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  Forum: Dunkelheit & Licht
    Thema: Melancholie, Euphorie und Mystik
True ZombieMeine eigenen Erfahrungen zeigten, daß Musik entweder melancholische oder euphorische Stimmungen weckt. Und daß die Stille (Abwesenheit von Musik) mystische Stimmungen jenseits von Euphorie und Melancholie weckt. So wie Euphorie und Melancholie einander ausschließen, schließt die Mystik beides aus. Das kann man drehen und wenden wie man will - letztlich isses nunmal so. Daß das nicht anders funktioniert, selbst wenn man das wöllte, zeigten mir ebenso meine persönlichen Erfahrungen. Denn alles scheint nunmal unabänderlichen Naturgesetzen zu unterliegen - selbst musikalische und innerpsychische Prozesse.

Mit diesem Wissen, hat man eine Landkarte in der Hand, die einem die Wege zeigt in die persönlichen Wunschzustände. Jedoch sollte man sich stets bewußt sein, daß es keine permanenten euphorischen Zustände geben kann, da man im Anschluss ganz automatisch in melancholische Zustände verfällt. Und natürlich ebenso umgekehrt. Entweder man kommt damit klar oder man verzichtet auf beides und kehrt wieder heim in die Mystik der Stille.
Hybrid Andante[QUOTE]Aber es hat vielleicht nicht jeder ein Radio.[/QUOTE]

Oder es benutzt nicht jeder um Radio zu hören :cool:
True ZombieStimmt, was das Radio angeht, mag das sein. Vielleicht kann man das sogar auch noch auf einige andere Musikrichtungen übertragen. Jedenfalls ist mein Leben schon ohne Musik beschissen genug und Musik macht es nicht unbedingt besser - eher im Gegenteil. Vielleicht liegt's am Alter oder meiner Schizophrenie, keine Ahnung.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von True Zombie [/i]
Meine eigenen Erfahrungen zeigten, daß Musik entweder melancholische oder euphorische Stimmungen weckt. Und daß die Stille (Abwesenheit von Musik) mystische Stimmungen jenseits von Euphorie und Melancholie weckt. So wie Euphorie und Melancholie einander ausschließen, schließt die Mystik beides aus.[/QUOTE]Wie wir Musik empfinden und mit ihr umgehen, das hängt meiner Ansicht nach sehr von unserer [URL="http://de.wikipedia.org/wiki/Konditionierung"]Konditionierung[/URL] ab, also davon, welche anderen Reize parallel zur Musik auf uns einwirkten. Während aus deinen Beiträgen irgendwie herausklingt, dass die Begleitumstände, unter denen du Musik erfahren hast, überwiegend negativ auf dich einwirkten, ist Musik bei mir vorwiegend mit positiven Begleitumständen verknüpft. Das begann im Kleinkind-Alter mit Schlafliedern und anderen Liedern, die von vertrauten Stimmen gesungen wurden, setzte sich fort über erste Tanz-Versuche, das Mitsingen von Liedern, Tanzen als Kontaktaufnahme zur Damenwelt, bis hin zu Musik als Hilfe und "Notbremse" in Extremsituationen.

Heute sehe ich die verschiedensten Musiken als Drogen, mit denen ich "die persönlichen Wunschzustände" erreichen kann, ohne die unkalkulierbaren physischen Nebenwirkungen, die stoffliche Drogen haben. Außerdem sind sie vergleichsweise preiswert und außerdem wiederverwendbar. Wie bei anderen Drogen, spielt auch bei Musik die Dosierung eine wichtige Rolle, und man muss selbst im Laufe der Zeit herausfinden, welche Musik bei welcher "Krankheit" am besten hilft.

Ich habe irgendwie den Eindruck, dass du dich als Opfer und "Erleider" der Musik ansiehst, der zum Beispiel "ganz automatisch in melancholische Zustände verfällt", also eher passiv im Umgang mit Musik ist. Ich selbst versuche, aktiv die Musik auszuwählen, die ich in einem bestimmten Moment als angenehm und hilfreich ansehe. Der Musik, die mir nicht behagt, versuche ich mich weitestgehend zu entziehen.

Meiner Meinung nach ist die Auffassung von Stille als "Abwesenheit von Musik" zu eng gefasst. Neben Musik gibt es eine Vielzahl anderer Geräuschkulissen, die Stille verhindern. Und darüber, was Musik ist oder strukturloser Krach, lässt sich auch vortrefflich streiten.

Was das Erzeugen von Stimmungen durch Musik betrifft, gibt es bei mir nicht nur "entweder oder", sondern auch "Weder noch" und "sowohl als auch". Ich versinke nicht in melancholischen, euphorischen oder mystischen Stimmungen, die sich gegenseitig ausschließen, sondern habe viele Musiken in meinem "Medizinschrank", mit denen ich zwischen den Stimmungen wechseln kann. Als Beispiel fällt mir die CD [URL="http://www.amazon.de/dp/B0015WLYYI"]"Les Memoires Blessees" von Dark-Sanctuary[/URL] ein: Beginnend mit tiefster Melancholie (1), geht es über Erwärmung (5) und "Augen zu und durch" (8) hin zu Euphorie (10), Mystik (12), Stille und Klarheit (13). Ähnlich ist das bei [URL="http://www.amazon.de/dp/B00004SYXN"]Faith And The Muse.[/URL]

[QUOTE]Denn alles scheint nunmal unabänderlichen Naturgesetzen zu unterliegen - selbst musikalische und innerpsychische Prozesse.[/QUOTE]Das ist in meinen Augen kein Grund zur Sorge. Wenn man selbst Musik machen will, ist die Kenntnis der Naturgesetze ganz hilfreich. Zum Genießen und Lebensfreude-Sammeln muss man aber nicht alle Details wissen. Das wäre so, als wollte man den Sinn des menschlichen Lebens durch das Sezieren von Leichen finden.
True ZombieTurning Point, wow! Da muss man schon ganz schön weit sein, um die Sache so handlen zu können wie Du. Und ich dachte immer, ich sei erfahren im Umgang mit Musik, da ich schon sämtliche Genres anhörte und auch ne Menge selber produzierte (in Bands und am PC). MEINE Schattenseite der Musik ist wahrscheinlich, daß ich zur Jugendzeit begeisterter Anhänger der Techno-Underground-Bewegung von Anfang der 90er war und jedem diese Mucke nahebringen um nicht zu sagen aufdrücken wollte, da ich ein einsamer Raver war, der sich von vielen unverstanden und abgelehnt fühlte. Naja, mit Techno , House und Trance i(de)n(t)ifizierte ich mich wie mit noch keiner anderen Musik und machte ebenso meine krassesten Erfahrungen wie mit keiner anderen Musik. Letztlich bekam ich ne Psychose davon, da ich irgendwann glaubte, als ich in Trance war, hätte ich die Welt in eine Matrix verwandelt und lauter so'n Mist. Und genau jene bewußtseinsverändernde Scheiße ist der Grund, warum ich mittlerweile so ein Gegner von Musik bin. Gegen Drogen war ich hingegen schon beim ersten Mal als ich sie konsumierte. Mag sein, daß die Realität irgendwo trostlos erscheint ohne Musik und ohne Drogen, dafür ist sie aber real und man muss keine Angst haben, daß man den "Kontakt zum Mutterschiff" verliert.
NatarajaDie Realität ist nur so trostlos wie du sie dir erschaffst.

Und das geht auch ganz gut ohne Drogen ^^

Du sagst es ja selbst; es hat etwas mit deiner Rave-Zeit zu tun. Alles hat einen Zusammenhang mit deiner Allgemeinsituation.

Ich persönlich habe auch so ziemlich Alle Musikgenres durch und unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Diese Erfahrungen haben aber immer einen Zusammenhang mit meinem Umfeld und meiner Lebenssituation.

Derzeit ist es äußerst selten, dass Musik eine Emotion im mir weckt, was aber daran liegt, dass Momentan so ziemlich Nichts von Außen an mich geht, da ich immer nur auf eine Sache fokusiert bin; mein Studium. Ausnahmen bestätigen die Regel, denn manchmal schaff ich es mich davon abzuwenden und so kommt es dazu, dass ich hier schreibe.

Zu allem Überfluss, habe ich aber auch noch meine externe Festplatte verloren, auf der meine gesamte Musiksammlung archiviert war. Da ich nun meinen Fokus rein auf das Studium gelenkt habe, hab ich auch nur mein Unikram gesichert und somit meine gesamte Musik verloren.

Zu dem passivem Musik hören, kam also auch noch "irgend ein Radiosender" dazu. Hurra ^^

Aber wie gesagt, das hat einen Zusammenhang mit dem gerade Erlebten.

So sucht man sich doch auch meist bewusst nach seiner derzeitigen Lebenslage seine Musik aus. Wenn man Liebeskummer hat, dann stürzt man sich oft noch mehr rein und macht melancholische Songs an. Wenn man gerade nen richtig guten Tag hat, dann hört man auch gute Laune Musik usw.

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