German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Der Rohstoff Angst
HellscreamPrekarisierung, sozialer Abstieg, Angst um den Arbeitsplatz und die Sozialintegration generieren Gesellschaftliche und Individuelle Angst. Selbst die bisher Gesicherten haben Angst um ihren Status der im Angesicht eines immer größer werdenden Heeres eines prekären Subproletariats immer mehr in Bedrängnis gerät. Mit der Bedrohung durch das Prekariat wird auch die Langfristige Lebensplanung bedroht, die mit Verlust eines sichernden Arbeitsverhältnisses droht und damit zusammen der Verlust eines Minimum an Unabhängigkeit.

Frühere Kollektive Formen der Absicherung scheinen Brüchig zu sein und scheinen sich zunehmend in einem Prozess der Auflösung zu befinden, Altersabsicherung, Krankenversicherung, Tariflicher Schutz und letzten Endes das gesamte Modell des Sozialstaats und der Sozialenmarktwirtschaft bekommen Brüche. In diesem Zusammenhang wird in letzter Zeit auch gerne vom aufkündigen des Kompromisses zwischen Arbeit und Kapital geredet.

Gleichzeitig sehen sich die Menschen kaum überschaubaren Globalen sowie Gruppen und Klassen übergreifen Risiken gegenüber, etwa globale ökologische und ökonomische Katastrophen wie etwa die derzeit anhaltende Wirtschaftskrise oder der globalen Erwähnung gegenüber, welche den Anschein erwecken das sie der Kontrolle und somit der Risiko Begrenzung entzogen sind. Auch diese Dinge erwecken ein Gefühl der Angst und des ausgeliefert Seins.

Medien vermitteln das Gefühl das Gewalt allgegenwärtig ist und liefern rund um dir Uhr Informationen über Krieg und Leid in der Welt, was früher weit entfernt schien rückt nun Gefühlt nahe. So steigt das Gefühl der Bedrohung an, Medien liefern per Bild und Ton das Gefühl einer dauerhaften unmittelbaren Drohkulisse. Nicht zu letzte findet diese Drohkulisse in der Angst vor dem Globalen Terrorismus seine Kröhnung.

Damit sind Bereiche benannt in denen ich eine Anstieg von Angst in unserer Gesellschaft festmachen würde. Vielleicht werden der ein oder andere nun Fragen, warum ich Angst als Rohstoff betitelt habe. Die Antwort wird an dieser Stelle einfach sein, aus dieser Angst lassen sich psychologisch vielfältige Dinge herstellen. Angst bietet vielfache Möglichkeit zur Nutzung vor dem Hintergrund verschiedenster Interessen.

Die Frage für mich ist, wie ihr diesen von mir sehr grob umrissene Problematik wahrnehmt und wie ihr mit ihr Umgeht oder wie ihr denkt das die Menschen um euch herum damit Umgehen. Auch würde mich Interessieren welche Folgen und Entwicklungen ihr für die Zukunft in Erwägung zieht.
Demon17Also erstens, zeichnest Du ein bischen schwarz. Die Arbeitslosigkeit ist zwar noch immer viel zu hoch, aber sie sinkt allmählich und zweitens, mir persönlic fehlt die Angst ein bisschen. Dieses elektrisierende Gefühl der existentiellen Bedrohung, das einen immer wieder Lösungen finden lässt. Sicher gäbe es auch andere Motive, aber ich finde diese soziale Sicherheit auf niedrigem Niveau, die keine kostspieligen Anregungen und Risiken zulässt auch nicht prickelnd. Das Problem ist die Perspektive, eine Lebensplanung wird zumehmend schwieriger.
ArrogantNickMoin Hellscream,-

[QUOTE][i]Original geschrieben von Hellscream [/i]
[B](...)
Die Frage für mich ist, wie ihr diesen von mir sehr grob umrissene Problematik wahrnehmt und wie ihr mit ihr Umgeht oder wie ihr denkt das die Menschen um euch herum damit Umgehen. Auch würde mich Interessieren welche Folgen und Entwicklungen ihr für die Zukunft in Erwägung zieht. [/B][/QUOTE]

Also wahrnehmungstechnisch geht es mir sehr ähnlich, wie von Dir grob umrissen. Mein Umgang damit ist unterschiedlich, bzw. besteht aus mehreren Verhaltensweisen, die mittel- und unmittelbar aus den angstgeladenen Umständen resultieren. Zum Einen werde ich ausmerksamer meinen Mitmenschen gegenüber, alleine weil ich mir gewahr bin, dass auch mein (aktuell recht sorgenfreies) Leben viel mit Glück zu tun hat, das wiederum ein Faktor ist, der sich kaum bis gar nicht beeinflussen lässt. Man könnte auch sagen, ich werde mir meiner Grenzen bewusster, also der Grenzen meiner Einflussnahme. Zum Anderen blocke ich teilweise auch ganz bewusst ab, im Bewusstsein, dass keinem Menschen geholfen ist, so ich zum Nervenbündel mutiere. Zusätzlich versuche ich halt einfach in meinem Umfeld zu helfen, wo es sich eben gerade anbietet. (Angst führt auch zu Solidarität, bzw. KANN dazu führen.)

Aus dieser Grundstimmung (Angst, Unsicherheit) ergibt sich die Konsequenz, dass ich das Auswandern zumindest in Erwägung ziehe. Aber selbst wenn es nicht dazu kommt, dieses Gefühl von Heimat, frei nach dem Motto: 'Hier bin ich Mensch, hier will/darf ich sein.' - also ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, hat unter all dem schon merklich gelitten. Selbst/-Vertrauen zu entwickeln, wird unter solchen Umständen mE sehr erschwert. Mich wundert es nicht, dass die psychischen und Stresserkrankungen zunehmen, denn es wird mAn immer schwieriger, vor allem innerlich, wirklich zur Ruhe zu kommen.

Grüßle
Mischa
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
[B]Also erstens, zeichnest Du ein bischen schwarz. Die Arbeitslosigkeit ist zwar noch immer viel zu hoch, aber sie sinkt allmählich und zweitens, mir persönlic fehlt die Angst ein bisschen. Dieses elektrisierende Gefühl der existentiellen Bedrohung, das einen immer wieder Lösungen finden lässt. Sicher gäbe es auch andere Motive, aber ich finde diese soziale Sicherheit auf niedrigem Niveau, die keine kostspieligen Anregungen und Risiken zulässt auch nicht prickelnd. Das Problem ist die Perspektive, eine Lebensplanung wird zumehmend schwieriger. [/B][/QUOTE]Sinkende Arbeitlosigkeit fein...was die Statistik dabei verschweigt ist, dass nicht wenige die "in der Krise" nach 10-15 Jahren im Beruf ausgebootet wurden nun in den neuen Jobs trotz der gleichen Anforderungen a.k.a Fortbildung oft nicht mal mehr die Hälfte verdienen. Hielt ich bisher für eine Einzelfälle, bemerke ich aber derzeit quer durch viele Branchen als neues Instrument die Stückostenpreise zu senken. Das Maß der Dinge ist heute China, nicht die USA.

Eine Weitere Sauerei der ich mich hiebei ausgesetzr sah ist die derzeitigen Praxis das Firmen sich die Ausbildung ihrer Mitarbeiter schön über das Arbeitsamt finanzien lassen indem man sich die leute anwirbt, ihnen dann sagt welche Lehrgänge man sehen will...und die mit der Zusage dann erst mal auf den Lehrgang geschickt werden...dann folgt ein Praktikum...udn dann sieht man weiter.

Ich spreche hier nicht von einer kleinen Klitsche sondern von einem Global Player in der Rüstungsindustrie für den ich letzten Sommer mal arbeiten durfte.
LaChatteAngst? Ja klar, immer wieder da. Vor allem was das Finanzielle betrifft.

Allerdings auch immer wieder die Feststellung, dass irgendwann der Punkt erreicht ist, wo es nichts mehr zu verlieren gibt, beziehungsweise wo es so langsam aber sicher scheissegal ist, und dort ist tkomplette Abwesenheit von Angst.

Man kann durchaus versuchen, Menschen durch Angst zu manipulieren - aber da funktioniert nur so lange sie auch etwas zu verlieren haben. Das ist bei immer mehr Leuten nicht mehr der Fall.

grüsse, barbara
HrefnadisHab vor drei Jahren meinen eh schon geringen Fernsehkonsum durch gänzliches Entfernen des Gerätes noch einmal drastisch reduziert. Sowas hilft ungemein. Man kann sich bei verschiedenen Nachrichtenportalen die Nachrichten, die man konsumieren möchte, rauspicken, zudem wird man nicht ungefragt mit suggestiven Bildern bombardiert, sondern kann sich den Müll, den man sich antun will, explizit auswählen. Hinzu kommt, das gewisse Nachrichtenportale deutlich objektiver und ausführlicher berichten als die Flimmerkiste. Außerdem regt dieses Prozedere dazu an, eigene Nachforschungen anzustellen, anstatt Vorgekautes widerzukäuen. Ergo: ich vermisse diese Angstmaschinerie der öffentlichen Medien via Fernsehen kein Stück.

Angst habe ich natürlich trotzdem - vor allem wegen des Finanziellen, als Familienmutter mehr als früher als Single. Ich musste schmerzhaft lernen, dass man als Mutter für den Arbeitsmarkt nur noch ein Mensch x-ter Klasse darstellt. Und das, obwohl ich mich als Single jederzeit in schwierigsten Situation auf ihm behaupten konnte. Man kann sich als Nichtelternteil kaum vorstellen, wie groß die Angst werden kann, wenn man noch für hilflose Kinder sorgen muss. Da kommt man sehr schnell in die Zwangslage "Ich würde alles tun, um ..." Und das ist echt kein Leben. Bisher konnten wir uns da noch drumherum mogeln, Nischen finden. Irgendwie ging es dann doch immer weiter, ohne sich allzu sehr zu verbiegen. Doch ich fürchte, die Luft auf diesem Gebiet wird immer dünner. Der Tag ist nicht mehr weit, wo Du als Elternteil gezwungen sein wirst, wirklich ALLES zu tun, damit Deine Kinder das nötige Essen im Kühlschrank stehen haben. Manche müssen das jetzt schon. Das macht mir Angst, jawohl. Dass man keine Wahl mehr hat, nicht mal zwischen zwei Übeln. Und mir macht weiterhin Angst, dass ich des Öfteren nachfragen muss, wo sich unsere alten Bekannten inzwischen aufhalten, mit denen wir ab und an immer noch chatten. Zu häufig lautet die Antwort: Schweiz, Österreich, Amerika, England, Irland, woauchimmer. Man fühlt sich als letzte Ratte auf dem sinkenden Schiff irgendwie ....

Was man gegen die Angst tun kann? Neben Fernseher abschaffen: positiv denken und auch dann noch nach alternativen Auswegen suchen, wenn man glaubt, jetzt geht gar nichts mehr. Bisher kam - zumindest für uns - dann irgendwo die letzte Rettung doch noch aus 'nem verschütteten Loch gekrochen. Augen offen halten und Chancen ergreifen, ohne viel nachzufragen. Mit einem Grundpensum an Angst muss wohl jeder trotzdem leben. Da kann man nur versuhen, drüber zu stehen und nicht handlungsunfähig zu werden - wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Hrefnadis [/i]
Was man gegen die Angst tun kann? Neben Fernseher abschaffen: positiv denken und auch dann noch nach alternativen Auswegen suchen, wenn man glaubt, jetzt geht gar nichts mehr. ... Augen offen halten und Chancen ergreifen, ohne viel nachzufragen. Mit einem Grundpensum an Angst muss wohl jeder trotzdem leben. Da kann man nur versuhen, drüber zu stehen und nicht handlungsunfähig zu werden - wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange.[/QUOTE]Ich sehe das so ähnlich. Fernseher abschaffen steht auch auf Punkt 1 meiner Liste - das "ungefragt mit suggestiven Bildern bombardiert werden" sehe ich als große Gefahr. Notfalls mag es noch ein Radio tun, aber besser scheint es mir, "Nachrichten" usw. in Textform aufzunehmen. Dann gehen sie zuerst durch den Kopf, bevor andere Sinne unbewusst manipuliert werden.

Punkt 2 meiner Liste ist, möglichst unabhängig von Geld zu sein. Genaugenommen ist es nicht wichtig, Geld zu haben, sondern eben zum Beispiel "das nötige Essen im Kühlschrank stehen" zu haben (wobei der Kühlschrank notfalls auch noch durch einen kühlen Keller ersetzt werden kann). Je unabhängiger man vom Geld wird, desto unabhängiger wird man vom "Arbeitsmarkt".
Neben diversen [URL="http://kannwas.org/"]Regionalgeld-Projekten[/URL] sind auch [URL="http://projekte.free.de/gibundnimm/"]Ohne-Geld-Projekte[/URL] interessant.

Wenn man noch mehr Leute zu Punkt 1 und Punkt 2 bewegen könnte, dann wäre schon sehr viel gegen die Angst getan. Da das aber nicht so leicht ist, bleibt für mich ein recht großes "Grundpensum an Angst" bestehen, nämlich dass sich Menschen durch die durch Medien und Geldknappheit geschürte Angst zu (Bürger-)Kriegen und anderen Aktionen zur Selbstvernichtung [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=275505#post275505"]aufstacheln lassen.[/URL]
decay73Tja, manche meinen, mit Angst arbeiten zu können / müssen, um den anderen zu etwas zu bringen, was dieser eigentlich gar nicht will.
Ich entgegne dann aber immer: "Angst machen gilt nicht" und die "Diskussion" ist schnell zuende.

Angst machen funktioniert tatsächlich nur, wenn der andere sich darauf einläßt und Angst bekommt. Tut er das nicht, geht Angstmacherei ins Leere.

Und jemanden ins Leere laufen lassen macht dann auch mal Spaß. :D
DunkleWeltenIm Großen und Ganzen kann ich Deiner These zustimmen. Dass Angst ein "guter" Rohstoff der Mächtigen ist, zeigt sich in vielen Beispielen.

Nehmen wir einmal die Änderungen, die sich in der Welt nach 2001 ergeben haben. Unter dem Deckmantel, der ständigen Bedrohung gerecht werden zu müssen, wurden Stück der Stück Bürgerrechte beschnitten und die Überwachung ausgebaut.

Die Kunst ist nun, die Angst auf dem richtigen Niveau zu halten. Ein zuviel lähmt, während ein zuwenig davon den jeweiligen Streuern keine Macht verleiht.

Als Transportmittel dieser Angst werden die Medien gleich welcher Art genutzt. Wie von anderen Schreibern in diesem Faden schon angesprochen, kann ich im Rahmen meiner Möglichkeiten die Intensität durch Auswahl und Streuung der Informationsquellen mindern. Verliert aber nicht aus den Augen dass es eine Vielzahl von Menschen geben mag, denen aus welchen Gründen auch immer ein Informationspluralismus nicht wichtig ist. Die Zeitung mit den vier Buchstaben und deren Ableger reichen Ihnen aus.

Hinzu kommt noch, dass es besonders in den Online-Medien mit dem Pluralismus nicht weit her ist. Da es schnell gehen muss, greift man gern auf vorgefilterte Informationen einiger weniger Nachrichtenagenturen zu. Noch schlimmer wird es meiner Ansicht nach, wenn sich gleich vorgefertigter Pressemitteilungen bedient wird.

Zusätzlich zur Angst kommt noch ein bewusst gesteuertes Dummhalten der Bevölkerung ins Spiel. Hinter dem geistigen Dünnpfiff, den die Massenfernsehkanäle in den Äther blasen steckt System und steht in der gleichen Tradition wie "panem et circensem" oder Opium für das Volk.

Kurzer Exkurs zu der Arbeitslosenstatistik: Die offiziell vermeldeten Zahlen sind kein repräsentativer Gradmesser, da im Lauf der Jahre das was als Datengrundlage reinkommt und was nicht, geändert wurde. Stichworte: Umschulungen, Weiterbildung, Bewerbertrainings, Hartz4- Aufstocker.

Und ja, nur wer Angst hat, etwas zu verlieren ist empfänglich für Angt.
SenecaDie "Mächtigen" leben selbst in Angst und Schrecken, teilweise in pathologischer Paranoia...Das wurde mir wieder mal klar als der Ministerpräsi hier zum Frühschoppen war...da wurde erst mal der halbe Laden gefilzt bzw. von Personenschützern abgeriegelt.

Man sollte auch nicht vergessen welcher Druck "oben" auf den Leuten lastet...so manch einer, egal ob Manager oder Spiezenpolitkommisar ist da schon eingeknickt...von Rücktritt bis Selbstmord gabs und gibts da derzeit alles....ganz verstärkt seit 2008.

Der Gipfel der Angst nennt sich dann Gated Community...ein Konzept das in vielen "besseren" Kreisen hier schon offen diskutiert wird...die Reichen sperrenn sich aus Angst schon selber ein oder verschanzen sich auf Riesenjachten (Abramovisch) die es an Verteidigungspotential mit einem kleinen russischen Kriegsschiff aufnehmen können.
xMoriturusx[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
Die Arbeitslosigkeit ist zwar noch immer viel zu hoch, aber sie sinkt allmählich [/QUOTE]

Was die Massenmedien und Axel Springer gerne verschweigen:

Offizielle Arbeitslosigkeit 3.241.529
Nicht gezählte Arbeitslose 1.209.607
Tatsächliche Arbeitslosigkeit im Mai 2010: 4.451.136

Nicht gezählte Arbeitslose aufgeschlüsselt:
Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld II: circa 350.000
Älter als 58, beziehen Arbeitslosengeld I (§ 428 SGB III): 1.192
Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten): 303.697
Berufliche Weiterbildung 214.548
Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahmen (z.B. Bewerbungstraining): 1.565
Aktivierung und berufliche Eingliederung (z.B. Vermittlung durch Dritte): 252.649
Beschäftigungszuschuss (für schwer vermittelbare Arbeitslose): 38.827
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen: 3.227
Kranke Arbeitslose (§126 SGB III): 43.902

Quellen: Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland. Monatsbericht Mai 2010, Seite 67
Hellscream[QUOTE] geschrieben von Demon17
Also erstens, zeichnest Du ein bischen schwarz. Die Arbeitslosigkeit ist zwar noch immer viel zu hoch, aber sie sinkt allmählich und zweitens, mir persönlic fehlt die Angst ein bisschen. Dieses elektrisierende Gefühl der existentiellen Bedrohung, das einen immer wieder Lösungen finden lässt. Sicher gäbe es auch andere Motive, aber ich finde diese soziale Sicherheit auf niedrigem Niveau, die keine kostspieligen Anregungen und Risiken zulässt auch nicht prickelnd. Das Problem ist die Perspektive, eine Lebensplanung wird zumehmend schwieriger.[/QUOTE]

Schwarz malen ist zugegeben in diesem Zusammenhang auch ein Stilmittel. Man sollte nicht nur die Arbeitslosigkeit betrachten sondern Prekarisierung allgemein, also Unsichere Lebensverhältnisse welche eine „vernünftige“ Lebensführung und Lebensplanung wesentlich beeinträchtigen bis untersagen. Hinsichtlich auf die Arbeitsverhältnisse wird im Moment von einer Zweidrittel Gesellschaft geredet, also also nur ein Drittel das im Prekariat leben muss, mit Sicht auf die Entwicklung lässt sich aber ein Trend erkennen. Dieses Drittel hat aber enorme Auswirkungen auf den Rest, man sehe sich die Wirkung von Zeitarbeitern auf eine Stammbelegschaft an und die Disziplinierende Wirkung und das Potenzial das hierdurch für eine Drohkulisse entsteht. „Du bist ersetzbar!“ Oder man denke daran welche Wirkung die reine Existenz von erhöhten Arbeitslosen Zahlen auf den Rest der Bevölkerung haben. Ich denke da wird aufgrund der Dinge dir mir so berichtet werden aus Betrieben, sehr viel mit Angst gearbeitet.

Zur sinkenden Arbeitslosigkeit haben hier ja auch schon andere was geschrieben. Ich würde noch die Fragen hinterher schieben, die ein jeder sich ja mal selbst beantworten kann. Was nützt die Arbeit wenn man nicht davon leben kann und ein Leben im Prekariat leben muss? Wenn die Angst, in Anbetracht der Unsicherheit der nächsten Monate oder gar Wochen, immanent geworden ist im Leben?

Dann musst man sehen das es unterschiedliche Arten gibt mit der Situation umzugehen und das der Umgang mit Unsicherheit einen bestimmten Habitus und bestimmte Ressourcen voraussetzen. Ein gut qualifizierter und gebildeter Mensch wird ganz anders mit einer Prekären Situation umgehen können, als jemand zum Beispiel aus dem ehemaligen Arbeiter Milieu. Wenn man sich zum Beispiel die „Digitale Bohème“ ansieht, gibt es auch Menschen welche diese „Freiheit“ solcher Situationen jenseits von festen Arbeitsverhältnissen bejubeln.

Das lustige an Angst ist das sie meist alles andere als Objektiv ist, zu gegeben sonstige Wahrnehmung ist auch selten Objektiv und ich bin sogar der Meinung das man eigentlich nur Subjektiv Wahrnehmen kann, aber Angst im besonderen scheint einen Hang zum irrationalen zu besitzen. Die Angst wird aber ziemlich real spätestens bei Psychosomatik und psychischer Erkrankung bis hin zu realen Schmerz Anfällen.

[QUOTE] geschrieben von ArrogantNick
(Angst führt auch zu Solidarität, bzw. KANN dazu führen.)[/QUOTE]

Das wäre zu mindestens aus meiner Perspektive eine Wünschenswerte Alternative, ich denke das dort wo Menschen Angst in Solidarität begegnen sie schon einen wichtigen Schritt bei der Beseitigung dieser tun. Vor allem da in meinen Erklärungsmustern dem Prozess der Entkollektivierung und damit auch der Entsolidarisierung einen entschiedenes Element in der Entstehung der Unsicherheit und Angst zukommt. Klar der Begriff des Kollektivs ist negativ besetzt, aber im Grund kann man auch von der Auflösung der Solidarität einer Gemeinschaft sprechen, anstelle von Entkollektivierung. Fraglich nur ob sich solch ein Verhalten der Solidarität auf breiter Front wird etablieren können.

Zum Thema der Medien das hier schon mehrfach aufgegriffen wurde. Das mit dem kontrollierten Konsum von Medien teile ich. Wenn ich runter kommen will, konsumiere ich gar für einen Gewisse Zeitraum sogar überhaupt keine Medien jeglicher Art mehr. Diese Schlagen mir von ihrem Informationsgehalt nämlich nur all zu oft auf mein Gemüt. Weil ich mich sowie so Tag täglich mit dem „Elend der Welt“ Auseinandersetzen darf, muss ich dort schon zum Selbstschutz vorsichtig sein. Eine zu hohe Dosis könnte unangenehme Nebenwirkungen haben.

[QUOTE] geschrieben von Hrefnadis
Angst habe ich natürlich trotzdem - vor allem wegen des Finanziellen, als Familienmutter mehr als früher als Single. Ich musste schmerzhaft lernen, dass man als Mutter für den Arbeitsmarkt nur noch ein Mensch x-ter Klasse darstellt. Und das, obwohl ich mich als Single jederzeit in schwierigsten Situation auf ihm behaupten konnte. Man kann sich als Nichtelternteil kaum vorstellen, wie groß die Angst werden kann, wenn man noch für hilflose Kinder sorgen muss. Da kommt man sehr schnell in die Zwangslage "Ich würde alles tun, um ..." Und das ist echt kein Leben. Bisher konnten wir uns da noch drumherum mogeln, Nischen finden. Irgendwie ging es dann doch immer weiter, ohne sich allzu sehr zu verbiegen. Doch ich fürchte, die Luft auf diesem Gebiet wird immer dünner[/QUOTE]

Das ist so eine Geschichte die mich auch persönlich berührt, ich würde liebend gerne Kinder zeugen, nur fragt Mann und Frau sich natürlich, in was für eine Situation man die Kinder damit bringt und natürlich auch sich selbst. Vor allem wenn die Lebenslage einem so schon kaum erlaubt eine „vernünftige“ Beziehung zu führen. Und das man sich dann dagegen entscheidet, hat auch viel mit Angst zu tun. Ich fürchte fast eine Situation die es einem „erlaubt“ werde ich nicht mehr kommen und wenn dann spielt das Alter schon gegen einen. Schön das andere mutiger sind um diesen Schritt noch zu gehen.
JohnSteed[QUOTE][i]Original geschrieben von Hellscream [/i]
[B]...

Die Frage für mich ist, wie ihr diesen von mir sehr grob umrissene Problematik wahrnehmt und wie ihr mit ihr Umgeht oder wie ihr denkt das die Menschen um euch herum damit Umgehen. Auch würde mich Interessieren welche Folgen und Entwicklungen ihr für die Zukunft in Erwägung zieht. [/B][/QUOTE]

Wenn man seit fast 200Jahren (verstärkt) den Herdentrieb zum Mass aller Dinge macht, braucht man sich nicht wundern, dass dabei nur noch Komplementärwesen dabei herauskommen.
Menschen also, die sich nicht (alleine) zu helfen wissen.
Das hatte für die Kollektive den Vorteil, dass diese Menschen niemals auf die Idee kamen, dass das Gras auf der anderen Zaunseite grüner sei und bei der Fahne des Kollektivs blieben, auch wenn der Zerfall für Besucher von Aussen deutlich sichtbar war.
Die Arbeiterbewegung hat aus gutem Grund(!) die ARBEIT selbst nie in Frage gestellt.
Dabei ist das der Kernsatz:
Die nichtselbständige Arbeit ist unter Beimengung von Mystifikation und Religionsersatz vielleicht gegen die Menschenwürde gerichtet, zumindest ist sie eine grosse
"Verarsche"


Angstpotential geht also immer von den Kollektiven aus.
Man kann mit der Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes sogar politisch Schindluder treiben
und die freie Rede und Gedankenfreiheit unterbinden.
Zwei wesentliche Merkmale einer Demokratie.


Wie dem auch sei, der Individualismus wird zunehmen.
Wer dafür nicht gewappnet ist, der wird es schwer haben.

Individualismus ist nicht Bungeejumping oder Kitesurfen, hat nichts mit Spassgesellschaft zu tun, ist kein Egoismus.

Wahrer Individualismus geht darauf ein, dass weite Teile des Lebens eben schmerzhaft sind und sein müssen und dass man das alleine durchsteht,
sich zumindest nicht in Geiselhaft nehmen lässt von einem Kollektiv, das angeblich meine, deine und unsere Probleme löst.
poisongerade in punkto arbeitsplatz ist bei mir schon eiine gewisse angst spürbar
früher hiess es immer, solange du keine goldenen löffel stiehlst, ist der job sicher, davon entfernte man sich im laufe der jahre immer mehr
gerade als langzeit-mitarbeiterin mit einem relativ hohen stundenlohn kommt man leicht auf die abschussliste und sieht sich mit sprüchen wie "für ihr gehalt könnte man ja zwei neueinstellungen beschäftigen" konfrontiert
gestern erfuhr ich durch die blume, dass unser neuer bl meine arbeitsleistung anzweifelt ... der mann begegnete mir bereits zwei mal ... wie schnell man sich doch ein zutreffendes urteil bilden kann
eine wirkliche lebensplanung gestaltet sich immer schwieriger
ob ich mich heute noch einmal für kinder entscheiden würde ... ?
selbst wenn man vorher alles durchkalkulierte - viel zu oft geht die rechnung nicht auf
ich selbst hätte nie gedacht, irgendwann alleinerziehend dazustehen
leider kam es so und es bleibt einem nichts anderes, als das beste irgendwie aus der situation zu machen
das wirklich schlimme daran ist, dass die kinder dabei zu kurz kommen
flexibler schichtdienst, wenn auch "nur" in teilzeit, überstunden wann immer möglich, nebenjob dazu, weil das geld sonst nicht reicht - ständig steigende lebenhaltungskosten ... und im grunde ist man nie in dem maße daheim, wie man es möchte und sollte

wenn die ängste letztendlich zu einer solidarisierung der menschen führen würden, wäre das genial, allerdings kann genausogut das gegenteil eintreten und eher zu verstärkter konkurrenz führen
wer setzt sich denn tatsächlich noch für andere ein, grad auf die gefahr hin, seine eigene position zu verschlechtern ...

berichte aus politik und umwelt lösen bei mir eher absolutes entsetzen als angst aus

meine gegenmassnahmen - ähnlich wie odessa schrieb - bewusst leben, momente geniessen, sich an kleinigkeiten erfreuen

hi hellscream
so generell stimme ich deiner bemerkung über den verschieden umgang mit prekären situationen nicht zu
was man aus seiner lage macht hat für mich eher mit dem menschen an sich zu tun, unabhängig von bildungsstand und qualifikation
manager und banker, die sich umbrachten, weil sie nicht weiterwussten
arbeiter, die schnell wieder auf die füsse kamen und neue jobs fanden
hartz4 empfänger, die in ehrenämtern aktiv tätig sind ...
ArrogantNickJohn,-

[QUOTE][i]Original geschrieben von JohnSteed [/i]
Wenn man seit fast 200Jahren (verstärkt) den Herdentrieb zum Mass aller Dinge macht, braucht man sich nicht wundern, dass dabei nur noch Komplementärwesen dabei herauskommen.
Menschen also, die sich nicht (alleine) zu helfen wissen.
Das hatte für die Kollektive den Vorteil, dass diese Menschen niemals auf die Idee kamen, dass das Gras auf der anderen Zaunseite grüner sei und bei der Fahne des Kollektivs blieben, auch wenn der Zerfall für Besucher von Aussen deutlich sichtbar war.
Die Arbeiterbewegung hat aus gutem Grund(!) die ARBEIT selbst nie in Frage gestellt.
Dabei ist das der Kernsatz:
Die nichtselbständige Arbeit ist unter Beimengung von Mystifikation und Religionsersatz vielleicht gegen die Menschenwürde gerichtet, zumindest ist sie eine grosse
"Verarsche"[/quote]

...ich finde, dass man das so pauschal nicht sagen kann. Nichtselbstständige Erwerbsarbeit hat durchaus auch Vorteile, so sie denn anständig entlohnt wird. Ich sehe das Problem tatsächlich nicht in der Erwerbsarbeit als solches, sondern vielmehr darin, dass aktuell viele Errungenschaften, die Generationen von Arbeitern sich hart erstritten haben, sich im umkämpften Markt zerreiben, bzw. unterlaufen werden. Tariflöhne sind Löhne, von denen man mal leben konnte. Es gab ein gewisses Maß an Sicherheit und, abgesichert durch zeitweilig sehr starke Gewerkschaften, auch jede Menge Arbeitnehmerrechte, gegen die kein Unternehmer es sich leisten konnte zu verstoßen. Es gab (und gibt teilweise noch immer) Weihnachts- und Urlaubsgeld, bezahlte Überstunden, Kündigungsschutz bei Mutterschaft und Krankheit, Leistungs- und Schichtzulagen, garantierten Urlaub.... um nur einiges zu nennen. Mein Gatterich hat noch einen dieser mittlerweile raren Jobs und, es geht uns gut damit, sehr gut um genau zu sein.

Verarscht fühlen wir uns keineswegs. Was allerdings in anderen Bereichen geschieht, speziell im Niedriglohnsektor, das ist in der Tat 'Verarsche' und genau diese Menschen haben mE auch allen Grund Angst zu haben. Nicht einmal vor Verlust ihrer oftmals gruseligen und sowieso unterbezahlten Ausbeuterjobs, sondern vielmehr vor der medialen Stigmatisierung, die ich als viel schlimmer empfinde, als den Umstand wenig Geld in der Tasche zu haben (der alleine einen schon vor genug Probleme stellt). Die wirkliche 'Verarsche' sehe ich darin, dass Menschen erst via Medienrummel jedes Selbstbewusstsein genommen und dann noch von ihnen erwartet wird, sich 'selbstbewusst am Arbeitsmarkt zu zeigen'.

[QUOTE][i]Original geschrieben von JohnSteed [/i]
Angstpotential geht also immer von den Kollektiven aus.
Man kann mit der Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes sogar politisch Schindluder treiben
und die freie Rede und Gedankenfreiheit unterbinden.
Zwei wesentliche Merkmale einer Demokratie.[/quote]

Sehe ich nicht so. Zwei wesentliche Merkmale einer Demokratie sind für mich z. B. Rede-/Meinungsfreiheit und die Solidargemeinschaft. Leider sehe ich beides aktuell ziemlich bröckeln, was jedoch mE vielmehr daran liegt, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht und Solidarität/Rücksichtnahme sowie Toleranz gegenüber Andersdenkenden, zunehmend Mangelware werden. Also ich sehe eher die Individualisierung als Problem. Einzelkämpfer sind nun mal nicht so stark wie eine ganze Armee.

[QUOTE][i]Original geschrieben von JohnSteed [/i]
Wie dem auch sei, der Individualismus wird zunehmen.
Wer dafür nicht gewappnet ist, der wird es schwer haben.[/quote]

Zustimmung.

[QUOTE][i]Original geschrieben von JohnSteed [/i]
(...)
Wahrer Individualismus geht darauf ein, dass weite Teile des Lebens eben schmerzhaft sind und sein müssen und dass man das alleine durchsteht,
sich zumindest nicht in Geiselhaft nehmen lässt von einem Kollektiv, das angeblich meine, deine und unsere Probleme löst. [/QUOTE]

Das 'Kollektiv' legst Du hier mE viel zu persönlich aus. Sich in Staaten zu organisieren hat mannigfaltige Funktionen und Vorteile. Einer davon ist, dem im Staat lebenden Individuum ein hohes Maß an persönlicher Freiheit gewährleisten zu können. Was Du daraus dann machst, das ist schließlich Deine Sache. ;-)

....
Hellscream[QUOTE] geschrieben von poison
wenn die ängste letztendlich zu einer solidarisierung der menschen führen würden, wäre das genial, allerdings kann genausogut das gegenteil eintreten und eher zu verstärkter konkurrenz führen
wer setzt sich denn tatsächlich noch für andere ein, grad auf die gefahr hin, seine eigene position zu verschlechtern ...[/QUOTE]

Das Gegenteil der Solidarität fürchte ich. Die Menschen sehen einfach nicht das sie sich auf lange Sicht damit selbst Schaden, wenn sie sich Gegeneinander ausspielen lassen. Sie sehen nicht den Herrschaftsmechanismus „Teile und herrsche!“ noch die Logik der Sicherungen die gerade zerfallen. Kurzfristig aus der Schusslinie, langfristig dem Messer ausgeliefert. Dann rettet sich jeder irgend wann nur noch sein Gnadenbrot.

[QUOTE] geschrieben von poison
so generell stimme ich deiner bemerkung über den verschieden umgang mit prekären situationen nicht zu
was man aus seiner lage macht hat für mich eher mit dem menschen an sich zu tun, unabhängig von bildungsstand und qualifikation
manager und banker, die sich umbrachten, weil sie nicht weiterwussten
arbeiter, die schnell wieder auf die füsse kamen und neue jobs fanden
hartz4 empfänger, die in ehrenämtern aktiv tätig sind ...
[/QUOTE]

Die Frage bleibt offen woran du es fest machst, dass sich der eine so und der andere anders im Angesicht der Unsicherheit und Angst Verhält.
JohnSteed[QUOTE][i]Original geschrieben von ArrogantNick [/i]
[B]John,-



...

Sehe ich nicht so. Zwei wesentliche Merkmale einer Demokratie sind für mich z. B. Rede-/Meinungsfreiheit und die Solidargemeinschaft. Leider sehe ich beides aktuell ziemlich bröckeln, was jedoch mE vielmehr daran liegt, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht und Solidarität/Rücksichtnahme sowie Toleranz gegenüber Andersdenkenden, zunehmend Mangelware werden. Also ich sehe eher die Individualisierung als Problem. Einzelkämpfer sind nun mal nicht so stark wie eine ganze Armee.




.... [/B][/QUOTE]

Die Rede-und Meinungsfreiheit hängt doch ursächlich mit der Gedankenfreiheit zusammen.


Nun, die Frage ist, welchen Zweck haben Einzelkämpfer, welchen Zweck haben Armeen?
Es hängt immer von der Aufgabenstellung ab.
Vom Gelände und von der Schlachtordnung.
Sprich gesellschaftliche Einzelkämpfer können sich im Bedarfsfalle mit anderen Einzelkämpfern kurzschliessen, wenn sie wollen und begrenzte, aber durchaus machbare Erfolge erzielen.
Eine Armee leidet immer unter den "Kosten der Mobilisierung" oder physikalisch ausgedrückt unter der Trägheit der Masse.........

Die Solidargemeinschaft ist etwas wunderbares, wenn es dafür eine breite Zustimmung gibt und die Menschen, wie vielleicht in Skandinavien eine gewisse Solidarität auch leben.
In Deutschland muss/musste man für das emotionale Begleitgrün wünschenwerter gesellschaftlicher Prozesse stets auch Gesetze an den Anfang des Prozesses stellen, was eigentlich die Diskussion
nicht befeuert.

Eine Gemeinschaft sollte auch sozusagen von selbst drauf kommen, was geht und was nicht geht.
Aber hierzulande ist das nicht einfach, weil Bürokratismen das System überlagern.

Politisches Engagement ist durchwachsen.
Der Stammtischbruder meint: "es müsste mal jemand kommen der draufhaut, was tut etc...",
wenn man dann entgegnet, "Tu du doch etwas", erntet man Schulterzucken.

Wir haben mit den Parteien eine Stellvertreterkultur geschaffen, die uns nicht immer gut tut.


Solidarität sollte man schlichtweg leben und leben können(Leistungsfähigkeit des einzelnen....),
aber nicht in der Diskussionsphase steckenbleiben.

Der politische Prozess geht uns alle an, als Gemeinschaft, aber auch als einzelne Menschen.
Wenn wir auf unsere Wahlkreiskandidaten oder Funktionäre warten, wird sich nie etwas ändern.
Somit beginnt der Prozess in mir, in dir, in euch.
Kampfsauna dann fang mal an
poisonhi hellscream

wenn ich dich richtig verstehe, vertrittst du die meinung, dass jemand mit einem höheren bildungsstand oder qualifikation leichter mit situationen der unsicherheit und angst umzugehen vermag
ich denke, das liegt eher an der persönlichkeit des menschen selber
ein "einfacher" arbeiter kann genausogut eine kämpfernatur sein, wie ein studierter oder in "gehobener position" tätiger labile charakterzüge zu tragen vermag
optimistische menschen, die aus ihrer jeweiligen lage das beste machen, gibt es in allen schichten, ebenso solche, die schnell zum aufgeben und resignieren tendieren
einer unserer kunden - jetzt schon lange obdachlos - arbeitete einst als banker, ihn hatte die scheidung von der frau und der dadurch verbundene verlust seiner kinder völlig aus der bahn geworfen ... den kummer im alk ertränkt, absturz vorprogrammiert ...
mein ex hingegen - arbeiterklasse in reinkultur - verlor nach langer, schwerer krankheit seinen job ... liess sich von nichts unterkriegen, ist mittlerweile wieder gesund und in neuer, fester anstellung

die unterschiedlichen reaktionen von menschen auf - nennen wir es ruhig - bedrohungen in ihrem leben kann ich an nichts konkret festmachen
meines erachtens nach ist das wesen der person ausschlaggebend - willensstärke, gefestigter charakter, selbstbewusstsein, neue wege suchen können ect.

die boheme - nach wie vor eine eigene spezies ...
ob iim klassischen stil oder digital - leben von luft und liebe, ab und an eine gute zigarre und ein ordentliches glas rotwein - um die gedanken und ideen zu entzünden
(okay, das wird nun zu ketzerisch)
im grunde bewundere ich solche menschen, diese art zu leben liegt aber wohl den wenigsten
JohnSteed[QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i]
[B]na dann fang mal an [/B][/QUOTE]

Das habe ich (für mich) bereits getan, ich bin in einer demokratischen Partei, schreibe Leserbriefe und so weiter.
War vor einigen Jahren aktiv in der Gewerkschaft.
Habe an einer Demo teilgenommen, die an die Opfer des Anschlags auf das Oktoberfest erinnerte und so weiter.


Ist kaum der Rede wert, aber immerhin.
Und du?
Hellscream[QUOTE] geschrieben von poison
hi hellscream

wenn ich dich richtig verstehe, vertrittst du die meinung, dass jemand mit einem höheren bildungsstand oder qualifikation leichter mit situationen der unsicherheit und angst umzugehen vermag
ich denke, das liegt eher an der persönlichkeit des menschen selber
ein "einfacher" arbeiter kann genausogut eine kämpfernatur sein, wie ein studierter oder in "gehobener position" tätiger labile charakterzüge zu tragen vermag
optimistische menschen, die aus ihrer jeweiligen lage das beste machen, gibt es in allen schichten, ebenso solche, die schnell zum aufgeben und resignieren tendieren
einer unserer kunden - jetzt schon lange obdachlos - arbeitete einst als banker, ihn hatte die scheidung von der frau und der dadurch verbundene verlust seiner kinder völlig aus der bahn geworfen ... den kummer im alk ertränkt, absturz vorprogrammiert ...
mein ex hingegen - arbeiterklasse in reinkultur - verlor nach langer, schwerer krankheit seinen job ... liess sich von nichts unterkriegen, ist mittlerweile wieder gesund und in neuer, fester anstellung

die unterschiedlichen reaktionen von menschen auf - nennen wir es ruhig - bedrohungen in ihrem leben kann ich an nichts konkret festmachen
meines erachtens nach ist das wesen der person ausschlaggebend - willensstärke, gefestigter charakter, selbstbewusstsein, neue wege suchen können ect.[/QUOTE]

Ja, dass verstehst du schon Richtig. Ich denke das Bildung ein Indiz für Ressourcen und Fähigkeiten ist, mit denen sich mit Unsicheren Situationen besser um gehen lässt, natürlich gibt es Abweichungen. Empirisch scheint das ganze wenigstens in diese Richtung zu gehen, aber ich will hier nicht mit Studien um mich werfen, nur mal die Namen Dörre, Castel und Bourdieu in diesem Zusammenhang erwähnen.

Klar kann ein „klassischer“ Arbeiter auch mehr Fähigkeiten im Umgang mit Angst aufweisen und im Gegenzug ein Akademiker nur ganz schlecht damit Umgehen, die Frage ist wie oft dies oder das andere Bild wirklich auftreten. Ich denke das dies aber eher nicht die Regel ist. Ich kenne auch Akademiker mit Angststörrunen, diese gehen mit der Unsicherheit natürlich ziemlich schlecht um.
poisonhi hellscream
nun könnte man natürlich etliche erhebungen und analysen bemühen (wobei ich laut statistiken auch viel angespartes geld auf dem konto hätte, bier trinken müsste ohne ende und und und)
was mir so widerstrebt ist dieses zwischen den zeilen schwingende : arbeiter = weniger bildung
LaChatte[QUOTE][i]Original geschrieben von Hellscream [/i]
[B]Klar kann ein „klassischer“ Arbeiter auch mehr Fähigkeiten im Umgang mit Angst aufweisen und im Gegenzug ein Akademiker nur ganz schlecht damit Umgehen, die Frage ist wie oft dies oder das andere Bild wirklich auftreten. [/B][/QUOTE]

Eine akademische Bildung tut allerlei, aber sie bereitet in keiner Weise auf die Herausforderungen des Lebens vor. Ausser, man studiere vielleicht Psychotherapie oder sowas, wo man selbst einer Analyse oder Therapie unterworfen wird. Aber sonst...?

Was ich in meinem Beruf beobachte (eine Stellenvermittlung), da ist die Erfahrung, dass die handwerklich Orientierten sehr oft pragmatischer und unkomplizierter sind als die Büroleute, auch weniger Hemmungen haben zu einem Amt zu gehen wenn nötig und auch weniger Probleme haben, über Geldschwierigkeiten zu reden.

Handwerk und manuelle Tätigkeit sorgt einfach für einen guten Realitätsbezug, das Akademische eher nicht, da muss einer schon von Natur aus sehr bodenständig sein, um sich nicht im Elfenbeinturm zu verirren.

grüsse, barbara

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur