| Nezach | Existiert ein Mensch? Ist ein Mensch irgendwie? Ist ein Mensch beschreibbar? Wenn ja: wie? Bleibt ein Mensch so, wie er ist oder ändert er sich? Was ändert sich und was bleibt, wie es ist? Wie vollziehen sich Änderungen eines Menschen? Kann ein Mensch sich selbst gestalten bzw. ändern? Ändern sich seine Überzeugungen und Verhaltensweisen? Was begleitet Änderungen von Überzeugungen und Verhaltensweisen? In diesem Thread soll es um den einzelnen Menschen gehen, darum, wie er ist, wie er sich in einzelnen Situationen und im allgemeinen verhält und auch darum, ob und wie er beschrieben und bewertet werden kann. Ich wünsche Euch viel Freude bei der Beschäftigung mit diesem Thema. :) |
| Ronin76 | Kurzbeschreibung: Der Mensch ist ein posierliches und listiges Tier. Er ist ein Säugetier und gehört zur Unterordnung der Trockennasenaffen. Verbreitung und Lebensraum: Der Mensch kommt in Europa, Afrika, Asien, Ozeanien, Süd- und Nordamerika sowie in geringer Population in der Arktis und Antarktis vor. Er ist in erster Linie ein Bewohner bebauter Landgebiete. Man findet ihn aber auch in Wäldern und in den Alpen bis in 4000 Meter Höhe. In Deutschland tummeln sich derzeit durchschnittlich 230 Menschen auf einem Quadratkilometer ihres Lebensraums. Körperbau und Merkmale Der Mensch wird etwa 150 bis 200 Zentimeter lang, bei einer mittleren Körpermasse von 50 bis 90 Kilogramm; in Ausnahmen erreicht er bis zu 300 Kilogramm. Auffallend sind die langen Beine (Stelzen) und Arme, die kurzen, runden Ohren (Lauscher) und deutlich erkennbare Geschlechtsmerkmale (Schwänze und Titten) welche daher gerne durch Kleidung bedeckt werden. Die rosige bis dunkelbraune Haut bietet eine mäsige Tarnung. An den Genitalien und unter den Achseln befinden sich Duftdrüsen, die der Paarung dienen. Sein schwacher Geruchs- und Gesichtssinn ermöglicht ihm so besonders zur Paarungszeit auch die Partnererkennung. Im Gegensatz zu seinem sehr guten Geschmackssinn ist der Gehörsinn des Menschen nicht besonders ausgeprägt. Durch die frontale Anordnung der Augen hat er zwar ein Gesichtsfeld von 180°, doch liegt die Seitensicht so bei unbewegtem Kopf in den Randbereichen der Augen und die Rücksicht fehlt ganz. Auserdem ist er oft deutlich fehlsichtig und wenig umsichtig. |
| Seperaude | Der Thread ist zu weit gespannt und wird im Chaos enden, nehme ich mal an. Entsprechend der Natur des Geistes, der sich mit absolut Allem identifizieren kann, kann hier auch über Alles geredet werden. Ein Thread über alles, quasi. Off-Topic ist nicht mehr möglich. Tatsächlich ist zudem alles, was Menschen denken und tun Bestandteil der Antwort auf die Fragen, die du stellst. Fragt sich, welche Quintessenzen welcher Aspekte der Fragen nun begehrt sind. Nach Ronins Antwort fiel mir zunächst Folgendes ein: Der Mensch ist das Einzige, das ist, was es nicht ist. Wer sagte das noch gleich? Der Mensch ist das einzige Tier, dass es fertigbringt, seine Natur mit seinen Gedanken zu vergewaltigen und entgegen dem zu leben, was er ist. Zum Beispiel in dem er meint, er käme sich selbst näher, wenn er Aufzählungen über seine physiologischen Eigenschaften macht oder über all die Identifikationen, die er mit seinem Geist eingeht. Das einzige Säugetier, dass sich selbst versklavt, um zu etwas anderem zu werden. Ein Wurf der Natur hin zum Bewusstsein, zum Geist, zu "Gott" wenn man so will - oder ins Klo. Die meisten Menschen sind nicht wirklich Menschen, leben nicht menschlich, sondern wenig artgerecht. Ich denke, das ist der Grund, warum wir die Frage stellen, wer wir sind. Um uns zu orientieren. Eine Katze, die man in einer kleinen Wohnung einsperrt, ist hilflos. Ein Mensch, der Heute ohne geistige Orientierung lebt, ist genau wie diese Katze: Er wird Sehnsüchte haben, die er sich nicht erklären kann - man kann mit Heftigkeit, Destruktivität oder Philosophie reagieren. Als ich jünger war, zog ich es vor, meinen Eltern mit Ruhestörung statt mit Philosophie zu erklären, wer ich bin. Jedenfalls ist der Mensch nie, was Autoritäten von ihm wollen und aus ihm machen. Also: Was ist der Mensch? Ewige Frage, nie vollständig beantwortbar. Wie in Worten beschreiben, was Worte nur als einen seiner vielen Arme erfand? Und wie soll das Hirn sich selbst begreifen? Geht das? Oder kommt die Metapher hier richtig zum Einsatz, dass man kein großes Gefäß in ein kleines stecken kann, ohne es kaputt zu machen? Wie auch immer man das sieht: Die Wissenschaft weiß noch wenig, die Evolution ist keine geschlossene Theorie, die alles erklärt, das Gehirn ist im Wesentlichen unbekannt. Über die Natur der menschlichen Psyche wissen wir einen Dreck. Wir haben alles schon geahnt, aber nicht sicher. Man kann also auch nut ahnen und stammeln. Das Wesentliche, wonach sich der Fragende von "wer bin ich?" sehnt, bleibt in Worten unbeantwortbar - es fehlt entweder die Terminologie - oder es ist gar unmöglich, vollständige Antwort zu liefern. Letztlich müssen wir eigentlich auch nur wissen, was wir Menschen wirklich wollen. Das genügt völlig. Wäre es nur Fressen und Ficken, der Rest Rahmenhandlungen, ja dann wäre es sehr einfach. Dann würde sich aber auch niemand im Wohlstand langweilen, was offensichtlich der Fall ist. Nein: Menschen wollen offensichtlich auch etwas anderes als Tiere. Von daher trifft man am Thema vorbei, wenn man sagt, wir wären nur ein Säugetier. (naja, Tiere wollen vielleicht auch mehr als das, das ist hier egal: Hauptsache der Reduktionismus hört auf, der den Menschen verstümmelt) Ich nehme an, auf der Suche nach der wirklichen eigenen Persönlichkeit, bei der Bewusstwerdung seiner Selbst kann Sprache nur ein Wegweiser um zwei Ecken sein, nie eine vollständige Beschreibung liefern. Wir haben glücklicherweise andere Werkzeuge. Die Musik verrät uns mehr darüber, wer wir sind, als es Worte je vermögen - Kunst, Poesie, alle Instinkte, die Religion usw. - Werkzeuge, um diese Frage im Innersten, also nicht bloß als intellektuelles Spiel um Wissen zu beantworten.. Nietzsche beschrieb den Menschen so: "Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch - ein Seil über einem Abgrunde" Recht aufschlussreich ist vielleicht ein Abschnitt aus dem Wikipediaartikel zu Erich Fromm unter "Die Situation des Menschen": "Tiere leben in einer vollkommenen Harmonie mit der Natur. Sie leben unter Bedingungen, die sie als gegeben hinnehmen und mit denen sie somit fertig werden können. Im Gegensatz zum Tier hat sich im Menschen durch die ihm gegebene Vernunft die Fähigkeit entwickelt, seine Umwelt zu transzendieren und somit über die Oberfläche der ihn umgebenden Gegebenheiten hinaus zu gelangen. Er hat sich über die Natur erhoben und kann sie in gewissen Maßen erschaffen und beherrschen. Diese höchste Gabe des Menschen ist zugleich sein Fluch. Ganz pragmatisch lässt er sich als Anomalie der Natur beschreiben, denn im Menschen ist sich „das Leben [...] seiner selbst bewußt“ geworden. So weiß er nicht nur von der Zufälligkeit seines Daseins, sondern auch von der Begrenztheit seines Lebens. Obwohl er noch immer ein Teil der Natur ist, ist er auch aus ihr verstoßen und die Harmonie mit ihr ist für immer verloren. Durch diese Erkenntnis entsteht im Menschen ein großes Gefühl der Hilflosigkeit und Machtlosigkeit. Er muss selbst leben und Entscheidungen treffen und jeder Schritt in eine andere Richtung ist angsterregend, weil man bereits bekannte und somit sichere Zustände verlässt. Das größte Problem des Menschen ist seine reine Existenz." Der restliche Artikel ist auch recht aufschlussreich - wenn auch sehr spekulativ. |
| hagzissa13 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nezach [/i] Existiert ein Mensch? [/quote] Wenn wir nicht in einer Matrix leben - und selbst da stellt der Mensch ja nur eine Projektion des in der Wirklichkeit vegetierenden Organismusses dar - schon. [quote]Ist ein Mensch irgendwie?[/quote] Hä? [quote] Ist ein Mensch beschreibbar? Wenn ja: wie?[/quote] Jeder Mensch ist beschreibbar. Jedoch nicht die Menschheit als ganzes (außer die Äußerlichkeiten und Körperlichkeiten), sondern das Individuum für sich, denn jeder Mensch ist einzigartig [quote]Bleibt ein Mensch so, wie er ist oder ändert er sich? Was ändert sich und was bleibt, wie es ist? Wie vollziehen sich Änderungen eines Menschen? Kann ein Mensch sich selbst gestalten bzw. ändern? Ändern sich seine Überzeugungen und Verhaltensweisen? Was begleitet Änderungen von Überzeugungen und Verhaltensweisen? [/quote] Der Körper ändert sich natürlicherweise mit der Zeit. Das innere jedoch ist bei vielen so festgefahren, daß es zu kaum mehr Wandel kommt im Laufe des Lebens. Wenn ein Mensch sich ändert, dann in der Regel aufgrund seiner Erfahrungen, die ihn dazu animieren - in der Regel die negativen. Die Veränderungen können zur Zunahme negativer Gedankenmuster oder zum Wandel hin zu positiveren Gedankenmustern führen. Es können sich Änderungen in der Sicht auf die Probleme selbst, das eigene Leben, den Menschen an sich (den es in meinen Augen nicht gibt), die Welt oder in Bezug auf die Glaubensbasis /-richtung ergeben. |
| Philon | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seperaude [/i] [B] Der Mensch ist das einzige Tier, dass es fertigbringt, seine Natur mit seinen Gedanken zu vergewaltigen und entgegen dem zu leben, was er ist. Zum Beispiel in dem er meint, er käme sich selbst näher, wenn er Aufzählungen über seine physiologischen Eigenschaften macht oder über all die Identifikationen, die er mit seinem Geist eingeht. Das einzige Säugetier, dass sich selbst versklavt, um zu etwas anderem zu werden. Ein Wurf der Natur hin zum Bewusstsein, zum Geist, zu "Gott" wenn man so will - oder ins Klo. Die meisten Menschen sind nicht wirklich Menschen, leben nicht menschlich, sondern wenig artgerecht. Ich denke, das ist der Grund, warum wir die Frage stellen, wer wir sind. Um uns zu orientieren. Eine Katze, die man in einer kleinen Wohnung einsperrt, ist hilflos. Ein Mensch, der Heute ohne geistige Orientierung lebt, ist genau wie diese Katze: Er wird Sehnsüchte haben, die er sich nicht erklären kann - man kann mit Heftigkeit, Destruktivität oder Philosophie reagieren. Als ich jünger war, zog ich es vor, meinen Eltern mit Ruhestörung statt mit Philosophie zu erklären, wer ich bin. Jedenfalls ist der Mensch nie, was Autoritäten von ihm wollen und aus ihm machen. [/B][/QUOTE] Merkst du da was? Schau dir deine Beiträge, aber mit einer anderen "Brille", und du wirst feststellen, dass jedes "philosophische Kommentar von dir immer wieder das Gleiche Mäckernelement erhält. Also, ich weiß nicht, was du für Erfahrungen gemacht hast, aber ich finde die Welt absolut in Ordnung. Und den Menschen ebenso. Naja, ein Paar Reparaturen sind fällig, dennoch der "Wagen läuft ok"!! Die besten Philosophen waren immer diejenigen, die versucht hatten die Welt von "oben" zu sehen. Und hey, das ist übrigens genau das, was Wissenschaft interessant macht, sie versucht stets objektiv zu bleiben! |
| Goat93 | Du findest die Welt und die Menschen in Ordnung? Krieg, Totschlag, Mord, vergewaltigung, Brandschatzung, Zerstörung der Umwelt, Missgunst, Neid, Hass, Ausrottung von Pflanzen und Tierwelt rei aus Macht und Geldgier? Moral und Sozialverhalten muß man beim menschen einprügeln oder mit Straßen verordnen sonst wirft er es fröhlich über Bord... Schöne welt, in der du dich da so wohlfühlst.... |
| Seperaude | [QUOTE]Merkst du da was? Schau dir deine Beiträge, aber mit einer anderen "Brille", und du wirst feststellen, dass jedes "philosophische Kommentar von dir immer wieder das Gleiche Mäckernelement erhält. Also, ich weiß nicht, was du für Erfahrungen gemacht hast, aber ich finde die Welt absolut in Ordnung. Und den Menschen ebenso. Naja, ein Paar Reparaturen sind fällig, dennoch der "Wagen läuft ok"!![/QUOTE] Dazu brauche ich keine andere Brille. Mir ist durchaus bewusst, dass ich Kritik übe, wenn ich Kritik übe. Sie dient in intellektueller Hinsicht vorallem dazu, die Verdrängung von Missständen zu bekämpfen. Es ist eine Frage der Redlichkeit, diese Verdrängungen, wo sie auftreten, nicht zu übergehen, um über positivere Aspekte zu sprechen. Das diese Missstände existieren, ebenso wie die Bemühungen, sie nicht zu sehen, darauf deutet nicht nur meine Intuition und meine persönliche Erfahrung hin, sondern auch die vieler anderer Menschen, die vieler sozialer Studien, psychologischer Forschungen, Philosophien usw. - ich kenne keine Erklärung der sozialen Zustände, die ohne die Entfremdung des Menschen von seinem Leben auskommt. [QUOTE]Die besten Philosophen waren immer diejenigen, die versucht hatten die Welt von "oben" zu sehen. Und hey, das ist übrigens genau das, was Wissenschaft interessant macht, sie versucht stets objektiv zu bleiben![/QUOTE] Empfinde ich alles als falsch bzw. eine bloße, aus der Luft gegriffene Vorliebe, die ich nach Klärung der Wirklichkeit als destruktiv auffassen muss. Schau: Ich kenne Wissenschaft, ich liebe sie. Wann siehst du das ein? Ich kenne bloß noch andere Kategorien und Bahnen des Denkens, die ich hervorheben muss, wenn du alles auf Wissenschaft beschränkst. Bei anderen Leute wiederrum mache ich das Gegenteil und nehme die Position des Wissenschaftlers ein. Ich persönlich stehe auf der Seite Nietzsches wenn er sagt, dass er nur gern liest, was jemand mit seinem Blut geschrieben hat. Das ist bedeutend interessanter, wenn du mich fragst. Es kann nur insofern von oben sein, wie der Mensch, der schreibt, als Ganzheit eine hohe Stufe erreicht hat. Ständig soll ich mich vor dir rechtfertigen, gebe mir Mühe, erhalte jedoch die gleichen Anklagen zurück, die immer eintöniger wirkenden Hinweise auf Wissenschaft, wo diese mich nicht weiter bringt. Umgekehrt kannst du auf keine meiner Einwände irgendeine sinnvolle Reaktion zeigen. Schonmal darüber nachgedacht? Ich ermpfände es als sinnvoller, wenn du auf meine Beiträge eingehen würdest, statt ständig zu wiederholen, dass alles ok ist und man am besten beraten ist, rational vorzugehen (und gemessen an dem, was ich wirklich fühle und ahne, bin ich noch sehr rational, halte mich extrem zurück, weil ich einsehen muss, dass niemand gewillt ist, mich zu verstehen, wenn ich natürlich spreche). @Goat Viel Spaß bei deinem Dasein als Diktator. Autoritäre Arschlöcher, die den Menschen sagen, was sie zu tun haben, gibt es, denke ich genug. Das macht das Problem nur noch schlimmer. Es kann nur Sinn haben, das Bewusstsein der Menschen zu schärfen, damit sie selbst bessere Entscheidungen treffen - auf freiwilliger Basis. Niemand kann kategorische Imperative an alle richten, ohne zum Tyrann zu werden. @Nezach Entschuldige bitte, dass ich von dem Thema weglenke. |
| Goat93 | Hmm Diktator...erst brauch ich angeblich Hilfe, da ich Misanthroph bin, dann bin ich ein unverbesserlicher Linker und nun Diktator... Ich fürchte den Spagat zwischen Intellektuellem Fachwissen und Spnnerei hast du nicht hinbekommen. Du magst Nietzsche wunderbar. Applaus. Dich versteht keiner, wenn du normal schreibst? Das ist echt kein Wunder, bei dem Müll, den du schreibst. Du schaffst es innerhalb eines Beitrages dich gleich mehrfach selbst in deinen Aussagen zu widersprechen, gut das schafft nicht jeder. Aber leider immer noch zuviele, daher ist das nichtmal was besonderes. Du willst Menschen ein schärferes Bewutsein vermitteln, und das Problem liegt in der Autoritärität, halt wie bei so Arschlöchern wie mir, die ähhh Diktatorisch denken und die Wesenszüge der Menschen Kategorisieren. Schlimm ist die Welt, wirklich. Und dann versteht dich auch nichtmal jemand, obwohl du doch nur das beste willst. Ne, is scho klar :rolleyes: Ich glaub der Tread landet bald im müll...mal wieder... edit: Könntest du mir als Doofen Diktator noch bitte erläutern Wie sich der Kategorische Imperativ mit der Kategorisierung von Verhaltensweisen auf die Gedankenstruktur einer Einzelperson auswirkt? Und das bitte bitte in Nachvollziehbarem Text :) Nezach und ich möchten das ja schließlich beide verstehen |
| Seperaude | Nimms nicht gleich so persönlich, Goat. Herrje. Wäre ich dir ein bisschen in den Arsch gekrochen hättest du bei gleichem Inhalt vermutlich anders reagiert. Ich reagierte nur etwas gereizt auf deine Aussage "Moral und Sozialverhalten muß man beim menschen einprügeln oder mit Strafen verordnen sonst wirft er es fröhlich über Bord..." Ich kenne dich nicht und kann über nichts urteilen als die paar Worte, die du geschrieben hast. Entschuldige bitte, wenn ich dich persönlich beleidigt habe. Worin siehst du die Widersprüche in meinem letzten Beitrag? Was erscheint dir als Spinnerei? [QUOTE]Könntest du mir als Doofen Diktator noch bitte erläutern Wie sich der Kategorische Imperativ mit der Kategorisierung von Verhaltensweisen auf die Gedankenstruktur einer Einzelperson auswirkt?[/QUOTE] Ich verstehe die Frage nicht so ganz. Was hat das mit dem zu tun, was ich schrieb? Ich wollte mich lediglich dagegen aussprechen, dass man den Menschen eine Art zu leben aufzwingt, da niemand weiß, was allgemein richtig ist. Das deckt sich, wenigstens theoretisch, mit der Grundordnung unseres freiheitlichen Rechtsstaats. Vielerortsl wo Einzelne meinten, es besser zu wissen und für die Allgemeinheit entscheiden zu können, entstanden furchtbare, beklemmende Diktaturen. P.S.: [QUOTE]...erst brauch ich angeblich Hilfe, da ich Misanthroph bin, dann bin ich ein unverbesserlicher Linker und nun Diktator...[/QUOTE] Wo und wann hab ich behauptet du wärst Misantroph oder das Misantropen Hilfe bräuchten oder du ein Linker wärst? Oder fasst du mich da mit anderen Leuten zusammen? |
| Nezach | Ich möchte mit folgendem Satz beginnen: "Verschiedene Menschen verhalten sich, wenn sie sich in derselben Situation befinden, verschieden." Doch: was bedeutet "Situation eines Menschen"? Nur das, was äußerlich erkennbar ist? Zählen nicht z.B. seine Überzeugungen ebenfalls zur Situation? Befinden sich Menschen, die sich anscheinend in derselben Situation befinden, wirklich in derselben Situation? Würde das der Fall sein, könnte man ihr unterschiedliches Verhalten in identischen Situationen wohl gut zu ihrer Charakterisierung und Unterscheidung heranziehen. Sollte aber der Anschein trügen und Menschen, die sich scheinbar in derselben Situation befinden, sind tatsächlich in verschiedenen Situationen, könnte man die Behauptung aufstellen, dass alle Menschen gleich sind und sich in gleichen Situationen auch gleich verhalten. Die anscheinende Verschiedenartigkeit der Menschen wäre dann in Wahrheit nur eine Verschiedenartigkeit ihrer Situation(en). In diesem Falle würde lediglich die Frage übrigbleiben, wie DER MENSCH ist. Und um dieser Frage näher zu kommen, hätte man wohl wiederholt Situation und Verhalten gegenüberzustellen. Was also ist "die Situation eines bzw. des Menschen"? Und was ist "sein Verhalten"? |
| Nezach | Das sogenannte Verhalten eines Menschen würde in dem liegen, was man gewöhnlich seinen freien Willen nennt, dessen Existenz umstritten ist. Ohne einen freien Willen, könnte man vom Verhalten eines Menschen kaum sprechen. Ein Mensch ohne einen eigenen, freien Willen hat kein Verhalten: er tut gar nichts, ja er existiert wahrscheinlich noch nicht einmal! (Geht nicht das Irgendetwas-wollen Hand in Hand mit dem Irgendetwas-sein?) Hat der Mensch nun einen freien Willen, kann er situationsunabhängig wollen und es wäre unmöglich, ihn nach seinem Verhalten zu beschreiben. Sein Verhalten würde nichts über ihn aussagen. Wie sollten wir ihn erkennen? Wie sollten wir ihn beschreiben? Ist seine Existenz nicht, so würde man sich u.U. fragen, bloße Einbildung? Denn wer sagt, dass etwas, dass völlig unbestimmt ist, überhaupt existiert? Liegt nicht Existenz gerade im Irgendwie-sein? |
| Nezach | Wer nichts Besonderes ist, der ist überhaupt nichts. Der Mensch ist womöglich nichts Besonderes. Der Mensch ist vielleicht etwas, das es gar nicht gibt. Oder anders gesagt: der Mensch ist nichts anderes als die Wirklichkeit, und was die Wirklichkeit ist … wer weiß das? (Und ich meine DIE Wirklichkeit und nicht einen Teil von ihr.) Die Abtrennung eines, der oder des Menschen vom Rest der Wirklichkeit ist, wie mir zuweilen scheint, ein Akt der Willkür. (Fragt sich nur von wem.) Wer von uns glaubt jedoch, nichts Besonderes zu sein? Wer hält sich ebenso für ein Tier, für eine Pflanze, für Wasser, Luft oder Stein? Wohl niemand. Doch mit welcher Begründung? Ohne Begründung, weil es keiner Begründung bedarf? Warum halten wir uns für etwas so Vergängliches wie einen Menschen aus Knochen, Fleisch und Blut, wenn wir auch die Möglichkeit hätten, etwas ewig Seiendes zu sein? Machen wir uns selbst zu dem, was wir sind, zu sein scheinen? Doch: wer sind wir, die Menschen-Macher? |
| Nezach | Kann der Mensch von einem Augenblick zum nächsten (fast) all das abstreifen, was er zu sein meint? Seine Vergangenheit, seine Erfahrungen, seine inneren Beziehungen, seine Einstellungen? Wenn ihm das nicht gelingt, müssen wir dann nicht all dies für den Moment zu seiner Situation hinzurechnen? Ist nicht möglicherweise sein momentaner Einfluss vernachlässigbar klein? Wie kann er dann in so verschiedenem Maße beschuldigt werden? Liegt es daran, dass die, welche ihn beschuldigen (ebenfalls Menschen), dies eben auch lediglich tun müssen, weil ihr Einfluss auf ihr Verhalten zu gering ist? Hat sich ein Mensch – um er selbst zu sein bzw. sich treu zu bleiben – schon frühzeitig auf mögliche äußere Situationen in der Zukunft vorzubereiten, weil sein kurzfristiger Einfluss auf seine Situation (auf sich selbst?) zu gering ist und ihm dann nur übrigbleibt, jemand zu sein, der er gar nicht ist? Wie soll ein Mensch aber wissen, was ihm in Zukunft bevorsteht? |
| Seperaude | Du sprichst interessante Aspekte an, Nezach. Zunächst mal muss man natürlich fixieren, was man mit Situation meint, um keine Missverständnise zu erzeugen. Ich gehe von einer objektiven Situation in der Psyche des Menschen aus (Neuronen und Gliazellen, Komplexe, Wille, Wünsche, Unterbewusstsein, Gott, Dämon, Engel - wie auch immer man das alles nennt), die das Bewusstsein, genauer das Ich mit der objektiven Situation ringsum in Übereinstimmung bringen muss - so jedenfalls seine natürliche Funktion, wenn der Geist/das Ich frei ist (der Körper ist natürlich auch Bestandteil seiner Gedanken, nicht nur die psychische Situation, doch die Grenzen von Soma zum Unterbewusstsein sind fließend). Dazu wählt es sich Denkmuster, Ideen, Glauben, Überzeugungen usw. als Instrumente bzw. Werkzeuge zur Erfüllung seiner Aufgabe. Die Frage nach dem freien Willen war zunächst jene, ob das Ich dabei determiniert ist. Ich glaube, es ist lediglich flexibler als die dauerhafteren Komplexe der Psyche, es ist unabhängiger von der jeweiligen inneren und äußeren Situation (sofern der Mensch nicht versklavt ist durch psychische Störungen oder äußere Zwänge), aber wahrscheinlich nichts desto Trotz den Gesetzen der Kausalität unterworfen - was sollte auch anderes passieren? Zufällige Entscheidungen wären ja kein freier Wille. Nagut, es gibt noch das Konzept der Synchronizität, aber dafür kenne ich keine hinreichenden empirischen Belege. Wenn man vom freien Willen spricht, dann von einem Ich, das tun kann, wofür es da ist und nicht eingesperrt oder versklavt von inneren oder äußeren Energien. Nun: Ich nehme also an, der Mensch ist dann wirklich, fühlt sich dann bewusst und existent, wenn sein Ich die Energien in ihm zur Verwirklichung lenken kann, statt ihn in inneren Konflikten und äußeren Zwängen zurückzuhalten. Die Stärke und Unabhängigkeit des Geistes, die seine Autonomie darstellt, ist seine wirkliche Freiheit und Grundlage der Verwirklichung seines Innern, also das er tun kann, was er will. Zudem strebt die Psyche zum Ausgleich innerer Konflikte, wobei die Arbeit des Ichs großen Einfluss nimmt. Ein inneres Gleichgewicht als vollkommene Anpassung des Inneren an die äußere Situation ist das Ziel der Entwicklung, die in jedem Schädel stattfindet. Die Schaffung einer inneren Situation, die der äußeren angemessen ist - so dass das Ich als Mittler sein blockierendes Eingreifen, seine Anpassungsfunktion aufgeben kann. Ein Ich, das unabhängig von der inneren Situation des Menschen handelt, also sich nur an der äußeren Situation oder Überzeugungen, die nichts mit ihm zu tun haben, orientiert, schafft einen entfremdeten Menschen. Dessen Verhalten sagt wirklich nichts darüber aus, wer oder wie er tatsächlich ist. Es sagt nur aus, dass er zu schwach war, er selbst zu werden, weil die äußeren Zwänge stärker waren als sein Ich oder der innere Wille, der letzterem die Energie gibt (wenn es nur darauf vertraut bzw. seiner "Intuition" folgt). Was und wie er ist bestimmen nun äußere Faktoren. Das Glück und Unglück dieses Menschen ist der Willkür von Werten und Authoritäten ausgeliefert. Zwingen diese ihn, gegen sein Wesen zu handeln, bleibt ihm durch das besiegte Ich, den fehlenden freien Willen nichts Anderes übrig, als zu folgen. Das führt zur Gleichgültigkeit. Menschen, die nicht tun können, was sie von Natur aus wollen, schreiben dann Sätze wie: "Alles ist nichts, darum ist nichts wichtig" oder zweifeln ihre eigene Existenz an. |
| TheTurningPoint | Der Dichter Hölderlin beschrieb [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1512220#post1512220"]den Menschen[/URL] so: "Der Göttermutter, der Natur, der allesumfassenden möchte er gleichen! Ach darum treibt ihn, Erde, vom Herzen dir sein Übermut, und deine Geschenke sind umsonst und deine zarten Bande. Sucht er ein Besseres doch, der Wilde!" [QUOTE][i]Original geschrieben von Philon [/i] Also, ich weiß nicht, was du für Erfahrungen gemacht hast, aber ich finde die Welt absolut in Ordnung. Und den Menschen ebenso. Naja, ein Paar Reparaturen sind fällig, dennoch der "Wagen läuft ok"!! Die besten Philosophen waren immer diejenigen, die versucht hatten die Welt von "oben" zu sehen.[/QUOTE]Naja, die "kleinen Reparaturen" von Leuten mit wenig Erfahrungen hinterlassen dann immer wieder die von Seperaude genannten Leichenberge! Die Begrenztheit der Dinge - und insbesondere der Menschen - zu erfahren und zu thematisieren, hat nichts mit "Meckern" zu tun, sondern mit realistischer Sicht auf die Welt. Und wenn du die Welt nicht "von oben" zu sehen versuchst, sondern vom eigenen Standpunkt aus, dann sieht nicht mehr Alles so klein und nichtig aus, und du erfährst wie großartig die Dinge sind, und vor allem wie großartig alle Lebewesen sind. Und du lernst sie zu achten und zu staunen, und du willst gar nicht mehr an ihnen herum-reparieren. [QUOTE]Und hey, das ist übrigens genau das, was Wissenschaft interessant macht, sie versucht stets objektiv zu bleiben![/QUOTE]Es ist genau das, was Wissenschaft zum Fluch macht, weil niemand weiß, was "objektiv" eigentlich ist oder sein soll. Wissenschaft macht Prozesse und Erscheinungen [b]nachvollziehbar[/b] - aber nachvollziehbar immer aus der (begrenzten) Sicht der Betrachter. [QUOTE][i]Original geschrieben von Seperaude [/i] Ich persönlich stehe auf der Seite Nietzsches wenn er sagt, dass er nur gern liest, was jemand mit seinem Blut geschrieben hat. Das ist bedeutend interessanter, wenn du mich fragst. Es kann nur insofern von oben sein, wie der Mensch, der schreibt, als Ganzheit eine hohe Stufe erreicht hat.[/QUOTE]Wer sowohl die Sicht von oben als auch die Sicht auf Augenhöhe kennt, der liebt mehr die Letztere. Diktatoren sind einsam. [QUOTE]Autoritäre Arschlöcher, die den Menschen sagen, was sie zu tun haben, gibt es, denke ich genug. Das macht das Problem nur noch schlimmer. Es kann nur Sinn haben, das Bewusstsein der Menschen zu schärfen, damit sie selbst bessere Entscheidungen treffen - auf freiwilliger Basis. Niemand kann kategorische Imperative an alle richten, ohne zum Tyrann zu werden.[/QUOTE]In Anbetracht dessen hilft es manchmal nur noch, zu beten: "[URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1512223#post1512223"]Gebet für die Unheilbaren[/URL] Eil, o zaudernde Zeit, sie ans Ungereimte zu führen, Anders belehrest du sie nie, wie verständig sie sind. Eile, verderbe sie ganz, und führ ans furchtbare Nichts sie, Anders glauben sie dir nie, wie verdorben sie sind. Diese Toren bekehren sich nie, wenn ihnen nicht schwindelt, Diese Toren bekehren sich nie, wenn sie Verwesung nicht sehn." |
| Philon | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seperaude [/i] [B]Dazu brauche ich keine andere Brille. Mir ist durchaus bewusst, dass ich Kritik übe, wenn ich Kritik übe. Sie dient in intellektueller Hinsicht vorallem dazu, die Verdrängung von Missständen zu bekämpfen. Es ist eine Frage der Redlichkeit, diese Verdrängungen, wo sie auftreten, nicht zu übergehen, um über positivere Aspekte zu sprechen. Das diese Missstände existieren, ebenso wie die Bemühungen, sie nicht zu sehen, darauf deutet nicht nur meine Intuition und meine persönliche Erfahrung hin, sondern auch die vieler anderer Menschen, die vieler sozialer Studien, psychologischer Forschungen, Philosophien usw. - ich kenne keine Erklärung der sozialen Zustände, die ohne die Entfremdung des Menschen von seinem Leben auskommt. Empfinde ich alles als falsch bzw. eine bloße, aus der Luft gegriffene Vorliebe, die ich nach Klärung der Wirklichkeit als destruktiv auffassen muss. Schau: Ich kenne Wissenschaft, ich liebe sie. Wann siehst du das ein? Ich kenne bloß noch andere Kategorien und Bahnen des Denkens, die ich hervorheben muss, wenn du alles auf Wissenschaft beschränkst. Bei anderen Leute wiederrum mache ich das Gegenteil und nehme die Position des Wissenschaftlers ein. Ich persönlich stehe auf der Seite Nietzsches wenn er sagt, dass er nur gern liest, was jemand mit seinem Blut geschrieben hat. Das ist bedeutend interessanter, wenn du mich fragst. Es kann nur insofern von oben sein, wie der Mensch, der schreibt, als Ganzheit eine hohe Stufe erreicht hat. Ständig soll ich mich vor dir rechtfertigen, gebe mir Mühe, erhalte jedoch die gleichen Anklagen zurück, die immer eintöniger wirkenden Hinweise auf Wissenschaft, wo diese mich nicht weiter bringt. Umgekehrt kannst du auf keine meiner Einwände irgendeine sinnvolle Reaktion zeigen. Schonmal darüber nachgedacht? [/B][/QUOTE] Natürlich aber welche Einwände meinst du? Also ich sehe jemanden hier, der nur predigt, denn Argumente hast du bisher nicht vorgebracht. Also, das kann jeder! Ich meine, ich kann auch z.B. sagen: Liebe deinen nächsten wie dich selbst! Das ist eine super Lösung finde ich. Wenn alle Menschen es tun würden, dann hätten wir eine friedliche Welt, eine Welt wo jeder immer Hilfe bekommt…kein Schmerz…kein Leid. Und Schwupps, fertig meine Theorie. Dazu nehme ich noch das „Zurück in die Natur“, denn wir wollen dass alle Menschen schlank und gesund bleiben. Nicht nur MC-Donalds. Also ich bin fertig…warte…ich nehme noch einen Namen für meine Philosophie…ich nenne es „Liebe-Natur-Determinismus“!! Zweitens, du hast mich bisher als Rationalisten hingestellt, das bin ich nicht. Ich habe bisher alle große Religionen intensiv studiert, ich habe mich mit Meditation befasst, habe Tai-Chi praktiziert…die Liste ist länger als du denkst! Ich gebe dir was zum nachdenken, bevor ich hier so viel schreibe. Das gilt auch für Andere hier. Seit zirka 150.000 geschieht immer wieder das Gleiche nur in anderem Maße. Es gab Kriege, Böses und Gutes und es gab Autoritäten und Konventionen, etc. Jetzt kommst du auf einmal, stellst du diese Fundamente in Frage bzw. viele davon verneinst du und möchtest mit deiner Philosophie neue Fundamente aufstellen und sie begründen. Aber wie? Ich meine, wer setzt die Basis voraus? Wer sagt, dass die Welt anderes sein musste? Liebe und Gutes tun war immer und ist immer noch in den Herzen der Menschen. Die meisten Religionen predigen das Gute und die Liebe…dennoch die Menschheit, hat es nicht gelernt. Die große Frage hier ist, warum sollte sie? Die meisten Menschen sind der Meinung, dass Liebe gut ist und dass es schön wäre, wenn alle Menschen einander lieben und Gutes tun würden. Dennoch, die meisten dieser Menschen, tun es nicht obwohl sie es möchten. Verstehst du mich jetzt? Wer ist der „Gesetzgeber“ der Welt, so zu sagen? Wenn es vom Anfang an Einen geben würde, dann ok. Aber die Welt bzw. der Mensch hat sich durch seine bisherige Erfahrung zum Gesetzgeber gemacht. Er ist vom „Affen“ zu dem, was er Heute ist, geworden. Und er lernt immer noch. Das ist Evolution! Im Nachhinein zu sagen, das ist falsch und das ist richtig gelaufen, das ist falsch! Wir kommen auch nicht Erwachsene auf die Welt! Schön wärs, aber dieses Fundament zu ändern…das ist Wunschdenken. Denn die Zukunft hängt von der Vergangenheit ab. Und diese hat bisher die Natur des Menschen bestimmt. Gandhi war großartig, aber die Welt wird es in den nächsten 200 Jahren nicht schaffen, nur aus Gandhis zu bestehen. Und überhaupt…muss sie das? Wenn ja, wer sagt das? Und wo liegen die Erfahrungswerte bzw. das Modell dafür? Was du oder andere Individuen tun und denken, das ist was anderes…und das gab immer. Aber was die Welt ausmacht, das sind wir bzw. unser Handeln. Nitsche, Camus, Nihilismus, etc. Warum hat die Welt diese Richtung nicht bisher gewählt? Warum hat die Welt nicht auf Gandhi gehört? Warum tut sie nicht, was Jesus, Buddha und Lao-Tze gelehrt haben? |
| Seperaude | @TheTurningPoint Danke für den wertvollen und versöhnenden Beitrag. Ich mag die Ungereimtheiten in deinen Aussagen. Die Unschärfen sind das einzig schwierige für mich. Ich bin aber zuversichtlich deine Worte wie gemeint aufgefasst zu haben. Doch ist’s ein langer und schwerer Weg, bis auf Augenhöhe zu kommen, den anderen wirklich zu sehen, ohne erst in die Himmel oder die Hölle steigen zu müssen, in die er blickt – oder im eigenen Jenseits nach der Herkunft seiner Stimme zu suchen. @Philon [QUOTE]Natürlich aber welche Einwände meinst du?[/QUOTE] Meine Kritik gegen deine Vorgehensweise habe ich mehrfach ausformuliert. Du verachtest, wer nicht nach deinen Mustern verfährt und würgst die Intuition und persönliche Erfahrung ab. Deine Perspektive ist einseitig, eindimensional. Ich will mich nicht ausführlich wiederholen, weil ich nicht noch einen Thread mit unseren persönlichen Differenzen mehr zubomben will als nötig. In Zukunft sollten wir solche Dinge per PN zu klären versuchen. .[QUOTE] Also ich sehe jemanden hier, der nur predigt, denn Argumente hast du bisher nicht vorgebracht. Also, das kann jeder![/QUOTE] Ich sage, was ich denke, ahne, fühle, weiß etc. - Bemühe mich auch, die Unterschiede zu markieren. Meine Beiträge sind meist ohnehin lang genug. Wenn ich nun noch alles mit Beispielen, Erfahrungen, Studien, Autoritätsargumenten usw. befülle, um glaubhafter zu sein, schreibe ich jedes mal fünf Seiten. Es ist mir wichtiger viele Aspekte abzuklären statt mich ewig bei Nichtigkeiten aufzuhalten und die ausführlich zu belegen. Doch gewisse Dinge, die mir trivial scheinen, sind für andere scheinbar Neuland. Das kann ich nicht jedes mal erahnen, weshalb ich darauf hoffe, das bei Unklarheiten nachgefragt wird, so es interessiert. Sollte selbstverständlich in einem Forum sein. Im Wesentlichen ist die Sache die: Du glaubst mir nicht - warum auch immer - und statt nachzufragen oder zu schweigen sagst du einfach: Das ist doch Humbug. Nicht nur bei mir, auch bei vielen anderen lässt du diese Ignoranz walten und willst deine Sichtweise aufzwingen - DAS ist Predigt. Und aus dieser Perspektive belehrst du mich wie ein Kind über die Grundmechanismen des Denkens, Etwas, was ich seit einem Jahrzehnt unter großen Opfern durchführe. Kannst du dir vorstellen, warum ich auf darauf nicht sonderlich freudig reagiere? [QUOTE] Zweitens, du hast mich bisher als Rationalisten hingestellt, das bin ich nicht. Ich habe bisher alle große Religionen intensiv studiert, ich habe mich mit Meditation befasst, habe Tai-Chi praktiziert…die Liste ist länger als du denkst![/QUOTE] Die Beschäftigung mit diesen Dingen ist sehr vernünftig. Rational, wenn man so will. Du lässt jedoch meist nur rationales Denken und Argumentieren in diesem Forum und anderswo gelten. Das stelle ich hin, nicht das du Rationalist wärst. Ich glaube nicht, dass irgendwer vollständig rational sein kann - doch das jemand im Bemühen darum viel in sich und anderen nicht sieht (selbst solches, was man rational besprechen könnte), das glaube ich. Ich sage nur, dass du gut daran tätest - für dich und andere - zu merken, wie begrenzt deine Perspektive ist und mit ihr deine Urteilskraft über das, was gewisse Leute hier von sich geben. Deine restlichen Gedanken sind sehr verworren. Ich verstehe nicht genau, worauf zu hinaus willst. [QUOTE] Ich gebe dir was zum nachdenken, bevor ich hier so viel schreibe. Das gilt auch für Andere hier. Seit zirka 150.000 geschieht immer wieder das Gleiche nur in anderem Maße. Es gab Kriege, Böses und Gutes und es gab Autoritäten und Konventionen, etc. Jetzt kommst du auf einmal, stellst du diese Fundamente in Frage bzw. viele davon verneinst du und möchtest mit deiner Philosophie neue Fundamente aufstellen und sie begründen. Aber wie? Ich meine, wer setzt die Basis voraus? Wer sagt, dass die Welt anderes sein musste? [/QUOTE] Nichts muss anders sein. Alles muss sogar genauso sein, wie es ist. Ich WILL lediglich, das es anders wird. Dieser Wille ist Teil der Evolution. Warum sollte er anders sein? [QUOTE] Liebe und Gutes tun war immer und ist immer noch in den Herzen der Menschen. Die meisten Religionen predigen das Gute und die Liebe…dennoch die Menschheit, hat es nicht gelernt. Die große Frage hier ist, warum sollte sie? Die meisten Menschen sind der Meinung, dass Liebe gut ist und dass es schön wäre, wenn alle Menschen einander lieben und Gutes tun würden. Dennoch, die meisten dieser Menschen, tun es nicht obwohl sie es möchten. Verstehst du mich jetzt? [/QUOTE] Weiß nicht. Deine Worte verstehe ich natürlich, aber ob ich dich verstehe oder worauf du hinaus willst, weiß ich nicht. Ich habe das Gefühl, du verstehst mich irgendwie falsch. Falls du denkst, ich sei ein unverbesserlicher Gutmensch und blinder Idealist: Ich predige nicht die Liebe, weil ich es ohnehin für vergeblich halte, auf diese naive Weise vorzugehen. Die Leistung des Christentums (des ursprünglichen) ist auch vorallem nicht die Predigt der Liebe, sondern die Bewusstmachung der Kälte, des Hasses und der Sünde als Trennung von Gott. [QUOTE] Wer ist der „Gesetzgeber“ der Welt, so zu sagen? Wenn es vom Anfang an Einen geben würde, dann ok. Aber die Welt bzw. der Mensch hat sich durch seine bisherige Erfahrung zum Gesetzgeber gemacht. Er ist vom „Affen“ zu dem, was er Heute ist, geworden. Und er lernt immer noch. Das ist Evolution! Im Nachhinein zu sagen, das ist falsch und das ist richtig gelaufen, das ist falsch! Wir kommen auch nicht Erwachsene auf die Welt! Schön wärs, aber dieses Fundament zu ändern…das ist Wunschdenken. Denn die Zukunft hängt von der Vergangenheit ab. Und diese hat bisher die Natur des Menschen bestimmt. [/QUOTE] Ich betrachte das auf der Metaebene: Wenn ich sage: Der Holocaust und das alles, da ist damals was falsch gelaufen, dann nicht, weil ich denke, es wäre irgendwie anders gegangen, sondern will ich darauf hinweisen will, dass man sich damit nicht abfinden sollte, dass solche Dinge passieren. Nämlich um die Zukunft zu beeinflussen, die ja wiederum unabänderliche Vergangenheit sein wird. Sicher: Wir haben gelernt, uns entwickelt – jedenfalls die Überlebenden – aber ich ziehe es vor ohne solche Erfahrungen zu lernen. Und ich setzte mich dafür ein, dass andere Menschen, die "Gesellschaft" im Allgemeinen auch das tut und beginnt, ihre bequemen Verblendungszusammenhänge zu bekämpfen. [QUOTE] Gandhi war großartig, aber die Welt wird es in den nächsten 200 Jahren nicht schaffen, nur aus Gandhis zu bestehen. Und überhaupt…muss sie das? Wenn ja, wer sagt das? Und wo liegen die Erfahrungswerte bzw. das Modell dafür? Was du oder andere Individuen tun und denken, das ist was anderes…und das gab immer. Aber was die Welt ausmacht, das sind wir bzw. unser Handeln. Nitsche, Camus, Nihilismus, etc. Warum hat die Welt diese Richtung nicht bisher gewählt? Warum hat die Welt nicht auf Gandhi gehört? Warum tut sie nicht, was Jesus, Buddha und Lao-Tze gelehrt haben? [/QUOTE] Teils funktioniert die Welt ja wirklich nach den Gesetzen, die diese Menschen entdeckt oder beschrieben haben. Das ist bei Wissenschaft nichts anderes. Und die Empfehlungen, die sie uns auf Grundlage ihrer (beschränkten) Erkenntnisse ausstellen, können wir befolgen oder ablehnen (und bei den Namen, die du nennst, ist das ja auch bei vielen Leuten passiert) Heute wüssten wir ja auch, wie wir die Klimakatastrophe eindämmen könnten, aber tun fast nichts, weil die meisten Leute zu kurzsichtig sind - oder gar den Untergang wollen. Je näher an der Wahrheit und je tiefer ihr Einfluss, desto heilsamer ist die jeweilige Strömung für die Menschen – soll heißen, desto eher kriegen sie, was sie langfristig wollen - und ich denke, wir Lebenden können uns über den Willen derer, die die allgemeine Vernichtung wollen getrost hinwegsetzen. Doch fehlende oder schlechte Kommunikation (neuerdings gebesserter Faktor), Verdrängung (aus Angst vor dem Denken) und Zweifel (die meist berechtigt sind) behindern alles. Jede geistige Strömung ist Teil eines größeren Prozesses. Das Bewusstsein hat im Übrigen jedoch phylo –und ontogenetisch nur sekundäre Funktionen. So: JETZT SOLLTEN WIR DOCH BITTE ZUM THEMA ZURÜCKKEHREN. Nezach schrieb einige aufeinanderfolgende Beiträge mit vielen Fragen und Gedanken. Leider habe ich die letzten seiner Antworten noch garnicht beantworten oder richtig reflektieren können und meine Antwort auf seine ersten beiden Beiträge ging auch schnell unter. |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seperaude [/i] Danke für den wertvollen und versöhnenden Beitrag. Ich mag die Ungereimtheiten in deinen Aussagen.[/QUOTE]Und ich mag Menschen, die Ungereimtheiten als Herausforderung zum Lernen annehmen, und nicht alles Ungewisse und Unbekannte von vornherein verdrängen und bekämpfen. Je früher ein Mensch mit Ungereimtem konfrontiert wird, um so weniger schmerzhaft müssen die Ungereimtheiten sein, um ihn zu erreichen (ihn zu "belehren" und "bekehren"). In einem [URL="http://www.amazon.de/dp/B0001L7REK"]Mini-Comic[/URL] versucht ein Mädchen, um richtig "true-evil" zu sein, ihren Hamster in einem Ritual zu opfern. Als alles bereitet ist, und sie dem Tier den Todesstoß versetzen will, quiekt es vertraut, und sie bringt es nicht mehr übers Herz, fortzufahren. Und alles "true-evil" scheint ihr von nun an völlig egal zu sein ... [QUOTE]Die Unschärfen sind das einzig schwierige für mich. Ich bin aber zuversichtlich deine Worte wie gemeint aufgefasst zu haben.[/QUOTE]Solange du nicht meinst, meine Worte verdrängen und bekämpfen zu müssen, hast du sie schon richtig aufgefasst. Die Unschärfen sind deine Freiheit, sie ausgestalten zu können. Ich erinnere mich dabei an [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1700891#post1700891"]deine Worte: [/URL] [b]"Meine Konstanten sind Musik und Lachen, die einzigen Dinge, die nicht an irgendwelche Vorstellung und Bedingungen gekoppelt sind, nichts bedeuten müssen und immer Freude machen können ..."[/b] [QUOTE]Doch ist’s ein langer und schwerer Weg, bis auf Augenhöhe zu kommen, den anderen wirklich zu sehen, ohne erst in die Himmel oder die Hölle steigen zu müssen, in die er blickt – oder im eigenen Jenseits nach der Herkunft seiner Stimme zu suchen.[/QUOTE]Der Weg, "von oben" bis auf Augenhöhe zu kommen, ist nicht, immer weiter nach oben zu steigen (von wo man nur noch viel tiefer fallen kann). Der besteht meiner Ansicht nach eher darin, sich kleiner zu machen, sich zurückzunehmen, sich zurück zu besinnen. Nezach schrieb: "Wer hält sich ebenso für ein Tier, für eine Pflanze, für Wasser, Luft oder Stein? Wohl niemand." Doch, ich besinne mich manchmal darauf zurück, ein Tier, ein Lebewesen, eine Ansammlung von Atomen und Molekülen zu sein. Und wenn man erfährt, wie Tiere und andere Lebewesen "ticken", dann erahnt man auch irgendwie, wie Menschen "ticken" (ob Kinder oder Erwachsene). |
| Seperaude | @TheTurningPoint Volle Übereinstimmung :) @Nezach [QUOTE]Wer nichts Besonderes ist, der ist überhaupt nichts. Der Mensch ist womöglich nichts Besonderes. Der Mensch ist vielleicht etwas, das es gar nicht gibt. Oder anders gesagt: der Mensch ist nichts anderes als die Wirklichkeit, und was die Wirklichkeit ist … wer weiß das? (Und ich meine DIE Wirklichkeit und nicht einen Teil von ihr.) Die Abtrennung eines, der oder des Menschen vom Rest der Wirklichkeit ist, wie mir zuweilen scheint, ein Akt der Willkür. (Fragt sich nur von wem.)[/QUOTE] Das erinnert mich an Sartres Aussspruch „Die Essenz geht der Existenz voraus“ Solange der Mensch sich selbst nicht frei aussucht, wie er lebt, wenn er seine Art zu sein nicht selbst bestimmt, dann tun das andere für ihn - oder aber, er verwelkt ganz einfach. Das passt durchaus in den Kontext meiner vorigen Antwort an dich. Von daher ist die Freiheit Bedingung der Existenz. Nach Sartre sind wir sogar zu dieser Freiheit gezwungen. Mit erscheint die Trennung des Menschen von der Wirklichkeit, vom Großen Ganzen, dessen Teil er ist und als dessen Teil er bloß existieren kann, auch als eine Art willkürlicher Akt - vielleicht anerzogen. Wir unterliegen der Täuschung, einzelne, isolierte Wesen in dieser riesigen, unverständlichen Welt zu sein und übertragen das auch auf andere. Das ist die wahre Einsamkeit. Wie sie überwinden? Hast du Vorschläge? Jemand anderes? Das scheint mir ein wichtiger Punkt. (ich erinnere mich gerade an ein amüsantes [URL=http://www.youtube.com/watch?v=ChOUKqLZ7gE]Interview[/URL] mit Klaus Kinski, in der er den Medien die Teilschuld an dieser Verbreitung der Isolation des Innern gibt, der Zerstörung der Instinkte usw.) [QUOTE]Wer von uns glaubt jedoch, nichts Besonderes zu sein? Wer hält sich ebenso für ein Tier, für eine Pflanze, für Wasser, Luft oder Stein? Wohl niemand. Doch mit welcher Begründung? Ohne Begründung, weil es keiner Begründung bedarf? Warum halten wir uns für etwas so Vergängliches wie einen Menschen aus Knochen, Fleisch und Blut, wenn wir auch die Möglichkeit hätten, etwas ewig Seiendes zu sein? Machen wir uns selbst zu dem, was wir sind, zu sein scheinen? Doch: wer sind wir, die Menschen-Macher?[/QUOTE] Ich sehe keinen Wiederspruch darin, ein vergänglicher Mensch aus Fleisch und Blut zu sein und gleichzeitig an der Ewigkeit und Ganzheit teilzuhaben. In der Hinsicht, dass durch mich die Gesetze der Welt fließen und sich in mir manifestieren. Sicher: Es ist lächerlich, in der Überdauerung von Materie die Unsterblichkeit zu sehen. Und die Persönlichkeit ist auch nichts Ewiges. Doch die Gesetze, nach denen sie sich bildet und auflöst, die Entwicklungen, die ich durchmache, als Teil des Ganzen, unterliegen den Gesetzen und sind Bestandteil der Ewigkeit. Viele Religionen denken in etwa so: Wenn der Geist seine Identifikationen mit Vergänglichem aufgibt, gelangt er zur Einsicht, eins mit Allem zu sein – und sozusagen an der Ewigkeit teilzuhaben. Manchmal gelingt uns dies in kurzen, glücklichen Augenblicken, den ewigen Augenblicken. Ich kenne kein größeres Gefühl von Harmonie und Glück. Im Hinduismus heißt es, die Erleuchtung wäre die Erkenntnis, dass Atman (Einzelseele) mit Brahmen (Weltseele) eins ist. Die Sufis drücken es so aus: „Sufismus bedeutet, nichts zu besitzen und von nichts besessen zu werden.“ Oder: „Sufismus ist die alte Weisheit des Herzens. Er ist nicht durch Form, Zeit oder Raum begrenzt. Er war immer und wird immer sein.“ Gleiches entdeckt nun zunehmend die westliche Wissenschaft, wenn auch leider noch ohne die Dimension der menschlichen Erfahrung - es gibt keine wissenschaftlichen Tänze, Gebete, Rituale, Zeremonien, die denen wirklicher Religionen, die die Ganzheit des Menschen ins Auge fassen, vergleichbar sind. Gleiches findet sich in der christlichen Mystik und, würde ich mal vermuten, in jeder anderen ernstzunehmenden Mystik auch. Ist das nicht wunderbar? Alle Menschen, alle Religionen: Eins unter der gleichen Bemühung, sich als Teil des ewigen Ganzen zu sehen, die Wirklichkeit bewusst zu entdecken. Und die Moderne, die uns die Fähigkeit gibt, diese Erkenntnis zu verbreiten, so dass die Streitigkeiten überflüssig werden. [QUOTE]Kann der Mensch von einem Augenblick zum nächsten (fast) all das abstreifen, was er zu sein meint? Seine Vergangenheit, seine Erfahrungen, seine inneren Beziehungen, seine Einstellungen? Wenn ihm das nicht gelingt, müssen wir dann nicht all dies für den Moment zu seiner Situation hinzurechnen? Ist nicht möglicherweise sein momentaner Einfluss vernachlässigbar klein? Wie kann er dann in so verschiedenem Maße beschuldigt werden? Liegt es daran, dass die, welche ihn beschuldigen (ebenfalls Menschen), dies eben auch lediglich tun müssen, weil ihr Einfluss auf ihr Verhalten zu gering ist?[/QUOTE] Ja, ich nehme an, das ist so. Wenn jemand aus seiner Verblendung heraus anderen Schaden zufügt oder andere ihrer Verblendung halber beschuldigt und ablehnt, weil er in seiner Verblendung mit ihrer nicht klarkommt, ja in all dem kann man lediglich zu dem Schluss kommen, dass es für alle beteiligten Gut ist, wenn sich jeder bemüht, zu lernen und Verständnis zu üben und sich nicht so sehr abhängig zu machen von seinen Meinungen. Oft ist das, was man zu sein meint, nicht das, was man ist – und hindert einen somit es zu werden. Es kann aber auch umgekehrt sein: Das man völlig richtige Ansichten von sich schleudert: z.B. wenn man auf LSD ist und nun denkt, man könne fliegen und vom Dach hüpft [QUOTE]Hat sich ein Mensch – um er selbst zu sein bzw. sich treu zu bleiben – schon frühzeitig auf mögliche äußere Situationen in der Zukunft vorzubereiten, weil sein kurzfristiger Einfluss auf seine Situation (auf sich selbst?) zu gering ist und ihm dann nur übrigbleibt, jemand zu sein, der er gar nicht ist? Wie soll ein Mensch aber wissen, was ihm in Zukunft bevorsteht?[/QUOTE] Das kann niemand wissen, weshalb man offen bleiben muss. Man kann nicht das Leben auswendig lernen und sozusagen irgendwann den Geist völlig ausknipsen. Doch man kann sich vorbereiten, kann sich mit der Wirklichkeit vertraut machen, muss dies sogar zu gewissen Teilen. Dabei muss man in Kauf nehmen, dass man sich vielleicht in seinen Interpretationen noch irrt, weil man die innere oder äußere Situation falsch einschätzt (das kann selbst den größten Geistern passieren). Es geht leider nicht anders. Man muss ab und zu auf die Schnauze fallen. Hauptsache, man kann dann wieder aufstehen – das geht um so leichter, je mehr man weiß, wie beschränkt vielleicht die eigenen Einsichten waren und sie darum nicht so sehr betrauert. Wie denkst du zu all dem. Nezach? |
| Nezach | [quote]Seperaude: … das Ich … muss … wenn … das Ich frei ist … … Ich … unabhängiger von der … inneren und äußeren Situation … den Gesetzen der Kausalität unterworfen … das tun kann, wofür es da ist … wirkliche Freiheit … tun kann, was er will. … vollkommene Anpassung des Inneren an die äußere Situation … … frei aussucht, wie er lebt… … Trennung des Menschen … vom Großen Ganzen … wahre Einsamkeit. Wie sie überwinden? … ist das, was man zu sein meint, nicht das, was man ist … … kann nicht … muss …[/quote]Was könnte "existent" noch bedeuten? Wer könntest Du noch sein? Was könnte es noch sein? |
| Seperaude | [QUOTE]Was könnte "existent" noch bedeuten? Wer könntest Du noch sein? Was könnte es noch sein?[/QUOTE] Natürlich können meine Theorien falsch sein, doch angenommen, ich habe Recht, dann kann ich nur auf die Situation reagieren und in ihrer Konsequenz mein Leben und meine Existenz definieren. Irgendetwas muss man tun, und so absurd jede Bemühung in dieser Unsicherheit auch ist, so wähle ich doch den Glaube an das, was mir am Wahrscheinlichsten erscheint. Entweder man verdrängt die Entfremdung und wählt sich willkürlich eine Existenz, lebt sozusagen im faulen Frieden, oder man reagiert konsequent auf die Zustände. Ich versuche letzteres. Mein Leben ist größtenteils ein geistiger Kampf und eine Suche nach dem Urrhythmus des Lebens, dem Urwillen. Ich erinnere mich an meine herzliche Zustimmung, als ich Kirilow in Dostojewskijs Dämonen sagen hörte, dass er nicht versteht, wie auch nur ein einziger Mensch sich Atheist nennen kann, ohne sich sofort zu töten. Ich versuche, in dieser Zerissenheit zu überleben ohne mich selbst zu verraten. Darin besteht mein Leben. Die Wissenschaften sind mir nicht schnell genug. Das Leben kann nur in der Poesie wirklich real und absolut sein. Ich liebe Novalis: "Das poetische Leben ist das einzig absolute, die einzige Realität" Woanders definierte ich meine Existenz so: "Ich bin eine wandelnde philosophisch-symbolisch-psychologisch-leibliche Schlussfolgerung bzw. der gallopierende Wahnsinn mit Sahnehaube incl. einer vorzeigbaren Sammlung leichter bis tödlicher Laster. Dabei schon soweit vom Unwesen dieser erbärmlichen Scheinkultur befreit, dass ich kaum in Worten oder Taten meine Freude und mein Entsetzen ausdrücken kann. Ansonsten bin ich 'n recht auskömmlicher und netter Kerl, ihr inkonsequenten heuchelnden Arschgeigen." Was darin noch an Eitelkeit liegt, kann ich von meinem Stolz augenblicklich nicht unterscheiden. Nun. Ich habe aufrichtig zu antworten versucht. Wie siehts mir dir aus, Nezach? Welche Existenz ist die deine, sofern du nicht ein Nichts bist? Was macht den Menschen Nezach im Kern aus? |
| Cagliostro | Ich bin Ich. |
| Nezach | [quote]Nezach: Was könnte "existent" noch bedeuten? Wer könntest Du noch sein? Was könnte es noch sein?[/quote]Das sind drei Fragen: [list=1][*]Was könnte "existent" noch bedeuten? [*]Wer könntest Du noch sein? [*]Was könnte es noch sein?[/list=1] Der Thread heißt nicht "Seperaude" oder "Nezach" oder "Nickname X". (Ich habe den Titel missverständlich gewählt. :( ) |
| Seperaude | Nun, ich habe versucht zu antworten, so gut ich kann. Nicht ausweichen, wenn ich dich mal was persönliches frage. Du bist ja auch ein Mensch. Wäre vielleicht interessant, mal was über deine persönliche Lebensphilosophie zu hören, wo du dich doch immer so flutschig und distanziert hinter Fragen, Fakten und Schauspielerei verbirgst. |
| Nezach | [quote]Seperaude: Wie siehts mir dir aus, Nezach? Welche Existenz ist die deine, sofern du nicht ein Nichts bist? Was macht den Menschen Nezach im Kern aus? Seperaude: Wäre vielleicht interessant, mal was über deine persönliche Lebensphilosophie zu hören, wo du dich doch immer so flutschig und distanziert hinter Fragen, Fakten und Schauspielerei verbirgst.[/quote]Lies meine Beiträge sorgfältig, denke darüber nach und beantworte meine Fragen, so wirst Du meine Ansichten und mich kennenlernen. |
| Nezach | Eine junge Frau verliert durch einen Autounfall (und anschließende Operationen) beide Beine. Sagt das etwas darüber aus, wer sie ist und wie sie ist? |
| Cagliostro | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nezach [/i] [B]Eine junge Frau verliert durch einen Autounfall (und anschließende Operationen) beide Beine. Sagt das etwas darüber aus, wer sie ist und wie sie ist? [/B][/QUOTE] Im Grunde genommen ja, weil es eine Zeit lang Teile ihrer Persönlichkeit ausmachen und beschäftigen wird, wie sie mit so einer karmischen Aufgabe zurechtkommt. |
| Goat93 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Cagliostro [/i] [B]Im Grunde genommen ja, weil es eine Zeit lang Teile ihrer Persönlichkeit ausmachen und beschäftigen wird, wie sie mit so einer karmischen Aufgabe zurechtkommt. [/B][/QUOTE] Nein, denn davon bekommt der hier angesprochene Fragen- steller gar nichts mit. Man bekommt nur eine beschränkte Menge an Informationen und der Rest ist Eigeneinschätzung, was zumeist in Vorurteiligen Bilden eines aus dem eigenen Werte- und Erfahrunsgsystem greifenden Gesamtbild endet. Darüberhinaus versucht man oder in diesem Falle du, dich noch "Instinktiv" in die Situation hineinzuversetzen, was dann alles aus den Angeln hebt... Aber diese Vorgehendsweise ist leider normal geworden und darauf basieren die meisten Antwortschematas auch. Ist ein Schreiber einen Sympathisch oder Unsympathisch wird daraus z.B abgeleitet. Es ist weniger was man wirklich als Inhalt in einer Diskussion beiträgt, mehr das Image, was man damit erzeugt. |
| Seperaude | Wenn ich könnte, würde ich dich bitten, dich umarmen zu dürfen, Goat :) |
| Mondsilbertaufe | [QUOTE]Darüberhinaus versucht man oder in diesem Falle du, dich noch "Instinktiv" in die Situation hineinzuversetzen, was dann alles aus den Angeln hebt...[/QUOTE] Das ist eine Unterstellung. In Wahrheit weißt du nicht, wo die Meinung Cagliostros gebildet wurde. Vielleicht spricht er ja aus der Position eines erfahrenen Unfallchirurgen oder Notarztes, der traumatische und geplante Amputationen hautnah erlebt oder sogar durchgeführt hat. Ich denke, in dem Fall wäre es gestattet, aus jenem Erfahrungsschatz heraus, den Menschen einschätzen zu dürfen. Im übrigen reicht es auch in diesem Fall den gesunden Menschenverstand einzusetzen. Da tut man niemandem Unrecht. [QUOTE]Man bekommt nur eine beschränkte Menge an Informationen und der Rest ist Eigeneinschätzung, [/QUOTE] Die Information besteht darin, dass ein gesunder Mensch plötzlich ein behinderter Mensch ist, der sich noch nichtmal alleine fortbewegen kann und ohne Hilfe sterben würde. Dieser Umstand beschreibt praktisch, dass sie nie wieder so ist, wie sie war. Ob sie letztlich bleibt, wer sie war, muss abgewartet werden. |
| Miezekotze | . |