| Waldgestalt | Manchmal, da betrachte ich diese Einsamkeit als Privileg. Da ist in mir diese tiefe Melancholie, die einerseits wunderschön sein kann; doch auch beißend und folternd. Zweisamkeit. Nur ein leeres Wort? Ich möchte dieser Einsamkeit entfliehen und will sie doch beibehalten. Doch letztendlich ist es doch die melancholische Zweisamkeit die ich ersehne. Die Melancholie in mir zu erhalten, doch mein Herz von dieser folternd Pein erlösen. Bin ich der ewig Gepeinigte? Der ewig wandernde Eremit? Ja, vielleicht mag ich in Selbstmitleid ertrinken, doch dort ist niemand der mich hinauszieht aus dem gefrierend Tränenmeer. Vielleicht geht es manchen von euch ja ähnlich wie mir. |
| Bischofschänder | Das trifft es auf den Punkt und ist wunderbar formuliert ! Man erkennt sich wieder :-) |
| Einsame_Elfe | Du triffst mit deinen worten bei mir genau ins schwarze |
| MephistoX | Man kann auch zu zweit Einsamkeit genießen. Frag nicht wie, ist eben etwas, dass jeder für sich selbst herrausfinden muss. Und eine gesunde Melanchonie ist fast schon Lebensnotwendig, wenn man nicht sein Individuum im bunten Massenmeer verlieren will. |
| Waldgestalt | Zweisame Einsamkeit - ja, wunderschön wäre das. Es freut mich sehr, wenn ich euch mit meinen Worten etwas geben kann. Habt ihr auch manchmal urplötzlich dieses Gefühl der Gefangenschaft? Mich überkommt es oft wenn ich längere Zeit in meinem Zimmer verweile; urplötzlich zwingt es mich hinaus, hinaus aus diesen 4 Wänden. Da überkommt mich dann dieses enge Gefühl in meiner Kehle. Oft fliehe ich dann in den Wald und eile ziellos umher, versuche vergebens der Pein in mir zu entfliehen. Dann denke ich wehmütig über mich und mein Leben nach. So viel kostbare Zeit schon verschwendet, all die Jahre des Leides, jede Sekunde so unendlich kostbar! Wie lange noch? Wie lange noch. |
| JohnSteed | Alleine sein ist streckenweise in Ordnung. Man kann diesen Zustand einseitig aufheben, wenn es sich lohnt. Einsamkeit wird meistens von anderen in einen hineingetragen, weil sie ihr eigenes Rauschen nicht ertragen können und eben die Idee, dass sie es sind, die all das Denken, wenn niemand um sie herum ist, nicht ertragen können. Es gibt in der Tat Menschen, die wollen unterhalten werden, weil sie selbst furchtbar langweilig sind im Kopf. |
| Waldgestalt | Wenn du, JohnSteed, glaubst es geht mir darum unterhalten zu werden oder bloß darum andere in meinen Bann zu ziehen, liegst du völlig falsch. Hier geht es um den Austausch alltäglicher Emotionskrisen und Einsamkeiten, man hat die Möglichkeit sich mitzuteilen. |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Waldgestalt [/i] [B]Wenn du, JohnSteed, glaubst es geht mir darum unterhalten zu werden oder bloß darum andere in meinen Bann zu ziehen, liegst du völlig falsch. Hier geht es um den Austausch alltäglicher Emotionskrisen und Einsamkeiten, man hat die Möglichkeit sich mitzuteilen. [/B][/QUOTE] Nein, ich bezog mich nur auf "nette" Mitmenschen im Büro oder sonstwo, die einen freundlicherweise an ihrer Leere im Kopf teilhaben lassen und dies sehr wortlastig. Will sagen Vielsprecher müssen nicht immer Vieldenker sein. |
| Waldgestalt | Verstehe, das ist wohl wahr. Jedenfalls bin ich sicherlich keiner von denen. Nun zurück zu meinem vorletzten Beitrag: Kennt ihr dieses Gefühl auch, diesen Drang? |
| MephistoX | [QUOTE][i]Original geschrieben von Waldgestalt [/i] [B]Kennt ihr dieses Gefühl auch, diesen Drang? [/B][/QUOTE] Hm...nein. Ich habe wahrscheilich einfach erkannt: zurück auf die Bäume ist jetzt acuch zu spät... Gefangenschaft - ja. Jeder Sekunde in dieser abartigen Spießergesellschaft lastet tonnenschwer auf meinen Schultern. Die Lösung: Eine unentdeckte Insel irgendwo wo's nicht allzu warm ist --- ne Stadt drauf bauen, ein paar tausend Gruftis umsiedeln und schon lässt sich's schön leben. |
| Synergie | Ich unterscheide zwischen (unangenehmer) Einsamkeit und (wohltuendem) Alleinsein. Ersteres kann man auch sein, wenn man permanent von Menschen umgeben ist. Das Zweite ist nur körperliche (nicht innerliche!) Abgeschiedenheit. Ich bin gerne allein aber ungern einsam. MfG |
| Mareylia | [QUOTE][i]Original geschrieben von Synergie [/i] [B]Ich unterscheide zwischen (unangenehmer) Einsamkeit und (wohltuendem) Alleinsein. Ersteres kann man auch sein, wenn man permanent von Menschen umgeben ist. Das Zweite ist nur körperliche (nicht innerliche!) Abgeschiedenheit. Ich bin gerne allein aber ungern einsam. [/B][/QUOTE] Das kann ich nur unterstreichen. Einsamkeit ist nicht gleich Alleinsein und lieber allein sein als einsam. |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von MephistoX [/i] [B]... Die Lösung: Eine unentdeckte Insel irgendwo wo's nicht allzu warm ist --- ne Stadt drauf bauen, ein paar tausend Gruftis umsiedeln und schon lässt sich's schön leben. [/B][/QUOTE] Unter meinem Kommando: Gerne! |
| darkromance36m | Ich kenne diese innerliche Zerrissenheit oder Ambivalenz sehr gut...einerseits sehnt man sich nach Symbiose, tiefer und erfüllender Verbindung und Verschmelzung...und andererseits stellt man immer wieder schmerzlich fest, wie man einen Teil von sich selbst aufgeben muss, als Preis dafür, um nicht den ständig den allgegenwärtigen Schmerz des Alleinseins ertragen zu müssen..und doch spürt man im Grunde seiner Seele, dass niemand dir so nahe sein kann, wie du dir selbst..so nahe, wie du es in deinen tiefsten Sehnsüchten herbeiwünscht..und doch immer wieder von neuem enttäuscht wirst, weil du merkst, es ist nur ein unerfüllbarer Traum.. |
| Elementarsatz | [QUOTE][i]Original geschrieben von MephistoX [/i] [B]Eine unentdeckte Insel irgendwo wo's nicht allzu warm ist --- ne Stadt drauf bauen, ein paar tausend Gruftis umsiedeln und schon lässt sich's schön leben. [/B][/QUOTE] Schlechte Idee. Schließlich ist Gruftitum Identitätsstiftung durch Abgrenzung. Wenn es nicht mehr die oberflächlichen Normalos gibt, dann hat auch das Grufti-Sein keinen Sinn. Vermutlich würde sich auf dieser Insel bald eine provokante Minderheit bilden, die bunte Kleidung trägt und das Leben super findet ;) |
| darkromance36m | [QUOTE][i]Original geschrieben von Elementarsatz [/i] [B]Schlechte Idee. Schließlich ist Gruftitum Identitätsstiftung durch Abgrenzung. Wenn es nicht mehr die oberflächlichen Normalos gibt, dann hat auch das Grufti-Sein keinen Sinn. Vermutlich würde sich auf dieser Insel bald eine provokante Minderheit bilden, die bunte Kleidung trägt und das Leben super findet ;) [/B][/QUOTE] Kann ich nicht nachvollziehen deine Ansicht. Ich wäre nur allzu glücklich und befreit, wenn ich den sogenannten Normalos nicht mehr tagtäglich und zwangsläufig begegnen müßte, sondern nur mehr von harmoniebedürftigen und tiefsinnigen "Gleichgesinnten" umgeben wäre! So stell ich mir die Idealform einer Gesellschaft vor.. |
| Elementarsatz | [QUOTE][i]Original geschrieben von darkromance36m [/i] [B]Kann ich nicht nachvollziehen deine Ansicht. Ich wäre nur allzu glücklich und befreit, wenn ich den sogenannten Normalos nicht mehr tagtäglich und zwangsläufig begegnen müßte, sondern nur mehr von harmoniebedürftigen und tiefsinnigen "Gleichgesinnten" umgeben wäre! So stell ich mir die Idealform einer Gesellschaft vor.. [/B][/QUOTE] Harmoniebedürftig und tiefsinnig? Auf mich wirken die meisten Gruftis, wie sie sich zum Beispiel in den Nebelpfaden darstellen, eher wehleidig, labil, theatralisch und egozentrisch. Ich glaube kaum, dass eine Gesellschaft mit einem Grufti-Anteil von 100% überhaupt lebensfähig wäre. |
| Nix | [QUOTE][i]Original geschrieben von Elementarsatz [/i] [B]Harmoniebedürftig und tiefsinnig? Auf mich wirken die meisten Gruftis, wie sie sich zum Beispiel in den Nebelpfaden darstellen, eher wehleidig, labil, theatralisch und egozentrisch. [/B][/QUOTE] Zumindest die gesunde Hälfte. |
| Die_Sense | Zweisame Einsamkeit ist natürlich möglich. Ein Beispiel wäre mit einem Freund, einer Freundin einfach irg.wo zu sitzen und die Aussicht zu genießen ohne ein Wort zu sagen oder dahein TV zu schauen. Da gibt es vielerlei Möglichkeiten und Geschmäcker, das muss jeder für sich selber herausfinden. Für sowas muss da die zweite Person auch nichtmal Goth sein, eine gute Grundfreundschaft reicht bei manchen, andere suchen da den festen Partner. Jedenfalls, wenn ihr einsam seid und einen Partner sucht, geht vor die Tür, geht auf Partys. Schätze das hat jeder schonmal gehört aber so wars bei mir nich anders, die Menschen oft übers Inet kennen gelernt (Facebook z.b.) auf Partys getroffen und seit dem Kontakt behalten und auf Sympatie gestoßen. Über das Forum andere Gestalten zu finden die ebenfalls in Einsamkeit ertrinken ist natürlich eine Möglichkeit, aber ob dann eine Chat-Freundschaft diese Einsamkeit wirklich in Zweisamkeit verwandelt sei mal dahin gestellt. Grüße, Die_Sense |
| Nix | [QUOTE][i]Original geschrieben von Die_Sense [/i] [B]Zweisame Einsamkeit ist natürlich möglich. Ein Beispiel wäre mit einem Freund, einer Freundin einfach irg.wo zu sitzen und die Aussicht zu genießen[/B][/QUOTE] Wäre das nicht ein Beisammensein? Kann man beisammen einsam sein? |
| JohnSteed | Together alone.... Oft getestet. Bewährt. |
| Die_Sense | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] [B]Wäre das nicht ein Beisammensein? Kann man beisammen einsam sein? [/B][/QUOTE] beisammen definiere ich mit mehreren Menschen z.b. auf einer Bierbank zu hocken und miteinander zu reden. Und Ja man kann dort einsam sein, wenn man die Leute nicht gut kennt und diese garnicht wissen wie es in einem ausschaut so redet man vlt oberflächlich über etwas das einem selber wenig interessiert und die anderen merken garnicht was in dir vor sich geht. bei meinem Beispiel mit einem Freund zusammen wo zu sitzen, rede ich von einer Person die wenigstens etwas weiß wie man tickt, wie man sich fühlt. z.B. im Moment depressiv, da braucht man nicht immer Worte zur Aufheiterung, dort reicht die bloße Anwesenheit eines Freundes, der weiß wie es einem geht. |
| Nix | [QUOTE][i]Original geschrieben von Die_Sense [/i] [B]beisammen definiere ich mit mehreren Menschen[/B][/QUOTE] Mit wievielen denn? Ist ein Rendezvous dann kein Beisammensein? |
| Die_Sense | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] [B]Mit wievielen denn? Ist ein Rendezvous dann kein Beisammensein? [/B][/QUOTE] klar, beisammene Zweisamkeit. für mich selbst hat aber Zweisamkeit eine stärkere Bedeutung als beisammen. denke das muss jeder selber definieren. |
| bradóg | [QUOTE][i]Original geschrieben von Die_Sense [/i] Zweisame Einsamkeit ist natürlich möglich.[/QUOTE] Ja, im positiven Sinne ist das was sehr angenehmes, schönes, es sind dann weder Worte noch Erklärungen notwendig, um zweisame Einsamkeit zu leben bzw. zu genießen und sich zu verstehen ... der Gleichklang der Seelen ... Anam Cara ... ^°^... Jedoch gibt es auch das Gegenteil und zwar dann, wenn zwei Menschen beieinander, sich aber nicht (mehr) wirklich nahe sind ... das quält und man fühlt sich verdammt einsam. Diese Art Einsamkeit kann auch dann gegeben sein, wenn man sich unter tausenden von Menschen befindet. Hierzu ein kleines Liedchen von Rabenschrey ... [URL=http://www.youtube.com/watch?v=Raeg_nNnIRM&playnext=1&list=PL3E83922B6E87FC93]Gemeinsam einsam [/URL] Melancholie finde ich wunderbar, ist mir wichtig und heilig. Zweisamkeit ist m. E. kein leeres Wort, sie ist möglich, kann ich aus eigener Erfahrung sagen. |
| Waldgestalt | @ darkromance36: Herrlich, deine Worte! Einfach herrlichst. |
| Selene71 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Synergie [/i] [B]Ich unterscheide zwischen (unangenehmer) Einsamkeit und (wohltuendem) Alleinsein. Ersteres kann man auch sein, wenn man permanent von Menschen umgeben ist. Das Zweite ist nur körperliche (nicht innerliche!) Abgeschiedenheit. Ich bin gerne allein aber ungern einsam. MfG [/B][/QUOTE] Das hast du schön geschrieben und das ist auch meine Meinung. Ich bin auch gerne mal allein, kann das auch eine Weile recht gut. Aber das ist ein Unterschied zur Einsamkeit. Einsam war ich eine Weile lang vor ein paar Jahren nach einer Trennung. Und es war sehr schlimm für mich, das möchte ich nie wieder. Nach außen sagte ich immer, es macht mir nichts und ich bin gerne allein. ALLEIN, ja, aber nicht einsam. Es dauerte aber auch einige Monate, bis ich mich aufraffen konnte, um alles zu ändern. Dann traf ich meinen Schatz und alles wurde gut. :) |
| JohnSteed | [QUOTE][i]Original geschrieben von Selene71 [/i] [B]D... Dann traf ich meinen Schatz und alles wurde gut. :) [/B][/QUOTE] Sisi! Franzl! Sisi? Franzl? Wir könnten mal wieder den Indimbereich betreten Sisi? Noja Franzl. Aber der gehört nicht mehr zu Österreich....... (Bullyparade) |
| Darknight1977 | Hey, bin neu hier! Ich wünschte öfters ich wäre nicht mehr Alleine! Leider bin ich schon immer Allein gewesen ob in der Kindheit oder jetzt wo ich Erwachsen bin! Ich habe schon Freunde gehabt, aber die halten es nicht lange bei mir aus! Ich habe eine zu schwarze Seele mit den viele ein grosses Problem haben!:( Deswegen kann ich das gar nicht genau sagen wie es am schönsten ist! :( Dunkel Grüsse Darknight1977 |
| Waldgestalt | Einsamkeit. Ein scheußliches Wort! Letztens war ich mit einer Jugendgruppe für 12 Tage in Schweden, einfach herrlichst! Nun begreife ich erst wie einsam ich wirklich bin. Es ist einfach nicht mehr zu ertragen. Ich habe es zwar geschafft meine Depressionen in eine schöne Melancholie zu verwandeln, doch die stechende Einsamkeit zerreist diese wundersame Melancholie stets aufs Neue. Bin ein Grab das lebt - mit einer Seele die stirbt. |
| Darkvoid | Die Einsamkeit ist das was mein leben bis jetzt bestimmt hat auch wenn ich mit Menschen umgeben war fühlte ich mich einsam da man mich nie verstand. Doch jetzt in einer fremden stadt suche ich nach anderen die genauso sind wie ich, genauso fühlen wie ich um gemeinsam die einsamkeit zu bekämpfen. |
| Wiwwelle | Einsamkeit ist eigentlich ein schönes Wort wenn man es genau betrachtet...anonyme Einsamkeit wiederum kann schrecklich sein. Erst ist man mit vielen Menschen zusammen, man lacht, weint, streitet...es ist laut das Gehirn voller Stimme unterschiedlichster Tonlagen und plötzlich ist man wieder zu Hause und die Stille erschlägt einen, verzweifelt sucht man die Geräusche , Erinnerungsfetzen rasen vorbei und zu guter Letzt schmeißt man die Anlage an um es zu vertreiben die anonyme Einsamkeit.... Keinen interessiert es...allein ...ausgeschlossen und nicht fähig den Weg zu finden warum auch immer. Ich persönlich genieße auch die Einsamkeit ...aber nur die Einsamkeit ein schönes Wort in unseren lauten Welt. |
| Selene71 | [QUOTE][i]Original geschrieben von JohnSteed [/i] [B]Sisi! Franzl! Sisi? Franzl? Wir könnten mal wieder den Indimbereich betreten Sisi? Noja Franzl. Aber der gehört nicht mehr zu Österreich....... (Bullyparade) [/B][/QUOTE] :D haha!! |
| celtic lunatic | Wenn uns die Hast der Welt zu lange Zeit von unserem besseren Selbst entfremdet hat und wir von ihrem Treiben angeegelt, ihrer Freuden müde, mutlos werden; O wie belebend ist dann Einsamkeit! [von William Wordsworth] |
| GodComplexID | Echte Einsamkeit ist auf Dauer ein tödlicher Zustand für die Spezies Mensch, die de facto ein, oft genug auch gestörtes, aber doch ein soziales Wesen hat. Wichtig sind dennoch die Phasen, in denen man sich zurückziehen und Kraft tanken kann. Wir sind eine soziale Art, aber keine Ameisen, die 24h am Tag im direkten Kontakt mit ihresgleichen klarkommt. Das ist alles so wunderbar normal, nur hier eben schwarz angemalt. ;) |
| Waldgestalt | Das ist wahr, auf den Zeitraum kommt es an. Es gibt Momente da koste ich das Alleinsein vollkommen aus. Doch auf die Dauer ist es einfach unerträglich. Die Psyche beginnt dann irgendwann unsinnige Gedanken, Bilder und Befehle zu entwickeln. |
| Nix | [QUOTE][i]Original geschrieben von GodComplexID [/i] [B]Echte Einsamkeit ist auf Dauer ein tödlicher Zustand für die Spezies Mensch, [/quote][/b] Ungeachtet des Umstands, dass Einsamkeit subjektiv empfunden wird und sich die Frage stellt, was "unechte" Einsamkeit sein soll: Das kommt sicher auf den einzelnen an. Nicht gleich jeder kommt um vor Einsamkeit. Manche sterben auch an Langeweile. [QUOTE][i]Original geschrieben von GodComplexID [/i] [B]die de facto ein, oft genug auch gestörtes, aber doch ein soziales Wesen hat. [/B][/QUOTE] Es dürfte mehr gestörte als soziale Wesen geben. "Gesellig" trifft es daher imho besser. "Sozial" ist mir zuviel Wertung. |
| GodComplexID | @ Nix: "Echte Einsamkeit" im Sinne von Isolation, die Ausdrucksweise war vielleicht etwas irreführend. "Sozial" ist an sich ein wertneutraler Begriff, wertend ist deine Auslegung dessen, aber dafür kann ich ja nichts. ;) |
| Odessa | Geht es nur mir so, daß ich mich immer dann am einsamsten fühle, wenn ich von vielen Menschen umgeben bin (Stadt, Verkehrsmittel, ein mal in fünf Jahren zwangsweise besuchte "Parties"/"Feste" etc.)? Der Unterschied Einsamkeit - allein sein ist für mich: allein bin ich gerne. Dank eines wunderbaren einzigartigen Mannes an meiner Seite kann ich 24/7 mit ihm zusammensein und trotzdem dabei auch immer über ganze Tage "allein" sein. Meinen Gedanken nachhängen, stundenlang allein auf einer Wiese liegen oder in einem Raum sitzen, und oft wird dabei über zwei oder drei Tage nicht mehr als mal ein oder zwei Sätze gesprochen... weil er in einem anderen Raum ist oder drei Meter entfernt auf der gleichen Wiese, aber dabei nur "er selbst" und für sich, auch allein ist. Es braucht für uns bei aller Hingabe und Verschmelzung ganz unbedingt auch immer das Allein sein können und wollen, das "sich selbst aushalten", das immer wieder auch an sich arbeiten und sich und die eigenen Bedürfnisse reflektieren, ganz unabhängig von emotionalen Bindungen und Beziehungsgeflechten. Einsam sein jedoch... das ist meiner Erfahrung nach, die mir Andere berichteten, ein sehr unguter Zustand, den man eher unfreiwillig ertragen muß. Man möchte Gesellschaft und Nähe, aber findet sie nicht oder kann sich ihr nicht öffnen. Wer völlig einsam durchs Leben geht, ist für mich sehr bedauernswert. Wer jedoch gerne ab und zu oder auch mal längere Zeit alleine ist, und dabei aber ein mittiger, mit sich selbst und vor allen seinen Mitmenschen im Reinen seiender ausgeglichener und frustbefreiter Zeitgenosse ist - der macht es in meinen Augen schon ganz richtig so ;-) |
| Waldgestalt | Interessanter Text über mir. Vor allen Dingen der letzte Satz. Zeitweise bildete ich mir ein diesen Zustand erlangt zu haben, doch musste meine Schönrednerei schnell begreifen. Ich habe mein innerstes Leid einfach ignoriert, welches sich dann nach geraumer Zeit aber mit grauenvoller Wucht wieder auf mich stürzte. Ein großer Fehler ist es, sein Leid zu verdrängen, doch ist es leider nicht ganz einfach es bei der Wurzel anzupacken. Die Zweisamkeit wäre der Schlüssel, doch der Zweite findet dich seltenst. Man möchte doch sich selbst nicht verraten, und da man eben einen speziellen Charakter und "ungewöhnliche" Interessen vertritt scheint die Suche vergeblich. Ein hässliches Wort - vergeblich. |
| Odessa | Waldgestalt, das klingt sehr traurig. Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß es da draußen keine Frau/keinen Mann gäbe/gibt, der NICHT zu Dir passen würde, der perfekte Schlüssel quasi für das Schloß, das Du und Dein Geist, Dein Charakter, Dein ganzes Wesen, bist. Liebe findet Dich, sie läßt sich (meiner rein persönlichen Erfahrung nach) nicht "suchen"... es passiert meist auch dann, wenn Du gar nicht (mehr) damit rechnest. Ich würde es Dir jedenfalls sehr, sehr wünschen :-). |
| Waldgestalt | Sicher gibt es ihn oder sie, und nur deshalb kämpfe ich noch. Es geht mir nicht (nur) darum die Liebste zu finden, es geht mir darum irgendeinen tiefen Menschen zu finden, der mich versteht und durchblicken kann, mir Kraft gibt, mich erneuert. |
| IceflowerDragon | @waldgestalt: ich denke dass ich diesen menschen für mich vor 2 jahren gefunden habe. aber damit ist die geschichte ja noch nicht zu ende. meine liebste überrascht mich immer wieder mit einem tiefen verständniss und einer hingabe die ich keinem menschen zugetraut hätte... und trozdem bin ich, grade in letzter zeit, oft einsam. Seit dem ich krank bin vermisse ich meine freunde und die gesellschaft die mir die letzten zweieinhalb jahre nicht gefehlt hat. einsamkeit entsteht aus zwang da kann ich odessa nur zustimmen. allein fühle ich mich aber nicht mehr seit sie da ist weil sie irgendwie doch immer bei mir ist und diese beziehung so tief und harmonisch ist, dass ich es kaum beschreiben kann aber es ist gut. |
| Elementarsatz | Einfach mal häufiger rausgehen, nicht so viel Trübsal blasen. Tüchtigkeit statt Selbstmitleid. Dann gibt sich das :) Ratschläge von Elementarsatz, frisch auf den Tisch......... |
| JohnSteed | Oder auch mal ein gutes Buch lesen... Z.B. Ödön v.Horvath: "Jugend ohne Gott" |
| |Dunkelschön| | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B] Einsam sein jedoch... das ist meiner Erfahrung nach, die mir Andere berichteten, ein sehr unguter Zustand, den man eher unfreiwillig ertragen muß. Man möchte Gesellschaft und Nähe, aber findet sie nicht oder kann sich ihr nicht öffnen. Wer völlig einsam durchs Leben geht, ist für mich sehr bedauernswert. [/B][/QUOTE] Sehr richtig ich muss derzeit das ertragen. [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B]Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß es da draußen keine Frau/keinen Mann gäbe/gibt, der NICHT zu Dir passen würde, der perfekte Schlüssel quasi für das Schloß, das Du und Dein Geist, Dein Charakter, Dein ganzes Wesen, bist. Liebe findet Dich ...[/B][/QUOTE] Wenn das mal so wäre. Heutzutage ists doch so wenn du - abgesehen vom seelischen oder menschlichen Faktor die heutzutage scheinbar nicht mehr zählen - nichts zu bieten hast dann ist die gute doch schnell wieder weg als du "lebewohl" sagen kannst. Die moderne Frau von heute will ja schließlich nen Kerl mit viel Geld und der ihr was bietet. Aber wenn man dazu nicht fähig ist, bzw. keinen gutbezahlten Job hat, was dann? Heutzutage was zu unternehmen ist ja schon immer mit Ausgaben verbunden, da bleibt jemanden wie mir ja nix weiter übrig als jedes Wochenende gezwungenermaßen nur in der Bude zu verbringen, vielleicht noch nen Spaziergang zu machen, natürlich alleine - das wars dann aber auch. Zu den es hier schon schwierig genug ist irgendwas zu machne was dem eigenem Interesse entspricht. Das Wochenende für Wochenende, das ich da schon spürbar "einen an der Klatsche" kriege ist mir bewusst, es ist so wie es in einem Intro - Sample von nem berüchtigten Death in June Song eiglt. perfekt beschrieben ist, mal jetzt aus den Kopf zitiert: "Da war da so ein kleines Mädchen das trieb auf der Eisscholle stromabwärts, und da kam dann so Stromschnellen, sie versuchte sich retten sich von Scholle zu Scholle, doch die wurden immer kleiner und schmolzen langsam weg" Ich werde dann gleich mal wieder zur Bank und mit Freude meinen Kontoauszug entgegennehmen der übersetzt quasi genauso bedeutet: 1 Jahr Einzelzelle. |
| Töggelie | [QUOTE][i]Original geschrieben von Odessa [/i] [B]Das Schwimmen in Bergseen und Flüssen ist ebenfalls gratis. Und ein Picknick mit selbstgeschmierten Stullen, einem selbstgebackenen Kuchen und Mineralwasser/Obstsaft dazu sowie einer kuscheligen Decke zum drauf Sitzen kostet nichts bzw. ein paar Euro, die man aber ohnehin ausgeben müßte für die tägliche Ernährung (sh. Stullen und Getränke).[/B][/QUOTE] Sowas ist viel schöner als z.B. ein Abend in einer überfüllten Disco mit überteuerten Getränken. ;) Ich finde, es macht einen Mann sehr interessant, wenn er kreativ etwas auf die Beine stellt, sich beispielsweise die Mühe macht und einen Kuchen zusammenbastelt, einen schönen Platz ausfindig macht und - ja, auch einfach mal spazieren geht, etc. Mit Geld Unterhaltung erkaufen - das ist ja einfach. Ausserdem kann man sich auch zusammen etwas ausdenken, mehr als vorm Fernseher hängen, wird einem schon einfallen. |