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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Eure schönsten Weihnachtserinnerungen
SeenaNachdem ich langsam aber sicher merke, wie die Zeit immer schneller zu vergehen scheint -
vornehmlich an den Menschen um mich herum, aber auch ich werde natürlich nicht jünger -
wird Weihnachten Jahr für Jahr melancholischer für mich. Ich habe Weihnachten immer sehr
gemocht, nicht der Geschenke wegen (als Kind wahrscheinlich schon...), sondern weil es
die seltenen Gelegenheiten waren, da die ganze Familie versammelt war und zumindest
so etwas Ähnliches wie "Ruhe" herrschte.

Auch heute genieße ich diesen Festtag und die Adventzeit noch sehr, auch wenn der
Kommerzwahnsinn von Jahr zu Jahr schlimmer wird. Ich versuche doch für mich und meine Lieben
die Weihnachtszeit zu einer Zeit der Besinnlichkeit zu machen.

Immer öfter ertappe ich mich jetzt dabei, wie ich über vergangene Weihnachtsfeiertage nachdenke.
Habe dabei festgestellt, dass meine allerschönste Erinnerung die an jenes Weihnachten ist,
vor dem ich drei Wochen lang im Spital und schwerst krank war. Ich war damals fünf Jahre
alt und hatte zeitweise bereits den Gedanken gefasst, das Krankenhaus nie wieder verlassen
zu können und schon gar nicht zu Weihnachten.
Zuerst sah es auch wirklich so aus, als müsste ich das Fest im Krankenbett verbringen, doch
meine wunderbare, damals hochschwangere Mutter hat so lange mit den Ärzten verhandelt,
bis sie mich (natürlich unter bestimmten Konditionen) drei Tage vor Weihnachten entließen.
Ich hab keine Ahnung mehr, was ich damals zum Fest alles an Geschenken bekommen habe.
Ich weiß nur, dass ich am Weihnachtsabend unterm Baum gesessen bin und geweint habe vor Glück.

Was ist eure schönste Weihnachtserinnerung?

Liebe Grüße
Seena
WaldemarSchöne Geschichte. Ja, die Muttis.. Das sind die wahren Kämpfer. Das kann ich nur bestätigen :)
schwarzer SternWirklich eine schöne und berührende Geschichte...
Ich muss sagen ich habe gar kein "besonderes" Weihnachtsfest. Die Traditionen aus meiner Kindheit waren aber auch immer sehr schön.
Immer an meinem Geburtstag (13.12.) wurde der Weihnachtsbaum und die Krippe (ohne Kind) aufgebaut.
Das Kind wurde an Heiligabend in die Krippe gestellt, wir aßen zu Abend, dann gingen wir um 18 Uhr zum Krippenspiel in die Kirche...ich konnte es immer kaum abwarten, denn dann hieß es nicht mehr lange, dann gibts Geschenke :) Wieder zu Hause musste ich in mein Zimmer und warten...meine Eltern legten die Geschenke untern Baum, die Kerzen wurden angezündet und wenn das Glöckchen klingelte durfte ich kommen. Dann wurde ausgepackt, dabei Radio gehört (mit Chören etc).
Es war und ist noch immer eine ausgesprochen schöne und friedliche Zeit :)
TheTurningPointGerade weil der Kommerzwahnsinn von Jahr zu Jahr schlimmer wird, erinnere ich mich gern an Weihnachten zu meiner Kinderzeit, als die ganze Stube dunkel war und es völlig still war, und das einzige Licht waren die Kerzen an der kleinen [URL="http://www.ebay.de/itm/Advents-Glockchenspiel-Blech-Pyramide-DDR-um-1960-70-/200660718496"]Blech-Pyramide,[/URL] deren Glöckchen ganz leise bimmelten. Da konnte ich ewig zuschauen und vor mich hin träumen ...

Und an ein Weihnachten erinnere ich mich ganz besonders:
Wir wohnten seit kurzer Zeit im ersten Stock eines kleinen Häuschens in einem kleinen Dorf. Wir hatten schon unsere Geschenke bekommen und waren gerade dabei, sie in Augenschein zu nehmen, als unten jemand kräftig gegen die Haustür wummerte. Unsere Eltern waren genauso erschrocken wie wir. Die Haustür war nicht verschlossen, darum kam das Poltern die Treppe herauf. Das war aber kein Weihnachtsmann mit typischem roten Stoffmäntelchen und Wattebart. Da stand ein fast zwei Meter großer Kerl in einem langen braunen Ledermantel mit dickem beigefarbenem Pelzrand, das Gesicht mit einem rotblonden Bart fast zugewachsen. Er brummelte laut irgendwas Unverständliches, dann rumpelte und polterte es in der ganzen Stube - er schüttete einen Sack voll Äpfel und Nüsse aus. Dann brummelte er noch etwas Unverständliches, polterte wieder die Treppe hinunter und war verschwunden ...
Unsere Eltern waren genauso sprachlos wie wir Kinder. Irgendwann fanden sie heraus, dass sich der Förster des Dorfes einen Spaß erlaubt hatte ...
eine AnderePlätzchen.. und zwar Tante Lottes Weihnachtplätzchen..

Meine Großtante Lotte die ihr ganzes Leben für andere gesorgt hat..so selbstverständlich das man es garnicht richtig wahrgenommen hat.

Für mich ist Tante Lotte der "gute Geist" von Weihnachten - damals vor allem in Form von gefühlt riesigen Blechdosen randvoll gefüllt mit Nussbusserln,Mokkaplätzchen,Honigkuchen,Schokomakronen,Spritzgebäck,Vanillekipferln, Karlbader Zitronenplätzchen, Nußschnitten,Engadinern und Zimtsternen.. Liebe geht bekanntlich durch en Magen.

Diese Dosen waren der Inbegriff von Weihnachten :D (so aus Kindersicht) heute sehe ich das was anders, Tante Lotte hat man die letzten Jahre in dem Messie Haushalt ihrer Nichte abgestellt... das war ja soweit weg man hatte ja keine Zeit (mal hinzufahren und man wollte ja garnicht sehen was da los ist..) . Heute könnte ich schreien wenn ich daran denke wie man sich diesen "Zustand" schöngeredet hat und auch das ich nicht entschiedener gehandelt habe...somit ist es auch die Doppelmoral die Heuchellei das alles was mir dieses Fest und diese Verwandschaft so verleidet. Ich wünschte so sehr ich hätte sie nochmal besucht denn dann hätte sie Erik noch kennengelernt, sie liebte Kinder doch sosehr.. Zwei Jahre nachdem ich sie das letzte mal sah spürte ich es als sie mit knapp 94 starb. 300km sind so lächerlich wenn auch mit Baby anstrengend - aber das werde ich mir nicht verzeihen.

Soweit ich es schaffe, halte ich aber an der Tradition fest , ich habe die alten Rezepte übernommen nachdem Tati angekündigt hat das sie es nicht mehr schafft zu backen - und so hat sie ihre letzten Weihnachtsplätzchen von mir bekommen und soweit ich es schaffe fülle ich die Dosen sie hätte es so gewollt.

Take care.

Karin
HrefnadisMein erstes richtiges Weihnachten hatte ich mit 19. Ehrlich. Vorher war Weihnachten das schlimmste Datum im Jahr. Meine Familie war zerstritten bis aufs Messer und nutze die Weihnachtsfeiertage gründlich, um sich selbige gegenseitig in den Rücken zu rammen. Die Polizei liebte uns besonders in dieser ach so stillen Zeit. Als ich 19 war, kehrte ich dem Wahnsinn - meiner Familie - den Rücken. Mein erstes richtiges Weihnachten fand 400 km entfernt statt. Eigentlich war ich endsdeprimiert, da ein paar Tage vor dem Fest mein Ford Fiasko die Hufe hoch gerissen hatte und ich nicht wusste, wie ich vom Lehrlingsgehalt ein neues Fahrzeug finanzieren sollte. Mein Freund und dessen Familie bemühte sich deswegen, das Fest ganz besonders schön zu gestalten. Kaminfeuer, Weihnachtsbaum, Gänsebraten, alles, was man sich so vorstellt. Und Harmonie, Freundlichkeit, Herzenswärme. Ich hatte durchweg das Wasser in den Augen stehen. Ach so ging das mit Weihnachten! Dann gabs Bescherung. Alles Sachen, um die man sich echte Gedanken gemacht hatte, selbst Gebasteltes, Aufwändiges. Ich war überglücklich, die Leute Hatten sich echt über mich informiert, sich mit mir auseinandergesetzt, mich wirklich wahrgenommen! Ein winziges Päckchen musste ich bis zum Schluss aussparen. Es war das am wertvollsten verpackte. Alle starrten mich an, als ich die Schleife löste und ein winziger roter Golf GTI zum Vorschein kam. Ich freute mich riesig, weil ich diese Autos sammelte und das Modell schon lange aus der Produktion raus war und somit entsprechend teuer. Geld, das ich nie übrig gehabt hätte.

"Ey, da ist noch mehr drin!" schimpfte das Publikum, als ich das Schächtelchen zur Seite legen wollte. Unter de^r Watte, auf der das kleine Auto stand, fand ich einen Autoschlüssel, den ich wohl minutenlang verständnislos ansah. Man führte mich zum Fenster, in dem gerade begonnenen Schneetreiben standen sich in der Kälte alle meine neuen Freunde aus der Autotuning-Clique die Beine in den bauch und zwischen ihnen stand - oh Wunder - ein knallroter Golf GTI. Fast genauso alt wie ich, aber mit Potential.

Viel fehlte damals nicht zur Ohnmacht. Mein Freund hatte das Auto erstanden und jeder meiner neuen Freunde hatte Arbeitszeit und Teile hinein gesteckt, um es "werkstattgerecht" aufzurüschen. Für die einzige Frau der Truppe wollten sie DAS Aushängeschild. Und das war ihnen gelungen.

Bis dahin hatte ich nicht für möglich gehalten, dass mich jemand wirklich wertschätzen könnte. Was mein damaliger Freund, dessen Familie und der gesamte Freundeskreis für mich getan hat, war mehr als mir ein ganzes Auto zu schenken. Sie schenkten mir meine Würde zurück, mein Selbstvertrauen, mein Selbstwertgefühl. Wenn sich so viele Menschen derartige Mühe um einen gaben, taten sie das nicht, weil man nichts wert war. Dabei meine ich nicht den finanziellen Aufwand. Mehr hat mich schockiert, dass etwa 15 Leute über Tage und Wochen die Aktion geheimhalten konnten, obwohl ich in den jeweiligen Werkstätten und Wohnungen der Verschwörungsteilnehmer :) ein und aus ging. Selbst den Wagen sah ich im Rohbau. Als ich mich dafür erwärmte wurde ich abschlägig beschieden, dass dies eine Auftragsarbeit sei und ich mir gefälligst ein eigenes Tuningobjekt suchen solle. :D

Das waren echte Freunde. Und eine von zwei der schönsten Weihnachten ever.
hagzissa13Sagen wir mal so: ich hatte noch nie schlimme Weihnachten. Das schönste Erlebnis war einmal, als ich mit meinem damaligen Lebensgefährten dessen Nudelsalat machte und dann mit ihm in der Dämmerung durch den Wald spazierte. Es hatte etwas so besonderes, daß ich es bis heute als "wunderschön" abgespeichert habe.

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