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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Zusammengeführt: Körperwelten Ausstellung
gin'iroKennt ihr die [url=http://www.koerperwelten.de/index2.htm]Körperwelten-Ausstellung[/url]?

Ich würde sie mir - mal wieder aus grenzenloser Neugierde - doch mal anschauen. Aber eigentlich bin ich mir nicht sicher, wie ich zu der Sache stehe - überschreitet es meine ästhetischen/menschlichen Grenzen? Reagiere ich entsetzt? Bin ich fasziniert und angewidert zugleich?

Ich weiss es nicht! Ich vermute - weil ich mich ganz gut kenne, dass ich fasziniert, hingerissen und staunend durch die Ausstellung gehen würde. Meine Gesamtreaktion könnte "positiv" ausfallen.

Wie ist es mit euch? Wie ist eure Meinung? Überschreitet diese Ausstellung eure persönliche Ethik?
TobeMentalMich hat es stellenweise erschüttert. Wenn man besonders die missgebildeten Embryos beachtet. *würg*

Ansonsten ist es unglaublich, dass diese Plastinate einmal Menschen waren. Es übersteigt schon irgendwie die Vorstellungskraft.
Alyander*seufz*

ich hätte hingehen können, als sie am heumarkt in der kölner altstadt residierte... aber ich habe nicht nur aufgrund dessen abgelehnt, daß ich solche dinge (leichen, präparierte körperteile etc.) schlecht ertrage...

ich möchte es nicht durch meinen eintritt unterstützen, da ich mir bis heute nicht im klaren bin über motive und vorgehensweisen des "machers"... und weil ich mit der art, wie die leute darauf "anspringen", auch nicht glücklich bin...

erstens weiß man häufig eben NICHT, wo die leichen herkommen...
zweitens habe ich häufig den eindruck, daß eben diese vorgeschobene "aufklärung" und "wissenschaftlichkeit" nicht existiert... einerseits weil die exponate verfremdet, verschoben werden... und zweitens... weil es mich instinktiv/emotional sehr an mittelalterliche öffentliche hinrichtungen o.ä. erinnert, daß nämlich ein wenig schauder und kitzel genossen werden ohne wirkliche tiefergehende beschäftigung... tod als pop-art zum konsumieren... nur daß die leute geld dafür berappen müssen, im grunde das zu tun, was sie sonst vielleicht dadurch tun würden daß sie am unfallort ganz langsam vorbeifahren und glotzen...

gaffer
TobeMentalSehr instinktiv und vielseitig wie eloquent beschrieben. :)

Ich habe meinen Besuch der Körperwelten (schon lange her) nicht direkt bereut, sondern vielmehr fasste die Schlussfolgerung, dass der Mensch herabgewertet wird. Es werden Objekte dargestellt, welche man ebenso brillant, wenn auch ebenso sehr mit großem Aufwand verbunden, mit dem üblichen Verfahren herstellen könnte. Der Begriff Kunststoff ist ein guter Anfang. Hierzu muss man nicht unbedingt tote Körper einfrieren, um dann anschließend mit speziellen Gerätschaften, wie kleine anmutende Kreissägen, das auf unter den Nullpunkt gebrachte Gewebe zu berarbeiten.

Allerdings hat die Ausstellung auch ein paar Vorteile, denn man ersichtet beispielsweise eine Raucherlunge. Als Vergleich liegt jene eines Nichtrauchers daneben. Es schreckt wirklich ab. Glücklicherweise rauche ich nicht! ;)
Alyandersolche "abschreckenden exponate" sind [b]nicht[/b] einzig und allein in den kw anzutreffen, im gegenteil.

jedermann und jederfrau könnte dazu eine führung durch die exponat-räume der [b]universitäten[/b] beantragen - ohne übermäßig knete berappen zu müssen (soweit ich weiß gar keine ;)), ohne schlangestehen und ohne den sensationsheischenden aspekt.

aber letzteres ist wohl der knackpunkt.

kw besitzt für mich einfach keinerlei legitimation. wenn mir jemand eine nennt, die ich nachvollziehen und bestätigen kann, streiche ich mir das gern im kalender an :rolleyes: ....
gin'iroAugenblicklich weiss ich es nicht. Die Exponate an unserer Uni habe ich mir auch angeschaut und ich habe einige Erfahrung in der Praxis (Familie mit recht vielen Ärtzen) sammeln können.

Eindeutig wird die Ausstellung vermarktet. Wie letztendlich die Motive, die dahinter stecken aussehen, kann nur einer beantworten. Ob er das wahrheitsgetreu tut, kann auch nur er beantworten...

Meine Ethik sagt mir bisher nichts Gegenteiliges, da die Menschen bereits tot waren, als sie so hergerichtet wurden.

Mittelalterliche Praktiken wurden doch schon am lebenden Menschen vollzogen und deshalb sehe ich in dem Punkt keine Parallelen.

Wenn ich sie mir anschaue, dann werde ich berichten...



Den Tod aus Ausstellung. Welch Gedanke!
AniMeeich selbst war letztes jahr in berlin in der ausstellung.
und ich weiß bis heute nicht, was ich denken soll.

ich lief ca 2 stunden durch diese austellung und war am ende als erste wieder draußen und durfte nochmals 2 stunden warten ehe alle anderen, mit denen ich dort war, draußen waren..
das erste, was ich hörte war#: "boah. habt ihr die babys und dies und jenes gesehn? das war total krass"
es war bei den meisten wirklich dieser effekt des gaffens.. die fanden es schön und beeindruckend sich nen 5 getielten menschen anzusehen... die standen davor und haben gegafft.. schau dir das mal an, schau dir dies mal an.

ich selbst fand die ausstellung.. ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. es war mir sehr unheimlich. es ist nicht so das mir schlecht geworden wäre oder das ich mich geekelt hätte.. nur bei dem gedanken das das vor mir leichen sind, echt leichen.. von menschen, die mal gelebt haben.. von toten kindern.. bei dem gedanken bekomme ich ein gefühl des unbehagens...
das sind leichen, die in aller welt zur schau gestellt werden.. es gibt sowas, wie totenruhe nicht.. die leichen wurden "wissenschaftlich" verwendet.. aber ich bezweifle das die meisten, die diese ausstellung gesehen haben an wissenschaft interessiert waren..
ich zb finde es fragwürdig, wenn eltern ihre kleinen kinder mit in die ausstellung nehmen.. sollte man denen sowas wirklich zeigen? verstehen sie, was sie da sehen?

es war für mich komisch diese aufgeschnittenen menschen zu sehen.. da wurde das geziegt, dort jenes.. man hätte die leichen quasi anfassen können, wenn man gewollt hätte.. keine absicherung in irgendeiner form.. nur schilder: "bitte nicht berühren..."
nur ein paar (kleine) objekte waren in glasvitrinen ausgestellt.. also ich 3/4 der ausstellung gesehn hatte konnte ich nicht mehr.. ich bin dann rausgegangen,ohne mir den rest anzusehen... somit habe ich die missgebildeten embryonen nicht gesehen. der kommentar der anderen: "du hast das beste verpasst!"
das beste???
das stimmt mich nachdenklich.. esiust, als würde man in den zirkus gehen. dort schaut man sich die tollen tricks der künstler an, in kw die anatomie des menschen.. aber ob die richtig gewürdigt wird, frage ich mich.

es behaupteten viele die menschen, die dort ausgestellt sind haben dem nicht zugestimmt, wie gesagt wurde.. manche meinten das seien obdachlose zb aus russland, die dort erfroren sind und dann "bearbeitet" wurden.

es ist komisch den menschlichen körper nicht nur von außen, sondern auch von innen betrachten zu können.. von vorne, hinten, unten, oben.. und teils sogar von innen (wie bei manchen aufgeschnittenen organen oder ähnlichem).
es gab in dieser ausstellung soviele präperate vor denen ich nur fassungslos stand.. den katalog der ausstellung mit n paar bildern habe ich noch immer.. ich glaube niemand kann sich wirklich vorstellen, wie es ist da durch zu gehen.. hinter einem, vor einem, neben einem tote menschen, aufgeschnitten und rundrum gaffende menschen mit nem "boah"-effekt ins gesicht geschrieben.

ich selbst würde die ausstellung nur nochmals besuchen, wenn sie für mich wirklich von wissenschaftlichem nutzen wäre..
privat?! nie wieder!

nachdenklich, Ani
AinaIch habe diese Austellung auch in Berlin gesehen und war absolut fasziniert, kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus und habe sehr viel gelernt. Ich fand daran nichts erschreckend oder abschreckend. Ich habe zwar Biologie studiert, aber ich msus euch sagen so genau bekommt ihr die Anatomie in keiner Universitaet und keinem Praepsaal zu sehen. Ich kann die Ausstellung jedem, der biologisch interessiert ist nur empfehlen.

Die ethischen Bedenken verstehe ich nicht, denn die Leute haben in regelmaessigen Abstaenden ihre Bereitschaft dafuer erklaert. Das hat nichts mit oeffentlichen Hinrichtungen gemeinsam. Die Menschen sind natuerlichen Todes gestorben und oft sieht man an den Organen sogar woran. Ich verstehe nicht, wieso so viele Menschen glauben, dass es besser ist, wenn ein Leichnam im Grab von Wuermern zerfressen wird oder eine Todgeburt auf dem Krankenhausmuell landet als dass sie der Bildung dienen.

Gruss Aina
Alyanderum die bestattungsarten der menschlichen zivilisation geht es hier doch gar nicht - zumindest nicht mir. es ist mir schnuppe, ob jemand nach indianischer tradition in einer art hochbett mumifiziert wird, oder verbrannt, oder vergraben...

mir mißfällt der konsumier-mich-aspekt des ganzen... die vermarktung... und ich habe zuviele zweifel daran, daß wirklich ein "aha-effekt" eintritt wie bei dir - animee hat ihre erfahrungen da viel besser in worte gefaßt, als ich es könnte...
MenedemosIch war letztes Jahr auch in Berlin in dieser Ausstellung. Ich hatte vorher eigentlich gedacht, daß es mich mehr berührt und erschreckt, aber vielleicht bin ich einfach zu abgebrüht oder ich hatte vorher schon zuviel davon gelesen und zu viel Bilder gesehen.
Moralische Probleme hatte ich nicht, denn die Menschen haben sich ja freiwillig dazu bereiterklärt, sich so verarbeiten zu lassen (wird jedenfalls behauptet). Daß ein Gang durch diese Ausstellung natürlich zum großen Teil Voyeurismus ist, das ist ganz klar, darüber dürfen wir uns nichts vormachen, um sich medizinisch weiterzubilden, geht da wohl keiner rein.
Vom künstlerischen Standpunkt war ich eigentlich nicht so überzeugt, obwohl manche "Kompositionen" sicherlich künstlerischen Anspruch erheben wollen.

Am Ausgang kann man übrigens gleich Formulare unterschreiben, mit denen man seinen verstorbenen Körper der Ausstellung vermacht.

Auch das Gästebuch am Ausgang, in das man sich eintragen kann, ist sehr lustig. Da habe ich z.B. (~) gelesen:

"Ich bin überzeugter Christ und glaube an die Widerauferstehung des Fleisches. Deshalb stelle ich nach meinem Tod meinen Körper dieser Austellung zur Verfügung, da ich keine bessere Möglichkeit für die Widerauferstehung des Fleisches sehe als diese."

Und das war Ernst gemeint!!!!!
SheileenaHm, schwieriges Thema. Auch ich war letztes Jahr in Berlin in dieser Austellung.

Bevor ich aber über meine Meinung darüber kund tue, muss ich was über mich loswerden. Ich bin kein Mensch, den ein toter Körper leicht erschüttern kann. Ich war auch schon während einer Museumsnacht im pathologischen Institut und wollte daraufhin Medizin studieren um Pathologin zu werden. (Pathologen sind diejenige, die Leichen obdzuzieren.) Für mich ist ein toter Körper tot. Kling etwas seltsam, aber so ist es nun mal. Ein toter Körper hat für mich nichts mehr mit dem Menschen zu tun, der er mal war. Es ist dann für mich nur noch Fleisch. (Heißt aber nicht, dass man mit einer Leiche machen kann was man will. Die Würde muss erhalten bleiben.) Über diese Ansicht lässt sich sicher streiten, aber nun gut.

Über Menschen, die mit einem Hot Dog durch die Austellung liefen konnte ich mich nur aufregen (die Sache mit der Würde). Aber solche Einblicke in einen Körper sind für mich einfach interessant. Auch wenn vieles durch die Präparation verändert wurde, in Büchern, sieht das alles anders aus. Als ich in den großen Saal kam, empfand ich die Ausstellung irgendwie als unwirklich. Ein Muskelkörper sieht ja nun wirklich nicht aus wie ein Mensch. Was mich aber doch etwas angriff, waren die kleinen Härchen auf der Haut mancher Exponate. So wurde man wieder von der Realität eingeholt und merkte: Das war mal ein Mensch... Alles in Allem, eine extrem seltsame Erfahrung. Aber meine Hochachtung vor den Menschen, die ihren Körper freiwillig zur Verfügung stellten.

in diesem Sinne... auf bald, Sheileena.
MenedemosGestern habe ich im Fernsehen etwas Lustiges gesehen!

In der Körperwelten-Ausstellung gibt es ja auch ein plastiniertes Pferd.
Und eine junge Dame, die sich für die Rechte der Frauen einsetzt, hat sich bei Ausstellungseröffnung (irgendwo in England) ganz nackt ausgezogen und sich auf das Pferd gesetzt, bzw. sich drauf gestellt, um dagegen zu protestieren, daß in der Ausstellung mehr männliche als weibliche Körper ausgestellt sind (!).

Professor von Hagen, der Schöpfer der Ausstellung, war höchstpersönlich anwesend und hat sie wild gestikulierend und verzweifelt gebeten, von seinem schönen Pferd herunterzusteigen... Erst nach einiger Zeit und großer Aufregung ist sie der Aufforderung nachgekommen... :D

Und es ist alles gefilmt worden...
Sensus Moriendiich war vor zwei jahren oder so auf der körperwelten-ausstellung in wien... und ich war ziemlich geschockt muss ich zugeben... okay, ich bin ein kleines sensibelchen und die meisten meiner klassenkameraden fanden die ausstellung furchtbar toll, aber ich bin zeitweise mit fast geschlossenen augen durch die ausstellung gerannt... ich fand es wirklich furchtbar.. vor allem die vielen babys und embryos... ich könnte nichtmal beschreiben warum ich es so furchtbar fand....

wobei... die führungen durch diverse wiener gruften und katakomben fand ich noch viel widerlicher... gut, die leute die sich für körperwelten zur verfügung stellten, haben dies freiwillig getan (nehm ich jetzt einfach mal an... gerüchteweise hat man ja auch schon ganz anderes gehört)... aber ich findes widerlich dort unten in den katakomben und gruften über särge und knochen von leuten zu steigen, die soetwas (glaub ich jetzt einfach auch mal) sicher nicht wollten... wenn ich eine versammelte schulklasse sehe, die in einer gruft um einen offenen sarg versammelt steht und sich hochinteressiert eine verschrumpelte, durch die luft da unten halb mumifizierte frauenleiche anguckt, durch deren aufgerissenen bauch man schön auf die leiche ihres ungeborenen babys sehen kann, anschaut, da dreht sich mir einfach der magen um.... genau so wie bei einem meiner klassenkameraden, der es so toll fand sich durch riesige knochenhaufen zu wühlen und sich die schönsten mit nach hause zu nehmen....

ich kann solchen sachen einfach nichts abgewinnen.... naja..

grüße

mori

... und entschuldigt dass ich vom thema abgekommen bin...
AniMee@menedemos: lustig?! naja.. ansichtsache *schluck*
ich finde das extrem.. naja.. wiederlich muss ich sagen..

jeder der dieses pferd gesehn hat wird verstehen, warum..
ich werde es nie vergessen.. das pferd stand in berlin am ende des ganges, um die kurve rundherum.. den anblick werde ich nie vergessen..

aber dann noch. naja.. toll.. sich [B]nackt[/B] auf ein totes pferd zu setzen das wahrscheinlich vollgestopft mit chemikalien (zur erhaltung etc) ist.. naja.. sehr gesund vorallem auch..
da sieht man mal wieder, was die menschen sich denken.. es ist toll sich nackt auf tote pferde zu setzen, da man da ja ein großes medienaufgebot erreichen wird..

@mori: ich verstehe dich.. manche waren regelrecht besessen davon.. fanden es extrem genial das der tod auf diese weise so offen dargestellt wurde..
ich meine halt dieser "aha" und "oooooooh"- effekt.. ich glaube den gab es auch bei deinen klassenkameraden..
und wenns einem selbst dann nicht gefällt und man bewundernd die leichen bzw knochen anschaut wird man für gehalten *kopfschüttelt*
so nach dem motto: "warum findest du diese coole ausstellung nicht genauso gut, wie wir?!

schweigend.. AniMee
NebelgeistIch bei Körperwelten meinen Freund kennengelernt, der auch Medizin studiert..von diesem Standpunkt aus, seh ich die Ausstellung etwas anders..mit verliebten Augen :D

Liebe Grüsse
Nebel
AniMeewie kommt man da ins gespräch? habt ihr aufgrund dieser netten raucherlungen beschlossen gemeinsam aufzuhören? ;) :D
wie merkt man da das der andere auch interesse am selben hat, wie man selbst? *wunder*
columbiaDie Körperweltenausstellung... tja, ein Kapitel für sich. Der Macher dieser Ausstellung hat mal in einem Interview gesagt, er versucht Medizin/ Forschung mit Kunst zu verbinden. Und genau das ist es, was mich stört.

Da stehen Leichen, in Plastilin. Ok. Teilweise so entbeint oder abgehäutet, daß man ihre Innereien gut betrachten kann. Alles klar.
Aber wozu, frage ich, muß da ein Pferd stehen, auf den Hinterbeinen, auf dem ein Reiter sitzt, der sein Hirn in der einen Hand hält und das des Pferdes in der anderen? Aus Showgründen. Das ist alles. Genauso wie der Schachspieler. Das hat selbst im weitesten Sinne nichts mehr mit Medizin zu tun.
Nun gut, die meisten Erwachsenen haben sich selber zur Verfügung gestellt. Und die Kinder??? Ich meine jetzt nicht die Wasserköpfe, Embryonen mit Fehlbildungen etc, die sind aus irgendwelchen Unikellern, wo sie seit Jahren lagerten,allerdings in Gläsern.
Nein, in dieser Ausstellung sind mehrere Kinderkörper von vielleicht 4-10 Jahren. Und das finde ich auch verwerflich. Es ist etwas anderes zu sagen... "ok. mein Kind ist tot, ein anderes kann mit seinem Herzen weiterleben", oder "ach nehmen sie doch mein Kind und packen es in PLastik..." Ja, ich weiß, da kann der Macher der Ausstellung nichts für, aber es ist nun mal meine Meinung, so etwas sollte, dürfte nicht sein.




Wie gesagt, meine Meinung.
columbia
CaduceusAve!

Ich hab mir die Ausstellung auch in Berlin angesehen und muss als ehemaliger Zivi einer Intensivstation sagen, aus medizinischer Sicht sicherlich eine Bereicherung für jeden angehenden Arzt.

Dass sich viele daran ergötzen mag verwerflich sein, doch denke ich, dass jeder, der die Plastiken gesehen hat, doch mit Erfurcht davor gestanden hat.

Meine Meinung ist daher, dass sich jeder Mensch bewusst mit dem Tod auseinandersetzen sollte, ob nun auf diese oder jene Art. Mir selbst hat es nach 1 Jahr Krankenhauszivi nicht so viel ausgemacht, da ich schon schlimmeres gesehen hab in meinem Leben, aber gerade das macht einen Menschen doch zu einem kritischen und hilfsbereiten Individuum.

Wenn wir erst mal erkennen, wie vergänglich wir doch sind, und wie schön es ist, leben zu dürfen, dann sieht jeder das Leben und miteinander Leben vielleicht mal ganz anders...

Nun, das ist meine Meinung, sie mag auch daneben liegen, ich finde die Ausstellung voll akzeptabel. ich hoffe, damit niemanden auf den Schlips zu treten, wie gesagt, meine Meinung :-)
hagzissa13Um genau diese Fragen zu besprechen, hat unsere Uni Herrn von Hagen vor geraumer Zeit mal ins Audimax eingeladen. Es war eine sehr lebendige Diskussion um genau die hier schon angesprochenen Punkte.
Im Grunde genommen habe ich nichts gegen ihn (die heißen Diskussionen um die Ausstellung fördern ja nur den Bekanntheitsgrad...) und wer sich die Exponate anschauen möchte, sollte das auch tun, denn wie hier zu diesem Thema auch schon besprochen wurde, es gibt an vielen Unsis sog. Anatomiemuseen, wo man sich ähnliches anschauen kann. der Unterschied ist, daß die Exponate von Herrn von Hagen plastiniert sind, während die Stücke in den Museen meist in Formalin fixiert sind und häufig auch nur durch Glas betrachtet werden können (weiterer "Nachteil": die Farben verblassen durch die Formalinfixierung arg). Die Exponate von Herrn von Hagen sind eindeutig farbiger, und "richtig zum Anfassen". Leider habe ich die Ausstellung noch nie persönlich gesehen, immer nur Berichte im Fernsehen. Doch einige Mitstudenten von mir waren dort und waren sehr begeistert, daß sie mehr gesehen haben, als wir in unserem Präparationskurs in der Vorklinik. Andere Freunde von mir, keine Medizinstudenten, waren entweder ziemlich angeekelt oder fanden es zwar faszinierend, aber konnten gar nicht so recht was damit anfangen, weil sie einfach keine wirkliche Ahnung von Anatomie haben.

Ich denke, solange für diese Exponate Menschen plastiniert werden, die sich vor ihrem Tod ganz klar dafür entschieden haben, daß sie sich auf diese Weise "verewigen" möchten, habe ich persönlich nichts dagegen, viele Menschen stellen sich ja auch nach ihrem Tod der Anatomie zur Verfügung, damit Medizinstudenten Anatomie "hautnah" erlernen können. Ok, mir ist schon klar daß da ein Unterschied ist, ob ich mir Leichen zum Studienzweck anschaue oder weils so ein "herrlicher Gruselfaktor" ist. Wer sich aber die Ausstellung ansehen mag, sollte das tun, aber er/sie muß sich bewußt sein, was ihn/sie dort erwartet.

Gruß Hagzissa
columbiaNachtrag zu meinem Beitrag. Neulich kam ein Fernsehbericht, in dem mal wieder kräftig über das Für und Wider dieser Plastinate diskutiert wurde, und nebenbei eine Frau zu Wort kam, deren Mann tot und irgendwie verschwunden war. Und da gibt es jede menge Fälle. Diese Leichen haben sich in keinster Weise zu Lebzeiten freiwillig gemeldet, sie sind im fernen Russland, wo es ja keiner merkt, verschachert worden. Und der Herr von Hagens, der nicht einmal eine Proffessur besitzt, geschweige denn von der uni Heidelberg, hat sich mit dem zur Zeit größten Mann der Welt in Verbindung gesetzt, angeblich um ihm eine Medizinische Behandlung zukommen zu lassen, aber plötzlich ging es wohl nur noch darum, einen Vertrag zu unterschreiben, bei dem der Herr von Hagens freie Hand hatte, nach dem Tode vor sich hin zu plastinieren.... so weit dazu .

col
NARRatorhab nicht alle beiträge gelesen, aber meiner meinung nach, dient eine ausstellung wie körperwelten lediglich dazu die sensationslust der massen zu befriedigen... ich denke das leute welche sich dieses schändliche machwerk anschauen, auch nicht besser sind als gaffer nach einem verkehrsunfall... oder leute die sich nachrichten anschauen, in denen die reporter zum bespiel nach einem flugzeugabsturz fast auf den leichen rumlaufen, um möglichst viel leid und blut zu filmen, weil das die einschaltquoten steigert!
sorry, ich möchte niemanden persöhnlich angreifen, aber ich verabscheue solche erscheinungen unserer modernen gesellschaft, wo sich menschen am leid anderer erfreuen, um danach wieder in ihr wohlbehütetes zuhause zurück zu kehren und meinen sie hätten was für ihre bildung getan...
dies ist lediglich der denkmantel um so einen scheiß zu legitimisieren!
InvertedDream@aina:
sowas sieht man in keinem präpsaal?! das ist ja fast eine beleidigung; was der herr v. hagens da präsentiert ist teilweise ziemlich schlecht präpariert (ich denke mal, dass ich mir da ein urteil erlauben kann, da ich auch schon einige leichen präpariert und bei vielen sektionen mitgemacht hab...) - schön zurecht geschnitzt kann ich da nur sagen. fragwürdig fand ich auch die präsentation der feten - widerlich! warum müssen die auf einem sich drehenden karussel sitzen?!

die einzig lehrreichen präparate waren die gefässinjektionen und die schnitte - diese techniken gibt's übrigens schon recht lang, ebenso wie die plastination, die der herr v.H. nur etwas verbessert hat.

na und seine öffentliche sektion war ja wohl das letzte! "na? -wolln se das mal anfassen? - ja! greifen se ruhig zu!"

muss nicht sein...
gloryousHallo!

Ich war mir lang nicht sicher ,was ich von der körperwelten-ausstellung halten sollte. vor ein paar wochen habe ich dann einen bericht über diesen von hagens und seine ausstellung gesehen und kann nur sagen,dass ich diese sache 100%ig verneine.
warum?
1. von hagens klaut mit sehr hoher wahrscheinlichkeit viele leichen für die ausstellung, es ist also illegal
2. er geht unmenschlich mir den leichen um. z.B. soll er einem embryo den kopf abgetrennt haben und ihm dann einen anderen aufgesetzt habe, da dieser besser zu dem baby passe :mad:
3. er ist nur an geld interessiert, nicht an wissenschaft
4. er ist kein prof. und nennt sich nur so , es ist also nicht rechtens
5. er will menschen, z.B. den größten mann der welt mit welt verpressen,dass er seinen körper spendet
und , und , und

ich denke dieser mensch vermarket den tod ,zum leid der toten und deren ehre

gloryous
Feind_im_InnernDer hat Leichen geklaut? Und das mit dem Bestechungsversuch des Größten Menschen, puh.

Also ich würde da nicht hingehen, weil es total meiner Ethik widespricht. Und außerdem bin ich eh so ein bei Brutale-Filmszenen-Weggucker. Echt wahr, ich guck mir ja am liebsten solche Filme, das schon, son Liebesgeschnulze geht mir voll auf den Sack oder son Dramen Kram, bäh, aber wenn brutale Szenen kommen, guck ich meist weg. Meine Kumpels machen sich darüber immer voll lustig, aber, naja, ich muß halt weggucken.
Hat einer Sleeples gesehen? Wie der den Kopf der Frau dreimal oder so gegen die Wand knallt, oder die Fingernägel mit einem Seitenschneider abknippst, inkl. Fingerkuppen. Boah, da kann ich nicht hinsehen. The Cell, obwohl Jennifer Lopez ja saugeil aussieht, aber den Film brauch ich kein zweites mal. Also wenn ich in dieser Ausstellung währe, ich glaube ich würde da nur auf den Boden starren oder vor entsetzen einfrieren.

Und außerdem ist das einfach pervers!

Hasta la victoria siempre!

Euer Feind
InvertedDream@feind:
kannst du bitte erklären, was genau du pervers daran findest? ist es die tatsache, dass leichen ausgestellt werden? im prinzip find ich dies nicht schlimm, wir betrachten doch auch überreste und präparate anderer lebewesen in museen und ausstellungen, es gibt sogar zoos, in denen tiere lebend gefangen gehalten werden! -das ist doch sicherlich schlimmer, als die ausstellung von toten...

ich möchte von hagens ausstellung nicht befürworten, aber wenn seine präparate nicht so sensationslüstern wären, fänd ich sie gut!
weiße KräheÜber von Hagens wurde schon einmal diskutiert.... hatte den Bericht über ihn auch gesehen und konnte mir einen "kleinen" Kommentar dazu nicht verkneifen....

[URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=12489&perpage=15&pagenumber=1]hier[/URL]
Dark Saturaauf mich wirkte diese ausstellung irgendwie nicht wirklich real.
ich lief dadurch,sah mir die plastinierten menschen u. organe an. es berührte mich nicht wirklich-ich war nicht geschockt,auch nicht direkt fasziniert,eigentlich nur interresiert.
es gab nur 2 momente in denen ich berührt war.
es waren 2 plastinate,die mich "anstarrten". in diesen augen stand angst. in diesem moment erinnerte ich mich an die gerüchte, die ich gehört hatte (dass nicht alle ausstellungsstücke freiwillig anwesend sind).
interessant ist es auf jeden fall, aber es ist nicht die neue "Rocky Horror Show" als die die körperwelten in den medien oft dargestellt werden / wurden.

Gruß,
Dark Satura
Lunar Light[QUOTE][i]Original geschrieben von Alyander [/i]
[Berstens weiß man häufig eben NICHT, wo die leichen herkommen...
gaffer [/B][/QUOTE]

blablabla... was schlicht und ergreifend einfach nicht wahr ist...

ich studiere biologie und fand die ausstellung - unter wissenschaftlichem aspekt - ganz fantastisch.

das einzige was mich angewidert hat, waren die gaffer ohne jede ahnung von anatomie geschweige denn mit interesse daran. besonders schlimm wie immer diese horden von japanern, die ausnahmsweise mal nicht fotografieren durften, aber ganz aufgeregt immer hui,hui,hui geschrieen haben.

LL
InvertedDream@lunarlight:
aber wo war der wissenschaftliche aspekt bei dem offensichtlich von dalí inspirierten "schubladenmenschen" und bei dem plastinat, das angeblich die körperhöhlen so toll zeigen sollte (wovon ich nichts sah, OBWOHL ich anatomisch gebildet bin!)
die liste liesse sich noch fortsetzen...

wie gesagt, die wenigen lehrreichen präparate waren althergebrachte darstellungen wie gefässinjektionen und schnitte...
columbiaUnd warum hat der gute Herr von Hagens solche Probleme (zu recht m.e. ) in Bayern, zu beweisen, woher er seine Körper bezieht? Der gute Mann ist ein Geschäftsmann mit Profit und Darstellungssucht, sonst nichts. Und über den medizinischen Wert seiner Plastinate kann ich nicht urteilen, da ich zu denen gehöre, die sich damit nicht auskennen, eben jene Gaffer. Danke für das Kompliment. Es ist nachgewiesenermassen aber so, daß diese Plasinate schließlich dem Laien den Menschen erklären sollen.... was ein Mann auf dem Pferd dabei zu suchen hat, oder ein Schachspieler, sei immer noch dahingstellt. Das Gros der Mediziner jedoch hält diese Ausstellung für medizinisch nicht besonders wertvoll.

soweit dazu.
columbia
BloodrayneIch hab mir ja die Körperwelten Ausstellung auch angeschaut,ist zwar schon länger her aber das tut ja nix zur Sache.Also bei den Embryos die mißgebildet waren war es mir schon ein wenig flau im Magen.Aber sonst kann ich die Ausstellung nur empfehlen,insofern man sie überhaupt noch besuchen kann.Es war nämlich mal im Gespräch diese Ausstellung zu verbieten,aber irgendwann hat man davon in den Medien nix mehr gehört.
AmyLee88Ich finde auf gut deutsch diese ausstellung BESCHISSEN. was denkt sich der künstler dabei? das ist keine kunst mehr ich wage fast zu behaupten das das an psychopathie grenzt. ich meine würde sie ausstellung sich mit dem tot beschäftigen wärs ja ok aber das ganze ist sinnlos! und nach dem gerücht das die menschen das gar nicht wollten...interessant ist das der 13 kunst LK nicht dorthin gehen durfte obwohl alle über 18 sind aber dass ist wohl eine ethische frage. cya amy
psxcho... ich war da ... auf der ausstellung in frankfurt ... und mir hats gefallen ... ich kann nicht verstehen warum ihr euch so darüber aufregt ... :rolleyes:

naja jedem das seine ...


gruß psXcho
FeuerdracheIch find es sagenhaft, was manche von dieser Ausstellung erzaehlen. Aber in den meisten Beitragen finde ich Entsetzen.

Warum???

Die Menschen waren schon immer Gaffer!!!
Haetter wir sonst Zoos, Zirkus, die Medien?

Ich finde es selbst fazienierend einen Menschen so zu sehen, ich seh es aus rein medizienischen Aspekten.

Klar find ich es auch nicht gut zu wissen oder vielmehr nicht zu wissen wo diese Praeperrate herkommen. Das muesste doch besser dokumentiert werden.

Gruesse
belbaIch hatte die Ausstellung vor ca. 2 Jahren in Oberhausen gesehen. Ich fand die Ausstellung sehr interessant und würde diese auch prinzipiell wieder besuchen. So wurde mir erstmal klar was für ein zerbrechliches und faszinierendes "gebilde" der menschliche Körper ist. Meiner Meinung nach leistet die KW durchaus etwas zur Aufklärung des Medizinischen Laien bei.

Ich denke es das bei den KW sicherlich hierzulande ein Tabu gebrochen wird, nämlich das zur Schau stellen von Leichen.
Auch aus diesem Grunde tu ich mich etwas schwer einen Standpunkt in Bezug auf die möglicherweise hingerichteten Menschen zu finden. Nach dem gängigen ethischen/moralischen Vorstellungen in unseren westlichen Kulturkreis erwartet man das mit einer Leiche würdevoll und mit entsprechender Pietät umgeht.
So ist es dann auch selbstverständlich das ein Mensch zu seinen Lebzeiten entscheidet was mit seinem körper nach dem versterben geschiet. Das würde ich für mich auch beanspruchen wollen.
Aber gelten diese ethische Vorstellungen auch für Menschen die im asiatischen Raum aufgewachsen sind? Können wir in diesem Falle unsere Maßtäbe dann auf andere Übertragen? Ich weis es einfach nicht!

Was die Sensationmacherei angeht so denke ich das man nicht vergessen darf das die Medien dieses Thema begierig aufnimmt und entsprechend berichtet - schließlich wird ja hier ein Tabu gebrochen.

Noch etwas zu diesem Thema:
[url]http://www.aeksh.de/shae/200307/h037074a.html[/url]

Gruß

Guido
enolAein Dozent für Anatomie meinte mal die seien teilweise nicht korrekt, die Skulpturen und so... keine Ahnung, ich halte da nicht viel von...
AphelionIch war vor einigen Jahren mit meinem Vater die Ausstellung besuchen.
Und was soll ich sagen?

Es war...faszinierend.

Wenn man sich diese ganzen (toten) Körper anschaut, wie sie ins Leere blicken und einem den Blick in ihr Inneres freigeben, wird einem (zumindest mir) erst bewusst wie fantastisch der menschliche Organismus ist.
Wie Belbe schon meinte, diese Körper wirkten so sehr zerbrechlich und doch halten sie mehr aus als man glauben mag...

Ich hab mit solch Ausstellungen keine Probleme [b]solange[/b] die Existenz der Leichen zu 100% geklärt ist.
Wer sich für so etwas hergeben will...wieso nicht, bleibt die eigene Entscheidung? (Wobei...*an Anatomie denk* Wer weiß was da dran ist :D)
~*AngelaSacra*~ich finde diese ganze körperweltensache nicht sehr schön.
für mich hat das absolut nichts mit kunst zu tun.

ich finde es abartig,soetwas mit toten menschen anzustellen.
manche haben dem ja zugestimmt,aber nachdem ich so viele berichte darüber gesehen habe,tun sich bei mir abgründe auf.

der herr von hagens jagt mir mit seinem bloßen anblick schon einen schauer über den rücken.

natürlich ist nichts dagegen einzuwenden,die anatomie des menschen zu erforschen,aber dann bitte nicht in dieser weise.
talenaIch fand die Ausstellung auch nicht gut,aber aus einem anderen Grund.Die Ausstellungstücke sahen für mich alle viel zu unrealistisch aus.sah aus wie plastik also nicht wirklich gut gemacht.ich musste stundenlang anstehen und war überhaupt nicht überzeugt.war nicht einmal schockierend.eher öde
Creobotradass sie wie plastik aussahen, liegt an der >>Plastination.
die zellflüssigkeiten werden durch kunstoffe ersetzt.

schockierend [B]soll[/B] die austellung auch gar nicht sein, sondern lehrreich (ich denke, jedenfalls das es die intention ist)

vG
creo
extensisDie Körperwelten-Ausstellung lehme ich grundsätzlich ab, da die dort ausgestellten Plastinate zweifelhaften Ursprungs sind und der Herr mit dem falschen Adels- und Professorentitel sie in erster Linie dazu benutzt, um einige Millionen Euro zu verdienen. Zudem finde ich es extrem unästhetisch und auch bis zu einem gewissen Punkt unmoralisch, wenn Leichen "beschafft" werden, um als Baukasten für gestellte Szenerien zu dienen. Das hat mit anatomischen Studien nicht viel zu tun, zumal diese Figuren ja regelrecht nach Gusto zusammengebaut werden. Den chinesischen Staat dann noch zusätzlich in seiner Hinrichtungsbegeisterung zu unterstützen, weil er pro frischer Leiche in Devisen bezahlt wird, ist für mich etwas, das ich nicht mit meinem Eintrittsgeld fördern möchte.

Gruß

Extensis
WindspielIch war in Hamburg auf der Ausstellung und fand sie einfach nur faszinierend,denn was könnte dem menschlichem Körper an Facettenreichtum und Faszination gleichkommen???Aber jedem seine Meinung.Den Berichten über "Leichen unbekannter Herkunft"schenke ich eigentlich keinen Glauben,den Menschen wird ein Mysterium genommen und das verstehen sie nicht.Sie wollen es nicht sehen,sie möchten keine Zusammenhänge verstehen,sie möchten funktionieren und nicht zuviel grübeln(zumindest der Großteil der Bevölkerung).Daher wird gegen eine solche Aufklärungsmesse(wenn ich das hier mal so nennen darf)mobil gemacht.Es wird geschnüffelt und interpretiert,Gerüchte erzählt und Verdachtsmomente als bewiesen hingestellt.Alles nur um das Mysterium des Menschen und des Lebens zu wahren.Selbst wenn die Exponate ungeklärten Ursprungs sind,in moralischer und ethischer Hinsicht sehe ich für mich keine Schranken.Nach dem Tode ist der Körper eine leere Hülle,eine faulende Erinnerung an frühere Tage.Wenn diese an sich nun nutzlose Hülle sinnvoll genutzt werden kann,bitte?,warum nicht?Soweit zumindest meine Meinung dazu.(Sollte dieser Beitrag gegen ethische Grundsätze des Forums verstoßen,bitte ich darum ihn von einem Moderator soweit wie nötig editieren zu lassen)
extensis[QUOTE][i]Original geschrieben von Windspiel [/i]
[B]Den Berichten über "Leichen unbekannter Herkunft"schenke ich eigentlich keinen Glauben,den Menschen wird ein Mysterium genommen und das verstehen sie nicht.[/B][/QUOTE]

Im ersten Punkt stimme ich Dir zu. Beriochte, in denen die Herkunft der Leichen als "unbekannt" beschrieben wird, würde ich auch nicht glauben - wohl aber den Lieferscheinen und Zeugenaussagen, die bestätigen, dass die Plastinate aufgekaufte Frischleichen (sie dürfen ja nicht lange tot sein) von chinesischen Straflagern und Polizeibediensteten sind. Und wohl nur zufällig ist das Unternehmen (eigentlich sollte man "die Fabrik" sagen) dieses Herrn neben einem der größten chinesischen Lager errichtet worden. Der Schluß aus dem hohen Leichenbedarf der Körperwelten und dem hinrichtungsfreudigen Umgang des chinesischen Staates mit seinen Gegnern (oder denen, die er dafür hält) ist mir da einfach zu zwingend.

Punkt Zwei halte ich für richtig, wenn man vom Standpunkt des 18. Jahrhunderts ausgeht. Anatomische Präparate sind aber seit der Neuzeit nicht so untypisch und können beliebig in Augenschein genommen werden. daher ist das für mich nicht schlüssig. Der Neuigkeitswert ist da für mich nicht gegeben, es reduziert sich auf die Sensation.

Gruß

Extensis
WindspielNunja, ob man die heutige Gesellschaft als "aufgeklärt betrachten kann...In der Zeitung las ich vor kurzem eine Umfrage,die mich doch sehr erschreckt hat.Laut dieser Umfrage glaubt jeder 5. Deutsche nicht an die Urknalltheorie von Darwin(FAZ).
SternenregenHm.. also ich kann irgendwie beide Meinungen nachvollziehen...
Die die fasziniert davon sind.. aber auch Menschen, die das einfach nur ekelhaft finden
War in Frankfurt mit meinem Bio Lk ....
Hab mir das viel schlimmer vorgestellt... Das sah alles mehr nach Plastik als nach echt aus... von daher....
Aber mir hat es gefallen.. ok ich will später auch mal etwas in die Richtung Medizin machen.. dehsalb finde ich den Menschlichen Körper warscheinlich auch so überaus faszinierend... Und es war echt gut , man viele Organe und Gewebstypen und so zu sehen
Erschreckend fand ich allerdings die missgebildeten KInder. Da wurde e smir ganz anders
Allem in allem fand ich es echt super und will diese Erfahrung nicht missen und würde sooofort wieder hingehen...
Aber zart beseitete Menschen sollten das glaube ich dann doch besser lassen :D
Man darf sich einfach nicht vorstellen, dass die Menschen echt sind und alle mal gelebt haben ....
Bei genauem Hinsehen hat man sogar noch die Augenbrauen und Wimpern gesehen ... Bissl ekelig fand ich allerdings die Fußzehen :D
Serenadie Körperwelten-Ausstellung habe ich mir letztes Jahr angesehen. War sehr fasziniert...vor allem die Tattoos bei den Männern fand ich echt krass :eek:
SternenregenDa gabs Tattoos? *nachdenk *.. Also mir sind da keine aufgefallen .. halt doch... doch doch ... Da gabs welche *dir Recht geb*
Teilweise dacht ich nur : Man... der hat nen Knackarsch :) ...
Aber die Frau mit dem 8 oder 9 Monate altem Baby.... das war schockierend... Dass die Mediziner nich in der Lage waren wenigstens das Kleine zu retten.. Aber wer weiß wie die Dame gestorben ist ... Autounfall.. erstickt oder sonst was.. vielleicht konnte man ja wirklich nichts mehr machen...
Serenaam besten hat mir echt die goldene Maske, neben den Embryonen gefallen...eine goldene Maske und auf der Rückseite dieses "Gesichtsgewebe" - wirklich erstaunlich! :)
SternenregenHm ja.. auch nicht schlecht... war eben mal was anders.. aber warum GOld? .... Da hab ich ne Weile mit meinem Biolehrer rumphilosophiert
einfach so.. nur weil es schön ist ?
Oder um das Gesicht des Plastinats zu verdecken und damit die Identität nicht zu zeigen ?...
Erstaunlich waren das Pferd und der Menschenaffe... der Affe mit seinem rießen Darm und Magen *fast größer als ich *hehe*
Serenaden Affe hab ich gar nicht gesehn...das Pferd war nach diesem Medienrummel auch "verpackt" :D
Sternenregenhm also bei uns nicht... Des stand in voller Größe vor mir... noch so aufgerichtet.. da wirds einem echt ganz anders :) ...

Und dann dieser Menschenaffe...*was der alles Essen kann ... sooo viel Platz im Magen*gg*
Serena@sternenregen: auf welcher Ausstellung warst du? in Mannheim?
Sternenregenauf der die grad in Frankfurt ist... also die ist doch in Frankfurt*nachdenk*... Ja :) ... Is noch nich lang her :)
Serenaich war in Bad Cannstatt
littlelilith136Also meiner Meinung nach nur *wurg*, tut mir leid, das ist einfach meine Meinung...
Boa, is mir schlecht....
TräumerinIch habe diese Ausstellung auch besucht.

Ich muss sagen von der Aufmachung her war es schon in Ordnung, weil es in meinen Augen nicht ekelig sondern sehr sauber wirkte.

Ich fand diese Austellung sehr interessant, denn ich sah es als eine Möglichkeit den menschlichen Körper aus einer ganz anderen Sicht zu betrachten. Letztendlich muss jeder selber entscheiden wie er der Sache gegenübertritt. Ich bin dem positiv geöffnet und denke sie ist schon sehenswert.
Serenaschlimm fand ich auch, dass man solange anstehen musste... :rolleyes:
dragontears667ich wollte mal wissen was Ihr von der Ausstellung Körperwelten haltet. Ich weiß nun nicht ob es das Thema hier schon gibt da das ja schon ein paar Jahren in den Medien ist.

Nun hat der Typ (Name entfallen) ein Museum eröffnet wo man zusehen kann wie er die Leichen plastiniert.....was haltet ihr von Körperwelten generell oder von diesem Museum?

Also ich muss aus meiner Sicht sagen dass mir die Berichte über das Thema im TV schon gereicht haben und ich es absolut wiederwärtig und unmoralisch finde. Einfach gesagt verrückt und pervers. Für mich hat das keinen schulischen Aspekt was die Medien immer wieder verdeutlichen wollen.

ich habe auch gehört dass man sich dort eintragen kann wenn man plastiniert werden möchte...ob das stimmt weiß ich allerdings nicht.

und angeblich waren das alles Freiwillige die dort plastiniert worden sind. Da frag ich mich: hat man die ungeborenen kinder und die Tiere auch gefragt???

Ich finde es einfach abartig!
ArimahnDie Leute die da hin gehen wollen sicher nichts über Anatomie lernen sondern einfach gaffen. Von daher ist es doch sehr überheblich, zu behaupten all das geschähe im Namen der Wissenschaft.
Pseudo-Gruftiiiman kann es so oder so sehen. ich finde es in ordnung und die meisten haben es tatsächlich auf freiwilliger basis gemacht. ob da babys zu finden sind weiss ich nicht, soweit ich weiss gibt es dafür auch regelungen, nämlich dass eigentlich keine babyleichen dort ausgestellt werden dürfen. höchstens eine mutter die samt ihrem kind in ihrem bauch gestorben ist und sie sich davor dafür bereit erklärt hat oder so....

und tiere fragen? fragst du auch tiere ob du sie essen darfst oder ob du ihre "fast-babys" (also eier) essen darfst?
rainravenIch hab mir die Körperwelten-Ausstellung vor ein paar Jahren in Berlin angesehen, um mir selbst ein Bild davon machen zu können. Als Biologin gehe ich an solche Dinge natürlich mit wissenschaftlicher Neugier heran, nicht mit Sensationslust, und ich muß sagen, ich habe die Ausstellung mit gemischten Gefühlen verlassen.
Da ich in meinem Studium selbst schon mit toten Tieren und menschlichen Überresten konfrontiert worden war, war mir der Anblick von präparierten Lebewesen oder Körperteilen nicht neu. Neu war mir die Art der Ausstellung, das Unfaßbare, ehemals lebendige Menschen als bizarr drapierte Plastinate vor mir zu sehen. Ich meine, man muß sich vorstellen, jemand aus meinem Jahrgang, der im Schul-Biologieunterricht noch so einen Knochenmann vorgesetzt bekommen hat, hat vielleicht auch noch ehemals echt menschliche Überreste gesehen, denn soweit ich weiß, waren diese Gerippe früher manchmal auch noch aus echten Knochen... Aber womit ich Schwierigkeiten hatte, war der Zusammenhang, die Körperweltenausstellung einerseits als Präsentation von Kunst, anderseits gleichzeitig als wissenschaftliche Objekte zu sehen. Um bloßen anatomischen Inhalt darzustellen, waren mir manche der Körper zu theatralisch aufgebaut.

Ich fragte mich auch, woher die ganzen Menschen gekommen waren, was sich wohl für Einzelschicksale hinter den ja nur teilweise offenbar an irgendwelchen Erkrankungen gestorbenen und sonst unversehrten (so daß ich auch gewaltsame Unfälle ausschließe) Personen verbargen und vor allem an was die dor auch ausgestellte Mutter mit Kind im Bauch gestorben war. Und natürlich schleichen sich einem da so Fragen in den Kopf, ob da alles mit rechten Dingen zugegangen war und ob die Leute wirklich freiwillig zu Ausstellungsobjekten wurden...

Der Anblick von in Formalin oder Alkohol eingelegten Körperteilen oder Föten in verschiedenen Stadien oder Mißbildungen war mir jetzt nicht so fremd, sowas sieht man auch im Haus der Natur in Salzburg oder wo das war oder in anderen medizinischen Sammlungen. Sicher sieht manches nicht schön aus, aber das ist auch nur Natur und Schöpfung.

Was mich empörte, war auch der geringe Respekt, den manche Schulklassen der Austellung offenbar zollten, wenn man sich die Beiträge im damaligen Gästebuch ansah, die vor Obszönitäten, plumpen Bemerkungen über sichtbare Genitalien bei der Präparaten und schlichtem Desinteresse nur so strotzten. Das konnte ich echt nicht verstehen und fand, man sollte sich zumindest von der sittlichen Reife der Jugendlichen überzeugen, bevor man sie in so eine Ausstellung schleppt oder es am besten gleich sein lassen, da so ein Verhalten respektlos und pietätlos ist.

Mein Fazit: Ich fand die Ausstellung interessant, nachdenklich machend und Fragen offen lassend, aber nicht unbedingt nötig.
Ob ich ein Plastinierungs-Museum besuchen würde, weiß ich nicht, ich bin auch der Meinung, einmal gesehen reicht für den Rest meines Lebens...
Pseudo-Gruftiiigibts die eigentlich auch in münchen? und was zahlt man da eintritt?
the_wandererWar einer von euch schon mit aktuellen James Bond Film ? Eine kurze Sequenz spielt in der Körperwelten Wanderausstellung in Miami !! Finde die Diskussion ganz interessant, aber mich zieht es da nicht so hin.
CaranaldionMittlerweile hat sich die Ausstellung wohl etwas geändert, und ist wieder in Deutschland unterwegs.

Der Grossteil der Beiträge hier ist doch schon ein paar Jährchen alt, und ich will den Thread deswegen nochmall nach oben holen.

Hat sich mit der Zeit etwas geändert, an den Meinungen und Sichtweisen ? Hat man sich 'dran gewöhnt', dass es diese Ausstellung gibt, und erhitzt sie die Gemüter deswegen weniger ? Wird sie eher akzeptiert, wo Tabubrüche und 'Schockeffekte' zum Alltag gehören ?
Creobotra[QUOTE][i]Original geschrieben von Caranaldion [/i]
Mittlerweile hat sich die Ausstellung wohl etwas geändert, und ist wieder in Deutschland unterwegs.

Der Grossteil der Beiträge hier ist doch schon ein paar Jährchen alt, und ich will den Thread deswegen nochmall nach oben holen.

Hat sich mit der Zeit etwas geändert, an den Meinungen und Sichtweisen ? Hat man sich 'dran gewöhnt', dass es diese Ausstellung gibt, und erhitzt sie die Gemüter deswegen weniger ? Wird sie eher akzeptiert, wo Tabubrüche und 'Schockeffekte' zum Alltag gehören ? [/QUOTE]

ich war ja schon in der ersten ausstellung in mannheim, wäre interessant die veränderung zu sehen.
ich fand den rein wissenschaftlichen aspekt sehr interessant. der gedanke, das dies alles einmal lebende menschen waren, die rumliefen, schon reichlich verstörend, aber auch nachdenkenswert.
was mich wirklich abgestossen hat, war die darstellung oder art der präsentation, der versuch sie als "kunstwerke" in blödsinnigen posen zu inszenieren. ich empfand es als herabwürdigung (ohne jetzt esoterischen hintergrund). ich hätte es mir etwas seriöser gewünscht.
autumnnightich war letztes (oder war es doch schon vorletztes) jahr in frankfurt..
irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt.. fand es nicht so interessant.. schade.. ich dachte, dass mich das mehr begeistern würde, aber irgendwie sprang der funke nicht rüber.. ich mein: es ist schon gut gemacht - aber irgendwie fehlte was..
AlienSexFiend[QUOTE][i]Original geschrieben von Creobotra [/i]
[B] der gedanke, das dies alles einmal lebende menschen waren, die rumliefen, schon reichlich verstörend, aber auch nachdenkenswert.
[/B][/QUOTE]

...genau das ging mir vor etlichen Jahren als ich in der Ausstellung war absolut gar nicht in den Kopf rein, dass das mal Menschen waren...dafür waren mir damals schon die meisten Plastinate zu "künstlich" und ich denke, dass sie auf mich inzwischen noch "künstlicher" wirken...sicherlich mag der ein oder andere wissenschaftlicher Aspekt interessant sein, aber für mich war und ist das eindeutig mehr Kunst als Wissenschaft...
autumnnight...vielleicht ist es genau das, was mir fehlte.. dass es zu künstlich und zu wenig menschlich wirkt
FederwolkeIch glaube nicht das man sich jemals wirklich an den Gedanken der Existenz dieser Ausstellung gewöhnen kann (man kann sie gut heißen, Gegner der Ausstellung sein, sie für ethisch vertretbar halten oder nicht, aber sich an sie gewöhnen. Das wird (hoffentlich) niemals geschehen)
Ich persönlich finde sie benutzt die Kunst und die Wissenschaft als vorwandt, um den Voyeurismus zu ligitimieren. Ich kann mir einfach nicht vorstellen mir den Leichnam eines Menschen aufmerksam anzusehen und ihn währenddessen bloß auf sein Fleisch, seine Muskeln, Sehnen und Innereien zu reduzieren. Bei der Wahrnehmung kann ich doch mein Gefühl nicht abschalten (gerade wenn es um die Wahrnehmung von etwas geht, was von sich selbst behauptet Kunst zu sein) und sobald das Gefühl sich eingeschaltet hat, kommen die Fragen: Wollte diese Person wirklich aus eigenem freiem Willen hier ausgestellt werden? Wer war sie? Woran ist sie gestorben? Was hatte sie für ein Leben? etc. Und ab diesem Zeitpunkt, an dem ich den Leichnam nicht mehr als Objekt, sondern als ehemaligen Menschen erkennen würde, könnte ich noch so sehr versuchen mich vor mir selbst hinter pseudowissenschaftlichem Interesse und irgendwelchen Schauwerten zu verstecken, letzendlich wäre es doch bloß noch aus Sensationsgier, die mich in der Ausstellung bleiben ließe.
Räume vollgestapelt mit Leichen und Lebendige Menschen, die diese Präperiert haben oder einfach nur antarren, stellen für mich eine Perversion des menschlichen vorstellenden Willen dar, ein moralischer Abgrund, den Verfall menschlichen Respektes. Doch möchte ich erwähnen das ich niemandem hier im Forum dadurch angreifen will oder beschuldigen will entmenschlicht zu sein. Ich wollte bloß meine Einstellung zu der Ausstellung mitteilen, die Gründe dafür weshalb ich persönlich sie niemals betreten würde.
Creobotra[QUOTE][i]Original geschrieben von Federwolke [/i]
Bei der Wahrnehmung kann ich doch mein Gefühl nicht abschalten (gerade wenn es um die Wahrnehmung von etwas geht, was von sich selbst behauptet Kunst zu sein) und sobald das Gefühl sich eingeschaltet hat, kommen die Fragen: Wollte diese Person wirklich aus eigenem freiem Willen hier ausgestellt werden? Wer war sie? Woran ist sie gestorben? Was hatte sie für ein Leben? etc. [/QUOTE]
genau das ist es, was mich dabei, sagen wir, fasziniert hat. es war ein mensch, der irgendwann mal gelebt hat und wo ist der unterschied zum naturkundemuseum. ausgestopfte tiere anzusehen, kein problem.
ich war in erster linie aus naturwissenschaftlichem interesse dort, aber gerade solche gedanken und das eigene gefühl dazu fand ich mit, eben faszinierend.

wegen freiwillig: soviel ich weiss, muss man zu lebzeiten eine einverständnisserklärung unterzeichnet haben, seinen körper zur verfügung zu stellen. von hagen hat (glaub ich) keine "der wissenschaft vermachten" körper, also zB zu medizinischen ausbildungszwecken, bekommen.
athara[QUOTE]wegen freiwillig: soviel ich weiss, muss man zu lebzeiten eine einverständnisserklärung unterzeichnet haben, seinen körper zur verfügung zu stellen. von hagen hat (glaub ich) keine "der wissenschaft vermachten" körper, also zB zu medizinischen ausbildungszwecken, bekommen.[/QUOTE]
Prinzipiell richtig. Der gute Gunther v. Hagen hat sich leider darüber hinweggesetzt, der Wissenschaft freigegebene Körper zu verwenden und hat seine verstorbenen Menschen zu einem Großteil aus China bezogen. Diese Leichen stammten aus Exekutionen und haben -bedauerlicherweise- keine Einwilligung hinterlassen. Es gab mehrere Verfahren gegen v. Hagen und einstweilige Verfügungen, worin letztlich auch begründet ist, dass die Ausstellung nicht allerorten zugelassen wird. Ebendies ist auch der Grund, warum ich mir die Ausstellung nicht angesehen hab und mir auch nie ansehen werde. Ich finde es mehr als pietätlos, mir die verkünstelten Überreste von Menschen reinzuzziehen, die vormals in ihrem Leben nie damit gerechnet hätten, irgendwann so zu enden.
Demon17Es ist wirtklich aein absolut widerlicher Voyeurismus der abartigsten Art. Aber man kann den Menschen im Namen von Kunst und Wissenschaft einfach alles verkaufen. Eine Lücke im normativen System und schon landet man in der gruseligen Faszination des Todes, wie sie schon in Steinzeitkulturen oder im alten Rom instrumentalisiert wurden.
Takk...Jacko will sich jetzt außerdem auch plastinieren lassen und somit "unsterblich" werden, falls er die große Abschiedstour nicht überleben sollte, ob mit oder ohne Nase.

[url]http://www.stern.de/lifestyle/leute/:Plastination-Michael-Jackson-Von-Hagens-Jacko/658196.html[/url]

Einfach bloß lol.
CaranaldionIch bin mir nach wie vor nicht sicher, welchen Zweck diese Ausstellung überhaupt haben soll.
Den Machern zu Folge geht es um "Laienaufklärung" und "Förderung von Wissen über den menschlichen Körper". Praktisch umgesetzt wurde das dann wohl eher suboptimal, denn es gibt einige Kritikpunkte. Sowird z.B. argumentiert, dass der 'Schockeffekt'(Das & wie die verstorbenenen Menschen dargestellt werden) vom Wesentlichen ("Ach so funktioniert die Sache mit den Adern") ablenkt, und dass der 'Volksfestcharakter", der um die Ausstellung herum entsteht, wirklichem Lernen oder wirklicher Information wenig zuträglich ist, vor Allem bei den Besucherzahlen, die sich da täglich durch die Ausstellung begeben. Der oft zitierte Vergleich mit einem anatomischen Museum o.ä. hinkt doch merklich, ist der Rahmen in einem Solchen wesentlich ruhiger und auch angemessener, und die Informationen, die man erhalten kann, sind um ein vielfaches höher.

Dass es sich bei der Ausstellung um etwas im Namen von "Kunst" handelt, wird nicht an erster Stelle offen ausgesprochen, findet sich aber deutlich zwischen den Zeilen und resultiert aus dem Gesamtbild, und zu einem guten Teil auch aus der Art und Weise, wie sich von Hagens dort inszeniert.

Das Fehlen eines eindeutigen Sinnes sowie das Vorhandensein von einigen Unstimmigkeiten gibt der ganzen Sache doch einen sehr schalen Beigeschmack, welcher genau das Bild erweckt, das Demon beschrieben hat: Voyeurismus und das Bedienen von Sensationsgier.


athara, von der möglicherweise zweifelhaften Herkunft der Körper hört man immer wieder. Du schreibst da recht detailliert zu - hast Du vielleicht einen Link, wo man dazu genaueres findet ? Ich frage deswegen, weil man auf den Websiten der Ausstellung ein ethisches Gutachten herunterladen kann, in dem die "ordnungsgemässe" Herkunft der Körper bestätigt wird.
Kinch[QUOTE][i]Original geschrieben von Caranaldion [/i]
[B]Den Machern zu Folge geht es um "Laienaufklärung" und "Förderung von Wissen über den menschlichen Körper". Praktisch umgesetzt wurde das dann wohl eher suboptimal [...] Sowird z.B. argumentiert, dass der 'Schockeffekt [...] vom Wesentlichen [...] ablenkt, und dass der 'Volksfestcharakter", der um die Ausstellung herum entsteht, wirklichem Lernen oder wirklicher Information wenig zuträglich ist,[/B][/QUOTE]

Das ist aber auch bei sehr vielen Ausstellungen, insbesondere den USA zum Beispiel so. Es wird "Wissenschaft" als Event verkleidet: Ne Kletterwand aus Lymphgefäsen, eine Achterbahn durchs Gehirn, etc pp.
Die tatsächliche Wissensvermittlung ist meiner Meinung nach nahe Null. Wenn überhaupt wird bei sowas eher wenige Wissens-Fragmente vermittelt ("Ach, da gibt es sowas") und weniger Verständnis oder tiefere Informationen.

Fragt man die Macher aber, wird nicht zu Unrecht darauf hingewiesen, dass man die Leute ohne diese Shows gar nicht erst mit Wissenschaft in Berührung bringen kann. In ein Museum geht man eben nicht mehr mit Kind und Kegel um sich dort bilden zu lassen.

Insgesamt stehe ich dem ambivalent gegenüber: Ich denke zum einen, dass direkt durch solche Ausstellungen gar nichts an Wissen vermittelt wird, andererseits ist es nicht von der Hand zu weisen, dass die Wissenschaft, wenn sie populär sein will, eben mit anderen Events konkurrieren muss. Vielleicht sind solche Ausstellungen eben nur dazu geeignet, ein positives Erlebnis zu vermitteln, das man mit der Wissenschaft verbindet um so ganz elementare Neugierde zu wecken.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Caranaldion [/i]
[B]Das Fehlen eines eindeutigen Sinnes sowie das Vorhandensein von einigen Unstimmigkeiten gibt der ganzen Sache doch einen sehr schalen Beigeschmack, welcher genau das Bild erweckt, das Demon beschrieben hat: Voyeurismus und das Bedienen von Sensationsgier.[/B][/QUOTE]

Voyeurismus, Sensationsgier... für mich sind die Begriff in dieser Diskussion irgendwie substanzslos, weil sie mir nicht wirklich belegt vorkommen, sondern einfach nur eine Wertung ist.
Worin liegt denn die Sensationsgier? Ist die allein durch Faszination und unterhaltende Neugierde schon belegt? Das wäre meiner Meinung nach ein viel zu inflationärer Gebrauch des Begriffs.

Für einen Voyeurismus fehlt mir einfach die verletzte Intimtsphäre. Man sieht zwar plastinierte Körper, aber die sind doch weitgehends entfremdet vom einstmalig darin lebenden Individuum. Es sind nur Austellungs"stücke", also leblose Objekte. Ich sehe darin nichts voyeuristischen sie betrachten zu wollen; ebenso wenig als würde man Maschinen oder Landschaften betrachten wollen.

An Quellen die bestätigen, dass die Körper illegal beschaft worden wären, wäre ich auch interessiert. Ich weiß darüber nichts und will athara jetzt auch nicht widersprechen, aber ich halte es für ziemlich unwahrscheinlich. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es nicht genügend Spender für diese Ausstellung geben sollte. Das Exhibitionieren und Selbstdarstellen ist unserer Zeit derartig präsent, dass er sich vor Anfragen vermutlich kaum retten kann.
OdessaEs ist wirtklich aein absolut widerlicher Voyeurismus der abartigsten Art.
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Dann müßtest Du aber jedes Museum und jede Ausstellung als widerlich und abartig betiteln, in denen z. B. ausgestopfte Tiere zu betrachten sind. Oder machst Du da die Wertung, daß Pietät und Würde im Tod nicht für (vermeintlich) "niedere" Lebensformen wie Tiere zu gelten haben?

Ich stimme Kinch dahingehend zu: Worte wie Sensationsgier sind beliebig, da sie im weiteren Sinne auch anzuwenden wären für Leute wie uns, die täglich auf einem Forum oder in einem Buch lesen was Andere schreiben und die wir somit auch "sensationslüstern" sind. Andererseits gehe ich mit Demon und Caranaldion dahingehend konform, daß ich es aus einem Bauchgefühl heraus als für mich ungut empfinde, tote Lebewesen ausgestellt zu präsentieren; das gilt bei mir für Tier und Mensch gleichermaßen.

Trotzdem möchte ich niemand absprechen, sich aus wissenschaftlichen Gründen - wie es Rainraven und Creobotra taten - so etwas wie diese Ausstellung anzusehen. Jeder hat andere Befindlichkeiten im Umgang mit dem Tod, mit der Vergänglichkeit, mit Pietät etc.


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und schon landet man in der gruseligen Faszination des Todes, wie sie schon in Steinzeitkulturen oder im alten Rom instrumentalisiert wurden.
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Und wie sie auch in der Gotenszene so gerne glorifiziert wird - man denke nur an alle den Suizid verherrlichenden Gedichte und Lieder der Szene, an das imho arg geschmacklose "Posen" auf Gräbern, an das "Zur Schau stellen" von Schädeln und Gebeinen als Wohnraum-Ambiente usw. usw.
athara[QUOTE][i]Original geschrieben von Caranaldion [/i]
athara, von der möglicherweise zweifelhaften Herkunft der Körper hört man immer wieder. Du schreibst da recht detailliert zu - hast Du vielleicht einen Link, wo man dazu genaueres findet ? Ich frage deswegen, weil man auf den Websiten der Ausstellung ein ethisches Gutachten herunterladen kann, in dem die "ordnungsgemässe" Herkunft der Körper bestätigt wird. [/B][/QUOTE]

[QUOTE][i]Original geschrieben von Kinch[/i]
An Quellen die bestätigen, dass die Körper illegal beschaft worden wären, wäre ich auch interessiert. Ich weiß darüber nichts und will athara jetzt auch nicht widersprechen, aber ich halte es für ziemlich unwahrscheinlich. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es nicht genügend Spender für diese Ausstellung geben sollte. [/QUOTE]

Vor ein paar Jahren ging da einiges durch die Presse, unter anderem eine Titelstoy vom Spiegel(?)/Stern(?)...
Bevor ich nach Links im Netz suche, möchte ich noch etwas hinzufügen.

Kinch, Du fragst, warum v. H. sich zweifelhaft Leichen beschaffen solle, wenn es doch genügend Spender gäbe. Die Frage ist durchaus berechtigt und hatte mich damals (2003? 2004?) auch stutzig gemacht.
Einleuchtend war es dann für mich, als ich las, dass v. H. nicht nur seine eigene Ausstellung mit Exponaten füttert, sondern seine Plastinationen auch weltweit verkauft. Nicht nur für öffentliche Ausstellungen, sondern auch für Privatleute, private Institutionen und solche, die Lehre betreiben (z.B. Universitäten). Außerdem verdient sich v. H. noch ein paar Groschen dazu, indem er selbst lehrt, wie anatomische Plastinationen angefertigt werden. Dazu waren und sind ein Vielfaches mehr an Leichen nötig, als in der Körperweltenausstellunge stehen und auch als es Spender gab/gibt.
V. H ist übrigens steinreich damit geworden. Aber das nur am Rand.
V.H. hatte sein Zentrum für Plastination damals nach China verlegt ("Plastination Company") und dort "produziert", weil es halt keine strikten Kontrollen gibt (dafür aber viele verwertbare Körper), im Gegensatz zu bspw. Deutschland (oder Europa insgesamt). Und ab dem Zeitpunkt häuften sich die dubiosen Fälle, wo Lücken in der Dokumentation auftauchten und Leichen, deren Herkunft nicht belegt werden konnten. Vor allem bei solchen Leichen, die Schusswunden im Hinterkopf hatten (~> klingt für mich irgendwie nicht nach natürlichem Tod...).
So weit ich das richtig in Erinnerung hab, hatte v. H. damals im Zuge der Ermittlungen selbst eingeräumt, dass er nicht ausschließen könne, dass Exekutionsopfer auf seinem Tisch gelandet sein könnten. Was daraus letztlich geworden ist (mit Ausnahme dessen, dass die Ausstellung nicht überall zugelassen wird), entzieht sich meiner Kenntnis.

Ein paar Links:

Hier aus Spiegel-online:
[URL=http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,282535,00.html]http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,282535,00.html[/URL]

Noch `n Link:
[URL=http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Die-Dritte-Seite;art705,1893986]http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Die-Dritte-Seite;art705,1893986[/URL]

Hier ein etwas reißerischer Link, der aber ebenso wesentlichen Inhalt wiedergibt:
[URL=http://www.linksverlag.de/pdf/332-Leichen_Leseprobe.pdf]http://www.linksverlag.de/pdf/332-Leichen_Leseprobe.pdf[/URL]

Das Netz ist voll davon.
rainravenDarf ich die Frage stellen, warum sich nie jemand beschwert hat beim Anblick von bestimmt schon uralten eingeschnapsten Wasserkopfbabies und ungeborenen Föten in ihren Glastanks etwa im Salzburger "Haus der Natur" (oder anderen Museen oder Sammlungen), die da schon seit Ewigkeiten rumstanden, oder den weitaus ekligeren Präparaten im Kriminalmuseum (weiß aber nicht, wo das ist und ob das noch öffentlich zugänglich ist, aber ich weiß zumindest, daß ich keine in Formalin eingelegten penetrierten Jungfernhäutchen von Sexualmordopfern und gespaltene Schädel sehen will...). Auch die Knochen-und Skelettpräparate, die man früher im Schulunterricht verwendete, waren Skelette echter Leichen, die man da den Kindern zeigte, und viele von diesen "Onkel Ottos" endeten dann für Fotos oder Streiche in obszönen Posen, mit dem Kittel des Herrn Professor an oder was weiß ich.
Wo ist da der Aufschrei wegen Voyeurismus, Leichenschändung oder Perversion? Was ist der Unterschied zu den vielleicht weitaus ästhetischer präparierten Toten von Herrn von Hagens?

Und ich habe in der Tat kein Problem mit dem Tod, wenn er sich als etwas Natürliches wie im biologischen Kreislauf darstellt oder als etwas Ästhetisches dargestellt wird. Es liegt auch Schönheit in der Vergänglichkeit.
Ich mag zwar das typisch "gruftige" Objekt Totenschädel überhaupt nicht, weil ich es nicht ansprechend finde, aber ich finde z.B. Vogelschädel sehr schön, obwohl ich Vögel über alles liebe und lieber lebend sehe. Doch es liegt kein Widerspruch für mich darin, eher eine Bestätigung.
Wie begründe ich es sonst, daß ich nicht nur Haustiere, sondern auch Tierpräparate habe? Tote Vögel neben meinen lebenden? Ich sehe es so, es ist eine Ehre und eine Würde, auch nach dem Tod noch eine Zierde für jemanden zu sein, dem dies etwas bedeutet, und es ist allemal besser für ein schönes Geschöpf, schön, aber leblos weiterzuexistieren, als eklig am Boden zu verrotten. (wenn man mal davon absieht, daß etwas Totes sonst zwar auch nützlich ist, aber nur dem biologischen Zweck dient, Aasfresser zu ernähren)

Könnte es bei den Plastinaten nicht ähnlich sein? Ist es denn soviel würdeloser, nach seinem Tod in einer schönen/ansehnlichen/interessanten Form weiter zu existieren und einem anderen Zweck zu dienen als nur Würmer und Bakterien zu ernähren? Das, was den Menschen (und auch das Tier)und seine Würde, sein Ich, seine Person als solches ausgemacht hat, die Seele, oder wie auch immer Ihr es nennen mögt, ist doch ohnehin dann schon an einem anderen Ort und wird nicht mehr gestört dadurch, daß seine Hülle jemandem als Ausstellungsobjekt dient. Denke ich jedenfalls mal.
rainraven@ Odessa: auch das finde ich einen schönen Gedanken, aber wir haben uns auf Arbeit auch schon mal drüber unterhalten, und es war klar, von welchen Leuten dann dazu abwertende Kommentare kamen...
athara@rainraven:

Der Einwand mit den in Formalin eingelegten Föten finde ich berechtigt. Subjektiv betrachtet ist das für mich auch dasselbe. Da hat der Fötus mit Sicherheit auch kein Einverständis zu gegeben, und das ist im Grunde genauso pietätlos.
Objektiv betrachtet ist es nicht dasselbe: Die Körperweltenausstellung ist mE ja nur ein Zipfelchen des Eisbergs. Das Verwerfliche daran ist die Geldmaschine, die dahintersteht, und zwar in Bezug auf das gesamte Umtreiben des werten Herrn v. Hagen - im Gegensatz zu den konservierten Föten, die irgendwo in einer Rumpelkammer eines Labors rumdümpeln.
Ich finds einfach zum kotzen, wenn mit menschlichen Überresten (die noch dazu bei Lebzeiten nicht gefragt wurden) dicke Kohle gemacht wird, die nicht mal guten Zwecken zugeführt wird, sondern in den Taschen von einer oder wenigen Personen landet.

Ganz ehrlich: Ich finde den Gedanken echt abstoßend, wenn ich nach meinem Ableben in irgend einer Ausstellung als Kunstobjekt lande und blöde belächelt werde und "verwitzelt" von z.B. Blagen einer Schulklasse, die sich nicht im geringsten wirklich dafür interessieren, was sie da zu sehen bekommen. Da gab es z.B. auf der Körperwelten-Ausstellung ein Exponat, wo zwei plastinierte Menschen während des Geschlechtsverkehrs miteinander dargestellt wurden. Ich laufe echt grün, gelb und blau an, wenn mich jemand mit einem mir völlig fremden Menschen so darstellen würde, und zwar bis in alle Ewigkeit so in dem Moment festgehalten. Ich bin ziemlich sicher, dass auch diejenigen Menschen, die ihre Überreste gespendet haben, nicht unbedingt wussten, WIE sie dargestellt werden.

Zu den Mumien in Ägypten: Hier hat eine Konservierung NICHT dazu gedient, sich an den Überresten zu erfreuen, oder sie irgendwie bei sich zu tragen. Der Körper an sich hatte bei den Ägyptern gar nicht den Stellenwert, als dass jemand auf die Idee gekommen wäre, aus purem Sinn für Ästhetik (oder aus fragwürdigen wissenschaftlichen Gründen) einen Leichnahm aufzuheben. Die Mumien waren ja ohnehin komplett bandagiert und entbehrten deshalb per se schon einen gewissen Erinnerungswert oder Anschauungswert für Dritte. Der Grund der Mumifizierung liegt lediglich darin, dass die Ägypter geglaubt haben, dass ein Lebewesen nur unversehrt ins Jenseits kommt, um dort die Ewigkeit zu verbringen, wenn die sterblichen Übberreste auch unversehrt sind, damit die Reise ins Jenseits überhaupt angetreten werden kann. Aus dieser mystisch-mythischen Perspektive ist der Umgang mit den Leichnahmen sehr würdevoll, mE im Gegensatz dazu, als wenn man sich sein ausgestopftes Haustier ins Wohnzimmerregal stellte.
Federwolke1.Ich finde weder, dass Voyeurismus, noch dass Sensationsgier Worte sind, die in diesem Zusammenhang unpassend verwendet wurden.
Immerhin beschreibt der Voyeurismus im eigentlichen Sinne, die Lust am Betrachten einer Person, die einen selbt nicht bemerkt. Gibt es ein besseres Beispiel dafür, als der freiwillige (man hat also Lust darauf dies zu tun) Besuch einer Ausstellung bei der man sich Leichen(gewesene Personen, die einen also mit Sicherheit nicht bemerken, an denen man seinen Hang zum Voyeurismus somit ungestört ausleben kann) ansieht.
Der Begriff der Sensation wurde ebenfalls nicht falsch verwendet-Da es sich hierbei eigentlich um ein auffälliges Ereignis, dass durch die Kommunikation zu noch größerem Ruhm gelangt ist handelt (kann sich noch irgendjemand an die Nachrichtenerstattung der ersten paar Tage nach der Ausstellungseröffnung erinnern?. Wie viele Menschen sind denn erst durch die Kommunikation, die andauernden Debatten und Moraldiskussionen auf die Ausstellung aufmerksam geworden und waren plötzlich interessiert daran/ gierig danach all das auch zu sehen, worüber soviel gesprochen wird. Gierig danach ebenfalls die Sensation zu erleben?
2.Was soll denn bitte der Vergleich mit präperierten menschlichen und tierischen Leichen aus Naturkundemuseen und Schulen? Liegt nicht ein Meilenweiter Unterschied zwischen diesen Institutionen, die tatsächlich dem bloßen Wissenserwerb dienen möchten und einer Ausetellung, die plastinierte Leichen als Kunst in unwürdigen Positionen darstellt. Wollt ihr einen Menschen, der das eine befürwortet und das andere ablehnt tatsächlich doppelmoralisch nennen?
Odessa1.Ich finde weder, dass Voyeurismus, noch dass Sensationsgier Worte sind, die in diesem Zusammenhang unpassend verwendet wurden.
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Es wurde ja auch lediglich festgestellt, daß andere Menschen (ich gehöre dazu) diese Begriffe auch auf andere Dinge anwenden, die von Sensationsgier zeugen: Thema Gaffen bei Unfällen, Thema Gaffen bei Beerdigungen usw.

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Immerhin beschreibt der Voyeurismus im eigentlichen Sinne, die Lust am Betrachten einer Person, die einen selbt nicht bemerkt. Gibt es ein besseres Beispiel dafür, als der freiwillige (man hat also Lust darauf dies zu tun) Besuch einer Ausstellung (..)
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Es gibt für mich eine Reihe besserer oder zumindest völlig gleichwertiger Beispiele: klassische Voyeure sind für mich z. B. die Leute, die sich im Fernsehen gierig "rea life soaps" reinziehen, das Leben Anderer bis ins Schlafzimmer hinein dabei verfolgend. Oder die Leute, die 24/7 im internet auf blogs und pages abhängen nur um dort den 5minütlich aktualisierten "was mach ich gerade"-Berichten (gerne mit zugeschalteter web cam) wildfremder Leute zu folgen. Das ist imho (und habe ich die Definitionen aus der Psychiatrie noch richtig in Erinnerung) viel "besserer" Voyeurismus als es hier der Fall ist, wo Menschen u. a. eben tatsächlich NUR aus künstlerischen oder wissenschaftlichen Gründen (sh. was Creobotra und rainraven schrieben) diese Ausstellung besuchen und was ich diesen Menschen auch glaube (steht es mir doch in keinster Weise zu, anderer Menschen urprivate Motivation dahingehend anzuzweifeln bzw. sie abzuwerten).

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2.Was soll denn bitte der Vergleich mit präperierten menschlichen und tierischen Leichen aus Naturkundemuseen und Schulen?
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Naja das ist einfach "Meinungsvielfalt" und "Argumentationskette", und ohne sie gäbe es keine Diskussion ;-). Ich finde diese Vergleiche nach wie vor mehr als passend, denn ob ich nun eine Leiche in einer Ausstellung betrachte als Kunstwerk oder ob ich ein Skelett in einer Schule als Unterrichtsmaterial verwende, ist für die Leiche selbst egal - denn entweder wird damit würdevoll umgegangen oder nicht, und bei beiden Aktionen kann Beides der Fall sein. Für die Würde der Toten ist es irrelevant, welcher vermeintlich gute Zweck/Hintergrund gegeben ist - es geht entweder um besagte Würde und dann hat sie logischerweise für ALLE (toten Lebewesen) zu gelten, oder es geht nur um rein subjektive Aversionen gegen diese Ausstellung und was man dabei an vermeintlich negativen Motivationen den Besuchern dieser Ausstellung unterstellt. Dann sollte man aber auch akzeptieren, daß andere Menschen (rainraven z. B.) über den Tellerrand dieses Falles hinaussehen indem sie Vergleiche anbringen, wo auch würdelose Vorgänge stattfinden mit Toten, sie aber nicht verurteilt werden nur da dort "Bildung" draufsteht als Legitimation.


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Wollt ihr einen Menschen, der das eine befürwortet und das andere ablehnt tatsächlich doppelmoralisch nennen?
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Ich für meinen Teil mache das nicht, ich bin ja selbst hin- und hergerissen und kann beiden Standpunkten etwas abgewinnen... aber auch nur deswegen weil ich anderer Menschen Sichtweisen und Motivation immer zu verstehen suche und sie ihnen auch glaube, sprich: wenn mir jemand vermittelt, daß er diese Ausstellung aus künstlerischem Interesse heraus besucht (wie Creobotra), ich noch dazu diesen Menschen und seinen dahingehend zweifelsfreien guten Charakter und seine respektvollen Einstellungen kenne, dann sehe ich keinerlei Recht, diesem Menschen diese Ausstellung zu verwehren. Umgekehrt sehe ich auch mit äußerstem Widerwillen, wenn dort tatsächlich Menschen ohne deren Zustimmung ausgestellt werden, und sehe auch daß es Menschen gibt, die eher "gedankenlose" Motive haben für den Besuch der Ausstellung. Beides ist also da, beides habe ich zu akzeptieren in der Diskussion :).
Kinch[QUOTE][i]Original geschrieben von Federwolke [/i]
[B]Was soll denn bitte der Vergleich mit präperierten menschlichen und tierischen Leichen aus Naturkundemuseen und Schulen?[/B][/QUOTE]

Fand ich auch komisch: Die Menschen hat man gefragt, die Tiere hat man gezwungen. Ist wohl eindeutig, was unmoralischer ist.
Creobotra[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
wenn mir jemand vermittelt, daß er diese Ausstellung aus künstlerischem Interesse heraus besucht (wie Creobotra), ich noch dazu diesen Menschen und seinen dahingehend zweifelsfreien guten Charakter und seine respektvollen Einstellungen kenne, dann sehe ich keinerlei Recht, diesem Menschen diese Ausstellung zu verwehren. [/QUOTE]
uh, nein, ich bin tatsächlich nur aus naturwissenschaftlichem interesse hingegangen. das "künstlerische" ist genau das, was mich an dieser austellung abgestossen ht. für mich ist das eine respektlosigkeit, die menschen in zum teil grotesken posen zu präsentieren.
Amaryllis1997/98 war ich im Zuge des Biounterrichts in dieser Ausstellung. Die kindliche Neugierde (und ich möchte betonen, dass es eben keine Sensationsgeilheit oder wie auch immer war, denn in dem Alter damals, hab ich mir leidlich wenig Gedanken über Moral, Recht, Würde etc gemacht) wurde befriedigt.
Heute würde ich keinen Fuß mehr in eine solche Ausstellung setzen.
Mit den heutigen bildgebenden Verfahren kann ich auch nicht wirklich nachvollziehen, warum sich Mediziner so eine Ausstellung ansehen müssten um noch was zu lernen.
Bleibt nur noch die Tatsache, dass sich der Herr eine goldenen Nase an etwas verdient, das nicht gebraucht wird.
Federwolke@Odessa
Ich bin wirklich kein Fan von Real life Sendungen jeglicher Art, trotzdem gibt es meiner Meinung nach aber einen entscheidenden Unterschied zwischen dem Voyeurismus den der Zuschauer dort befriedigt und dem den ein Betrachter der sich die Ausstellung ansieht betreibt: Die Menschen wissen, dass sie gerade beobachtet werden und können ihr Verhalten daran anpassen.
Jetzt mal angenommen du würdest dich dazu bereiterklären nach deinem verscheiden Teil dieser Ausstellung zu werden, glaubst du wirklich das dir Herr von Hagen exakt erklären würde, wie genau er dich bearbeiten und positionieren will. Ich glaube nicht.
Und dann ist es soweit, du bist Tod und ein anderer entscheidet für dich wie dich tausende von Menschen sehen werden, beim Sex oder mit deinem Gehirn in der Hand, auf einem plastinierten abgehäuteten Pferd reitend oder in irgendeiner anderen unwürdigen aber Aufsehen erregenden Pose. Das sind Dinge gegen die du dich dann nicht mehr wehren kannst.

Jetzt einmal zurück zu den Naturkundemuseen und Schulen. Habt ihr euch einmal Gedanken darüber gemacht, wie alt die dort ausgestellten Präparate eigentlich sind und ob es zu dieser Zeit überhaupt eine andere Möglichkeit gegeben hat, etwas über den anatomischen Aufbau von Mensch und Tier zu erfahren. In den meisten Fällen war das nämlich nicht der Fall.
Inzwischen wird zumindest an den meisten Schulen soetwas auch gar nicht mehr verwendet, stattdessen gibt es Plastik-und Kunststoffprodukte, die alles notwendige zeigen. In den Museen ist dies nicht der Fall, da diese nicht nur versuchen, die rein anatomischen Aspekte des Lebens zu zeigen, sondern auch die Geschichte und Entwicklung der Wissenschaften durch die es uns erst möglich gemacht wurde, den heutigen Wissensstand zu erreichen.
Kinch[QUOTE][i]Original geschrieben von Federwolke [/i]
[B]Die Menschen wissen, dass sie gerade beobachtet werden und können ihr Verhalten daran anpassen. [/B][/QUOTE]

Also das ist doch arg naiv. Die Menschen wissen nicht, wie sie im Fernsehen gezeigt werden. Das heißt, welche Auswahl der Szenen getroffen werden und in welchem Kontext sie gezeigt werden.
Und oft genugt, sind die Menschen dort kaum oder gar nicht medienerfahren genug, um die Wirkung der Bilder abschätzen zu können. Im Gegenteil sind gerade die Sender an einer Bloßstellung, menschlichen Dramen, abstoßendem und gefühlserregendem Material interessiert und tun auch ihr bestes solches Material zu generiere, indem sie die Menschen bewusst dahingehend manipulieren.
Ich halte es genauso wie ArrogantNick, und sehe, dass was in derartigen Sendungen getan wird für bedeutend schlimmer und entwürdigender als die Ausstellung von Toten; inbesondere, da es sich noch um lebende Menschen handelt, die mit ihrer Medienwirkung leben müssen.
FederwolkeLebende Menschen haben allerdings einen großen Vorteil: Sie leben, sie könn(t)en sich wehren, reagieren, das Bild, welches von ihnen entsteht verändern, sich rechtfertigen. Auch wenn viele die Gelegenheiten dazu nicht finden oder wahrnehmen, prinzipiell sind das Möglichkeiten, die immer offenstehen. Lebende Menschen können vor, während und nach den Shows (in einem gewissen Rahmen) eigenverantwortlich handeln und sich selbst so darstellen, wie sie es als richtig empfinden.
Gut sie werden manipuliert, Szenen werden geschnitten, aber trotzdem ist es letztendlich ihre Entscheidung, wie sie sich verhalten. Tote können das nicht.
[QUOTE]Nun ja, ich finde es gibt noch einen frappierenden Unterschied, nämlich dass die Protagonisten in solchen modernen Spannerschmäuschen, nach einer solchen Show damit LEBEN müssen. (Und vielleicht lieber tot wären, dann hätten sie das Problem nämlich nicht.)[/QUOTE]
Das ist doch eigentlich ein Vorteil, eine zweite Chance, um es besser zu machen, eine Chance um Vorurteile bei den anderen und schlechte Gewohnheiten bei einem selbst abzubauen.
Kinch[QUOTE][i]Original geschrieben von Federwolke [/i]
[B]Lebende Menschen haben allerdings einen großen Vorteil: Sie leben, sie könn(t)en sich wehren, reagieren, das Bild, welches von ihnen entsteht verändern, sich rechtfertigen.[/B][/QUOTE]

Du, diese Aussage ist genau die, auf die durch zwei Beiträge reagiert wurde. Mir ist nicht klar, was eine Paraphrase noch bringen soll.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Federwolke [/i]
Gut sie werden manipuliert, Szenen werden geschnitten, aber trotzdem ist es letztendlich ihre Entscheidung, wie sie sich verhalten. Tote können das nicht.[/B][/QUOTE]

Die Toten haben auch mal gelebt und die hat man - mit den Ausnahmen die athara nannte und ich nicht gutheißen will - auch gefragt. Und im Gegensatz zu den Leben müssen die a) keine Konsequenzen fürchten und b) geht es überhaupt nicht um sie als Person.
Federwolke[QUOTE]Ich persönlich kann mit Beidem nichts anfangen, respkt. nicht mit diesen Shows und auch nicht mit Leichenfleddern.[/QUOTE]
Dito! Es war nie meine Absicht diese Sendungen ernsthaft in Schutz zu nehmen. Ich wollte lediglich sagen, dass beide auf unterschiedliche Arten die Privatsphere der Freiwilligen verletzen.


[QUOTE]Zum Ersten noch einmal die Frage: Ist es für Dich wichtiger die Toten achtsam zu behandeln als die Lebenden? Nur weil die Lebenden 'sich ja wehren' könnten (wenn sie wollten)?[/QUOTE]
Hier greift wieder der Grundsatz, der jedem von uns früher beigebracht wurde. "Über Tote redet man nicht schlecht" (denn die können sich nicht dagegen verfteidigen). Und, ja ich persönlich befürworte es, Menschen, die sich selbst keinen Schutz mehr bieten können besonders respektvoll zu behandeln (das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass ich in meinem Alltag respektlos mit den Menschen umgehe)
CaranaldionMeine grössten Bedenken bei diesem Ausstellungsspektakel habe ich der bereits mehrfach angesprochenen Ambivalenz gegenüber : Der Punkt des Lernens hat meiner Meinungen nach zu viele ihm entgegen laufende Elemente, von Kunst oder etwas ähnlichem will niemand offen sprechen.
Abgesehen davon, dass man sich als Veranstalter die grösstmögliche Anzahl an Sichtweisen und Auslegungen offen hält, bekommt man so auch die meisten Leute angelockt.
Auf diese Weise mutet das Ganze nicht so "ehrlich" an,wie ich es mir eingedenk dessen, was man zu Sehen bekommt, wünschen würde.

Der Verweis auf die z.B. im Schulunterricht verwendeten sterblichen Überreste diverser Lebewesen hinkt meiner Meinung nach,weil hier ziemlich klar ist, dass sie dem Zweck der Bildung dienen sollen, was etwas platt formuliert unter der Prämisse "der Zweck heiligt die Mittel" für mich ok ist.
Scherze & Schabernack damit zu treiben, das steht sicher nochmal auf einem anderen Blatt.

Einen Vergleich zum Ausstellen von Tieren finde ich in Zusammenhang mit der Körperwelten-Ausstellung unpassend, da ich einem toten Tier eine andere Form von Pietät und Würde zukommen lasse als eine Menschen.
rainravenHm, ich weiß nicht, inwiefern das auf mich zutrifft.
Wenn ich ja schon im Leben manche Tiere mehr achte und schätze als manche Menschen... Und ja, ich würde meinen Liebsten als Diamant am Hals tragen oder vielleicht mein Haustier ausstopfen lassen, wobei ich letzteres nicht aus Pietät bleiben lassen würde, sondern einfach, weil die tote Hülle nicht das wiedergibt, was das Tier im Leben war, wohingegen ein zu einem Diamant gepreßtes Tier oder Mensch eine andere Erscheinungsform und somit etwas ganz anderes ist.
Was ich damit ausdrücken will, ist, daß ich vielleicht Pietät oder den Umgang mit dem Tod anders empfinde als der "herkömmliche" Betrachter, ohne mir dabei respektlos vorzukommen.

Ich habe z.B. ja auch meine gemischten Gefühle geäußert, die ich beim Betrachten der Plastinate hatte, da ich zum einen daran zweifelte, daß alle Gäste der Show die Körper mit derselben Achtung (oder sagen wir, mit demselben nüchternen Interesse, für alle, die keine "Achtung" im Angaffen von Toten erkennen können) betrachteten wie ich und zum anderen, weil ich auch an der Legalität der Beschaffung der Körper oder dem Sinn der Darstellung ebenfalls zum Teil zweifelte. Ich habe auch ähnliche Gedanken im Gästebuch hinterlassen und werde mir so eine Ausstellung im Gegensatz zu vielleicht einem sensationslüsternen Voyeur nicht noch einmal ansehen müssen, weil ich mir einen Eindruck davon geschaffen habe, aber meine "Neugierde" auf plastinierte Körper nun gestillt ist und ich nichts versäume. Das macht vielleicht auch einen Unterschied zwischen sensationsgeilem Publikum. Und ich fühle mich eher "voyeuristisch" wegen dem Besuch einer Gerichtsmedizin-Vorlesung im 3. Semster als wegen meinen Besuch der Körperwelten. Ich habe meine Erfahrungen gemacht und werde beides wohl nicht wiederholen wollen.
OdessaDas möchte ich noch nachtragen, ich hatte es erst gestern in einem Magazin gelesen zu diesem Thema: die Verstorbenen, die für diesen umstrittenen Geschlechtsakt in der Ausstellung verwendet wurden, hatten beide EXPLIZIT ihre Erlaubnis hierfür erteilt. Die Frau hatte in Ihrer Verfügung diesbezüglich geschrieben, daß sie die letzten Jahre ihres Lebens eine unglückliche Liebe zu einem Mann führte, mit dem sie leider niemals zusammensein konnte. Sie bat ausdrücklich darum, ihren Körper dann "wenigstens im Tod" in einem "Liebesakt" darzustellen, wenn ihr dies schon zu Lebzeiten mit dem geliebten Mann "unmöglich" war. Ähnliches schrieb der Mann, dessen Leichnam als Partner verwendet wurde.

Ich schreibe das ohne jegliche Wertung, nur war es mir jetzt ein Bedürfnis klarzustellen bzw. anzufügen, daß es eben NICHT ohne Einwilligung (wie ich vermutete) der zwei Betroffenen geschah.
Krang2Hallo,
die Körperweltenausstellung ist nun in modernisierter Form wieder da, sogar mit Animationen. Mein Niveau und meine Zeit reichen nicht dazu aus, um alle sozialethischen Aspekte vollständig auszudiskutieren, aber ich werde auf jeden Fall nochmals vorbeischauen.
Drakeaich misch mich jetz auch mal kurz ein

also mein Schwiegervater hat vor einigen jahren mal diese Ausstellung angeschaut und fand es sehr faszinierend.
Ich selbst würde sie auch gerne mal sehen, hab mir das zwar schon im Internet auf Bildern angeschaut aber in echt sehen ist doch eben was anderes
Krang2Hallo,
keine Sorge, da ist kein großer Unterschied zwischen den Bildern und dem Besuch der Ausstellung. Die Plastinate sehen ziemlich unecht aus, im wahrsten Sinne des Wortes wie Plastik. Kein Vergleich mit frischen Leichen. Wenn man es nicht wüßte, daß sie mal echt waren, würde man alles für künstlich halten. Also wenn du interessiert bist, wirst du deine Freude an der Ausstellung haben, aber wenn du was Krasses sehen willst, wirst du wohl enttäuscht werden.
Drakeanee also ich bin wirklich einfach so interessiert

aber danke für die info ;)
SeelenreiseDie Ausstellung ist auch nur jenen zu empfehlen, welche wirklich interessiert sind.
Ich war im Frühjahr mit meiner Familie in der Ausstellung in Heidelberg und war nach weniger als der Hälfte der eingeplanten Zeit wieder draussen. Ganz abgesehen davon, dass man sich in einer riesigen Menschenmasse durch diese Halle quetschen musste und ich mich mitunter fragte ob ich todgetrampelt werde, wenn ich wegen mangelndem Sauerstoff in der Luft umkippe, habe ich auch nichts neues gelernt. Was an Information zu lesen war, gehört im Grunde zur Allgemeinbildung. Ausserdem fand ich gleich die ersten Präperate irgendwie, naja schockierend passt hier nicht ganz. Kleine, zerbrechliche Föten, nackt auf einem Kissen, das sah so mitleiderregend aus, dass ich die am liebsten in eine schöne, warme Decke gepackt und irgendwie in eine "kindgerechtere" Umgebung getragen hätte.:(
Ausserdem finde ich ist es das eine, wenn jemand seinen Körper freiwillig für eine solche Ausstellung zur Verfügung stellt (man hat am Ausgang auch gleich ein Formular darür ausfüllen können, wenn man sich zur Verfügung stellen will), wobei ja gemunkelt wurde, dass dem auch nicht immer so sei, ist das in Ordnung. Immerhin weiss dieser Mensch für was er sich da hergibt und entscheidet selbst ob das für ihn okay ist. Es ist in meinen Augen jedoch etwas anderes, wenn man einen Menschen ausstellt, welcher nie die Möglichkeit hatte sich dazu zuäussern und das finde ich dann entwürdigend.
Für mich persönlich war die ganze Sache weiterhin weder spannend noch irgendwie Aufschluss gebend über den menschlichen Körper. Da ist jede Computeranimation und jeder Dokumentarfilm mit Kamerabildern aus dem Körper informativer und hat weniger von Fleischbeschauung.
Krang2Hallo,
ich weiß nicht, wie es jetzt ist, aber damals war es in meiner Stadt so, daß die Föten in einem abgetrennten Raum waren und man sich entscheiden konnte, ob man das sehen will oder nicht. Voll war es hier nur in den ersten paar Wochen. Hm, ich fände die Vorstellung irgendwie spannend, dort eines Tages selbst ausgestellt zu sein....aber ich möchte noch lange leben! :)
Seelenreise[QUOTE][i]Original geschrieben von Krang2 [/i]
[B]Hallo,
ich weiß nicht, wie es jetzt ist, aber damals war es in meiner Stadt so, daß die Föten in einem abgetrennten Raum waren und man sich entscheiden konnte, ob man das sehen will oder nicht. Voll war es hier nur in den ersten paar Wochen. Hm, ich fände die Vorstellung irgendwie spannend, dort eines Tages selbst ausgestellt zu sein....aber ich möchte noch lange leben! :) [/B][/QUOTE]

In Heidelberg musste man daran vorbei. Föten sind nunmal der Beginn des menschlichen Lebens.
Vllt kannst du mal erläutern warum du die Vorstellung selbst eines Tages dort ausgestellt zu sein spannend findest. Das wäre so ziemlich das Letzte, was ich mit meinen Körper machen lassen würde, von daher kann ich das nicht so ganz nachvollziehen.
Krang2Hallo,
das macht doch nichts, daß du dir das für dich nicht vorstellen kannst, jeder soll so leben und sterben, wie er möchte, solange er anderen nicht schadet. Ich fände es faszinierend und schmeichelhaft, wenn mich Leute anschauen, denn jetzt, da ich noch lebe, kriege ich allenfalls dumme Bemerkungen. Es ist natürlich nur eine dumme Phantasie, da ich dann sowieso nichts mehr mitkriege. Im Grunde genommen ist mir völlig gleich, was nach meinem Tod mit mir geschieht, am realistischsten ist es noch, daß ich meinen Körper der Wissenschaft vermache, damit er der Menschheit noch nützlich ist. Das spart ja auch Bestattungskosten, die immerhin selbst bei einer billigen Bestattung leicht mal bei 3000€ liegen.
Krang2Ich schreibe mal meine Motivation für den Besuch der Ausstellung an Alyander und einige andere, die sich über die Ausstellung echauffiert haben. Ich persönlich hatte vorher nicht einfach so die Gelegenheit, mir Tote anzuschauen. Ich bin mit 10 Jahren zu meinem Vater gegangen und meinte, ich möchte ins Leichenschauhaus, und da erklärte er mir, woher der Name kommt und daß man da nicht einfach so reingehen kann, schon gar nicht, wenn man unter 18 ist. Die Rechtfertigung für diese Ausstellung ist also auch Neugier, und natürlich ist es auch "Gaffen". Also, wenn ich zur Uni hingegangen wäre und gefragt hätte, ob ich mal in die Pathologie rein kann, um mir Leichen anzuschauen, hätten die mir wohl einen Vogel gezeigt. Ich muß aber sagen, daß dieses Neugier- und Gaffbedürfnis doch eher enttäuscht wird. Und diejenigen, die sich darüber aufregen, daß Tote zur Schau gestellt werden, warum regen die sich nicht über Prostitution auf, da werden Lebende zur Schau gestellt, und die haben noch eine Würde.

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