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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Verständnis
NezachJemand schrieb vor kurzem in einem anderen Thread, dass es [für ihn] schwierig sei, Verständnis zu haben, wenn er jemanden nicht verstehe. Verstehen und Verständnis sind für ihn folglich etwas verschieden.

Ich denke an den Ausspruch "Dafür bzw. für denjenigen habe ich kein Verständnis". Es wird derjenige bzw. sein Verhalten verurteilt. Dieses Urteil geschieht im Bewusstsein des Beurteilenden wahrscheinlich in dem Glauben, den anderen zu verstehen. Wir haben hier also den Fall, dass jemand zu verstehen meint und doch kein Verständnis hat.

Ansonsten scheint mir der Ausdruck "Verständnis haben" mehr in die empathische (anstatt intellektuelle) Richtung zu gehen. Danach kann man für jemanden (gefühlsmäßig) Verständnis haben, den (bzw. dessen Verhalten) man (intellektuell) nicht oder nur ansatzweise versteht.

Meiner Ansicht nach ist Respekt dem anderen Menschen gegenüber notwendig, um ihn besser zu verstehen. Offenbar driften jedoch die Ansichten darüber, was genau Respekt ist, auseinander. Was versteht Ihr unter Respekt?

Ich denke, den anderen mit Respekt zu behandeln bedeutet, den Glauben, er sei gut, zur unerschütterlichen Grundlage des eigenen Verhaltens ihm gegenüber zu haben. Dies wird jedoch von einigen als "Schmusekurs" bzw. "Kuschelpädagogik" kritisiert. Nun verstehe ich jedoch nicht, was daran so schlimm sein soll, wenn man den anderen im Austausch besser verstehen möchte. Was meint Ihr dazu?
eisregen999Hallo,

ich empfinde Respekt als selbst Verständlich, da es auch etwas mit unserem eigenen Stolz zu tun hat, der es eben einfach nicht zulassen kann sich würde Los und Respektlos anderen Gegenüber zuverhalten.
Es ist ein inneres Gfeühl zuwissen wo sind die Grenezen zwischen der persönlichen Ebene und der objektiven Betrachtung.

Wenn ich zb. Spüre das mein Gegenüber sehr Empfindlich ist oder Unsicher dann würde ich niemals etwas tun um ihn noch mehr in seine Missliche Lage zubringen, ich tolleriere sein Verhalten, dass aber nicht bedeutet das ich es Akzeptiere! Ich tolleriere so ziehmlich alles, wenn mich jemand ernsthaft nach meiner Meinung fragt dann sage ich sie offen und ehrlich, wobei ich auch sagen muss ich versuche mein Persönlichenstatuts und Erfahrungen total zurück zusetzten, um mich voll und ganz auf die Situation hinein zuversetzen, denn nur wenn ich das Empfinden was diesem Menschen bewegt, dann kann ich ihm auch tasächlich ein guten Rat geben. Daher gibt es so was wie "kein Verständniss" für mich nicht! Ich habe meine Persönlichen Grenzen, aber es ist alles erklärbar. Nun ich will sagen Tolleranz heißt nicht Akzeptanz, und Respekt steht jedem zu. Nun werden sicher Argumente kommen wie es mit Philophielen und Tierquälern ausieht, natürlich ist es schrecklich jedoch sprachen wir denke ich nicht von Psychisch gestörten wirklich Kranken Menschen. Ich rede von den die nicht Psychisch Krank sind da ich denke das jeder den gesunden Menschen Verstand besitzt, weiß das man sowas nicht Akzeptieren kann. Daher können sie nur Respektlos etc. Krank sein! Ich wünsche jedem Menschen das er mit Respekt behandelt wird und vor allem aber von seiner Familie oder von dennen den er es sich wünscht die anerkennung zu bekommen. Es is das schönste gefühl das einem Liebsten entgegen bringen kann sein Respekt und Achtung, ich habe bisher auch noch keinen Menschen getroffen der das inn mir sieht und bereit ist mir das zuschenken. Zumindest nicht dem von denen ich es mir gerwünscht hätte. Alles liebe s.[COLOR=crimson]tollerranz heißt nicht akzeptanz[/COLOR]
ÂmeNoir[QUOTE][i]Original geschrieben von Nezach [/i]
[B]Ich denke an den Ausspruch "Dafür bzw. für denjenigen habe ich kein Verständnis". Es wird derjenige bzw. sein Verhalten verurteilt. Dieses Urteil geschieht im Bewusstsein des Beurteilenden wahrscheinlich in dem Glauben, den anderen zu verstehen. Wir haben hier also den Fall, dass jemand zu verstehen meint und doch kein Verständnis hat.[/QUOTE]

Spielt nicht auch hier wie anderswo der eigene Maßstab, den man anlegt, die entscheidende Rolle? Verstehen wollen heißt m. E. diesen Maßstab Maßstab sein zu lassen und möglichst unvoreingenommen verstehen zu wollen, sonst kann schwerlich echtes Verständnis entstehen. Denke, daß sich echtes Verständnis mehr durch Empathie, als durch Intellekt einstellt. Nur wenn man ganz dabei ist, kann man sich in den anderen hineinversetzen und einfühlen.

[QUOTE]Meiner Ansicht nach ist Respekt dem anderen Menschen gegenüber notwendig, um ihn besser zu verstehen. Offenbar driften jedoch die Ansichten darüber, was genau Respekt ist, auseinander. Was versteht Ihr unter Respekt?[/QUOTE]

Ohne Respekt geht es wohl nicht. Wie könnte man jemanden besser verstehen können bzw. wollen, so man ihn nicht respektiert. Hat man keinen Respekt, geht einen der andere wohl am Allerwertesten vorbei, denke ich. Unter Respekt verstehe ich, jemandem mit Achtung zu begegnen und mit Interesse, ich sehe denjenigen als wertvoll an und schätze ihn.

[QUOTE]Ich denke, den anderen mit Respekt zu behandeln bedeutet, den Glauben, er sei gut, zur unerschütterlichen Grundlage des eigenen Verhaltens ihm gegenüber zu haben. Dies wird jedoch von einigen als "Schmusekurs" bzw. "Kuschelpädagogik" kritisiert. Nun verstehe ich jedoch nicht, was daran so schlimm sein soll, wenn man den anderen im Austausch besser verstehen möchte. Was meint Ihr dazu?[/QUOTE]

Mit Schmusekurs hat das m. E. nichts zu tun. Mal andersherum betrachtet ... ist es so toll, sich gegenseitig die Köpfe einzuschlagen? Ich denke es ist wesentlich schwieriger, respektvoll und gut miteinander umzugehen, als respektlos und mies. Beleidigungen und Verurteilungen sind schnell und leichtfertig dahergesagt und ausgeteilt, Verständnis und guter Umgang ist etwas, wofür man meist erstmal ein bißchen an sich arbeiten muß.
Ich finde garnichts schlimm daran, sich im Austausch besser verstehen zu wollen, ganz im Gegenteil, ich sehe es als Bereicherung und als kleines Abenteuer, die Welt des anderen kennenlernen zu dürfen.
AzaIch finde mich in dem Eingangsposting ein wenig wieder und muss sagen, dass ich recht heiss drauf bin, auch recht dubiose Meinungen zu verstehen.
Der Unterschied zwischen Verstehen und Verständnis liegt bei mir auf der persönlichen Note.

Verstehen kann ich, dass jemand, der persönliche Rückschläge erlitten hat oder negative als auch positive Erfahrung gemacht hat und damit seine Meinung/Einstellung begründet. Verstehen kann ich ihn, wenn eben solche Dinge sachlich vorgebracht werden.
Bsp.: Ich kann verstehen, dass jemand der im Zuge der Lemanpleite Geld verloren hat, auf "die Banker" schimpft.

Verständnis ist imho subjektiver geprägt und geht für mich in eine ähnliche Richtung wie "mitfühlen".
Ich habe Verständnis für die Wut des oben genannten Opfers.
Kein Verständnis habe ich hingegen für jemanden der auf Grund seines Jobverlustes (Piet aus den Niederlanden war besser) sich anschickt Niederländer mit seinen Freunden zu vermöbeln.
Goat93Verständnis kann dort auftreten, wo man sich selbst in die
Situation der Person interpretieren kann. Das verständnis
hört da auf, sobald diese Interpretation nicht mehr gelingt.
Gemeinsamkeiten und Generelle Sublimitationen sind aus-
schlaggebend, aber auch das Interesse der Person selbst.
NezachWer mir – wie ich meine – Leid zufügt, der ist – wie ich meine – böse und für den muss ich – wie ich meine – kein Verständnis haben.

An dieser Stelle möchte ich Kausalität in Frage stellen.

Wenn zwei Kugeln im Raum aufeinander treffen, weiß niemand, welche Kugel auf welche Kugel stößt bzw. welche Kugel stößt und welche Kugel gestoßen wird und ob nicht womöglich beide Kugeln sowohl stoßen als auch gestoßen werden oder ob womöglich keine der beiden Kugeln stößt.

Befinden wir uns aber auf einer dieser Kugeln (etwa der Erde) und rast eine kleinere Kugel (ein schwerer Meteorit) mit großer Geschwindigkeit auf uns zu, meinen wir zu erkennen, dass diese die Verwüstung verursacht hat. Wir identifizieren uns mit der Kugel, auf der wir leben.

Wer mir Leid zufügt, für dessen Verhalten habe ich kein Verständnis. Ich verstehe ihn schon, darum muss ich ihn nicht noch verstehen wollen.

Wer mir Leid zufügt, dem füge ich Leid zu, den lehre ich Mores, den missioniere ich.

Und dabei interessiert mich dieser Mensch gar nicht. Er ist es nämlich nicht wert, angeschaut zu werden. Womöglich muss ich dann mein Feindbild von ihm fallen lassen. Soweit kommt's noch!

Ich wehre mich so gut ich kann gegen alle Angriffe auf mich und meine Lieben. Ich kann nichts dafür, dass andere gemein zu mir sind. Ich kann nichts für meine persönliche Sensibilität und Verwundbarkeit.

Ich kann nichts dafür, dass ich mich in meinem ganzen Leben kaum für einen einzigen Menschen interessiert habe, der nicht zum Kreis meiner Lieben zählte, sondern zum Kreis der Fremden, Fragwürdigen, Gefährlichen, Verrückten.

Ich bin unschuldig! Ich muss das alles nicht verstehen!
Ronin76Respekt wird im Gegensatz zu Verständnis erkämpft. zB indem der Vater seinem Sohne droht und wenn das Drohen nicht hilft Macht anwendet. Oder wenn sich Schüler kloppen um eine Hackordnung festzulegen. Verständnis kann eine empathische Komponente haben, jedoch auch rational (zB rechnerisch) erfolgen.

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