| Hybrid Andante | Wer hat nicht schon einemal den Begriff "nano" im modernen Alltag gehört. Es gibt Putztücher mit der Reinigungskraft von Silbernanopartikeln, das schwärzeste Schwarz wird mit Kohlenstoffnanoröhrchen realisiert, in Sonnencremes kommen Nanopartikel aus Titandioxid als UV-Blocker zum Einsatz und schon die Römer verarbeiteten Goldnanopartikel in Kirchenfenstern, um die eindrucksvollen Farben zu kreieren. Auch für die zunehmende Verkleinerung elektronischer Bauteile stellen die halbleitenden Nanomaterialien eine wichtige Komponente dar. Nano kommt aus dem griechischen und bedeutet Zwerg, im Zusammenhang mit Nanotechnologie beschreibt der Begriff Objekte, bei denen mindestens eine Dimension in der Größenordnung zwischen 1 nm und 1 µm liegen. In dieser Größenordnung bekommen Quanteneffekte zunehmend Relevanz und erklären zum Beispiel die verschiedenen Farben unterschiedlich großer Nanopartikel (genauer spricht man von Quantenpunkten) in oben erwähnten Kirchenfenstern. Bei zunehmender Verkleinerung von Objekten gewinnt auch die Oberfläche an Einfluss und macht Nanoobjekte zu viel versprechenden Anwärtern für sensorische Zwecke. So könnte Viren-DNA beispielsweise wesentlich schneller detektiert werden, als momentan möglich und solche Nanobiosensoren könnten frühzeitiger Krankheiten diagnostizieren. Doch ist die Nanotechnologie nicht unumstritten. Die gesundheitlichen Risiken sind wenig erforscht. So stehen gerade Nanoröhren und Nanodrähte im Verdacht asbestartige Eigenschaften zu haben und können so leicht in die Lunge eingeatmet zu werden. Abgesehen von einem erhöhten Risiko für Entzündungen können sie von dort in die Blutbahn gelangen und der Weg ins Gehirn ist nicht weit. Auch DNA schädigende Wirkungen werden diskutiert. Die Annahme, dass wenn das Bulk-Material ungiftig ist, so müsse das auch für nanoskopische Objekte gelten, ist nicht zwangsläufig richtig. Bisher fehlen eindeutige Arbeitsschutzvorschriften und Menschen im täglichen Umgang mit Nanoprodukten sind vielleicht einem momentan noch nicht einschätzbarem Risiko ausgesetzt. Dennoch boomt diese Technologie, die zunehmende Zahl an Veröffentlichungen spricht für sich, das Wort "nano" ist zu einem Modewort geworden. Eine grobe Übersicht liefert [URL=http://de.wikipedia.org/wiki/Nanotechnologie]http://de.wikipedia.org/wiki/Nanotechnologie[/URL] Weitere Artikel gibt es im Netz zuhauf. Mich würde interessieren, wie ihr diese in den letzten 20 Jahren zunehmend an Einfluss gewinnende Technologie beurteilt, was ihr darüber denkt. |
| Heph | Vom Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz und Reaktorensicherheit - letzteres unter Hegemonie der EVU - hat erst neulich den [URL=http://www.bmu.de/chemikalien/nanotechnologie/nanodialog/doc/46552.php] 2ten Bericht [/URL] der Nanokommision rausgebracht. Der [URL=http://www.bmu.de/chemikalien/nanotechnologie/nanodialog/doc/42655.php]1. Bericht [/URL] geht übrigens stärker auf den Arbeitsschutz ein da man gerade ein Asbest/DDT Szenario nicht haben will. "Bulk"-material falls das jemanden nicht klar ist meint Material was größer als "nano" ist ;) Meiner Meinung fehlen nicht unbedingt Arbeitsschutz-vorschriften da die bestehenden an sich durchaus anwendbar sind sofern man die Nanomaterialen entsprechend ihrer Eigenschaften in Gefahrstoffklassen etc. einordnet. Ich mach später noch einen Kommentar wenn ich beide berichte dann mal durch habe. |
| Hybrid Andante | [QUOTE][i]Original geschrieben von Heph[/i] "Bulk"-material falls das jemanden nicht klar ist meint Material was größer als "nano" ist[/QUOTE] Ah ja, sorry, wollte das sogar noch dazu schreiben, ist aber irgendwie untergegangen. Ich danke dir. [QUOTE]Ich mach später noch einen Kommentar wenn ich beide berichte dann mal durch habe.[/QUOTE] Ich freu mich drauf :) |
| Weltenbummler_S | Das Problem meiner Meinung nach ist, daß eben diese Teilchen wirklich KLEIN sind. Hier bestehen möglicherweise Wechelwirkungen, die wir uns im Moment nocht nicht vorstellen können und die beim besten Willen auch nicht erforschen können. Im Klartext: ich persönlich halte diese Technik für sehr riskant und die sollte besser aus der Umwelt verbannt werden. Schließlich weiß ja kein Mensch, wo diese Teilchen überall landen und was sie dann anstellen. Es gibt ja zu Genüge Fälle, wo sich eine scheinbar ach so sichere Technologie im Nachhinein als ganz und gar nicht so harmlos herausgestellt hatte. |
| Ronin76 | Entscheidend ist weniger was Nanotechnik bewirkt, sondern wer Sie kontrolliert und wo Sie zum Einsatz kommt. Als Analogie hierzu: [QUOTE] Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, und es ist mir gleichgültig, wer die Gesetze macht! [/QUOTE] Mayer Amschel Rothschild * 23.02.1744 - † 19.09.1812 |
| Demon17 | Eine pauschale Bewertung dieser Technologie ist, wegen der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, die bereits jetzt abzusehen sind, weder unter wirtschaftlichen noch ethischen Gesichtspunkten möglich und wird es wahrscheinlich niemals sein. Die Entwicklung neuer, nichtinvasiver Methoden zur Tumorbehandlung dürfte ja wohl unumstritten sein angesichts der Tatsache, dass Krebs eine der häufigsten Todesursachen ist. Der Einsatz in Alltagsmaterialien, wie Lacken, bei Markisen und anderen Oberflächen, um eine selbstreinigende Wirkung zu erziehlen düfte den Aufwand an Chemie und Energie reduzieren, den entsprechende Produkte im Laufe ihres Verwendungszeitraums benötigen. Hier bedarf es konkreter Arbeitsschutzbestimmungen um eine gesundheitschädliche Belastung der Beschäftigten iin der Produktion zu verhindern. Bei der Verwendung in Lebensmittelverpackungen (PET-Flaschen) imüsste aber ebenso wie beim Arbeitsschutz dringend eine intensive medizinische Sicherheitsforschung implementiert werden um die Folgen eventueller bzw. erwartbarer Kontaminationen frühzeitig zu erkennen. Das Risiko besteht, wie bei jeder kommerziellen Nutzung neuer Technologie darin, dass das Know How überwiegend bei Gruppen liegt, die an dem kommerziellen Erfolg entsprechender Produkte und der Weiterentwicklung der Technologie interessiert sind. Insofern besteht die Gefahr das potentielle Risiken unterschätzt werden. Man kann das sehr schön an den Grenzwerten erkennen, die sich im Laufe der Jahrzehnte oft auf ein Bruchteil dessen reduzieren, was am Beginn der Entwicklung neuer Technologien für unbedenklich gehalten wird. Andererseits kann man es auch übertreiben, wie zum Beispiel Deutschland das im Falle der Gentechnik getan hat. Wenn die ersten Generationen der Forscher in die Sicherheitsverwaltung einer Technologie gehen, wird diese höchstwahrscheinlich woanders entwickelt. Zum Beispiel in den USA. So gibt es in Deutschland meines Wissens nur ein einziges Gentechnikunternehmen, das an der Börse notiert ist. Die Jobs sind in den USA entstanden. Leider nicht nur in der "grünen" Gentechnik, die aus europäischer Sicht sowieso ziemlich überflüssig ist, sondern auch in der Entwicklung medizinischer Anwendungen. |