German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: BoRdeRliNe.....
Little angel xXJa also ihr ealle kennt doch bestimmt die krankheit borderline.
Würde gern wissen wie ihr darüber denkt.....
Und hätte mal eine Frage dazu: Ab welchen Symptonmen merkt man dass man borderline hat?
Lg ;)

__________________________________________________
>>><<
ThePerennialBorderline Syndrom.
Nun, was soll ich darüber denken? Wer ernsthaft daran erkrankt ist, merkt vermutlich nicht einmal ohne Hinweis, dass es so ist. Das Umfeld sieht und spürt bloß, dass mit betreffender Person etwas nicht stimmt. Man wird allerdings in letzter Zeit häufiger mit dem Begriff konfrontiert, es scheint gerade zu eine Welle neuer Störungen zu geben, die gerade junge Menschen befallen...
Soweit ich weiß, ist es auch nicht einfach zu definieren, ob jemand daran erkrankt ist oder nicht.

Grenzgängerleben. Nicht Jeder/Jede mit Stimmungsschwankungen ist automatisch Borderliner. Aber Perennial ist nicht vom Fach.
TöggelieAlso, so wie ich das bei einigen miterlebt hatte, haben Betroffene schon ganz ordentlich damit zu kämpfen. Ich hatte eine Bekannte, die davon betroffen war und das war wirklich nicht zu verachten. Sie tat mir leid, andererseits hatte sie bei minimalen Fehltritten meinerseits vernichtende Hassanfälle mir gegenüber, aus denen sie auch keine Geheimnisse machte und das war dann doch mit der Zeit etwas schwierig.
Nichts destotrotz finde ich es auch nicht besonders fair, solche Leute alle über einen Kamm zu scheren und entsprechend zu behandeln. Ich weiß z.B., dass einer Person angeraten wurde, sie solle sich ja vor Borderlinern ich Acht nehmen, die wären furchtbar. Entschuldige mal, das sind keine Bestien und solche Behauptungen sind sicherlich nicht förderlich! Das ist empörend!
Ausserdem ist es - meiner Meinung nach - eine gerne gestellte Modediagnose. Das erste, was einem jungen Menschen beim ersten Gang zum Arzt oftmals diagnostiziert wird, ist - Überraschung: Borderline. Die Leute trifft der Schlag und ein paar Termine später wird das gar nicht so selten wieder verworfen. Zumindest habe ich es so in einigen Fällen mitbekommen.
ThePerennial[QUOTE][i]Original geschrieben von Töggelie [/i]
[B]...andererseits hatte sie bei minimalen Fehltritten meinerseits vernichtende Hassanfälle mir gegenüber, aus denen sie auch keine Geheimnisse machte und das war dann doch mit der Zeit etwas schwierig.[/B][/QUOTE]

Entfernter Bekannter von mir hat eine Gefährtin, die Borderlinerin ist, und es scheint als mache sie ihm das Leben gelegentlich zur Hölle...

[QUOTE][i]Original geschrieben von Töggelie [/i]
[B]...Ausserdem ist es - meiner Meinung nach - eine gerne gestellte Modediagnose. Das erste, was einem jungen Menschen beim ersten Gang zum Arzt oftmals diagnostiziert wird, ist - Überraschung: Borderline. [/B][/QUOTE]

Dies meinte ich... Allerdings ist es, wie ich sagte, wohl schwer, Borderline klar abzugrenzen. Da es vermehrt junge Menschen betrifft und Ärzte ihren verzweifelten Patienten gern einen Namen für etwas an die Hand geben, wird vielleicht hinsichtlich Borderline öfter eine Fehldiagnose gestellt. Manche Probleme sind einfach entwicklungsbedingt, namentlich eine Auswirkung der Pubertät oder untragbarer Lebensumstände.. was natürlich die Krankheit ansich keineswegs relativieren soll-meine Meinung.

Vielleicht können sich die Ärzte des Forums ja mal einmischen.. ich fühle mich so laienhaft.
Töggelie[QUOTE][i]Original geschrieben von ThePerennial [/i]
[B]Entfernter Bekannter von mir hat eine Gefährtin, die Borderlinerin ist, und es scheint als mache sie ihm das Leben gelegentlich zur Hölle...[/B][/QUOTE]

Ich meine mich zu erinnern, dass mir erklärt wurde, dass das u.a. mit einer enormen Angst vor dem Verlassenwerden zusammenhängt. Weiß jemand, ob ich das richtig mitgekriegt habe?


[B][QUOTE]Dies meinte ich... Allerdings ist es, wie ich sagte, wohl schwer, Borderline klar abzugrenzen. Da es vermehrt junge Menschen betrifft und Ärzte ihren verzweifelten Patienten gern einen Namen für etwas an die Hand geben, wird vielleicht hinsichtlich Borderline öfter eine Fehldiagnose gestellt. Manche Probleme sind einfach entwicklungsbedingt, namentlich eine Auswirkung der Pubertät oder untragbarer Lebensumstände.. was natürlich die Krankheit ansich keineswegs relativieren soll-meine Meinung.

Vielleicht können sich die Ärzte des Forums ja mal einmischen.. ich fühle mich so laienhaft.[/B][/QUOTE]


Richtig, weil sich die Krankheitsbilder wohl einfach auch unterscheiden. Was der eine hat, muss beim anderen noch lange nicht zutreffen, meine ich zu wissen (ich bin mir ziemlich sicher, aber das ist ja doch ein heikles Thema, also hoffe ich trotzdem, dass ich keinen allzugroßen Mist von mir gebe und jemandem auf die Füße trampel). Also, wenn es jemand wirklich hat, dann ist damit bestimmt nicht zu spaßen, das mit Sicherheit nicht.
Wobei ich mir aber nicht sicher bin, ob es so gut ist, wenn man jemandem eine vage Diagnose mit gibt und derjenige sich so ein bisschen darauf stürzt und vielleicht auch daran verzweifelt, sich reinsteigert, etc.
das kann ja alles vorkommen. Übrigens natürlich nicht nur in diesem Fall, sondern allgemein, versteht sich.

Dem schließe ich mich an.
l'ange obscurper definitionem gehört die borderlinepersönlichkeitsstörung zu den emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen.
laut DSM-iV gibt es eine ganze reihe von merkmalen / verhaltensweisen, von denen eine bestimmte anzahl bei dem patienten vorhanden sein muss, damit die diagnose eindeutig gestellt werden kann - natürlich von einem psychologen/psychotherapeuten.
von eigendiagnosen a la " ich habe da so einen test im internet/zeitung gemacht, halte ich gar nichts. man kann sich so darauf versteifen, dass auch dies zu störungen der persönlichkeit führt.
borderline als modediagnose ... in fachkreisen wird teilweise behauptet, dass es die borderlinepersönlichkeitsstörung gar nicht gibt, sondern diese patienten unter mehreren komplex miteinander verwobenen einzelnen störungen leiden. hier werden sich die geister wohl noch einige zeit streiten.

zu dem thema gibt es eine ganze menge gute, aber auch schlechte literatur.

gruß

l'ange obscur ( vom fach )
Ronin76[QUOTE]
Ich meine mich zu erinnern, dass mir erklärt wurde, dass das u.a. mit einer enormen Angst vor dem Verlassenwerden zusammenhängt. Weiß jemand, ob ich das richtig mitgekriegt habe?
[/QUOTE]
Ja, das ist richtig. Ein bisschen Borderline ist wohl jeder.
[QUOTE]
Im Umgang mit anderen Menschen fällt es Betroffenen schwer, Nähe und Distanz zu regulieren. Dabei spielen die kontrastierenden Ängste vor Nähe und Ängste vor dem Alleinsein eine entscheidende Rolle (siehe dazu im Abschnitt “spezifische Ängste“ ). Es kommt vor, dass Betroffene andere kränken, auch unbewusst. Das kann eine Form von Autoaggression darstellen, oder es kann durch Angst vor Nähe ausgelöst werden.
[/QUOTE]
Little angel xXja also ich kenne zwar niemanden der borderline hat aber ich kann es mir anhand der syntome gut vorstellen wie diese hassanfälle ausgesehen haben (hab mich mal ein bischen im internet belesen :))

mit dem satz dass wir alle ein bischen borderliner sind hattest du irgentwie recht.
ich hab mich mal mit den borderline-syntomen im internet verglichen und hab mich ehct erschrocken dass viele syntome genau auf mich zutreffen...aber deswegen hab ich doch nihct gleich borderline oder?
auf jeden fall find ich diese vorurteil zum kotzen genua iwe bei selbstverletzung wo gleich jeder as emo bezeichnet wird naj adass ist ja jez auch nihct so wichtig gehört ja nihct wirklich zum thema.....aber trotzdem......
bibts denn noch mehr borderline ähnliche syndrome?
Lg

___________________________________________________
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Borderline

... ist ...
... Lieben und Leiden in einem Augenblick
... kreatives Chaos

... irrsinniges Gefühlschaos zwischen Liebe und Hass, Idealisierung und Abwertung
- ohne Grenzen -

.....
... ist den ganzen Farbkasten des Lebens in seiner Intensität gleichzeitig zu leben

....
... bedeutet SEHR sensibel, mitfühlend und verständnissvoll, aber auch hochgradig verletzbar zu sein
...[/QUOTE]

Klingt wie eine Lobeshymne von einer dieser kranken Pro-Ana Seiten. Man sollte vor allen Dingen nicht vergessen, dass diese Diagnose ein Konglomerat aus verschiedenen Störungsbildern beschreibt, die mit Sicherheit [u]nicht[/u], den Betreffenden als einen besonders sensiblen und tollen Menschen ausweisen können/sollten, sondern im Gegenteil, aus jedem Betroffenen, ein Fass ohne Boden werden lassen.

Eine Person, die, getrieben von der verzweifelten Gier, endlich etwas fühlen zu können, ihr ganzes Leben zur Extremsituation zusammenbastelt, aus jeder Fliege einen Elefanten macht, hysterisch ist und aggressiv, kurz, regelrecht unausstehlich und ein Umgang mit dieser Person, ist ein Kraftakt für jeden ihrer Mitmenschen.

Im Bestreben, unbedingt etwas Besonderes sein zu müssen, da angenommen wird, nur auf diese Weise liebenswert zu sein, mutiert das Dasein zu einem Konkurrenzkampf um Liebe(sbeweise), die, wenn Betreffender sie erhält, er nicht annehmen kann und immer weiter zwanghaft danach jagt, da er zu einer befriedigenden Bindung, emotional gar nicht fähig ist.

Insofern ist Borderline ein wenig so, wie vor einem vollen Teller zu verhungern. Nein, daran ist nichts Tolles. Nicht für den Betroffenen und für die Umwelt erst recht nicht.

MfG
Mischa *nicht 'vom Fach' - aber mit Lebenserfahrung*

.
Tapio Bearking[COLOR=green]@Shadowflower: Überdenke deine Wortwahl!
Hier schreibt nicht jeder auf seine Art. Dies ist ein Diskussionsforum. Dazu gehört es auch ein Mindestmaß an Anstand zu behalten und keine anderen Nutzer zu beleidigen.
[/COLOR]
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Jeder Borderliner ist auf eine andere Art solcher. Jeder hat -seine- individuelle Lebensgeschichte und -sein- individuelles Borderline-Syndrom und jeder auf einem anderen Standpunkt des Verlaufs, der Situatiion, des Befindes etc.[/quote]

Das ist richtig. Dennoch gibt es gewisse Parallelen und hervorstechende Merkmale in einem solchen Störungsbild, anders könnte die Disziplin der Psychologie auch gar nicht entstanden sein.

Borderline ist nichts weiter als ein Begriff, eine Definition eines Komplexes von Symptomen und kein Selbstbild(nis), obwohl es, ähnlich wie das oftmals auch Anorektiker u. ä. Leute mit verschobener Eigenwahrnehmung tun, zu einer Identifikation hochstilisiert wird.

Das ist im Übrigen auch ein typischer Bestandteil der Borderline, dass nämlich der Betreffende sich mir dieser Krankheit identifiziert, sie hochstilisiert um so etwas Besonderes und anders zu sein (das beschrieb ich schon in meinem letzten Posting) und schlussendlich Angst hat, dass, so er diese Indentifikation aufgibt, nichts mehr von ihm übrig beiben, er sich quasi auflösen würde.

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Borderline hat seine destruktiv negativ Seite und ebenso auch seine kreativ positive Seite ![/quote]

Boderline als solches hat gar keine Seite, sondern ist eine Krakheitsdefinition. Sich damit zu identifizieren, ist Teil der Krankheit.

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Wenn sich Betroffene darüber bewußt werden, dann finden sie auch einen Weg damit umzugehen und irgendwann für ein ausgeglicheneres Leben.[/quote]

Ja - wenn der Betroffene die Identifikation mit (s)einer Krankheit aufgibt, kann Heilung stattfinden, richtig. Aber auch das ist ein langer Weg.

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]Wenn alles NUR ins Negative gesetzt wird, gibt es keinen Weg ![/quote]

s. o.

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Und für jeden Betroffenen ist es wichtig darin zu wachsen! [/QUOTE]

Oh, dazu gibt es bessere Möglichkeiten als sich mit einem Krankheitsbild zu identifizieren. Allerdings ist es sicherlich so, dass der Kampf um sich selbst und auch mit und gegen sich selbst, viele Erfahrungen mit sich bringt, die man dann entweder konstruktiv oder destruktiv nutzen kann. Das liegt bei jedem selbst.

....
Tapio Bearking[COLOR=green]Geht doch.[/COLOR]
hagzissa13[QUOTE][i]Original geschrieben von ArrogantNick [/i]
[B]Eine Person, die, getrieben von der verzweifelten Gier, endlich etwas fühlen zu können, ihr ganzes Leben zur Extremsituation zusammenbastelt, aus jeder Fliege einen Elefanten macht, hysterisch ist und aggressiv, kurz, regelrecht unausstehlich und ein Umgang mit dieser Person, ist ein Kraftakt für jeden ihrer Mitmenschen.[/b][/quote]


Oh ja... da kann ich ein Liedchen von singen, wie heftig das ist, wenn der Partner an sowas erkrankt ist..... die hier in der Diskussion beschriebene Kreativität kenne ich sehr genau: Selbstdestruktion bis hin zu Suizidversuchen und äußert kreativ im Erwerb äußert krasser (gefährlicher) Erlebnisse. Vielen Dank, nicht nochmal..... :rolleyes:


[b][quote]Im Bestreben, unbedingt etwas Besonderes sein zu müssen, da angenommen wird, nur auf diese Weise liebenswert zu sein, mutiert das Dasein zu einem Konkurrenzkampf um Liebe(sbeweise), die, wenn Betreffender sie erhält, er nicht annehmen kann und immer weiter zwanghaft danach jagt, da er zu einer befriedigenden Bindung, emotional gar nicht fähig ist.

Insofern ist Borderline ein wenig so, wie vor einem vollen Teller zu verhungern. Nein, daran ist nichts Tolles. Nicht für den Betroffenen und für die Umwelt erst recht nicht.[/quote][/b]

absolute Zustimmung. Sehr treffend formuliert.

... sagt die Haggi mit Leidenserfahrung in der Partnerschaft und *grmpf-und-grummel*-Erfahrung aus der Betreuung und Therapie Betroffener.... in beiden Situationen äußerst nervenzehrend....
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Der Betroffene kann sich positiv oder negativ beziehen oder identifizieren. Je nachdem wohin das Pendel gerade ausschlägt ...[/quote]

Heilung bedeutet in diesem Falle, sich [U]gar nicht[/U] (mehr) damit zu identifizieren - egal auf welche Weise.

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Natürlich soll die Veränderung nicht abhängig vom Identifizieren mit dem Krankheitsbild sein. Es ist aber eine Sache mit der man sich -auseinandersetzen- muss ... positiv als auch negativ ... als "Krankheit" und als "Nicht-Krankheit" [/QUOTE]

Die Veränderung ist [u]immer[/u] abhängig von der Identifikation mit einer Krankheit. Erst wenn diese aufgegeben wird, erschließt sich die Möglichkeit, zu neuen Sichtweisen, Standpunkten und einer gesunden Eigendefinition/-identifikation zu gelangen.

Die Borderline ist eine Persönlichkeitsstörung und genau hierin liegt ihre Macht, nämlich darin, dass der Betreffende seine Persönlichkeit über die Borderline definiert. Darum monierte ich auch Deinen Text in meinem ersten Posting, da ich ihn für gefährlich halte.

Und Borderline ist IMMER eine Krankheit, es gibt sie nicht als 'Nicht-Krankheit', da sie eine Krankheitsdefinition darstellt.

....
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Gibt es denn eine völlige "Heilung" einer Persönlichkeitsstörung ...
[/QUOTE]

Ja - ich bin ein Beispiel dafür.
Wird die Identifikation über die destruktive Übersteigerung, das quasi 'Verstecken' hinter einem Krankheitsbild aufgegeben, verliert dieses seinen Stellenwert und damit seine Macht. Somit entsteht Raum für das, was den Menschen wirklich ausmacht. Dieses Andere in sich zu entdecken und für sich anzunehmen, ist die Heilung. Aber, das kann u. U. lange dauern.

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Es gibt -viele- solcher Texte und Beschreibungen von Betroffenen ... um damit umgehen zu lernen, um verstehen zu lernen, um zu reflektieren, Wege zu finden etc.[/quote]

Sicherlich gibt es viele dieser Texte. So wie es auch viele dieser Texte über Pro-ANA gibt. Das macht sie nicht besser. Sie sind ein Spiegel und Teil eines Krankheitsbildes. Ich empfinde es als sinnvoll, darauf hinzuweisen.

.
hagzissa13[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
[B]Hallo Tante Hagzissa ... jetzt haben wir ja auch "Experten" in der Runde ;) [/B][/QUOTE]

Hallo Tante Blume der Schatten.

Expertin im Sinne eines äußerst anstrengenden Partnerschaft mit einem Betroffenen: JA
Expertin im Sinne von Patientenbetreuung und -führung: Ja
Expertin im Sinne einer Eigenerfahrung: Nein
Little angel xXalso ich war jetzt zwar nicht direkt angesprochen aber ich antworte jetzt trotzdem mal.....
naja ich glaub borderlin eheilt man am besten indem man einem borderliner eien bezugsperson gibtz jemandem der diese person fest hält, liebe gibt und für sie da ist......
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Wenn ein Betroffener z.B. durch unkontrolliere Impulsivität destruktiv wirkt und sich selbst und sein Umfeld erschüttert ... so kann er seine Sensibilität und Emotionalität nicht nur gegen sich gerichtet erleben ... sondern sich auch im positiven und kreativen Sinn bewußt über diese Eigenschaften werden.[/quote]

Wie bitte soll das konkret funktionieren? Wie erkenne ich in "unkontrollierer Impulsivität", die in destruktiver Weise mich selbst und meine Umwelt erschüttert, eine Art von Sensibilität und Emotionalität? Ein Tobsuchtsanfall ist dafür nicht geeignet. Also bitte nenne für das Angeführte doch einmal ein konkretes Beispiel, damit ich mir etwas darunter vorstellen kann - danke.

Und bitte erkläre auch gleich noch, wie sich einem Menschen der Sinn von Emotionalität und Sensibilität erschließen soll, der durch unkrontrollierte Impulsivität, sich und seine Umwelt erschüttert.

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Und wird ihm bewußt ... das sein Empfinden nicht nur negativ und destruktiv ist, sondern auch eine positive Eigenschaft, dann kann er lernen damit umzugehen und gewinnt mehr Stabilität.
...[/QUOTE]

Unkontrollierte Impulsivität IST destruktiv, zumindest wenn sie einen selbst und die Umwelt erschüttert. Durch Erschütterung, Stabilität erzeugen zu wollen, klingt für mich so, wie mit einem Erdbeben ein Haus errichten zu wollen, also vollkommen unlogisch.

Also bitte erkläre das doch anhand von konkreten Beispielen, womöglich lässt sich dann ein Sinn in dem erkennen, was Du schreibst.

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
BPS ist ja nicht ausschließlich durch äußere Ursachen entstanden ... sondern auch und vermutlich durch äußere Impulse auch -endogen- verursacht ... -- > vergrößerte oder verkleinerte (?) Amygdala im Gehirn[/quote]

Selbst die Diagnose als solches ist nicht klar umrissen. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen und verschiedene Anteile. Der Eine tendiert mehr zur neurotischen Manifestation, der Nächste zur psychotischen. Auch Zwangs- und Angsterkrankungen können eine Rolle spielen. Der grundsätzliche Mechanismus jedoch, ist eine emotionale Bindungsschwäche in Kombination mit einer gestörten Eigenwahrnehmung, zumindest zieht sich das wie ein roter Faden durch das ganze Bild. Und dieser Mechanismus dürfte mit einem erschütterten Urvertrauen korrelieren.

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
dann haben wir -ALLE- unsere Erfahrungen ... und die eine ist nicht schlechter oder richtiger oder zutreffender als die andere[/quote]

Bei einer Krankheitsdefinition geht es nicht um reines Eigenerleben/-empfinden, denn dieses kann eine Krankheit auch glorifizieren, aus bereits dargelegten Gründen. Und nein, das empfinde ich nicht als richtig oder richtiger, sondern immer als pathologisch und letztlich destruktiv. Einer Borderlinestörung etwas Positives anhaften zu wollen, ver/bestärkt ihre Wirkmechanismen und damit ihr destruktives Potential. Ich lehne das ab.

Der Erkrankte mag ein durchaus liebenswerter Mensch sein, darum geht es gar nicht. Aber ihm Eigenschaften anzudichten, aufgrund der Borderline, noch dazu positiv besetzte, das ist ähnlich, als würde man einem Trinker sagen, dass Alkohol ihn sensibel und kreativ machen würde, was die perfekte Legitimation für ihn wäre, sich weiter auf Raten hinzurichten.

....
ThePerennialNeulich bin ich schon einmal über eine dieser elendigen Shadowflower-ArrogantNick + noch- mehr-unsachlich- Beteiligte- Auseinandersetzungen gestolpert. (Ach stimmt ja, im Kaiserbart nennt man dieses Gezeter wohl noch Diskussion...;) ) Sowas ist hier aber derartig unnötig...!
Und in diesem Beitrag vollkommen unprovoziert, da AN lediglich ihre persönliche Meinung zum THEMA schrieb.

Ich halte Arrogants Beitrag für eine durchaus interessante Sichtweise, wenn auch eine recht negative und emotionsgeladene. Aber anders scheint dieses Thema, welches sich weitestgehend nun einmal um Emotionen dreht, nicht behandelbar zu sein. Vermutlich ist das Zusammenleben mit einer von Borderline betroffenen Person in der Tat nicht sonderlich angenehm, was ich hier durchaus mitbekomme. Es spielt natürlich eine Rolle, beziehungsweise macht einen Unterschied, ob man selbst betroffen ist, oder viel mit einem/einer Betroffenen zu tun hat.

Frage mich gerade, ob vermehrt junge Frauen betroffen sind oder dies sich geschlechtsspezifisch die Waage hält. Der Hinweis Richtung der anderen Störungen, wie Essstörungen, kommt vielleicht nicht von ungefähr.

*edit: ich bezog mich auf ANs Beitrag von heute morgen,..
Tapio Bearking[COLOR=green]Thread von little angel mit eingefügt[/COLOR]
rainraven[QUOTE][i]Original geschrieben von ArrogantNick [/i]
[B]Klingt wie eine Lobeshymne von einer dieser kranken Pro-Ana Seiten. Man sollte vor allen Dingen nicht vergessen, dass diese Diagnose ein Konglomerat aus verschiedenen Störungsbildern beschreibt, die mit Sicherheit [u]nicht[/u], den Betreffenden als einen besonders sensiblen und tollen Menschen ausweisen können/sollten, sondern im Gegenteil, aus jedem Betroffenen, ein Fass ohne Boden werden lassen.

Eine Person, die, getrieben von der verzweifelten Gier, endlich etwas fühlen zu können, ihr ganzes Leben zur Extremsituation zusammenbastelt, aus jeder Fliege einen Elefanten macht, hysterisch ist und aggressiv, kurz, regelrecht unausstehlich und ein Umgang mit dieser Person, ist ein Kraftakt für jeden ihrer Mitmenschen.

Im Bestreben, unbedingt etwas Besonderes sein zu müssen, da angenommen wird, nur auf diese Weise liebenswert zu sein, mutiert das Dasein zu einem Konkurrenzkampf um Liebe(sbeweise), die, wenn Betreffender sie erhält, er nicht annehmen kann und immer weiter zwanghaft danach jagt, da er zu einer befriedigenden Bindung, emotional gar nicht fähig ist.

Insofern ist Borderline ein wenig so, wie vor einem vollen Teller zu verhungern. Nein, daran ist nichts Tolles. Nicht für den Betroffenen und für die Umwelt erst recht nicht.

MfG
Mischa *nicht 'vom Fach' - aber mit Lebenserfahrung*

. [/B][/QUOTE]


Wenn das die Definition von "Borderline" ist, dann bin ich das wohl auch.
Bloß hat die Psychologin nach zwei Jahren Therapie zu mir gesagt, ich sei nicht krank, nur hypersensibel mit depressiver Verstimmung, und von "Borderline" war nie die Rede...
(nicht, daß ich sowas haben will, im Gegenteil, ich meine nur, dann hätten viele Menschen das...)
ExiledArchangelBullshit.

Borderline ist eine weitere von diesen erfundenen Krankheiten, mit denen Ärzte und Apotheker - die man zu Risiken und Nebenwirkungen besser gar nicht erst fragen sollte - sowie die Pharmafia Geld scheffeln wollen...wenn niemand eine exakte Diagnose zu stellen vermag, es unmöglich ist, die Symptome genau zu beschreiben, das "Krankheitsbild" sich nicht klar von anderem, ähnlich geartetem - wie etwa Autismus und Depression, die ich ebenso für nette - und extrem profitable - Ammenmärchen aus dem Horrorkabinett des medizinisch-industriellen Komplexes halte - abzugrenzen ist, dann sollte schon der Groschen fallen... die Ärzte, der am meisten überbewertete und überbezahlte Teil dieser Gesellschaft - will ja schliesslich auch leben, gelle..? und zwar nicht wie wir armen Wichte, Schlucker und Habenixe, sondern richtig gut...

...apropo Ärzte: in Deutschland steht man ja nicht nur gern stramm vor der Uniform - nein, auch und vielleicht noch mehr - vor dem weißen Kittel...das Wort eines Arztes gilt in Doitschland als mindestens ebenso heilig wie das Wort Gottes in der Kirche. Was ein Arzt sagt, ist immer die Wahrheit. Selbst dann, wenn es gar nicht sein Fachgebiet betrifft. Der weiße kittel hat in Doitschland neben dem Staat und all seinen Arschkriechern ein Wahrheitsmonopol inne, ist wahrheitsstiftende Instanz in einer Gesellschaft, wo Untertanentreue und Obrigkeitsmentalität alles sind - der Arzt stiftet ebenso unfehlbare "Wahrheiten" wie der Kadi, wenn er das Urteil verliest...eine von einem Arzt attestierte Krankheit ist ein ebensolches: Ein Urteil. Eines, an dem es nichts zu rütteln gibt, das dem Verurteilten fortan bis zum Lebensende anhaften wird wie ein Kainsmal.. Punkt und Aus. Und es gibt "gute" und "schlechte" Krankheiten...hat man eine "schlechte", so wird man von der Gesellschaft vertossen, und als Aussätziger behandelt. Krankheiten bedeuten Geld und Macht - und zwar für die, die sie erfinden...
l'ange obscurdie diagnostik in der psychologie ist leider nicht so einfach wie beispielsweise bei einem entzündeten blinddarm <- dass wäre eindeutig identifizierbar. nimmt ein patient einen termin beim psychologen/therapeuten/psychiater war, sitzt er einem fremden gegeüber, der ganz persönliche dinge wissen möchte, die teilweise schmerzhaft sind und dinge, die man eigentlich nicht erzählen möchte - oder unter umständen gar nicht bewußt wahrgenommen hat. ist schonmal eine schwierige situation.
kommt ein patient mit einer bilddarmentzündung zum arzt, überschneidet sich die diagnose nicht mit etwas anderem. bei vielen psychischen störungen sind die grenzen fließend oder es liegen mehrere störungen vor.
therapie ist ein langer, harter weg, den der patient alleine gehen muss - der therapeut kann lediglich unterstützen.
"heilung" - so eine sache. wohl eher ein lernprozesse, die eigene persönlichkeit so zu verändern, dass es keine negativen auswirkungen auf das alltägliche leben hat.
bestes beispiel: schwarz-weiß-denken. im rahmen der therapie lernt der patient, dass es schwarz - grau-weiß gibt.

l'ange
ArrogantNickMoin!

@rainraven,
ja - das ist meine Definition. Allerdings ist dabei zu beachten, dass es verschiedene Ausprägungen gibt und die Diagnosestellung ist oftmals im wahrsten Sinne des Wortes grenzwertig. Wenn bei Dir z. B. keine bis kaum autoaggressive Tendenzen hinzukommen, kann es durchaus sein, dass Du (noch) nicht in dieses Schema fällst.

****

shadowflower,
das ist alles schön und gut was Du schreibst, dennoch wenig konkret, im Sinne davon, wie nun genau, Du Dir den Umgang des Patienten mit sich selbst, bzw. den der Umwelt mit ihm, vorstellst. Du lavierst um meine Fragen herum und stellst allgemeine Sätze auf. Davon empfinde ich auch einiges als stimmig - dennoch bleibe ich dabei, dass man, [u]zu keiner Zeit[/u] einer Borderlinetherapie, den Patienten darin unterstützen sollte, seine eigenen positiven Eigenschaften, als Teil der Boderline zu klassifizieren, wofür solche Texte, wie der von mir monierte, ein eindeutiges Anzeichen sind, frei nach dem Motto: Wenn ich Boderline habe, dann bin ich sensibel, emotional, kreativ usw.

Denn selbst wenn das alles zutreffend wäre/ist, so liegt es [u]nicht[/u] an der Krankheit, dass es so ist. Die Krankheit führt lediglich dazu, dass all dieses womöglich vorhandene Potential, sich in destruktiver Weise gegen den Patienten und seine Umwelt richtet und sich in Brachialgewalten manifestiert, was allen Beteiligten nur all zu oft das Empfinden des 'sich Ausbrennens' beschert. Denn, und das muss klar sein, das was Du hier positiv konnotierst, nämlich die Intensität, ist eine pathologische Übersteigerung und ebenfalls Teil des Krankheitsbildes. Das ist nicht positiv, sondern äußerst gefährlich mitunter.

Das hier:

[quote][color=red]Ich lese und erfahre von Betroffenen immer wieder, dass sie besonders emotionale Menschen sind und -Gefühlserleben- ist auch ein großer innerer Reichtum für einen Menschen.[/color] [color=green]Da viele Menschen - im "Normalzustand"- emotional verflacht sind. Und ebenso in ihrer Wahrnehmung.[/color] [/quote]

Das in rot ist die kräftezehrende Übertreibung/Übersteigerung. An innerem Gefühlsreichtum ändert sich nichts, wenn man ihm nicht innerhalb von Sekunden in Hysterie ans Tageslicht reißt. Vielmehr mutiert er dabei dann zur Folter. Das ist quasi ein emotionaler Fressanfall und das anschließende Kotzen, wäre dieses Empfinden des Ausgebranntseins.

Das in grün ist nicht 'emotional verflacht', sondern schlicht ein gesundes Maß, das nicht dazu führt, sich selbst hoffnungslos zu überfordern. Das mag nicht so extrem, stylish und hollywoodlike sein, ist aber für alle Beteiligten wesentlich gesünder.

[b]Außerdem sollte nicht vergessen werden, dass, so lange die Krankheit nicht vollständig besiegt ist, der Betreffende immer dazu neigen wird, sich damit zu identifizieren und über diese Krankheit, sich dann positive Eigenschaften zu zu schreiben. Das solltest auch Du, shadowflower, bei der Gewichtung und Bewertung solcher Aussagen, die Betroffene über die Borderline tätigen, mit berücksichtigen. [color=orange]Was der Patient nämlich (noch) nicht erkennt (so lange er krank ist, ganz gleich auf welcher 'Stufe' er sich dabei befindet), das ist, dass die ganze Krankheit, im Grunde darin besteht, das Potential zu übersteigern, was ohnehin vorhanden ist und es damit ins Destruktive zu verkehren. [/color]An der Borderline gibt es nichts Gutes, rein gar nichts. Sie ist eine Krankheitsbeschreibung und fertig.[/b]

Alles was daran konstruktiv ist, steht außerhalb der Krankheit, bzw. ist schon ein Schritt zur Gesundung. Und genau das versuche ich hier zu unterstreichen, dass nämlich die Borderline, im Grunde all das positive Potential eines Menschen pervertiert. [u]Er hat dieses Potential auch ohne diese Krankheit, so er es denn hat und gäbe es die Krankheit nicht, so wäre der Mensch nicht 'emotional verflacht', sondern schlicht gesund.[/u]

Ich bin einfach nicht dafür zu haben, einem Störungsbild, irgendwelche positiven Eigenschaften anzudichten, was ich nicht nur für kurzsichtig, sondern auch für gefährlich halte.

.
hagzissa13Irgendwie kommt es mir so vor, als wäre shadowflower fast schon froh, wenn sie Borderline hätte..... jedenfalls kommt es so ein klein wenig rüber..... was aber irgendwie seltsam wäre. Irgendwie unvorstellbar.

Also, mit dieser Glorifizierung (auch das kommt so rüber) kann ich echt nichts anfangen. Ich kenne einige Borderliner, die sich mit solchen Glorifizierungen ihre Erkrankung schön reden (in den Phasen, wo sie nicht an Suizid und bewußter Selbstdestruktion denken...). Aber zwischen "schön reden" und "schön sein" liegen ja nun doch häufig Welten....
HrefnadisHmm, ich hab wie immer, sehr wenig Zeit, aber da hier Erfahrungsberichte gewünscht sind, bitte, da kommt auch ein kurzes Statement von mir.

Kurze Krankengeschichte:

Festsetzung des Borderline-Syndroms durch traumatische Erlebnisse in frühester Kindheit - ganz klassisch bei mir. Zementierung dann in der Pubertät durch neue negative Erlebnisse. Symptome ab früher Pubertät, erster ernst zu nehmender Selbstmordversuch mit 13. Essstörungen zu dieser Zeit, selbstverletzendes Verhalten. Keine Therapie, da von Familie geblockt wurde. Schöne heile Welt.

Relativer Ruhestand mit einzelnen, über Monate hinweg anhaltende Depressionen von etwa 19 Jahren bis zum Alter von 26. Dann Zusammenbruch aller erbauten Mauern - kompletter körperlicher und seelischer Kollaps. Diagnose Borderline. In der Folge mehrere Jahre Therapie, stationär und ambulant. Job weg, schwere psychosomatische Erkrankungen, mehrfach in Todesnähe, Zusammenbruch etlicher sozialer Bindungen. Mein Leben war ein Trümmerhaufen.

Symptomfrei seit meinem 29. Lebensjahr. Gelegentlich kleine Rückfälle in depressive Phasen, die aber bisher nicht wieder therapiebedürftig waren. Neue Berufsausbildung: Studium. Abschluss nächstes Jahr. Nebenjob als Autorin. Glücklich verheiratet, ein Kind (ohne jede Auffälligkeiten), ein zweites ist unterwegs. Großer stabiler Freundeskreis, erstaunlicherweise fast alle noch aus Zeiten meiner "aktiven Phase". Wer sowas aushält, bleibt.

Ich bin da angekommen, wo ich immer hin wollte. Mein damaliger Psychologe mit einer Menge Borderliner-Erfahrung hält mich immer noch für ein medizinisches Wunder. Mein betreuender Frauenarzt auch. Mein Körper war zeitweise so im Eimer, dass man mir prophezeite, ich würde niemals Kinder haben.


------------------------------------------


Ein paar Einsprengsel zu den angeschnittenen Themen.

Ja, das Umfeld ist für eine Stabilisierung einer Borderline-Persönlichkeit enorm wichtig, es war der engste Freundeskreis, der mich wieder auf die Bahn brachte. ABER: eine Person, die einen liebt, hilft nicht zwangsläufig aus der Misere - denn zuallererst muss man sich SELBST lieben! Erst dann ist man überhaupt in der Lage, sich auch nur einen Meter in die richtige Richtung zu bewegen, nämlich auf andere zu.

Ich persönlich habe immer noch große Probleme, Borderliner als "krank" zu definieren. Für mich sind sie anders, weil sie eine andere Wahrnehmung der Realitäten haben. Wobei ich "anders" nicht unbedingt als "gut" verstanden wissen will. Ich glaube, das kann man an meiner Leidensgeschichte sehr gut ablesen. Ich hätte mir das Ganze sicher gerne erspart. Dennoch halte ich nicht viel davon, eigentlich gesunde Menschen als Kranke hinzustellen, denn das verleitet meiner Meinung nach zu einer Art Hospitalismus. Gerade Borderliner, die in ihrer Hilflosigkeit, aber auch teilweise durchaus Berechnung die Verantwortung für ihr eigenes Leben gern anderen aufbürden, ist damit nicht geholfen. Ich weiss, wovon ich rede. Ich habe lange gebraucht und es hat mich verdammt viel Arbeit gekostet, wieder ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Viele machen sich die Arbeit nicht. Ich glaube, da müssten einige Behandlungskonzepte deutlich verändert werden.

Sonst noch was, was mir auffiel? Ahja, die Geschichte von wegen Borderline wird meist ohne Medikamente therapiert. Ähm. Nicht die Fälle, mit denen ich zu tun hatte, definitiv nicht. Der Anteil an Medikamentensüchtigen unter Borderlinern ist ziemlich hoch, einerseits, weil sie zu allen möglichen Suchterkrankungen neigen, andererseits scheinen mir Ärzte und Psychologen recht freizügig mit Rezepten umzugehen. Und das trotz der bekannten Schwächen der Patienten. (Bitte nicht pauschalisieren, das ist meine eigene Erfahrung.)

Borderline als Modediagnose ... Naja. Ich glaube eher (und darüber gibt es ja auch schon Untersuchungen), dass wir es mit einem gesamtgesellschaftlichen Problem zu tun haben. Ein rasanter Anstieg der Diagnosen von Borderline, aber auch z.B. ADS usw. belegen meiner Meinung nach eher einen falschen Umgang mit Kindern und Jugendlichen unserer Gesellschaft. Ich denke Borderline-Persönlichkeiten gab es schon immer, denn die auslösenden Faktoren sind sicher nicht neu, nur dass sie vielleicht nicht in diesem Ausmaß wie heute anzutreffen waren. Vorsicht, das ist eine Theorie! Die zunehmende soziale Kälte der Gesellschaft scheint mir da mit rein zu spielen. Der Wegfall stabiler sozialer Netze wie Familie o.ä. kommt hinzu. Früher wurden MÖGLICHERWEISE Kinder mit traumatischen Erlebnissen eher in ihren Netzwerken aufgefangen und "geheilt".

Achja, um noch mal zum "Heilen" zu kommen. Wer - laut mir - nicht krank ist, braucht auch nicht zu heilen. Aber wer so anders ist, dass er in dieser Welt nicht lebensfähig ist, sollte sich überlegen, sich wenigstens so weit zu ändern, dass er sich und anderen nicht zur Last wird. Denn ich glaube, unterm Strich, ist jeder Borderliner sich selbst sein größter Feind.

Ob man überhaupt jemanden, der anders ist heilen kann? Nein. Ich bin symptomfrei, aber ich werde immer bleiben was ich bin. Lebensfähig zwar inzwischen, liebensfähig auch, alltagstauglich, karrieretauglich. Das ändert nichts am Innenleben, nur der Umgang damit hat sich drastisch verändert. Mein Psychologe sagte mir damals, es wäre wie bei Alkoholikern, auch wenn man nichts trinken würde, bleibe man anfällig. Stress oder Schicksalsschläge können das Monster jederzeit wieder vorlocken. Das Monster, dass man selber mal war. Hat man das im Auge und beobachtet man sich aufmerksam, kann man den Anzeichen frühzeitig entgegen steuern. Garantien für Rückfälle gibt es jedoch keine.

Die sogenannten "positven" Aspekte von Borderline würde ich mit ganz großer Vorsicht genießen. Klar vermisse ich auch manchmal die Macht der ganzen Farbpalette, die ich zu sehen/zu fühlen imstande bin. Ich habe mich dazu verdonnert, es beim üblichen Schwarz-Weiss zu belassen. In den meisten Fällen funktionierts. Nicht immer. So ein Farbenrausch ist was Herrliches. Und er steht immer nur einen Schritt vorm Untergang, dessen sollte man sich stets bewusst sein. Für einen Moment ausufernden Gefühls muss ein Preis entrichtet werden, und irgendwann sollte jeder wissen, ob er oder sie diesen Preis zu zahlen bereit ist. Ich bin es inzwischen meistens nicht. Denn was himmelhoch jauchzend ist ein einem Moment, kann schon im nächsten zu Tode betrübt sein.

off: Wenn ich mich nicht mehr dazu melden kann, sorry, aber ich habe grad echt ein anstrengendes offline-Leben. :)
HrefnadisNachtrag zu shadowflowers Frage (auch wenn ich nicht angesprochen war, da ich parallel schrieb :) ):

zur Motivation bzw. zu Änderungen im Umgang mit Borderlinern:

Ich halte ziemlich viel von betreuten Wohnprojekten, wo man nicht so Gefahr läuft, zum Hospitaliter zu werden, aber auch erforderliche Betreuung gerade in Alltagsfragen erhält. Die haben (so sie existieren) allerdings Wartezeiten bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag teilweise. Zudem finde ich die Betreuung durch Sozialpädagogen ausbauenswert. Borderliner @home nur mit ambulanter Therapie sind oft mit Alltagsproblemen überhäuft und können sich in schlimmen Phasen nicht selber helfen. Der sozialpsychologische Dienst ist häufig völlig überlastet. Mir hat damals eine kirchliche Organisation ehrenamtlich wieder auf die Beine geholfen. Ich finde jedoch, dass dies kein Zustand ist. Im Grunde plädiere ich sowieso dafür, dass die Betroffenen zu Hause aufgesucht werden, um ihr Umfeld und die Probleme wirklich einschätzen zu können. Zudem sorgen regelmäßige Kontakte dafür, das Notsituationen erkannt werden können. Auch ewige Wartezeiten auf Therapien sind ein Horror für jeden akut Betroffenen. Aber ich fürchte, das lässt sich in diesem Gesundheitssystem wohl kaum ändern ....
Little angel xXich fand den beitrag von Hrefnadis sehr gut.
und bin ihrer meinung dass es besser ist in wohngruppen zu therapieren und am besten mit ehemaligen borderlinern(als therapiehelfer oder sozialpädagogen) die geheilt sind damit die leute in den wohngruppen sehen dass man aus der krankheit auch rauskommen kann.....
ArrogantNickGanz kurz, da ich gerade keine Zeit habe:

shadowflower,
da gab es ein Missverständnis:

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Das was der Mensch in seiner Kindheit erlebt -vor allem Extremsituationen- wird er NIEMALS völlig los!
[/QUOTE]

Natürlich nicht! Darum geht es auch gar nicht. Heilung bedeutet ja auch nicht, sich seiner Vergangemnheit zu entledigen, sondern vielmehr, auch das Gute darin zu erkennen und seinen Frieden mit dem eigenen Lebenslauf zu machen. ;-)

....
Ronin76da ich gerade auch nur wenig Zeit habe..


@shadowflower

Alle Menschen und Dinge stehen in Verbindung und beinflussen sich gegenseitig. Reaktion und Gegenreaktion. Vielleicht ist nicht dein Umfeld krank, sondern es ist krank weil du es als krank betrachtest. Wo sind die Grenzen und wer setzt Diese ? Du weisst doch genau daß die sehr subjektiv sind. Ich habe mich schon immer gefragt wieso du anderst sein willst als Andere. Ist denn nicht Jeder anderst ? Ich habe noch keine Menschen getroffen die gleich sind. Vielleicht ähnlich, aber mehr nicht.
ArrogantNickMoin shadowflower,-
DAS hättest Du mal etwas früher schreiben sollen, dann hätte auch ich mir einiges an Tippereien sparen können. Aber sei's drum, ist ja jetzt auch egal. Zumindest verstehe ich jetzt besser, warum Dich meine Art, manchmal so in Rage zu versetzen scheint.

Gut, dann wollen wir mal:

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Das ist wiederum etwas was -ich- nicht verstehe. ICH sehe NICHTS ... aber auch überhaupt NICHTS -Gutes- in meiner Vergangenheit ! Und nicht daraus habe ich Frieden gefunden, sondern aus mir selbst und dadurch, dass ich erkannte wie KRANK eigentlich das Verhalten von ANDEREN ist ... Familie/Gesellschaft ! Und was DAS alles anrichten kann ![/quote]

Vielleicht kann es Dir etwas Mut machen, wenn ich Dir sage, dass das eine ganz normale Sichtweise ist, die ich auch eine ganze Zeit lang innehatte. Die Heilung, oder nennen wir es dann in Folge ruhig einmal 'persönliche Genesung', sie erfolgt in Phasen. Das habe ich nicht nur bei mir beobachtet, sondern auch bei vielen, vielen anderen Menschen.

Zuerst einmal beginnt alles mit diesem gewaltigen Leidensdruck. All diese fürchterlichen Gefühle, bis hin zum Selbsthass. Das Gefühl der Ohnmacht und Verzweiflung, der Nichtigkeit und die tiefe Angst, verletzt zu werden. Zu diesem Zeitpunkt ist man ein klassisches Opfer (der Umstände) und somit noch fast vollständig hilflos. Der nächste Schritt ist es dann, anzufangen zu verstehen, was da eigentlich mit einem passiert ist und, dass daran sehr viele Faktoren und auch andere Menschen beteiligt waren. Das erzeugt, neben der Ohnmacht, eine Art gerechten Zorn, der im Übrigen gut und richtig ist.

Dieser Zorn bringt die Lebensgeister zurück, allen voran den Widerspruchsgeist und damit die Motivation, sich nicht einfach so, mit seinem Schicksal abfinden zu wollen/müssen. Es ist die Phase der Rekapitulation und Rekonstruktion. Meiner Erfahrung nach, ist das die Längste im ganzen Prozess der persönlichen Genesung, denn es waren meistens viele, viele Jahre, in denen vieles im Argen lag und diese aufzuarbeiten, braucht seine Zeit. Immer wieder dringen neue-alte Erinnerungen ins Bewusstsein. Immer und immer wieder ist man neuerlich erschüttert, im Angesicht der ganzen 'kranken Scheiße', durch die man nicht nur selbst waten musste, sondern die auch tagtäglich um einen herum geschieht und die man extrem deutlich wahrnimmt.

Das liegt daran, dass der eigene Fokus -während dieser Aufarbeitungszeit- darauf getrimmt ist, für diese Dinge sehr sensibel zu sein, da dies die Aufarbeitung fördert, so ihr viel Aufmerksamkeit zukommt. Die Psyche ist bestrebt zu heilen und darum fokussiert sie sich in den Heilungsphasen auf das, was konkret anliegt im Innen. Das ist jedoch nicht nur von Vorteil. Für das Innen, das was die Psyche bearbeiten will, ist es perfekt geeignet, schließlich ist Deine Psyche, ebenso wie meine und die eines jeden Menschen, ein perfektes System und funktioniert auch so, nämlich sich selbst dienlich, im Sinne vomn innerlichem Gleichgewicht und dessen Herstellung.

Dier Falle liegt in diesem Fall im Außen. Deine Psyche, -zur Zeit aus Selbstheilungsbestrebungen heraus- ist konditioniert und hochsensibel für 'all diesen kranken Mist', der da in Deinem Leben mit Dir geschehen ist und nimmt nun auch genau diesen kranken Mist, extrem fokussiert wahr. Insofern hat Ronin übrigens vollkommen Recht. Deine Sichtweise ist fokussiert auf diese Dinge und, was Dir eigentlich dienlich ist um Aufarbeitrungsarbeit zu leisten, in Dir selbst, stürmt nun gleichzeitig auch im Außen auf Dich ein, weil Du dafür so hochsensibel bist zur Zeit.

Andere Dinge, schöne und positive Dinge, dringen nicht so gut zu Dir durch und so kippt die Wahrnehmung bisweilen auch schon mal ins Negative. Aber auch das ist vollkommen in Ordnung, denn das leitet wiederum die nächste Phase Deiner Genesung ein, die Abgrenzung und die klare Fähigkeit, NEIN zu sagen. Das ist der erste Schritt, hin zu der Möglichkeit, Dich klar zu distanzieren und somit nicht mehr als untrennbaren Teil, dieser ganzen Giftsoße zu erleben, die Dir da widerfahren ist. Vor (und auch während) dem Trauern und der Versöhnung, vor dem innerlichen Frieden, steht erst einmal die klare Abgrenzung und das Bewusstsein, dass das alles zwar mit einem geschehen ist und, dass man in einem System eingebunden ist, in dem das möglich war, dass man jedoch nicht weiterhin hilflos ist, sondern sich nun klar davon lösen kann und nur soweit sich wieder annäheren, wie man selbst es für richtig hält. Man lernt, dass sich die Situation änderte und das man kein machtloser Spielball mehr ist.

Ergo: Mach Dir keine Sorgen, alles läuft nach Plan und Du tickst vollkommen richtig. Die nächsten Phasen werden kommen, auch bei Dir. Deine inneren Freunde arbeiten mit. Ich werde Dir die nächsten Phasen vielleicht auch noch schildern, so Du das wollen solltest, möchte aber nicht vorgreifen und Dir, völlig umsonst eine Mörderabhandlung tippen, denn im Grunde wirst nur Du selbst all das für Dich herausfinden können und so wie das aussieht, wirst Du das auch. ;-)

Grüßle am Morgen
Mischa
Töggelie[QUOTE][i]Original geschrieben von ArrogantNick [/i]
[B]...Ich werde Dir die nächsten Phasen vielleicht auch noch schildern, so Du das wollen solltest, möchte aber nicht vorgreifen...[/B][/QUOTE]


Das ging zwar nicht in meine Richtung, aber wenn die nächsten Phasen hier stehen würden (muss selbstverständlich kein ausgefeilter Text sein, ein paar Häppchen sind auch viel wert. Natürlich nur, sofern das okay ist, versteht sich), ich würde nicht daran vorbeilesen, im Gegenteil. :-)
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
[B]AN

Schreib aus -DEINER- Erfahrung ... ABER !!! male hier ANDEREN kein anderes Bild auf, was nicht den Tatsachen entspricht !

Völlig falsche Interpretation ! [/B][/QUOTE]

shadowflower,-
was ich schreibe, kann [u]immer nur ein Angebot[/u] für eine Sichtweise sein. Ich schrieb ja auch, dass ich versuchen wolle, Dir Mut zu machen. Wenn das nicht funktionierte, so ist das für mich auch in Ordnung. Ich kann, logischerweise, immer nur von dem ausgehen was Du schreibst, mehr hat man hier nicht zur Verfügung. Und dazu, also zu Deinem Geschriebenen, spiegelte ich Dir meinen Eindruck.

Wenn Du damit nichts für ich anfangen kannst, wie gesagt, auch okay, dann spare ich mir zukünftig die Mühe.

****

Also bleibt es bei der allgemeinen Diskussion zum Thema Borderline und von dieser Warte aus, finde ich es wichtig und richtig, dass hier nun wiederholt und von verschiedenen Seiten aus, darauf hingewiesen wurde, dass man dieses Störungsbild nicht glorifizieren sollte, was (noch) akut Betroffene nun einmal tun, weil das Teil der manifesten Störung ist.

****

Töggie,-
falls Du etwas Spezielles erfahren möchtest ~> PN ;-)

Grüßle
Mischa
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Was ich meine ...

DU kannst mir doch hier keine Sachen -andichten- und dich auf -mich- beziehen,...[/quote]

Doch, das kann ich durchaus und habe es ja auch getan. Ich wies Dich mehrfach darauf hin, dass dies aus gutem Willen erfolgt und ich somit Zeit investierte und mir die Mühe machte, auf Dich einzugehen. Anhand Deiner Reaktion, ist für mich nun jedoch klar ersichtlich, dass Du damit für Dich nichts anfangen kannst/willst, was, ebenfalls wie gesagt, für mich auch okay ist. Es war ein Versuch, diesen betrachte ich als gescheitert.

Dass ich mir meinen Teil dazu denke, ist allerdings etwas, auf das Du keinen Einfulss hast, ebensowenig, wie ich Einfluss darauf habe, wie Du mit meinem Geschriebenen umgehst.

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
..weil du NICHTS im Zusammenhang kennst ... weder meine damalige Situation ... noch meine jetzige ... geschweige denn, dass du mich -wirklich- kennst.[/quote]

Um auf Deine Schilderungen zu reagieren, ist das auch nicht nötig. Und ich reagierte, wie gesagt, auch nur darauf.

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Also hör auf zu dichten und schreibe über DEINE Erfahrungen !!![/quote]

Das tue ich permanent. Obwohl, manchmal schreibe ich auch hübsche Gedichte, allerdings nicht hier. ;-)

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]UND mir vergeht es schon hier überhaupt was zu schreiben ... da du mir hier und im anderen Thread etwas andichtest was nicht den Tatsachen entspricht. [/quote]

Ich verstehe nicht, was Dich eigentlich so erbost? Dass ich Dir ein Angebot für eine Sichtweise unterbreite, die mir, anhand Deiner Zeilen, naheliegend erscheint und durchaus freundlich gemeint ist? Oder könnte es sein, dass auch hier das gilt, was ich schon in dem anderen Thread ansprach, nämlich, dass Du Dich getroffen siehst und Dir das gar nicht schmecken mag?

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Und daher weiß ich nicht, ob ich mich überhaupt noch zu dem Thema äußern möchte ![/quote]

Deine Entscheidung - ich habe mit beidem kein Problem.

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]Ich brauche auch nicht deinen Mut ... denn den hab ich für mich selbst gefunden und meinen Frieden mit mir selbst ... und es ist -Vergangenheit- ... nicht vergessen - aber verarbeitet OK [/QUOTE]

Auf mich wirkst Du (noch) extrem durcheinander. Aber natürlich kann ich mich auch irren.

....
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
... weil du in deinem Text oben anfängst über mich -persönlich- zu reden ... du dir irgendwas zusammenreimst und dir genauso auch meinen Charakter zusammenreimst ... ja, ich mag vielleicht manchmal ziemlich -impulsiv- sein ... aber es ist eine ehrliche Reaktion auf dein Verhalten und auch auf das Verhalten von anderen [/quote]

Das habe ich auch gar nicht in Abrede gestellt, also diese Ehrlichkeit, die im Übrigen auch meinen Postings zu eigen ist. Allerdings erlebte ich Deine Reaktionen oftmals als extrem sprunghaft, latent aggressiv und vollkommen überzogen. Wenn Du mir dann noch Dinge schreibst, wie z. B., rein gar nichts Gutes in Deiner Vergangenheit erkennen zu können, bringt mich das eben zu den Schlüssen und Vermutungen, die ich Dir schrieb. Dass Dir das nun nicht gefällt, kann ich nicht ändern - es ist mein ehrlicher Eindruck von dem her, was Du schreibst und wie Du Dich hier im Board darstellst/verhälst.

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]ich hatte erst eine nette Verhaltens-Debatte auf der Arbeit ... da ANDEREN wirklich nicht bewußt ist, wie sie sich verhalten ... und ich bin nicht der einzige, dem das bewußt ist ... man muss erst ziemlich direkt werden, damit andere merken wie sie sich anderen gegenüber verhalten ! [/QUOTE]

Na ja, man kann auch einfach mal sein Verhalten ändern und z. B. aufhören Debatten zu führen oder 'direkt' zu werden und sich mit dem eigenen Verhalten beschäftigen. Wenn man dieses nämlich ändert, so reformiert sich nach und nach das gesamte Umfeld, ganz von allein. Das Leben ist kein permanenter Krieg, es sei denn, man macht es dazu.

****

Btw. - Schwenk zum Thema: Borderliner neigen extrem zu diesem Verhalten. Ihr ganzes Dasein ist (in ihrer Auffassung) ein unsägliches Drama (das sie lautstark zelebrieren) und das sich ganz besonders dadurch auszeichnet, dass die ganze Welt sich gegen sie verschworen zu haben scheint. Echt anstrengend - für sie selbst und alle Beteiligten. Dabei will ihnen kein Mensch was, nur leider merken sie das nicht, bzw. erst seeehr viel später. ;-)

.
LaChattemal nur so ein kurzer Blick reinwerfen, es zuckt mich doch in den Fingern, und bemerken:

Shadowflower, ich finde, du benimmst dich reichlich zickig. Komm doch mal von deinem Trip etwas runter und lies, was da tatsächlich geschrieben steht.

und tschüss
barbara
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
[B]absolut falsch. Du stellst Behauptungen auf völlig ohne jede Kenntnis über die reale Situation !

Ach ... was soll ich schreiben .... du verdrehst alles ...





Hagzissa + AN benehmen sich zickig ! Und das nehme hier nicht nur ich so wahr !

Und ich lasse mir von diesen beiden Damen nix aufdichten.

Ich werde definitiv nichts mehr zu diesem Thema schreiben. [/B][/QUOTE]

So etwas s. o. mein(t)e ich, als ich schrieb:

[QUOTE][i]Original geschrieben von ArrogantNick [/i]
Allerdings erlebte ich Deine Reaktionen oftmals als extrem sprunghaft, latent aggressiv und vollkommen überzogen. [/QUOTE]

...und ja, ich bin immer noch der Überzeugung, dass Verhaltensänderungen sich lohnen können. ;-)

.
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
[B]Tja liebe ArrogantNick ... ich muss dich leider enttäuschen ....

es ist nicht so wie DU denkst :) [/B][/QUOTE]

Und, wie ist es dann?

....
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
:D

dazu muss man Menschen kennenlernen ....

dann sieht man, wie sie -wirklich- sind :) [/quote]

Wie gesagt, wir reden z. Z. darüber, was Du hier auf dem Board von Dir zeigst. Inwieweit sich Dein Verhalten im Alltag, von dem unterscheidet, was hier schlussendlich zu sehen ist, kann ich natürlich nicht beurteilen, richtig. Aber es müsste sich schon mächtig unterscheiden und dann frage ich mich, wozu dann das Theaterstück dienen sollte, was Du hier dann folgerichtig nur vorführst? Zumal Du vorhin noch schriebst, dass Deine Reaktionen zwar impulsiv, jedoch ehrlich seien. Also was denn nun?

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
So ... ich muss jetzt was zu Essen zaubern .... bekomme dabei Geschichten vorgelesen ... und dann noch ein Jacques Offenbach-Stück üben ...

einen schönen Abend noch [/QUOTE]

Viel Erfolg, viel Spaß & danke, gleichfalls.

....
solipsismus@AN

Du zitierst dich selbst?^^ Ich würde mir nochmal beim zweiten Zitat "geschrieben von" ansehen.
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von solipsismus [/i]
[B]@AN

Du zitierst dich selbst?^^ [/B][/QUOTE]

Ja - kontextbedingt. Ich würde mir mal ansehen, was über dem Eigenzitat, direkt obendrüber steht. :-)


edit: okay - jetzt gesehen & bereinigt - danke!
....
HrefnadisUiuiui, geht ja hier voll ab. :)

Um mal aufs Thema zurück zu kommen: Mischa hat die Phasen der Verarbeitung und Distanzierung - meiner Meinung nach - recht "klinisch" und recht linear beschrieben. Es mag in ihrem Fall auch so gewesen sein, aber die Palette an Borderlinern ist halt breit gefächert und ich würde nicht behaupten, dass es bei allen wirklich so läuft bzw. so gelaufen ist. Ich habe beispielsweise mit einem sehr erfolgreichen Therapiekonzept Bekanntschaft gemacht, das sich "Intervalltherapie" nannte. Ich weiss nicht, ob diese Institution das heute noch so macht, ist etliche Jahre her. Gedanke war, dass sich die Therapie in Intervalle klinischen Aufenthalts sowie intensivster Betreuung und ambulanter Therapie mit wenigen Terminen aufsplittet. Damit gab es sozusagen Phasen intensiver Therapiearbeit und dann wiederum Phasen intensiver Rekapitulation im eigenen häuslichen Bereich. Das war für die "Patienten" sehr anstrengend und ging ziemlich an die Substanz, vor allem die Klinikaufenthalte, die ziemlich heftig waren. Gab es keine Rückfälle mehr in alte Verhaltensweisen, wurden die Heimatintervalle stetig verlängert. In Krisenphasen wurden sie wieder verkürzt. Dieses Konzept zeigt aber, dass die Verläufe bei Borderline keinesweg so linear laufen (müssen), wie das Mischa beschrieben hat.

Zudem kommt viel auf die Lebensumstände an, finde ich. Wenn man z.B. mit den Delinquenten aus vergangenen Zeiten (Eltern, Geschwister, was auch immer) vielleicht auch zwangsweise immer noch regelmäßig zu tun hat, könnte das ein endgültiges ad-acta-legen der Vergangenheit doch deutlich erschweren, selbst wenn man sich davon gelöst hat. Das ist in meinem Fall z.B. so. Meine Lieblingsmama steht immer noch ganz oben auf meiner Liste "wenn ich jemals Amok laufe ...", gerade auch weil ich jetzt selbst Mutter bin. Tagtäglich erinnert mich mein Sohn daran, was mir abhanden gekommen ist. Und daran kann selbst der tiefste Frieden, den ich mit meiner Vergangenheit geschlossen habe, nichts ändern. Ich muss nicht gut finden, was mir angetan wurde. Ich muss auch nicht verzeihen. Ich muss es in meinem Leben nur anders machen, und das tue ich. Somit ist für mich eine völlige Distanzierung von meiner Kindheit bzw. vielleicht auch ihre Negierung sowohl nicht erwünscht als auch nicht angebracht. Der gerechte Zorn erinnert mich immer wieder daran, was ich besser nicht falsch machen sollte. Und ja, das sehe ich sogar als eine der positiven Seiten dessen, was ich erlebt habe.

Vielleicht gehen shadowflowers eigene Erfahrungen auch in die Richtung. (?)
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
Ich habe nie eine Therapie gemacht ... [/quote]

Gut - das erklärt einiges.

[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
ich habe alles selbst aufgearbeitet ... [....]
ich habe auch alles schriftlich zusammen gefasst ... ein ziemlich dicker Stapel ... und mein Endergebnis
ist NICHT diesen Namen dafür einzusetzen ! [/QUOTE]

Was auch schwerlich möglich ist, ohne fachliche Diagnose. Umso wichtiger empfinde ich die Betonung, BPS-Persönlichkeitsstrukturen, nicht positiv zu konnotieren. Man sollte nicht vergessen, dass schwere Fälle von Borderlinern, eine akute Gefahr darstellen. Mindestens für sich selbst, aber oft auch für ihre Umwelt. Da dann die eigene Aufarbeitung von irgendwas (Undiagnostiziertem) heranzuziehen und in Vergleich zu stellen, halte ich für ziemlich kurzsichtig.

Im Übrigen schrieb ich ja schon, dass ich Dich keineswegs als ausgeglichen erlebe, was natürlich auch daran liegen kann, dass Du hier eine Art Theater aufführst und im Alltag ganz anders bist. Aber egal wie es auch immer sei, auf mich persönlich wirkt das alles andere als innerlich ausgeglichen und zufrieden. Eine Therapie ist keine Schande, im Gegenteil, ist sie ein Zeichen dafür, dass man bereit ist sich helfen zu lassen und etwas zu verändern. Ich kann das nur empfehlen.

....
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von Hrefnadis [/i]
Ich habe beispielsweise mit einem sehr erfolgreichen Therapiekonzept Bekanntschaft gemacht, das sich "Intervalltherapie" nannte. Ich weiss nicht, ob diese Institution das heute noch so macht, ist etliche Jahre her. Gedanke war, dass sich die Therapie in Intervalle klinischen Aufenthalts sowie intensivster Betreuung und ambulanter Therapie mit wenigen Terminen aufsplittet. Damit gab es sozusagen Phasen intensiver Therapiearbeit und dann wiederum Phasen intensiver Rekapitulation im eigenen häuslichen Bereich. Das war für die "Patienten" sehr anstrengend und ging ziemlich an die Substanz, vor allem die Klinikaufenthalte, die ziemlich heftig waren. Gab es keine Rückfälle mehr in alte Verhaltensweisen, wurden die Heimatintervalle stetig verlängert. In Krisenphasen wurden sie wieder verkürzt. Dieses Konzept zeigt aber, dass die Verläufe bei Borderline keinesweg so linear laufen (müssen), wie das Mischa beschrieben hat.[/quote]

Ja - dieses Kopnzept wird heute noch angewandt, zumindest in einigen Kliniken. Mir ist ein Fall bekannt, die sich momentan in genau solch einer Therapie befindet. Ich schrieb auch nicht, dass das Ganze nun unbedingt linear verlaufen müsse, aber das kann auch missverständlich gewesen sein, weil ich nicht extra betonte, dass sich die verschiedenen Phasen überlappen können. Fakt ist, dass es gewisse Punkte gibt, über die man erst drüber muss, bevor sich die nächste Phase überhaupt beginnen lässt. So braucht man zuerst einmal das Bewusstsein, sprich die Distanzierung von der reinen Opferhaltung, um in die Phase der Wut kommen zu können, z. B.

Sicherlich läuft es nicht bei allen gleich, aber, ich schrieb es bereits, es gibt Parallelen, denn gäbe es diese nicht, könnten gar keine Therapiekonzepte entstehen und auch gar keine Definitionen und Einschätzungen. Natürlich ist es richtig, dass es in jedem Fall Abstufungen und persönliche Nuancen gibt. Deshalb aber davon auszugehen, dass sich das Bild als solches nicht dennoch ähnelt, halte ich für falsch.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Hrefnadis [/i]
Zudem kommt viel auf die Lebensumstände an, finde ich. Wenn man z.B. [....]Und daran kann selbst der tiefste Frieden, den ich mit meiner Vergangenheit geschlossen habe, nichts ändern. Ich muss nicht gut finden, was mir angetan wurde. Ich muss auch nicht verzeihen. Ich muss es in meinem Leben nur anders machen, und das tue ich. Somit ist für mich eine völlige Distanzierung von meiner Kindheit bzw. vielleicht auch ihre Negierung sowohl nicht erwünscht als auch nicht angebracht. Der gerechte Zorn erinnert mich immer wieder daran, was ich besser nicht falsch machen sollte. Und ja, das sehe ich sogar als eine der positiven Seiten dessen, was ich erlebt habe.[/QUOTE]

Ich finde es auch nicht 'gut', was in meinem Leben so schiefging, ganz im Gegenteil. Aber, ich musste mich irgendwann auch dem Umstand stellen, dass ich daran nun einmal nicht unbeteiligt war und bin. Je mehr ich in der Lage war, mich selbst zu sehen und meine eigenen Verhaltensmuster und Fehler, ja, auch den Umstand, ein hochgradig aggressives Kind gewesen zu sein, das es seiner Umwelt mit Sicherheit nicht leicht und sich selbst damit auch extrem schwer machte, umso mehr konnte ich begreifen, was da eigentlich wirklich abgelaufen ist. Ich erkannte nicht nur mein eigenes Trauma, sondern auch das, der Menschen, die damals um mich waren. Ich konnte auf einmal auch mit deren Augen sehen.

Und so begann ich akribisch zu recherchieren, nämlich die Lebensläufe dieser Personen und was ich fand, das war so erstaunlich und so aufrüttelnd, dass die Vergebung gar kein bewusster Akt mehr war - sie kam, einfach so. Denn was ich sah, das waren Menschen, alle zutiefst verletzt und eingepfercht in ihre eigenen, quälenden Strukturen, dass mir klar wurde, dass sie, von ihrer Warte aus, gar nicht anders handeln konnten. Meine Mutter hat mir oft gesagt, damals, dass sie froh wäre, hätte sie mich abgetrieben. Sie tat sehr sehr viele Dinge, die auf meiner Kinderseele reichlich Narben hinterließen. Ich hasse sie nicht, im Gegenteil, sie tut mir leid, denn dadurch, dass ich noch Kontakt zu ihr habe, bzw. wieder Kontakt zuließ und sie konfrontierte, sehe ich den Preis und weiß ich um den Weg, den sie für all dies zahlt und der zu alledem geführt hat.

Ich traf mich mit einigen Leuten und konfrontierte sie. Und was ich sah, waren eine Menge sehr armer Menschen. Die Vergebung war nichts was ich forcierte, sie war etwas, das einfach geschah - als ich endlich alles sehen und verstehen konnte. Ich habe Rotz und Wasser geheult zu diesen Zeiten. All meine uralten Mauern brachen ein und meine Gefühle kamen endlich als gesunder, permanenter Strom, zurück zu mir. Das alles war unglaublich schrecklich - ich tat mir unendlich leid - wir taten mir so unendlich leid - all diese Menschen und ich ... und soviel Leid. Ich weinte um uns alle und konnte kaum mehr aufhören.

Als auch das vorbei war, war es absolut still in mir und vollkommen leer. Und aus dieser Stille und Leere, endstand etwas vollkommen Neues, eine neue Qualität meiner eigenen Wahrnehmung. Ich sah nun meinen Lebenslauf in einem anderen Licht. Sah ihn nicht mehr als Aneinanderreihung von Katastrophen, was er zwar unbestreitbar war und ist, sondern ich konnte ihn auch als etwas wahrnehmen, das mich reich gemacht hat, reich an Erfahrung - mir einen Erfahrungs-Schatz beschert hat und zwar einen gewaltigen. Einen, der mich in die Lage versetzt, in all dem Elend und all dem offensichtlich erscheinenden Leid, auch immer das Eigentliche zu sehen, nämlich den Weg und seine Blumen am Wegesrand. Ich lernte unendlich viel über mich und die Menschen. Ich kenne Dinge und erlebte Abenteuer, die Bücher füllen können und auch werden, denn das ist das nächste was dann entsteht, Pläne und Alternativen.

Und, dieser Weg, er verhalf mir zu absolutem (sich) Selbst-Bewusstsein und Selbst-Vertrauen, denn, hey, wenn mich DAS nicht umbrachte und mich nicht brechen konnte, sondern im Gegenteil, aus mir schlussendlich ein glücklicher und zufriedener Mensch wurde, dann kann ich mir vertrauen. All dies, all dieses Bewusstsein meiner Stärke, mein Selbstvertrauen und mein tiefes Glück darüber, wie gut es mir nun geht, verdanke ich dem Weg den ich ging.

Und nein, ich möchte keine Minute davon anders haben, auch wenn es mir um viele Menschen leid tut, die einfach auf der Strecke blieben. Aber ich freue mich auch, dass ich nicht mit dazugehöre.

In mir lebt kein Monster mehr, das tast es nie. Ich bin ein ganz normaler Mensch unter anderen, ganz normalen Menschen - und das ist gut so.

.
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
[B]Ist nicht das ganze Leben irgendwo Borderline?! Ist es nicht genauso extrem, sich selbst mit Fastfood vollzustopfen, Alkohol in sich reinzukippen, zu rauchen, arbeiten zu gehen, zu wenig zu schlafen, den eigenen Schlafrhythmus nicht einhalten zu können, weil man um soundsoviel Uhr aufstehen muß, sich dem Streß in der Arbeit oder Schule selbstverständlich auszusetzen zu sollen, nen Job machen zu sollen, der einen eigentlich total ankotzt, ihn aber tut, nur damit man nicht arbeitslos ist, sich von Zivilisationsmedienmüll zuschütten zu lassen, sich die Wohnung mit Formaldehydmöbeln zuzustellen, Essen zu essen, das mit Pestiziden versäucht ist, Fleisch zu essen, das mit Antibiotika vollgepumpt ist, im Großstadtlärm zu leben, als Soldat in den Krieg zu ziehen und Menschen zu töten usw. und so fort. Auch dabei geht man mehr oder weniger kaputt, baut sich weit mehr ab als auf, altert schneller, wird körperlich oder seelisch zum Wrack oder hat ständig miese Laune, die man anderen spüren läßt. Nur ist es bei all diesen Dingen halt nicht so offensichtlich, wieviel Selbstzerstörung darin (auf Dauer) steckt, Selbstzerstörung, die als normal gilt und somit toleriert wird, ist nicht eher jenes krank?[/quote]

Erzähl das mal Klinkpersonal, die miterleben, wie sich Borderliner mit Bezin übergießen und sich anzünden, weil sie ihren Willen nicht bekommen. Oder man sie fixieren muss, damit sie sich keine Gliedmaßen abschneiden oder sich Kanülen in die Haut stechen. Das was Du da von Dir gibst, erscheint unter dieser Prämisse und in diesem Kontext, einfach nur geschmacklos. Ich würde mir wirklich wünschen, dass Du etwas mehr differenzierst.

.
Ronin76[QUOTE]ach und Ronin .... bist auch so ein Osterhäschen ![/QUOTE]
Das klingt schon netter als das A-Wort. :)

[IMG]http://www.ariva.de/osterhase_a88481[/IMG]



@AN
Die vier Phasen ungeklärter Konflikte sind im Internetzeitalter kein Geheimnis.
[quote]
In Phase 1 ungelöster Konflikte wird das Problem geleugnet und entsprechende Alarmsignale werden übersehen und überhört.

In Phase 2 wird der Konflikt wahrgenommen, heruntergespielt, man versucht sich zu arrangieren und abzuwarten, dass bzw. ob sich alles von allein wieder regelt.

In Phase 3 wird das Problem erkannt aber als unlösbar dargestellt, um die Notwendigkeit eigenen Handelns zu verdrängen.

In Phase 4 erkennen die Betroffenen das Problem und dass es gelöst werden muss und kann, negieren aber die eigene Verantwortung, die Lösung selbst in die Hand zu nehmen.
[/quote]


So allgemein habe ich jedoch immer wieder die Erfahrung gemacht, daß man nur helfen sollte, wenn auch Hilfe erwünscht und angefordert wird. Jemandem etwas zu unterstellen und dann gleich mit tollen Ratschlägen kommen klingt doch sehr autoritär und selbstgefällig. Das würde mich auch auf die Palme bringen. Auch wenn du es "nur gut gemeint" hast, bedeutet das nicht, daß es der Andere auch als gut empfindet. Aufgedrängte Hilfe kann auch die Folge eines Helfersyndroms sein.
Mondenkind79@ÂmeNoir

[QUOTE]Ist nicht das ganze Leben irgendwo Borderline?![/QUOTE]

Deinen ganzen Beitrag kann ich so absolut unterschreiben.

Das, was wir so unter "Normalität" verstehen, ist tatsächlich in weiten Teilen höchst krankhaft. Nur, dass das sehr viele Menschen gar nicht (mehr) wahrnehmen können.

Und was Psychiater/Ärzte etc. betrifft: man kann davon ausgehen, dass einige von diesen selbst beziehungsgestört sind - allerdings auf eine Weise, die nicht direkt auffällt, da die Störung mit den normativen Gegebenheiten übereinstimmt. Und sich auf eine subtile und schwer greifbare Art auf andere Menschen auswirkt.

Ich weiß, wovon ich rede - ich bin mit einer solchen Person aufgewachsen. Niemand hätte dies von außen je geahnt und ahnt es noch heute nicht. Weil diese Person wunderbar simulieren kann. Und die meisten Menschen durchschauen dies nicht , weil Simulation mittlerweile in vielen Bereichen unseres Lebens zur Normalität geworden ist.
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
[...] Die ganze Sache besteht aus weit mehr, als aus einem Borderliner, der geheilt werden soll. [/QUOTE]

Ja, aus persönlichem Leid. Doch das wird auch nicht dadurch geändert, die Welt zu verurteilen. Im Gegenteil. Um zu heilen, ist es vielmehr wichtig, sich selbst und auch das Leben um sich her, wieder als positiv erleben zu können.

Alles schlecht zu reden/schreiben und das Leben zum Jammertal machen zu wollen, halte ich für wenig heilsam. Den Fokus nur auf das Elend zu richten, erzeugt erst all die Pathologien. Im Übrigen ist nicht jede Klinik 'schlecht' und von gestresstem Personal gleich auf ungeeignete Therapien zu schließen, erscheint mir auch nicht sehr durchdacht.

.
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
Nun, Du antwortest mir in der gleichen Art, wie Du shadowflower geantwortet hast und interpretierst Inhalte in meine Worte, die ich so nicht ausgedrückt habe. Außerdem steckst Du nicht in meiner Haut und kennst auch mich zu wenig, um wissen zu können, was ich erlebt habe. [/quote]

Das gilt umgekehrt allerdings genauso. ;-)

[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
Du warst nicht in dieser Klinik und so denke ich, hast Du nicht den ausreichenden Einblick, um beurteilen zu können, was dort alles abging. Zudem habe ich nirgends geschrieben, daß alle Kliniken schlecht sind und es steht auch nirgends, daß das Leben ein einziges Jammertal ist. Auch wenn Du es anscheinend gerne so interpretierst, als ob ich das Leben als Jammertal sehe ... [/quote]

Ja - ich interpretiere das so, da ich von Dir immer nur lese, wie schlecht die Welt doch ist.


[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
ich habe aus dem Klinikaufenthalt - trotzdem er sich in vielen Punkten nicht angenehm und gut anfühlte - sehr viel gelernt und die besten und schönsten Erfahrungen mit denen gemacht, die als therapiebedürftig galten.[/quote]

Na, das ist doch mal etwas besser. Also hat die Klinik Dir also etwas gebracht? Prima! :-) Insofern ist es doch so, dass auch im Schlechten, etwas Gutes zu finden ist. Dazu muss man das Schlechte nicht leugnen, aber das Gute ebensowenig.

[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
Im Übrigen halte ich es für wenig heilsam, die Augen vor den Dingen zu verschließen, die unangenehm sind und sich stattdessen die Welt schön und heil zu denken, bzw. sich abzustumpfen. [/QUOTE]

Extreme sind nie gesund und heilsam - egal in welche Richtung.

....
Mondenkind79Ich bin wirklich froh, dass ich nicht die Einzige bin, die es so empfindet, dass du ArrogantNick, andauernd Leuten hier etwas unterstellst, was [I]nur du[/I] aus ihren Beiträgen herausliest. Noch dazu verdrehst du Aussagen in ihr Gegenteil.

Alles, was ich in den letzten Tagen über dich erfahren habe - frei von Interpretationen - nur aus dem, was du schreibst, bestätigt mein Bauchgefühl voll und ganz, das ich bei dir von Anfang an hatte.

Und wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe - nicht zuletzt auch durch meine Therapie - dann dass ich meinem Bauchgefühl vertrauen kann.

Es würde mich nicht wundern (aber das ist jetzt natürlich reine Spekulation meinerseits!), wenn es dir ein Gefühl von Befriedigung gibt, Menschen mit deiner subtil versteckten Aggression zu triezen.
"Identifikation mit dem Aggressor"?!



Ich möchte noch ein paar Links in die Runde werfen, die mit dem Thema hier zu tun haben:

Zum einen geht es hier um eine Definition von "Borderline", die in die psychiatrische Theorie und Praxis bisher keinen Einzug gehalten hat – weil die Betreffenden in der Regel nicht psychiatrisch auffällig werden:

[URL=http://autismuskritik.twoday.net/stories/1868194/][color=lightblue]Als-Ob-Persönlichkeiten - Leben als totale Simulation[/color][/URL]

und

[URL=http://autismuskritik.twoday.net/stories/1188419/][color=lightblue]Borderline[/color][/URL]


Und zum anderen hier ein Link, der meiner Meinung nach ganz gut aufzeigt, dass so manche Borderline-Diagnose falsch sein kann, und damit auch eine völlig falsche Behandlung der Betroffenen nach sich zieht, da sich die Symptomatik mit der einer Posttraumatischen Belastungsstörung überschneiden kann:

[URL=http://www.aufrecht.net/utu/borderline.html][color=lightblue]Politische Hintergründe zur Borderline-Persönlichkeitsstörung[/color][/URL]


Also im Prinzip das, was ÂmeNoir mit ihrem Beitrag in eigenen Worten ausgedrückt hat: es passiert durchaus, dass an sich gesunde Reaktionen auf eine kranke Umwelt als verrückt abgestempelt werden, während es auf der anderen Seite tatsächlich kranke Menschen gibt, die so gut an die kranken Gegebenheiten angepasst sind, dass sie in der Regel nicht auffallen.
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Ich bin wirklich froh, dass ich nicht die Einzige bin, die es so empfindet, dass du ArrogantNick, andauernd Leuten hier etwas unterstellst, was [I]nur du[/I] aus ihren Beiträgen herausliest. Noch dazu verdrehst du Aussagen in ihr Gegenteil.[/quote]

Ich erlebe es so, dass alle Personen, die mich so empfinden und das äußern, Menschen sind, die hier in einer Weise schreiben, die offensichtlich von einer tiefen Ablehnung der gegenwärtigen Welt und ihrer Struktur/Gesellschaftsordnung, geprägt sind. Dass ich auf diese Menschen unangenehm wirke, da ich diese grundsätzliche Sichtweise nicht teile, erscheint mir persönlich logisch. Für mich ist das okay, denn ich brauche nicht unbedingt Bestätigung durch Andere, für meine Sichtweisen, um mir meiner Wahrnehmung sicher zu sein. Das ist einer meiner großen Therapierfolge, nämlich unabhängiger zu werden, in emotionaler Hinsicht.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Alles, was ich in den letzten Tagen über dich erfahren habe - frei von Interpretationen - nur aus dem, was du schreibst, bestätigt mein Bauchgefühl voll und ganz, das ich bei dir von Anfang an hatte.

Und wenn ich eines in den letzten Jahren gelernt habe - nicht zuletzt auch durch meine Therapie - dann dass ich meinem Bauchgefühl vertrauen kann.[/quote]

Nun ja, siehe letzter Absatz. ;-)

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Es würde mich nicht wundern (aber das ist jetzt natürlich reine Spekulation meinerseits!), wenn es dir ein Gefühl von Befriedigung gibt, Menschen mit deiner subtil versteckten Aggression zu triezen.
"Identifikation mit dem Aggressor"?! [/quote]

Ich denke eher, dass Dein 'Bauchgrimmen' daher rührt, dass ich mich nicht in Dein Weltbild integrieren lasse. Vielleicht solltest Du Dich einmal fragen, warum Dich das derartig aggressiv zu machen scheint, dass Du mir fortgesetzt bösartige Absichten unterstellst.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Also im Prinzip das, was ÂmeNoir mit ihrem Beitrag in eigenen Worten ausgedrückt hat: es passiert durchaus, dass an sich gesunde Reaktionen auf eine kranke Umwelt als verrückt abgestempelt werden, während es auf der anderen Seite tatsächlich kranke Menschen gibt, die so gut an die kranken Gegebenheiten angepasst sind, dass sie in der Regel nicht auffallen. [/QUOTE]

Ich habe nie in Abrede gestellt, dass es solche Fälle geben mag. Aber was ich in Abrede stelle, das ist, dass sich das pauschalisieren ließe.

....

Edit zu den Links: Es gibt weitaus sachlichere Informationsquellen als gesellschaftfeindliche Privatpersonen/Propagandisten. ;-)

Vielleicht suche ich bei Gelegenheit mal ein bisschen was fachlich Fundierteres zusammen.

....
Mondenkind79[QUOTE]Ich erlebe es so, dass alle Personen, die mich so empfinden und das äußern, Menschen sind, die hier in einer Weise schreiben, die offensichtlich von einer tiefen Ablehnung der gegenwärtigen Welt und ihrer Struktur/Gesellschaftsordnung, geprägt sind.[/QUOTE]

Nein. Es hat tatsächlich etwas mit [I]deiner[/I] Schreibweise zu tun.

Und auch hier wieder Interpretation deinerseits. Ich lehne nicht die Welt grundsätzlich ab, sondern das derzeitige System.
An der Welt an sich gibt es so einiges, an dem ich mich erfreuen kann.
Aber ich bin hauptsächlich hier im Forum, um über politische und gesellschaftliche Misstände zu diskutieren - das Schöne erlebe ich einfach oder teile es privat mit anderen Menschen.


[QUOTE]Ich denke eher, dass Dein 'Bauchgrimmen' daher rührt, dass ich mich nicht in Dein Weltbild integrieren lasse. Vielleicht solltest Du Dich einmal fragen, warum Dich das derartig aggressiv zu machen scheint, dass Du mir fortgesetzt bösartige Absichten unterstellst. [/QUOTE]

Nein. Denn sonst müsste ich dieses Bauchgefühl wohl bei Vielen hier und anderswo haben - dem ist aber nicht so.

Ich unterstelle dir nicht "fortgesetzt" böse Absichten - wo denn?
Und was meine Spekulation betrifft - deswegen benannte ich diese auch so - es kann natürlich genauso gut sein, dass dir dein Verhalten schlichtweg nicht bewusst ist.
Lediglich die Regelmäßigkeit deiner spöttischen Bemerkungen lässt mich [I]vermuten[/I], dass eine gewisse Absicht dahinter stehen [I]könnte[/I] - nicht muss.


[QUOTE]Ich habe nie in Abrede gestellt, dass es solche Fälle geben mag. Aber was ich in Abrede stelle, das ist, dass sich das pauschalisieren ließe.[/QUOTE]

Keiner hier hat diesbezüglich pauschalisiert.
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Nein. Es hat tatsächlich etwas mit [I]deiner[/I] Schreibweise zu tun.[/quote]

Nun ja, ich musste mich an Deine auch erst einmal gewöhnen. Guter Wille vorausgesetzt. ;-)

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Und auch hier wieder Interpretation deinerseits. Ich lehne nicht die Welt grundsätzlich ab, sondern das derzeitige System.[/quote]

Natürlich interpretiere ich. Was tust Du denn mit Beiträgen?

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
An der Welt an sich gibt es so einiges, an dem ich mich erfreuen kann.
Aber ich bin hauptsächlich hier im Forum, um über politische und gesellschaftliche Misstände zu diskutieren - das Schöne erlebe ich einfach oder teile es privat mit anderen Menschen.[/quote]

Nun ja, vielleicht wäre es hilfreich und das schrieb ich ja auch schon wiederholt, sich vor Augen zu führen, dass das hiesige Gegenüber, immer nur das zum Interpretieren hat, was man von sich zeigt. Und wenn Du nun einmal nur diese Seite von Dir zeigst, gibt es für mich auch nichts anderes zu sehen.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Nein. Denn sonst müsste ich dieses Bauchgefühl wohl bei Vielen hier und anderswo haben - dem ist aber nicht so.[/quote]

Vielleicht liegt das schlicht daran, dass mein resultierendes Verhalten aus meinem Lebenslauf, Dir unverständlich ist. Wie gesagt, wie auch immer es sei, wenn Du 'Bauchgrimmen' hast, so ist das schlussendlich Dein Problem. Ich kann Dir nur sagen, dass Du mir keines mehr machst. ;-)

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Ich unterstelle dir nicht "fortgesetzt" böse Absichten - wo denn?
Und was meine Spekulation betrifft - deswegen benannte ich diese auch so - es kann natürlich genauso gut sein, dass dir dein Verhalten schlichtweg nicht bewusst ist.
Lediglich die Regelmäßigkeit deiner spöttischen Bemerkungen lässt mich [I]vermuten[/I], dass eine gewisse Absicht dahinter stehen [I]könnte[/I] - nicht muss.[/quote]

Nun ja, angefangen von der Unterstellung, ich würde quasi Verbrecher, bis hin zu Hitler legitimieren, bis hin zu der, ich könne hier subtile Aggressionen ausleben, gab es vorher auch schon so einiges zu bewundern. Im Grunde ist mir das auch gleich, ich zähle ungerne Erbsen. Ich habe einfach für mich beschlossen, mich mit Dir nicht mehr streiten zu wollen und zu versuchen, Dich besser zu verstehen. Mir geht es bisher sehr gut damit. :-) Und nein, ich empfinde es nicht so, als würde ich spotten, was im Übrigen dann wieder Deine Interpretationsweise wäre

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Keiner hier hat diesbezüglich pauschalisiert. [/QUOTE]

Na dann ist ja gut. :-)

....
Mondenkind79[QUOTE]Nun ja, ich musste mich an Deine auch erst einmal gewöhnen. Guter Wille vorausgesetzt. ;-)[/QUOTE]
Was ist denn an meiner Schreibweise so gewöhnungsbedürftig?
Immerhin überziehe ich niemanden mit spöttischen Bemerkungen.


[QUOTE]Natürlich interpretiere ich. Was tust Du denn mit Beiträgen?[/QUOTE]
Ich halte mich normalerweise an das, was ich lese, und beziehe mich dann inhaltlich darauf.

Wann immer jemand das System kritisiert, interpretierst du alles Mögliche in die betreffende Person hinein. Sei es nun, man würde "jammern", "in seinem Elend verharren wollen" oder "die Welt ablehnen". Gute Ratschläge in der Art man solle doch "endlich mal seinen Hintern hochbekommen" durfte sich ja der Ein oder Andere hier auch schon von dir anhören, wenn er bspw. das Hartz4-System kritisierte.
Ein inhaltlicher Bezug fehlte dabei.


[QUOTE]Nun ja, vielleicht wäre es hilfreich und das schrieb ich ja auch schon wiederholt, sich vor Augen zu führen, dass das hiesige Gegenüber, immer nur das zum Interpretieren hat, was man von sich zeigt. Und wenn Du nun einmal nur diese Seite von Dir zeigst, gibt es für mich auch nichts anderes zu sehen.[/QUOTE]
Warum sollte man bei einer politischen Diskussion überhaupt etwas in das Gegenüber interpretieren?
Menschen die mich hier, oder anderswo, privat kennenlernen, erfahren mehr von mir, weil es bei einem solchen Austausch dann in der Regel auch um mehr als Politik geht.


[QUOTE]Vielleicht liegt das schlicht daran, dass mein resultierendes Verhalten aus meinem Lebenslauf, Dir unverständlich ist. Wie gesagt, wie auch immer es sei, wenn Du 'Bauchgrimmen' hast, so ist das schlussendlich Dein Problem. Ich kann Dir nur sagen, dass Du mir keines mehr machst.[/QUOTE]
Deinen Lebenslauf kannte ich bis vor kurzem noch gar nicht.
Es geht hier auch nicht um ein "Bauchgrimmen", ich schrieb [I]Bauchgefühl[/I], womit ich nichts anderes als meine Intuition meine.


[QUOTE]Nun ja, angefangen von der Unterstellung, ich würde quasi Verbrecher, bis hin zu Hitler legitimieren, bis hin zu der, ich könne hier subtile Aggressionen ausleben, gab es vorher auch schon so einiges zu bewundern. Im Grunde ist mir das auch gleich, ich zähle ungerne Erbsen. Ich habe einfach für mich beschlossen, mich mit Dir nicht mehr streiten zu wollen und zu versuchen, Dich besser zu verstehen. Mir geht es bisher sehr gut damit. :-) Und nein, ich empfinde es nicht so, als würde ich spotten, was im Übrigen dann wieder Deine Interpretationsweise wäre[/QUOTE]
Zu der Hitler-Sache wollte ich im anderen Thread noch etwas schreiben, werde ich vielleicht später auch noch. Aber soviel hier schon mal: es ist nur die logische Konsequenz aus deinen Ausführungen. Warum einen Unterschied machen zwischen einem Kindesmissbraucher und einem Diktator? Weil es bei Letzterem mehr Opfer gibt? Beide sind Verbrecher, egal ob man zu ihnen in einem persönlichen Bezug steht oder nicht. Allein darum ging es mir. Ich hätte genauso gut Saddam Hussein oder Stalin als Beispiel nennen können, dann wäre mir der "Nazi-Keulen"-Vorwurf erspart geblieben.

Um mich besser verstehen zu können, wäre es vielleicht gar nicht schlecht, dich einfach auf das zu beziehen, was ich schreibe. Davon habe ich leider auch in dem anderen Thread wenig gemerkt.
Mondenkind79Ach so, ehe ich es vergesse:

[QUOTE]Edit zu den Links: Es gibt weitaus sachlichere Informationsquellen als gesellschaftfeindliche Privatpersonen/Propagandisten.[/QUOTE]

Zum einen interpretierst du in den Blogschreiber hinein, dass er "gesellschaftsfeindlich" und ein "Propagandist" sei. Ich erlebe ihn nicht so und bin schon bevor ich auf sein Blog stieß darauf gekommen, dass es Parallelen gibt zwischen dem, was ich in meiner Vergangenheit erlebt habe und dem, was unter dem kapitalistischen System abgeht - bin ich jetzt auch "gesellschaftsfeindlich", weil ich mir Gedanken darüber mache, was in unserer Gesellschaft schief läuft? Und was ist an meinen eigenen Gedanken und Gefühlen "propagandistisch"?

Zitat aus wikipedia: "Propaganda im modernen Sinne ist demgegenüber eine eigens zur Beeinflussung, Manipulation und Herrschaftssicherung eingesetzte Werbetechnik."

Welche persönlichen Vorteile sollte ich daraus ziehen, wenn ich meine Gedanken mitteile? Und wie sollte ich eine Herrschaft sichern, die ich gar nicht habe?

Zum anderen sind auf den von mir verlinkten Seiten massenhaft Links, sowie Zitate aus Fachbüchern vorhanden, die mal so gar keinen politischen Bezug haben.

Aber ich habe diese Links ja auch nicht speziell für dich gesetzt, vielleicht kann ja jemand anderes was damit anfangen. :)
ArrogantNickMondenkind,-

[QUOTE]Was ist denn an meiner Schreibweise so gewöhnungsbedürftig?[/QUOTE]

Gegenfrage, was ist es an meiner? Ich denke, dass es immer gewöhnungsbedürftig ist, sich auf das einzulassen, was das Gegenüber schreibt, ohne ihm/ihr dabei gleich alles Mögliche zu unterstellen, wenn das, was da geschrieben steht, nicht ins eigene Weltbild passt.

Die Reaktionen hier im Thread, bestätigen mich in dieser Sichtweise.

[QUOTE]Immerhin überziehe ich niemanden mit spöttischen Bemerkungen. [/QUOTE]

Das tue ich auch nicht. Du fasst mein Schreiben so auf, das kann ich nicht ändern.

[QUOTE]Ich halte mich normalerweise an das, was ich lese, und beziehe mich dann inhaltlich darauf.[/QUOTE]

Das tue ich auch und von meiner Warte aus, ist das hier im Thread auch sehr klar zu sehen. Dennoch tue ich das im Bewusstsein, dass alles was hier geschrieben, gelesen und schlussendlich verstanden wird, immer eine Interpretation des jeweiligen Rezipienten ist.

[QUOTE]Wann immer jemand das System kritisiert, interpretierst du alles Mögliche in die betreffende Person hinein. Sei es nun, man würde "jammern", "in seinem Elend verharren wollen" oder "die Welt ablehnen". Gute Ratschläge in der Art man solle doch "endlich mal seinen Hintern hochbekommen" durfte sich ja der Ein oder Andere hier auch schon von dir anhören, wenn er bspw. das Hartz4-System kritisierte.[/QUOTE]

Ebenso, wie immer etwas in mein Geschriebenes hineininterpretiert wird. Auch sehr schön hier nachzulesen. Quasi klassisch. :)

[QUOTE]Deinen Lebenslauf kannte ich bis vor kurzem noch gar nicht. Es geht hier auch nicht um ein "Bauchgrimmen", ich schrieb Bauchgefühl, womit ich nichts anderes als meine Intuition meine.[/QUOTE]

Ja - und diese sagt Dir, laut Deiner Aussage, nichts Positives. Darauf antwortete ich Dir. Nicht mehr - nicht weniger.

[QUOTE]Zu der Hitler-Sache wollte ich im anderen Thread noch etwas schreiben, werde ich vielleicht später auch noch. Aber soviel hier schon mal: es ist nur die logische Konsequenz aus deinen Ausführungen. Warum einen Unterschied machen zwischen einem Kindesmissbraucher und einem Diktator? Weil es bei Letzterem mehr Opfer gibt? Beide sind Verbrecher, egal ob man zu ihnen in einem persönlichen Bezug steht oder nicht. Allein darum ging es mir. Ich hätte genauso gut Saddam Hussein oder Stalin als Beispiel nennen können, dann wäre mir der "Nazi-Keulen"-Vorwurf erspart geblieben. [/QUOTE]

Du unterstellst, dass ich Verbrechen legitimiere, darum geht es mir. Und genau das tue ich nicht. Ich sage nur, dass man, um solche Dinge zu verhindern, nicht damit weiterkommen wird, alles stumpf zu verurteilen. Feindbildpflege halte ich nicht für angebracht, bzw. dienlich. Siehe auch meine Antwort im entsprechenden Thread.

[QUOTE]Aber ich habe diese Links ja auch nicht speziell für dich gesetzt, vielleicht kann ja jemand anderes was damit anfangen. [/QUOTE]

Ja, klar. Ich schrieb meine Meinung zu diesen Links und dass ich denke, dass es bessere gibt. Wo ist das Problem?

....
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
ArrogantNick, mir fällt eines seit längerem auf und zwar, daß die Mehrheit der User über's Thema diskutieren wollen, doch fast jedesmal wenn Du irgendwo in einem Thread auftauchst, wird's früher oder später persönlich und Du wirfst anderen ständig vor, was Du selbst andauernd tust und stellst Dich immer als Unschuldslämmchen hin, das nichts dafür kann. Und dann wären da auch noch Deine Signaturen, die unterschwellig zu verstehen geben, was Du von anderen hälst, die Deine Weltanschauung nicht teilen. Es langweilt langsam aber sicher ...[/quote]

Ich empfinde das gänzlich anders, wie ich hier bereits ausführte. Aber wenn es Dich langweilt, steht es Dir doch frei, es zu überlesen und Deinen Teil zum Thema beizutragen - so wie ich den Meinen. Edit: Welche Signaturen meinst Du?

[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
Und wenn Mondenkind hier Links eingestellt hat, die nicht Deinem Niveau zu entsprechen scheinen, weil sie Dir nicht sachlich genug sind ... was ist denn sachlich genug ... jenes, was Du alleine für richtig hälst oder wie? Laß' doch einfach mal gelten, daß andere eben andere Ansichten haben und daß Deine nicht die alleinig Richtige ist und Deine Erfahrungen nicht für alle Welt gelten, sondern nur für Deine Welt.[/quote]

Das tue ich. Ich schreibe mein Empfinden dazu, ebenso wie Du.

[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
Und wenn es hier um Erfahrungen geht, die zunächst negativ zu sein scheinen, dann ist es gut so, wie es ist, denn das Schlechte ist irgenwie auch das Gute und das Gute kann auch das Schlechte sein. Keine Ahnung, warum Du immer wieder auf dem anscheinend Negativen herumhackst und auf dem angeblichen Jammertal, das Du allerorten zu erkennen scheinst. Vielleicht ist aber eher das Jammertal in Dir, sonst würdest Du es nicht erkennen! [/quote]

Wer wird hier jetzt persönlich? ;-)

[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
Manche Menschen empfinden das Leben vielleicht als Jammertal, ja und. Willst Du Ihnen ihre Empfindungen streitig machen und wenn es das Bauchgefühl von Mondenkind ist!? Nur weil für Dich etwas nicht schlimm ist, heißt das noch lange nicht, daß es für jemand anderen nicht die Hölle sein kann. Und nur weil Du Dich so toll therapiert hast oder hast lassen, heißt das auch noch lange nicht, daß jemand anderer das auch so toll auf die Reihe kriegt oder kriegen muß. Dein Weg muß für jemand anderen lange nicht der richtige sein! [/QUOTE]

Das habe ich auch nie behauptet. Ich schreibe hier von mir und wie ich das sehe. Dieses Recht hat jeder und kann auch jeder für sich nutzen.

So - na dann, wie wäre es denn, wenn wir jetzt zurück zum Thema kommen? ;-)

....
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
Ich frage mich, was Deine Aktionen sollen. Was gibt es Dir, Dich über andere oder anders Denkende lustig zu machen? [/quote]

Ich mache mich nicht lustig. Wie kommst Du darauf?

[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
Oder ist es vielmehr ein Dich wichtig machen, damit Du nicht übersehen oder überlesen wirst? Du scheinst Spaß an diversen Spielchen zu haben und gerne zu manipulieren. Gehört das nicht auch zum Borderline-Krankheitsbild?! Womit wir wieder beim Thema wären ...[/quote]

Ui - das wird aber jetzt mächtig persönlich. ;-)

Wenn Du mich so wahrnimmst, ist das zwar nicht schmeichelhaft, aber nicht zu ändern. Ich spiele weder Spielchen, noch manipuliere ich.

Aber sagtest Du nicht, Dir wäre es wichtig, das Thema sachlich zu behandeln?

[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
Es war z. B. die Signatur in Sachen Esoterik und noch diverse andere mehr, die ich im Detail nicht mehr im Kopf habe. [/QUOTE]

Nun - sind sie denn noch da? Ich habe sie entfernt - was das wohl aussagt, hm?

Und wieder, wie wäre es, jetzt zurück zum Thema zu kommen? Und zwar sachlich, so wie Du es forderst.

....
Mondenkind79Ja, das mit den Spielchen und dem manipulieren ist mir auch schon oft durch den Kopf gegangen...


@ArrogantNick

Ich kann mir gut denken, warum du ganz besonders die Seite "autismuskritik" so vehement ablehnst - nicht, dass noch jemand auf die Idee kommt, dass die Beschreibung der Als-Ob-Persönlichkeit möglicherweise auf dich zutreffen könnte.
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
[B]Ja, das mit den Spielchen und dem manipulieren ist mir auch schon oft durch den Kopf gegangen...


@ArrogantNick

Ich kann mir gut denken, warum du ganz besonders die Seite "autismuskritik" so vehement ablehnst - nicht, dass noch jemand auf die Idee kommt, dass die Beschreibung der Als-Ob-Persönlichkeit möglicherweise auf dich zutreffen könnte. [/B][/QUOTE]

Mir ist noch nicht ganz ersichtlich, warum es einigen Menschen so immens wichtig zu sein scheint, mich unbedingt in eine Ecke stellen zu wollen, aber bitte, wie gesagt, weder manipuliere, noch spotte ich.

Ich habe mich hier nach Kräften bemüht, das Thema sachlich zu behandeln und mich nicht auf Streit einzulassen. Und genau das, mich nämlich nicht auf Streit einlassen, werde ich auch weiterhin tun.

Für so etwas ist das Thema nämlich im Grunde wirklich zu ernst.

.
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
[B]Unschuldslämmchen, ... [/B][/QUOTE]

In diesem Falle - eindeutig. Ist ja nachzulesen. :)

.
smart_hicksMeine Ex-Freundin hatte Borderline. Es sind komplizierte aber sehr interessante Menschen, wobei ich das natürlich nicht verallgemeinern sollte.
smart_hicksUi, scheint ja mächtig in eine Diskussion ausgeartet zu sein. Sollte mir vielleicht den ganzen Thread durchlesen, bevor ich los schreibe :).
smart_hicksMondenkind's Beiträge beziehen sich auch auf gesellschaftliche Entwicklungen, was mir an ihren Beiträgen auch immer sehr gut gefällt, denn wer kann ernsthaft in Abrede stellen, dass die Gesellschaft in ihrer gegenwärtigen Form ein krankhaftes Geschwür ist. Es tut mir wirklich leid, aber auch ich fühle mich in diesem System mehr als unglücklich. Ich würde die Gesellschaft auch nicht Borderline-Gesellschaft nennen sondern eher als soziopathisch, narzisstisch und materiell orientiert definieren (entsprechend der Mentalität eines Durchschnitts-Michels). Dieses als krankhaft definierte impulsive Verhalten kann auch nützlich sein um bestehende verkrustete Strukturen aufzubrechen. Und wie schon oft erwähnt wurde, sind Borderliner oft sehr kreativ begabt, ob Arrogant das nun der Persönlichkeitsstörung zuschreibt oder nicht - und gerade Kreativität brauchen wir um die Verhältnisse zum Positiven zu ändern. Ich würde sagen, wir müssten alle etwas mehr Borderline sein, haha :).

Gruß

Hicks
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von smart_hicks [/i]
Ich würde sagen, wir müssten alle etwas mehr Borderline sein, haha :).
[/QUOTE]

Mir war es schlicht wichtig, einen Gegenpol zu bieten, zu dem ganzen unfundierten Klagen über die Gesellschaft, das ich als die eigentliche Krankheit unserer Zeit empfinde. Der zitierte Satz bestätigt mich in dieser Ansicht.

Wer sich wirklich fundiert informieren möchte, der kann das z. B. [URL=http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/borderline/borderline.phtml]hier[/URL] und [URL=http://www.psychiatriegespraech.de/psychische_krankheiten/persoenlichkeits_stoerungen/persoenlichkeitsstoerungen_therapie.php]dort[/URL] tun.

.
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von shadowflower [/i]
[B]Du solltest mal einiges von Erich Fromm lesen ...

Zum Beispiel ... "Die Pathologie der Normalität" [/B][/QUOTE]

Das habe ich getan. Ebenso Arno Gruen, den ich seit geraumer Zeit schon, gerne weiterempfehle. Überhaupt bin ich häufiger Kunde beim [URL=http://www.antipsychiatrieverlag.de/]Antipsychiatrieverlag[/URL]. Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass es ein Fehler ist, Autoaggression und destruktives Verhalten positiv zu konnotieren, das ist mE nämlich eine gänzlich abwegige Interpretation derartiger Literatur. ;)

.
solipsismusDass "der Wahnsinn der Normalität" existiert, stellt hier ja niemand in Abrede, aber der Erkrankung Borderline lapidar in den Weg zu stellen, dass die ganze Gesellschaft krank ist, finde ich doch etwas daneben.
Man könnte die Pathologie der Arbeitswelt in einem anderen Thema diskutieren, wenn hier aber das Thema Borderline ist, verstehe ich nicht ganz, wie sich der Thread eher dahin entwickeln konnte, die Erkrankung sozusagen zu rechtfertigen.
(Natürlich meine ich damit nicht, dass ich Erkrankten die Schuld für die Krankheit gebe, sondern dass es nur vom Thema ablenkt, wenn man immer größere Kreise darum zieht.)
Vor allem auch, wenn man Versuche anstrengt, die anderen Mitschreiber irgendwie zu charakterisieren. Dann soll es doch einen "Was ich von dir halte" Thread geben.
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von Replique [/i]
[B]Wahrscheinlich hat sie ja keine Borderline-Störung... [/B][/QUOTE]

Nicht mehr - nein. :) Und darüber ist 'sie' verdammt glücklich, denn 'sie' weiß (rückblickend und im Vergleich zu heute), wie unsagbar grauenvoll man sich damit fühlt.

.
ArrogantNick[QUOTE][i]Original geschrieben von Replique [/i]
Du weißt, daß ich das weiß. Hm?[/quote]

Nein, nicht wirklich. Ich lese zwar manchmal Deine Pfade mit und denke mir natürlich auch meinen Teil dazu, aber von Wissen kann dennoch nicht die Rede sein.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Replique [/i]
Und vielleicht fühle ich sogar, was Du mal fühltest. Zumindest wenn ich den Auswertungen der Selbsttests Glauben schenke. Ich hätte, so es denn zutrifft, allerdings keine Lust, ein Problem, das ich eventuell habe, zu glorifizieren oder gar andere/die Welt dafür verantwortlich zu machen. So leide ich also vielleicht doch nicht daran... :-)[/QUOTE]

Also diese Selbsttests können ja immer nur Anhaltspunkte bieten, das sollte man mE nicht zu ernst nehmen. Der eigentliche Indikator, ist meiner Ansicht nach der eigene Leidensdruck, der wiederum jedoch die positive Eigenschaft aufweist, einen schlussendlich zu motivieren, sich helfen zu lassen und die, oftmals auch schweren und unangenehmen Therapien, zu bewältigen und durchzustehen. Wenn Du Dir Gewissheit wünschen solltest, wirst Du um einen Besuch beim Psychiater/Psychologen nicht herumkommen.

Aber wie auch immer es sei, ich wünsche Dir alles Gute. :)

Ebenfalls lieben Gruß
Mischa
solipsismusHimmel, ÂmeNoir, wenn man sich Mühe gibt, kann man sich immer missverstanden fühlen.

Ich habe doch geschrieben, dass die Gesellschaft krank genug ist. Und niemand (hoffe ich) hat behauptet, dass die Krankheit die Schuld der Erkrankten ist, weil sie sie sich herbeigewünscht hätten.
Sicherlich werden Menschen auch deswegen zur Therapie geschickt, weil sie ihrem Umfeld/der Gesellschaft zu anstrengend sind, wenn sie sich anders benehmen.
Aber würdest du tatsächlich mit einer schweren Depression, wenn du die Wahl hättest, aus purem Trotz depressiv bleiben? Es ist doch [i]für die Erkrankten[/i] gerade kein Zuckerschlecken, was da mit ihnen geschieht, also sehe ich keinen Grund, [i]nicht[/i] in Therapie zu gehen. (Außer es gibt triftige Gründe wie schlechte Therapeuten o.ä.)

Da das Thema "Borderline" (oder so ähnlich...) heißt und nicht "unsere Gesellschaft ist krank - sie macht krank" ist es nur logisch, dass man die Krankheit diskutiert und welche Verhaltensweisen daraus folgen. Wenn einige sich deswegen angegriffen fühlen, war das sicher nicht Zweck des Threads.
Aber nur, weil ich öfter Kopfschmerzen habe, gehe ich nicht auf die Barrikaden, wenn jemand mal erwähnt, dass Leute mit Migräne oft unerträglich sind. - Ich hoffe, der Vergleich ist verständlich.

Dass der Umgang mit Boderlinern teils schwer ist, ist ja, wie du selbst sagst, korrekt. Und genau so, wie ich nicht mit Leuten befreundet bin, die nur Mist quatschen, kannst du niemandem sein Recht absprechen, seine Beziehungen zu einem/r Borderliner/in zu kappen, weil er nicht mehr damit umgehen kann.
Sicherlich brauchen Menschen die Unterstützung anderer, aber wenn die Leute, die monatelang versuchten zu helfen, die Situation langsam selbst nicht mehr ertragen, haben sie durchaus das Recht, sich selbst zu schützen und zu gehen.

Wirklich, es hilft, wenn man neutrale Aussagen als solche erkennt und sich nicht immer Mühe gibt, den Satzteil zu finden, der sich auf einen selbst beziehen zu scheint.
ArrogantNickHallo ÂmeNoir,-

[QUOTE]Ich weiß nicht aber irgendwie erweckt sich mir hier der Eindruck, daß nur der Erkrankte als Therapiebedürftiger dargestellt wird und alleine an ihm irgendwas nicht in Ordnung zu sein scheint, was wieder zum Funktionieren gebracht werden muß. Das ist m. E. absolut zu kurzsichtig gedacht. Denn jemand erkrankt einfach aus heiterem Himmel, was heißen soll, daß die Ursache nicht in der Erkrankung liegt, diese zeigt lediglich etwas deutlich auf. Seelische Grausamkeiten beginnen nicht erst da, wo jemand austickt und nicht bei dem, der austickt, sondern weit vorher.[/QUOTE]

Diesen Eindruck wollte zumindest ich, nicht erwecken. Es hat meiner Ansicht nach durchaus Gründe, dass Menschen erkranken. Wäre die Welt ein vollkommen heiler Ort, gäbe es auch keine Krankheiten wie Borderline, die, da stimme ich mit Dir vollkommen überein, [u]immer[/u] eine Folge von krank machenden Umständen/Zuständen sind. Inwieweit diese Zustände wieder aus Krankheiten entstehen, die wiederum aus krank machenden Zuständen/Umständen entstanden sind, lässt sich meiner Erfahrung nach kaum abschätzen. Ich persönlich bezeichne das als 'die Spirale des Elends'.

Leid und Krankheit, das/die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Kinder die, selbst gequält, als Eltern selbst zu Tätern werden usw. Ich sehe das und ich weiß das, denn meine Mutter und meine Großeltern, passen perfekt in dieses Schema. Ich wiederum, versuche es zu durchbrechen, soweit mir dies möglich ist.

Wie gesagt, wir sind uns hierin vollkommen einig.

[QUOTE]Und niemand macht mir weiß - das ist in NW in anderen Threads auch schon häufig diskutiert worden - daß die Welt Friede, Freude, Eierkuchen ist und wir uns alle ganz lieb haben. Und nur weil die Menschen immer mehr abstumpfen und diese Abgestumpftheit zur Normalität erklärt wird, weil se zur Gewohnheit geworden ist und sie selten mehr bemerkt wird, sind die, die noch Gefühl und Sensibilität im Leib haben, sich Feingefühl bewahrt haben, letztendlich die "Verlierer", da sie diesen Wahnsinn schwer oder garnicht aushalten und möglicherweise sogar daran zerbrechen. [/QUOTE]

Und das sehe ich wiederum anders. Ich erlebte es so, wie ich es hier im Thread ja auch schon beschrieb, nämlich [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1727366#post1727366]exakt in diesem Posting[/URL] (nach dem Absatz an Hrefnadis). Ich erlebe die Normalität nicht als Abgestumpftheit generell, aber als z. T. sehr anstrengend, das ist richtig. Es ist nicht leicht, sich zwischen all den Anforderungen des Alltags zu behaupten und sich genügend Zeit für die eigene Emotionalität und Reflexion zu nehmen. Aber ich sehe es so, dass das Leben und dieses System zwar einerseits viel Kraft erfordern, andererseits aber auch sehr viel Schönes bereithalten. Ich versuche für mich, eine gewisse Ausgeglichenheit im Blick zu behalten, was meint, zwar einerseits mir nichts zu Beschönigen, andererseits aber auch immer all das Großartige und Schöne des Lebens nicht zu vergessen.

Das muss gar nicht so etwas Großes sein. Die kleinen Freunden im Alltag sind oft schon sehr hilfreich für mich. Ein gutes Buch, eine schöne Tasse Tee, das Schmusen mit meinen Katzen und meinem Mann, ein schönes Gespräch mit einem Freund oder einer Freundin. Mir erscheint es einfach wichtig, mich persönlich nicht nur auf all das Prekäre, Leidvolle zu fokussieren, sondern auch das Heilsame, Geborgene und Schöne im Blick zu behalten.

[QUOTE]ArrogantNick, wenn Du das Buch "Der Wahnsinn der Normalität" und "Der Verlust des Mitgefühls" von Arno Grün intensiv gelesen hättest, wüßtest Du, wovon ich hier schreibe, denn Arno Grün äußerst sich sehr ähnlich dem, was ich hier von mir gebe. [/QUOTE]

Das ist richtig. Allerdings tut er dies im Rahmen einer These zur generellen Destruktivität des Menschen. Er gibt seinem jeweiligen Buch eine klare Richtung und sagt, dass er zu erklären versucht, wie Leid, Not und Elend entstehen und sich manifestieren. In einem solchen Rahmen, ist es mir annehmbar, dass er sich auf sein Thema, nämlich das Destruktive, Leidvolle, fokussiert.

Hier im Board jedoch und auch im Kontext dieses Threads, betrachte ich das Ganze mehr im Rahmen eines Erfahrungsaustausches und da ist meine Erfahrung eben so, dass es mir und keinem Menschen der mir bekannt ist, gut bekommen wäre, sich in Unterhaltungen und seinem Denken, immer ausschließlich auf das Negative zu konzentrieren. Daher meine vehementen Versuche, hier darzulegen, dass zwar die Erkrankung als solches, nicht positiv ist, dass aber eine Heilung, bzw. ein Teil davon, darin bestehen kann, das Positive in sich selbst und dem eigenen Leben, wieder verstärkt wahrnehmen zu können.

[QUOTE]Weil ich gerade bei Büchern bin ... in etlichen Büchern werden Borderliner als die große Bedrohung dargestellt, die man am besten meidet und von Psychologen, Psychiatern etc. dementsprechend verurteilt. Das finde ich ziemlich daneben. Wenn man sich mal intensiv mit der Materie beschäftigt hat und mitkriegt, was in einem Borderliner abgeht, wie er auch selbst unter eigenen Verhaltensweisen leidet und wie schwer es überhaupt ist, mit erlebten Grausamkeiten weiterzuleben, dann kann man entsprechend Verständnis entwickeln. Das soll nicht heißen, daß sich der Umgang mit Borderliner einfach gestaltet, sicherlich nicht, doch sie sind keine Aussätzigen, die zu meiden sind.[/QUOTE]

Natürlich sind sie das nicht! Was liest Du denn da für Bücher? :eek:

Es geht mir auch keinesfalls darum, mich selbst rückwirkend zu verurteilen, schließlich hatte ich diese Diagnose auch, amtlich und mit Stempel sozusagen. Aber ich weiß auch, wie die Mechanismen der Identifikation und Glorifizierung dieser Krankheit, mir im Wege standen und wie sehr ich mit ihnen ringen musste. Und genau darum ist mir die Betonung so wichtig, dass nicht die Borderline das positive Wesen eines Menschen ausmacht, sondern erst ihr Wegfall, so dass besagter Mensch sich selbst endecken und entfalten kann. Nicht die Krankheit hat/bringt das Potential eines Menschen. Vielmehr pervertiert die Krankheit es und überlagert es. Ich hatte dazu ja auch schon einiges geschrieben hier im Verlauf des Themas.

Das Potential, all das Liebenswerte und Kreative, das wohnt tief im Menschen selbst, in seinem letzten gesunden Rest, ganz tief im Innen. Dieses Innere ist eingekapselt von der Krankheit, die im Grunde nichts weiter ist, als ein gewaltiger Schutzwall, ein Bollwerk der Psyche, um sich zu retten vor all den Verletzungen und Schmerzen, die im Außen lagen. Und die Heilung bedeutet, diesem Innen, dem eigentlichen Menschen, wieder Licht, Luft, Raum und Liebe zukommen lassen zu können, bzw. dass betreffende Person all dies wieder für sich entdecken und annehmen kann.

....
ArrogantNickNachtrag:

Vielleicht einmal zur Verdeutlichung, warum ich die Borderline nicht positiv konnotiert sehen will > Ich litt damals unter einer massiven Soziophobie (unter vielen anderen Symptomen), wollte mir dies aber nicht eingestehen. Also häutete ich mir die Fußsohlen mit einem Nagelknipser ab und das regelmäßig. Ich sagte, dass ich schließlich die Hornhaut entfernen müsse, das gehöre zu gepflegten Füßen schließlich dazu. Ich zog die Haut ab, bis auf das blanke Fleisch und saß dann da, ein heulendes, zitterndes Bündel Schmerz, das aber sich gerade die perfekte Legitimation geschaffen hatte, nicht einkaufen gehen zu müssen.

Das übernahm dann mein Mann, der mich so vorfand und, nachdem er mich tröstete und versorgte, nach seinem harten Arbeitstag dann auch noch die Einkäufe und den Haushalt erledigte.

Das war unser Leben damals (nur ein kleiner Ausschnitt, ich hatte jede Menge dieser Klopper drauf und es erstaunt mich noch heute, dass mein Mann all dies mit mir durchstand). Und sowas wünsche ich nicht meinem ärgsten Feind.

.
Mondenkind79Ich möchte hier aber noch mal auf eine andere Definition von Borderline hinweisen. Es ist doch so, dass in der Regel Menschen in die Psychiatrie kommen und eine Diagnose verpasst bekommen, die gemessen an der gegenwärtigen Gesellschaft auffällig werden.
Was aber ist mit denen, die in dieser Gesellschaft nicht auffallen, weil sie sich gut an sie anpassen können (also gut funktionieren), aber sich dennoch destruktiv gegenüber anderen Menschen verhalten? Laut der offiziellen Diagnosen wären diese nicht krank, aber ihrem Verhalten nach sind sie es meiner Meinung nach. Und auch das Kriterium des eigenen Leidensdrucks kann hier nicht herangezogen werden, weil diese Menschen selbst nicht darunter leiden. Ihr Umfeld leidet jedoch.

Mittlerweile weiß ich, dass ich schon mit ein paar Menschen dieser Art zu tun hatte, und die hatten nicht immer unbedingt die typischen Borderline-Symptome. Wenn jemand auf irgendeine Weise "schwierig" oder "kompliziert" ist oder "verrückte" Verhaltensweisen hat (gemessen an dem, was in unserer Gesellschaft als normal gilt), damit kann ich umgehen.

Aber wenn jemand, ob nun absichtlich oder nicht, andere Menschen schädigt, durch lügen, Intrigen spinnen und manipulieren, da bin ich mittlerweile rigoros und verbanne eine solche Person ganz schnell wieder aus meinem Leben, sobald ich das bemerke. Und ich bin keineswegs ein Mensch, der sich nicht bemüht, Konflikte zu lösen, aber ich habe immer wieder bei betreffenden Menschen festgestellt, dass es überhaupt nichts nützt ihr Verhalten anzusprechen, weil sie nicht zur Reflektion über ihr eigenes Handeln fähig sind und sich nicht in andere Menschen hineinversetzen können.


Ich hab eine [URL=http://www.thieme.de/presseservice/archiv/buchmesse99/borderline.html][color=lightblue]Rezension[/color][/URL] von dem Buch "Borderline – weder tot noch lebendig" von J. E. Mertz gefunden, die das Problem, das ich meine, gut zusammenfasst:

[QUOTE] [B]Warum Borderliner in unserer Gesellschaft Erfolg haben[/B]

Marilyn Monroe, Albert Einstein und Josef Mengele haben eins gemeinsam: Das Problem mit anderen Menschen Beziehungen einzugehen. Der Grund dafür ist, dass vermutlich alle Drei unter einer Borderline-Störung litten. Der klinische Psychologe J. Erik Mertz geht in seinem Buch "Borderline - Weder tot noch lebendig" davon aus, dass 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung unter diesem Syndrom, das meist ohne offensichtliche Symptome verläuft, aufweisen.
Nach 100 Jahren Rätselraten weiß die Wissenschaft immer noch wenig über das Phänomen der Grenzpersönlichkeiten. Borderliner scheinen den total-simulativen Menschen zu verkörpern. Nichts an ihnen ist echt. Ihnen fehlt der "authentische" Kern. Ihre Identität wechseln sie schneller als das Chamäleon die Farbe. Versucht eine authentische Persönlichkeit mit einem Borderliner in engere Beziehung zu treten, sind die Konflikte vorprogrammiert.
Sie trifft auf ein Gegenüber, das ungreifbar, unerklärbar und nicht selten destruktiv ist. Denn die Borderline-Persönlichkeit versucht den eigenen Beziehungsmangel durch Manipulation und Kontrolle auszugleichen. Mertz fordert, das Verständnis der menschlichen Subjektivität völlig neu zu überdenken. Nur so ließe sich das Borderline-Phänomen richtig einordnen. Er versteht dieses "Zwitterphänomen" als eine völlig andere Form des Wahnsinns: die einzige realitätsfähige![/QUOTE]

Das klingt schon anders als das, was man so allgemein über Borderline liest. Und gerade der letzte Satz sollte einem doch zu denken geben...
Denn dann muss man sich schon fragen, was das eigentlich für eine Realität ist, in der wir leben?!


Edit: Ja, und was ich eigentlich noch sagen wollte: womöglich sind eben gar nicht alle als Borderline Diagnostizierte auch tatsächlich Borderliner.
Denn wenn ich mir so die Symptome einer PTBS anschaue: Depressionen, Dissoziative Störungen, Bindungsstörungen, Suchtverhalten, Aggressive Verhaltensmuster, Selbstverletzendes Verhalten, Suizidversuche - das sind die selben Symptome, die auch bei einer BPS u.a. genannt werden.

Jemand mit einer PTBS kann sicherlich auch gleichzeitig ein Borderliner nach der Mertz-Definition sein, aber genausogut eben auch über einen authentischen Kern verfügen, und da wäre dann die Borderline-Diagnose falsch.

Bei jemandem, der "nur" unter einer PTBS leidet, bewirkt eine Therapie, bei der er einfach nur über seine Vergangenheit reden darf und als eigenständiger Mensch wahrgenommen wird, nach und nach eine Verringerung der Symptome. Zumindest habe ich das so erlebt. Aber wieviele Therapeuten gibt es schon, die sich so verhalten? Die meisten drücken einem erst mal irgendeinen Stempel auf, womit man sich dann gleich noch viel kränker fühlt und wollen einen hauptsächlich wieder leistungsfähig machen...
ArrogantNickMoin ÂmeNoir,-

[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
Wie ich hier im Thread schon geschrieben habe ... ich hatte in meinem Bekanntenkreis Borderliner und weiß, was da abgehen kann und das fühlt sich oft furchtbar an und geht auch teils an die Grenze des Erträglichen und es ist nicht einfach, mit jemandem sowas durchzustehen, der sich z. B. verstümmelt, ohne dabei selbst Schaden zu nehmen. [/quote]

Genau das ist mir auch ein wichtiger Punkt, nämlich dass die Angehörigen oft allein gelassen sind in all dieser Problematik. Der Erkrankte selbst kann therapiert werden (wird es auch oft - glücklicherweise), aber ich habe es oft miterlebt, dass die Menschen, die betreffenden Erkrankten dann begleiteten, hinterher selbst therapiebedürftig waren, je nachdem, wie heftig die ganze Geschichte war.

Das Ganze ähnelt den Konzept der [url=http://www.borderline-partner.de/coab.html]Co-Abhängigkeit[/url].

[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
Was die Bücher angeht ... ArrogantNick, das sind teils die üblichen Bücher über Borderline, hauptsächlich welche für Angehörige, in denen beschrieben steht, wie man mit Borderlinern am besten umgeht. Gebrauchsanweisungen, bei denen vergessen wurde, daß Borderliner fühlende Wesen sind. Borderliner ist zudem nicht gleich Borderliner, so kann [....]und warf nicht mir irgendwelchen psychologischen Konstrukten um sich, die in Fachbuch XY zu finden sind oder von Professor X gelehrt wurden oder von jemandem verfasst wurden, der wohl nichtmal annähernd erahnen konnte, was es heißt, Borderliner zu sein und wie es sich anfühlt.[/quote]

Ja - Theoretiker und (ich sag's mal ganz böse) 'Schwätzer', gibt es auf allen Gebieten. Menschen, bei denen man das Gefühl bekommt, sie bilden sich ein, dass man das Leben aus Büchern kennenlernen kann und die dann, im Brustton der Überzeugung, Vorträge halten und Bücher verfassen, dass man, hat man auch nur ein wenig reale Erfahrungen auf betreffendem Gebiet, meint, sich die Haare raufen zu müssen. Ich habe vor einigen Jahren auch mal so 2-3 solcher Bücher gelesen und fand darin so wenig Nahrhaftes, dass ich für mich beschlossen habe, das nicht mehr zu tun. Verhindern, dass Leute Bücher schreiben, kann ich sowieso nicht und bevor ich mich endlos ärgere und noch auf die Idee komme, von Nixblickern umgeben zu sein, habe ich mir angewöhnt, solcherlei Literatur zu meiden.

Im Netz gibt es einige ganz gute Angebote. Natürlich auch viel Kappes, wie auf jedem Gebiet, aber einige Perlen sind immer mal dazwischen. Und ich bin, das erwähnte ich ja auch schon einmal, nun ebenfalls dabei ein [url=http://www.spiriforum.com/]Projekt[/url] ins Netz zu stellen, das sich u. a. mit dieser Thematik beschäftigen wird. Es ist im Aufbau und es soll mein Teil und meine Art werden, etwas von dem zurückzugeben, was ich selbst an Hilfe erfahren habe. Das zumindest ist meine Intention dabei. Zumindest in Punkto Borderline (und einiger anderer Begleiterkrankungen) weiß ich wovon ich rede und hoffe, genau aus diesem Grunde, meine Sache dort gut machen zu können. :)

[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
Und noch am Rande bemerkt, mir geht es hier weder darum, etwas zu verharmlosen, noch zu verteufeln. [/quote]

solipsismus hatte es auch schon angemerkt, aber ich möchte es auch noch einmal sagen: Viele Dinge die ich scheibe, sind allgemeine Aussagen, die man zwar auf sich beziehen kann, aber nicht muss. Ich für meinen Teil, habe Dich weitaus weniger persönlich angesprochen, als das bei Dir womöglich angekommen ist. Das sind leider die Tücken des rein Schriftlichen, man hat nun einmal nur die reinen Worte vor der Nase und das wirkt oft... hm... 'biestiger' als es gemeint ist. Auch meine Aussagen bezüglich der Kliniken und der Therapeuten, waren tatsächlich allgemeiner Natur. Es geht mir auch nicht darum, irgendwem meinen Weg aufdiktieren zu wollen, sondern ich erzähle davon, im Zuge dessen, mich verständlich zu machen und woher meine Ansichten zu dem Thema kommen. Dabei geht es mir nicht darum, irgendwem Anderes seine Erfahrungen wegnehmen zu wollen, was ja auch gar nicht geht.

[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
Verstehen, sich weiterentwickeln oder helfen kann man am besten, wenn man sich intensiv mit Dingen auseinandersetzt. Dies beinhaltet für mich auch die scheinbar negativen, schlimmen Dinge. [/quote]

Auch hierin, sind wir vollkommen einer Meinung. Für mich persönlich ist es jedoch so, dass ich versuchen muss, ein Gleichgewicht zu halten, zwischen der Beschäftigung mit negativen und positiven Dingen, alles Andere tut mir persönlich gar nicht gut, wie ich wiederholt feststellen musste.

[QUOTE][i]Original geschrieben von ÂmeNoir [/i]
Negativ ist für mich nicht gleich negativ, denn alles zunächst negativ Scheinende bietet letztendlich eine Chance zur Entwicklung des Positiven, auch wenn es auf den ein oder anderen hier möglicherweise so den Eindruck macht, u. a. ich würde alles dunkelschwarz sehen. Im Negativen steckt das Positive. Und die Gesellschaft, die ich hier als abgestumpft sehe, bietet mir die Chance, nicht abzustumpfen und sensibel zu bleiben. [/QUOTE]

So - und jetzt kommt's ;-) - auch hierin sind wir grundsätzlich, völlig einer Meinung. Das Problem liegt, siehe vorletzter Abschnitt, in der rein schriftlichen Form. Man sieht immer nur, was am Ende 'hinten rauskommt'. Das heißt, das Gegenüber nimmt im Grunde nur das wahr, was derjenige hier von sich wiedergibt. Und, so empfinde ICH es, bitte jetzt nicht angegriffen fühlen, bei Dir nahm ich es immer so wahr, dass Du die Überlegung quasi nicht bis zum Ende führtest. Denn, wir sind uns vollkomen einig, dass im Negativen auch das Potential zum Positiven zu finden ist (und umgekehrt), alledings hatte ICH den Eindruck (und der muss, wie gesagt von Dir nicht beabsichtigt sein, also auch hier, das soll kein Angriff sein), dass Du Dich fast ausschließlich mit dem Negativen beschäftigst, aber das Positive darin zu kurz kommt. Wie gesagt, wir reden über das, was hier auf den Board sichtbar ist, denn mehr habe ich nicht um mir einen Eindruck zu verschaffen.

Es kann im realen Leben alles ganz anders sein, allerdings, und davon kann nun ich mich nicht freisprechen, schließe ich automatisch immer auch ein wenig von mir auf Andere und daher hatte ich oft das Empfinden, dass es Dir ähnlich gehen könnte, wie mir eine ganze Weile lang. Da habe ich mich quasi 'übersättigt' mit negativen Eindrücken und war daraus resultierend darauf dann so fokussiert, dass ich im Ganzen ein wenig in einem Loch der Destruktivität versank, einem aus Traurigkeit und Frustration. BITTE - DAS MUSS BEI DIR NICHT SO SEIN! Ich sage nur, dass ich diesen Eindruck bekam, da ich das ein wenig meinte, in Deinen Zeilen wiederzufinden, also meine damalige Grundstimmung.

Aber selbst wenn, so bedeutet es ja nicht, dass ich Dir das wegnehmen will, so ich etwas Positives schreibe, bzw. aus meiner Sicht schildere. Schließlich sind das hier nur Worte und ich kann Dich damit nicht zu irgendwas zwingen, was ich im Übrigen auch gar nicht will. Ich spreche halt von mir und aus meiner Warte heraus. Mag sein, dass dadurch, dass ich mittlerweile ziemlich punktgenau schreiben kann, das etwas dominanter wirkt als ich es meine, aber grundsätzlich tue ich nichts anderes als Du und, ehrlich, ich will Dir nichts vorschreiben, Dich verändern oder ärgern - wirklich nicht.

Können wir einen Punkt setzen an dieser Stelle? Und sagen, wir versuchen das mit der Verständigung jetzt nochmal? Ich fände das gut.

MfG
Mischa
ArrogantNickHi Mondenkind,-

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Ich möchte hier aber noch mal auf eine andere Definition von Borderline hinweisen. Es ist doch so, dass in der Regel Menschen in die Psychiatrie kommen und eine Diagnose verpasst bekommen, die gemessen an der gegenwärtigen Gesellschaft auffällig werden. Was aber ist mit denen, die in dieser Gesellschaft nicht auffallen, weil sie sich gut an sie anpassen können (also gut funktionieren), aber sich dennoch destruktiv gegenüber anderen Menschen verhalten? [/quote]

Jep - sehe ich auch so, das mit den Auffälligkeiten. Wobei, da fällt mir eine Reportage ein, die ich vor einiger Zeit sah, eine über Soziopathen. Also das, was auf der Seite 'Autismuskritik' thematisiert wird, sowas wie 'die Pathologie des Unauffälligen'. Wobei ich persönlich, rein erfahrungsgemäß, davon ausgehe, dass diese Fälle in der absoluten Minderheit sein dürften. Ich zumindest, bin bisher nur einem einzigen Menschen begegnet, auf den die Bezeichnung 'Soziopath', meines Erachtens komplett gepasst hätte.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Was aber ist mit denen, die in dieser Gesellschaft nicht auffallen, weil sie sich gut an sie anpassen können (also gut funktionieren), aber sich dennoch destruktiv gegenüber anderen Menschen verhalten? Laut der offiziellen Diagnosen wären diese nicht krank, aber ihrem Verhalten nach sind sie es meiner Meinung nach. Und auch das Kriterium des eigenen Leidensdrucks kann hier nicht herangezogen werden, weil diese Menschen selbst nicht darunter leiden. Ihr Umfeld leidet jedoch.[/quote]

Hm.... das verstehe ich jetzt nicht ganz, ehrlich gesagt. Also ich definiere einen Soziopathen (und ähnliche Pathologien mehr) so, dass er den Menschen in seiner Umgebung, genau die Show liefert, die er meint, dass sie sie sehen wollen. Das tut er aus manipulativen Zwecken heraus und im Bestreben, eben nicht unangenehm damit aufzufallen, um seine Manipulationen immer weiter fortführen zu können. Ergo wäre es ja widersinnig, so er sich so verhalten würde, dass seine Umwelt leiden würde.

Die andere Variante, also die, die ich bereits beschrieb, ist die, dass der Erkrankte womöglich selbst daran leidet, seiner Umwelt offensichtlich Leid zuzufügen. Denn wenn die Menschen an mir leiden, die mir lieb und teuer sind, nehme ich automatisch Anteil daran und fühle mich schlecht damit, für dieses Leod auch noch der Auslöser zu sein.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Mittlerweile weiß ich, dass ich schon mit ein paar Menschen dieser Art zu tun hatte, und die hatten nicht immer unbedingt die typischen Borderline-Symptome. Wenn jemand auf irgendeine Weise "schwierig" oder "kompliziert" ist oder "verrückte" Verhaltensweisen hat (gemessen an dem, was in unserer Gesellschaft als normal gilt), damit kann ich umgehen. [/quote]

Wobei es ja hunderte von psychischen Störungsbildern gibt, da ist die Borderline auch nur ein verschwindend geringer Teil.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Aber wenn jemand, ob nun absichtlich oder nicht, andere Menschen schädigt, durch lügen, Intrigen spinnen und manipulieren, da bin ich mittlerweile rigoros und verbanne eine solche Person ganz schnell wieder aus meinem Leben, sobald ich das bemerke. Und ich bin keineswegs ein Mensch, der sich nicht bemüht, Konflikte zu lösen, aber ich habe immer wieder bei betreffenden Menschen festgestellt, dass es überhaupt nichts nützt ihr Verhalten anzusprechen, weil sie nicht zur Reflektion über ihr eigenes Handeln fähig sind und sich nicht in andere Menschen hineinversetzen können. [/quote]

Ich habe für dieses 'nicht hineinversetzen Können' sogar eine eigene Definition entwickelt, da ich diese Variante auch nur zu gut kenne. Ich nenne das: 'Im eigenen Film festsitzen'. Das bedeutet konkret, dass es der Person so dreckig geht, innerlich und sie so sehr mit sich und all ihren Mechanismen kämpft, dass sie gar kein Potential mehr frei hat, um sich noch für irgendwen anderes zu interessieren oder sich hineinzufühlen. Solchen Menschen bin ich auch schon oft begegnet und es gab Phasen in meinem Leben, da ging es mir sogar recht ähnlich, nämlich, dass ich so sehr mit mir zu kämpfen hatte, dass für Anderes gar kein Raum mehr blieb.

Menschen die lügen und intrigieren, tun dies meiner Erfahrung nach, oftmals nicht aus Bösartigkeit heraus, sondern vielmehr aus einer tiefen Selbstunsicherheit. Sie meinen einfach, ohne all diese Lügereien so langweilig und uninteressant zu sein, dass sie sich quasi selbst meinen 'neu erfinden' zu müssen, um zu gefallen. Denn das ist es, was vielfach dahintersteckt - der Wunsch zu gefallen und angenommen zu werden.

Ich werfe solche Menschen nicht unbedingt aus meinem Leben, aber ich halte einen gewissen Sicherheitsabstand.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Das klingt schon anders als das, was man so allgemein über Borderline liest. Und gerade der letzte Satz sollte einem doch zu denken geben...
Denn dann muss man sich schon fragen, was das eigentlich für eine Realität ist, in der wir leben?![/quote]

Na ja: Das hier >

Zitat: Nur so ließe sich das Borderline-Phänomen richtig einordnen. Er versteht dieses "Zwitterphänomen" als eine völlig andere Form des Wahnsinns: die einzige realitätsfähige! /Zitat

...halte ich persönlich für falsch. Denn, so zumindest meine Erfahrungen, ein Mensch mit Borderline, leidet grundsätzlich immer daran. Er wird, aus diesem Leidensdruck heraus, immer irgendwann Auffälligkeiten entwickeln. Inwieweit er/sie dann noch 'realitätsfähig' bzw. 'sozial kompatibel' bleibt, ist mE auch eine Frage des Umfeldes. Prominente haben ja nicht das Problem, vollkommen aus dem sozialen Rahmen zu fallen. Sie werden dann halt als kauzig angesehen oder schwierig.

Ah, btw. ich hätte da einen Buchtipp für Dich, der Dir gefallen dürfte: [url=http://www.amazon.de/Marilyn-Monroe-andere-Desaster-Psychoanalyse/dp/3442731100]Klick![/url]

Hat mir persönlich auch einiges klargemacht. Z. B. warum Prominente oft fehlbehandelt werden.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Edit: Ja, und was ich eigentlich noch sagen wollte: womöglich sind eben gar nicht alle als Borderline Diagnostizierte auch tatsächlich Borderliner.
Denn wenn ich mir so die Symptome einer PTBS anschaue: Depressionen, Dissoziative Störungen, Bindungsstörungen, Suchtverhalten, Aggressive Verhaltensmuster, Selbstverletzendes Verhalten, Suizidversuche - das sind die selben Symptome, die auch bei einer BPS u.a. genannt werden.[/quote]

Das ist korrekt. Ich gehe auch davon aus, dass diese Diagnose oftmals einfach ein anderer Ausdruck ist, für ein: 'Wir wissen es nicht genau'.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Jemand mit einer PTBS kann sicherlich auch gleichzeitig ein Borderliner nach der Mertz-Definition sein, aber genausogut eben auch über einen authentischen Kern verfügen, und da wäre dann die Borderline-Diagnose falsch.[/quote]

Ich persönlich gehe davon aus, dass auch ein Borderliner einen 'authentischen Kern' aufweist, dass er aber nicht bewusst herankommt, was daran liegt, dass er sich mit der Krankheit identifiziert und somit quasi sich 'von sich selbst' abschneidet. Die Heilung wäre ja genau das, nämlich die Identifikation mit der Borderline aufzugeben und den, von der Krankheit überdeckten und verkapselten 'authentischen Kern', also quasi seine 'innere Menschlichkeit' wieder zu entdecken.

[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
Bei jemandem, der "nur" unter einer PTBS leidet, bewirkt eine Therapie, bei der er einfach nur über seine Vergangenheit reden darf und als eigenständiger Mensch wahrgenommen wird, nach und nach eine Verringerung der Symptome. Zumindest habe ich das so erlebt. Aber wieviele Therapeuten gibt es schon, die sich so verhalten? Die meisten drücken einem erst mal irgendeinen Stempel auf, womit man sich dann gleich noch viel kränker fühlt und wollen einen hauptsächlich wieder leistungsfähig machen... [/QUOTE]

Ich weiß nicht, wie Du zu der Aussage 'die Meisten' gelangst. Wenn Dir wirklich zum Großteil solche Therapeuten begegnet sein sollten, fände ich das sehr schade. Ich durfte, zu meinem Glück, einige sehr fähige Exemplare kennenlernen, die mich kompetent und zum Teil regelrecht liebevoll begleitet haben und mir folglich sehr viel halfen. Wie das mit einer PTBS funktioniert, therapietechnisch, das weiß ich nicht, damit habe ich mich bisher nur sehr wenig beschäftigt. Aber bei Borderline greift eine Verhaltenstherapie oftmals sehr gut, neben Traumatherapien und Tiefenanalyse, so zumindest mein Wissenstand diesbezüglich.

MfG
Mischa
rainraven[quote]Ist es normal und gesund, glücklich zu sein bzw. sich selbst und anderen kein Leid zuzufügen?[/quote]

ja.

Biologisch gesehen ist ein Organismus sicher dann gesund, wenn er keine sich selbst ohne jeglichen Nutzen absichtlich schadende Eigenschaften aufweist und so sein eigenes Leben oder Wohlbefinden beeinträchtigt oder gefährdet. Das würde der Arterhaltung entgegensprechen, und diese ist das letztendliche Ziel eines Organismus.


"Anderen ein Leid zufügen" geschieht allerdings zumindest im Zuge des Nahrungserwerbes oder des Territorialverhaltens und im Sinne des eigenen Überlebens, bringt also evolutionstechnisch manchmal einen Vorteil für das Individuum und kann deswegen in diesem Fall nicht ausgeschlossen werden.
solipsismus"Anderen Leid zufügen" kann durchaus berechtigt sein und würde ich sogar zwangsläufig zu einem gesunden Charakter dazuzählen. Natürlich nicht, wenn es absichtlich und/oder zum Selbstzweck passiert.
Aber Menschen müssen Grenzen ziehen und manchmal Freundschaften/Beziehungen beenden, weil es ihnen sonst schlechter gehen würde. Und dabei werden andere nun einmal verletzt.
JohnSteed@Solipsimus

Hmnaja....

Jemand aktiv und bewusst Leid zufügen zu wollen ist vielleicht immer eine schlechte Idee.
Echtes Leid...
Menschen etwas konsequenter "anzufassen", die dies auch gern haben, ist etwas ganz anderes...
Kann es sein, dass du das vielleicht gemeint haben magst?
Nichts für ungut.
War jetzt wohl etwas Korinthenkackerei...
solipsismusNee, ein Missverständnis ;) Obwohl nichts gegen das hart anfassen einzuwenden ist, wenn man es mag, aber [i]das[/i] ist ein anderes Thema.

Ich meine damit, dass es für einen gesunden Charakter wichtig ist, das zu tun, was der eigenen Person gut tut. Natürlich soll man nicht auf Kompromisse verzichten, die einem nur "ein bisschen weh tun".
Aber was ist zum Beispiel mit einer Beziehung, in der man "aus Mitleid" zusammenbleibt? Es zieht sich Jahre hin, ist aber ab einem bestimmten Moment zum Scheitern verurteilt und die Person, die das weiß, quält sich ewig mit Selbstvorwürfen, dass es nicht sein kann, dass sie nicht mehr/"genug" liebt (oder was auch immer) und wie das Ende denn nun aussehen soll usw. Also ist es schlussendlich am besten für alle Beteiligten, die Beziehung zu beenden, aber in erster Linie wird damit ja dem anderen Menschen weh getan. Selbst wenn die Beziehung für beide größtenteils ein Stressor war.

Verstehst du, was ich meine? Damit beide weiter ein gesundes Leben führen können, muss einer an das denken, was ihm/ihr am besten tut, aber damit den anderen verletzen.
Und wie viele Entscheidungen sind nicht gerade deswegen schwer, weil man einem anderen damit weh tut?
Dies gilt eigentlich immer, wenn ein Mensch erkennt, dass er für sich Grenzen ziehen muss.
Töggelie[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
[B]Denn wenn ich mir so die Symptome einer PTBS anschaue: Depressionen, Dissoziative Störungen, Bindungsstörungen, Suchtverhalten, Aggressive Verhaltensmuster, Selbstverletzendes Verhalten, Suizidversuche - das sind die selben Symptome, die auch bei einer BPS u.a. genannt werden.
[/B][/QUOTE]



Meiner Meinung nach sind das eher Zusätze, die jemand, der PTBS hat, zusätzlich haben kann, die dann aber wirklich Richtung Borderline gehen und womöglich zu - ich nenne sie mal "Doppeldiagnosen" führen. Also PTBS + Borderline oder umgekehrt. Dass manche Überschneidungen aufweisen, glaube ich gerne, aber alleiniges PTBS ist schon recht gut von Borderline zu unterscheiden, von der Ursache bis zu den Auswüchsen und die obigen Symptome kommen da normalerweise nicht zwingend vor.
Mondenkind79@Töggelie

Hm, anscheinend hast du deinen Beitrag gelöscht, während ich meinen schrieb, deswegen schicke ich meinen jetzt trotzdem ab, damit ich mir die Arbeit nicht umsonst gemacht hab. ^^

Gut, das was du jetzt meinst, ist EMDR. Darüber gibt es aber geteilte Meinungen, also das soll nicht in jedem Fall helfen. Es ist wohl besonders dann hilfreich, wenn der/die Betreffende sich nicht mehr an das Trauma erinnern kann, um verdrängte Erinnerungen wieder ins Bewusstsein zu holen.
Oder aber, wie du es beschreibst, um die Todesängste, die beim Wiedererleben des Traumas aufkommen, abzubauen.
Das mag besonders bei bestimmten Traumata hilfreich sein, bspw. Kriegstraumata oder einem Trauma durch einen Unfall.

Ich kann ja mal grob erzählen, wie es bei mir war.
Also ich habe kein EMDR gemacht und bin auch nicht in die Therapie gegangen, um ein Trauma zu bearbeiten. Mir war zu der Zeit nämlich gar nicht klar, dass ich traumatisiert bin. Ich litt seit vielen, vielen Jahren an einer Depression und war zu dem Zeitpunkt, als ich mir die Therapie suchte, krank geschrieben, weil ich aufgrund mehrerer äußerer Umstände, die alle fast zeitgleich auftraten, zusammengebrochen war.

Ich hatte davor schon mal eine Therapie angefangen, die mir überhaupt nicht half, eher im Gegenteil.
Nun, mit meiner letzten Therapeutin hatte ich eine sehr warmherzige und unkonventionelle Frau gefunden, der ich vertrauen konnte und der ich alles erzählen konnte, ohne mich irgendwie schämen zu müssen. Und so konnte ich die Wahrheit zu lassen, die ich vorher nur geahnt hatte, nämlich dass ich misshandelt und missbraucht worden war. Ja, das zieht sich fast schon wie ein roter Faden durch mein Leben, ich war immer auf der Suche nach meiner Wahrheit, aber erst meine Therapeutin half mir dabei, sie anzuerkennen. Bei mir spielte die Manipulation durch die Täter eine große Rolle, die sehr häufig den Missbrauch begleitet.

Und erst im Lauf der Therapie kamen bei mir unzählige Erinnerungen an Erlebnisse wieder hoch, die ich zum Teil über 20 Jahre verdrängt hatte. Allerdings nicht in den Sitzungen selbst, sondern zuhause. Es war damals erstaunlich für mich, wie ich etwas so völlig "vergessen" konnte und wie es dann auf einmal wieder in meinem Bewusstsein war, so als sei es da schon immer gewesen!
In der Therapie konnte ich dann über diese Erlebnisse reden und sie mit Hilfe meiner Therapeutin richtig einordnen, also in mein Leben integrieren. Oft genug sind mir dabei auch die Tränen gekommen und allein schon die mitfühlende Art meiner Therapeutin hat mir dabei sehr geholfen. Ich muss wirklich sagen, ich hatte mit dieser Therapeutin einfach sehr großes Glück. Ich habe schon so manchen Therapeuten bei meiner Suche nach einer Therapie erlebt, und die waren allesamt anders.

Ein ganz großer Teil der Arbeit lief aber auch außerhalb der Therapiesitzungen ab, diesen Teil hätte mir niemand anderes abnehmen können. Ich habe die Gefühle, die ich zusammen mit den Erlebnissen aus meinem Bewusstsein verdrängt hatte (und das musste ich, sonst hätte ich damals als Kind nicht überleben können) wieder erlebt, Stück für Stück.

Alles auf einmal wäre nicht gegangen, das wäre einfach zu stark gewesen. Denn es hat richtig körperlich weh getan, den Schmerz zu spüren, den ich als kleines Kind hatte. Ich habe das irgendwo tief in mir drin gefühlt, da wo man wahrscheinlich die Seele verorten würde, und es hat mich manchmal fast zerrissen. Mein damaliger Freund war mir dabei leider keine sehr große Hilfe, weil er meine Gefühle nicht nachvollziehen konnte, aber er hat auf jeden Fall sein Bestes gegeben. Im Endeffekt musste ich aber so oder so alleine durch den Schmerz. Und ich wusste auf einmal: ich muss diese Gefühle nicht mehr verdrängen, weil sie mich jetzt als Erwachsene nicht mehr umbringen.

Ich hatte mich eine Zeitlang auch in einem Forum mit anderen Frauen ausgetauscht und ihre Erfahrungen waren ähnlich wie meine, was die Therapie betrifft.
Manche von ihnen machten auch zusätzlich zur normalen Traumatherapie (also Gesprächstherapie bei einem Traumatherapeuten) auch EMDR, wenn sie zu ihrer Vergangenheit überhaupt keinen Zugang hatten.
Wie gesagt, bei mir kam der Zugang ganz automatisch, weil mir meine Therapeutin einfach zuhörte und glaubte. Und was auch ganz wichtig für mich war: sie hat mir keine Diagnose verpasst und sie hat mich nicht als "krank" betrachtet.

Ich kann nur jedem raten, der auf der Suche nach einer Therapeutin/einem Therapeuten ist: achtet immer auf euer Bauchgefühl! Wenn euch irgendwas komisch vorkommt und ihr das nicht ansprechen könnt, weil die/der Therapeut/-in es nicht zulässt, dann wechselt lieber rechtzeitig.


[QUOTE][i]Original geschrieben von Töggelie[/i]
Aber meistens sind die Symptome dann doch etwas gegliederter und anders als in einem solchen Extremfall, sodass man dann doch ganz gut unterscheiden kann, was oder wen man vor sich hat.[/QUOTE]

Das wage ich allerdings zu bezweifeln. Zum einen sind sich ja Wissenschaftler selbst nicht einig, was Borderline betrifft und zum anderen gab es schon Versuche, bei denen jemand zu verschiedenen Psychiatern mit der Beschreibung derselben Symptome ging, und jeweils unterschiedliche Diagnosen bekam. Immerhin sind Psychiater eben auch nur Menschen, die andere Menschen beurteilen. Und so manches Mal, das dürfte wohl bekannt sein, haben Psychiater und Psychologen selbst einen "Dachschaden". ;)
Mondenkind79[QUOTE][i]Original geschrieben von Töggelie [/i]
[B]Meiner Meinung nach sind das eher Zusätze, die jemand, der PTBS hat, zusätzlich haben kann, die dann aber wirklich Richtung Borderline gehen und womöglich zu - ich nenne sie mal "Doppeldiagnosen" führen. Also PTBS + Borderline oder umgekehrt. Dass manche Überschneidungen aufweisen, glaube ich gerne, aber alleiniges PTBS ist schon recht gut von Borderline zu unterscheiden, von der Ursache bis zu den Auswüchsen und die obigen Symptome kommen da normalerweise nicht zwingend vor. [/B][/QUOTE]

Argh, jetzt hast du doch wieder was geschrieben. :)

Also das stimmt natürlich, diese Doppeldiagnosen gibt es. Das wird auch in mancher Literatur zu Traumatisierungen erwähnt. Umgekehrt wird bei Borderline ja auch auf Missbrauch oder andere Gewalterfahrungen als eine Ursache hingewiesen.

Hm, ich habe die Symptome nur von wikipedia abgeschrieben, wobei bei einer PTBS noch zahlreiche andere Symptome dazu kommen können.
Ich schätze mal, dass die Symptome auch immer abhängig von der Art des Traumas sind. Es macht schon einen großen Unterschied, ob jemand durch einen Unfall in Todesangst versetzt wurde, oder durch sexuellen Missbrauch durch eine "Vertrauens"person.


Und wegen Borderline... also wenn Borderline womöglich tatsächlich ausmachen würde, dass der Betreffende kein authentisches Selbst (mehr) besitzt, dann würde eine Therapie schlicht unmöglich, bzw. könnte er/sie dann tatsächlich nur lernen, wie man authentisches Verhalten simuliert.
Also ich ziehe diese Definition von Borderline zumindest in Betracht, denn wer sagt denn, dass der aktuelle Wissensstand auch der richtige ist?! Wie oft schon wurden wissenschaftliche Erkenntnisse, die mal als felsenfest galten, irgendwann später widerlegt...
TöggelieHoppla, ja...'tschuldige, also...du hast Glück (wenn man so will ;-)), das da ist jetzt eigentlich schon mein...njoooo...5ter Beitrag, ich hab da jetzt ständig dranrumgepfuscht und wieder verworfen uuuund und und. *hüstel* Es wollte nicht, wie ich es dachte... und obendrein wollte ich keinem - auch nicht mir - auf die Nerven fallen. Ich glaube, das kann ich jetzt aber vergessen.


Ah! Stimmt! Ich hatte die Bezeichnung vergessen, danke. Richtig, EMDR hieß es...


[QUOTE][i]Original geschrieben von Mondenkind79 [/i]
[B]Das wage ich allerdings zu bezweifeln. Zum einen sind sich ja Wissenschaftler selbst nicht einig, was Borderline betrifft und zum anderen gab es schon Versuche, bei denen jemand zu verschiedenen Psychiatern mit der Beschreibung derselben Symptome ging, und jeweils unterschiedliche Diagnosen bekam. Immerhin sind Psychiater eben auch nur Menschen, die andere Menschen beurteilen. Und so manches Mal, das dürfte wohl bekannt sein, haben Psychiater und Psychologen selbst einen "Dachschaden". [/B][/QUOTE]


Was ich bei der ganzen Rumdruckserei und Löscherei etc. - zugegebenermaßen sehr umständlich und etwas tollpatschig - ausdrücken wollte, war, dass ich diese ganzen Symptome für mich ausschließe. Worüber ich selbstverständlich sehr froh bin, was eigentlich auch absolut nichts zur Sache tut, ich werde lediglich immer leicht panisch, wenn ich irgendwo etwas über gewisse Symptome lese, bei denen jemand Aussenstehendes auf die Idee kommen könnte, einen in eine gewisse Ecke zu verfrachten, in die man nicht gehört. Ich unterstelle jetzt einfach mal dreist, dass die aller-allerwenigsten Aussenstehenden (wow, ich bin gerade auffallend positiv gestimmt, denn das ist wirklich noch sehr blümelig umschrieben) verstehen, was in einem vorgeht, jeder in der Art und Weise, wie es sich äussert verschieden ist, sodass gerne über einen Kamm geschoren wird.
Natürlich, irgendwo ist es verständlich, man sucht sich wohl seine Anhaltspunkte, denn wie soll man verstehen, warum ein guter Kumpel, das Kind, die beste Freundin bei einem unglücklichen Stichwort anfängt zu weinen? Das ist nicht nachvollziehbar, das verstehe ich auch. Ich verstehe es, aber es...moment, ich brauche ein paar Minuten, mir fallen gerade nur unschöne Wörter ein...
Ah! Okay: es regt mich auf...denn man steht wirklich ganz alleine da, u.a. auch, weil das doch leider eine etwas langwierigere Sache ist und es früher oder später jedem auf den Senkel geht (mir natürlich auch). Man kann nach einer gewissen Zeit mit niemandem mehr darüber reden oder auch nur das Wort erwähnen, ohne dass man sich richtig blöd vorkommt. (Wobei ich da natürlich nur für mich sprechen kann. Und deswegen wird das wohl auch mein einziger Beitrag dazu.)


@Geschichte:
Hut ab für deine Offenheit und - wie bei jedem, der sich so unbefangen äussert - natürlich bewundernswert. :-) Eine wichtige Frage: Wie geht es dir heute?
Es ist wirklich interessant, was jemand anderes erlebt hat (und vor allem, wie er es erlebt hat, wie er damit umgeht), der die gleiche Diagnose hat (wobei Diagnosen wirklich so eine Sache sind). Interessant ist auch für mich, dass das bei dir wieder komplett anders verlaufen ist. Bei mir wäre es z.B. problematisch, würde man mit mir über manche Sachen direkt reden (der Mechanismus Todesgefahr funkt da dazwischen, es wäre fatal für mich, würde ein bestimmter Satz fallen), deswegen wedelt man mir vor der Nase rum. Sieht total doof aus, ich komme mir blöd dabei vor und ich krieg davon Hunger (das...ja...das muss man nicht verstehen).
Gut, natürlich, das ist nicht alles, obendrein werden einem auch gute Gedankengänge aufgezeigt, die einen völlig neuen Blickwinkel erlauben. Allerdings stelle ich - genau wie du - ebenfalls fest, dass das meiste an Verarbeitung in den eigenen vier Wänden abläuft. In meinem Fall vorwiegend in Träumen. Aber man ist dann wirklich stolz auf sich, wenn man ganz alleine über eine Sache hinweg kommt und sie - zwar anfangs sehr vorsichtig, aber nach und nach bestimmt - als "Nebensache"(unglücklicher Begriff, ich weiß) abtun kann. :-) Man glaubt gar nicht, was da für eine Leistung dahintersteckt, das ist schon ein sehr anstrengender Vollzeitjob...ein schlecht bezahlter und undankbarer (es müsste ja eigentlich nicht sein, hätten sich nicht irgendwelche Trottel einen Spaß daraus gemacht, einen als Spielzeug zu zweckentfremden).
Mondenkind79Hallo Töggelie,

ist doch nicht schlimm, also mir gehst du damit nicht auf die Nerven. Und dass dich das selbst vielleicht ein bisschen nervt, kann ich verstehn, ich muss manchmal auch länger überlegen, bis ich die richtigen Worte finde für das, was ich sagen will. Grad wenn man nur schreibt, kann es ja immer mal falsch verstanden werden...
Also mach dir keinen Kopf, war halt auch grad ein blöder Zufall, dass ich in dem Moment schrieb.

Du hast übrigens, wenn ich das mal so trotz des ernsten Themas einwerfen darf, eine teilweise echt witzige Schreibweise. *lach* Ich glaub, ich selbst komm durch meine Schreibweise hier oft ernster rüber, als ich tatsächlich bin...


Ach so, jetzt verstehe ich, warum du dich mit dem Thema beschäftigst. Sind denn schon Leute aus deinem Umfeld auf die Idee gekommen, dich in die Borderline-Ecke zu stellen?
Mir ging es oft so, dass ich mich selbst anhand der Symptome versucht habe einzuordnen und 'ne Zeitlang hätten irgendwie die unterschiedlichsten psychischen Krankheiten auf mich zutreffen können. Als ich dann meine Therapeutin hatte, hab ich meine Ängste deswegen auch immer angesprochen und sie hat mich dann damit beruhigt, dass ich in ihren Augen nicht krank bin und sie meinte auch, dass es nicht gut ist, wenn ich mich soviel mit Krankheiten beschäftige.

In allererster Linie sind wir ja auch einfach Menschen.

Schade, dass du dich so alleine fühlen musst. Diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Hm, vielleicht würde es dir ja auch helfen, wenn du dich in einem Forum mit Anderen austauschst? Ich könnte dir eines empfehlen, das ich als sehr angenehm erlebt hab, weil auch von den Anwesenden eingegriffen wird, wenn jemand grenzüberschreitend wird und weil sich dort bemüht wird, aufeinander einzugehen. Ist aber nur 'ne Anregung, wenn du dir das nicht vorstellen kannst, vergiss es einfach wieder.

Schöner ist es natürlich, wenn es im Umfeld Menschen gibt, die einen so nehmen können und damit umgehen können, wie man ist.

Also gerade das was du beschreibst, bei einem bestimmten Wort in Tränen auszubrechen, das ist ein ganz normales Verhalten, wenn man traumatisiert wurde. Das Wort ist dann einfach ein Auslöser ("Trigger"). Bei manchen kann das auch ein bestimmter Geruch, ein Lied, eine Situation etc. sein.
Ich bin generell sehr nah am Wasser gebaut. Wenn ich z.B. einen Film sehe, bei dem ich die Gefühle die jemand darin hat nachvollziehen kann, dann heule ich Rotz und Wasser (Beispiel "Requiem", falls du den Film kennst). Das war mir schon so manches Mal peinlich, wenn derjenige, der nebendran saß, mich dann unverständig bis mitleidig ansah. Manchmal gebe ich mir solche Filme auch absichtlich, also triggere mich quasi selbst, wenn ich das Gefühl habe, ich muss mal wieder weinen, aber kann es nicht so recht. Weinen kann sehr befreiend wirken.


[QUOTE] Hut ab für deine Offenheit[/QUOTE]

Danke. Ich musste das auch erst lernen, darüber reden und schreiben zu können. Früher habe ich mich für das geschämt, was mir passiert ist, und dass ich eine Therapie gemacht habe, hab ich auch bei weitem nicht jedem erzählt. Aber heute weiß ich ja, dass ich nichts dafür kann und ich stehe dazu.
'Ne Zeitlang habe ich wahrscheinlich auch so manchen damit genervt, dass ich andauernd über meine Vergangenheit geredet habe, aber das war eben meine Art damit umzugehen.

Hm, wie geht es mir heute...
Also diese Depressionen, die ich so viele Jahre hatte (seit ich 14 war, ich vermute aber sogar schon länger, wenn ich mir so manches Kinderfoto von mir anschaue), die habe ich heute nicht mehr. Ich bin zwar so manches Mal noch depressiv, aber das hängt zu einem großen Teil mit dem zusammen, was heute so auf der Welt und in unserer Gesellschaft abgeht, womit ich mich viel beschäftige.

Das Gefühl ist aber trotzdem ein ganz anderes, als das früher. Beschreiben kann ich das jetzt irgendwie nicht. Ich bin irgendwie innerlich viel ruhiger und werde nicht mehr so schnell aus der Bahn geworfen, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Und ich habe das Gefühl, endlich ich selbst zu sein. Früher habe ich mich immer verstellt und nicht nach außen gezeigt wie ich denke und fühle, weil ich Angst hatte, nicht angenommen zu werden. Klar, so manche Person in meiner Familie hatte mich ja auch wirklich nicht angenommen, wie ich bin.

Und ich bin immer noch melancholisch, wobei ich das aber nicht als negativ empfinde. Melancholie ist für mich nicht nur Traurigkeit, sondern auch eine ganz tiefe Sehnsucht und auch Lebensfreude. Wenn ich am Meer bin z.B. (was leider schon viel zu lange nicht mehr vorkam :(), dann überkommt mich dieses Gefühl, oder wenn ich Berge sehe, oder wenn ich im Wald bin auch manchmal, oder oder... Aber ich schweife jetzt auch etwas arg ab.

Also was ich eigentlich sagen will, ich bin jetzt durch die Therapie nicht auf einmal zu einer dauergrinsenden Positiv-Denkerin geworden, für die jetzt alles Friede-Freude-Eierkuchen ist. Aber dieses andauernde Gefühl der inneren Lähmung, oder ich weiß auch nicht wie ich das beschreiben soll, das ist jetzt weg. Und ich hatte z.B. seit ich fünf war alle drei Monate ein sehr seltsames Anfallsleiden, das kein Arzt irgendwie einordnen konnte und das ich selbst mittlerweile als Konversionsstörung sehe, weil es keinerlei organischen Befund gab, und das ist auch weg. In der Aufarbeitungsphase hatte ich auch öfter mal Wutausbrüche, in die ich mich regelrecht reingesteigert habe, und auch die kommen nicht mehr vor.

Also alles in allem würde ich sagen, ich lebe heute, soweit es mir möglich ist, mich selbst und bin innerlich ruhiger und mehr bei meinen Gefühlen.
Und so manches Mal muss ich auch heute noch weinen, wenn ich über meine Vergangenheit nachdenke. Aber das sehe ich als völlig normal an und nehme mir auch die Zeit dafür.
Und während ich früher andauernd daran dachte, sterben zu wollen, hänge ich heute (meistens) am Leben.

Ja, da hast du aber auf jeden Fall recht, jeder muss für sich selbst die Möglichkeit finden, die für ihn/sie am besten ist, um mit dem umzugehen, was passiert ist.
Und da bist du doch schon auf dem besten Weg, wenn du erkannt hast, was für dich gut ist und was nicht!

Stimmt, Träume haben bei mir auch eine Rolle gespielt. Interessant war, dass sich mir die Personen am Anfang lange Zeit als Giftschlangen oder Giftspinnen (wie bezeichnend) gezeigt haben und erst irgendwann habe ich dann von den tatsächlichen Personen als sie selbst geträumt.
Aber oft konnte ich mit den Träumen gar nicht so recht was anfangen, weil die immer so dermaßen wirr und surreal waren... Wahrscheinlich war das eben einfach die unbewusste Verarbeitung.

Und es ist gut, wenn du auf dich selbst stolz bist, denn das kannst du auch sein! :)
TöggelieHuhu,


okay, also gebe ich doch nochmal meinen Senf dazu ab. *g*
Ich hatte ehrlich gesagt auch nicht mehr damit gerechnet, dass um diese Zeit nochmal jemand durch die Gegend geistert, aber ich sollte mir trotzdem abgewöhnen, übermäßig an abgeschickten Beiträgen zu verbessern (und sei es nur, weil andere Wörter nun doch hübscher klingen, etc. *narf*).


Danke, allerdings würde ich sagen, dass für mich die Sache einfach verjährt ist, auch für die anderen, daher vermeide ich es weitestgehend, darüber zu schreiben, bzw. zu reden. Das wird einem zwar immer geraten, das hat bestimmt auch seinen Sinn, aber es wird auch gesagt, man sollte täglich einige Liter Wasser trinken und das muss man auch erstmal bringen können. (Also, "wichtige" Info: ich kann's nicht.)


Ja das mit der Schreibweise...*g* ich benutze das gerne, um mich über mich selbst oder Situationen lustig zu machen...das bringt ein bisschen Spaß in die Sache und lockert einen selbst wirkungsvoll auf. Es sind gute "Dehnübungen", wenn man so will.


Was Borderline angeht: Nicht direkt, aber ich weiß, dass manche mich als krank ansehen, was mich extrem vorsichtig und misstrauisch macht.
Zwar gebe ich mir alle Mühe, dass es nicht sooo unbedingt auffällt, sollte denn mal was sein und bis auf einmal hat auch niemand einen Panikanfall mitgekriegt, aber ich glaube, dass einige meinen, sie müssten dann für mich den großen Beschützer spielen, was sie allerdings nicht wollen, ich natürlich auch nicht, aber so wird das dann trotzdem zu einem Problem, weil da einfach dieses Missverständnis steht.
Also: übermäßige Angst vor anderen zeigen ruft scheins oftmals die Assoziation vom hilfsbedürftigen Menschen hervor, der sich nicht selber kümmern kann...was wiederum in mir so gewisse Zweifel über die anderen hervorruft. Gut, ich hab vor ner Sache Angst, die andere nicht nachvollziehen können, aber ich habe doch keine Behinderung.
Allerdings das ist am Anfang wirklich sehr verwirrend. Du weißt, du hast was, joah, jetzt aber was?! Man ist eigentlich so eine Gesamtbaustelle, man weiß gar nicht, wo anfangen und eigentlich möchte man nur seine Ruhe und alles gibt einem Ratschläge, die aber leider so gar nicht helfen, weil es einfach nicht das ist, was man braucht. Das herauszufinden, das ist dann schon ein größeres Projekt.
Das kann ich unterschreiben...ich hatte schonmal ärztlich verordnetes Internetverbot, weil ich es einfach nicht lassen konnte, solchen Krankheitsbildern nachzuschnüffeln und mich damit selbst verrückt zu machen. *erröt* *g*


Wirklich alleine sein, ja, das ist überzogen, ich habe natürlich Freunde, nur leider sehr weit weg (was oftmals ein weiteres Problem ist, wenn man sie vermisst). Aber was diese Sache angeht, da weiß ich, dass das letztendlich ganz alleine mein Problem ist, denn jede Geduld geht zu Ende und jeder hat sein Leben, da erwarte ich auch nichts, das kann ich auch gar nicht. Nur manchmal fühlt man sich eben doch ein wenig geknickt, weil die Situation an sich nicht ganz einfach ist.
Och, es würde mich schon interessieren, was für ein Forum das ist. :-) Wie gesagt, ich habe da zwar irgendwo schon abgeschlossen, aber neugierig bin ich allemal und es schadet mir sicher nicht, da mal reinzuschauen. ;-)


Stimmt, das kann alles Mögliche sein. Ein Anblick, Gesten, das ist doch sehr breit gefächert.
Wenn es dir hilft, ist das eine clevere Methode, schließlich wissen manche nicht, wie sie mit dem Druck umgehen sollen oder was im Allgemeinen helfen würde. Da ist es schon sehr von Vorteil, wenn man weiß, was einem guttun kann. :-)


Richtig so. Du kannst nichts dafür und eine Therapie zu machen, ist keine einfache Angelegenheit (viele hätten sie nötig, getrauen sich aber nicht, also auch schonmal ein fetter Pluspunkt für die, die es angehen), also gibt es auch gar keinen Grund, sich zu überlegen "Gott, was sage ich denn diesem und jenem, sollte er fragen", da kommt man sich nur irgendwo schuldig vor.


Also, wenn ich das mal zusammenfassen darf: Im Gesamten geht's dir recht gut, bis auf die Tatsache, dass dich die Welt im Allgemeinen ab und an fertig macht (verstehe ich sehr gut)? Jedenfalls freut es mich für dich, dass es dir offenbar merklich besser geht. Ruhe, sich weitestgehend selbst treu bleiben, trotzdem noch ab und an melancholisch...das ist keine verkehrte Mischung, im Gegenteil. Ich denke, wenn man es soweit geschafft hat, ist man um ein ordentliches Päckchen an Erfahrung (und natürlich nicht nur die, man nimmt einiges daraus mit...u.a. mehr Einfühlungsvermögen, etc.) reicher, was - möchte man etwas Positives sehen - meiner Ansicht nach gar nicht so verkehrt ist, auch wenn dieses Päckchen extrem überteuert war.
Was die Träume angeht: Wusstest du sofort, was das diese zu bedeuten hatten, also, war dir das klar?
Ich träumte oft von einem weißen Kaninchen, welches ich beschützte und kam erst nach zigfachen Wiederholungen darauf, dass ich das Kaninchen war.


Um darauf kurz einen "Eigenabschlussbericht" abzugeben: Ich habe das Meiste hinter mir...würde ich nur noch u.a. die Sache mit diesem blöden Satz in den Griff kriegen, das ist noch ein großes Problem, aber ansonsten kann man sagen, dass das hoffentlich gegessen ist...bald. Gut, ich habe zwar bildlich gesprochen ordentlich Haare lassen müssen (@A:...denk nicht mal dran...:-P), ein bisschen angenagt sehe ich auch noch aus, hier und da fehlt noch ein Stückchen vom Fell, mein Knopfauge baumelt ein bissel ungeschickt vor meiner Schnauze rum und mein linkes Ohr reisse ich gerade noch einem unverschämten Monster aus dem Gebiss (meine Mutter hat mich garantiert nicht großgezogen, damit ich ein Zwischensnack werde) aber ich nähe mich gerade zusammen. *g*
solipsismus@shadowflower

Ich denke, dass ich dir da im Grossen und Ganzen zustimmen kann. Bis auf den Punkt, dass man, nachdem man die Muster erkannt hat, die, die einem destruktiv erscheinen und nicht den eigenen Bedürfnissen entspringend, ein für allemal eliminieren kann (das ist meine Meinung dazu).
Je nach Schwere des Erlebten kann das Jahre bis Jahrzehnte dauern, aber dennoch ist man nicht verurteilt, sein Leben lang nur zu kämpfen und nie zu gewinnen.
Sicherlich sind die Siege immer nur auf bestimmte Bereiche beschräkt, aber eine Persönlichkeit, die aus immer mehr "gesundeten" Teilen besteht, wird schliesslich eine gesunde Persönlichkeit und selbst in der Mitte des Prozesses fällt einem auf, dass das Leben leichter wird. Auch wenn das leider nicht heisst, dass Rückschläge ausgeschlossen sind.
Wie gesagt aber denke ich, dass die Muster nicht Zeit des Lebens nur "angekratzt", aber nie zerstört werden können.
ArrogantNick@Töggi,-

auch wenn Du geschrieben hast, Dich jetzt nicht mehr äußern zu wollen, möchte ich Dir hier noch ein paar Zeilen anfügen:

Mich macht es ein wenig nachdenklich und ich meine, aus Deinen Zeilen etwas herauslesen zu können, das mir schon häufiger aufgefallen ist, nicht nur bei Dir, sondern generell. Nämlich, dass viele Menschen ein Problem damit zu haben scheinen, sich als 'krank' zu definieren. Du schreibst ja auch, dass Du z. B. Bedenken hast, dadurch in eine bestimmte Ecke gestellt zu werden. Ich persönlich finde das eigentlich traurig, denn mir hat es unheimlich geholfen, meiner Symptomatik und meinem Zustand, quasi ein 'Gesicht und einen Namen' geben zu können.

Ich erlebe es häufig so und finde es schade, dass 'Krankheit' im Ansehen so negativ besetzt wird. Denn, zumindest war das bei mir so, für mich war die Anerkennung des Umstandes, dass ich erkrankt war, eine große Erleichterung. Es relativierte meine Erwartungshaltung und meine exorbitanten Ansprüche an mich selbst und mein 'fehlerfreies Funktionieren' - und, als ich endlich soweit kam, dass ich sagen konnte: 'Mir ist Schreckliches geschehen und das hat mich krank gemacht, was verdammt nochmal kein Wunder ist.' - da konnte ich auch anderen Menschen gegenüber, mich selbst und meine Andersartigkeit, sehr viel besser vertreten und zu mir stehen.

Ich empfinde es so, dass Krankheit keine Schande ist, sondern schlicht ein Resultat, aus Dingen und Umständen, die dem vorweg gingen. Ein weiterer Vorteil den ich aus dieser Definition zog, war der, dass mir klar wurde, dass diese Mechanismen in mir, nicht meine Feinde sind, sondern lediglich die (krankhafte) Übersteigerung ganz normaler Innenweltfunktionen, die im Grunde gut und richtig sind. Je mehr ich in der Lage war, das was mir nicht gut tat und was ich als erkrankt definieren konnte, klar von mir selbst zu trennen und damit zu arbeiten, um es zu verwandeln und neu zu integrieren, um so mehr war ich in der Lage, ganz bewusst und gezielt mit mir zu arbeiten. Ich eignete mir so ein Instrumentarium an, um der Krankheit etwas entgegen zu setzen und sie schlussendlich zu überwinden.

Zusätzlich war es so, dass ich viele Informationen über die Krankheit sammelte und somit auch erfuhr, dass (m)ein Verlauf ganz normal war, im Rahmen dieser Definition. Das gab mir zusätzlich Sicherheit, dass ich, würde ich in genau dieser Richtung weiterarbeiten, gute Chancen hätte. Ich erlebte mich nicht mehr als hoffnungslos einzigartiges 'Alien', dem mit gängigen Mitteln nicht zu helfen wäre. Sondern, im Gegenteil, wurde mir klar, dass ich im Grunde ein ganz normaler Mensch bin, der genauso reagiert wie Millionen andere normale Menschen, denen ähnliches geschehen ist wie mir.

Ich entmystifizierte mich quasi selbst und das Krankheitsbild. Das nahm ihm bereits, rein gefühlt, Großteile seiner Macht und mir nahm es die Angst und die Hilflosigkeit, mir selbst gegenüber und meinen Mechanismen, die ich unter diesem Blickwinkel, ganz anders einordnen und wahrnehmen konnte.

Ja, das wollte ich Dir nun einfach noch gesagt haben. Falls es Dir nicht(s) (zu)sagt, einfach wieder vergessen. ;-)

****

@Mondenkind,-

[QUOTE]Und wegen Borderline... also wenn Borderline womöglich tatsächlich ausmachen würde, dass der Betreffende kein authentisches Selbst (mehr) besitzt, dann würde eine Therapie schlicht unmöglich, bzw. könnte er/sie dann tatsächlich nur lernen, wie man authentisches Verhalten simuliert. Also ich ziehe diese Definition von Borderline zumindest in Betracht, denn wer sagt denn, dass der aktuelle Wissensstand auch der richtige ist?! Wie oft schon wurden wissenschaftliche Erkenntnisse, die mal als felsenfest galten, irgendwann später widerlegt...[/QUOTE]

...da mag sogar etwas dran sein. Denn, 'nicht mehr besitzen', könnte man ja auch so definieren, dass es der Person schlicht nicht mehr möglich ist, bewusst an diesen 'inneren Kern' heran zu kommen. Ich denke, bei schwersten Ausprägungen der BPS könnte das durchaus vorkommen. Ich schrieb ja schon, dass ich die Borderline (und im Übrigen auch viele weitere Störungsbilder) damit verbinde, den Kontakt zu sich selbst nicht mehr störungsfrei herstellen und halten zu können, da es in der Vita nötig wurde, aus Selbstschutzgründen, dass die Psyche ihre Abwehrmechanismen aktiviert und sie zwischen den eigentlichen Menschen und die Welt, die zu diesem Zeitpunkt als feindlich und verletzend erlebt wird, sozusagen 'zwischen zu schalten'. Das tiefste Selbst wird eingekapselt, um so vor weiteren Schäden bewahrt zu werden. Verdrängungsmechanismen begraben Traumata im tiefsten Keller, um immer weiter funktionieren zu können.

Wenn diese Erlebnisse zu tiefgreifend sind, zu extrem und verletzend, könnte es meiner Ansicht nach geschehen, dass es irgendwann nicht mehr möglich sein wird, diese innere Abtrennung aufzuheben. Allerdings denke ich, dass das wirklich nur in absoluten Extremfällen so sein dürfte. Aber ausschließen kann ich es auch nicht ganz. Das wäre quasi das psychische Gegenstück zu unheilbarem Krebs (im Endstadium).


MfG
Mischa
Töggelie[QUOTE][i]Original geschrieben von ArrogantNick [/i]
[B]@Töggi,-

auch wenn Du geschrieben hast, Dich jetzt nicht mehr äußern zu wollen, möchte ich Dir hier noch ein paar Zeilen anfügen:
[/B][/QUOTE]

Huhu,

ich glaube schon, dass du Recht hast, das Problem von meiner Seite war eigentlich auch viel weniger, dass ich dachte "Okay, ich habe keine Lust mehr, kranksein ist auch doof, also bin ich ab nun wieder okay". Vielmehr habe ich gemerkt, dass wenn ich offen damit umgehe, dass da etwas ist, sich Leute von mir zurückziehen. Und das lag nichtmal nur an meinem Verhalten (ensprechend schlecht gelaunt, scheu), es ging einfach nur darum, dass ich keine Leistung erbringen konnte. Es gab Leute, die wirklich und wortwörtlich sagten, sie hätten noch nie einen so unmöglichen jungen Menschen gesehen (das bezog sich darauf, dass ich zur Schule ging, allerdings keine Jobs etc. annehmen konnte und auch Zuhause nicht sonderlich viel unternahm, meinen Eltern entgegenzukommen...ich brauchte Ruhe, ich war erschöpft, aber das ist heute nicht drin, da kannst du so nett sein, wie du willst). Meine Großeltern haben bis heute die traumhaftesten Vorurteile über mich und selbstverständlich - oh mein Gott, ganz wichtig - man darf ja nicht darüber reden, dass da jemand ist, der ab und an Angstzustände hat, das auf keinen Fall, das ist peinlich - nein, ich bin peinlich. Und ich weiß auch, dass es vielen sehr auf die Nerven geht, etc. das war und ist einfach der hauptsächliche Grund, weswegen ich versuche, das im Hintergrund zu halten, einfach weil es alles schlimmer macht. Die Soldaten vor 200 Jahren wurden erschossen, wenn sie nach einem Kriegseinsatz Angst vor Uniformen, etc. bekamen, das wurde mit Feigheit gleichgesetzt...(erst Jahre später kam man auf die Idee, derjenige könnte was abbekommen haben (in diesem Fall: Kriegszitterer oder Granatenfieber genannt)) wenigstens ist jetzt noch keiner auf so eine Idee gekommen.


@Entmystifizierung: Ich denke, das ist auch etwas, was bei PTBS sehr wichtig ist. Am Anfang hebt man das wirklich so ein Stück hoch und definiert sich so ein wenig über die Kranheit - (fast so ein Bisschen, wie wenn man neu in die Schwarze Szene kommt und sogar Spaß daran hat, jedem ganz wichtig zu erklären:[I]"Neeeeeeein, das hat nix mit Satanismus zu tun"[/I])
Dadurch, dass alles neu ist, man erstmal total verwirrt ist und nicht weiß, wo überhaupt anfangen, ein paar bestimmte Reaktionen anderer Leute...ja, das mit dem Alien kommt wirklich gut hin. Erst später hat man dann die Möglichkeit, sich selber zu ordnen und als ganz normaler Mensch zu sehen.
rainraven[QUOTE][i]Original geschrieben von solipsismus [/i]
[B]"Aber Menschen müssen Grenzen ziehen und manchmal Freundschaften/Beziehungen beenden, weil es ihnen sonst schlechter gehen würde. Und dabei werden andere nun einmal verletzt. [/B][/QUOTE]

dies würde ich nun unter "im Sinne des eigenen Überlebens und zugunsten eines evolutionstechnischen Vorteils" zählen.
solipsismus@rainraven
Ja, dachte ich mir schon. Kann man wohl auch auf diese Weise formulieren.
Mondenkind79Huhu Töggelie,

joa, ich geistere des Öfteren noch zu später Stunde durch die Gegend, weil ich einfach sehr gerne nachts wach bin. Umgekehrt hatte ich aber auch nicht damit gerechnet... Diesen Perfektionismus kenne ich auch, nervt mich manchmal total. Da hilft wohl nur üben, dass man sich auch mit "Fehlern" wohlfühlen kann. Irgendwie stört mich das "Unperfekte" auch immer nur bei mir selbst, nicht bei anderen. Ist halt auch ein Relikt aus vergangenen Tagen.

Mach einfach immer das, womit [I]du dich[/I] am besten fühlst!

Mich haben eine ganze Weile lang auch die verschiedensten Menschen mit ihren guten Ratschlägen genervt. Ich kann das überhaupt nicht mehr ab, wenn jemand auf diese bevormundende Art ankommt. Mag sicherlich oft nett und gut gemeint sein, aber du kennst ja sicher den Spruch "gut gemeint ist nicht immer gut gemacht". Ich bin schließlich alt und erfahren genug, um meinen Weg selbst finden zu können. Na ja, was soll's, mittlerweile spreche ich das einfach an, wenn es mir zuviel wird. Und dass es genug Menschen gibt, die meine Weltsicht und Einstellung absolut nicht nachvollziehen können, daran hab ich mich gewöhnt...

Ich denke, es ist absolut normal, wenn man herausfinden möchte, was mit einem los ist. Ja, und das Internet ist halt auch bestens geeignet, um da noch zusätzliche Verwirrung reinzubringen.

Das ist schade, wenn Menschen, mit denen man sich gut versteht, weit weg sind. Manchmal hilft es ja auch einfach, in den Arm genommen zu werden. Denn darüber mit jemandem zu reden, der das nicht nachvollziehen kann, ist immer schwierig.

Mit der Therapie, das sehe ich auch so. Mir scheint es in unserer Gesellschaft immer noch etwas, wie soll ich sagen, verpönt zu sein. Dabei sehe ich das auch wie du, es zeigt doch Stärke, wenn man an sich arbeitet.

Deine Zusammenfassung ist ganz gut auf den Punkt gebracht. Ich werde sicher immer irgendwie an diesem Päckchen zu tragen haben, denn natürlich werde ich nie vergessen können, was passiert ist. Aber das will ich auch gar nicht. Ich sehe das Positive in dem, was ich daraus bis jetzt gemacht habe und hoffentlich noch machen werde. Das finde ich nämlich auch verdammt wichtig, immer wieder mal zurückzublicken und sich selbst vor Augen zu halten, was man schon alles geschafft hat, trotz allem!
Dennoch denke ich, dass ich, was bestimmte Eigenschaften betrifft, schon so war. Die verdanke ich auf keinem Fall dem Trauma, wahrscheinlich waren sie mir eher sogar dabei behilflich, das Trauma zu überleben.

Ich muss jetzt grad mal überlegen, wegen den Träumen. Also ich hatte früher schon immer Albträume, aber die mit den Schlangen und Spinnen kamen erst während der Aufarbeitung. Also da war mir dann recht bald klar, wen diese Viecher verkörpern. Besonders deutlich wurde das immer, wenn sich die Träume in der Wohnung meiner Kindheit abspielten.
Als kleines Kind hatte ich schon mal einen Traum, den ich nie vergessen konnte. Da rutschte ich auf einer Rutsche direkt in ein Becken voller gelbem Gelee und wusste auch in dem Moment, dass das Gelee giftig war. Das war das Gift, mit dem mich gewisse Personen beinahe täglich vergifteten. Nur dass ich das als Kind noch nicht begreifen konnte. Ich hab irgendwann mal ein [URL=http://wilderwein77.deviantart.com/art/Injection-of-Her-Filth-112544184][color=lightblue]Bild[/color][/URL] gefunden, das meine Gefühle gut wiedergibt. Auch von den anderen Bildern der Künstlerin her, denke ich, dass sie wohl Ähnliches erlebt hat, wie ich. Aber nicht anschauen, falls dich Bilder auch triggern können.

Ist ja interessant, dass du von dir als einem weißen Kaninchen geträumt hast. Weißt du warum, also hast du irgendwie einen besonderen Bezug zu Kaninchen? Solche Träume sind jedenfalls ein sehr positives Zeichen, weil das dann heißt, dass du dich gut um dich selbst kümmerst.

Ich hatte mal so einen Traum, dass ich vor irgendwas weglaufen musste und dabei ein kleines Baby im Arm hielt.
Und einmal träumte ich sogar, dass ich ein Baby zur Welt brachte. Das war im Traum echt ein krasses Gefühl, aber sicher nicht realistisch, denn es tat überhaupt nicht weh. Das Interessante war, dass mein damaliger Freund bei der Geburt dabei war und das Baby ablehnte, weil es angeblich stank. Und ich drückte das Kleine an mich und spürte sofort ganz viel Liebe für es. Ich schätze mal, ich habe da mich selbst auf die Welt gebracht, sozusagen. Das deckte sich auch voll mit der Wirklichkeit, denn mein Ex lehnte das ab, was mit der Zeit so von mir zum Vorschein kam.

Na das scheint bei dir wirklich gut zu verlaufen. Mit diesem einen Satz wirst du irgendwann sicher auch noch umgehen können! Haare wachsen ja zum Glück nach und so ein paar Narben, die übrig bleiben, können einen Mens... äh, Kaninchen ja auch interessant machen. :)
TöggelieHey, :-)


eben. ;-) Wobei es manchmal kein Fehler ist, sich ab und an doch wieder vermehrt tagsüber zu beschäftigen, irgendwann macht das Dämmerlicht einen doch ein wenig mürbe.
Bei sich selbst sieht man sowieso - zu allem Überfluss - (meistens) alles wie durch eine Lupe. Gefundenes Fressen für den Perfektionismus.

joah, Ratschläge sind eeeigentlich prinzipiell eine feine Sache (sofern man darum bittet und sofern das Gegenüber auch wirklich weiß, was es da sagt) aber ich möchte da doch größtenteils ohne Miteinbeziehung anderer fertig werden.
Ich sehe das so ähnlich wie - äh, du hörst in den Nachrichten ständig von diesen Mönchen, etc. die Kinder blöd betatscht haben, immernoch von der Sache in Winnenden, etc. und irgendwann denkt man einfach [I]"Ja, ist ja jetzt gut, es ist schlimm, es war böse, aber durch ständiges Dranrumgequatsche ändert ihr auch nichts mehr dran"[/I] und so sehe ich das bei mir, ich gehe mir damit selber auf den Senkel und auch anderen und deswegen ist das schlichtweg meine Sache, deswegen halte ich so oder so nichts von Ratschlägen und gewisse Dinge werden dann auch einfach ausgehalten, weil ich damit sonst alles schlimmer mache.

Das Internet ist da sowieso ganz große klasse, da sollte man grundsätzlich starke Nerven haben und sich klarmachen, dass da wirklich viel Interessantes stehen kann, allerdings auch ebensoviel Gesocks unterwegs ist, das einfach die Klappe aufreisst, damit mal durchgelüftet werden konnte.

Richtig, das ist schon ein wenig schade, da muss man sich dann einfach ein stückweit damit abfinden, dass man seine Leute nur ein paar Tage im Jahr sieht (ich werde dann auch immer leicht eifersüchtig auf die Leute, die meine Freunde dann täglich in Schule oder Arbeit sehen...obwohl die das vielleicht noch nicht mal unbedingt wollen *g*).

Es gab dazu einen interessanter Artikel (von wegen an sich arbeiten), da stand, dass manche Leute es tatsächlich hinbekommen, so extrem an sich zu arbeiten und so sehr daran zu wachsen, dass das bestenfalls in Weisheit endet. Das nennt sich Posttraumatic Growth, was ich persönlich erstrebenswert finde. ;-)

Ich denke, ich wäre nicht die Person, die ich heute bin, hätte ich meine Schulzeit völlig normal und unbeschadet hinter mich gebracht, wobei ich da durchaus vor allem die positiven Dinge sehe, die ich nicht bei dem Kranksein (wobei das der falsche Ausdruck ist, ich präferiere "Verletzung") finde, sondern an dem Wachstum und der Genesung. Der Schlag an und für sich war Mist und kontraproduktiv, da gibt es nichts schönzureden, aber das danach war wichtig. Vielleicht hat irgendjemand ja mal irgendwann etwas davon.

Oi, ich kann mir gut vorstellen, dass das Bild richtig gut in's Schwarze trifft (das Viech sieht schließlich nicht sonderlich nett aus). Hast du auch selber Bilder gemalt? Manche machen das ja, so wie ich das bis hierher mitbekam (woran, sollte das schon in der Kindheit der Fall gewesen sein, dann eigentlich auch die Eltern etc. erkennen sollten/könnten, dass es da ein "kleines" Problem gibt).
Wirklich interessant, mit welchen Bildern das Unterbewusstsein gewisse Erlebnisse ausdrückt...da kann man nur staunen, gerade auch dieser Traum mit dem Kind, das ist ja schon mehr als passend.

Naja, das mit dem Karnickel war so, dass ich es im Traum bei mir hatte und dieses Karnickel (es war sehr klein, hat gar nichts gemacht, war blütenweiß) so ziemlich meine Situation nacherlebte (das Kaninchen war verletzt, ich bat um passende Pflege, Lehrer, etc. waren allerdings der Meinung, dies wäre absolut nicht nötig (Da war ja niiiiichts, das Kaninchen stellt sich nur an)).

*g* Das sehe ich auch so, vor allem sieht man sie nicht unbedingt, dafür gibt es ja Kleidung/Fell.
Mondenkind79Hallo Töggelie,

stimmt, nur Dunkelheit ist ätzend. Ich freu mich schon wieder total auf die wärmere Jahreszeit, da macht es mehr Spaß draußen zu sein. Und ich kann langsam echt keinen Schnee mehr sehen... :rolleyes:

Hm, bei den von dir genannten Beispielen halte ich es schon für wichtig, dass öffentlich darüber diskutiert wird, nur leider wird meistens eben nicht über die Ursachen geredet, sondern es geht eher um Symptombekämpfung.
Aber bei dem was dir oder mir passiert ist, sieht es schon etwas anders aus. Also bei mir hat es sich einfach irgendwann ergeben, dass ich von selbst nicht mehr dauernd das Bedürfnis hatte, darüber zu reden. Irgendwann ist man halt wahrscheinlich einfach "damit durch".

Stimmt, von Posttraumatic Growth hab ich auch schon gelesen. Aber bis man tatsächlich so etwas wie Weisheit erlangt hat, das dauert sicherlich einige Zeit...

Ja, so sehe ich das auch, ich mag da auch nicht von Kranksein oder Krankheit reden, Verletzung finde ich da auch viel passender. Oder wie es meine Therapeutin ausdrückte, eine ganz normale Reaktion auf ein so stark belastendes Ereignis. Mir ging es viel besser damit, es so zu sehen.
Ich habe schon um so einiges getrauert, was ich deswegen nicht machen konnte. Meine Diplomfeier habe ich zum Beispiel verpasst, die werd ich natürlich niemals nachholen können. Aber nun gut, ich habe mich letztenendes eben damit abgefunden.
Es muss ja nicht unbedingt jemand anderem etwas nützen, es kann ja auch einfach dir selbst nützlich sein.

Gerade bei einigen Bildern von der Künstlerin, aber auch bei so manchen anderen, bekomme ich ein ganz bestimmtes (unangenehmes) Gefühl in der Bauchgegend. Das ist für mich dann richtig gute Kunst, wenn sie auf diese Weise wirkt, also wenn sie bestimmte Gefühle transportieren kann.
Malen kann ich leider nicht, nee. Aber ich mache auch ab und zu Fotomanipulationen.
Ich hab schon mal irgendwo eine Webseite mit Bildern von Kindern gesehn, die ihre Erlebnisse darin ausdrückten. Gerade wenn Kinder häufig Monster und ähnliches, oder sogar noch eindeutigere Bilder malen, sollte man sich auf jeden Fall Gedanken machen. Vielleicht sind darin ja auch Erzieher ein bisschen geschult? Weiß ich jetzt gar nicht...

Stimmt, fand ich auch immer interessant, wenn mir hinterher klar geworden ist, was ein Traum oder ein bestimmtes Symbol im Traum für mich bedeutet.
Einige Jahre lang habe ich immer wieder von einem Jungen geträumt, in den ich als Jugendliche lange Zeit verknallt war. Das war so ein Deathmetaler mit langen schwarzen Haaren... bin mir bis heute nicht ganz sicher, was das zu bedeuten hatte. Vielleicht hatte es was damit zu tun, dass ich endlich mein schwarzsein nach außen leben konnte. Früher durfte ich das nämlich nicht...

Irgendwie muss ich bei dem weißen Karnickel immer an Alice im Wunderland denken. :)
Hast du nochmal von dem Karnickel geträumt?
Ich hatte vor gar nicht so langer Zeit nochmal so einen Geburtstraum, da ging es auch wieder ruckzuck und das Kind war draußen. Sollte ich mal wirklich schwanger sein, wünsch ich mir auch so 'ne problemlose Geburt! *lach*
TöggelieWenn man bedenkt, dass inzwischen schon seit nahezu einem halben Jahr Schnee liegt...ich möchte einen Grund, die Sonnenbrille zu zücken. -,-


Sagen wir es so: Ich fände es besser, wenn diejenigen, die es können, endlich den Arsch in der Hose hätten, anstelle ständig ihre Betroffenheit zu beteuern, vielleicht mal wenigstens ein paar entsprechende Schritte einzuleiten oder die, die es vielleicht gebacken kriegen, zumindest nicht auszubremsen.
Bei mir war es damals so, dass der Konrektor mit Abmahnungen sowie Polizei drohte (logisch, bei entsprechenden Misshandlungen eine klare Konsequenz) und die Leute der Schule verwies. Ich habe mich sehr gefreut, als der Rektor wiederum beteuerte, wie doof das alles gelaufen wäre, es vielleicht ja doch nicht sooo schlimm sei (er könnte sich das auf seiner Schule gar nicht vorstellen) und dass selbstverständlich niemand beurlaubt wird. Natürlich, ich kann mir schon vorstellen, dass man sein eigenes und obendrein angesehenes Nest nicht gerne dreckig sieht, aber diese Haltung ist feige.
Ich denke auch. Irgendwann wurde alles gesagt.


Es dauert sicher eine ganze Weile, aber es wäre ein kleiner "Lohn", zumindest das.


Es ist ja auch so, nur wird es so gesehen, dass jedes Problem, das annähernd in Richtung Psyche geht, schlimmstenfalls als "Verrücktheit" abgestempelt wird. Natürlich, man sieht es ja nicht. -,-
Also, ich für meinen Fall werde auch einigermaßen melancholisch, wenn mir jemand von einer sorglosen Jugend erzählt und von wegen, das Alter um die 15 oder so in der Drehe wäre die beste Zeit im Leben, etc. Ich habe das Gefühl, um etwas betrogen worden zu sein und niemals eine Entschädigung dafür zu bekommen.
Oder einem selbst, natürlich, das wäre vielleicht noch besser, wenn man selbst etwas davon hätte.


Find ich gut, auch Fotomanipulationen können richtig gut Gefühle transportieren und auch das muss man erstmal hinkriegen. Ich krieg das irgendwie nicht wirklich gebacken, meine Manipulationen sind immer so...kastig, furchtbar offensichtlich und man muss dazuschreiben, dass es kein Unfall, sondern eine Manipulation ist. *g* Liegt vielleicht auch daran, dass ich nur Paint dafür benutze. :rolleyes:
Also, ich muss zugeben, dass ich vor 10 Jahren so doof war und davon ausging, Lehrer wären automatisch Pädagogen und müssten eben solche Hilferufe verstehen, also, wie du es bei den Erziehern ansprichst, darauf geschult sein. Ähm, ich weiß gar nicht, was ich alles ausprobiert habe und wie oft ich in der 7ten nachsitzen musste, aber nachgefragt hat keiner von ihnen.

Nicht dürfen? Das ist ja nett. -,- Das wäre möglich. Vielleicht so eine Art Vorbild und Wunschtraum, das wäre durchaus eine Möglichkeit, die man in Betracht ziehen könnte.

Das mit dem Karnickel war eher eine kurzfristige Angelegenheit, also, ich hoffe, das ist gegessen. ;)
SatansbratenOb man Borderline hat oder nicht kann nur ein Psychologe feststellen.

Bei jedem fällt diese Erkrankung anders aus, manche haben auch "nur" Persönlichkeitsstörung mit Borderline-Anteilen.

Ich hab zb Borderline und bei mir gibts gute und auch schlechtere Phasen. Selbsthass ist kein Kriterium für Borderline, auch nicht schnibbeln. Es sind Symtome, mehr nicht.

lg
FeuerEngel666Little Angel xX,
interessantes Thema (mit dem ich mich zufällig auskenne). Wahrscheinlich hat die Frage schon jemand beantwortrt, aber ich habe die Beiträge nicht gelesen.
Es gibt 9 Kriterien, von denen muss ein Arzt (Psychiater) mind. 5 davon diaknostizieren. Dann bekommst du sozusagen den Stempel BORDERLINE aufgedrückt.
Aber jetzt mal ganz unter uns :D: Ich finde viele Ärzte stellen entweder die Diagnose zu früh oder überhaupt eine total falsche Diagnose. Und komischer Weise ist Borderline in der schwarzen Szene sehr verbreitet bzw. viele in der Szene verletzen sich selbst (ja, da gibts einen Unterschied).
Ich habe schon gehört, dass sich viele auch nur aus-ich nenne es jetzt mal Spaß- ritzen.
glasblumealso wenn man zu einem normalen psychologen geht kann er eigentlich nicht einfach borderline diagnostizieren.viele betroffene haben eine jahrelange odysse hinter sich bis ihnen jemand diese krankheit gesagt hat.
im allgemeinen wird borderline auch erst ab einem mindestalter von 21 jahren gestellt (in ausnahmefällen auch früher).man unterscheidet dabei das (post)pupertäre verhalten das sich bei vielen ''herauswächst''.dann gibt es die zweite form die bei erwachsenen gestellt wird.diese form von borderline ist eigentlich so gut wie nicht heilbar.wird bei jemanden diese diagnose gestellt bekommt er auch einen unbefristeten schwerbehinderten ausweis mit 50%.
diese form wird man immer haben das einzige was man tun kann ist zu versuchen die sympthome zu lindern.die krankheit kann schwecher werden und einem im alltag mal weniger mal mehr belasten.

um eine diagnose zu stellen müßen mindestens 5 von den aufgeführen 9 punkten erfüllt sein (was allerdings leicht zu manipulieren ist,wie man an leider all zu vielen teenies sieht die meinen das diese diagnose ''cool'' ist)
1. Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte: hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Muster berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
2. Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
3. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.
4. Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Bereichen (z.B. Geldausgaben, Sexualität, Substanzmissbrauch [z.B. Alkohol, Drogen, Medikamente, etc], rücksichtsloses Fahren, "Fressanfälle", ...).
5. Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder selbstverletzendes Verhalten.
6. Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung (z.B. hochgradige episodische Dysphorie, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern).
7. Chronisches Gefühl von Leere.
8. Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z.B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).
9. Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.


soweit ein überblick:)

liebe grüße
glasblume
Nebelland[QUOTE](was allerdings leicht zu manipulieren ist,wie man an leider all zu vielen teenies sieht die meinen das diese diagnose ''cool'' ist)[/QUOTE]

Irgendwie muss ich auch daran denken, wenn ich den Smilie im Titel des Threads seh. :rolleyes:
cintaIch bin ganz klar der Meinung, dass Borderline tatsächlich eine ernste Erkrankung ist und nicht bloss ein Erfindung eines Arztes. Aber wie es so oft bei psychischen Diagnosen ist, sie sind recht schwer 100% sicher herauszufinden. Und das wird dann auch oft von Menschen ausgenutzt, die lediglich um Aufmerksamkeit lechzen. (was mich gift und galle spucken lässt!)

Ich persönlich muss jedoch auch sagen, dass ich es gar nicht so wichtig finde, dass es diagnostiziert wird. Denn im Grunde gibt es ja keine 0815 Therapie für die Borderline. Gerade eben, weil es sehr vielschichtig und unterschiedlich ausfällt. Viel wichtige ist es, die einzelnen Symptome individuell zu behandeln. Ich sehe das bei mir selber. Da ich in einer Familie lebe, wo man nicht miteinander redet, sondern direkt zu „Experten“geschickt wird als Kind. So habe ich schon den einen oder anderen Therapeuten hinter mir. Einer zum Beispiel, war total darauf besessen mich nach dem typischen Schema zu behandeln. Das Resultat? Keine Verbesserung, nur eine gelangweilte Patientin. (die bis zum Schluss ihn nur noch geärgert hat :D )

Zur Zeit jedoch, besuche ich mehr oder weniger Regelmässig eine äusserst nette Therapeutin. Sie hört zu und wir versuchen zusammen ein Lösung zu finde. Sie versucht nicht, mich in 3 Monaten zu heilen, was so wie so beinahe bei keinem klappt. Nein, sie versucht mir zu helfen, dass ich mit meiner „Krankheit“ leben kann. Dass die richtig happigen Dinge umgangen werden und die restlichen Macken einfach altagstauglich gemacht werden. So, dass ich wieder am Leben teilhaben kann. Wieder mit anderen lachen und herum albern kann. Und dass ist bis jetzt auch sehr gut gelungen.

Das „heilen“ hat erst vor kurzem begonnen und es wird ein Leben lang dauern. Es werden auch nicht alle Wunden je heilen... Das ist wie beim vergessen. Man kann meiner Meinung nie vergessen, was einem schlimmes widerfahren ist. Aber die Erinnerungen werden imme schwäche und somit auch immer erträglicher. Was zum einen gut ist, denn sie formen ja unsere Persönlichkeit, machen uns zu denen, die wir sind. (aber wenn man aussuchen könnte, würde man trotzdem liebend gerne auf diese Erfahrungen verzichten..)
HellscreamEs gibt keine psychisch Gesunden Menschen, es gibt nur Menschen die nicht gründlich genug untersucht wurden oder dessen Krankheitsbild wir noch nicht kennen.
KarlaBorisloffInteressante Frage, woran merkt man, dass man ein Borderliner ist...

also ich habe es 35 Jahre lang nicht gemerkt; dachte eher dass ich bis auf ein paar Depressionen ganz "normal" bin & alle bekloppt sind die mir was Anderes erzählen wollten...
als die Diagnose dann kam habe ich es nicht glauben wollen,voll der Schock, mich erst gewehrt, andere Meinungen eingeholt( von verschiedenen Ärzten & Psychos, eine wahre Odyssee...)
dann habe ich mich informiert und-nun ja-es war eine Erklärung, warum mein Leben so verlaufen ist & warum ich bestimmte Probleme habe..irgendwie hat es mir dadurch geholfen, klare Bilder zu sehen & besser zurechtzukommen...

klar werden viele Menschen fälschlicherweise als Bordis diagnostiziert, obwohl sie kleine sind-bei anderen Individuen wird es dagegen nie festgestellt -aus verschiedensten Gründen

und: nicht jeder Borderliner schnippelt sich und nicht jeder der sich ritzt hat Borderline...
dass dieses rumschneiden nun ein Trend in der Emo Szene ist finde ich grauenvoll-geradezu erschreckend!
Ich habe mich jahrelang so dermassen geschämt wegen der fetten Narben; doch mittlerweile ist es mir dermassen Scheißegal wenn das jemanden stört der soll gefälligst woanders hinschauen...teilweise hab ich diese Narben übertätowieren lassen-das hilft mir in der Form, dass ich mich da,wo ich tätowiert bin nicht mehr schneide...hört sich vielleicht blöd an, ist aber mein pers. Weg damit umzugehen..



doch genug OT

Man merkt wohl dass man eine Borderline-Störung hat wenn:
-man depressive Schübe hat
-sich nicht selbst spüren/sehen kann (oft nur durch Schmerzen/ Extremzustände oder andere Menschen)
-das Selbstbild gar total verzerrt ist
-man unter Eßstörungen leidet
-man extremen Stimmungsschwankungen unterworfen ist
-man Aggression und/oder Autoaggression hat
-man manchmal plötzlich total krass Angst hat
-man teilweise schizophrene Anfälle hat
-man kaum dazu in der Lage ist längerfristige enge Bindungen einzugehen
-man mit Nähe & Distanz nicht umgehen kann
-man irgendwie immer noch ein Kind ist & sich teilweise auch so fühlt...schwer zu erklären...

tja, das fällt mir jetzt gerade so dazu ein...schwieriges Thema, denn:
Bordi ist nicht gleich Bordi, die Anteile verschiedener Störungen die einen zum Borderliner
machen variieren von Mensch zu Mensch und sind auch zeitlich gesehen nicht immer in gleichen Anteilen vorhanden....

doch andersherum betrachtet: wenn man bei Menschen, die, wodurch auch immer, zeitweise extrem reagieren , eine Diagnose zu stellen: da biete sich Borderline geradezu an-deswegen stellen auch so viele Ärzte & Psychos Fehldiagnosen:
es muß ja in irgendein Schema passen...
rainraven[QUOTE][i]Original geschrieben von KarlaBorisloff [/i]
[B]
Man merkt wohl dass man eine Borderline-Störung hat wenn:
-man depressive Schübe hat
-sich nicht selbst spüren/sehen kann (oft nur durch Schmerzen/ Extremzustände oder andere Menschen)
-das Selbstbild total verzerrt ist
-man unter Eßstörungen leidet
-man extremen Stimmungsschwankungen unterworfen ist
-man Aggression und/oder Autoaggression hat
-man manchmal plötzlich total krass Angst hat
-man irgendwie immer noch ein Kind ist & sich teilweise auch so fühlt...schwer zu erklären...

[/B][/QUOTE]

dies könnte alles z.B. auch auf mich zutreffen, aber ich bin trotzdem kein Borderliner...
Ich würde auch nicht alles Genannte unbedingt als krankhaft bezeichnen.
KarlaBorisloffgenau!
und deswegen habe ich ja auch geschrieben dass dies nur meine bescheidene subjektive Meinung ist
aber i-wie scheine ich das nicht hinbekommen zu haben
AntidepressivumAlso ich kann sagen das es schon mit Borderlinern ist.
Meine Freundin ist selbst betroffen und es ist jedes mal eine Herausforderung dagegen oder damit umzugehen.
Inzwischen würde ich behaupten das ich da ganz gut mit klar komme.
Ich selbst sehe jetzt meine Freundin nicht krank,nur anders.
Ihr verhalten ist nur manchmal bescheiden,aber das ist ja nicht gleich SIE.!^^
Solistinmhhhhhh,
habe jetzt einige Texte, von vielen hier gelesen, und habe lange überlegt, ob ich zu diesem Thema Poste, aber ja, ich mache es mal. Ich gebe vielen hier Recht,was das Thema Borderline entspricht, zufällig bin ich eine Person, die vor ca.10 Jahren diese Diagnose bekommen hat und ich muss sagen, das es auf keine Fall eine tolle Erkrankung ist, es gibt aber zwei Arten von Borderline 1. nur Borderline, 2.Borderline-Persöhnlichkeitsstörrung(das ist die harmlosere Diagnose). Ich kann durch eigener Erfahrung bestätigen, dass sich viele Patienten hinter dieser Krankheit verstecken, da sie dadurch die Aufmerksamkeit bekommen, die sie Jahrelang gesucht haben, aber die Talente und Fähigkeiten die man hat, das ist nicht vom Borderline-Syndrom, nein, dass sind die eigenen, die man nur dahinter verstecken möchte.
Aus Angst verlassen zu werden, oder auch nicht mehr geliebt zu werde, verursacht bei den Personen, dass die ganzen Sympthome noch viel stärker werden, ja, man kann es manchmal auch Machtspiel nennen(nicht böswillig, von der Person gemeint), da die Angst immer größer wird. Ich habe auch Jahrelang für das Leben was ich jetzt führe hart kämpfen müssen, aber ich sehen und merke es jetzt noch, das sich das immer wieder lohnt. Klar, dass Leben ist ein Geschenk, und wie man weiss, hat nicht jeder das Glück in einem behütendem Zuhause aufwachsen zu können, aber auch da denke ich, das es einen Grund hat, man muss es nur herraus finden. Ich kenne viele Frauen, die es geniessen ihre Krankheit auszuleben, und ich muss sagen, dass ich froh bin, die Stärke zu besitzen, um mit dieser Erkrankung umgehen zu können, denn sie ist und wird nie Heilbar sein, aber man kann den Weg finden um damit ein Glückliches beschwerdefreiendes Leben zu führen.
Therapie ist wichtig, aber vorallem das Ziel des eigenen Weges
Nur man selbst weiss, was das richtige für einen ist und dannch sollte man leben.
ElfenseeleHallo zusammen

Ich finde das viel zu sehr das negative bei Borderlinern gesehen wird, natürlich ist es eine Krankheit aber es sind trotzdem Menschen sie haben Resourcen zb habe ich erlebt, das Borderliners sehr sensible und kreative Menschen sind, sie kommen teilweise einfach mti der Geschwindigkeit unserer Zeit nicht mehr klar und haben auch traumatische Dinge erlebt leider.

ich weiss nicht ob ich borderliner bin aber ich habe leider fiele traumatische Sachen erleben dürfen aber trotzdem bin ich am leben und kämpfe weiter.

lg Elfenseele
Solistinhallo, das stimmt,da gebe ich dir recht, Menschen sind wir allen und ich muss sagen, dass auch alle Menschen einen psychischen knackst haben, aber das wichtigste ist, dass man sich nicht selber auf gibt und kämpfen muss, denn das tue ich auch,
Warum nennt man das Leben denn auch LEBEN? Weil man leben soll....
InfernalAnodyneBei mir wurden Anteile einer Borderlinestörung diagnostiziert. Es ist sehr schwer mit dieser Krankheit zu leben. Dabei denke ich sowohl an die Betroffenen als auch vor allem an deren Mitmenschen, welche die Handlungen erkrankter Menschen nicht bzw. sehr schwer nachvollziehen können (was nicht unbedingt bedeutet, dass der/die Erkrankte es zu verstehen oder gar zu steuern vermag). Borderline ist eine sehr komplexe Krankheit, mit der es sehr schwer ist, zu leben. Vor allem, weil sie die Seele selbst täuscht.

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur