| DarkHeart | Das wuerde mich mal interessieren bei mir huepfen diverse Gefuehle umher, die ich nicht zuordnen kann, einige habe ich aufgeschluesselt. Ich war ganz erstaunt, das sich u.a. so bei mir Mitgefuehl anfuehlt. Immer wenn jemand etwas trauriges schreibt, was ich nachvollziehen kann, empfinde ich pløtzlich starke Liebe fuer diese Person, so wie bei denen, die sich das Leben nahmen Und weil ich pløtzlich ca 20 Leute lieb hatte, machte ich mir schon Gedanken, ob ich noch ganz dicht bin :D. Bis ich bemerkte, das das immer passiert, wenn Leute was trauriges berichteten und sonst nicht. Nun nehme ich es nicht als Mitgefuehl war, sondern als Liebe, das iritiert mich. Wenn ich etwas nicht nachempfinden kann, bekomme ich starke Wutausbrueche oder Atemnot. Das andere Extrem LG DarkHeart |
| Demon17 | Also so extrem ist es bei mir nicht. Ich denke Mitgefühl vollzieht sich immer über Identifikation, wenn man die Person nicht kennt ausschließlich, wenn man die Person kennt vielleicht auch über die Bedeutung die die entsprechende Person für einen hat. |
| rainraven | Liebe ist es nicht, aber in mir fühlt sich Mitgefühl als ein starkes Bedauern an, wenn mir die Person nahe steht oder ich etwas für sie tun kann, mit dem Bedürfnis, ihr zu helfen und ihr nahe zu sein. Lese oder erfahre ich von einem Unglück mir nicht naher Personen, fühle ich das Bedauern als eine starke Emotion, die mir Unbehegen und Trauer macht, jedoch verfliegt diese Emotion relativ bald wieder. |
| noire désir | [QUOTE][i]Original geschrieben von rainraven [/i] [B]Liebe ist es nicht, aber in mir fühlt sich Mitgefühl als ein starkes Bedauern an, wenn mir die Person nahe steht oder ich etwas für sie tun kann, mit dem Bedürfnis, ihr zu helfen und ihr nahe zu sein. Lese oder erfahre ich von einem Unglück mir nicht naher Personen, fühle ich das Bedauern als eine starke Emotion, die mir Unbehagen und Trauer macht, jedoch verfliegt diese Emotion relativ bald wieder. [/B][/QUOTE] Ein Bekannter sagte mal: "Oh nein, bitte kein Mitleid. Es reicht doch, wenn einer leidet." ;) Mir scheint, was du beschreibst, zeigt den grundlegende Unterschied zwischen Mit[i]gefühl[/i] und Mit[i]leid[/i]. Mitgefühl hat damit zu tun, dem anderen tatsächlich helfen zu wollen. Es hat also an sich schon einen recht aktiven Aspekt und es hat etwas damit zu tun, sich in den anderen versetzen zu können, während Mitleid eher passiv ist und man sich möglichst nicht in den anderen versetzen möchte, weil man befürchtet, dann auch leiden zu müssen - und wer will das schon. In diesem Sinne hat Mitgefühl m.E. an sich schon auch sehr viel mit Liebe zu tun. Wie gesagt, man empfindet Mitgefühl, wenn man sich in eine andere Person versetzen kann und das, was sie fühlt, mit-fühlt, ohne glich mit-leiden zu müssen. Der dann entstehende Wunsch, dem anderen in seinem Leiden helfen zu wollen, hat durchaus etwas mit Liebe, nämlich der aus der Erkenntnis der grundlegenden Gleichheit als Mensch entspringenden Liebe, zu tun. Deshalb vielleicht die Irritation. :) |
| DarkHeart | Danke fuer Eure interessanten Posts, Ihr habt mir sehr geholfen hab meine Erkenntnis auch in einem Autisten-Forum angebracht und da meinte auch einer, das Mitgefuehl zu Liebe gehørt und das was Rainraven und Du, noire désir, ueber Mitleid schreibt, gab mir eine neue Erleuchtung Weil ich fuer einen Aspie bei einem Seminar erst Mitgefuehl empfand, weil es ihm pløtzlich schlecht ging und er es ueberdeutlich verkuendete und als er weiter litt, bekam ich einen tiefen Schmerz in mir drinnen, das muss wohl das Mitleid gewesen sein? Ich war von diesem Gefuehl so ueberwæltigt und wusste nicht, wie ich helfen kann, ohne das man Asperger Gesetze verstøsst, das ich raus rannte, spæter sagte ich ihm, das er der erste war, fuer den ich solch einen Schmerz empfand, weil es ihm schlecht ging. Wahrscheinlich weil ich genau wusste, was in ihm abging und er wirklich herzzerreissend jammern konnte. :D |
| more | Nun Mitgefühl kann auch Freude sein. Sich mitfreuen wenn ein anderer Erfolg hatte zum Beispiel. Mitgefühl hat nicht immer etwas mit dem Bedürfniss helfen zu wollen zu tun. Es ist vielmehr ein sich in den anderen hineinversetzen. Die Gefühle die die Person hat nachempfinden können. Ich kann zwar Mitgefühl haben, aber desswegen kein Mitleid. Beispiel: Mein Bruder bekam eine Absage auf eine ziemlich schlecht gemachte Bewerbung. Ich konnte mit ihm fühlen, dass er frustiert war, aber mein Mitleid hielt sich in Grenzen, zumal ich ihm bereits sagte, dass seine Bewerbung von schlechter Qualität ist. |
| DarkHeart | Das ist auch interessant more, hast Du dann ein richtiges spuehrbares Gefuehl in Dir bei Deinem Beispiel? bei sowas muss ich immer spielen, weil da fuehle ich gar nichts. Ich sag dann einfach, wenn man eine Antwort erbittet "ooooh, du armer" oder "selbst schuld" Freude kann ich kaum empfinden, nicht mal fuer mich eher wieder das extremerer Gefuehl, die Euphorie, die hatte ich gestern hier, als ich las, das ein Schizo im Board ist. Diese Euphorie fuehlt sich auch wie Liebe an Gefuehle nachempfinden, gehørt das nicht mehr zur Einfuehlung (Empathie)? und die soll man haben, auch wenn der andere nichts sagt! |
| Ronin76 | [QUOTE]Und weil ich pløtzlich ca 20 Leute lieb hatte, machte ich mir schon Gedanken, ob ich noch ganz dicht bin . Bis ich bemerkte, das das immer passiert, wenn Leute was trauriges berichteten und sonst nicht. Nun nehme ich es nicht als Mitgefuehl war, sondern als Liebe, das iritiert mich. Wenn ich etwas nicht nachempfinden kann, bekomme ich starke Wutausbrueche oder Atemnot. Das andere Extrem[/QUOTE] Du hast dir selbst schon die Antwort gegeben, willst es aber wohl noch nicht eingestehen. Du kannst das Gefühl der Trauer nachempfinden, darum eben das Gefühl der Liebe. Das würde bedeutet, daß du die Trauer gut kennst und einen Teil davon in dir trägst. Eine "Aspie" bist du also wohl doch nicht. ;) [QUOTE]Gefuehle nachempfinden, gehørt das nicht mehr zur Einfuehlung (Empathie)? und die soll man haben, auch wenn der andere nichts sagt![/QUOTE] Ja das nennt sich Empathie. Es gibt hier auf dem Board auch Empathen. :cool: "Nichts sagen" bedeutet ja nicht, daß man nicht kommuniziert. Nicht kommunizieren geht nämlich nicht, du nimmst die Gefühle dann über die Mimik und Gestik oder das Fehlen von sprachlicher Kommunikation wahr. |
| DarkHeart | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] [B]Du hast dir selbst schon die Antwort gegeben, willst es aber wohl noch nicht eingestehen. Du kannst das Gefühl der Trauer nachempfinden, darum eben das Gefühl der Liebe. Das würde bedeutet, daß du die Trauer gut kennst und einen Teil davon in dir trägst. Eine "Aspie" bist du also wohl doch nicht. ;) Ja das nennt sich Empathie. Es gibt hier auf dem Board auch Empathen. :cool: "Nichts sagen" bedeutet ja nicht, daß man nicht kommuniziert. Nicht kommunizieren geht nämlich nicht, du nimmst die Gefühle dann über die Mimik und Gestik oder das Fehlen von sprachlicher Kommunikation wahr. [/B][/QUOTE] Du musst Deinen Wissenstand noch verbessern, was Asperger bedeutet. Du bist so bei 1970 stehen geblieben. Mitgefuehl kønnen alle Aspies fuehlen (mir war nie bewusst, das es mein Liebesgefuehl ist, weil Aspies kønnen ihre Gefuehle nicht gut wahrnehmen bzw nicht gut sortieren, wo das hingehørt) und bei Empathie versage ich komplett. Bekomme jetzt Verhaltenstherapie, damit ich lerne, welche Mimiken was bedeuten, wann ich meine Monologe einstellen muss, wie ich Blickkontakt halten kann usw. Bin im Oktober diagnostiziert worden von einem Asperger Fachmann in einer norwegischen Klinik. Peinlicherweise habe ich 34 Jahre nie gewusst, das andere Menschen Gefuehle haben, sie funktionierten einfach fuer mich. Bei more verbockte ich es mir, bei Seneca griff ich ins Gefuehlsklo. Jetzt denke ich anders, jetzt weiss ich woran es lag, woran es frueher immer gelegen hat, jetzt weiss ich, das das ganze Board voller Menschen mit Gefuehlen ist mir fiel immer auf, das so viele meine Nebelpfade lasen, ich las nur meine, sonst keine, das gab mir sehr zu denken und ich versuchte andere Gedanken zu lesen, ging nicht, geht immer noch nicht, aber ich bemuehe mich, will nicht so egoistisch sein. Asperger sind sehr sensible Menschen und nicht nur ICH-bezogen, kommt auf das Interessengebiet an. Es gibt sehr viele Asperger die Ærzte oder Verhaltensforscher sind, besonders die, die rechtzeitig wussten, was mit ihnen los ist. |
| more | Ich denke es ist schwer einen Zustand (also ein Gefühl) zu beschreiben, welchen man eigentlich nicht wirklich bewußt fühlt. Mitgefühl ist ja dafür ein besonders gutes Beispiel. Ich stelle mich ja nicht hin und sage - "ich fühle jetzt mit dir mit", es äußert sich eher als ein Mitschwingen mit der Stimmung des Anderen. Freut sich jemand sehr, dann spüre ich diese Freude auch in mir. Sofern mir die Person symphatisch ist. Ähnlich wie bei einem ansteckendem Lachen. Man lacht mit, freut sich mit und kann sich vorstellen, wie es dem anderen gerade geht. Bei Trauer oder Frustration ist es ähnlich. |
| hagzissa13 | Bei "Mitgefühl" fühle ich das, was ich fühlen würde, wenn ich genau das erleben würde, was der andere erlebt. |
| DarkHeart | interessant mit dem Mitschwingen, vielleicht bekomme ich das eines Tages auch bei positiven Ereignissen auf die Reihe. |
| noire désir | [QUOTE][i]Original geschrieben von hagzissa13 [/i] [B]Bei "Mitgefühl" fühle ich das, was ich fühlen würde, wenn ich genau das erleben würde, was der andere erlebt. [/B][/QUOTE] Das stimmt so nicht. Man kann überhaupt nicht „genau das“ fühlen, was der andere fühlt, weil man überhaupt gar nicht das selbe erleben kann, was der andere erlebt. Das geht prinzipiell nicht. Man kann lediglich versuchen, sich so weit wie möglich in den anderen hineinzuversetzen, und sich überlegen, wie man selbst an der Stelle reagieren würde aber nie kann man der andere sein und genauso empfinden und fühlen. Das ist gar nicht so unwichtig, denn Voraussetzung für Mitgefühl ist auch, den anderen als eigenständigen Menschen mit eigener Persönlichkeit wahrzunehmen und eben nicht so zu tun, als wäre er ohne weiteres austauschbar, am besten noch mit sich, weil man ja sowieso viel toller ist und überhaupt den vollen Durchblick und den ultimativen Plan hat... :) |
| ÂmeNoir | Ich versuche, mich in des anderen Lage zu versetzen, soweit als möglich in seine Haut zu schlüpfen und nachzuempfinden, was in demjenigen vor sich gehen könnte, die Welt mit seinen Augen zu sehen. Auch ich halte es - zumindest für Ottonormalverbraucher - unmöglich, die Empfindungen anderer 100 %ig nachvollziehen zu können, da wir zu unterschiedlich gestrickt sind. Vielleicht ist es jemandem, der außergewöhnliche Fähigkeiten hat, möglich?! Ansonsten sind es wohl eher Einfühlungsversuche. Je nachdem, wie nahe mir das Ganze geht, kann da viel an Gefühl in mir aufsteigen. Liebe im weitesten Sinne, Wut, Trauer, Verzweiflung, Ablehnung aber auch Freude, alles ist in unterschiedlichen Intensitäten möglich. Mitgefühl kann auch Freude sein, indem man sich mit jemandem, z. B. wegen eines Erfolges, tierisch mitfreut. Ansonsten ist meinerseits auch oft der Wunsch zu helfen da. Gedanke am Rande: Mitgefühl und Mitleid kann man meines Erachtens nicht absolut klar voneinander trennen, denn mit-LEIDEN hat ja auch was mit mit-FÜHLEN zu tun, leiden = Gefühl. |
| noire désir | [QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i] [B]Mitgefühl und Mitleid kann man meines Erachtens nicht absolut klar voneinander trennen, denn mit-LEIDEN hat ja auch was mit mit-FÜHLEN zu tun, leiden = Gefühl. [/B][/QUOTE] Ja, da hast du Recht. Vielleicht ist es auch nur eine kleine Haarspalterei von mir. Um den Unterschied in meinem Verständnis ein klein wenig zu verdeutlichen, will ich mal ein wenig übertreiben: Nehmen wir mal an, jemand leidet so stark, daß er nicht mehr in der Lage ist, zu handeln (z.B. um sich aus seinem Schlamassel zu befreien). Wenn nun jemand mit-leidet, dann leidet er womöglich auch so stark, daß er nicht mehr in der Lage ist, zu handeln. Deshalb halte ich mit-fühlen zumindest für die bessere Alternative bzw. bessere Beschreibung. Wenn man mitfühlt, weiß man zwar, was denjenigen in die Lage gebracht hat und wie es in ihm aussehen mag, aber man selbst ist zumindest nicht gleichermaßen von dem Leid gefesselt, noch handlungsfähig und kann somit noch was tun: nämlich [i]helfen[/i]. Aber vielleicht ist das Beispiel auch tatsächlich übertrieben...vielleicht möchte ich auch einfach nur den Leidesaspekt nicht über Gebühr strapazieren, zumal ich grundsätzlich der Ansicht bin, daß letztlich und am Ende [i]alles[/i] Leiden ist. ;) |
| ÂmeNoir | @ noire désir Mein Gedanke sollte keine Kritik an Dich sein, fiel mir nur so ein. Ich denke, ich kann nachvollziehen, was Du meinst. Mitleid im Sinne von jemanden "bedauernswert" halten. |
| Gezeichneter | [QUOTE][i]Original geschrieben von noire désir [/i] [B]Das stimmt so nicht. Man kann überhaupt nicht „genau das“ fühlen, was der andere fühlt, weil man überhaupt gar nicht das selbe erleben kann, was der andere erlebt. Das geht prinzipiell nicht. [/B][/QUOTE] Einigen wir uns darauf, dass hagzissa, wenn sie in sich Regungen des Mitgefühls spürt, diese als Gefühle ansieht, von denen sie sich vorstellt, dass sie bei ihr vorhanden wären, wenn sie genau das erleben würde, was der andere erlebt? - Ich hoffe, wir brauchen es nicht genauer. |