| Impermanence | [quote][b]Seit es die Räderuhr als pures Messgerät gibt, um sich von der Naturuhr unabhängig zu machen, ist das Naturwesen Mensch zunehmend vertaktet und vermessen worden. »Die Uhr quantifiziert und objektiviert den Menschen«, schreibt der kulturkritische Trendforscher Jeremy Rifkin, »sein Leben wird mit der Uhr gleichgeschaltet, mit den Erfordernissen des Zeitplans und den Diktaten der Effizienz.« [url=http://www.zeit.de/2007/01/Verlorene-Zeit](link)[/url][/b][/quote] Warum eigentlich? Warum immer nur "kurz, schnell, rasch", wenn man doch weiß, daß es einem nicht gut bekommt? Wenn man weiß, daß es Bauchschmerzen macht, rote Streßflecken im Gesicht und am Ende einsam, weil man für nichts und niemanden mehr Zeit hat? Auf der Suche nach der verlorenen Zeit muß man doch erst mal stehen bleiben, innehalten und Luft holen, um dann [i]langsam und überlegt[/i] und nicht gehetzt und gedankenlos den nächsten Schritt zu tun, oder eben bewußt [i]nicht[/i] zu tun, oder? Was macht ihr, um dem Diktat der Zeit zu entkommen und gesund zu bleiben? :) |
| Terranigma | [QUOTE][i]Original geschrieben von Impermanence [/i] Was macht ihr, um dem Diktat der Zeit zu entkommen und gesund zu bleiben?[/QUOTE] Gemächlich bleiben und einfach die Zeit nehmen, wenn man sie braucht - Find's schon ulkig wie selten Leute noch Zeit haben weil sie alle Ohren mit irgendwelchen Lappalien voll hab'n. N' Bus hinterherrennen, schnell hierhin und dorthin. Ich denke das Einfachste sich dem zu entzieh'n ist einfach seinem eigenen Rythmus zu folg'n - Bin von Natur aus'n eher gemächlicher Typ der lieber einen Bus verpasst als ihm hinterherzurennen. Sicherlich ist's Ineffizient - Aber was hat'n das Leben schon mit Effizients zu tun. Das is'n Wort welches allerhöchst' was im Arbeitsleben verlor'n hat', doch nicht im wirklichen Leben. Denke wer Zeit haben will soll'se sich einfach nehmen. Wer so Dinge wie's Computerspielen, Fernsehguck'n oder's pure Rumdösen als Zeitdiebe sieht der macht doch gehörig' was falsch. Sicherlich hat man auch der Uhr zu folg'n, Termine sind nun eben Termine und manche zu verpass'n kann doch arg unangenehm enden. Aber wie oft hat man schon Termine die urplötzlich über einem herreinbrechen, eh? Für's meiste hat man doch genug Zeit es gemächlich anzugeh'n. |
| Elementarsatz | [quote]Warum eigentlich?[/quote] Weil Zeit eine Ressource ist wie jede andere auch, mit der ein intelligenter Mensch ökonomisch umgehen sollte. Jemand, der ohne Zeitplan, Kalender, Uhr lebt, wird für dieselbe Arbeit vermutlich drei mal mehr Zeit brauchen als ein organisierter Mensch, weil er in seinen Tagesverlauf kein System bringt. [quote]Warum immer nur "kurz, schnell, rasch", wenn man doch weiß, daß es einem nicht gut bekommt? Wenn man weiß, daß es Bauchschmerzen macht, rote Streßflecken im Gesicht und am Ende einsam, weil man für nichts und niemanden mehr Zeit hat?[/quote] Das ist doch Schwachsinn. Als ob eine intelligente und sinnvolle Tagesplanung, bei der technische Geräte wie Uhren nun einmal wertvolle Hilfen sind, gleichzusetzen wäre mit dem ungesunden Lebenswandel eines Workaholic. Man kann durchaus seine Lebenszeit geschickt einteilen und trotzdem nur so viel arbeiten, wie es einem gut bekommt. Einer, der mit seiner Zeit ökonomisch umgeht, hat sogar bessere Voraussetzungen, insgesamt weniger zu arbeiten, weil er für dasselbe Quantum an Arbeit letztlich weniger Zeit benötigen wird als einer, der unfähig ist zu planen. Es ist ein kindischer Mythos, zu glauben, dass Stress und Überarbeitung erst durch die moderne Zivilisation in die Welt gekommen sind. In Wirklichkeit gab es im Mittelalter, als über 90% der Bevölkerung zwölf Stunden am Tag Schwerstarbeit auf den Äckern geleistet hat, vermutlich viel mehr Menschen, die sich krank und kaputt gearbeitet haben. Und das ganz ohne Armbanduhren, Handys, Timer usw. |
| Any Body | Ob ich noch gesund bin ist eine andere Frage, aber wenn es mir zu hektisch wird, dann versuche ich mich an Orte zu begeben, die mir Ruhe und Kraft spenden. Habe ich keine Zeit um persönlich zu entfliehen, reise ich in Gedanken und mit Hilfe der Bilder, die mir noch im Kopf sind oder die es in digitaler Form gibt. Wie heißt es so schön, ich mache die Tür hinter mir zu und lass niemanden bzw. nur diejenigen hinein, die ich in derartigen Phasen gern um mich haben möchte. Aufräumen oder alltägliche Pflichten bleiben dann draußen und sind mir auch egal. Mit einer Armbanduhr laufe ich nur zu wichtigen beruflichen Angelegenheiten herum, wenn ich mich verspäte, dann ist es zwar nicht korrekt, aber die Hektik im Kopf habe ich abgebaut. Es ist dann so wie es ist. :cool: |
| Phoenix1384 | 7.00 Uhr aufstehen, um 8 ist Arbeitsbeginn, 10 uhr Frühstückspause 15min, 13 uhr Mittagspause 30min, 17 uhr Feierabend, 18:30 abendbrot, 20 uhr tagesschau, 20:30 - 21:30 Sex... Nein, seinen Tag komplett durchzuplanen ist denke ich genauso schädlich für die Gesundheit, wie es nicht zu tun! Wenn man Zeitmanagement einsetzt, um [i]für sich[/i] am Tage mehr Zeit zu haben für Dinge die einen interessieren, dann finde ich das ok. Doch häufig genug sieht es doch so aus, dass Zeitmanagement gefordert ist, um mehr Zeit für die Interessen [i]anderer[/i] zu haben. Durch sinnloses Anziehen der Geschwindigkeit ist nichts gewonnen, Zeit kann man in dem Sinne nicht sparen, wie man Geld sparen kann. Es gibt kein "Zeitkonto", von dem man beliebig eingesparrte Zeit abheben kann. Zeitplanung ist nur dann sinnvoll, wenn es einem hilft unliebsame Arbeiten schneller hinter sich zu bringen, um sich auf die wirklich wichtigen Sachen im Leben konzentrieren zu können. Ich empfehle allen einmal das Buch "Momo" von Michael Ende zu lesen! Obwohl primär für Kinder geschrieben, richtet es sich auch an Erwachsene, und veranschaulicht mit einfachen Bildern die Folgen von "höher, weiter, schneller" - die Menschlichkeit und Freude bleibt auf der Strecke. |
| Angelus Noctis | [QUOTE][i]Original geschrieben von Elementarsatz [/i] [B] Jemand, der ohne Zeitplan, Kalender, Uhr lebt, wird für dieselbe Arbeit vermutlich drei mal mehr Zeit brauchen als ein organisierter Mensch, weil er in seinen Tagesverlauf kein System bringt. [/B][/QUOTE] Das wage ich jetzt einfach mal zu bezweifeln. Man kann sich auch ohne Uhr und Kalender sehr gut organisieren. Dieses wenig zu achten oder nicht zu besitzen, heißt also nicht, unorganisiert zu sein. Und nur weil einem nicht die Uhr im Nacken sitzt, heißt das auch nicht, daß man für seinen Kram ewig braucht. Wenn man eine effiziente Organisation gewohnt ist, funktioniert die auch, ohne daß man permanent auf die Uhr schaut. Ich für meinen Teil besitze seit inzwischen 15 Jahren keine Armbanduhr mehr und ich lebe sehr gut damit - ohne daß ich von mir sagen könnte, meine Alltagsablauf habe darunter gelitten. Im Gegenteil. ich bin da recht gut organisiert, schlicht, weil ich auch ohne Uhr weiß, daß ich erst meinen Wunschbeschäftigungen nachtrödeln kann, wenn ich mit dem Pflichtprogramm fertig bin. Meine innere Uhr geht für meine Bedürfnisse recht genau, was Zeitschätzungen, Aufstehen und Schlafengehen angeht. Also ist es auch kein Drama, daß ich UIhr und Kalender recht wenig nutze. Man lebt mit weniger Druck einfach entspannter. Und wenn man doch mal ein wenig (Zeit)Druck braucht, kann man sich den auch ganz gut alleine machen... Angelus |
| Elementarsatz | [quote]Das wage ich jetzt einfach mal zu bezweifeln. Man kann sich auch ohne Uhr und Kalender sehr gut organisieren.[/quote] Wenn man als Einsiedler tätig ist - vielleicht noch gerade so. Obwohl auch dann Uhr und Kalender unbestreitbare Vorteile bei der eigenen Zeitplanung haben. Aber wenn man mit anderen Menschen zusammenarbeitet und sich daher mit anderen koordinieren muss, dann sind technische Geräte zur Zeitmessung unerlässlich. |
| Impermanence | [QUOTE][i]Original geschrieben von Terranigma [/i] [B]Bin von Natur aus'n eher gemächlicher Typ[/b][/quote] Das scheint mir ein wichtiger Punkt. Gut, wenn man das von sich sagen kann und es auch noch nicht verloren hat. Aber es gibt halt Menschen, die von Natur aus eher ein nervös sind. Die können an sich arbeiten, um ruhiger zu werden, nur ist es sicher wichtig, dabei nicht in diverse Fallen zu tappen. Den Tag besser planen mag zwar in gewissem Maße was bringen, aber wenn sie ihre Nervösität nicht grundsätzlich besser in den Griff bekommen, nutzt der schönste Kalender oder das beste Zeitmanagement nichts. [b][quote]Wer so Dinge wie's Computerspielen, Fernsehguck'n oder's pure Rumdösen als Zeitdiebe sieht der macht doch gehörig' was falsch. [/B][/QUOTE] Naja, Computerspiele und Fernsehen hab ich abgeschafft, aber aus etwas anderen Gründen. Das lenkt mir zu sehr vom Leben ab. :) [QUOTE][i]Original geschrieben von bradóg [/i] [B]Außerdem trage ich keine Armbanduhren mehr. [/b][/quote] Hab ich auch nicht mehr. Nur noch eine Taschenuhr, falls ich mich dem Zeitplan der Staßenbahn unterzuordnen habe. Das schöne an Taschenuhren ist, daß man nicht so oft draufguckt. [b][quote]Ich mag mir von keiner Uhr vorschreiben lassen, wie lange ich für Dieses oder Jenes brauchen darf oder soll...Doch Vieles rast dabei lediglich an einem vorbei, ohne das man's bewußt wahrnimmt. Der Genuß, das eigentlich Befriedigende, bleibt auf der Strecke....[/B][/QUOTE] Das sehe ich ganau so. Das ist vielleicht auch der Grund, warum auch Menschen mit Terminkalender, Black-, Red- und Blueberry, Palm, Outlook-Synchronisation mit dem Handy und der Waschmaschine und was weiß ich noch alles am Ende des Tages genauso wenig wissen, was sie eigentlich den ganzen Tag getrieben und was sie [i]geschafft[/i] haben. Ihnen fehlt die Ruhe sich gewahr zu werden, was sie machen, weil sie (bzw. weil ihnen ihr Terminkalender das flüstert) schon längst bei dem nächsten Termin, der nächsten Aufgabe sind, während sie mit der aktuellen Aufgabe noch gar nicht fertig sind. So verpassen sie den Augenblick bzw. die Gegenwart (und die ist schon kurz genug *g*), hängen an der Zukunft, die vielleicht doch ganz anders kommt und vergessen, was sie eigentlich getan haben. [QUOTE][i]Original geschrieben von Any Body [/i] [B]Ob ich noch gesund bin ist eine andere Frage, aber wenn es mir zu hektisch wird, dann versuche ich mich an Orte zu begeben, die mir Ruhe und Kraft spenden. Habe ich keine Zeit um persönlich zu entfliehen, reise ich in Gedanken und mit Hilfe der Bilder, die mir noch im Kopf sind oder die es in digitaler Form gibt.[/b][/quote] Das ist schön und eine gute Idee. Dafür braucht man aber wie mir scheint etwas, was es heute kaum noch gibt und was man eigentlich kaum mehr sagen darf: [b]Muße![/b]. :) [QUOTE][i]Original geschrieben von Phoenix1384 [/i] [B]Doch häufig genug sieht es doch so aus, dass Zeitmanagement gefordert ist, um mehr Zeit für die Interessen [i]anderer[/i] zu haben.[/b][/quote] Das ist der Punkt! Man packt eigentlich dadurch nur mehr Sachen in eine begrenzte Zeit. Das führt doch letztlich zu mehr statt zu weniger Streß. Gerade wenn man sich die steigende Anzahl Burn-out-Kranker anschaut, dann liegt das doch meist nicht daran, daß sie kein Zeitmanagement hatten, sondern eher daran, daß sie keine Zeit mehr haben, auch zwischendrin mal kurz abzuschalten und sich zu entspannen. Mein Schwager war deshalb auch schon ein paar Wochen krank und der hat sicher alles, was man für eine gute Terminplanung braucht. Außer sinnvoll genutzte freie Zeiten dazwischen. Natürlich kann man in seinem Terminplan freie Zeiten einbauen, aber darum geht es nicht. Zum einen kann man ja schlecht reinschreiben, daß man dann ‚mal für eine viertel Stunde aus dem Fenster guckt‘ oder ‚nichts macht‘ oder ‚sinnlos zum Kopierer läuft‘. Ich glaube das würde kein Chef durchgehen lassen aber das ist genau das, was der Mensch braucht. Einfach mal nichts tun und die Seele baumeln lassen. [url=http://www.myvideo.de/watch/99881]Loriot[/url] hat die diesbezüglichen Schwierigkeiten schon früh erkannt. :D [b][quote]Ich empfehle allen einmal das Buch "Momo" von Michael Ende zu lesen! [/B][/QUOTE] Hab ich auch gelesen und vor Jahren auch den Film gesehen. Seit dem wollte ich immer Straßenkehrer werden, aber ich befürchte selbst in dem Job steht man heute auch als 1-Euro-Jobber mit Besen in der Hand (also nicht mit diesem kleinen Fahrzeugen) unter Zeit- und Leistungsruck. [QUOTE][i]Original geschrieben von Angelus Noctis [/i] [B]Das wage ich jetzt einfach mal zu bezweifeln. Man kann sich auch ohne Uhr und Kalender sehr gut organisieren. Dieses wenig zu achten oder nicht zu besitzen, heißt also nicht, unorganisiert zu sein. [/B][/QUOTE] Eben. Zumindest putze ich mir morgens die Zähne ohne zu wissen, wie spät es ist und ich putze die Wohnung, wenn es dreckig ist usw. Für das Leben braucht man eigentlich kaum eine Uhr. Die Uhr braucht man, wenn man sich den Zeitvorstellungen anderer unterwerfen will oder muß. Sobald man das aber tut, ist man nicht mehr Herr seiner eigenen Zeit, sondern nur noch getriebener. Und das ist das ungesunde... |
| Elementarsatz | [quote]Eben. Zumindest putze ich mir morgens die Zähne ohne zu wissen, wie spät es ist und ich putze die Wohnung, wenn es dreckig ist usw. Für das Leben braucht man eigentlich kaum eine Uhr. Die Uhr braucht man, wenn man sich den Zeitvorstellungen anderer unterwerfen will oder muß. [/quote] Nein, eine Uhr wird nötig, sobald mehrere Menschen ihre Tätigkeit sinnvoll aufeinander abstimmen wollen, was in einer zivilisierten Welt vollkommen unvermeidbar ist. |
| Angelus Noctis | @Elementarsatz Es kommt immer darauf an, ob man relativ oder absolut ohne Uhr auskommen will. Kleines Beispiel: Ich wache morgens meistens zwischen 5.30 und 6.00 auf. Um 6.20 klingelt mein Wecker, den ich zum Wecken also eigentlich gar nicht brauche. Danach ist Zähneputzen, Frischmachen, die Kurzen durchschauen, Kram packen. Das dauert immer bis ca. 7.05. Weiß ich, weil im Auto hab ich automatisch eine Uhr, die ich aber eigentlich auch nicht bräuchte. Wenn ich 7.05 losfahre bin ich zwischen 7.25 und 7.30 auf der Arbeit, wo ich Pausen und Feierabend (meistens) nicht nach der Uhr sondern nach Bedarf mache. Dafür brauch ich sie also auch nicht. Ich brauche die Uhr also nicht für die Koordination sondern eher als Abgleich, ob meine innere Uhr "richtig" geht. Und wann welcher Wochentag ist, weiß ich, wenn ich arbeite, auch ohne Kalender. Den brauch ich nur für Fahrtplanungen und Terminvereinbarungen. Für mich heißt das also im Fazit: Ich komme nicht ganz ohne Uhr und Kalender aus, da ich dessen zumindest im Job ab und zu bedarf. Insofern hast Du also Recht, daß man nicht ganz ohne auskommt. Ich komme aber sehr wohl in meinem Alltag und v.a. zu Hause ohne aus. Dafür reicht mein Zeitgefühl völlig aus. Da brauche ich weder Uhr noch Kalender. Trotzdem ist mein Privatleben nicht unorganisiert und ich brauche für meinen Kram auch nicht dreimal länger als jemand, der ständig hektisch auf die Uhr schaut. Zu behaupten, daß man ohne Uhr generell unorganisiert und lahm ist, halte ich daher für falsch... Angelus |
| Impermanence | @Elementarsatz: Deshalb finde ich es ja auch so interessant, daß ich, der sich nicht so sehr auf Uhr und Kalender verläßt im Gegensatz zu denen, die sich vollkommen ihren "Zeitflüsterern" unterordnen, immer sehr pünktlich zu Terminen und Verabredungen erscheine. Ich nehme mir nämlich für das, was ich vorhabe, die nötige Zeit und Ruhe und ich ordne mich möglichst wenig (bei der Arbeit gehts manchmal nicht anders) den Vorstellungen anderer unter. Ich mache Dinge so, wie es in meinen Tag und wie es zu mir paßt, also so, daß es nicht im Streß endet. Folge ist, daß ich nicht jeden Scheiß haben und kaufen muß. Bei jeder Anschaffung überlege ich mir, ob ich sie auch wirklich brauche und wozu sie gut sein soll. Ich ordne mich nicht dem Konsumzwang unter. Und ich ordne mich auch nicht den wenig hilfreichen Ideen von Pseudo- Zeitmanagern unter, die einem nur erzählen wollen, daß man dieses und jenes noch unbedingt braucht, um [i]endlich[/i] wieder Zeit für das Wichtige im Leben zu haben (- dem Konsum weiterer überflüssiger Dinge, aber das verraten sie einem natürlich nicht). Folge ist auch, daß ich meine Arbeitszeit reduziere, um mehr Zeit für mich und meine Ideen und Vorstellungen vom Leben zu haben. Zeit für etwas mehr Ruhe, Entspannung, Mitmenschen und Freunde. Das ist eine Frage der Lebenseinstellung und diese Frage wird gerade in der heutigen Zeit essentiell. Ich bin da einfach mal so frei. ;) [size=1](Und ich bin auch so frei dich weiterhin zu ignorieren, solltest du mir noch einmal "Schwachsinn" unterstellen.)[/size] |
| Terranigma | [QUOTE][i]Original geschrieben von Impermanence [/i] Das scheint mir ein wichtiger Punkt. Gut, wenn man das von sich sagen kann und es auch noch nicht verloren hat. Aber es gibt halt Menschen, die von Natur aus eher ein nervös sind. Die können an sich arbeiten, um ruhiger zu werden, nur ist es sicher wichtig, dabei nicht in diverse Fallen zu tappen. Den Tag besser planen mag zwar in gewissem Maße was bringen, aber wenn sie ihre Nervösität nicht grundsätzlich besser in den Griff bekommen, nutzt der schönste Kalender oder das beste Zeitmanagement nichts.[/QUOTE] Das stimmt wohl, dabei find ich's immer etwas schade, dass viele Menschen aus persönlichen Entscheidungen so'n Zwang machen. Da heißt es nicht [i]"ich wollte ja"[/i] sondern [i]"ich muss"[/i] - Man muss nachher noch Einkaufen? Wieso? Man muss es ganz und gar nicht solange man bereit ist mit den Konsequenzen zu leb'n, vielleicht erst'n Tag später was Leckeres auf'n Teller zu haben. Ohne Uhr und Kalender geht's im Arbeitsalltag sicherlich nicht - Wobei! Kommt wohl ganz und gar auf'n Beruf an doch auch hier gilt ja die Devise, man muss lediglich bereit sein mit den Konsequenzen zu leb'n. Wer feste Vereinbarungen hat wird die seines Berufs willen wohl einhalten müssen, doch welch' feste Vereinbarungen hat man schon in seiner eigentlich lebendigen Lebenszeit? Doch kaum welche. Denk' die meisten Leute hab'n bloß einen derartigen Stress weil sie ihn sich machen. Da fällt einem urplötzlich einen Tag vorher ein, dass man ja eine Woche Zeit hatte etwas dringendes zu erledig'n und klagt dann über all' den Stress den man ja hat. Selfmade, würde ich da eher sagen. Wenn man sich mal öfter fragt ob die Dinge es überhaupt wert sind sich ihrer groß zu sorgen und zu hetzen, würde man unter'm Strich wohl eine ziemlich ernüchternde Bilanz erhalten, eh. |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Elementarsatz [/i] [B]Nein, eine Uhr wird nötig, sobald mehrere Menschen ihre Tätigkeit sinnvoll aufeinander abstimmen wollen, was in einer zivilisierten Welt vollkommen unvermeidbar ist. [/B][/QUOTE] Da hast du wohl Recht...Zeit ist nur für die sogenannte Zivilisation ein wichtiger Faktor, und sicher nicht nur für die westliche...allerdings steht nur in der "westlichen Zivilisation" die Vergeudung von Zeit für ausschliesslich banale Tätigkeiten - nämlich Arbeit und Konsum - an erster Stelle und ist somit kaum als sinnvoll zu bezeichnen...die alten Ägypter, die Maya sowie die alten Perser und Inder hatten bereits ausgefeilte Kalendersysteme - teilweise schon lange vor der "westlichen Zivilisation"... wobei diese Zeitrechnungen ja grundsätzlich anderen Regeln folgten und sich an astronomischen Ereignissen, wie etwa dem Mondzyklus oder dem Lauf der Planeten orientierten - oder auch den Jahreszeiten und regelmässig wiederkehrenden Wechseln von Dürrezeiten und Regenperioden, etc...wobei in diesen Dingen stets ein direkter Bezug aller menschlichen Aktivitäten zur "Ebene des Göttlichen"gesehen wurde - immerhin Bestand so noch ein Bezug zum "Übermenschlichen", der auch der Zeit selber häufig nachgesagt wurde: Zeit war ein Geschenk der Götter...denn eines bringt die Zeit gewiss jedem von uns: Den Tod...in der germanischen Sagenwelt wurde das unweigerliche Verstreichen der menschlichen Lebenszeit ja sehr anschaulich durch die drei Schicksalsgöttinnen, den Nornen, personifiziert: Urd, Verdandi und Skuld...so auch bei den Griechen und Römern, wo es die ähnlichen Figuren der Moiren, bzw. Parzen gab...erst der moderne Mensch war es jedoch, der die Zeit wie alles andere völlig banalisierte: Denn "Zeit ist Geld", sprach der Kapitalist... |
| Any Body | [QUOTE][i]Original geschrieben von Impermanence [/i] Das ist schön und eine gute Idee. Dafür braucht man aber wie mir scheint etwas, was es heute kaum noch gibt und was man eigentlich kaum mehr sagen darf: [b]Muße![/b]. :) Das ist der Punkt! Man packt eigentlich dadurch nur mehr Sachen in eine begrenzte Zeit. Das führt doch letztlich zu mehr statt zu weniger Streß. Gerade wenn man sich die steigende Anzahl Burn-out-Kranker anschaut, dann liegt das doch meist nicht daran, daß sie kein Zeitmanagement hatten, sondern eher daran, daß sie keine Zeit mehr haben, auch zwischendrin mal kurz abzuschalten und sich zu entspannen. Mein Schwager war deshalb auch schon ein paar Wochen krank und der hat sicher alles, was man für eine gute Terminplanung braucht. Außer sinnvoll genutzte freie Zeiten dazwischen. Natürlich kann man in seinem Terminplan freie Zeiten einbauen, aber darum geht es nicht. Zum einen kann man ja schlecht reinschreiben, daß man dann ‚mal für eine viertel Stunde aus dem Fenster guckt‘ oder ‚nichts macht‘ oder ‚sinnlos zum Kopierer läuft‘. Ich glaube das würde kein Chef durchgehen lassen aber das ist genau das, was der Mensch braucht. Einfach mal nichts tun und die Seele baumeln lassen. [url=http://www.myvideo.de/watch/99881]Loriot[/url] hat die diesbezüglichen Schwierigkeiten schon früh erkannt. :D [/QUOTE] Ich komme noch einmal auf die von Dir genannte "Muße" zurück. Aus meiner Sicht würde ich meine Vorgehensweise eher mit "Flucht" beschreiben. Wenn es mir zu laut wird, dann haue ich ab und versinke in eine Welt, von der ich meine, dass ich dort wieder "auftanken" kann. Dabei kommen mir die Worte eines Bekannten in den Sinn, von dem ich vor kurzem erfuhr, dass er nicht mehr so dicht an "seiner Tankstelle" wohnt und umgezogen ist und einen vergleichbaren Ort derzeit noch nicht an seinem neuen Heimatort gefunden hat. In einem anderen Gespräch mit einem guten Freund beschrieb dieser, dass es vielerlei schöne Orte gibt, und das der erste Eindruck entscheidend ist. Würde gern an diesem Wochenende wieder entfliehen, doch es mangelt derzeit etwas an Flexibilität. Vielleicht wäre ein Spaziergang sinnvoll, oder einfach nur ein Telefonat mit jemanden, der möglicherweise auf eine Rückmeldung wartet.. :rolleyes: Muße, nein - das ist es nicht... es wäre schön, wenn es so wäre... aber Danke Deiner Worte... Ich hoffe, mein Eintrag wirft dieses Eingangsthema nicht zu sehr aus der Diskussionsrichtung, die von der Themenüberschrift vorgegeben wurde MFG Any B. Nachtrag: Muße für mich ist es, hier auf nachtwelten zu verweilen und sich die Gedanken der anderen durchzulesen und sich versuchen hierin einzufühlen. |
| free minds | -/- |
| Ronin76 | Ich habe es endlich geschafft den ganzen Artikel durchzulesen, da er einfach stinklangweilig ist. Er bietet zwar ein paar interessante Ansatzpunkte wie die emotionellen Zeitzeiger, aber ansonsten nichts Neues. Zusammenfassung: Es wird in einer schon gezwungen wirkenden Lässigkeit von den Kontrasten zwischen einer hippen New-Age Lebensweise welche anscheinend sooo langsam und schön ist, und der Lebensweise von neureichen Workaholics berichtet, welche dem Zeitdruck entfliehen wollen, und die Entdeckung der Langsamkeit als ihr neues Hobby preisen. Da jammert zb ein Großkapitalist, welcher Schweizer Uhren herstellt, über das Zeitdiktat, ist aber nicht im Mindesten bereit, daran etwas zu ändern. Zu deiner Frage, Impermanence: Ich versuche so wenig wie möglich zu arbeiten, und gestalte mir meinen Tag selbst, so wie ich es möchte. Termine werden nur spontan und kurzfristig vereibart, so kann ich auch keinen vergessen, und brauche keinen Terminkalender oder sonstigen Unsinn. Es bauen sich dadurch auch kaum Erwartungshalten auf, die nicht erfüllt werden können. |
| Impermanence | [i][quote]Original geschrieben von Any Body[/i] [b]Ich hoffe, mein Eintrag wirft dieses Eingangsthema nicht zu sehr aus der Diskussionsrichtung, die von der Themenüberschrift vorgegeben wurde [/B][/QUOTE] Ach nein, welche Richtung die Diskussion nehmen soll, habe ich ja auch gar nicht bestimmen wollen. Vielleicht ist ein Austausch über das Phänomen „Zeit“ ja generell eine gute Sache. :) Es gab kürzlich auch noch einen [url=http://www.zeit.de/zeit-wissen/2008/02/Zeit]weiteren schönen Artikel[/url] in der Zeit, der sich mit der Frage der Zeitwahrnehmung und der Diskrepanz zwischen gefühlter und tatsächlicher Zeit befaßt und woran das liegt. Auch recht interessant, wie ich finde. Aber um zu deinem Posting zurück zu kommen: Ist die „Flucht“ wirklich nur eine Flucht, oder vielleicht auch ein ‚sich für andere Dinge Zeit nehmen‘ (auf eine etwas radikalere Art und Weise)? Also Mußte ist da vielleicht tatsächlich nicht das richtige Wort gewesen, aber es geht doch letztlich darum, die Zeit anders und (nach eigener, persönlicher Meinung) sinnvoller zu nutzen. Es ist doch letztlich die Suche nach etwas, was man verloren geglaubt hat: Zeit. ;) |
| Carcas999 | Die Zeit ist ein leidiges Thema... Menschen haben Dinge wie die Zeit und den Kalender erschaffen. Aber sie haben sich dabei am Lauf der Erde, am Stand der Sterne und der Sonne orientier. Und den haben sie ja kann bestimmt nicht erfunden. Daher ist doch die Zeit eigentlich nur eine Anpassung an den Lauf der Natur. Auch bevor es Uhren gab, sind die Menschen bei Sonnenaufgang aufgestanden und bei Sonnenuntergang zu Bett gegangen, ohne dass die wussten, es ist 7 Uhr morgens oder 9 Uhr abends. Sie haben es trotzdem gemacht. Daher denke ich, dass es auch heutzutage möglich sein müsste ohne Uhren auszukommen. Ich wache zum Beispiel morgens meistens gegen halb 9 auf (wenn ich nicht früher aufstehen muss), egal wann ich abends im Bett war oder welche Jahreszeit gerade ist. Dafür reicht die innere Uhr. Ausserdem trage ich nie Armbanduhren und besitze auch nur einen kleinen Wecker im Zimmer, den ich nichtmal benutze. Natürlich fördert es die Produktivität und ist effizienter wenn alle gezwungen sind sich an die Uhrzeiten zu halten und um Punkt acht auf der Arbeit sind und nicht einer um halb 8 und der andere erst um halb 10. Aber ich habe gemerkt, dass es gar nicht so schwer ist sich an ein Leben ohne konkrete Zeitangaben zu gewöhnen und ich finde dahingehend stimmt das Vorurteil den Deutschen gegenüber das sie so korrekt und akribisch pünktlich sind. Ich habe das noch in keinem anderen Land in diesem Ausmaß erlebt, auch wenn es natürlich ähnlich ist in anderen Industrieländer. Aber nirgends regt man sich so sehr auf, wenn die Bahn auch nur zwei Minuten Verspätung hat, dabei kommt sie auch nirgends so pünktlich wie hier. Man kann auch sehr gut ohne diese übertriebene Hast auskommen, es gibt genug Länder in denen die Bahnen seltener fahren. In denen die Menschen zwar Wert auf ihre Arbeit und deren Ausführung legen aber nicht auf die Uhrzeit in der das geschieht. Und wenn man einmal merkt, dass es nicht schlimm ist, wenn man nicht um Punkt 8 da ist, das niemand sich direkt beschwert, dann lebt es sich gleich sehr viel gelassener... |
| Impermanence | [QUOTE][i]Original geschrieben von Carcas999 [/i] [B]Die Zeit ist ein leidiges Thema... Menschen haben Dinge wie die Zeit und den Kalender erschaffen. Aber sie haben sich dabei am Lauf der Erde, am Stand der Sterne und der Sonne orientier. Und den haben sie ja kann bestimmt nicht erfunden. Daher ist doch die Zeit eigentlich nur eine Anpassung an den Lauf der Natur. Auch bevor es Uhren gab, sind die Menschen bei Sonnenaufgang aufgestanden und bei Sonnenuntergang zu Bett gegangen, ohne dass die wussten, es ist 7 Uhr morgens oder 9 Uhr abends. Sie haben es trotzdem gemacht. [/b][/quote] So scheint es zu sein, vor allem, wenn ich aktuell wieder gelesen habe, daß die gerade wieder einmal vollzogene Zeitumstellung den Körper anscheinend doch ziemlich durchreinander bringt. Vor allem die im Frühjahr. Und so geht es mir gerade auch. Nichts desto trotz kann man sich anscheinend an Zeiten gewöhnen. Es scheint mit also nicht unbedingt auf die Zeit selbst anzukommen (zumindest nicht, wenn es sich „im Rahmen“ hält), sondern was man gewöhnt ist. Ich habe mir z.B. angewöhnt, morgens zwischen fünf und halb sechs aufzustehen. Wenn man sich dran gewöhnt hat, geht das. Ich wacht meist ohne Wecker um fünf auf. Das haben früher die Bauern ja auch machen müssen. Auch ohne Wecker. Die Vögel fangen ja auch an zu zwitschern, wenn es noch gar nicht hell ist. ;) [quote][b]Natürlich fördert es die Produktivität und ist effizienter wenn alle gezwungen sind sich an die Uhrzeiten zu halten und um Punkt acht auf der Arbeit sind und nicht einer um halb 8 und der andere erst um halb 10.[/b][/quote] Vielleicht wäre es mal ganz gut zu untersuchen, ob es nicht eigentlich produktiver wäre, wenn man die Menschen weniger in ein Zeitschema zwängen würde, sie aber dadurch ausgeruhter, fitter und leistungsfähiger sind. [quote][b]Man kann auch sehr gut ohne diese übertriebene Hast auskommen, es gibt genug Länder in denen die Bahnen seltener fahren. In denen die Menschen zwar Wert auf ihre Arbeit und deren Ausführung legen aber nicht auf die Uhrzeit in der das geschieht. Und wenn man einmal merkt, dass es nicht schlimm ist, wenn man nicht um Punkt 8 da ist, das niemand sich direkt beschwert, dann lebt es sich gleich sehr viel gelassener... [/B][/QUOTE] ...ja, das ist bei uns tatsächlich nicht einfach durchzuhalten. Selbst in Bereichen, in denen man sich eigentlich bewußt von äußeren Zwängen abnabeln möchte, organisiert man das minutiös genau...obwohl es nicht mal wichtig wäre... ;) |
| Demon17 | Koordination und Organisation sind Voraussetzung für die Produktivität, die einen massenweisen Wohlstand ermöglicht. Vergessen wir doch bitte nicht, das die Menschen in vortechnischer Zeit auch schon mal vehungert sind, weil sie der Natur ausgeliefert waren. Wer hätte Verständnis dafür, wenn der Strom ausfällt, weil jemand im E-Werk nach seiner inneren Uhr lebt, oder der Notarzt zu spät kommt weil er sich Zeit für andere Dinge nahm? Wer sich gut organisiert und Aufgaben nicht erst im letzten Moment erledigt, hat in der Regel genug Zeit und weniger Stress. Falls man überfordert wird, muß man natürlich reagieren. Viele lassen sich dann krank schreiben und gewinnen dadurch Zeit. Ich ziehe andere Auswege vor. Zum Beispiel sich gleich einen neuen Job zu suchen. Viele Menschen setzen sich auch selbst unter Druck, weil sie sich mehr vornehmen als sie bewältigen können, auch in der Freizeit. Es liegt häufig an den Menschen selbst. |
| Impermanence | Da gibt es natürlich ein anderes Problem, was woanders mal diskutiert werden könnte: Die viel zu dünnen Personaldecken in den Firmen. Deshalb bringt es mir auch nichts, mich krank zu melden. Die Arbeit bleibt eh liegen und muß von mir nachgeholt werden. So gesehen kann ich es mir überhaupt nicht leisten, krank zu werden... :( Ich wollte auch nicht sagen, daß man immer machen soll, was man gerne hätte, sondern nur, daß man dem wenigstens im Privatleben ein wenig Beachtung schenken könnte. Daß ich natürlich meine acht (oder wieviel auch immer) Stunden zu arbeiten habe, bleibt davon unberührt. [URL=http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/423/158000/](PS)[/URL] |
| apnoe | Wecker und Uhren... igitt, schrecklich! Eine uberaus laestige Erfindung des Menschen, die dazu dient Termine einzuhalten. Jeden morgen wenn mein Wecker klingelt, und das kommt schon sehr selten vor, habe ich lust ihn mit voller Wucht gegen die Wand zu schmeissen und einfach weiter zu pennen. Ersteres passiert nicht, letzteres schon haeufiger. Besonders im Winter ist es im Bett einfach zu kuschelig-schoen, als das man sich nach dem Wecker richten koennte. Klar hat Demon da recht, die Welt wuerde ohne Uhren, Termine, zeitlicher Koordination wohl ziemlich schnell im Chaos versinken. Ich persoenlich haette allerdings so garnichts dagegen einzuwenden. |
| Demon17 | [QUOTE]Die viel zu dünnen Personaldecken in den Firmen. Deshalb bringt es mir auch nichts, mich krank zu melden. Die Arbeit bleibt eh liegen und muß von mir nachgeholt werden.[/QUOTE] In vielen Büros beträgt die Nettoarbeitszeit maximal 50%... |
| Impermanence | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]In vielen Büros beträgt die Nettoarbeitszeit maximal 50%... [/B][/QUOTE] Hast du es gut...bei uns das doppelte...und das nachweislich. :q |
| Demon17 | Die Bude ist längst verkauft. ;) |
| Carcas999 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Impermanence [/i] Vielleicht wäre es mal ganz gut zu untersuchen, ob es nicht eigentlich produktiver wäre, wenn man die Menschen weniger in ein Zeitschema zwängen würde, sie aber dadurch ausgeruhter, fitter und leistungsfähiger sind. [/QUOTE] Ich denke in manchen Bereichen wäre das sehr gut möglich. Ich bin beispielsweise eher jemand der lieber abends seinen Kram erledigt als ganz früh morgens. Dennoch hat Demon17 natürlich recht was die Produktivität angeht. Aber bei vielen Selbstständig arbeitenden ist es ja so, dass sie nach ihrer eigenen Zeiteinteilung arbeiten und deswegen nicht weniger tun und auch nicht weniger produktiv sind. Was den Link betrifft, ich habe gerade eine Hausarbeit zu einem verwandten Thema geschrieben. Furchtbar :D Was ich interessant finde ist die Trennung von Freizeit und Arbeitszeit, die ja erst mit der Industrialisierung eingeführt wurde, was nun noch nicht soo lange her ist. Ich finde es zum Beispiel manchmal furchtbar anstrengend wenn ich auch noch meine Freizeit planen muss, als wäre es nicht schon genug die Arbeitszeit akribisch genau zu planen und alles danach auszurichten. Ich stelle es mir viel angenehmer vor wie es früher war, als es diese Trennung nicht gab. |
| Impermanence | [QUOTE][i]Original geschrieben von Carcas999 [/i] [B]Ich stelle es mir viel angenehmer vor wie es früher war, als es diese Trennung nicht gab. [/B][/QUOTE] Jetzt mußte ich gerade schmunzeln, denn DAS WÄRE JA SCHRECKLICH! [SIZE=1]...für die Unterhaltungs- und Freizeitindustrie...[/SIZE] Denn übrig bliebe das pure Leben in all seinen Facetten , immer spannend, ausfüllend und vor allem nie langweilig. :) |
| Carcas999 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Impermanence [/i] Jetzt mußte ich gerade schmunzeln, denn DAS WÄRE JA SCHRECKLICH! [SIZE=1]...für die Unterhaltungs- und Freizeitindustrie...[/SIZE] [/QUOTE] :D Und erst die Hersteller von Weckern und Uhren aller Art... Aber, erfinderisch wie die Industrie ist, würden wohl neue geldbringende Sparten gefunden werden. |
| Any Body | [b]Auf der Suche nach der verlorenen Zeit[/b] ... vor mir liegen zwei Bücher von Marcel Proust, welche diesen Titel tragen, der vor einigen Tagen in diesem Forum eröffnet wurde. Ich habe mir diese beiden "werkausgaben edition suhrkamp" im letzten Jahr nach dem Tod meines Opas, als Erinnerung an ihn, aus seinem Bücherregal genommen, doch ich wußte im letzten Jahr nicht, warum ich es tat... Der Titel ist sehr einprägsam und lässt automatisch leicht melancholische Bilder vor meinem inneren Auge entstehen. Dabei prägt nicht, wie im ersten Moment angenommen, der Begriff "Zeit" diese Melancholie, sondern wohl eher das Adjektiv "verloren"... An diesem Wochenende wird uns nun diese eine Stunde an Zeit geschenkt, die zum Zeitpunkt der Sommerzeitumstellung im Frühjahr verloren ging, wißt Ihr schon, was ihr mit dieser einen Stunde anstellen werdet? Ist die Zeitumstellung und die verlorene Stunde so bedeutsam, dass Ihr diese würdigen werdet? Ich bin gespannt auf Eure Antworten... Leicht nachdenkliche Grüße Any B. |
| noire désir | Da morgen Sonntag ist werde ich keinen Wecker stellen und aufwachen, wenn es soweit ist. Die "hinzugekommene" bzw. "wiedererlangte" Stunde werde ich dann wohl für das nutzen, wofür ich den frühen Morgen eh meist nutze: Meditation und Praxis. :) Oder vielleicht nur, um eine Stunde mehr zu faulenzen. Lesen kommt eh meist erst später am Tag... Also mal sehen. Edith: Proust steht bei mir auch immer noch im Regal ;) |
| demelza | was ist zeit - bzw. wie gehen wir mit mir um... interessantes thema, die uhren werde ich wohl auch erst im laufe des tages stellen, da es erst ab montag für mich wieder relevant sein wird, pünktlich zu sein: sowohl im job als auch bei meinen diversen krankengymnastikterminen - ohne uhr wäre ich da ziemlich aufgeschmissen. den roman von marcel proust habe ich noch nicht gelesen, will es aber demnächst tun - obwohl herr proust sicherlich nicht der einzige war, der sich dazu gedanken gemacht hat. ein bemerkenswertes buch der neueren zeit stammt von der schwedischen physikerin bodil jönsson und trägt den sinnigen titel "zeit. wie man ein verlorenes gut zurückgewinnt" und beschreibt ihre gedanken zum umgang mit der zeit - hier eine kurze rezi, die ich bei amazon gefunden habe: "Die schwedische Professorin für Physik, Bodil Jönsson, will zum Nachdenken über unseren ganz persönlichen Umgang mit der Zeit anregen. Ihre Botschaft lautet, es sei eine Illusion, dass wir zu wenig Zeit hätten. Wir könnten, so die Autorin, die Zeit anhalten und in einem anderen, menschengerechteren Rhythmus kommen. Die anzustrebende Langsamkeit sei die beste kollektive Lebensversicherung" (S. 77). Anschaulich illustriert sie den durch alltägliche Verpflichtungen und Ablenkungen erzeugten Zeitstress am Beispiel des Jonglierens: Viele Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten, heißt nicht, auch mit allen zugleich jonglieren. Vielleicht muss man ganz ungestört sein, wenn man sie auffängt, einen nach dem anderen. Danach können sie auch mal in rascher Folge wechseln, es dürfen nur nicht zu viele werden. Wo die Grenze verläuft, ist bei jedem anders. Selbst kann ich sehr viele Bälle im Griff halten, aber wenn dann noch einer und noch einer dazukommt, taucht die Grenze in geradezu lächerlicher Deutlichkeit auf. Wenn ich diese Grenze überschreite, verliere ich die Kontrolle und lasse auch den einen Ball fallen, den ich krampfhaft festzuhalten versuche. Jeder Gedanke und jede Handlung braucht mehr und mehr Zeit, je mehr Bälle ich dazunehme" (S. 22f.). Bodil Jönsson beschreibt anhand von vielfältigen Beispielen, wie die Menschen in der heutigen Gesellschaft durch volle Terminkalender und Freizeitstress gehetzt werden. Die meisten Auseinandersetzungen in Partnerschaften und Familien seien eigentlich Kämpfe um Zeit. Vom Handy bis zur Flugreise, ständig wollen wir Zeit sparen". Die Autorin erinnert dagegen mit offensichtlicher Wehmut an ihre Großmutter, die nie wenig Zeit gehabt hätte, denn sie betrachtete ihr Leben noch nicht unter dem Aspekt der Zeitknappheit. " ich habe es vor längerem gelesen und im gedächtnis behalten (was sich im übrigen mit meinen persönlichen erfahrungen deckt), dass mir in meinem leben unzerstückelte erholungszeit wichtig ist und ich in meinen alltag auch genügend zeitpolster einbaue - so kann ich streß und hektik zwar nicht immer vermeiden, aber doch oft genuch nach möglichkeit umgehen. |
| Any Body | demelza, bei dem Roman von Proust handelt es sich nicht um die "Organisation der Zeit im Sinne der Effizienz", sondern [quote][i] quelle: wikipedia.org[/i] ... Prousts Hauptwerk ist „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ (À la recherche du temps perdu) in sieben Bänden. Dieser monumentale Roman ist eines der bedeutendsten erzählenden Werke des 20. Jahrhunderts. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit ist eine fiktive Autobiographie mit raffinierter Struktur: Ein anonymes „Ich“, von dem nur an einer Stelle des Romans erwähnt wird, dass sein Name „Marcel“ sein könnte, erzählt von seinen zum Teil vergeblichen Versuchen, sich an seine Kindheit und Jugend zu erinnern.. [/quote] |
| demelza | hallo any body, zuerst einmal vielen dank für diese information - der verlauf dieses threads erweckte bei mir eine andere vorstellung von dem thema - dennoch wird dadurch mein wunsch nicht kleiner, dieses bedeutsame werk zu lesen - dazu müsste ich mir nun tatsächlich die zeit nehmen. /quote/ Ein anonymes „Ich“, von dem nur an einer Stelle des Romans erwähnt wird, dass sein Name „Marcel“ sein könnte, erzählt von seinen zum Teil vergeblichen Versuchen, sich an seine Kindheit und Jugend zu erinnern.. /unquote/ ein interessanter aspekt, auf den auch frau jönsson in ihrem buch eingeht, und auch ich ertappe mich oft bei dem versuch, mich an meine kindheit und jugend zu erinnern und in träumen und gedanken in die vergangenheit zu reisen - indes, jegliche versuche dieser art scheinen zwangsläufig vom scheitern bedroht zu sein. was mich trotzdem nicht davon abhält. |