessen gar nicht bewusst, und empfinden das dann als eine Art Magie, da sie es sich nicht anderst erklären können. Das gemeinsame Interesse kann auch nur daraus bestehen, gemeinsam die Zeit totzuschlagen, aber ein bisschen mehr ist schon nötig damit die Beziehung länger besteht. |
| more | Ich muss Ronin zustimmen (Wunder geschehen!) - gerade im sozialen Bereich sind soziale Kompetenzen oft Mangelware. Weil jahrzehntelang Teamwork überhaupt kein Thema war. Ich bin noch nie soviel mit Mobbing in Berührung gekommen wie im sozialen Sektor. Nur im kaufmännischen Sektor d.h. Büroberufe wird noch mehr gemobbt. Eine Quelle dazu von der TU Berlin: [URL=http://hupsy03.psychologie.hu-berlin.de/arbpsy/studenten/arbpsdoc/11_mob_a.doc]klick me[/URL] Daher ist es wirklich ein Irrglaube anzunehmen, dass in sozialen Berufen weniger gemobbt wird, oder dass dort Emphatie ausgeprägter ist. Das ist ein Wunschdenken. Oft geht es doch in diesen Berufen darum, sich möglichst hervorzutun. Gerade in Pflegeberufen kommt es zu Streß unter Kollegen, weil der eine vermeintlich besser arbeitet als der andere. Nichts zu sehen von Teamwork. Statt dessen untergräbt der eine die Kompetenzen des Anderen und versucht diesen schlecht zu machen, damit die eigene Stellung besser ist. Ganz anders in Branchen in denen Teamwork an der Tagesordnung ist, wie z. B. bei technischen Berufen oder im Bankwesen. |
| solipsismus | @ Ronin und more Ich hatte Odessa so verstanden, dass ein Mensch besonders "emotional kompetent" ist, FALLS er mit psychisch Kranken in ... Extremsituationen sehr gut umgehen kann. So weit ich das mitbekommen habe, war ihre Aussage weniger eine Generalisierung, als ein Beispiel für besondere "Kompetenz", die vorhanden sein KANN. (Ich brülle nicht, sondern habe bis jetzt nicht das Mysterium der Schrägschrift begriffen) Psi |
| more | Das schließt doch nicht aus, was Odessa geschrieben hat? Oder hast du mich so verstanden. Odessa kennt sich in dem Bereich, den sie beschrieben hat, hervorragend aus. Und ich attestiere Odessa ein wahnsinnig hohes Maß an sozialer Kompetenz. An ihrer Art kann man sich eine Scheibe abschneiden. Worauf ich (und ich denke auch Ronin) bezug nehmen wollte, dass das nicht verallgemeinerbar ist und auch noch eine Kehrseite der Medallie hat. Das kann Odessa vielleicht auch bestätigen. |
| solipsismus | Ich glaube, dass wir aneinander vorbeireden, aber ich sag mal pauschal: ja. Ich schätze wir meinen in etwa das gleiche... Psi |
| herbstliebe | [quote]Business as usual.[/quote] [quote]auf [b]mögliche[/b] Geschäfte zu verzichten [/quote] @ Kinch, es war nicht die Rede von "über Leichen gehen". Was meinst du eigentlich, wie vielen (angehenden) Unternehmern ich raten könnte, Geräte zur Urananreicherung nach Nordkorea zu verkaufen? Der Markt wäre völlig überlaufen. Würdest du dem Unternehmer, der seine Thermosocken, in denen man nie Schweißfüße bekommt, bisher nur in England verkauft, raten, sie nicht weltweit (auch Nordkorea) zu vermarkten, nur damit er nicht Business-as-usual-like ist? [quote] Ich jedenfalls finde es hoch pathologisch, keine Grenzen und Prinzipien zu kennen. Und nichts anderes als sich für gewisse Optionen zu verschließen, bedeutet es Grenzen und Prinzipien zu haben. [/quote] Das ist ein Argument. Es war auch wirklich krankhaft von Frau Rowling ihren Harry Potter, obwohl der für Ihre Kinder geschrieben war, in ganz England zu verkaufen. Und das nicht genug, das Teil auch noch weltweit in unterschiedlichen Sprachen zu vermarkten. Um seinen Grenzen und Prinzipien treu zu sein sollte man schon auf Millionen verzichten können, ich gebe dir vollkommen Recht. Aber mal im Ernst, natürlich gibt es eine Basis, der man treu sein sollte. Dein Beispiel war etwas extrem, aber ich weiß, was du meinst. Trotzdem kann es auch mal gut sein, die Tür zu öffnen, oder wenigstens einen Spalt, um zu sehen wer klopft. [SIZE=1]PS @ psi: Wenn du einen Kommentar schreibst, klickt du auf den kleinen Botton mit dem i ( steht für Kursiv), es öffnet sich ein kleines Fenster und darin trägst du dein Geschreibsel ein. [/SIZE] |
| Ronin76 | @Odessa Danke für die Aufklärung des Mißverständnisses. ;) Daß sich viele (labile) Pflegepersonen und auch Ärzte auf Dauer den Patienten angleichen ist mir nichts Neues, und konnte es selbst erleben. Zuviel Empathie ist in diesem Bereich also eher schädlich. Wenn man Personen studiert, wie ich es oft tue, findet man bei fast allen eine mehr oder weniger latente psychische Macke, die man durchaus als pathologisch betrachten könnte, man muß nur lang genug suchen ;). @more Das rechne ich dir hoch an, daß du auch mal meiner Meinung bist. :cool: |
| solipsismus | [SIZE=1]Danke für die Schreib-Hilfen. Jetzt muss ich's natürlich irgendwo mal ausprobieren ... [i]hier[/i] ^^. Entschuldigung für die Störung.[/SIZE] |
| Der Kavalier | Ein großes Dankeschön für die rege Beteiligung mal zwischendurch!!! :) Eure Meinungen und Ideen zu diesem Thema, geben einem wirklich zu denken. Ich bin mir mittlerweile überhaupt nicht mehr sicher, was genau zutreffen könnte. Es ist sicherlich ein Streit-Thema, für das es keine eindeutige Lösung gibt. Alleine durch more habe ich schon festgestellt, wie weit die Definition von "sozial kompetent" außeinander gehen. |