| GothicDom32 | Bringen Grenzerfahrungen uns Inspiration ,tiefergehende Erkenntnisse,mystisch-spirituelle Erlebnisse ,sowie eine wahrhaftigere Sicht der Dinge und eine andere Dimension des Empfindens,eine Abkehr von körperlich-materiellen Werten hin zu seelisch-geistigen Gefühlen? ich habe sowohl beim Tiefseetauchen als auch beim BDSM schon erlebt,dass Grenzerfahrungen und Grenzverschiebungen, Spiele mit Macht und Ohnmacht,Bewegungsunfähigkeit, Dämmerzustände,Sauerstoffmangel,Isolation, Taubheit und Sprachlosigkeit unter Wasser,..., zu einer Klärung des Geistes,einer tiefen Selbsterkenntnis und einer völlig neuen wahrhaftigeren Sicht der Dinge führen können. Besonders bei bdsm-praktiken wie atemreduktion oder beim tiefseetauchen ganz weit unter der wasseroberfläche,abgeschnitten von der Kommunikation zur Aussenwelt und ganz auf sich selbt gestellt,erfolgt eine tiefe geistige Einkehr,eine Konzentration auf das Wahrhaftige und eine Reise zu den Wurzeln der eigenen Existenz........ |
| more | [url]www.fetischforen.de[/url] |
| GothicDom32 | hi more, danke für den link. aber ich möchte das thema ja nicht im sinne von fetisch,sondern im sinne der goth-philosophie diskutieren. vielleicht hast du ja auch dazu ein meinung,die du den lesern und mir mitteilen möchtest? |
| more | [QUOTE]aber ich möchte das thema ja nicht im sinne von fetisch,sondern im sinne der goth-philosophie diskutieren.[/QUOTE] Meine Meinung dazu: Gothic hat nichts mit Fetisch zu tun. Das sich beide Szenen gut verstehen mag sein, aber Fetisch hat nichts mit einer sog. goth-philosophie zu tun. Man sollte das eine vom anderen trennen. Daher auch der Link, ich denke in einem Fetischforum werden wesentlich mehr Menschen deine Erfahrungen teilen können und daraus kann sich auch eine wesentlich sinnvollere und befriedigendere Diskussion für dich entwickeln. |
| GothicDom32 | es geht aber um grenzerfahrungen allgemein und nicht nur um grenzerfahrungen im zusammenhang mit fetisch, daher ist das thema hier genau richtig und hat auch einen bezug zum gothic bereich. ich selbst habe beispielsweise meine grenzerfahrungen beim tiefseetauchen beschrieben.........und es gibt noch unzählige andere bereiche ,in denen man diese machen kann,z.b gezielt beim fallschirmspringen,extrembergsteigen,autorennen,.... oder unfreiwillig und nicht gezielt z.b. nach unfällen oder schockzuständen......... der kern des themas sind menschen in grenzsituationen,welche erfahrungen sie dabei machen,welche gefühle sie dabei haben und welche erkenntnisse sie dabei erlangen..........in welchem bereich sie diese machen, ist absolut zweitrangig |
| littlelilith136 | Tiefe Selbsterkenntniss durch bdsm..... interessant...... |
| Pallor | Intressanter fand ich noch : Inspiration durch Sauerstoffmangel... Ich persönlich glaube auch daran das bestimmte Extrem Situationen uns zum Nachdenken veranlassen. Sowohl natürliche(unfall) oder künstliche(Fasten), können dazu beitragen die Gedanken neu zu ordnen oder andere Emfpindungen wahr zu nehmen. Aber solche Sätze wie der dort oben halte ich gerade in einem Forum wo es viele Minderjährige gibt für gefährlich. Man sollte mindestens dazu beischreiben, das solche Dinge nur unter kontrollierten Risiken stattfinden sollten(Arzt ausgebildete Domina). Pendark |
| GothicDom32 | ja,das sehe ich natürlich genauso. sorry,dass ich es nicht explizit erwähnt habe,aber es ist für mich so selbstverständlich,dass ich die erwähnung für überflüssig hielt. aber nochmal deutlich für alle: solche praktiken immer nur unter einhaltung der sicherheitsstandards durchführen. im bdsm nennt man das ssc(safe,sane,consensual),also sicher,vernünftig und im konsens. bei extremsportarten unter anleitung eines erfahrenen trainers und beim leben in askese unter ärztlich aufsicht. die grenzerfahrung durch fasten finde ich sehr spannend,allerdings könnte ich mir vorstellen,dass man dazu ziemlich lange braucht, bis sich der gewünschte grenzerfahrungseffekt einstellt. vielleicht teste ich es mal,ist eine echte herausforderung in sachen geduld und selbstdisziplin,die mich ein wenig an die mönche im kloster erinnert. ausserdem gibt es ja auch gesundes heilfasten |
| Pallor | Hab ich bei echten BDSM Menschen auch nicht anders erwartet. ;) Aber leider gibt es viele Menschen, gerade junge Leute, die sowas ausprobieren ohne sich vorher richtig zu informieren. BDSM ist nichts schlechtes, auch wenn es nicht meine Richtung ist, nur wenn es unprofesionel ausgeführt wird. Fasten: Also ich stiess nach ca. 5 Stunden auf meine ersten Grenzerahrungen bei meinem Fasten(auch da wieder kontrolliert, genügent Wasser trinken, und auf Vitamine darf man auch nicht verzichten. Vorher auch einen Arzt aufsuchen und untersuchen lassen.), da ich erstmal fertig werden musste das ich jetzt nichts essen durfte/konnte, und wenn man sein ganzes Leben in einer Überfluss gesellschaft lebt, ist es ein sehr hartes Gefühl. Nach 3 Tagen aber fühlte ich mich richtig gut, es ist ein sehr angenehmenes Gefühl gewesen. Und nach einer Woche habe ich das Fasten auch beendet, was wieder zu einem neuen Essens Genuss führte. Es hat mir jetzt keine geistige Vision gebracht, aber ich entwickelte ein wenig mehr Körper Gefühl und lebte plötzlich Intesiver in unserer Welt. Pendark |
| littlelilith136 | [QUOTE]Es hat mir jetzt keine geistige Vision gebracht,[/QUOTE] Ich glaube nicht, dass man so schnell eine geistige Vision kriegt.... Aber das mit dem Körpergefühl ist interessant.... trotzdem würd ich es nicht machen. |
| more | [QUOTE]Also ich stiess nach ca. 5 Stunden auf meine ersten Grenzerahrungen bei meinem Fasten[/QUOTE] Nach 5 Stunden schon? Nachdem ich um 7 Uhr frühstücke ist es für mich normal mein zweites Essen erst um 13.30 zu machen, bisher hatte ich da noch keine Grenzerfahrungen, und Hunger ist ja auch keine Grenzerfahrung. Grenzerfahrungen sind für mich was viel massieveres, die angeführten Beispielen würden bei mir keine Grenzerfahrungen auslösen Dazu sollte doch auch mal erklärt werden, was eine Grenzerfahrung überhaupt ist, denn der Begriff ist ja sehr weit auslegbar. Selbst beim BDSM würde ich keine Grenzerfahrungen machen, da es ja dort ausschliesslich oder hauptsächlich um die Befriedigung sexueller Wünsche geht. Also keine Situation in der man körperlich wirklich bedroht ist. Beim Tiefseetauchen seh ich das eher. |
| GothicDom32 | wo wir gerade beim fasten sind, fällt mir da noch ein interessanter aspekt ein: schlafentzug. das wird auch oft bei menschen mit depressionen eingesetzt,um deren stimmung zu heben. naja,schlafentzug habe ich bisher auf feten schon öfters mal unbeabsichtigt praktiziert,aber noch keinen effekt ausser müdigkeit dadurch erzielt,aber vielleicht ist der effekt nur zu erzielen,wenn man es in den eigenen vier wänden unter ruhigeren bedingungen als unter musik und menschenmengen testet..........ich könnte mir allerdings auch vorstellen,dass es alleine schwerer fällt,wach zu bleiben;) ein anderer interessanter aspekt in sachen geistiger klarheit ist die hypnose. ich habe dazu in der rubrik nebelpfade mal einen erfahrungsbericht gepostet |
| littlelilith136 | Schlafentzug würd ich nicht als terapie bei depressionen einsetzen, da Schlafentzug selbst Drepressionen auslösen kann... |
| GothicDom32 | ich habe selbst psychologie studiert und kann dir mit absoluter sicherheit sagen,dass schlafentzug spezielle in der klinischen psychologie ständig als therapieform gegen depressionen eingesetzt wird. falls du bei google den begriff"schlafentzug bei depressionen" eingibt,bekommst du unzählige links zu dem thema. aber hier in diesem thread geht es nicht um depressionen,sondern um inspiration beispielsweise durch schlafentzug |
| Montrose | Ich bezweifle, ob man durch die genannten Grenzerfahrungen zu einer Art "Erleuchtung" kommt. Ich bezweifle dies im Übrigen oder ganz besonders hinsichtlich Praktiken des Zen usw. 1. Was ist denn das Fazit solcher "Grenzerfahrungen"? Daß man "intensiver" lebt? Daß man einen Augenblick lang das Leben, seine Schönheit und seine Vergänglichkeit begreift? Daß man interessante Körpererfahrungen macht, schwebt, das "Licht" sieht? Daß man im BDSM-Bereich die Verehrungswürdigkeit des anderen Geschlechts oder seine verborgenen Triebe erlebt? Ähnlich wie beim Drogenrausch sind die in Grenzerfahrungen gefundenen Einsichten, so intensiv sie sein mögen, letztendlich trivial. Eine Befreiung im letzten Sinne findet nicht statt. 2. Erfahrungen der Mitte sind genauso lehrreich wie die der Grenze. Hinausgehen, in esoterischer Einsamkeit seine Betrachtungen anzustellen, kann den Blick auch einengen. Der Bergsteiger..... was versteht der von Berlin, New York... immerhn leben dort Millionen von Menschen. Welche Bedeutsamkeit haben Einsichten, die nur wenige betreffen und diesen Hefeteig in der Mitte außer acht lassen. Diese Anfrage gilt eben auch für Zen-Mönche, Mönche der christlichen Kirche usw.... wenn man sich zuweit von den Dingen, die man betrachten will, entfernt, dann hält man sie für klein und erkennt sie erst recht nicht. 3. Wo ist bei selbstgemachten Grenzerfahrungen die grenzüberschreitende Weisheit? Was auch immer ich da erleben mag, ich erfahre mich und eine bestimmte Technik. Wo aber begegnet einem darin das andere, das Göttliche, Gott selbst? Wo kann das andere überhaupt noch durchdringen, wenn ich durch physiologische Manipulationen sogar noch die geheimnisvollsten Winkel der Seele kontrolliere, benutze, umgrabe und umgrabe und umgrabe, bis kein Unkraut mehr wachsen kann. Kurzum: den genannten Grenzerfahrungen fehlt der Inhalt und die Begegnung. Oder, nochmals anders ausgedrückt: ihnen fehlt der Auftrag. Denn irgendwann steigt man vom Berg auch wieder herab.... und dann? Was bedeutet die Grenzerfahrung im Kontext des Alltags? [QUOTE]Ich habe selbst psychologie studiert und kann dir mit absoluter sicherheit sagen,dass schlafentzug spezielle in der klinischen psychologie ständig als therapieform gegen depressionen eingesetzt wird.[/QUOTE]Das kannst Du nicht mit absoluter Sicherheit sagen, weil Deine Aussage falsch ist. Schlafentzug wird gelegentlich angewandt, wirkt aber nur für den nächsten Tag. Da man nicht jede Nacht einen Schlafentzug durchführen kann, ist dies kein gutes Mittel zur dauerhaften Behandlung von Depressionen. Das kann ich mit "absoluter Sicherheit" sagen, weil wir genau für diese Fragestellung in Tübingen einen Experten haben und ich dessen Vortrag zu diesem Thema besucht habe. Was an Deinem Posting auch etwas dumm für einen Psychologen klingt: Du fragst Dich ja überhaupt nicht, woher Depressionen kommen. Eine Therapie sollte nicht einfach nach irgendeinem Schema abgehen (wird schon irgendwie helfen), sondern man sollte auf die Besonderheiten des anderen Menschen, seine Lebensgeschichte, seine individuellen physiologischen Reaktionsmuster, Wahrnehmungsfähigkeit und Gedankeninhalte usw. eingehen. Es ist eines der Hauptgründe, warum man Psychotherapie durch Psychologen heutzutage nicht mehr empfehlen kann und lieber gleich zum Arzt verweist, weil Psychologen heutzutage die Wurzeln zu ihrem eigenen Beruf verloren haben. Psychologen wollen heute nur noch "rumwurschteln", Psycho-Guru und Messias spielen, anstatt erst mal eine Landkarte vom Menschen zu erstellen. |
| Eilicher Geist | Ich halte eine "Erforschung" übersinnlicher Phänomene für möglich. Dazu sind Grenzerfahrungen aber am wenigsten geeignet, da sie niemals von einem selbst kontrolliert werden können. Durch Sauerstoffentzug, Schlafmangel und Drogen, kann man Dinge wahrnehmen, die einem sonst verborgen bleiben würden- aber das ist nur ein Schauspiel, ein unkontrollierter Abklatsch desjenigen, das man durch strenge und vorallem wache Meditation erreichen kann. Drogen töten im Übrigen die Fähigkeiten ab, durch die man sich bewusst (durch eigene Kraft) in solche Zustände bringen könnte. |
| GothicDom32 | hallo montrose, dein posting klingt ziemlich pessimistisch. falls du selbst keine guten erfahrungen mit der psychologie gemacht hast,brauchst du das ja nicht gleich zu verallgemeinern. ich selbst habe zwar psychologie studiert,bin aber in der forschung tätig und habe mit therapie wenig zu tun. dennoch steht ausser zweifel ,dass schlafentzug eine gängige therapie gegen depressionen ist, natürlich gezielt und wohldosiert eingesetzt, meist in kombination mit medikamenten und nicht unbegrenzt lange. ob es gegen die depressionen hilft oder nicht,ist von fall zu fall verschieden,da es unzählige formen von mehr oder minderschweren depressionen gibt. bei minderschweren fällen wie einfachen herbst-und winterdepressionen,bei denen das trübe wetter auch das gemüt trübt ,ohne dass ein konkretes problem den depressionen zugrunde liegt,kann schlafentzug durchaus die stimmung aufhellen. bei endogenen depressionen ist schlafentzug natürlich nicht empfehlenswert. aber wie gesagt, das thema lautet auch inspiration durch grenzerfahrungen und wir sollten nicht abschweifen. die verbindung der grenzerfahrungen zum alltag besteht darin,die im rahmen der grenzerfahrungen gewonnenen erkenntnisse auf den alltag zu übertragen und sie dort sinnvoll einzusetzen,um den alltag geistreicher und kraetiver gestalten zu können. Hallo EilicherGeist, deinem posting kann ich schon eher zustimmen. drogen sind im zusammenhang mit grenzerfahrungen absolut abzulehnen, da sie den geist und den körper auf dauer nur schwächen. die kraft zum erlangen von erkenntnissen durch selbsterfahrung muss aus dem menschen selbst kommen, aus seinem innern,seiner seele und aus der tiefe seines herzens, daher sollte er ohne chemische hilfsmittel in sich gehen und seine eigenen natürlichen energiequellen aktivieren...nur so geht es und meditation ist in diesem zusammenhang durchaus ebenso sinnvoll wie die von mir beschriebenen möglichkeiten. |
| Kato | ja stimmt die besten filmeinfälle hatte ich bisher unter extremen kaffeeinfluss (5 tabletten coffeinium N + 2 tassen espresso) und im absturz suff |
| more | @ Kato, das dachte ich mir ... :p :D :p :D ;) |
| Montrose | [QUOTE]aber wie gesagt, das thema lautet auch inspiration durch grenzerfahrungen und wir sollten nicht abschweifen.[/QUOTE]"Wir"?? Du hast doch angefangen, mit Schlafentzug vom Thema abzuschweifen. Der Satz muß richtig lauten "Ich sollte nicht abschweifen". Was meinst Du mit Inspiration? Sauerstoffmangel führt zum Beispiel auf Dauer zu Verblödung. Die Hirnzellen sterben ab. Was soll daran inspirierend sein? [QUOTE]dennoch steht ausser zweifel ,dass schlafentzug eine gängige therapie gegen depressionen ist, natürlich gezielt und wohldosiert eingesetzt, meist in kombination mit medikamenten und nicht unbegrenzt lange. ob es gegen die depressionen hilft oder nicht,ist von fall zu fall verschieden,da es unzählige formen von mehr oder minderschweren depressionen gibt.[/QUOTE] Woher willst Du das wissen, wenn Du "in der Forschung" tätig bist? Die gängige Therapie ist Pharmakotherapie und kognitive Therapie... (Hautziger etc.) Ich finde es schon sehr merkwürdig, mit welchem Nachdrcuk Du Dinge behauptest, die so gar nicht zutreffen. [QUOTE]die verbindung der grenzerfahrungen zum alltag besteht darin,die im rahmen der grenzerfahrungen gewonnenen erkenntnisse auf den alltag zu übertragen und sie dort sinnvoll einzusetzen,um den alltag geistreicher und kraetiver gestalten zu können.[/QUOTE] Blablabla. Welche in "Grenzerfahrungen gewonnenen Erkennntnissen"? Welcher Alltag.... was meinst Du denn genau damit: Beruf, Beziehung oder was? Was hat man sich unter "geistreicher" und "kreativer" vorzustellen? Das sind doch alles nur Worthülsen. Nenn doch einfach mal ein ganz konkretes Beispiel: welche Grenzerfahrung führt zu welchem Vorteil im Alltag... [QUOTE]die kraft zum erlangen von erkenntnissen durch selbsterfahrung muss aus dem menschen selbst kommen, aus seinem innern,seiner seele und aus der tiefe seines herzens,[/QUOTE]Welche Erkenntnisse und wozu? Die meisten Menschen leben ihr Leben mit all ihren Fehlern und Höhenflügen, ohne darüber nachzudenken. Ja nach meiner Beobachtung führen solche Menschen ein glücklicheres und vor allem "normaleres" und reibungsloseres Leben. "Erkenntnis" ist wie wenn man einen Schlafwandler auf dem Dach weckt: er erschrickt und fällt herunter. Weshalb im übrigen Erkennntnis durch Selbsterfahrung und nicht durch Begegnung mit anderen Menschen? Ich persönlich finde, das Erkennntnis immer etwas damit zu tun hat, daß man aus sich selbst hinaussschauen kann und eben nicht nur um sich und seine "Seele" kreist. Dieses Hinausschauen ist viel schmerzhater als die eigene Nabelschau. Denn was einen im "Selbst" erwartet, ahnt man ja. Diese verwirrende Vielfalt der Welt aber hat etwas unkontrollierbares. Und deshalb läßt man die Welt oft auch nur schlückchenweise rein. Psychologie ist ja die beste aller Techniken, um möglichst alles Reale auszublenden. Alles wird umgedeutet, in Fachbegriffe und Klassifikationen gepreßt, damit ja nichts mehr von einem wirklichen Menschen übrigbleibt. Wirkliche Mensche sind nämlich verstörend ... auch für Psychologen ;-) [QUOTE]dein posting klingt ziemlich pessimistisch. falls du selbst keine guten erfahrungen mit der psychologie gemacht hast,brauchst du das ja nicht gleich zu verallgemeinern.[/QUOTE]Nicht mein Posting ist pessimistisch, sondern die Realität der Psychologie. Ich möchte fast sagen: Quod erat demonstrandum. Da kommen die Leutchen her und rufen "Hierhierhier, ich bin Psychologe", was ja einen gewissen Machtanspruch darstellt, und dann ist das, was sie behaupten, doch nur Unsinn. edit: was mich vielleicht wirklich ärgert, ist diese Non-Chalance, mit der jemand meint, alleine durch irgendwelche Techniken gleich zu den Sternen wie "Inspiration" usw. greifen zu können. Das ist natürlich typisch Psychologie, egal ob Forschung oder Therapie.... diese maßlose Hybris. Dieser Aberglaube, man müsse einfach nur einen Dreh finden (Steve deShazer "Der Dreh"), und schwupp, man hat nicht nur ein Teilproblem gelöst, sondern die Bestimmung seiner ganzen Existenz gefunden. Diese Dummheit wird von Philosophen und Theologen nicht geteilt. Die geben sich durchaus bescheidener, weil sie einen weiteren Horizont und ein tiefsinnigeres Problembewußtsein als Psychologen haben. Ich bin durchaus der Meinung, daß Psychotherapie und psychologische Forschung Einsichten bringen könnte. Und dieser "romantische Ansatz" mal jenseits der Schulpsychologie mal was anderes wie zum Beispiel "Grenzerfahrungen" heranzunehmen, ist auch nicht so falsch. Nur müssen sich Psychologen bewußt sein, daß diese Gebiete bereits von anderen Experten okkupiert sind. Der thread-Ersteller ist bislang eine Antwort schuldig geblieben, was eigentlich seines Erachtens das Ziel der "Grenzerfahrungen" sei soll. "Inspiration".... sollen die Menschen Werbetexter bei Coca-Cola werden oder was soll das? |
| gin'iro | [b][COLOR=firebrick]Bitte bleibt ON TOPIC![/COLOR] [/b] |
| GothicDom32 | hallo montrose, das kann man schlecht erklären oder mit dem verstand erfassen,sondern nur gefühlsmässig verstehen,wenn man es erlebt. ich war beim tiefseetauchen mal unbeabsichtigt in einer gefährlichen extremsituation, also eine grenzerfahrung,in die ich unvermittelt hineingeraten war. es wa ein moment der tiefen selbsterkenntnis. ich sah das wesentliche, die proportionen zwischen alltäglichen dingen und existenziellen dingen wurden zurechtgerückt. ich erkannte,dass alle alltägliche dinge belanglos sind und das einzige,was zählt ,das leben selbst ist. ich habe die situation unbeschadet überstanden und danach die welt mit anderen augen gesehen, bewußter und intensiver gelebt. |
| Pallor | Da gebe ich GothikDom recht, ich denke der Mensch baut sich eine Art Psychisches Schutzschild von Gewohnheit auf. Man beginnt die Welt auf eine Art zu sehen, und es ist sehr einfach Dinge einzuordnen, und man muss nicht immer wieder über alles nachdenken. Leider kann man sehr oft falsch liegen, und so für neue Eindrucke verschlossen sein. Gerade durch Inspirationen im extremen Sinne ist es möglich kurze Momente der klarheit zu erlangen, dabei ist natürlich das Extreme immer von dem einzelnen Menschen abhängig. Pendark |
| Silverwolf | Hallo Das Thema ist sehr spannend, aber leider verstehe ich nicht alles von dem geschriebenen, hat mir zu viele Fachbegriffe :rolleyes: [QUOTE]ich erkannte,dass alle alltägliche dinge belanglos sind und das einzige,was zählt ,das leben selbst ist. ich habe die situation unbeschadet überstanden und danach die welt mit anderen augen gesehen, bewußter und intensiver gelebt.[/QUOTE] Bisher hatte ich das noch nie erlebt, aber letzen Samstag sass ich auf der Toilette und las Zeitung. Plötzlich hatte ich genau diese "Einsicht", befand mich aber weder in Gefahr, noch in einer Extrem-Situation, oder könnte ich im WC ertrinken? :D Vielleicht muss man nicht in "Lebensgefahr" sein, um grenzerfahrungen zu sammeln...Ich habe mir mal die Beispiele genauer angesehen und ich denke dass bei jeder Situation der "Geist" irgendwie abschweift...Man ist für eine kurze Zeit weg, nicht mehr ansprechbar. Könnte es nicht sein dass man einfach loslassen muss, um in diesen Zustand zu gelangen? Mann muss sich nicht in spezielle Situationen versetzen? |
| LaChatte | Eine harmlose Art der Grenzerfahrungen ist, sich an einen schönen Ort zu setzen und geistig in Grenzräume hinein zu gehen. solche Räume ist zum Beispiel der Raum zwischen dem Wasser eines Teiches und einem Uferstein - dort, wo es nicht nass und nicht trocken ist. Oder der Raum zwischen einem Blatt und der Luft. Oder der Raum zwischen einer Wolke und dem blauen Himmel. Oder der Raum zwischen der Flamme eines Feuers und der Dunkelheit. Das ist eine Übung, die neue Perspektiven öffnen kann. Ich erlebe je länger je mehr, dass Leben grundsätzlich eine Erfahrung ist, wo es um Grenzen geht. die Grenzen meines eigenen Körpers bestimmen zu einem grossen Teil, welche Erfahrungen ich leben kann und welche nicht. Allerdings bestimmt mein Geist noch viel mehr und kann entweder öffnen oder er kann einschränken. Viele Grenzen, die wir haben, erlegen wir uns selbst auf - und gerade alltägliche Grenzüberschreitungen empfinde ich im Moment als sehr spannend. Gewohnheiten hinterfragen - falls ich jeden Morgen Kaffee trinke, wie geht es mir, wenn ich es mal nicht tue? Wie geht es mir, wenn ich so tue, als ob ich jemand anders wäre? Mensch-Sein hat sehr viel damit zu tun, herauszufinden wer ich bin - und auch zu erschaffen, wer ich bin. Alle möglichen Erfahrungen zuzulassen. Ich finde wichtig, was Paulus sagt: "alles ist euch erlaubt - aber lasst euch von nichts beherrschen". Und oft ist das Spannende ja gerade das Risiko, das man eingeht... "gut leben" heisst wohl aber auch - in einer reifen Form - dass das Risiko einigermassen kalkuliert sei, und das man sehenden Auges einen Entscheid trifft. Erfahrungen von Mittelmässigkeit sind auf lange Sicht bestimmt nicht so inspirierend wie Grenzerfahrungen... und Extreme, zu denen man gehen kann, tun uns auch gut. Es ist besser, eine wirklich dunkle Nacht und dann einen wirklich hellen Tag zu haben, als 24 Stunden Dämmerung. |
| GothicDom32 | Hallo LaChatte, im prinzip stimme ich dir zu. die frage ist nur,ob man dazu in der lage ist,sich einfach an einen behaglichen platz wie ans ufer eines sees zu setzen,in sich zu gehen und abzuschalten. einige menschen können das vielleicht ,sich selbst in einen solchen zustand zu versetzen. doch die meisten menschen brauchen dazu techniken wie yoga,meditation,autogenes training,hypnose.....was auch erst über einen längeren zeitraum hinweg erlernt werden muss,bis man es sinnvoll anwenden kann. daher sind grenzerfahrungen und extremsituationen eine möglichkeit ,sich selbst schnell und unkompliziert in einen zustand von großer entspannung und großer konzentration zu versetzen, denn wenn der mensch an seinen grenzen ist,stellt sich dieser zustand von selbst ein |
| herbstliebe | [QUOTE][i]Original geschrieben von GothicDom32 [/i] [B]einige menschen können das vielleicht ,sich selbst in einen solchen zustand zu versetzen. doch die meisten menschen brauchen dazu techniken wie yoga,meditation,autogenes training,hypnose.....was auch erst über einen längeren zeitraum hinweg erlernt werden muss,bis man es sinnvoll anwenden kann. daher sind grenzerfahrungen und extremsituationen eine möglichkeit ,sich selbst schnell und unkompliziert in einen zustand von großer entspannung und großer konzentration zu versetzen, denn wenn der mensch an seinen grenzen ist,stellt sich dieser zustand von selbst ein [/B][/QUOTE] also was du vom stapel lässt ist haarsträubend. nenn doch mal eine extremsituation, in die sich jeder normalsterbliche sofort bringen kann um ganz schnell die sicht der dinge zu erleben. |
| Pallor | Ich glaube das mit den Extremsituationen wird falsch verstanden, es gibt kein muss des Erkenntniss gewins. Durch Extremsituationen wird man nur in eine Art radikale Situation gebracht die dich öffnet und neue Impulse dein Altagserlebniss durchdringen. Das muss aber nicht zwanghaft oder notwendiger weise zu einer Veränderung deiner Sicht oder einem Erkenntniss gewinn führen. Solche Phänomene werden oft bei Nahtodeserfahrungen geschildert, wobei ich jedem abrate sich mutwillig in eine solche Gefahr zu bringen. Pendark |
| more | Ich stimme LaChatte voll und ganz zu, denn ihre Beschreibung ist jedenfalls wesentlich sinnfüllender als das Gerede von irgendwelchen Gefahrsituationen die angeblich eine neue Sicht auf die Dinge offenbart. Dem ist nämlich in den seltensten Fällen so. In so einer Situation spielt sich zu viel im Körper ab, als dass man die Vorgänge nachvollziehen kann, und ein Adrenalinschub ist im Wesentlichen nichts anderes, als sich von einer Droge den Geist vernebeln zu lassen. Das bringt im ersten Moment ein Hochgefühl aber öffnet nicht den Geist. Sich in aller Ruhe auf seine Mitte zu konzentrieren kann jeder erlernen, dafür muss ich kein Joga-Meister sein. Oder sind wir schon so überreizt von unserer Umwelt, dass wir uns nun selbst in Gefahrsituationen bringen müssen, um uns wieder selbst als Mensch zu spüren? Ich bin der Meinung ein ausladender Spatziergang, alleine wohlgemerkt bringt mehr Kreativität in mein Leben als mich mit einem Fallschirm aus dem Hubschrauber zu stürzen. Der Mensch findet sich selbst am besten in der Ruhe. So seh ich das, ohne Psychologie studiert zu haben. |
| herbstliebe | [QUOTE][i]Original geschrieben von Pallor [/i] [B]Ich glaube das mit den Extremsituationen wird falsch verstanden [/B][/QUOTE] ja eben! deswegen will ich ja auch wissen, was solch eine extremsituation sein soll bzw. wie der dom eine solche definiert. ich denke beim bungee-jumping wird kaum jemand ein mystisch-spirituell erlebnis haben oder gar eine "wahrhaftigere Sicht der Dinge und eine andere Dimension des Empfindens" erleben/erlernen. jedenfalls nicht dahingehend, dass derjenige dadurch sein leben verändert. "eine Abkehr von körperlich-materiellen Werten hin zu seelisch-geistigen Gefühlen" den rest des satzes habe ich absichtlich nicht zitiert, weil ich das gern erstmal erläutert hätte. ps @ more: La Chatte ;) |
| GothicDom32 | nun ja, ich habe ja schon erwähnt,dass man es beim tauchen leicht selbst herstellen kann. muss ja nicht gleich riskantes tiefseetauchen,sondern kann für den anfang erstmal normales tauchen sein. ausserdem kann man es natürlich auch beim bdsm durch bestimmte praktiken erzeugen. da das forum aber auch von jüngeren menschen gelesen wird, gehören diese praktiken nicht hierher. wer sich mit bdsm auskennt,weiß es sowieso...und falls es wirklich so interessiert,gibt es ja auch die pm-funktion für fragen- ansonsten gibt es auch reine bdsm-foren mit alterskontrolle ,bei denen man das nachlesen kann. |
| more | Irgendwie habe ich das dumpfe Gefühl dass es sich bei dir hauptsächlich, egal um welches Thema es geht um BDSM dreht... Korregier mich, falsch ich da falsch liege, aber du spielst immer auf dieses Thema an, und wenn nicht direkt auf BDSM dann auf Sex, das macht die Diskussion irgendwie merkwürdig gezwungen und abdriftend... @LaChatte, sorry, das kommt davon wenn man gleichzeitig in mehreren Themen rumgeistert! Fehler behoben :rolleyes: |
| GothicDom32 | ja,das muss ich in der tat korrigieren. ich praktiziere bdsm nicht im zusammenhang mit sex. daher hat das thema auch keinen bezug zu sexuellen bereichen. ich habe eine bdsm-vorliebe und auch eine goth-vorliebe(diese bezieht sich aber weniger auf die musik,sondern eher auf den bezug zum mittelalter-ambiente-outfit),ausserdem ist auch tauchen eines meiner hobbies. logischerweise kann ich in diskussionen,egal zu welchem thema,immer nur meine eigenen erfahrungen einbringen..und die stammen eben hauptsächlich aus diesen bereichen. |
| more | BDSM hat auch was mit der befriedigung sexueller Fantasien zu tun, auch wenn dabei kein Sex praktiziert wird. So naiv bin ich nun auch nicht! Ausserdem kenn ich mich in dem Bereich auch sehr gut aus... Aber das ist ein anderes Thema. :rolleyes: Ich denke du weisst sehr genau worauf ich hinaus wollte bei der Fragestellung, zusätzlich finde ich es merkwürdig, dass du BDSM als Hobby hier anstellst um an anderer Stelle wieder von Askese zu sprechen, passt irgendwie alles nicht so recht zusammen, oder deine Meinungen drehen sich wie das Fähnchen im Wind. Will dich da nicht persönlich angreifen, vielleicht blick ich auch nur nicht durch... |
| herbstliebe | [QUOTE][i]Original geschrieben von GothicDom32 [/i] [B]logischerweise kann ich in diskussionen,egal zu welchem thema,immer nur meine eigenen erfahrungen einbringen..und die stammen eben hauptsächlich aus diesen bereichen. [/B][/QUOTE] dann kannst du auch gar nicht beurteilen, ob es schneller geht, sich mit bdsm an grenzen zu bringen oder durch meditation. zumal deine beispiele auch erst erlernt werden müssen. [SIZE=1]@ more, wenn du dich so gut mit bdsm auskennst, müsstest du auch wissen, dass es hobbydoms gibt. [/SIZE] |
| LaChatte | @more mir ist zwar nicht ganz klar, wofür du dich entschuldigst, aber es ist OK. Mein Dank gebührt auch herbstliebe, die offenbar helfend eingriff.;) Ich möchte nochmals auf die alltäglichen Grenzerfahrungen zurückkommen, die unabhängig vom Hobby die meisten Menschen immer wieder erfahren. An die Grenze meiner Geduld bringen mich Schlangen vor Schaltern, vor allem, weil ich immer die langsamste wähle. eine heftige, wenn auch alltägliche Grenzerfahrung ist, ins Büro des Chefs gerufen zu werden und die Kündigung zu erhalten. eine ebenso alltägliche Erfahrung machen Arbeitslose, wenn sie die Miete bezahlen sollten und es auf dem Amt heisst "nein, sie kriegen kein Geld". gerade alles, was mit Geld zu tun hat, ist ausserordentlich grenzerfahrungsträchtig, natürlich auch auf die andere Seite, wenn Mensch im Lotto ein paar Millionen abholt und mit diesem Wohlstand umgehen muss. Im Verkehr wünsche ich mir manchmal, gewisse Leute sollten doch bitte ihre Grenzerfahrungen im Bungee Jumping abholen, dort gefährden sie nämlich nur sich selbst und nicht alle andern auch. Schlussendlich sind (Grenz-)Erfahrungen auch nur immer so viel wert, wie man daraus lernt. Der Kick, den sie geben, ist das Eine - und sogar solche Dinge wie "die Kündigung erhalten" können einen durchaus als positiv empfundenen Kick geben, das ist alles Einstellungssache. Man profitiert aber von allen Kicks (und den Schmerz-Kicks des BDSM kann ich durchaus Sympathien abgewinnen) nur, wenn man durch sie hindurch zur Essenz der Erfahrung gelangt. Für mich bedeutet das vor allem ein Gewinn an Sensibilität. Ein guter Kick / eine gute Erfahrung ist wie ein gutes Essen nicht dasjenige, das mit den grössten Mengen glänzt, sondern jenes, das harmonisch und raffiniert komponiert ist und eine Vielfalt von Einzeleindrücken zu einem Ganzen zusammen fügt. Schlussendlich sind alle Erfahrungen Grenzerfahrungen, und es macht nicht mehr viel Unterschied, ob du eine Tasse Kaffee trinken gehst oder ob dich dein Freund verlässt oder ob du Millionen gewinnst. Erfahrungen sind einfach Erfahrungen, und als solche kann man sie schätzen und geniessen, wie sie auch seinen - sogar die schlechten, erstaunlicherweise. |
| GothicDom32 | hallo LaChatte, deinem posting kann ich zustimmen. jede erfahrung erweitert den erfahrungsschatz und ermöglicht es einem in zukunft darauf zurückzugreifen und einmal gemacht fehler zu vermeiden. daher gibt es weder gute,noch schlechte erfahrungen,sondern einfach nur erfahrungen. um mal ein paar konkrete beispiele für das übertragen von grenzerfahrungen auf den alltag zu nennen: jemand geht im bdsm mit schmerzreizen um und lernt dabei,den schmerz zu kontrollieren..................falls diese person nun im alltag mal verletzt wird,verfällt sie nicht in panik,sondern reagiert ruhig und vernünftig,da sie gelernt hat,den schmerzu zu kontrollieren. anderes beispiel: jemand hat erfahrung mit bondage gesammelt und gelernt,geduldig in der bewegungsunfähigkeit zu sein und zu entspannen.....so wird dieser person das warten in einer schlange nie mehr probleme mit ungeduld bereiten. jemand hat erfahrung im fasten...dadurch hat diese person bessere überlebenschancen,falls mal eine hungersnot ausbrechen sollte........ |
| Redrum | Hi Also ich war schon des öfteren Fallschirm springen, auch ein super tip wenn es jemandem richtig schlecht geht, wenn nichtgerade höhenangst! Kleine beschreibung bei 4000 m fällt man 1 min im freien fall und erst dann geht der schirm auf. In diesem moment woman aus dem flieger springt, ist es wie von einem sprungbrett ins wasser zu springen nur das wasser ist der Himmel und irgentwann tauchst du einin dieses Gefühl das fallens, sichhingeben, fallen lassen, das tolleist dubist nicht mit der Erde verbunden, du bist an einem ort an dem dich gerade niemand erreichen kann, wo gerade kein anderer Mensch ist, du bist nicht mehr auf der Erde. Es ist ein gefühl wie verliebt sein, du gibst dich deiner angst hin, dem gefühl dabei sterben zu können und du lässt dich einfach hinein fallen. Das ist definitiv eine grenzerfahrung die vieles mit einem anstellen kann, alles aber nichts schlechtes |
| Samsa209 | das hier, ist zwar nicht wirklich passend, jedoch habe ich per suchfunktion nichts wirkich passendes gefunden, und wollte euch kein neues thema antun, also, ein bekannter von mir macht momentan in einem krankenhaus ein praktikum, aber das ist ja nebensache, das, worauf ich wirklich zusprechen kommen will ist, dass, als er in der psychatrie vorbei ging, ein kleines büchlein fand, (das krankenhaus ist kein christliches.. oder so) welches die dort zubehandelnden durchaus lesen können/sollten, und es von nonnen dort ausgelegt worden ist. in diesem buch wurde den patienten propagiert, sie seien sündiger, schlechte menschen und naja, was dort eben angepriesen wurde, kann man sich,d enke ich vorstellen. aber ist es nicht eigentlich so,dass es etxrem gefährlich ist, menschen die krank sind, so zu "verächten"? ich meine, ich habe auch meine psychischen tiefen,panikattacken etc mit mir herumzutragen, die ich aufgrund gesellschaftlicherprobleme und missstände bekommen habe. vondaher, ich persönlich findees nicht richtig soetwas zusagen, wie seht ihr das, das würde mich mal interessieren |
| Ewig | Seid doch mal etwas netter zueinander. Jeder hat seinen eigenen Weg. Nichts sollte man verallgemeinern. Es kann durchaus Menschen geben die solche Extremsituationen brauchen. Ich kann bestätigen dass es Situationen gibt in denen man alles versteht, nicht intellektuell sondern ganzheitlich. Was mich betrifft ist es Meditation (und auch sexuelle Erlebnisse oder Liebe). Es gibt da einen Punkt in der Meditation wo ich das Gefühl des Sterbens habe. Allerdings nicht nur als Gedanke sondern tiefgreifend/ganzheitlich. An diese Grenze stosse ich immer wieder. Ich muss mich da völlig einer höheren Kraft hingeben und kann somit auch nichts kontrollieren schon garnicht das ganze Üben nennen. Ich meditiere wann ich das Gefühl danach habe und es passiert wenn es passieren will. Ich war einst ein einem Zustand wonach ich 2 Min gelacht habe wie besoffen und wusste dass ich mir alle Probleme nur selbst mache und das es etwas ganz anderes hinter unserer Existenz gibt als das was wir gewöhnlich wahrnehmen. Der Körper war da garnicht mehr so wichtig. Daraus resultiert mein Glaube das wir alle hier ganz gut aufgehoben sind und all diese Dinge von denen Religionen und andere Kulturen berichten, das es da noch etwas anderes gibt als die Welt die wir wahrnehmen, einen Sinn eine Kraft, Gott, eine Einheit hinter allem, wohl durchaus richtig sind. Wir leben lediglich in einer Kultur die den Zugang dazu völlig verloren hat. Aber dieses "Erwachen" oder die Umorientierung findet ja bereits bei vielen statt. Die Intensität des Bewusstseins lässt bei mir dann immer wieder nach, aber etwas bleibt immer hängen. D.h, ich kann diese Erfahrungen sehr wohl im Alltag einsetzen, bin viel gelassener und zuversichtlicher geworden. Und das bestätigen auch andere Erfahrungen, einfach mal sich raushalten, vertrauen dass die Kraft die uns gemacht hat schon weiss was sie tut, und es regelt sich manches dann von ganz alleine. Das heisst jetzt natürlich nicht dass wir und alle wie die Zen Mönche aus der Welt zurückziehen und nix mehr tun. Man muss eben immer seine Mitte finden. Und so kann ich auch bestätigen dass reine Weltabkehr ebenfalls nicht weiterbringt, gerade in unserer Welt. Da ist Liebe gefragt. Zu sich selbst, zu allen Erfahrungen auch den negativen die einen ja nicht selten am meissten entwickeln. Verständniss für andere, wiso sie so und so reagieren, Verzeihen können, über seinen Schatten springen (ja auch dass sind Grenzerfahrungen!), sich selbst verstehen, erkennen, bewusster leben, mit mehr Liebe. Die Welt ist nicht selten unser Spiegel und wie ich denke und handle so werde ich auch behandelt. Den meissten Scheiss haben wir uns selbst zuzuschreiben, aber wer will schon die Verantwortung für sich und sein Tun übernehmen? |
| Cagliostro | [QUOTE][i]Original geschrieben von GothicDom32 [/i] [B]hi more, danke für den link. aber ich möchte das thema ja nicht im sinne von fetisch,sondern im sinne der goth-philosophie diskutieren. vielleicht hast du ja auch dazu ein meinung,die du den lesern und mir mitteilen möchtest? [/B][/QUOTE] Sehe ich jetzt auch nicht so dogmatisch. Grenzerfahrungen? Naja, wären alle gleich gross, gleiche Haarfarbe etc. Mehr so in Richtung Huxley oder 1984, dann wäre die Welt hat furchtbar öd. Öder als sie jetzt schon ist. Es sind die Extreme, die unser Bild schärfen. Ein Land gilt für mich dann als befahren/bereist, wenn ich seinen südlichsten/östlichsten Punkt und danach seinen nördlichsten/westlichsten Punkt kenne. Mitunter sind es eben auch die Radikalismen, die möglich wären, nicht immer eintreffen müssen. Es sind die Grenzen, die unseren Horizont erweitern. |
| gunslinger | Mein Senf dazu: Als ich nach meinem Schlaganfall auf der Intensivstation lag spürte ich auch, dass ich kurz vor dem Tod stand und leicht sterben könnte, wenn ich einfach nur locker geblieben wäre. Ich dachte jedoch an meine Kinder und Eltern, denen ich das nicht antun wollte und hielt mich am Leben.Nur eine besondere Inspiration empfand ich dadurch nicht. Gruß, gunslinger |
| Cagliostro | [QUOTE][i]Original geschrieben von apnoe [/i] [B]..... Hmm Grenzerfahrung? Ich denke da muss man wirklich zwischen posttraumatischem Stressyndrom und etwas freiwilligem differenzieren. ...Von daher wuerde ich sagen, ja, es kann eine objektive Sicht der Dinge foerdern. Nur zu welchem Preis? [/B][/QUOTE] Es ist der Hirnzentrale wurscht, ob eine Erfahrung freiwillig kam oder "erzwungen" war, sie wird sie immer-irgendwie-verarbeiten. Mit den jeweiligen Schlüssen. Wie auch immer. Da scheint das Wort "objektiv" einfach abgenutzt zu sein, auf dass du es in einem skeptischen Lichte siehst. Es wird täglich viele tausend mal benutzt, ohne dass Menschen es eben-objektiv- in einen Sinnzusammenhang stellen. Legen wir dies Wort mal beiseite... Was der Mensch manchmal bräuchte und gerne hätte und was ihm vermutlich etwas bringen würde, ist doch sicher eine Art Hubschrauberblick über die Szenerie, in der er sich gerade aufhält. Je mehr einem das gelingt, desto näher ist man an der wahren Bedeutung von Objektivität, die exklusiv in diesem Zusammenhang einfach Relativität bedeuten kann. |
| belladonna | Also ich persönlich bin überhaupt nicht scharf auf "Grenzerfahrungen". [QUOTE]3. Wo ist bei selbstgemachten Grenzerfahrungen die grenzüberschreitende Weisheit? Was auch immer ich da erleben mag, ich erfahre mich und eine bestimmte Technik. Wo aber begegnet einem darin das andere, das Göttliche, Gott selbst? Wo kann das andere überhaupt noch durchdringen, wenn ich durch physiologische Manipulationen sogar noch die geheimnisvollsten Winkel der Seele kontrolliere, benutze, umgrabe und umgrabe und umgrabe, bis kein Unkraut mehr wachsen kann.[/QUOTE] Genau das frage ich mich nämlich auch. Ich habe da ja so den Verdacht daß gerade Menschen mit einer gewissen Rat- und Orientierungslosigkeit im Leben einen Hang zu "Grenzerfahrungen" entwickeln. Mein Gott, gründet eine Familie, kriegt Kinder - DAS ist mal eine Grenzerfahrung :D Ich kann ja nicht behaupten daß ich nicht auch ein recht experimentierfreudiges Wesen bin, aber alles was ich tu, geschieht aus einem Augenblick der Lebensfreude und dem Spaß an der Sache heraus und nicht aus einem krampfhaften "ich muß meinem Leben einen tieferen philosophischen Sinn geben" :D Letztenendes lernt man dabei nur eines: Nämlich daß man ein Furz im Universum ist :D Da pfeife ich doch lieber drauf mir diverse nahtodähnliche Erlebnisse herbeizuzwingen und stehe lieber mitten im Leben und schenke meiner Familie Liebe ;) |
| Cagliostro | [QUOTE][i]Original geschrieben von belladonna [/i] [B]Also ich persönlich bin überhaupt nicht scharf auf "Grenzerfahrungen". ...Letztenendes lernt man dabei nur eines: Nämlich daß man ein Furz im Universum ist :D Da pfeife ich doch lieber drauf mir diverse nahtodähnliche Erlebnisse herbeizuzwingen und stehe lieber mitten im Leben und schenke meiner Familie Liebe ;) [/B][/QUOTE] Tja, auf diese Erlebnisse hätte ich auch gerne gepfiffen! Hätte Teile meines Lebens gerne(!) anders verbracht, als solche Erlebnisse "herbeizuzwingen", wie du sagst. Niemand zwingt solche Erlebnisse herbei oder unterschreibt eine Einzugsermächtigung für so etwas. Niemand will aktiv und bewusst eine Situation herbeiführen, in der er wohl nur verlieren kann. Dein Einwand ist nicht sehr freundlich gegenüber Menschen, die -wie man so sagt- unverschuldet in blöde Situationen gekommen sind. Nichtsdestotrotz, eine Erfahrung bleibt eine Erfahrung, egal wie sie zustande kam. |
| belladonna | @Cagliostro Da hast du mich ein wenig mißverstanden. Ich spreche hier nicht von unfreiwilligen Grenzerfahrungen (die ich auch schon machen durfte :( - und es ist wirklich nicht schön sich wie ein Furz im Universum zu fühlen) Sondern von Menschen, die sich ganz bewußt einer unter Umständen lebensbedrohlichen Situation ausetzen um "ihre Grenzen auszutesten". Ist es denn wirklich nötig den Mount Everest ohne Sauerstoffmaske zu erklimmen? Was macht das für einen Sinn? Muß man denn wirklich unbedingt ganz ohne (Sicherheit)Seil halsbrecherische Höhen erklimmen? Muß man denn wirklich mit 180 Sachen (oder mehr) über die Straßen brettern? Muß man denn wirklich eine Flasche Schnaps "auf Ex" kippen? Was soll diese Gratwanderung zwischen Leben und Tod denn bitteschön bringen. Denen geht es vielleicht einfach zu gut...Denn Grenzerfahrungen in unfreiwilliger Form kommen leider noch oft genug vor - also warum dann noch welche herbeibeschwören auf "Teufel komm raus" ? Für so etwas fehlt mir einfach das Verständnis. Eben weil das Leben etwas sehr kostbares und unberechenbares ist. Vielleicht glauben solche Menschen auch, daß sie wenn sie eine solch bewußt gewählte Gratwanderung unversehrt überstanden haben, eine Kontrolle über dieses unberechenbare Leben zu haben. Aber das ist ein Trugschluß. Es liegt mir nichts ferner als Menschen anzugreifen, die unverschuldet in Extremsituationen geraten sind. Mir geht nur das Verständnis ab für Leute, die auf der Suche nach dem "Kick" ihr Leben bewußt auf's Spiel setzen. |
| Xenomorph | Ach was, das Leben ist doch früher oder später sowieso vorbei... Warum dann nicht einfach mal alles riskieren, alles auf eine Karte setzen, weil man ja im Grunde überhaupt nichts dabei riskiert, wenn man sein Leben bewusst aufs Spiel setzt...weil es ja ohnehin schon verloren, eine verlorene Sache ist, man mithin auch nichts zu verlieren hat...es wird ja immer gesagt, dass solche bewusst heraufbeschworenen und erlebten Grenzsituationen eine sonst nie zu erlebende Klarheit und Reinheit in der Sicht aller Dinge, nie gesehene Einblicke in das "Absolute" verschaffen sollen...vielleicht ist es das, was religiöse Propheten anfangs wirklich mal gesucht haben...bevor sie von ihren zumeist geistlosen Mitläufern, denen es an wirklich vergleichbarem mangelte, zu Schamanen oder Gurus erhoben wurden... Was suchen denn die indischen Fakire, die nackt über Glas oder glühende Kohlen kriechen...? Jenes "Absolute" doch offensichtlich, das Unnennbare, das welches die Religionen womöglich einst zu dem heute unendlich entstellten und bis zur Unkenntlichkeit verbogenen Begriff "Gott" inspiriert hatte - bevor sie lediglich zu dogmatischen Sekten und Machtinstrumenten der Reichen degenerierten... |
| Cagliostro | Das Leben ist Illusion. Somit ist zuhause untätig rumsitzen eine Illusion, aber auch auf einen 8000er steigen. Alles letztendlich nicht wirklich von Bedeutung. |
| belladonna | [QUOTE]eine sonst nie zu erlebende Klarheit und Reinheit in der Sicht aller Dinge, nie gesehene Einblicke in das "Absolute" verschaffen sollen...[/QUOTE] Was bitteschön ist denn das "Absolute"? Auf der krampfhaften Suche nach DER Antwort verpasst so manch einer das Leben ansich! Ich befand mich mal in einer weißgott nicht selbst heraufbeschworenen Situation in der ich Rotz und Wasser heulend auf allen Vieren durch meine Wohnung gekrochen bin und mir nur eines klar wurde: Es gibt keine Antwort und ich bin wie schon gesagt nur "ein Furz im Universum". Ich habe mich buchstäblich "gottverlassen" gefühlt und wünschte mir nie geboren worden zu sein und fühlte nur ein einziges Entsetzen darüber daß ich meinen Kindern das angetan habe. Aber an meine Kinder zu denken war letztendlich auch der Strohhalm an den ich mich in dieser Situation geklammert habe um nicht durchzudrehen. Später habe ich dann mal in meiner Lieblingszeitschrift "Publik-Forum" gelesen daß so eine Situation in der man in dieses Nichts stürzt, sich völlig gottverlassen fühlt die höchste spirituelle Erfahrung sein soll die man machen kann - also ehrlich, ich hätte da liebend gern drauf verzichtet! Statt sich leichtfertig in Extremsituationen zu begeben in der Hoffnung ein Engel, oder sonstwas steigt herab und macht die Seele heil, sollte man doch einfach mal anfangen sein Leben wirklich zu leben und Verantwortung übernehmen. Und nicht denken: Ich lebe mein Leben erst wenn es lebenswert ist und was mein Leben lebenswert macht versuche ich über eine Grenzerfahrung heraus zu finden :rolleyes: Nach einer Antwort sollte man wirklich nur suchen, wenn man selbige ertragen kann ;) Und vielleicht wäre es ja auch mal ein Ansatz nicht immer danach zu fragen was mir das Leben geben kann, sondern besser mal die Frage zu stellen: "Was kann ich dem Leben geben" ;) |
| belladonna | [QUOTE]Das Leben ist Illusion.[/QUOTE] Genau das war es was ich in oben beschriebener Situation gefühlt habe. Daß alles nur eine Illusion, daß nichts "echt" , "wirklich da" ist. Auch ich selbst. Das Einzige was ich in diesem Moment als real empfand waren meine Kinder. Läßt sich schlecht beschreiben, aber ich kann einfach nicht glauben, daß jemand scharf drauf ist freiwillig in dieses Nichts zu tauchen... |
| Astarte | [QUOTE][i]Original geschrieben von belladonna [/i] [B] Statt sich leichtfertig in Extremsituationen zu begeben in der Hoffnung ein Engel, oder sonstwas steigt herab und macht die Seele heil, sollte man doch einfach mal anfangen sein Leben wirklich zu leben und Verantwortung übernehmen. Und nicht denken: Ich lebe mein Leben erst wenn es lebenswert ist und was mein Leben lebenswert macht versuche ich über eine Grenzerfahrung heraus zu finden :rolleyes: Nach einer Antwort sollte man wirklich nur suchen, wenn man selbige ertragen kann ;) Und vielleicht wäre es ja auch mal ein Ansatz nicht immer danach zu fragen was mir das Leben geben kann, sondern besser mal die Frage zu stellen: "Was kann ich dem Leben geben" ;) [/B][/QUOTE] Klingt jetzt abgedroschen, aber leider neigt Menschlein dazu, dass was er hat, immer erst zu schätzen, wenn es fort ist, und immer nach dem zu streben, was gerade nicht in Reichweite ist. Ob das nun Teil des Instinktes ist, Streben nach vorankommen oder was weiß ich ... Das tiefe Nichts, welches Du beschreibst, kenne ich auch. Der Moment, wo Du so vollkommen abgeschnitten und allein bist, dass der kleinste Hauch Dich hinwegpusten könnte. Doch leider passiert eben dies in der schlimmsten Not nicht, es krampft sich nur noch mehr das Innerste zusammen, bis selbst schreien und Winseln nicht mehr hilft, Du einfach nur noch denkst: Lass mich los! Auf solche "erlebenswerte" Situationen kann auch ich liebend gern verzichten. Da gehe ich lieber mal zwei Schritt vor und einen zurück und versuche mit Meditation und Astralreisen mein Innerstes weiter kennen zu lernen. Warum muss ich immer an meine Grenze stoßen, wo ich mich nicht mehr rühren kann und sowieso nichts zu verändern ist. Wo der Kobold tobt und höchstens noch tiefere Furchen hinterlässt als endlich mal zu heilen ... |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von belladonna [/i] [B]Genau das war es was ich in oben beschriebener Situation gefühlt habe. Daß alles nur eine Illusion, daß nichts "echt" , "wirklich da" ist. Auch ich selbst. Das Einzige was ich in diesem Moment als real empfand waren meine Kinder. Läßt sich schlecht beschreiben, aber ich kann einfach nicht glauben, daß jemand scharf drauf ist freiwillig in dieses Nichts zu tauchen... [/B][/QUOTE] Das ist es, was ich meinte...du hast die völlige Leere und Sinnlosigkeit, das perfekte Vakuum gespürt, das dieses Leben als ebenjenes entlarvt hat: als Illusion. Gott und das Nichts sind eins, und die meisten Menschen, die das so unmittelbar und unentrinnbar gespürt haben, wie du es geschildert hast...können oder wollen mit dieser Erkenntnis nicht leben, und setzen daher alles daran, sie zu verdrängen...was ich zwar verständlich, doch als Fanatiker der absoluten Wahrheit aus meiner persönlichen Sicht der Dinge heraus nicht richtig finde...aber die meisten Menschen haben ihn eben, den "horror vacui", den du so anschaulich beschrieben hast: Sie wünschen sich hinterher dann nichts sehnlicher, als niemals hinter die Kulissen dieser abgeschmackten Illusion namens Leben geblickt zu haben... Denn das, was du gesehen hast, war die einzige Wahrheit...und was du damit anfängst, das liegt selbstverständlich allein bei dir...aus meiner Sicht heraus, macht es wie gesagt wenig Sinn, sich an etwas sinnloses wie das Leben klammern zu wollen...das Leben will nichts von mir - und ich will nichts von ihm, da es nicht existiert und daher keiner weiteren Aufmerksamkeit meinerseits mehr würdig ist, nachdem die finale Einsicht in dessen Nichtigkeit erst einmal gewonnen ist... ...aber ohne deine Entscheidung für das Leben kritisieren zu wollen: ich denke, den meisten ergeht es hinterher eher so wie dir: sie versuchen sich neue Sinnkonstrukte zu basteln, da wo die alten Götter unweigerlich gefallen und nun zerbrochen zu ihren Füßen liegen...neue Götzen werden also errichtet, um das Leben weiterhin vor sich selber rechtfertigen zu können, indem man es mit neuem, doch ebenso fadenscheinigen "Sinn" zu füllen versucht... ...doch Konsequenz, wirkliche Konsequenz hat nur die andere Lösung: Dem Abgrund, der sich dort vor einem eröffnet, gar nicht widerstehen zu wollen, sondern sich begierig ihm zu öffnen...und sich hineinzustürzen... |
| x-xcva | Guten Morgen,- **** hm .... hm.... hm.... Xeno .... [I]Xeno![/I] .... Xeno? *knock knock* - jemand Zuhause? ;) Okay, im Ernst ~> [QUOTE]...du hast die völlige Leere und Sinnlosigkeit, das perfekte Vakuum gespürt, das dieses Leben als ebenjenes entlarvt hat: als Illusion. Gott und das Nichts sind eins, [/QUOTE] ... ja - wir leben in der Matrix, absolut. Aber erkläre mir doch bitte einmal die Logik, dass eine Illusion mit dem völligen Nichts gleichzusetzen wäre und dass das dann auch noch zwingend 'Gott' wäre. Ich habe [url=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=19304]sehr viele, ungewollte Extremerfahrungen gemacht[/url] (die rückwirkend betrachtet, keineswegs ungewollt waren) und das sind auch die einzigen Extremerfahrungen die es gibt, die (vermeintlich) Ungewollten. Das bisschen Adrenalinkick beim Freiklettern z. B., ist nichts als eine kleine Ahnung dessen, was eine tatsächliche Extremerfahrung ist, die so aussehen könnte, dass der Kletterer abstürzt und sich mit der Gewissheit im Rollstuhl wiederfindet, sich dort selbst hineinkatapultiert zu haben. Wenn er Freunde einbüßt, das gesamte soziale Umfeld und dann nochmals ganz neu anfangen müsste, DAS wäre eine Extremerfahrung. Wer das erleben musste, oder so etwas ähnliches Xeno, der wird über diese Art von Logik nur den Kopf schütteln, so wie ich es derzeitig tue. [I]Extreme Erfahrungen führen [b]ins[/b] Leben, Abkehr ist noch der Weg dorthin.[/I] Du machst es Dir sehr langwierig Xeno (imho) .... Grüßlies Mischa PS: [URL=http://www.youtube.com/watch?v=2JysWJD5Koc]>lets take a look at your 'nothing'<[/URL] .... great, isn't it? :p .... |
| Cagliostro | [QUOTE][i]Original geschrieben von belladonna [/i] [B]Genau das war es was ich in oben beschriebener Situation gefühlt habe. Daß alles nur eine Illusion, daß nichts "echt" , "wirklich da" ist. Auch ich selbst. Das Einzige was ich in diesem Moment als real empfand waren meine Kinder. Läßt sich schlecht beschreiben, aber ich kann einfach nicht glauben, daß jemand scharf drauf ist freiwillig in dieses Nichts zu tauchen... [/B][/QUOTE] Es ist nicht zwangsläufig ausgesagt, dass das "Nichts" dort ist, wo wir es nicht haben wollen oder es uns nicht haben will. Sich nur an der sogenannten Realität festzuhalten ist nicht immer der Weisheit letzter Schluss. Realität bzw.Wirklichkeit kann beeinflusst werden, kann gestaltet werden, meistens nicht so ganz von mir selbst. Die Wahrheit jedoch ist fest. Vll. gibt es auch mehrere Wahrheiten, meine Wahrheit für mich. Das Nichts ist vermutlich eine Art Erlösung vom Fluch des Aktionismus. |
| belladonna | [QUOTE]Denn das, was du gesehen hast, war die einzige Wahrheit...[/QUOTE] Da bin ich anderer Meinung. Da gibt es noch eine Wahrheit. Denn das was sich für mich in dieser Situation noch echt anfühlte waren meine Kinder. Ich bin überzeugt daß die Liebe stärker ist als das Nichts und das einzige was wirklich von Bedeutung ist. [QUOTE]...aber ohne deine Entscheidung für das Leben kritisieren zu wollen: ich denke, den meisten ergeht es hinterher eher so wie dir: sie versuchen sich neue Sinnkonstrukte zu basteln, da wo die alten Götter unweigerlich gefallen und nun zerbrochen zu ihren Füßen liegen...neue Götzen werden also errichtet, um das Leben weiterhin vor sich selber rechtfertigen zu können, indem man es mit neuem, doch ebenso fadenscheinigen "Sinn" zu füllen versucht...[/QUOTE] Umgekehrt könnte man auch sagen, Menschen die sich bereitwillig in diese "Wahrheit" stürzen suchen nach einer Rechtfertigung für ihr Scheitern im Leben - alles ist eine Illusion und darum brauche ich mich im Leben auch nicht anzustrengen, es ist ja eh alles sinnlos...:rolleyes: Es mag sein daß es davor und danach vielleicht "Nichts" gibt, daß hinter der Fassade des Lebens nur eine völlige Leere, ein Vakuum herrscht. Aber trotzdem ist dieses Leben nunmal da - man ist aus dem Nichts zu dieser "Fassade" emporgehoben worden um mitzuspielen. Und das hat so lange man lebt verdammt noch mal schon eine Bedeutung - für diesen Augenblick. Und für alles was man im Augenblick des Lebens tut und läßt trägt man Verantwortung. Und da bin ich der Meinung daß man noch Zeit genug hat sich mit dem Vakuum zu befassen wenn man tot ist. Jetzt lebe ich und muß die Verantwortung dafür übernehmen. Und es ist mir egal ob es vielleicht nur eine Illusion ist, wenn ich meine Kinder lachen höre oder ich ihnen eine Freude machen kann, wenn ich mich abends in ihr Zimmer schleiche und ihren ruhigen Atem hören und spüren kann daß sie sich geborgen fühlen. Oder ob die Art wie mein Mann mich ansieht und und in den Arm nimmt und begehrt vielleicht nur eine Illusion ist, oder wenn ich ihn sagen höre wie sehr er mich liebt und daß er nie von mir getrennt werden möchte, daß sein Leben schön ist weil er wir es zusammen leben. Denn eine schönere Illusion kann es einfach nicht geben und ich bin unendlich dankbar dafür :) |
| x-xcva | [QUOTE][i]Original geschrieben von belladonna: [/i] Und es ist mir egal ob es vielleicht nur eine Illusion ist, wenn ich meine Kinder lachen höre oder ich ihnen eine Freude machen kann, wenn ich mich abends in ihr Zimmer schleiche und ihren ruhigen Atem hören und spüren kann daß sie sich geborgen fühlen. Oder ob die Art wie mein Mann mich ansieht und und in den Arm nimmt und begehrt vielleicht nur eine Illusion ist, oder wenn ich ihn sagen höre wie sehr er mich liebt und daß er nie von mir getrennt werden möchte, daß sein Leben schön ist weil er wir es zusammen leben. Denn eine schönere Illusion kann es einfach nicht geben und ich bin unendlich dankbar dafür :) [/QUOTE] Und Du bist ein wunderschönes Beispiel für meine These, nämlich dass tatsächliche Extreme, erst ins Leben führen, da man Demut/Dankbarkeit und Wertschätzung/Verantwortung (kennen) lernt. Es freut mich für Dich dass Du es so schön hast und besonders, dass Du Dich aus tiefstem Herzen daran freuen kannst. :) Lieben Gruß Mischa |
| belladonna | Das verbitte ich mir! Was fällt dir ein so etwas Beleidigendes über meinen Mann zu schreiben! Wenn das deine Einstellung gegenüber Frauen ist, sehe ich auch keinen Bedarf mich hier weiterhin mir dir auseinander zu setzen. Denn alles was ich hier schreibe interessiert dich ja dann ohnehin nicht... Ich muß mich hier für gar nichts rechtfertigen denn ich bin in der glücklichen Lage zu wissen was in meinem Leben wirklich von Bedeutung ist und dankbar dafür. Wenn jemand meint daß wäre nur naive Selbstverklärung dann tut er mir einfach nur Leid. Viel Spaß noch bei der Suche nach der Erleuchtung :rolleyes: |
| x-xcva | DAS ist in der Tat ein Gipfel der Unverfrorenheit. So ein billiges Machogetue ist mir wirklich selten untergekommen. **** belladonna, .... ich würde das notfalls einem Mod melden. Du musst Dich (bzw. Deinen Mann) hier nicht in dieser Weise beleidigen lassen. Grüßlie Mischa |
| Seneca | [color=red]*Ich habe mir erlaubt Cagliostros Beitrag komplett zu entfernen und die Zitatzeilen aus den Folgebeiträgen zu löschen. Bei der Gelegenheit weise ich auch noch mal darauf hin das auch verballe Schläge unter die Gürtelinie hier nicht geduldet werden*[/color] |
| x-xcva | Danke Seni, das nenne ich prompte Reaktion und Service. :) Grüßlie Mischa .... |
| Cagliostro | Das bewusste Falschverstehen im Sinne der Wahrheitsklitterung wurde bereits bei Orwell ausreichend beschrieben. |
| Seneca | Orwell ist eine Erfindung der Partei, genau wie Emmanuel Goldstein. |
| x-xcva | [QUOTE][i]Original geschrieben von Cagliostro [/i] [B]Das bewusste Falschverstehen im Sinne der Wahrheitsklitterung wurde bereits bei Orwell ausreichend beschrieben. [/B][/QUOTE] Wie schön, da haben wir ja enormes Glück, dass du Deine Unverschämtheiten immer so unverblümt abfasst und damit mit extrem wenig Interpretationsspielraum versiehst. :rolleyes: Du scheinst der Meinung zu sein, Dir so Deine Erfahrungen herstellen zu können und das ins Extrem der Unverschämtheiten gesteigert. Womit wir wieder beim Thema wären. Ist's denn inspirierend, da auf Deinem Parallelplaneten der grenzwertigen Pöbeleierfahrungen? :p .... |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von belladonna [/i] Da bin ich anderer Meinung. Da gibt es noch eine Wahrheit. Denn das was sich für mich in dieser Situation noch echt anfühlte waren meine Kinder. Ich bin überzeugt daß die Liebe stärker ist als das Nichts und das einzige was wirklich von Bedeutung ist. [/quote] Es ist immer möglich, sich an einen letzten Strohhalm zu klammern wenn man nur will, sich etwas vorzumachen, etwas zu finden, was anscheinend dieser Sinn- und Ausweglosigkeit widerspricht und diese aufhebt...wahrscheinlich ist eine solche Selbsttäuschung sogar notwendig, um überhaupt weiterleben zu wollen...denn andernfalls gestaltet sich gerade das schwierig...doch wenn der letzte "Rettungsanker" dieser Art erst einmal versagt hat, dann bleibt nur der Sturz in die Tiefe als einzig mögliche "Rettung" bestehen... [quote]Umgekehrt könnte man auch sagen, Menschen die sich bereitwillig in diese "Wahrheit" stürzen suchen nach einer Rechtfertigung für ihr Scheitern im Leben - alles ist eine Illusion und darum brauche ich mich im Leben auch nicht anzustrengen, es ist ja eh alles sinnlos...:rolleyes: [/quote] Das mag sein, doch auch das "Scheitern" ist notwendigerweise Illusion...genauso wie der "Erfolg" derjenigen, die das Leben um seinetwillen als sinnvoll und lebenswert erachten...in Wahrheit ebenfalls ein Scheitern ist - oder noch nicht einmal das - sondern bestenfalls eine Illusion innerhalb der Illusion...was wiederum bedeutet, dass ich diesem "Scheitern" im Leben mit Gelassenheit, da völligem Desinterese begegnen kann - da es ebenso wenig wirklich ein solches ist, wie der vermeintliche Erfolg...beides vergeht allerspätestens mit dem eigenen Tod und fällt dann derselben ewigwährenden Bedeutungslosigkeit anheim... [quote]Es mag sein daß es davor und danach vielleicht "Nichts" gibt, daß hinter der Fassade des Lebens nur eine völlige Leere, ein Vakuum herrscht. Aber trotzdem ist dieses Leben nunmal da - man ist aus dem Nichts zu dieser "Fassade" emporgehoben worden um mitzuspielen. Und das hat so lange man lebt verdammt noch mal schon eine Bedeutung - für diesen Augenblick. Und für alles was man im Augenblick des Lebens tut und läßt trägt man Verantwortung. [/B][/QUOTE] Doch ich habe meine Entscheidung bereits gegen ein weiteres "mitspielen" getroffen...dass etwas einfach "da" ist - beweist letztendlich ja durchaus nicht, das es auch gut, geschweige denn sinnvoll ist...denn alle Wege, die ich gegangen bin...haben mich immer weiter davon weggeführt, meinem Leben noch irgendeine Wertschätzung entgegenzubringen oder gar Dankbarkeit dafür zu empfinden...es ist ein Fluch, der auf mir lastet, ein Fluch, der gebrochen werden muss... |
| x-xcva | [QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph: [/i] Es ist immer möglich, sich an einen letzten Strohhalm zu klammern wenn man nur will, sich etwas vorzumachen, etwas zu finden, was anscheinend dieser Sinn- und Ausweglosigkeit widerspricht und diese aufhebt...wahrscheinlich ist eine solche Selbsttäuschung sogar notwendig, um überhaupt weiterleben zu wollen...[/QUOTE] Weißt Du Xeno, ich sehe die Proklamation des großen, ominösen 'Nichts', viel eher als die Selbsttäuschung an, da sie das Leben so schön bequem werden lässt, weil man nicht einmal mehr für sich selbst Verantwortung übernehmen muss, ist eh alles sinnlos und man selbst kann nie etwas dafür, man ist ja Opfer der Umstände. Dass man damit dann nicht weiterleben mag, so als Opfer all dieser Sinnlosigkeit in den Umständen, das wiederum verstehe ich sehr wohl. .... (Möchtest Du es noch deutlicher oder reicht das so?) ;) Grüßlies Mischa |
| WhiteRabbit | Sinnlosigkeit entsteht vermutlich, weil ein Mensch offenbar selbstgesteckte Ziele nicht erreicht (auch wegen "Systemkosten", die ihn auffressen/soziale Infrastrukturkosten). Oder er stellt fest, dass sein Vater wollte, dass er Arzt werden soll, nicht er selbst... Oder er entdeckt, dass seine Ziele (Gymnasium, Abitur, Hochschulstudium, Regierungsdirektor), nicht so toll waren, wie er sie sich mit 14 vorgestellt hatte. Wie dem auch sei, das ist sicher auch eine Grenzerfahrung. Nämlich, dass die Verheissungen aller Art irgendwo endlich sind. Er verstrickt sich dann in Ersatzhandlungen, die auch nicht freier machen. Das grosse Nichts ist dann als ein Punkt der Freiheit zu verstehen, das Nirwana, das dem permanenten Leerlauf auf hohem Niveau ein konsequentes und abgesichertes Ende bereitet. Eine Plattform des Friedens eventuell. Eine ewige Glückseligkeit muss sich nicht in einer langweiligen Garten-Eden-vorstellung manifestieren. Entweder geht es dann in ganz anderen, zum Teil vielleicht nichtphysische Erscheinungsformen weiter oder es geht auch gar nicht weiter. Wissen wir ja nicht, ist so gesehen auch nicht wichtig. |
| x-xcva | [QUOTE][i]Original geschrieben von WhiteRabbit: [/i] [....]Eine Plattform des Friedens eventuell. Eine ewige Glückseligkeit muss sich nicht in einer langweiligen Garten-Eden-vorstellung manifestieren.[/QUOTE] Aha.... [QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph: [/i] ...denn alle Wege, die ich gegangen bin...haben mich immer weiter davon weggeführt, meinem Leben noch irgendeine Wertschätzung entgegenzubringen oder gar Dankbarkeit dafür zu empfinden...es ist ein Fluch, der auf mir lastet, ein Fluch, der gebrochen werden muss...[/quote] Oh ja! Das klingt total nach Frieden und Glückseligkeit! :D Sorry, aber das ist so albern.... Schönen Tag Euch Allen, ganz ernsthaft und ehrlich. Grüßlies Mischa .... |
| Xenomorph | Diese "Opferrolle" ist ja auch vollauf die richtige Sichtweise... Denn wie entsteht das Leben eigentlich? Es wird einem aufgezwungen durch die Geburt, einen passiven Akt, bei dem man keine Möglichkeit hat, Einspruch zu erheben, zu deren Opfer ich somit im völlig korrekten Gebrauch dieses Wortes werde - ganz genau wie bei einem Verbrechen, wo der Gangster oder der Mafioso mich auch nicht höflich fragt, ob ich denn die Kasse herausrücken oder das Schutzgeld bezahlen will...nur bin ich der Geburt noch hilfloser ausgeliefert als jedem Verbrecher, der mir den Geldbeutel oder den Hals abschneiden will - wo hier doch zumindest theoretisch noch eine gewisse Chance zu erfolgreicher Gegenwehr besteht...doch ebensowenig, wie man danach gefragt wird, ob man gerne sterben möchte, wird man gefragt, ob man überhaupt leben möchte... Die Geburt bereits ist das Kardinalverbrechen, die Ursünde, die alle anderen in sich trägt und den Menschen in die Rolle des totalen Opfers drängt, sie ihm in den Leib stanzt so wie Kafkas Höllenmaschine das Urteil in den Leib des Verurteilten in "In der Strafkolonie"...denn ohne sie müsste ich mir ebewnsowenig Gedanken über das Leben machen wie über den Tod, wäre nicht genötigt, herauszufinden zu versuchen, welches dieser beiden Übel das geringere und dem anderen vorzuziehen ist...wobei ich klar den Tod als dieses kleinere Übel von beiden sehe, da das Leben, meine Geburt, durch ihn zwar nicht mehr ungeschehen gemacht, doch immerhin verkürzt werden kann...denn das Leben ist ebenjenes: Eine Strafkolonie... |
| Impermanence | Nein, nein, erst die Geburt eröffnet einem [i]alle[/i] Möglichkeiten. Wenn man nicht geboren wäre, hätte man [i]gar nichts[/i]. Es ist also das genaue Gegenteil eines Verbrechens. |
| Cagliostro | Die Geburt ist neutral. Sie passiert halt. Es gibt aber niemand, dem ich dafür dankbar sein müsste, dass sie Sex hatten. Also gibt es keine übergeordnete Eltern-Kinder-Verpflichtung. Ergo keine Dankbarkeit. Was man ist, ist man ab einem bestimmten Zeitpunkt aus sich selbst, den Blödsinn, den ich mache/gemacht habe, muss ich auch selbst verantworten. Werde bei der Oscarverleihung, sicher nicht meiner Mutter danken, die mich wegen dieser einen Glitzernacht geboren hat. |