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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Die Erwartungen anderer
decay73[b]"Du kannst dein Leben nicht auf den Erwartungen anderer Menschen aufbauen." [/b]
[i](Stevie Wonder)[/i]

Also, was erwartet ihr von eurem Leben, was erwarten andere von eurem Leben und wie geht ihr damit um, daß die anderen 'immer' was anderes von einem wollen?

Nach fast 4 Jahrzehnten weiß ich zu genüge, daß "die anderen" immer was von einem wollen, was man oft selbst gar nicht will.

Meist bleibe ich ja ruhig, nur manchmal ticke ich ein wenig aus, werde mal etwas deutlicher, was dann auch eine entsprechende Wirkung nach sich zieht, weil es eben nicht so oft vorkommt.

Aber einfgach ist das mit den Ansprüchen anderer eben nicht. Wenn man nicht aufpasst, kann das auch nach hinten losgehen.

Was sind also eure Strategien, um damit klarzuommen? Kosequentes ignorieren? ;)

decay73
LaChattehi decay

ich stelle fest, die andern wollen gar nicht "immer" etwas von mir. nur manchmal. Und dann muss eben verhandelt werden, bei den Leuten, die ich mag und gern in meinem Leben habe, passen die Erwartungen ja dann auch gut zusammen.

Beruflich ist es eh simpel: ich arbeite gut, mein Chef bezahlt mich korrekt, wir halten Termine ein, wir sind auch mal flexibel und das gegenseitig, wir sprechen uns ab, damit sind wir alle glücklich.

Bei meinen Schülern dasselbe, ich erwarte von ihnen (bzw den Eltern) dass sie die Termine einhalten und mich bezahlen, im Gegenzug halte ich auch die Termine ein und unterrichte. Schön ist, dass sich daraus oft noch "Zusatzleistungen" ergeben, mal eine Einladung zum Essen, zum Beispiel, oder Kunden, die von sich aus den Tarif wesentlich erhöht hatten, oder ein selbstgebackenes Brot zum mitnehmen... und ich geb auch mal gern kleine Geschenke zurück, unerwartete Zeichen von Wertschätzung sind immer etwas Schönes.

dass heute nun alles so angenehm ist, hat sich aus gewissen Erwartungen meinerseits an andere Menschen ergeben, die da sind:

wer etwas von mir will, muss es aussprechen. Ich rate nicht. aus Sätzen wie "duuu, der Müll ist ganz voll!" reagiere ich nicht automatisch so, dass ich den Müll runterbringe und in Ordnung bringe, ich nehm es einfach als Tatsachenbeschreibung. Wer will, dass ich den Müll rausbringe, muss mir sagen "bringst du bitte den Müll raus?", und dann sag ich ja oder nein, je nachdem.

ich mag es auch geordnet, das heisst mit Terminen. Spontanüberfälle mit ganz dringendem was-auch-immer, da muss schon etwas sehr Wichtiges passieren, damit ich dem nachgebe, aber 99.9% aller Treffen lassen sich in Ruhe und Gemütlichkeit vorher planen, ohne Stress. und ohne ständige Telefonate von wegen, doch wieder verschieben und was auch immer. das ist auch nicht langweilig, das ist einfach angenehm und zuverlässig.

ich gebe und erwarte auch Höflichkeit. meine Erfahrung ist, wenn ich selbst ausgesucht höflich bin, sind es die anderen automatisch auch mit der Zeit, irgendwie ist es ansteckend. :D

und dann, wenn Leute wirklich sehr aufdringlich sind, kann ich ihnen auch mal, wenn das höfliche Nein-sagen nichts nützte, ihnen auch einfach die Tür vor der Nase verschliessen. solche kalte Duschen sind zwar etwas grob, aber sie sind effektiv.;)

grüsse, barbara
rainravenIch weiß nicht, was andere Leute tatsächlich von mir erwarten, ich habe oft nur den Eindruck, sie WÜRDEN Anderes von mir erwarten als ich bin oder tue und mache mich deswegen selbst nervös und unglücklich, vielleicht ganz ohne Grund.

Allerdings habe ich festgestellt, daß die Erwartungen, die man selbst an jemand anderen oder etwas hat (etwa Freund, Partner, Kollege, Dienstleistungsunternehmen...), und die von diesen Personen durch deren Verhalten in einem geweckt werden,, offenbar den "Urhebern" oft selbst nicht bewußt sind und durch ihr als widersprüchlich zu den Erwartungen ("Versprechungen")empfundenes Verhalten nicht erfüllt werden, weshalb man dann in Streit oder Unzufriedenheit ausbricht, sich betrogen und verarscht vorkommt und der "Urheber" gar nicht verstehen kann, wo eigentlich das Problem liegt, weil ihm gar nicht erst bewußt ist, daß er diese Erwartungen geschürt oder geweckt hat.

Das ist allerdings ein großes Problem, dessen Lösung viele Mißverständnisse und vielen Ärger vermeiden würde. :(
EvillightMan hat eigentlich immer die Erwartungen an andere, dass diese sich zumindest so verhalten, wie man selbst. Allerdings gibt es natürlich auch Zeitgenossen, welche gerne fremde Gutmütigkeit ausnutzen, oder von anderen gesteigertes Engagement erwarten (Eltern und Lehrer z.B.).

Ich folge immer dem Prinzip der punktuell gesetzten Inkompetenz.
Merkwürdiger Weise versage ich in Dingen, die mir keinen Spaß machen völlig, obwohl ich mich stets redlich 'bemühe'. Bei anderen Aufgaben habe ich alles im Griff und bin quasi Experte. Das fällt auch nie auf. Im Alltag akzeptieren die Leute nämlich gerne das Versagen anderer, jedenfalls eher, als dass sie zugeben müssten, man sei besser als sie.

Nach einigen Jahren habe ich nunmehr fast nur noch Aufgaben und Zuständigkeiten, die ich immer haben wollte und zu gewissen (Haus)arbeiten werde ich auch nicht mehr befragt.
ScheolViele Menschen projizieren das eigene Scheitern auf Mitmenschen und bekommen eine ungerechtfertigte Erwartungshaltung.
Das merkt man vor allem bei den Lesern der Yellow-Press:

"Wenn ich schon keine Prinzessin sein kann, soll sich wenigstens die Frau welche eine [B]ist[/B] so verhalten, wie man (also [B]ich[/B]) es von einer Prinzessin erwarten [B]kann[/B]!"

Das übertragt sich natürlich auf sämtliche Lebensbereiche, mal schwerer, mal weniger drastisch. Aus diesem Grund bezeichne ich mich z.B. als Sozial-Anarchist. Ich benehme mich grundsätzlich so, wie ich es will und nicht wie andere es gerne hätten. Das bedeutet nicht, dass ich den ganzen Tag alten Menschen ins Gesicht spucke. Nur lebe ich meine parodistische Seite freier aus. (Ich liebe es Menschen direkt vor Ort zu parodieren wenn ich der Meinung bin, sie sind irgendwie im besonderen Maße dumm)

Genauso kann ich freier und ehrlicher meine Meinung äußern, ohne darauf zu achten ob ich es mir jetzt bei den Leuten verscherze. Es ist mir einfach egal geworden. Niemand geht für mich lachen, weinen, lieben oder auf's Klo. Deswegen liegt alles in meiner Entscheidung. Es gibt natürlich gewisse Grundprinzipien des sozialen Zusammenlebens an die ich mich halte. Aber auch nur, weil [B]ich[/B] es will.

Auch habe ich aufgehört zu glauben, ich wüsse was andere von mir erwarten. Wenn jemand etwas will soll er es äußern. Seitdem habe ich viel mehr Ruhe und Stille um mich herum, was innere Kämpfe mit meiner Umwelt betrifft.
SynergieErfahrungsgemäß, wissen Leute die sich ständig einen Kopf darum machen was andere von ihnen (vermeintlich) erwarten (könnten), nicht einmal was sie selbst wollen, denn sie sind zu sehr beschäftigt mit der angeblichen Erwartungshaltung ihrer Umwelt.

Seit ich diesen Mumpitz lasse, geht es mir gut und ich weiß [u]was ich will[/u], das genügt. Ansonsten reagiere ich ausschließlich auf klare Aufforderungen oder Bitten und überlege mir, ob ich dem Folge leisten will oder eben nicht.

Das Leben kann sehr einfach sein, wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert.

MfG
Scheol[QUOTE]Erfahrungsgemäß, wissen Leute die sich ständig einen Kopf darum machen was andere von ihnen (vermeintlich) erwarten (könnten), nicht einmal was sie selbst wollen, denn sie sind zu sehr beschäftigt mit der angeblichen Erwartungshaltung ihrer Umwelt.[/QUOTE]

Aus diesem Grund wurde die Konformität erfunden. H&M und Starbucks, so fühlt sich keiner mehr empfindlich in seiner Charakterlosigkeit gestört.

Im Beruf wird das dann wieder etwas schwieriger. Hier kann man sich nicht so frei bewegen, da man leichter zu etwas "gezwungen" werden kann. Oftmals ist es auch klug, sich nicht immer durchzusetzen. Ein gestörtes Betriebsklima verschlimmert die Situation oftmals nur. In diesem Bereich gilt es abzuwägen. Nicht jeder ist ein Unternehmer. Und selbst die haben es schwer, aufgrund ihrer Kunden. Da kann man es sich einfach nicht so leicht machen und ich glaube, dass ist auch der zentrale Schwerpunkt. Entweder man macht, oder man geht. Es ist übrigens sehr interessant, dass diese infantilen Gruppenbildungen, die man aus der Grundschule kennt, bis ins Berufsleben reichen. Klar kann man hier viel mitgestalten, aber manchmal ist man einfach machtlos gegenüber gewissen Situationen. Hier hilft dann nur kämpfen und notfalls den Arbeitsplatz zu wechseln. Die Angst vor dauerhafter Arbeitslosigkeit und Sozialbedürftigkeit, sowie die Zwänge (Leben auf Kontrakt) sollten hier einiges Potential zum selbstbestimmten ,oder zumindest freieren, Leben mindern oder gar begraben.
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von Synergie [/i]
[B]Erfahrungsgemäß, wissen Leute die sich ständig einen Kopf darum machen was andere von ihnen (vermeintlich) erwarten (könnten), nicht einmal was sie selbst wollen, denn sie sind zu sehr beschäftigt mit der angeblichen Erwartungshaltung ihrer Umwelt.

Seit ich diesen Mumpitz lasse, geht es mir gut und ich weiß [u]was ich will[/u], das genügt. Ansonsten reagiere ich ausschließlich auf klare Aufforderungen oder Bitten und überlege mir, ob ich dem Folge leisten will oder eben nicht.

Das Leben kann sehr einfach sein, wenn man sich auf das Wesentliche konzentriert.
[/B][/QUOTE]

Da gebe ich dir recht. Es ist auch nicht leicht, zunächst zu unterscheiden, wer die Erwartungen wirklich stellt: sind es die anderen, oder ist man es selbst, der die Erwartungen den anderen unterstellt.

Da sollte man imho penibel unterscheiden, denn zum einen sind es Dinge, die man von sich selbst erwartet, andere aber dafür verantwortlich macht, damit man sich selbst nicht zur Verantwortung ziehen muß und quasi slbst schuld ist. Das wäre ziemlich dumm, denn dann macht man sich den Stress ja selbst.

Es gibt aber auch Dinge, die andere tatsächlich von einem erwarten. Und da kann es, z.B. bei der Arbeit, auch mal unangenehm werden. Und das ist zumindest gerade mein Problem. Aber zum Glück gibt es bei uns einen Betriebsrat, der einem helfen kann.
Aber auch da ist es gut, sich zu überlegen, welchen Anteil man selbst hat, und was halt einem von außen an- und aufgetragen wird; letztlich muß man sich schon immer wieder behaupten, wobei das unter bestimmten Umständen eigentlich nicht passieren sollte. Kostet halt immer viel Energie, die man besser in die Arbeit investiert... :)
HrefnadisIm Privatleben ist es einfacher, latente Erwartungshaltungen an einen selber auszumerzen, einfach, indem man nur klar geäußerte Ansinnen überhaupt zur Kenntnis nimmt und darauf positiv oder negativ eingeht. Das vereinfacht das Leben - wie schon mehrfach gesagt wurde - ungemein.

Im Berufsleben ist so etwas sehr viel schwerer zu handhaben, vor allem in Firmen, die nach amerikanischem Prinzip geführt werden, wo es häufig keine strikten Hierarchien mehr gibt, sondern ein vorgegaukeltes "Miteinander" herrscht. Da werden dann gerne mal eigentliche Befehle in sorgsam formulierte Wünsche oder gar unterschwellige Anweisungen umgemünzt, aus denen sich dann der Befehlsempfänger rausklauben muss, was nun eigentlich von ihm erwartet wird und was davon eventuell Priorität besitzt. Für die oberen Chargen ist ein solches System von Vorteil, da grundsätzlich bei Problemen der Untergebene der Gelackmeierte ist. Mein Mann hat gerade solchen "Spaß". Da kann man nur immer wieder die jeweiligen Chefs zu konkreten Aussagen zwingen, was wie wann zu bearbeiten sei und sich nicht auf schwammige Ansagen verlassen. Da ist man zwar dann ein unbequemer aber effektiver Mitarbeiter. Und letztendlich, wer damit nicht klar kommt, muss zuschauen, dass er/sie sich woanders bewirbt. Auf Dauer ist diese "Zusammenarbeit" sehr frustrierend. Mein Mann wechselt jetzt auch ....

:) Auf lange Sicht gesehen ist es ziemlich unpraktisch, mit Kristallkugel zur Arbeit zu erscheinen, um den Willen seines Vorgesetzten deuten zu können .. obwohl, vielleicht geht auch Kaffeesatz?
JohnSteedSich an andere "anpassen" (d.h. auch psychologisch) heisst IMMER auch diverse Ideologien zu übernehmen und zum Fanclubmitglied von Jemand zu werden.
Wozu? Wenn wer quantitativ ein grosses, aber qualitativ ein sehr kleines Ego hat, dann braucht er stets den Zuspruch anderer, am liebsten machen es die anderen von selbst, dass sie sich um XY kümmern.
Das ist antisozial, weil gute Dinge permanent ausgenützt werden.
Die Energieräuber dieser Welt muss man trockenlegen.
Manche von ihnen brauchen eine Therapie, aber nicht meine Lebensenergie.

Diese Psychoparasiten gibt es auch im Berufsleben, sie tarnen sich als jovial und sogar devot, was sie aber nicht sind, sie sind oft nur die Spinne im Netz.
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von JohnSteed [/i]
[B]Diese Psychoparasiten gibt es auch im Berufsleben[/B][/QUOTE]

Eben, sie saugen einen aus. Auch wider besseren wissens. Einmal hab ich ihn schon zusammengefaltet (verbal), also müßte er es wissen. Aber die Halbwertszeit in Tagen ist leider unterhalb der Raumtemperatur.
Er müßte es auch wissen, denn als Chef weiß er natürlich um seine Mitarbeiter. Zur Not braucht er nur nochmal in die Personalakte gucken.
Aber das scheint auch zu viel verlangt.

Und so kann man sich immer wieder in kleine Scharmützel ergehen - wenn man denn will. Oder man schafft Tatsachen. ;)
JohnSteedJa, kenn ich.
Zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort hätte ich zur Darwinismuskeule gegriffen und die eine oder andere Nervensäge mit brutaler Gewalt neutralisiert.
Da wir aber in unserer Gesellschaft den Fetisch der Mittelmässigkeit leben, geht das leider nicht.
Aber der Urmenschenimpuls bleibt natürlich.
JohnSteed[QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i]
[B]....dieses Modell setzt sich leider immer mehr durch, ich erlebe es derzeit sogar schon an Unis. Diese ekelhaften pseudo-"familiären" Strukturen, wo mit perfide-subtilem oder auch ganz offenem Druck gearbeitet wird und man sich fremd seiende Menschen zwingen will, über Nacht zu "Cliquen", "Freunden" oder "Teams" zu werden wo sich alle ganz dolle liebzuhaben nur weil sie zufällig alle das gleiche studieren bzw. im Job in der selben Abteilung sitzen. Ich will nämlich nicht Jeden liebhaben, ich will noch nicht mal mit Jedem reden müssen weil mich 90% der Menschheit ergo 90% auch aller Kollegen privat kein Stück interessieren. Faires Zusammenarbeiten auf einer menschlich anständigen Ebene ist mir auch möglich, ohne daß ich dazu Grenzverletzungen begehen oder diese erdulden muß. [/B][/QUOTE]

Chapeau!

Schön ausdefiniert.
Besser hätte ich es auch nicht hingekriegt.
LaChattemanchmal ist es mir fast peinlich festzustellen, dass es in meiner Arbeit TATSÄCHLICH familiär zu und hergeht... sehr nett, und aus dem einzigen Grund, weil alle ds so lieben haben als Intrigen, Druck und Zwang. :o

es ist ja so einfach, miteinander zu reden und Probleme zu lösen....

grüsse, barbara
Hybrid Andante[quote][i]Original geschrieben von Odessa[/i]

dieses Modell setzt sich leider immer mehr durch, ich erlebe es derzeit sogar schon an Unis. Diese ekelhaften pseudo-"familiären" Strukturen, wo mit perfide-subtilem oder auch ganz offenem Druck gearbeitet wird und man sich fremd seiende Menschen zwingen will, über Nacht zu "Cliquen", "Freunden" oder "Teams" zu werden wo sich alle ganz dolle liebzuhaben nur weil sie zufällig alle das gleiche studieren bzw. im Job in der selben Abteilung sitzen.[/quote]


Das kann sicher Extremformen annehmen. Ich erinnere mich nur an deine Beschreibung, wie ein Freund von dir mit seiner Arbeitsgruppe quasi ins Bett musste. In dem Falle ist es eindeutig eine Überschreitung der Privatssphäre und widerwärtig und auch unglaublich, dass das die Leute das mit sich machen lassen.
Aber: Es gibt auch Graustufen. Und gegen ein mit dem ein oder anderen Kollegen (oder eben mit der Arbeitsgruppe) mal ein Bierchen trinken zu gehen, oder nach Dienstschluss hin und wieder zu grillen ist sicher nichts einzuwenden. Das muss ja nicht jeden Tag oder jede Woche sein, das wäre mir auch zu viel, aber in gewissem Abstand dient das durchaus auch einer besseren Arbeitsatmosphäre, als wenn jeder alleine vor sich hin vegetiert.
Leider ist das sehr problematisch, wenn gewissermaßen der Druck kommt, dass wenn man nicht daran teilnimmt, man zum Außenseiter degradiert wird. Letztendlich kann aber auch nicht verlangt werden, dass alle darauf verzichten, nur damit niemand sich als außen vor fühlt.

@Eingangsfrage: Was sind also eure Strategien, um damit klarzuommen? Kosequentes ignorieren?

Nein, konsequentes Ignorieren löst keine Probleme, insbesondere wenn es um Menschen geht, die einem etwas bedeuten. In dem Falle hilft nur, mal miteinander zu sprechen. Ich versuche soweit möglich die Probleme zu thematisieren, die ich habe. Nur dann kann sich der eigene Zustand auch verbessern. Manchmal dauert es sehr lange, bis ich das schaffe, aber in der Regel zahlt es sich aus.
Wenn man mit den Erwartungen anderer unzufrieden ist und sich dieser Zustand über einen längeren Zeitraum aufrechterhält, hat man unter Umständen auch einfach nur ein Kommunikationsproblem...
JohnSteed[QUOTE][i]Original geschrieben von Hybrid Andante [/i]
[B]...

@Eingangsfrage: Was sind also eure Strategien, um damit klarzuommen? Kosequentes ignorieren?

[/B][/QUOTE]

Im Grunde genommen, wenn jemand anderes ignoriert, dass ich nicht so mitspiele wie er es sich vorstellt (Animation, lapidare unsinnige Gespräche oder unzulässige Bemerkungen über mein Privatleben), dann kann ich schon sehr skorpionisch sein und an einer Art Racheplan arbeiten.
Im Normalfall bin ich nicht direkt aggressiv, denn das könnte als Schwäche ausgelegt werden, aber proaktiv ablehnend.
Sollte ich also in die Verlegenheit kommen müssen, jemand über zehn oder mehrere Jahre proaktiv zu missachten, im Rahmen der arbeitsrechtlichen Regeln, werde ich das natürlich tun.
Da ist mir im Endeffekt auch keine Spitze zu schade.
Nun, ich interpretiere die Suche nach Emotionalität im Arbeitsplatz als eine Form sentimentaler Dummheit, insofern fällt es mir nicht schwer jemand fast permanent auf der Abschussliste zu haben.
Sollte mir das ganze irgendwann Spass machen oder sollte der betreffende Nerven zeigen (höhere Krankenstände oder schwache devote Unterwürfigkeitsanfälle), so hätte ich eine gewisse Befriedigung erreicht.
Es ist kein Mobbing!!!!!!! We did't start the fire.
Selene71[QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i]
[B][b]
Nach fast 4 Jahrzehnten weiß ich zu genüge, daß "die anderen" immer was von einem wollen, was man oft selbst gar nicht will.

[/B][/QUOTE]

Es geht mir ähnlich. Und ich habe sehr lange gebraucht, bis ich endlich soweit war "Nein" zu sagen bzw. "Ja" zu dem Leben zu sagen, wie ich es möchte.

Ich erinnere mich an meine erste Ausbildung: Arzthelferin. Ich habe es gehasst! Nicht einmal so sehr die Arbeit an sich, aber die Frau meines Chefs war ein richtiger Drachen. Und ich mit 16 Jahren ohne Selbstbewusstsein.
Wie oft habe ich in der Mittagspause zuhause geheult, dass ich da nicht mehr hingehe und die Ausbildung abbreche. Meine Mutter hat mich immer wieder dazu angehalten, weiterzumachen. "Du kannst nicht die Ausbildung abbrechen! Was willst du denn machen? Ist doch ein schöner Beruf."

Ich war froh, dass ich nach der Ausbildung nicht übernommen wurde. Und machte eine zweite Ausbildung zur Bürokauffrau. Schon besser. :D

Es gibt noch mehr Beispiele. Aber vor ein paar Jahren habe ich endlich die Kurve gekriegt und dabei hat mir die Trennung von meinem Ex sehr geholfen. Endlich konnte ich mich entfalten, habe meine "schwarze" Seite nicht mehr versteckt. Und konnte durchatmen.

Wenn mir heute jemand sagt: "Du kannst doch nicht....das und das machen!" Dann antworte ich eigentlich immer: "Warum nicht?"
Wenn ich immer das tun würde, was andere von mir erwarten, hätte ich viel zu tun....

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