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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Vom Vater ungeliebt
RikaHeute habe ich zum ersten Mal seit einem halben Jahr meinen Vater wieder gesehen. Dazu muss ich sagen, dass wir uns vor einem halben Jahr vor Gericht begegnet sind, weil er nicht mehr für mich zahlen wollte. Meine Eltern sind seit 9 Jahren geschieden. Das Verhältnis zwischen mir und meinem Vater war noch nie das allerbeste, auch nicht, als meine Eltern noch zusammen waren. Obwohl ich ein Kind war, dass nie aufsässig war oder viel gequengelt hat, konnte ich es ihm nie recht machen. Ständig hatte er was an mir auszusetzen und zu nörgeln. Dann gab es Streit, auch zwischen meinen Eltern. Ich fühlte mich immer ungerecht behandelt und habe mich dann total auf meine Mutter fokusiert.
Nachdem sich meine Eltern getrennt hatten, ich war damals 13, hatten mein Vater und nur spärlichen Kontakt. Ich war fast immer diejenige, der sich bei ihm gemeldet hat. Öfter als alle 4 Wochen für eine Stunde hat er sich nicht blicken lassen, dabei wohnt er im gleichen Ort wie ich und könnte zu Fuß in 10 Minuten bei mir sein. Vor ungefähr eineinhalb Jahren ist der Kontakt dann völlig abgerissen. Er interessiert sich nicht dafür, wie es mir geht, oder was ich mache. Was ich studiere oder dass ich bald Zwischenprüfung habe, weiß er nicht mal.
Dass ich ihn heute auf der Straße gesehen habe, hat mir wehgetan. Ich wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte und bin weitergegangen. Ich glaube, er hat mich nicht einmal gesehen, vielleicht hat er mich auch überhaupt nicht erkannt.
Habt ihr vielleicht ähnliche Erfahrungen mit euren Vätern oder euren Eltern allgemein gemacht? Ich würde gerne eure Meinung und Erfahrungen dazu hören.
RikaHi DarkHeart,

danke für deine Antwort. Es tut gut zu wissen, dass es jemanden gibt, der versteht, wie es einem in solch einer Situation geht.
Ich rede oft mit meinen Freunden über diese Dinge, aber keiner von ihnen kann wohl so recht nachvollziehen, wie man sich in dieser Lage fühlt. Du schreibst, dass du, als du 26 warst, ein Formular vom Anwalt in den Händen gehalten hast. Das kommt mir so bekannt vor. Ich kommuniziere seit einem halben Jahr nur noch über den Anwalt mit meinem Vater, weil er es so gewollt hat und nicht fähig ist, mich mal anzurufen, wenn er was wissen will. Vor einem halben Jahr ist er auf einmal auf die Idee gekommen, mir die Unterhaltszahlung zu kürzen. Mir blieb nichts anderes übrig, als vor Gericht zu ziehen, weil ich völlig seiner Willkür ausgesetzt war. Wie ist denn die Sache mit der Unterhaltszahlung bei dir ausgegangen, wenn ich fragen darf?
Wahrscheinlich hat mein Vater sich gedacht, dass er für eine Tochter, mit der er sowieso keinen Kontakt mehr hat, auch nicht aufkommen müsse. Vielleicht war das auch die Meinung deines Vaters. Ich finde es einfach nur übel, dass es Leute gibt, die Kinder in die Welt setzen und nachher nicht dafür aufkommen wollen. Noch nicht mal finanziell, von der emotionalen Seite will ich erst gar nicht reden.
Du schreibst, dass du erkannt hast, dass dein Vater ein Fremder für dich ist. Ja, so geht es mir auch. Fremd waren wir uns schon immer. Er weiß nichts über mich, und will es ja offensichtlich auch gar nicht. Ich weiß noch nicht einmal, was er gerne isst oder sich beispielsweise gerne im Fernsehen ansieht. Dabei hätte ich es gerne gewusst, würde es selbst jetzt noch gerne wissen. Mein Vater ist mir so fremd wie irgendein Mensch auf der Straße, dem ich zum ersten Mal begegne. Abgesehen davon, dass ich sein Name, sein Alter und seine Adresse weiß. Erschreckend ist dabei, dass er 13 Jahre lang mit mir unter einem Dach gelebt hat.
Dein Vater hat sich wohl auch nie für dich und dein Leben interessiert?
Ich finde es sehr gut, dass du die nötige Distanz zu der Sache gewonnen hast und dass du mit der Situation umgehen kannst. Meistens gelingt mir das auch, aber in solchen Situationen wie gestern kommt doch alles wieder hoch und es tut weh. Ich hoffe, dass ich damit irgendwann leben kann und ihn aus meinem Leben völlig streichen kann.
Die Sache mit deiner Mutter tut mir sehr leid.
Ich hoffe, es geht dir gut.

Liebe Grüße, Rika
MontroseLiebe Rika, ich kenne etliche Leute, denen es so geht wie Dir. Und leider ist es dann so, dass immer die Väter die bösen sind. Das wird den Tatsachen nicht immer so ganz gerecht.

In einem anderen thread berichtete jemand hier, dass der geschiedene Vater bei einer Familienzusammenkunft schlecht über die Mutter geredet habe. Dieses Member hat sich schrecklich darüber aufgeregt, wie denn der Vater so etwas machen kann, und hat ihn verurteilt. Was dieses Member aber gar nicht sehen und begreifen konnte, war, dass der Vater unglücklich und enttäuscht war, vielleicht seine Aussagen über der Mutter sogar zutrafen.

Leider leider ist das heutzutage eine sehr häufige Konstruktion, dass Mütter ihre Kinder für sich vereinnahmen, die Kinder sich stark an die Mutter anklammern (parental alienation syndrom PAL; ein Teufelskreis: wenn die Mutter das Kind isoliert, wendet sich das Kind umso mehr der Mutter zu; ein falsches Verhalten der Mutter wird durch das umso anhänglichere Verhalten des Kindes belohnt), die Mütter die Väter vor den Kopf stoßen .... und dann verstehen die Kinder nicht, was mit ihren Vätern los ist, wenn die darauf reagieren. Die Kinder begreifen nicht, dass die Väter keine Supermänner sind, sondern in solch einer Konstellation einfach nur enttäuscht und traurig sind und ihnen der Umgang mit ihren (entzogenen und auf die Mutter geprägten) Kindern wehtut. Gerade wenn solche Väter lieben, ziehen sie sich oft zurück, weil Liebe nur noch mehr weh tut.

[QUOTE]Wahrscheinlich hat mein Vater sich gedacht, dass er für eine Tochter, mit der er sowieso keinen Kontakt mehr hat, auch nicht aufkommen müsse. [/QUOTE]
Das ist richtig. Da die Mutter das Kind als Geißel besitzt, ist das einzige, was der Mann machen kann, versuchen den Geldhahn zuzudrehen. Das macht den Vater nicht böser als die Mutter, nur sind seine "Waffen" offensichtlicher als die "Waffen" der Mutter.


Lange Rede, kurzer Sinn: Ich behaupte mal, was da abläuft, kannst Du gar nicht vollständig begreifen. Es ist etwas, das vor allem zwischen Deinen Eltern abgelaufen ist, und wie Eltern zueinander stehen und wie und worüber sie kämpfen, das begreifen Kinder in der Regel selbst mit 30 nicht. Mit 50 auch nicht, es ist terra incognita.

Ich habe in Gesprächen mit Leuten, die in solch einer Konstellation aufgewachsen sind, gute Erfahrungen gemacht mit dem Rat, sich innerlich mit ihrem Vater zu versöhnen. Anscheinend ist es ja auch bei Dir so, dass Du eigentlich seine Aufmerksamkeit willst. Es hat keinen Sinn, Deinen Vater zu hassen, wenn Du eigentlich seine Liebe willst, was ja auch richtig wäre. Besser ist es, die Situation so zu verstehen, dass Dein Vater einfach nicht anders kann. Er ist nicht der moralische Superheld, der alle Verletzungen wegstecken könnte, er ist nur Mensch mit seinen ganzen Schwächen, der eben nicht über seinen Schatten springen kann.

Dass er ständig etwas an Dir auszusetzen hatte, hat mit seiner eigenen Unsicherheit und seiner Enttäuschung über die Ehe zu tun.

Ich möchte - wie Willy Brand bei seinem Kniefall in Warschau - stellvertretend für alle Väter, die sich aus den genannten Gründen von ihren Kindern abgewandt haben, bei den Leuten hier, die betroffen sind, Abbitte leisten und um Verständnis werben.

Die Väter haben angst, weiter verletzt zu werden. Die Kinder haben keine Vorstellung, in was für einer schwachen Position (auch vom Gesetz her) Väter nach der Scheidung sich befinden. Sie sind faktisch rechtlos. Und was den Unterhalt betrifft: es ist sehr viel Geld (das summiert sich auf über 50.000 Euro im Laufe der Jahre auf) dafür, dass ein Mann eben gerade keine Familie und keine Kinder hat. Das wird wie eine Strafe empfunden und nicht als etwas Gutes, das man einem Kind tut.
Genauso, wie die betroffenen Kinder die Situation oft nicht ganz richtig verstehen, genauso verstehen diese Väter die Situation nicht ganz richtig.
Elisabeth Angel@ Rika
Hey, das könnte ja fast meine Geschichte sein, bloß ist es bei glaube ich noch schlimmer.
(Kleines Beispiel gefällig? Er hat sich NIE mit uns blicken lassen und war immer so dermaßen distanziert, dass meine Mutter mal auf einem Elternabend(?) gefragt worden ist, ob sie denn geschieden seien. Er saß beim essen nie mit am tisch. Als ich mir als kleines Kind mal das Kinn aufgeschlagen hatte, erkannte meine Mutter dass es genäht werden musste und ich sofort ins Krankenhaus gefahren werden muss. Aber da es mitten in der Nacht war, maulte er nur "das hat bis morgen früh zeit". Es war das erste mal, dass meine Mutter mit scheidung drohte, wenn esr nicht sofort aus dem bett käme. Etc etc, lauter solche sachen.)
matheaDiese oder ähnliches Situationen und Emotionen kenne ich nur zu gut. Eigentlich glaubte ich immer, zu meiner Mutter ein gutes Verhältnis zu haben und mich auf sie verlassen zu können, weil mein Vater so ein Widerling war und sie mir sagte, dass ich immer zu ihr kommen könnte wenn etwas los sei. Natürlich hat sie mich eiskalt fallen lassen als es drauf ankam.

Jedoch zum Topic, zu meinem Vater habe ich gar kein Verhältnis mehr, ich will ihn nicht mehr sehen und nie wieder von ihm hören. Auch wenn das so klingt als würde ich meine persönlichen Probleme auf Andere abwälzen ist es so, dass mein Vater mir schlichtweg 20 Jahre meines Lebens einfach kaputt gemacht hat. Er hat mich isoliert von Gleichaltrigen und Freunden, war unberechebar mir gegenüber (was einmal in Ordnung war, sorgte beim nächsten Mal für Wutausbrüche), hat mich nie gelobt, nie war ich gut genug für ihn, habe in seinen Augen immer Alles falsch gemacht, war natürlich undankbar, er hat mich erpresst und unterdrückt und mich für ihn schuften lassen.

Meine Schwester ist nun die Tollste. Dabei hat sie ihn immer nur belogen und bestohlen, hat einen miserablen Schulabschluss, einen Krüppel als Gatten, Schulden ohne Ende und bekommt auch sonst nichts auf die Reihe. Ich habe immer versucht ihm Alles recht zu machen, habe nach der Realschule Abitur gemacht, eine Ausbildung gemacht, keine Schulden, bin nicht vorbestraft. Aber im Endeffekt bin ich der Grund dafür, dass Alles so schei*e ist.

Ich versuche mich nicht mehr über diese himmelschreiende Ungerechtigkeit aufzuregen. Vielleicht solltest du das auch tun? Es gibt gewiss andere Menschen in deiner Umgebung, die dir Etwas wiedergeben können von dem, was dein Vater dir genommen oder vorenthalten hat.
CeryniOb ich von meinem Erzeuger je geliebt wurde? Ich denke nicht. Und ja, ihr lest richtig, mein "Erzeuger"... Das war im Grunde alles, was er gemacht hat. Oh und die Alimente bezahlt, allerdings erst nach einer ekligen und gemeinen gerichtlichen Schlammschlacht gegen meine Mutter, als ich 11 Monate alt war *grummels*
Er hatte ein Verhältnis mit meiner Mutter und war nebenbei verlobt, das wußte nur niemand, da er zu dem Zeitpunkt beim Bund war und eh kein WE bei sich daheim war. Er hat im übrigen "nur" 70 km von uns damals entfernt gewohnt. Als meine Mutter ihm sagte, sie sei trotz Pille schwanger geworden - das ist ihr im übrigen 2 weitere Male passiert, trotz regelmäßiger Einnahme, sie wollte nie Kinder haben! - dachte sie natürlich naiv mit ihren 17 Jahren, dann heiraten wir eventuell. Das Kind soll schon nen Vater haben, wenn ich schon keinen hatte. Pustekuchen :mad: Der Herr ließ sich verleugnen bis zum geht nicht mehr, hat die Vaterschaft angezweifelt und im Gerichtstermin 3 (!) weitere Männer rangeschafft, die behaupteten, zum etwa selben Zeitpunkt ein sexuelles Verhältnis mit meiner Mutter gehabt zu haben... Schwein dieses...

Ich selber habe mit 12 herausgefunden, dass mein damaliger Stiefvater nicht mein Vater ist... Naja mein Stiefvater wurde von meiner Mutter rausgeschmissen, als ich 8 Jahre alt war und mit Darmverschluß in der Klinik lag und er sich nicht hat blicken lassen, weil er ne andere Tussi bu*****... So long... Natürlich war ich sehr neugierig und wollte meinen Erzeuger kennenlernen, doch wie nur? Karlsruhe war für mich damals sehr weit weg... Also schrieb ich ihm, sogar mit einem Passbild, das ich meiner Mutter klaute. Es kam nie eine Antwort... Kein Anruf, nichts....
Kurz vor meinem 18. Geb. mußte ich beim Jugendamt antanzen... Vor 31 Jahren war es ja noch so, dass bei jungen Müttern das Jugendamt eingeschalten wird und ein sogenannter Amtspfleger Beistand geben muß. Der Beistand bestand darin, dass ich die ersten 4 1/2 Jahre in einer Pflegefamilie war, doch das gehört hier nicht her... Ich hatte also den Termin beim JA und wurde dort gefragt, ob ich meinen Vater gerne kennenlernen würde, das JA würde für mich anfragen. Klar wollte ich das, es hat mich die ganzen Jahre nicht losgelassen... Weiter wurde mir gesagt, dass wenn mein Erzeuger keinen Kontakt wünscht, ich diesen auch nicht erzwingen dürfe. Soweit so gut. Es folgten also Schreiben auf Schreiben zwischen JA und der Frau meines Erzeugers. Im letzten Schreiben wurde darauf hingewiesen, dass mein Erzeuger keinen Kontakt wünscht, er habe eine eigene Familie, Frau, 2 Söhne etc..., und was nun???
Schweren Herzens nahm ich das zur Kenntnis und unterließ jegliche weitere Versuche, damals wollte ich ja auch hinfahren, war ja zwischenzeitlich mit FS ausgestattet und meine Freundin hatte ein Auto...
Kurz nach Ende meiner Ausbildung erblickte ich auf meinem Bankauszug, dass mein Erzeuger noch weitere 2mal bezahlt hatte, obwohl er laut Ausbildungsvertrag nur bis Juli hätte zahlen müssen, er hat auch eine Kopie des Vertrages erhalten... Tja, was mach ich nun? Das JA ist nicht mehr zuständig und ich mußte ihn ja informieren, dass er nicht mehr zahlen muß... Also nahm ich mir ein weiteres Mal ein Herz und rief dort an. Mehrmals... Einmal hatte ich den einen Sohn dran, einmal den anderen und nach mehrmaligen vergeblichen Anrufen hinterließ ich Name und Telefonnummer, mit der Bitte "er" solle mich bitte zurückrufen, es sei wichtig. Am Abend drauf rief mich seine Frau an. Ich klärte die Sache dann eben mit ihr und wurde nochmals darauf hingewiesen, dass mein Erzeuger keinerlei Interesse an mir habe... Daraufhin habe ich dann das Handtuch geschmissen...
Das einzige was mich ärgert ist, wenn meine Mutter zu mir sagt, "du bist wie dein Vater"... Meine Standartantwort ist mittlerweile: "Das kann ich nicht bestätigen, da ich ihn nicht kenne"... Daraufhin gibt es seither keinerlei Bemerkungen mehr dahingehend...

Soviel zum Thema "liebende Väter" Montrose... Es ist ja sehr nett von dir, dass du diese "Männer" vertrittst und die armen Kinder doch nicht immer nur den Vätern die Schuld geben sollen... Doch seien wir mal ehrlich... Es gibt soviele Erzeuger, wie meinen eigenen, dann noch die, die wirkliche Väter sein wollen, und diese können das heutzutage auch. Klar gibt es da Schwierigkeiten, weil der Vater meist beruflich sehr eingespannt ist und die Mutter meistens nicht, doch noch verheiratet hat er auch Zeit für die Kids, wieso dann nicht als geschiedener Vater?

Glaub mir, ich kenne beide Seiten, da mein Ex 2 Kinder hatte, die bei der Mutter aufwuchsen und von dieser "geimpft" wurden... Es war ein harter Kampf damals, dass er die Mädels überhaupt sehen durfte, sie hat ihn geldtechnisch an den Rande des Ruins getrieben und er durfte dafür die Kids 1mal im Monat sehen, für wenige Stunden, manchmal auch eine Nacht... Mit meinem Eingreifen hat sich das geändert, sowohl finanziell als auch mit dem Besuchsrecht, das war sehr hässlich und die Mädels waren sehr eingeschüchtert, jedesmal wenn sie zu uns kamen, es dauerte mehrere Stunden, bis sie auftauten und Sonntagabends wollten sie meist nicht nach Hause! Dabei unternahmen wir nichts besonderes mit ihnen, weil das Geld knapp war, also weder Freizeitparks noch sonst irgendwas aufregendes, was so mancher WE-Vater ja veranstaltet...
MontroseNun, Du erzählst von zwei verschiedenen Vätern. Dein Ex hatte sich ja anscheinend um seine Kinder bemüht.

Wie Du richtig schreibst, gibt es solche und solche ... Menschen.



Was Deine Geschichte zu Deinem Vater betrifft, kann man sie auch anders werten als Du es tust.

Ob die Geschichte mit der Verlobten Deines Vaters wahr ist und wie das vor Gericht war, hast Du selbst nicht miterlebt. Du kennst die Geschichte nur von Deiner Mutter. Aber ob das wirklich wahr ist: woher willst Du das wissen?

Woher willst Du wissen, ob Deine Mutter damals nicht tatsächlich noch andere Männer hatte?

Deshalb erscheint mir auch Dein Urteil "Schwein dieses" nicht ganz einleuchtend. Es beruht auf Hörensagen, aber Du weißt nicht, wie es wirklich war.

Wenn Deine Mutter "trotz Pille" nochmals zweimal ungewollt schwanger wurde, dann erscheint mir das auch etwas sehr merkwürdig. Ist das denn plausibel? Versagt die Pille so oft? Und wenn ja, hätte sie dann nicht auf weitere Verhütungsmittel umsteigen können?

Du hast mit 12 "selber rausgefunden", dass Dein Stiefvater nicht Dein Vater war. Ist das denn ehrlich einem Kind gegenüber, etwas so lange zu verschweigen? Es sind ja genau die 12 Jahre, in denen Deine Mutter Dir gar keine Chance gegeben hat, nach Deinem Vater zu suchen. Und anscheinend hätte sie es Dir auch in den folgenden Jahren nicht gesagt, denn Du mußtest es ja selbst herausfinden.

[QUOTE]Naja mein Stiefvater wurde von meiner Mutter rausgeschmissen, als ich 8 Jahre alt war und mit Darmverschluß in der Klinik lag und er sich nicht hat blicken lassen, weil er ne andere Tussi bu****[/QUOTE]
Tja, mal mit Verlaub: wieso sollte Dein Stiefvater nach Dir schauen, wenn er von Deiner Mutter rausgeschmisssen wurde? Ich kapier's (als Mann) nicht ganz. Ich würde da eher Deiner Mutter die Schuld geben: warum schafft sie keine längeren Beziehungen aufrechtzuerhalten?

Glaubst Du denn, das ist mit der Schuldzuweisung immer so eine eindeutige Sache?


[QUOTE]Der Beistand bestand darin, dass ich die ersten 4 1/2 Jahre in einer Pflegefamilie war, doch das gehört hier nicht her... [/QUOTE]
Das gehört sehr wohl hierher. Kinder werden doch nur dann ihrer Mutter entzogen, wenn die Mutter Scheiße baut.

[QUOTE]Das einzige was mich ärgert ist, wenn meine Mutter zu mir sagt, "du bist wie dein Vater"... [/QUOTE]
Was Deine Mutter damit bezwecken will, verstehe ich nicht. Ist das denn ein menschlich reifes Verhalten, was da Deine Mutter bietet? Ist das eine erwachsene Strategie um Meinungsverschiedenheiten auszuräumen?


Warum sich Dein Vater nicht meldet? Warum auch, er hätte ja eh nur Vorwürfe zu erwarten. Manchmal, wenn eine Frau sich an Streitereien hochzieht wie die Bohne an einer Stange, bleibt einem Mann gar nicht anderes übrig, als auszuweichen.

[QUOTE]Im letzten Schreiben wurde darauf hingewiesen, dass mein Erzeuger keinen Kontakt wünscht, er habe eine eigene Familie, Frau, 2 Söhne etc..., und was nun??? [/QUOTE]

Um es knallhart zu sagen: da hat Dein Vater anscheinend mehr zustandegebracht als Deine Mutter.



Kurzum: gerade Deine Geschichte ist doch ein gutes Beispiel dafür, wie Kinder über ihen Vater den Stab brechen ohne genau zu wissen, was da eigentlich tatsächlich vorgefallen ist.

Für mich sind Deine Schilderungen keine eindeutigen Indizien dafür, dass Dein Vater falsch und Deine Mutter richtig gehandelt hätten.
Ceryni[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]Ob die Geschichte mit der Verlobten Deines Vaters wahr ist und wie das vor Gericht war, hast Du selbst nicht miterlebt. Du kennst die Geschichte nur von Deiner Mutter. Aber ob das wirklich wahr ist: woher willst Du das wissen?
[/B][/QUOTE]
Die Schwester meines Erzeugers hat es meiner Mutter damals "gesteckt" und bei der Gerichtsverhandlung war er schon 1 Jahr verheiratet, also ist das wohl "wahr"... Und was die Verhandlung angeht, so habe ich mit einigen Bekannten gesprochen, die beide kennen und mir diese Geschichte - also die "Version" meiner Mutter, wie du es nennst - bestätigt haben. Im übrigen durfte meine Mutter in dieser "nichtöffentlichen" Verhandlung einen Beistand mitnehmen, dieser Beistand war eine sehr gute Freundin meiner Mutter, die selber ähnliches durchmachte zwei Jahre vorher...

[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]Woher willst Du wissen, ob Deine Mutter damals nicht tatsächlich noch andere Männer hatte?

Deshalb erscheint mir auch Dein Urteil "Schwein dieses" nicht ganz einleuchtend. Es beruht auf Hörensagen, aber Du weißt nicht, wie es wirklich war. [/B][/QUOTE]
Entschuldige mal, aber willst du meine Mutter als "Hure" hier darstellen? Ich kenne sie seit mehr als 30 Jahren und weiß, dass sie zwar nicht immer das ist, was sie zu sein vorgibt, doch sowas macht sie nicht. Außerdem kenne ich einige Leute, die meine Mutter, als auch meinen Erzeuger persönlich kannten bzw. kennen und mir diese Geschichte auch bestätigt haben! Also ist ihre Version sehr wohl "wahr"

[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]Wenn Deine Mutter "trotz Pille" nochmals zweimal ungewollt schwanger wurde, dann erscheint mir das auch etwas sehr merkwürdig. Ist das denn plausibel? Versagt die Pille so oft? Und wenn ja, hätte sie dann nicht auf weitere Verhütungsmittel umsteigen können?[/B][/QUOTE]
Auch wenn es dich nichts angeht, in diesem Falle schon... Bei ihrer Mutter mußte man sozusagen "nur das Höschen an die Bettkante hängen" und schon war sie schwanger! Genauso war es leider auch bei meiner Mutter. Zwischen diesen beiden ungewollten Schwangerschaften lagen übrigens mehrere Jahre, weil sie nach der ersten auf weitere Verhütungsmittel umgestiegen ist, beim zweiten Mal war es ein anderer Mann, der ihr sagte, er sei sterilisiert, wieso hätte sie dann - trotz einer event. HIV-Ansteckung - noch weitere Verhütungsmittel außer der Pille einnehmen sollen?


[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]Du hast mit 12 "selber rausgefunden", dass Dein Stiefvater nicht Dein Vater war. Ist das denn ehrlich einem Kind gegenüber, etwas so lange zu verschweigen? Es sind ja genau die 12 Jahre, in denen Deine Mutter Dir gar keine Chance gegeben hat, nach Deinem Vater zu suchen. Und anscheinend hätte sie es Dir auch in den folgenden Jahren nicht gesagt, denn Du mußtest es ja selbst herausfinden.[/B][/QUOTE]
Nach einigen Jahren fand ich ihren Standpunkt, "dass ich das vorher nicht wirklich verstehen würde" - sie wollte es mir mit 18 sagen - für sehr plausibel, zum damaligen Zeitpunkt war ich nur stocksauer... Und suchen mußte ich ja nicht mehr, weil sie mir alle Papiere danach aushändigte, u.a. auch die Adresse meines Erzeugers, die Urkunden etc... Gerichtsunterlagen wagen auch dabei... Im übrigen hat es ihn ja nicht interessiert, sonst hätte er geantwortet, da ich meiner Mutter damals nicht über den Weg traute, habe ich die Adresse einer Freundin angegeben, wo er eventuelle Post an mich hinschicken konnte. Ganz auf den Kopf gefallen bin ich auch nicht!

[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]Tja, mal mit Verlaub: wieso sollte Dein Stiefvater nach Dir schauen, wenn er von Deiner Mutter rausgeschmisssen wurde? Ich kapier's (als Mann) nicht ganz. Ich würde da eher Deiner Mutter die Schuld geben: warum schafft sie keine längeren Beziehungen aufrechtzuerhalten? [/B][/QUOTE]
Nun, ich wuchs mehr oder weniger bei der Familie meines Stiefvaters auf! Seine Eltern waren bzw. sind immer noch meine Großeltern, seine Geschwister meine Tanten und Onkels, nicht nur wegen der damaligen Patenschaften... Und ich finde eine Beziehung, die über 6 Jahre hält, doch sehr annehmbar, dass er fremdgegangen ist, nun daran haben wohl beide Schuld, doch dass sie ihn dafür rauswirft ist wohl auch für einen "Mann" verständlich oder nicht?
Und zum Zeitpunkt meiner Erkrankung, bei der ich fast drauf ging, waren die beiden sehr wohl noch ein Paar, meine Mutter hat ihn danach rausgeworfen!

[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]Das gehört sehr wohl hierher. Kinder werden doch nur dann ihrer Mutter entzogen, wenn die Mutter Scheiße baut. [/B][/QUOTE]
Nun, auch das weiß ich aus erster Hand, und zwar von meiner damaligen Babysitterin und von Gespräche mit dem Jugendamt! Meine Mutter mußte arbeiten, damit sie uns über die Runden bekam - der Unterhalt wurde ja erst später bezahlt - und bat ihre Freundin, als Babysitterin zu fungieren. Leider hat diese es dann vorgezogen - weil ich ja schlief wie ein Lämmchen - auszugehen. Dass das "Lämmchen" aufwachen könnte, war ihr wohl nicht bewußt. Die Nachbarn haben sich über das Geschrei aufgeregt und die Polizei und das JA gerufen. Ich kam daher vorübergehend in die Obhut des JAs und darauf in die Pflegefamilie. Desweiteren wollte das JA, dass meine Mutter mich zur Adoption freigibt, da sie es ja nicht zustande brächte, genug Geld zu verdienen und dabei noch auf mich aufzupassen (wie soll das gehen, bitteschön?), außerdem hat sie ihre Ausbildung wegen der Schwangerschaft abgebrochen und sei viel zu unreif für ein eigenes Kind, sorry, aber sowas fällt nur Beamten ein! Meine Mutter war zu dem Zeitpunkt 18 Jahre alt, also volljährig, doch Unterstützung von ihrer eigenen Familie gab es nicht, sie zog mit 16 zuhause aus, weil sie mit ihren sechs Schwestern nicht klarkam, sie hat also schon fast 2 Jahre für sich alleine gesorgt. Sie kämpfte also mehr als 4 Jahre darum, mich wieder zu bekommen. Das nenne ich Kampfgeist und nicht "Scheiße bauen"...

[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]Warum sich Dein Vater nicht meldet? Warum auch, er hätte ja eh nur Vorwürfe zu erwarten. Manchmal, wenn eine Frau sich an Streitereien hochzieht wie die Bohne an einer Stange, bleibt einem Mann gar nicht anderes übrig, als auszuweichen. [/B][/QUOTE]
Vorwürfe? Von mir? Wieso? Ich weiß, dass meine Mutter keinen Kontakt zu ihm wollte, eben weil er diese "Show" vor Gericht abzog. Wäre er aber Manns genug gewesen, dann hätte er Mittel und Wege finden können, dem zu entgehen, schließlich hatte das JA jahrelang die Hand über mich....

[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]Kurzum: gerade Deine Geschichte ist doch ein gutes Beispiel dafür, wie Kinder über ihen Vater den Stab brechen ohne genau zu wissen, was da eigentlich tatsächlich vorgefallen ist. [/B][/QUOTE]

Wie oben geschrieben, habe ich durchaus meine Gründe, so über meinen Erzeuger zu urteilen! Ich habe auch meine JA-Akte vor einigen Jahren eingesehen, da steht es Wort für Wort, das einzige was ich nicht genau herausfinden konnte ist der Zeitpunkt, wann genau ich zur Pflegefamilie kam, das wurde entweder nicht vermerkt oder entwendet. Die Nachfolgerin meiner Amtpflegerin von damals war sich da nicht sicher.
RikaHallo DarkHeart,

ja, ich mache momentan ein Studium, dass sich voraussichtlich noch eine Weile hinziehen wird. Mein Vater wird also noch eine Weile Unterhalt leisten müssen.
Ganz ehrlich, ich habe auch kein schlechtes Gewissen wegen der Sache mit dem Anwalt. Wenn er so gewissenlos ist und mir mein Geld kürzt, dann kann ich das auch sein. Du hast also absolut recht.
Du hast mich gefragt, wie er in der Zeit zu mir gewesen war, als ich ihn noch hatte.
Das ist nicht einfach und dennoch recht kurz zu beantworten. Wir waren uns immer fremd und sind es bis heute geblieben, wir waren uns nie nahe. Es fing nach meiner Geburt an, da war er eifersüchtig auf mich, weil er nun nicht mehr die ungeteilte Aufmerksamkeit meiner Mutter hatte. Das ist ja schon schlimm genug. Ich kann mich an keinen Tag erinnern, an dem mein Vater mit mir im Schwimmbad war oder Eis essen, was auch immer. Kino, Inlineskaten, Fahrrad fahren - alles, was für andere Väter normal ist, dafür hat er sich nie interessiert. Wieso auch? Es gab ja eine Mutter und Großeltern, die konnten ja was mit mir unternehmen, dann konnte er wenigstens in Ruhe shoppen oder Mittagsschlaf halten, dann hat ihn ja keiner gestört.
Auf Schulfesten hat er sich grundsätzlich daneben benommen, er hat sich lieber am Bierstand betrunken anstatt etwas mit mir zu machen. Danach ist er dann auf der Straße gestürtzt und hat sich eine Platzwunde am Kinn zugezogen. Ich habe mich nie wieder so für einen Menschen geschämt. Da war ich 10 Jahre alt. An diesem Abend ging ich ihm aus dem Weg, denn ich mochte es nicht, wenn er getrunken hatte. Dann wurde er anhänglich und melancholisch und suchte dann meine Nähe, die er sonst immer vermied.
Er hatte oft so eine pseudo-autoritäre Art an sich, so hielt er mir zum Beispiel oft während ich aß den Mund zu, weil ich angeblich geschmatzt hatte, sodass ich mich dabei verschluckte. Ich konnte ihm nie etwas recht machen, ständig gab es Streit, weil ich angeblich irgendetwas falsch gemacht hatte. In einem normalen Tonfall konnte er mir das nie sagen, er hat immer sofort rumgeschrien und sich aufgeregt. Meine Mutter hat mich nur im Notfall mit ihm alleine gelassen, weil sie wusste, dass er mit mir nicht zurecht kam und es mir schlecht ging, wenn ich mit ihm alleine war. Irgendwann hat sie dann einen Schlussstrich gezogen, weil sie wusste, dass sie mir ein Zusammenleben mit ihm nicht mehr länger antun konnte.
Auch nach der Scheidung wurde es nicht besser, im Gegenteil. Da hat er sich ziemlich schnell gar nicht mehr für mich interessiert. Wenns hochkam, hat er mich einmal im Monat für eine Stunde besucht, und das auch nur, weil ich mich immer bei ihm meldete. Von seiner Seite kam nie etwas. Irgendwann ist der Kontakt dann völlig abgerissen. Ich hatte ja nichts mehr von ihm zu erwarten, ich wusste, dass ich ihm eigentlich egal war und ihn überhaupt nicht interessierte. Von meinem Leben weiß er überhaupt nichts. Er will es auch gar nicht wissen. Er hat sich ja noch nie um mich gekümmert, nicht mal, als ich noch ein Kind war und die Zuwendung beider Elternteile gebraucht hätte. Da hat er doch lieber etwas für sich gemacht, als für seine Tochter. Sich um ein Kind kümmern oder mit ihm etwas zu unternehmen kostet halt Zeit, aber einem normalen Vater, der sein Kind liebt, sollte so etwas Spaß machen.
Ich bin froh, dass ich eine Mutter habe, die mir immer eine Stütze war und ist und die immer zu mir hält. Von meinem Vater habe ich ein solches Gefühl nie vermittelt bekommen. Dazu war er wohl nicht in der Lage oder er hatte keine Lust dazu.
Ich würde ihm gerne alles, was ich hier geschrieben habe, ins Gesicht sagen, ihn anschreien, für das, was er mir damals angetan hat. Denn es gibt nichts Schlimmeres, als sich von einem Elternteil ungeliebt zu fühlen.

Liebe Grüße!
matheaAuf eine gwisse Weise erkenne ich mich in einem Großteil der Erzählungen wieder. Manchmal, wenn ich wieder richtig wütend bin auf meine Eltern, sage ich mir, dass ich zumindest nicht verprügelt wurde oder dergleichen. Aber manchmal wünsche ich mir schon fast boshaft, dass ich doch einmal mit Blutergüssen und sonstigen Verletzungen in die Schule gegangen wäre. Vielleicht wäre dann man jemand auf mich aufmerksam geworden und hätte nachgefragt, was bei mir daheim eigentlich los sei. So wie es dann wirklich bei mir war, wurde ich immer als Sonderling und Kautz abgestempelt. Ich kann es auf eine gewisse Weise auch nachvollziehen. Jedoch war ich immer allein. Ich wollte ja immer meinem Vater gefallen, vor allem habe ich dies dadurch versuht seine verschrobene Art zu kopieren in dem irrigen Glauben, dass er dies dann gut findet. Hat natürlich nichts gebracht.

Vor Allem ärgert mich im Nachhinein die Verlogenheit meines Vaters, aber ich bin froh, dass es viele Leute gibt, die sich noch an die Wahrheit erinnern und dies auch aussprechen wenn es darum geht meine Glaubwürdigkeit zu stützen. Jedenfalls kann ich primär jeden verstehen, der sich von seinem Vater schlecht behandelt fühlt und ihm in gewisser Weise die Schuld dafür gibt. Natürlich gibt es Väter, die sich bemühen, aber mit ihrem ich sage mal "missratenen" (etwas Passenderes fiel mir nicht ein) Nachwuchs nicht klar kommen. Aber selbst als Kind hätte ich zumindest den Versuch meines Vaters gut mit mir auszukommen wahrgenommen und akzeptiert. Aber er hat sich einfach einen Mist für mich interessiert. Er weiß bis heute nicht was ich gern esse, welche Musik ich gern höre, wer meine Freunde sind, welche Schuhgröße ich habe oder was mir Angst macht. Das sollte ein Vater doch wissen, oder? Er hat sich über meine Ängste nur lustig gemacht, meine schlechte Figur beschimft (wohlgemerkt, dass er auch adipös ist) und einfach Alles was ich gut fand schlecht gemacht. Einfach schrecklich!
RikaHallo Montrose,

ich merke, dass du eine Lanze für die Väter brechen möchtest. Das ist auch völlig ok, es ist ja deine Meinung. Dennoch möchte ich dir ein paar Sachen erklären, vielleicht deiner Meinung etwas entgegenhalten.

[QUOTE]Leider leider ist das heutzutage eine sehr häufige Konstruktion, dass Mütter ihre Kinder für sich vereinnahmen, die Kinder sich stark an die Mutter anklammern (parental alienation syndrom PAL; ein Teufelskreis: wenn die Mutter das Kind isoliert, wendet sich das Kind umso mehr der Mutter zu; ein falsches Verhalten der Mutter wird durch das umso anhänglichere Verhalten des Kindes belohnt), die Mütter die Väter vor den Kopf stoßen .... und dann verstehen die Kinder nicht, was mit ihren Vätern los ist, wenn die darauf reagieren[/QUOTE]

Dazu muss ich sagen, dass meine Mutter mich nie vereinnahmt hat. Auch sie wäre froh darüber gewesen, wenn mein Vater mal einen Nachmittag oder so mit mir verbracht hätte oder sich mehr für mich interessiert hätte. Das hat er aber nie getan. Gerne hätte sie mich ihm anvertraut. Und von Isolation kann auch nicht die Rede sein, da mein Vater während meiner ganzen Kindheit mit mir und meiner Mutter unter einem Dach gelebt hat, wie hätte sie mich denn da isolieren sollen? Er war ja derjenige, der sich von mir ferngehalten hat und sich nie interessiert hat. Meine Mutter hat damit nichts zu tun und so etwas würde sie auch nie tun.

[QUOTE]Das ist richtig. Da die Mutter das Kind als Geißel besitzt, ist das einzige, was der Mann machen kann, versuchen den Geldhahn zuzudrehen.[/QUOTE]

Ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, wie du das meinst. Warum hätte meine Mutter mich denn als Geisel besitzen sollen? Sie hat ihn doch nie mit irgendwas unter Druck gesetzt oder ihn erpresst. Das klingt ja so, als wäre ich für meine Mutter nur Mittel zum Zweck, um meinen Vater fertig zu machen. Sowas hat sie nicht nötig.

[QUOTE]Lange Rede, kurzer Sinn: Ich behaupte mal, was da abläuft, kannst Du gar nicht vollständig begreifen. Es ist etwas, das vor allem zwischen Deinen Eltern abgelaufen ist, und wie Eltern zueinander stehen und wie und worüber sie kämpfen, das begreifen Kinder in der Regel selbst mit 30 nicht. Mit 50 auch nicht, es ist terra incognita. [/QUOTE]

Ehrlich gesagt fühle ich mich durchaus in der Lage, das Geschehene zu begreifen. Ich bin als erwachsener Mensch in der Lage, dinge zu beurteilen. Und diese Sache hat ganz eindeutig nichts mit dem Verhältnis meiner Eltern zueinander zu tun (sie sind übrigens nicht mal im Streit auseinandergegangen, es gab vorher nie böses Blut zwischen ihnen). Von "Kampf" zwischen meinen Eltern kann also überhaupt nicht die Rede sein. Und selbst wenn, dann wäre ich mittlerweile in der Lage, zu begreifen, worum es da gehen würde. Aber es ist ja nicht so.

[QUOTE]Er ist nicht der moralische Superheld, der alle Verletzungen wegstecken könnte, er ist nur Mensch mit seinen ganzen Schwächen, der eben nicht über seinen Schatten springen kann.[/QUOTE]

Warum kann er nicht über seinen Schatten springen? Ich bin doch seine Tochter, wie albern wäre denn das, wenn er Angst hätte, auf mich zuzukommen? Ich bin nicht so böse, wie ich aussehe;).

[QUOTE]Dass er ständig etwas an Dir auszusetzen hatte, hat mit seiner eigenen Unsicherheit und seiner Enttäuschung über die Ehe zu tun.[/QUOTE]

Wenn das stimmt, dann hat er aber null Selbstbewusstsein. Kann einem schon leid tun.

Ich hoffe, ich konnte die ganze Sache mal von einer anderen Seite beleuchten durch die Erlebnisse, die ich persönlich gemacht habe und beurteilen kann.

Grüße
SenecaIch sage es mal kurz und bündig:

Ich musste erst 34 werden um nach 22 Jahren zu erfahren dass ich meinem Vater nicht egal bin. Man darf aber auch einfach nicht zu viel erwarten.
athara[QUOTE]Ich musste erst 34 werden um nach 22 Jahren zu erfahren dass ich meinem Vater nicht egal bin. Man darf aber auch einfach nicht zu viel erwarten.[/QUOTE]
Dem kann ich mich in etwa anschließen. Ich habe erst mit knapp 30 Jahren und an meines Vaters Sterbebett WIRKLICH erfahren, dass ich ihm nie egal war.
Anubis-Schakal[QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i]
[B]Ich sage es mal kurz und bündig:

Ich musste erst 34 werden um nach 22 Jahren zu erfahren dass ich meinem Vater nicht egal bin. Man darf aber auch einfach nicht zu viel erwarten. [/B][/QUOTE]

Kommt mir auch bekannt vor ... 30 Jahre hab ich gedacht, ich würde ihn nur wenig interessieren ... aber in letzter Zeit hat sich das geändert ... ob es daran liegt, das er alt wird ... oder das ich alt werde ^^ ... keine ahnung ....
matheaDas freut mich für euch beide, Seneca und Athara. Ich bewundere eure Stärke und Toleranz euren Vätern gegenüber, dass ihr ihnen die Möglichkeit gegeben habt sich zu erklären und so ein grundlegendes Missverständnis zu beiseitigen.

Allerdings kann ich für meinen Teil sagen, dass ich meinem Vater diese Chance nicht geben werde. Dafür sind einfach zu viele Dinge passiert, die einfach zu eindeutig waren als dass man im Nachhinein sagen könnte: "Das hast du falsch verstanden bzw. ich habe das falsch rüber gebracht, sodass du das nicht richtig verstehen konntest".

Irgendwann ist einfach Schluss!
Franklin GothicIch kann mich hier auch anschliessen. Meinen Vater hab ich nur einmal in meinem Leben gesehen. Ich bin ohne ihn aufgewachsen Er hat nie was von sich hören lassen. Kurz nach meinem 18. Geburtstag ruft er an wegen mir. Und warum? Weil er keinen Unterhalt mehr zahlen möchte obwohl meine Mutter auf das Geld angewiesen ist. Toller Vater. Ich glaube meine Halbgeschwister wissen nichteinmal das es mich gibt.
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Franklin Gothic [/i]
[B]Ich kann mich hier auch anschliessen. Meinen Vater hab ich nur einmal in meinem Leben gesehen. Ich bin ohne ihn aufgewachsen Er hat nie was von sich hören lassen. Kurz nach meinem 18. Geburtstag ruft er an wegen mir. Und warum? Weil er keinen Unterhalt mehr zahlen möchte obwohl meine Mutter auf das Geld angewiesen ist. Toller Vater. Ich glaube meine Halbgeschwister wissen nichteinmal das es mich gibt. [/B][/QUOTE]Ist das Deine Sicht der Dinge oder die Deiner Mutter...genau das kam nämlich in meinem Fall heraus! Im übrigen wurde das Verhältniss zwischen mit und meine Vater in der Tat auch massiv von ständigen Unterhaltsforderungen per Anwalt belastet.

Niemand lässt sich gerne drohen, und viele Müttern setzen genau das ein um eine Keil zwischen KInder und Väter zu treiben.
Noch vor 10 Jahren habe ich selbst in den Chor mitgesungen, bis ich selbst mal in die Situation kam das sich meine schwangere Ex- von mit getrennt hat...ohne weitere Worte außer dem Thema "Unterhalt".
Wie soll man da einen Bezug zum eigenen Kind entwickeln...???
Es existiert doch praktisch nur auf dem Papier.
hidden peakbei solchen persönlichen Tragödien ist es unmöglich die Wahrheit zu finden, weil es DIE Wahrheit nicht gibt. Meistens gehen den geschilderten Erlebnissen viele für die Beteiligten schlimme Ereignisse vorraus, die den Vater / die Mutter zu dem machen was sie sind. Manchmal kann es der Alkohol sein, manchmal Jahre des gegenseitigen Zermürbens. In den Standpunkten jeder Seite liegt etwas Wahrheit, etwas bewusste Lüge und viel Selbstverleugnung. Und es gibt definitiv Menschen die niemals Kinder zeugen sollten, weil sie nicht in der Lage sind 20 Jahre lang ihr eigenes Leben dem der Kinder anzupassen oder besser gesagt unterzuordnen. Nur verfügen gerade junge Eltern nicht über genug Selbsterkenntnis das zu realisieren. Daher kommen imo die ganzen Familienruinen. Unrealistische Erwartungen an Partnerschaft und Kinder, mangelnde eigene Perspektiven, damit verbunden geringer Lebensstandard und Frustration.
Das mit dem Unterhalt ist so eine Sache. Die Ansprüche die erwachsene Kinder gegen ihre Eltern geltend machen können (Versorgungsunterhalt nicht privilegierter Kinder) sind immens und führen sehr oft dazu, dass der Vater am Existienzminimum leben muss und quasi aufhören könnte zu arbeiten, da er keinen finanziellen Fuß mehr auf den Boden bekommt. Natürlich hat ein Kind auch ein Recht darauf, dass die Eltern ihm einen bestmöglichen Start in das Leben ermöglichen. Ob dazu 640€ bis zum 27 Lebensjahr für ein Studium dazugehören? Ich denke, da ist der Gesetzgeber über das Ziel hinausgeschossen. Nach Scheidungen leben die Eltern sehr oft in neuen Ehen und Partnerschaften. Es ist doch klar, dass sie dort auch Verpflichtungen haben und seien wir ehrlich, diese ihnen näher liegen.
In diesen zutiefst menschlichen Dingen gibt es denke ich kein richtig / falsch, sondern nur Kompromisse.

@rika. Was du erlebt hast ist schlimm. So sollte eine Kindheit wirklich nicht sein. Vielleicht macht dich das Erlebte aber auch zu einem stärkeren und eventuell auch "besseren" Menschen.
atharaHallo Mathea!
[QUOTE]Allerdings kann ich für meinen Teil sagen, dass ich meinem Vater diese Chance nicht geben werde. Dafür sind einfach zu viele Dinge passiert, die einfach zu eindeutig waren als dass man im Nachhinein sagen könnte: "Das hast du falsch verstanden bzw. ich habe das falsch rüber gebracht, sodass du das nicht richtig verstehen konntest".[/QUOTE]
Mir ging es da ganz ähnlich wie Dir. Ich hab viele Jahre keinen Kontakt zu meinem Vater gehabt, weil sehr viele, ganz extreme Dinge vorgefallen sind, die einen Kontakt für mich unmöglich gemacht hätten. Ich hatte eigentlich mit meinem Vater längst abgeschlossen, wollte nicht, dass mich irgendwer oder irgendwas noch mit ihm in Verbindung bringt. Es sind wirklich ganz ganz schlimme Dinge passiert in unserer Familie - mein Vater hat zum Bespiel nicht mal wirklich davor zurückgeschreckt, zu versuchen, meine Mutter umzubringen. Auch in meine Richtung und in die meines Bruders sind ne Menge Sachen passiert, die mich dazu gebracht haben, meinen Vater echt zu hassen.
Eines Tages (ich war fast 30) klingelte dann das Telefon bei mir und meine Oma, zu der ich auch seit Jahren kein Kontakt mehr hatte, war am anderen Ende. Als ich ihre Stimme hörte, war mir eigentlich sofort klar, was los war. Sie sagte mir, dass mein Vater schwer krank sei und im Krankenhaus liegen und wohl in den nächsten Tagen sterben würde.
Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich immer geglaubt, dass es mir (sorry) total am Arsch vorbei gehen würde, wenn er ins Gras bisse.
Ich hab drei Tage lang heftig mit mir gerungen und bin dann zu ihm ins Krankenhaus gefahren. Ich hab mich zu ihm ans Bett gesetzt, hab ihn angesehen, diesen alten, gebrochenen Mann, der da lag wie ein Häufchen Elend und so schrecklich weite und wimmerte und beteuerte, wie leid ihm alles täte, was passiert ist und was er gemacht habe. Er weinte so schrecklich und sagte immer wieder, dass er mich über alles geliebt habe, die ganzen Jahre über, sagte immer wieder, wie leid ihm alles täte und dass er jetzt für alles, was er gemacht habe seine Strafe bekäme. Ich saß nur bei ihm am Bett, hörte ihm zu, sagte nichts und sah ihn an, wie er weite.
Dieser Mann hatte sein eigenes Leben ruiniert. So sehr, wie man es sich fast nicht vorstellen kann. Wie hätte ich ihn so da liegen lassen können? Natürlich habe ich ihm verziehen. Er hat seinen Frieden bekommen - ich hab meinen Frieden machen können.
Ich bin sehr froh, dass ich damals all meinen Mut zusammengekramt und mir ein Herz gefasst hatte und zu ihm ins Krankenhaus gefahren bin, um mich von ihm zu verabschieden. Denn so hätte ich ihn auch nicht gehen lassen können. Als ich mich von ihm verabschiedete, lächelte er so selig wie ein kleines Kind. Ich verließ das Krankenhaus und zwei Tage später verstarb er.
mathea@athara, das klingt wirklich sehr ergreifend was du von deiner Geschichte erzählst. Es freut mich, dass du dich sozusagen überwunden hast deinen Vater am Sterbebett zu besuchen. Und es ist ja wirklich für euch Beide ein gutes Ende dabei heraus gekommen, trotz Allem was passiert ist.

Dennoch, nichts, keine Entschuldigung und kein Sterbebett werden mich dazu bewegen noch einmal mit meinem Vater zu reden. Wenn irgendein anderer Mensch so mit mir umgegangen wäre wie er, ich würde nie wieder etwas mit dieser Person zu tun haben wollen. Und nur weil dieser Mann mein Vater ist mache ich da keine Ausnahme. Respekt und Achtung sind Tugenden die sich jeder Mensch durch sein Verhalten "verdient" und nicht allein durch die Tatsache, dass er mein Vater ist. Ich habe seit Jahren nicht mehr vernünftig mit ihm gesprochen und weigere mich in irgendeiner Form mit ihm in Verbindung gebracht zu werden. Und trotzdem muss ich ständig die Konsequenzen unserer Verwandtschaft ertragen, ebenso wie die Ergebnisse dessen was er so rühmlich als "seine Erziehung" nennt.

Nein, man möge mich Stur nennen oder noch besser "genauso wie mein Vater", das tangiert mich nicht. Ich hoffe, @Riak, dass es dir besser ergehen wird.
RikaHi DarkHeart,

ich habe die letzen Tage selbst darüber nachgedacht, ob ich Eigenschaften meines Vaters an mir erkenne. Und ganz ehrlich, ich habe keine gefunden. Damit will ich nicht sagen, dass ich mich für einen besseren Menschen halte, als er es ist. Aber ich finde keine Gemeinsamkeiten. Und falls ich doch die ein oder andere schlechte Eigenschaft von ihm geerbt haben sollte, dann hoffe ich, dass ich zumindest in ein paar Jahren, wenn ich Kinder haben sollte, in der Lage bin, besser zu handeln, als er es getan hat. Ich möchte meinen Kindern jedenfalls so etwas nicht antun.
Rika@ bradog, mathea: vielen Dank dafür :)
athara[QUOTE]Selbst erlebtes Leid ist beileibe keine Entschuldigung dafür, anderen das Leben schwer machen zu dürfen. Eltern sollten sich mal deutlichst vor Augen halten, daß Kindesmißhandlungen - ob nun psychisch und/oder physisch - ein Menschenleben massiv beeinträchtigen oder ruinieren können.
Wenn jemand mit sich selbst nicht im Reinen ist, ist das der oberste Grund, keine Kinder in die Welt zu setzen! [/QUOTE]
Kannst Du mir erklären, was es bedeutet, mit sich selbst "im Reinen" zu sein? Also ich kenne niemanden, der wirklich mit sich "im Reinen" ist. Jeder Mensch hat jawohl seine Schwächen und Fehlbarkeiten - wenn es danach ginge, dürfte sich keiner mehr von uns Menschen reproduzieren.

Zudem kenne ich niemanden, der sich das Recht rausnimmt, andere wie Dreck zu behandeln und sich diesbezüglich über eigenes Erlebtes legitimiert.
Ich spreche Dir ja nicht ab, dass jeden Tag auf der Welt Unrecht passiert, das sich sicherlich bis zu einem bestimmten Maße über die Biographien der einzelnen Beteiligten erklären ließe. Aber so pauschal über andere abzuurteilen finde ich ehrlich gesagt arm. Wer soll denn bitte Deiner Meinung nach die Entscheidungsgewalt über den Seelenstatus von Mitmenschen bekommen? Ich für meinen Teil möchte mir nicht anmaßen darüber zu urteilen, wer mit sich zu genüge "im Reinen" ist, um sich fortpflanzen zu dürfen.
Ich für meinen Teil hab mal echt viel Scheiße in meiner Familie erlebt - aber wäre damals jemand daher gekommen um meine Eltern zu begutachten, hätten die möglicherweise ein NEIN bekommen und es würde mich heut gar nicht geben. Trotz meiner nicht allzu rosigen Kindheit/Jugend kann ich schon von mir behaupten, gerne zu leben.
Und hast Du mal daran gedacht, dass sich Menschen im Laufe eines Lebens auch verändern können? Eventuell auch durch persönliches Leid? Und was ist, wenn die dann schon Kinder haben? Wo ist Deiner Meinung nach das Maß an "Unreinheit mit sich selbst" erreicht, wo eine Wegnahme der Kinder indiziert ist?

Also ich finde, da machst Du es Dir arg einfach. Menschen funktionieren nun mal nicht nach Schema F. Man sollte schon jeweils die persönliche Biografie, das individuelle Umfeld, die Umstände etc. berücksichtigen. Und selbst dann finde ich es ungeheuer schwer, einem Menschen vorzuwerfen, er hätte in der Erziehung der Kinder versagt. Ich hatte das so oder so ähnlich auch ne ganze Zeit lang über meine Eltern behauptet. Aber inzwischen bin ich nun doch zu der reiferen Erkenntnis gekommen, dass eben nicht immer alles Friedefreudeeierkuchen ist. Menschen machen Fehler (aus denen lässt sich ja glücklicherweise lernen). Und grad in der Erzeihung von Kindern hatte man nun nicht ewig vorher Zeit, für den "Ernstfall" zu üben. Als Eltern springt man ja ins kalte Wasser, wenn die Kinder geboren werden. Es sollte mich schon arg wundern, wenn dann immer alles gleich perfekt liefe.
Die Welt ist leider nicht immer schön und der Mensch nicht immer gut. Und leider gibt es dann auch solche Menschen, die das am eigenen Leib auch etwas mehr als andere zu spüren bekommen. Aber gleich bei psychischen Schwächen und Fehlbarkeiten mit Reproverbot um die Ecke zu kommen, finde ich echt bedenklich.
matheaNatürlich ist das so wie du sagts, athara. Doch ich muss auch bradog Recht geben, wenn er sagt man solle keine Kinder bekommen, wenn man mit sich selbst nicht im Reinen ist. Selbstredend kann man keine Aussage pauschalisieren und alle Menschen über einen Kamm scheren.

Aber mein Vater zum Beispiel hat immer gesagt, er habe eine schlechte Kindheit gehabt weil eben sein Vater ihn misshandelt und gedemütigt hat. Er ist darüber nie hinweg gekommen und kam nicht damit klar, dass ich ein Leben hätte führen können, das ihm selbst verwehrt war. Und darum hat er mich wo er konnte eingeschränkt und schlecht gemacht. Ihm fehlte "einfach" die nötige kritische Selbsterkenntnis und der Abschluss mit seiner Kindheit. Mir gegenüber hat er seine Dominanz und seine Sanktionen in jeder Form immer damit begründet, "dass du mal weißt wie man sich fühlt, wenn man ein Verlierer ist/nichts kann/verarscht wird/etwas verliert/verletzt wird/. ... Insofern kann ich bradogs Aussage nachvollziehen.

Insofern finde ich, dass eure Aussagen sich nicht widersprechen. Sicher, die Welt ist nicht gut und es gibt auch böse Menschen. Niemand kann das ändern, aber niemand muss das einfach hinnehmen.

Bezogen auf meinen Vater, sicher, er hatte eine schlechte Kindheit. Aber warum ausgerechnet ICH darunter zu leiden habe geht mir echt ab. Seinen Vater habe ich nie gekannt, weil er vor meiner Geburt verstarb. Und dass mein Vater es nie geschafft hat sich seinem übermächtigem Vater zu stellen habe ich auch nicht verursacht. Und ich bin wirklich weit davon entfernt ihm sein Verhalten aufgrund seiner Kindheit zu verzeihen. Ich hatte auch eine schwierige Kindheit. Aber wen interessiert das denn wirklich? Meinen Arbeitgeber, wenn ich schlecht aus dem Bett komme weil ich Albträume hatte und nicht richtig schlafen konnte? Meine Professoren, weil ich Konzentrationsprobleme habe? Meinen Bank, weil ich Schulden wegen der Therapien habe? Nein, Niemanden interessiert das, ich allein muss damit fertig werden und ich weiß, dass es mir eine Genugtuung und Ruhe verschafft wenn ich diesen Mann nie wieder sehe.
atharaMathea, das leuchtet mir ja auch alles ein, was Du sagst. Sowas zu erleben/erlebt gehabt zu haben ist natürlich schrecklich und scheußlich. Und sicher mag das im Einzelfall auch zutreffen, dass man - wenn man selbst eine scheiß Kindheit gehabt hatte - auch ein psychopatischer Erzieher seiner potenziell eigenen Kinder werden kann. Aber ich wehre mich einfach gegen Pauschalisierungen. Nicht jeder, der eine schlechte Kindheit hatte wird automatisch zu einem Monster seinen Nachkommen gegenüber. Genauso wenig kann man sagen, dass man - wenn man gut erzogen wurde auch selbst ein gutes Elternteil abgibt. Da existieren Myriaden an Bespielen, die diese Annahmen einfach widerlegen. Außerdem bin ich schon der Ansicht, dass man mehr ist als die Summe seiner Sozialisierungsparameter. Ich bin doch ein mündiger Mensch (hoff ich) mit einem gewissen Maß an Vernunft/Verstand und ich bin in der Verantwortung für mein Handeln. Es ist schlichtweg falsch, sein eigenes Tun über seine Erziehung zu legitimieren. Damit entmündigen wir uns selbst, wo wir alle doch immer ach so autonom und liberal sein wollen.

Und nicht zuletzt würde es ja auch bedeuten, Mathea, dass Du Dir selbst über die Erfahrungen in Deiner Kindheit/Jugend das Recht und die Kompetenz absprechen würdest, eine gute Mutter abzugeben. Und das kann und will ich einfach nicht glauben. Und zu allerletzt solltest Du das glauben. Ganz ehrlich.
matheaIch glaube, es wurde so gar nicht gesagt, dass man "automatisch" ein schlechter Vater/eine schlechte Mutter ist, wenn man selbst eine schwierige Kindheit hatte.

Jedoch würde ich gewiss keine gute Mutter sein. Ich kann selbst nicht abschätzen wie ich mich fühlen würde als Mutter. Denn ich würde wollen, dass es meinen Kindern gut geht. Allerdings würde ich befürchten, dass sie dies als selbstverständlich ansehen. Außerdem würde es mich gewiss (auch) sehr belasten, dass es meine Kinder eben so gut wie möglich hätten. Ich würde ihnen eben vor Allem die Dinge geben und ermöglichen wollen, die ich selbst nicht hatte. Das wäre schon hart für mich, denn es würde mich belasten, dass ich es eben nicht gut hatte.

Insofern wäre ich wohl eher eine schlechte Mutter.
athara[QUOTE]Jedoch würde ich gewiss keine gute Mutter sein. Ich kann selbst nicht abschätzen wie ich mich fühlen würde als Mutter. Denn ich würde wollen, dass es meinen Kindern gut geht. Allerdings würde ich befürchten, dass sie dies als selbstverständlich ansehen. Außerdem würde es mich gewiss (auch) sehr belasten, dass es meine Kinder eben so gut wie möglich hätten. Ich würde ihnen eben vor Allem die Dinge geben und ermöglichen wollen, die ich selbst nicht hatte. Das wäre schon hart für mich, denn es würde mich belasten, dass ich es eben nicht gut hatte.[/QUOTE]
Nach all dem, was Du hier geschrieben hast, kann ich noch viel weniger glauben, dass Du eine schlechte Mutter wärst. So zu denken und zu fühlen sind meiner Meinung nach die allerbesten Voraussetzungen, seinen Kindern auch das allerbeste zu ermöglichen. Du würdest ganz ganz sicher eine wirklich gute Mutter abgeben, Mathea. ;)
matheaDas mag sein, du hast bestimmt Recht. Doch ich weiß nicht ob ich wirklich eine gut Mutter wäre. Gewiss würde es mir ungemein schwer fallen meinen Kindern Gutes zu gönnen. Das würde mir sogar unheimlich schwer fallen. Denn Kinder brauchen soviel Aufmerksamkeit und Geduld und so weiter, die hätte ich bestimmt nicht. Wenn man Kinder haben möchte muss man wissen, dass man selbst sehr wenig Zeit für sich hat und dafür viel mehr Zeit für die Kinder haben muss. Man muss sehen, dass sie keinen Unsinn machen oder zumindest schauen, dass ihnen nichts Schlimmes passiert, man trägt zumindest eine Haufen zusätzliche Verantwortung.
atharaIch glaub, das derartige Überlegungen in jeder Frau vorgehen, die sich darüber Gedanken macht, ob sie ein Kind in die Welt setzen soll oder nicht. Es ist ganz natürlich, dass man sich fragt, ob man eine gute Mutter abgeben wird oder nicht. Und ich bin mir sicher, dass solche Überlegungen sogar die Grundvorraussetzungen dafür sind, auch wirklich eine gute Erziehung zu leisten. Diejenigen, die sich selbst nicht infrage Stellen hierbei, weil sie entweder ihre Kompetenz nicht abschätzen und ihr Leisten als selbstverständlich betrachten oder sich schlichtweg mit dieser Frage erst gar nicht auseinandersetzen (aus Ignoranz/Dummheit/etc.), sind am ehesten diejenigen, die hinterher versagen.

Ganz allgemein kann ich mich aber Deinen Gedanken anschließen. Ich weiß auch nicht, wie glücklich ich mit der Verantwortung einem Kind gegenüber wäre (selbstverständlich würde ich vorbehaltlos dieser Verantwortung nachkommen!) - und weil ich es nicht einfach mal ausprobieren kann, hab ich mich dagegen entschieden. Ganz pragmatisch.
Mondsilbertaufe[QUOTE]Die Kinder begreifen nicht, dass die Väter keine Supermänner sind, sondern in solch einer Konstellation einfach nur enttäuscht und traurig sind und ihnen der Umgang mit ihren (entzogenen und auf die Mutter geprägten) Kindern wehtut.[/QUOTE]
Kinder sollten sowas auch nicht begreifen müssen.
Meiner Ansicht nach, ist es nicht die Aufgabe von Kindern Verständis für das kindische Verhalten ihrer Eltern aufzubringen geschweige denn es in seinen Zusammenhängen zu erfassen und zu tolerieren.

Wer mit seinem Kind zusammenlebt, wird die Erfahrung machen, dass Kinder ihre Eltern erst spät in Frage stellen. Kinder leiden nur, wenn einer der Eltern nicht da ist. Ihnen ist es auch egal, ob Mama oder Papa den neuen Partner hat.
Sie freuen sich, wenn Papa kommt und sind enttäuscht wenn er wieder geht.
Sie machen ihren Eltern keine Vorwürfe. Sie lassen sich leicht kaufen, hinhalten und verarschen. Sie sehen nicht wer der Böse ist. Kinder lieben aufrichtig und blind.

Das kann für die Mutter schwer sein, wenn sie sieht, dass der Vater schnitte hat, obwohl er nur 1 mal die Woche die "Arbeit" hat. Es kann auch schwer für die Mutter sein, wenn der Vater ein Arsch ist und das Kind trotzdem von ihm schwärmt.
Da braucht es schon viel Kraft, das Kind weiter teilen zu können und nicht den Vater schlecht zu reden.

[QUOTE]Ich möchte - wie Willy Brand bei seinem Kniefall in Warschau - stellvertretend für alle Väter, die sich aus den genannten Gründen von ihren Kindern abgewandt haben, bei den Leuten hier, die betroffen sind, Abbitte leisten und um Verständnis werben.[/QUOTE]
Du entschuldigst dich, weil Väter an ihren Eitelkeiten scheitern?
Ich wünsche mir, dass Väter genauso aufrichtig und selbstlos lieben wie ihre Kinder.
matheaDiese Entscheidung finde ich vernünftig. Ich wünschte, meine Eltern hätten auch nur ein einziges Mal nachgedacht bevor sie entschieden Kinder zu bekommen. Meine Mutter war viel zu jung, hatte nicht einmal einen "richtigen" Beruf und mein Vater ist ein Irrer.

Aber das gehört ja nicht zum Thema. Ich könnte mich stundenlang über meinen Vater ergehen. Es ist nicht so, dass ich ihn nicht mehr sehen will, nein, ich hasse ihn regelrecht. Und ob er lebt oder im Sterben liegt, das interessiert mich einfach nicht. Der kann mich mal kreuzweise und soll ruhig weiterhin versuchen anderen Leuten weis zu machen, welch ein Lotterleben mein Partner und ich führen. Das macht mich einfach nur wahnsinnig wütend und ich möchte das ehrlich gesagt irgednwie vergessen. Meiner Meinung nach habe ich einen Haufen Probleme, die interessieren meinen Vater seit jeher einen feuchten Mist und insofern ... ach, was soll ich dazu sagen ...
Rika@ Mondsilbertaufe: Ich gebe dir völlig Recht mit dem, was du geschrieben hast.

@mathea: Mir geht es genauso wie dir. Was mein Vater mir über Jahre hinweg angetan hat, lässt sich nicht mit einem klärenden Gespräch aus der Welt schaffen. Er ist einfach nicht fähig, mich zu lieben, das habe ich erkannt. Und wo keine Liebe ist, kann man keine erzwingen. Wenn er kein Interesse an mir hat, dann werde ich auch nicht vesuchen, auf ihn Ruhe lassen soll. Und es geht mir genauso, wie dir: Wenn er mal alt ist, kann er sehen, wer ihn versorgt, ich sicher nicht. Selbst wenn er auf dem Sterbebett liegt, hat er von mir nichts zu erwarten, er wollte mich zu Lebzeiten nicht, dann braucht er mich auch nicht, wenn es zu Ende geht. Und "gestorben" ist er ja für mich sowieso schon (und ich anscheinend auch für ihn), ich habe ja keinen Kontakt mehr zu ihm. Welchen Unterschied macht das dann also noch?
CeryniNunja, so leicht ist es leider nicht Rika... Selbst wenn du nicht persönlich mit deiner eigenen Kraft für die Pflege bzw. Versorgung deines "Vaters" aufkommen willst, falls er irgendwann bettlägrig oder krank etc. im Alter wird, so bist du leider verpflichtet, aufgrund seiner Unterhaltszahlungen an dich, ihn später wenigstens finanziell zu unterstützen, soweit es in deiner Macht steht. Die Ämter sind da ziemlich schnell dabei, sich an die "Nachkommen" der Pflegebedürftigen etc. zu halten, gerade wenn es um Geld geht *grummels* Das ist einer der Punkte, der mich auch nervt. Nur weil er dann irgendwann für mich bezahlt hat, werde ich in die Verpflichtung genommen, das Gleiche für ihn zu tun, wenn er alt und krank ist.

Persönlichen Kontakt mußt du allerdings nicht zu ihm pflegen und soweit ich informiert bin, gibt es auch einige Gesetzeslücken, wo man sich aus der Zahlungspflicht befreien lassen kann, aber dafür benötigt man m.W.n. ganz bestimmte Gründe, die ich leider so nicht sagen kann, dass müßte ich googlen...
MontroseIch hab hier nochmals einen link zum Parental Alienation Syndrom


[url]http://de.news.yahoo.com/aerzte/20080225/thl-elterliches-entfremdungssyndrom-hufi-72610f6_1.html[/url]



Wie schon gesagt, die Kindern wissen oft nicht viel über die wahren Hintergründe, erleben nur die Reaktionen der Väter, aber nicht was deren Reaktion vorausging bzw. ob die Väter nicht gründe für solch ein verhalten haben, und die Kinder können das auch nicht reflektieren.


Wenn ich wie hier Aussagen lese wie "Und kaum war das Höschen an der Bettklante, wurde meine Mutter schwanger" dann sind das doch verniedlichende Mythen, welche Realität verschleiern sollen ... und die Kinder reden diesen Unsinn nach und glauben ihn unbesehen.

Mythen, Mythen, Mythen. Was genaues weiß man nicht.

[QUOTE]Meiner Ansicht nach, ist es nicht die Aufgabe von Kindern Verständis für das kindische Verhalten ihrer Eltern aufzubringen geschweige denn es in seinen Zusammenhängen zu erfassen und zu tolerieren.[/QUOTE]
Kindisch können sich Männer und Frauen Verhalten.

Üblicherweise MÜSSEN Kinder für das kindische Verhalten des Elternteiles, der das Sorgerecht hat, Verständnis aufbringen, weil sie sonst überhaupt niemanden mehr haben.

Kinder sind in solchen Konstellationen die Geißeln und menschlichen Schutzschilder ihrer kindischen Eltern.
Rika@Montrose: wie ich schon einmal geschrieben habe, trifft auf mich und meine Eltern die Sache mit dem PAS nicht zu. Ich habe mir den Artikel durchgelesen. Bei uns war es der Fall, dass meine Mutter meinem Vater angeboten hat, mich so oft zu sehen, wie er wollte. Er hätte jederzeit etwas mit mir unternehmen können. Meine Mutter wäre die Letzte, die einem Vater das Kind vorenthalten würde! Aber er war ja derjenige, der dem nicht nachgekommen ist. Obwohl er die Möglichkeit gehabt hätte, mich zu sehen, wann immer er gewollt hätte, hat er sie ja nicht wahrgenommen. Er hat sich selbst von mir entfremdet, er ist nicht von meiner Muttter dazu getrieben worden. Sich nicht zu melden war seine eigene Entscheidung, meine Mutter versteht selbst nicht, wie er so handeln konnte.
Dass du die Aussage über die ungewollte Schwangerschaft als "Unsinn" bezeichnest, finde ich nicht ok. Und ob das die Meinung der Mutter ist, die aufgenommen und hier nur nachgeredet wird, kannst du meiner Meinung nach nicht beurteilen, dazu hast du wohl zu wenig Einblick in die Situation.
Zum Thema kindische Eltern: Der einzige, der sich kindisch verhalten hat, ist meine Vater. Und außerdem musste ich nie als "Geisel" oder "menschliches Schutzschild" für meine Eltern herhalten, weil es so eine Art "Rosenkrieg" nie zwischen ihnen gegeben hat. Und ohne Krieg braucht man auch kein Schutzschild. Ich möchte mich nicht gerne als Opfer eines Missbrauchs durch meine Eltern darstellen lassen. Danke.

@ Ceryni: Ja, das hast du leider Recht. Ich habe das auch eigentlich alles eher auf die emotionale Seite bezogen. Aber wer weiß, was die Zeit bringt.
CeryniDanke Rika, du schreibst hier das, was ich wohl in "netten" Worten nicht hätte ausdrücken können, aber meiner Meinung entspricht...
Montrose weiß [B]zuwenig[/B] über meine familiären Belange und das alles Bescheid, er kann es nicht verstehen... Und bevor ich jetzt zu zynisch oder ausfallend werde, sage ich zu dem nichts mehr, da ich auch nicht in eine Rechtfertigungsschiene gesteckt werden will....

Emotional gesehen hast du natürlich recht, wie gesagt, es gibt da Möglichkeiten aus dieser zahlenden Position rausgenommen zu werden, doch das zieht meist einen Rechtsstreit mit sich und sowas...
Rika@ Ceryni: Bitte ;) Und danke dir für deine Ratschläge und Meinungen!
matheaDas mit den Unterhaltszahlungen interessiert mich nun wirklich. Wie ist das genau @Ceryni?

Mein Vater weigert sich nämlich mich beispielsweise beim Studium finanziell zu unterstützen und Miete habe ich schon gezahlt als ich noch auf dem Gymnasium war.
athara[QUOTE]Oder fährst Du mit dem Auto durch die Lande und machst erst dann - wennste gegen nen Brückenpfeiler gedonnert bist und alles in Fetzen hängt - den Führerschein? Für allen möglichen - oft unnötigen - Firlefanz muß man im Leben lernen, ob in der Schule oder später im Beruf. Kindererziehung ist ne durchaus schwierige und wichtige Lebensaufgabe, doch Kinder kann jeder Dödl in die Welt setzen, ohne sich jemals mit dem Thema Kind großartig auseinander gesetzt zu haben. [/QUOTE]
Also bitte: Dir ist aber schon bewußt, dass die Gattung Homo es über Mio. von Jahren aber schon geschafft hat, sich fortzupflanzen und Kinder zu erziehen - und oh wunder! - ohne Kinderführerschein? Wie sähe denn Deiner Meinung nach so ein Kinderführerschein aus?
Ich gebe Dir ja recht und stimme Dir zu, wenn Du sagst, dass es jede Menge Beispiele gibt, wo Eltern ihrem Erziehungsauftrag nicht nachkommen und verhunzen, was zu verhunzen ist. Aber dennoch sollte doch wohl jedem erstmal das grundsätzliche Recht zugesprochen werden, Kinder in die Welt zu setzen. Wie gesagt, bei welchem "Dödl" willst Du die Grenze ziehen? Und wie sehen die Sanktions/Präventionsmaßnahmen aus? Zwangssterilisation?


[QUOTE]Ich finde, das siehst Du etwas arg locker.... "ETWAS mehr" ist daher ja wohl leicht untertrieben! Ich kenne persönlich Leutchen, die aufgrund von Mißhandlungen durch ihre Eltern sehr schwer beeinträchtigt sind und das ist alles andere als "ETWAS mehr"!!![/QUOTE]
1.) Du hast das Zitat aus dem Zusammenhang genommen und
2.) Du hast keine Ahnung von meinem Leben. Also bitte erspare mit diese Oberlehrerhaftigkeit.
Ceryni[QUOTE][i]Original geschrieben von mathea [/i]
[B]Das mit den Unterhaltszahlungen interessiert mich nun wirklich. Wie ist das genau @Ceryni?

Mein Vater weigert sich nämlich mich beispielsweise beim Studium finanziell zu unterstützen und Miete habe ich schon gezahlt als ich noch auf dem Gymnasium war. [/B][/QUOTE]

Ich schreib morgen was dazu, bin heute zu fertig, sorry... Wollt mich nur melden und mitteilen, dass ich es nicht vergesse!
matheaNein, musst dir keinen Stress machen, Ceryni. Wenn du Zeit hast und es dir passt kannst du ja vielleicht ein paar Worte dazu verlieren.
adiamusEs ist sehr schwer hierauf was zu schreiben, denn ich denke das jeder dieser seelischen Tiefschläge anders gelagert ist.
Doch am Ende jeder das selbe Leid erfährt.
Ihr solltet allerdings versuchen nicht mit einem Hass in eurem Herzen herumzulaufen, denn so vergiftet ihr euer Leben!
Jeder bekommt in seinem Leben das zurück was er ausgesäht hat.

Kindererziehung ist das wichtigste was wir in unserem Leben zu
tun haben und keiner weis wie es geht, das macht das Ganze zu einem sehr schweren Unterfangen. Jeder geht mit den besten Vorausetzungen daran, doch was rauskommt weis leider keiner.
Das wichtigste was man Kindern mitgeben kann ist LIEBE und das sollten wir versuchen!
Rika@ adiamus:

[QUOTE]Das wichtigste was man Kindern mitgeben kann ist LIEBE und das sollten wir versuchen![/QUOTE]

Ich gebe dir da vollkommen Recht. Es wäre nur schön gewesen, wenn mein Vater mir Liebe gegeben hätte.

[QUOTE]Ihr solltet allerdings versuchen nicht mit einem Hass in eurem Herzen herumzulaufen, denn so vergiftet ihr euer Leben![/QUOTE]

Auf der einen Seite hast du Recht, aber es ist schwer, jemanden, der einem so etwe angetan hat/antut, nicht zu hassen. Ich versuche gerade, Gras über die Sache wachsen zu lassen und meinen Vater als das zu sehen, was er ist. Nämlich mein Erzeuger, dem ich nichts zu verdanken habe, außer mein Leben (und natürlich meiner Mutter, nicht zu vergessen). Ich versuche gerade, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind, versuche damit zu leben, dass er ein Fremder für mich ist. Dabei keinen Hass zu empfinden ist schwer.
adiamusJa Rika es ist schwer, sehr schwer sogar, allerdings solltest Du alles daran setzten den Hass aus Deinem Leben zu verbannen.
Ich wünsche Dir das von ganzem Herzen.

Liebe ist sehr vielseitig, sie kommt von verschiedenen Seiten,
geh mit offenen Augen durch die Welt und sie wird Dir oft begegnen in ganz verschiedenen Facetten.

Möge Dich die Sonne begleiten und stetig in Dein Herz scheinen!
Rika@ Adiamus: Vielen Dank, das ist wirklich lieb von dir :)

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